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Wie ihr ja bereits gelesen habt, soll es mal die H.M.B. Endeavour werden, wenn se denn mal fertig ist. Komisch eigentlich, dass es im gesamten Netz-soweit ich das durchforstet habe, nichts über diesen Bausatz gibt, jedenfalls nicht viel und schon gar keinen Baubericht. Ich wollte jeden Falls schon als Kind irgendwann mal CooK's Kohlefrachter bauen, der so viel Geschichte gemacht hat. Nach diversen Fernsehdokus und dem Vierteiler "Wind und Sterne" habe ich die Idee dann wieder aufgegriffen und irgendwann mit Glück bei Ebay einen uralten Airfixbausatz (wird übrigens demnächst bei Moduni wieder aufgelegt...) geschossen. Laut Aufdruck auf dem Ständer ist die Form von 1976, wie alt er nun ist, weiß ich nicht: Zumindest sah er, als ich ihn das erste mal öffnte "alt" aus-im wahrsten Sinne des Wortes.
Was mir da im Karton entgegenschepperte (nichts war in Folie eingeschweißt!), war zu großen Teilen Schrott. Das Beiboot war nicht fertig gegossen, Rahen abgebrochen, ein Mast ebenfalls, die Rüsten sahen ebenfalls ziemlich zahnlos aus, da ein Großteil der Jungfernatrappen abgebrochen waren oder ebenfalls Gußfehler hatte. Viel war das auch nicht wirklich, gerade, glaub ich, 104 Teile, ein bißchen mehr vielleicht durch den vielen Bröselschrott.
Der Verkäufer war übrigens ein Händler! Er hat mir freundlicherweise angeboten, die beschädigten Teile bei Airfix bzw. Heller/Humbrol (?) nachzubestellen, wies mich aber darauf hin, dass das dauern könnte. Außerdem teilte er mir mit Bedauern mit, dass er sich das auch nicht erklären könnte, dass so viel Bruch dabei war, er hätte als Modellbauer nichts grobes damit veranstaltet. Lange Rede kurzer Sinn: Jetzt erst recht. Vielleicht ist das ein Zeichen, selber aktiv zu werden und zu improvisieren, mit ein bißchen Geschick vieles zu verändern und vielleicht sogar zu verbessern??

: Das war ein eindeutiger Anlass, das Achterdeck zu unterfüttern oder durch einen Abschluß-"balken" zumindest zu kaschieren. Jetzt aber wirklich mal einige erste Bilder:



da es leider nicht dem Bausatz beilag.




Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »drake« (22. Januar 2009, 23:43)
Auf den ersten Blick könnte man es tatsächlich für ein Holzmodell halten. Besonders gelungen finde ich die Farbgebung des Rumpfes und die Alterung der Decks. Ich bleibe auf alle Fälle mal dran. 



Zitat
Original von drake
Hi Thor(-sten)!
Das klingt interessant mit den selbst ausgedruckten und aufgebügelten Flaggen! Erklär mir doch bitte mal genauer, wie man das machen könnte. Wäre nämlich 'ne gute Idee und billiger.
Ciao!
Chris



Wir sind ja keine "Herstellermesse", die gleich mit Urheberklagen droht. Ich freu mich drüber, wenn jemandem etwas gefällt-und sei es nur ein klitzekleines Klöppelseil! 




Eine Wante ist steifgesetzt, kommt die nächste und verzieht den Mast, hängt die erste schon wieder durch...usw.
Bei der Litze kann man herrlich nachspannen oder lockern. Großartig! Und fällt später nicht mehr auf. Für die Bramwanten ist das natürlich zu dick, da geht's eben dann nur konventionell. Hier mal erste Bilder von Mars- und Bramwanten:




Jaja, schon gut
, dachte ich, aber wo gibt's sowas?? (Sie hatte die mal von einer Mitbewohnerin überlassen bekommen, das war das einzige was sie noch wußte und das der Stoff ziemlich teuer war) Also hab ich mich in sämtlichen Textil- und Dekoläden auf die Suche gemacht und bin tatsächlich fündig geworden!! Der Stoff heißt "Balloon plus" und mußte erst aus der Schweiz bei Creation Baumann bestellt werden. Er war zwar wirklich teuer (ein Meter mal einsfuffzig für über sechzig Euranten
, aber daraus läßt sich schon das ein oder andere Segel bauen!) Das Material ist so dünn wie Horst und Erna Brackmanns ballonseidener Jogginganzug (daher wohl auch der Name?!) aber eben aus 100% Baumwolle. Ein branntheißer Tipp an dieser Stelle. Was besseres für kleine Maßstäbe gibt's wohl nicht, ehrlich!
Wobei ich die Papiertaschentuch- bzw. Seidenpapiervariante auch klasse finde, ist aber eben kein echter Stoff und das sieht man eben beim genaueren Hingucken!
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »drake« (18. Februar 2009, 20:00)


Werd dranbleiben
Klotjes sind diese lustigen Holzeier, damit Die Rah auch frei laufen kann beim Abfieren. Ich hatte das mal auf die Schnelle Klotjes-atrappe genannt. Werde die wohl tatsächlich mit den Perlen machen, finde das ist ein kleines aber nicht unwichtiges Detail. Was ich allerdings nicht machen werde, sind die sogenannten "Schlieten", das sind Holzdistanzstücke zwischen den Klotjes. Bei dem Maßstab müßte ich die vermutlich aus Zigarettendrehblättchen herstellen, irgendwann is auch mal gut...! 


, nutze ich die Zeit auf meiner Wohnzimmerwerft. Es gibt ein paar kleine Neuigkeiten, nicht viel, aber immerhin:
: Beim Recherchieren ist mir aufgefallen, dass die Endeavour (wen wundert's?) eigentlich ja auch Leesegelspieren hatte! Also habe ich mir aus Kunststoffrundstäben selbige hergestellt und aus Messingdraht die dazugehörigen Brillen. Nach der Montage habe ich alles farblich angeglichen und Wicklungen angebracht, die die Leesegelspieren fixieren. Herausgekommen sind nun, wie ich finde, viel schönere und breitere Rahen
. Aber aufgepasst: Habe leider zu spät bemerkt, dass die Spieren ca. im Winkel von 45° auf den Rahen sitzen. Also abreißen und nochmal das ganze...!
Macht aber auch Sinn: Die Toppnannten hätten sonst keinen Freilauf später! Und da ich dann schon mal in meinen Detailwahn verfallen bin, habe ich gleich noch die Fußperde nebst Hangern montiert. Die Hanger habe ich anschliessend etwas mit Sekundenkleber versteift, damit das ganze nicht so deprimierend unstraff unter den Rahen rumhängt.
:abhau
:


. Also weiterfriemeln...
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »drake« (22. Februar 2009, 15:49)
Fast hätte ich's vergessen, Mensch! Du wolltest ja ein Foto von meinem Balloon plus Stoff haben. Die fotografischen Darstellungsmöglichkeiten kommen hier allerdings deutlich an ihre Grenzen-wie, bitteschön soll ich ein Foto von dünnen Stoff machen?
Das ist ähnlich wie die fototechnische Darstellung eines ph-Wertes, Temperatur oder Geschmacksrichtung "süß-sauer"..! Ich hab's mal probiert, und zwar den Saum mit rausstehenden Fäden. An meiner entspannten Handhaltung kannst Du vielleicht erahnen, wie er meine Finger umschmeichelt...? 



Zitat
Ach ja, Friedrich! Fast hätte ich's vergessen, Mensch! Du wolltest ja ein Foto von meinem Balloon plus Stoff haben.





) besorgt und diese am Bugspietfuß und an den Kranbalken befestigt. Letzteres sieht erstmal ungewöhnlich aus, habe ich jedoch auf einem Foto der Replica im Netz so entdeckt.Einen sinnvolleren Ort für diese habe ich sowieso nicht auf der Back finden können. 

.

.Achja: Ich nehm zum Takeln, bzw. zum Durchführen des Gutes durch die Blöcke Einfädeler aus dem Kurzwarenhandel. Das geht prima und schnell!! Nur son Tipp, falls das noch nicht als allgemein bekannt gilt??? 
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »drake« (28. Februar 2009, 17:35)

. Ich glaube, das wird ganz gut aussehen. Ich zeig's Euch dann, wenn ich soweit bin!

. Andererseits kann ich aber auch nachts besser an meinen Modellen arbeiten, ich hab dann einfach mehr Ruhe. Aber genug der Worte.
. Die sind nun auch fertig und sehen, find ich, ganz schön aus:
, ist aber ganz simpel, wenn man's erstmal selber gemacht hat. Könnt ihr ja mal auf der Seite nachlesen, wenn's interessiert.
. Ich habe die gerefften Segel separat angefertigt, indem ich am oberen Liek eine etwas kürzere Kunststoffstange eingeklebt hatte. dann habe ich die beiden Schothörner zur vertikalen Mittelachse des Segels geklappt, was in echt durch die Geitaue geschieht. So entstand ein umgedrehtes "Haus-vom-Nikolaus"-Gebilde. Nun wurde die Spitze umgeklappt, was beim echten Segel durch die Buggordings geschieht. Nun wurde alles bis zur Kunststoffstange hin gerefft und mit Reffzeisingen tailliert abgebunden. Durch die Spitze ist das gereffte Segel nun in der Mitte voluminöser, so, wie es auch bei echten Segeln aussieht. Hinterher kann man das ganze noch gut "modellieren", indem man per Hand die einzelnen Buchten vorhangartig nach unten herauszieht, nachdem ich die Segel mit den überstehenden Bändseln an der Rah befestigt habe. Naja, hoffe, ihr habt das verstanden?!?
Schaut es Euch einfach nochmal auf dem Foto an:
.Also nochmal Gedanken machen und recherchieren. Dann fiel mir ein, dass die Segel ja vom Spriet her per Hand gerefft werden und dann am Spriet festgezurrt werden
. Nach oben schaut dabei immer noch ein Stück Segel raus, an dem sich der Aufholer befindet. So habe ich das auch auf Bildern gesehen. Also hab ich das so probiert, und das hat dann auch ganz gut hingehauen:

: Also habe ich mir noch ein Ladetakel gebaut, welches sich nun zwischen Fock und Großmast befindet. Am unteren Block der Krantalje habe ich einen Haken angebracht, der in die Ladehänger des Beibootes greift. Ist zwar unwahrscheinlich, dass auf großer Fahrt der Haken so fixiert wurde. Aber da ich die "Endeavour" ja sowieso gerefft darstelle, mach ich das jetzt mal so. Also das Beiboot im Zustand kurz vor dem Aussetzen. Das sieht einfach ganz nett aus, da durch die gerefften Segel so ein großer leere Abstand zwischen den Masten entstanden ist. Ich nehm mir die künstlerische Freiheit mal heraus 

.

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