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Montag, 1. Dezember 2025, 14:49

Gestaltung Vorfeld ("Apron" oder "Ramp") für Hubschrauber-Vignette in 1/72

Hallo,



als ersten echten Beitrag möchte ich ein spontanes Projekt von mir zeigen und erläutern.
Die Idee kam im Supermarkt, ja richtig: Dort sah ich ein rundes Brotzeitbrett aus Holz,
das wie geschaffen war für höheres, nämlich als Dioramenbasis.

Das fertige Werk

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Montag, 1. Dezember 2025, 15:06

Was habe ich benutzt?

zum Aufbau verwendete Einzelteile:
  • Ein Holz-Brotzeitbrett, ca. 28 cm Durchmesser
  • Den grau-beigen Papprücken eines A4-Schreibblocks
  • Rasenmatte (Modelleisenbahnbedarf)
  • Dicken, runden Gussast
  • Drahtstifte
  • transparente Blaulichte (H0-Modellauto)
  • Ein kleines Stück Plastik, das Riffelblech imitiert (auch H0, vermutlich Roco)

benötigte Werkzeuge usw.
  • Zirkel, Druckbleistift (0,3 mm), Bleistift klassisch (2B), Stahllineal
  • Maskierklebeband, diverse Breiten
  • Weißleim (wasserfest)
  • Pastellkreide in diversen erdigen Braun- und Grau-Tönen
  • Gelbe Farbe
  • matten Kunstharz-Klarlack
  • das gängige Modellbauwerkzeug

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Montag, 1. Dezember 2025, 15:45

Von der Pappe zum Vorfeld...

Auf der glatteren Seite der Pappe wird mit dem harten Druckbleistift ein Raster aus Betonplatten druckvoll eingezeichnet. Das Fugenmaterial
(Asphalt) kann freihändig, ganz leichtverwackelt, mit einem stumpferen, weichen Bleistift auf die Stoßkanten der Betonplatten
gezeichnet werden.

Geschickt ist, jetzt bereits die Fläche mit mattem Klarlack zu überziehen, damit vom Karton später nicht doch Fusseln gezogen
werden. (Ratet mal, wer zu ungeduldig war und später Fusseln, die vom Maskierband hochgerissen worden sind, mit feinstem
Schleifpapier beseitigen musste...)

Eine Websuche nach Stichwörtern wie „ICAO“, „FAA“, airfield warning lines“, „apron ground markings“, „safety lines“ „airfield lighting“
liefert Beispiele und Erläuterungen:
Die farbigen Linien sollen laut FAA 15 cm breit sein, in 1/72 also 2,1 mm. Am Rand belastbarer Flächen sind doppelte Linien mit 15 cm Lücke vorgesehen.

Mit passendem Maskiertape wird die Lackierung der gelben Linien vorbereitet und dann noch eine kreisrunde Markierung für einen Erdungspunkt ergänzt.





Nach Trocknen der farbigen Markierungen kann mit Pastellkreide wolkig, unregelmäßig und mit schwachem Druck der Beton das erste Mal gealtert werden:


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Montag, 1. Dezember 2025, 16:07

Nun klebt zusammen, was zusammen gehört

Um Brett, Pappe und Gras zuverlässig zu verbinden, ist Holzleim gut geeignet. Der Brettrand (der ja sauber bleiben sollte) wird zuerst mit elastischem Plastikmarsierband geschützt.


Wichtig ist, nicht zu viel Leim zu verwenden, diesen aber bis zum Rand gleichmäßig zu verteilen (ein Zahnspachtel hift hierbei sehr).


Der feuchte Leim sollte erst ein paar Minuten anziehen, bevor die Teile aufeinander gepresst werden. Ebenso wird die Grasmatte vorbereitet:


Um die Pappe flächig anzudrücken, hilft ein Falzbein (das weiße Werkzeug im Bild), besonders die Pappränder lassen sich damit kontrolliert gut anpressen, ohne dass man Kerben hinterlässt:


Damit die Pappe möglichst plan verklebt wird, ist es sinnvoll, sie vollflächig zu beschweren über Nacht.

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Montag, 1. Dezember 2025, 16:26

Ein anderes Beispiel für eine Hubschrauberabstellfläche

Hier ein weiterer Versuch, ein Stück Vorfeld nach Original zu gestalten:


(Vorbild: Heeresflguplatz Fritzlar (ETHF), Horst des Kampfhubschrauberregiments 36 „Kurhessen“)

Die gelben Markierungen wurden freihand gemalt, was bei genauer Betrachtung leider auch auffällt. Für das schmutzige Weiß der Nummern kam der Farbton "Eierschale" zum Einsatz.
Schwäche: zu viel Symmetrie, oben ist real die Rasenkante, es wird schwer, die Pappe so anzuschneiden, dass die Anordnung im Ganzen nicht zu gleichmäßig wirkt.

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Sonntag, 7. Dezember 2025, 19:04

Fest verbunden…



Grasmatte und Pappe nach erfolgreicher Verleimung mit dem Holzbrett.

Damit es später (bei Witterungsänderung zum feucht-warmen hin) keinen welligen "Beton" gibt, ist es wichtig,
ganz besonders die Pappe vollflächig zu verleimen, also dabei die Ränder des Kartons nicht zu vergessen.

Die Oberseite (Sichtseite) während des Trocknens des Leims komplett zu beschweren, ist auch eine gute Idee.

Auf dem Foto erkennt man auch, dass das Washi-Maskierband mit dem ich die Warnmarkierungen aufgetragen habe,
beim Ablösen ein wenig Fusseln aus dem Karton gezogen hat. Hätte ich den Karton vorher mit Klarlack
überzogen, wäre das vermutlich nicht passiert. Die Flusen konnten aber mit 400er Schleifpapier entfernt werden.

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Sonntag, 7. Dezember 2025, 19:32

Signalleuchten, Schachtdeckel, Schmutz und so…



Die blauen Warnleuchten, die den Rand der befahrbaren Zone markieren, sind ganz simpel anzufertigen:
  • Ihre Fundamente sind aus ca. 2 mm dicken Scheiben eines dickeren Gussastes, nach Gefühl betonfarben grün-grau matt lackiert, mittendrin ein Loch, passend für...
  • den Leuchtenfuß, der aus einem einfachen Drahtnagel besteht, der signalgelb lackiert wurde
  • obenauf der blauen Glaskappe, für die ein Blaulicht alter Form aus dem H0-Modellautozubehör verwendet wurde
Ein Schachtdeckel bietet dem Auge noch etwas unauffälliges für den zweiten Blick. Er besteht aus „Riffelblech“,
das aus der Restekiste von einer alten H0 Panzer-Verlegebrücke stammt. Das Stück wurde mit der Farbe brünierten Metalls lackiert und eisenfarbig trocken gebürstet für blanke Stellen.

Mit Pastellkreiden in verschiedenen grauen, braunen und erdigen Farbtönen kann der typische Schmutz auf dem Vorfeld wolkig aufgetragen werden.

Übertreibt man es, hilft Patafix oder ähnliches Knet-Radiergummi, mit dem sich der Pastellstaub wieder abtupfen lässt. Für die typischen Schmutzwinkel verdunsteter Pfützen (dort, wo sich einzelne Platten etwas abgesenkt haben), wurde mit Post-it Zetteln genau an den Fugenkanten L-förmig maskiert und dann Pastellkreide aufgetragen. Das Foto zeigt ein Beispiel. Zuletzt sollte der "verdreckte" Vorfeldbeton mit mattem Klarlack überzogen werden, damit die Pastellkreide dort bleibt, wo sie aufgetragen wurde.

So, das ist mein erster Beitrag zum Wettringer Modellbauforum. Lange schon bei Euch mitgelesen, jetzt endlich aktiv dabei. Nicht spektakulär, doch hoffentlich gut erklärt und damit nützlich.
Ich bin optimistisch, dass die kleine Platte demnächst im Forum wiedererkannt wird, wenn der Hubschrauber fertig ist, den ich gerade in Arbeit habe.

Beiträge: 1 064

Realname: Paul

Wohnort: Landkreis SAD, Oberpfalz

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Sonntag, 7. Dezember 2025, 21:39

Hallo Jan,

auch wenn ich überhaupt nicht in dieser Materie bin, gefällt mir das Ergebnis und die sehr detaillierte Anleitung bzw. der Baubericht sehr gut! :ok:

Besonders die simplen und teilweise "zweckentfremdeten" Materialen beeindrucken mich.

Die Idee mit den universellen Vignetten oder "Präsentationsplatten" hatte ich auch schon umgesetzt, allerdings für Fahrzeuge in 1:24. Wenn auch nicht so detailliert beschrieben wie von dir.
Das macht dann doch etwas mehr her, als wenn die Modelle bei einer Ausstellung nur auf der Tischdecke stehen...

PS: Willkommen im Forum und ich freue mich schon drauf, von dir weitere Modelle (gerne auch bereits ältere Modelle) zu sehen und das "Brotzeitbrett" wieder zu erkennen. :D

Gruß Paul
"Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist." (Henry Ford)
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Meine bisherigen und aktuellen Arbeiten findet Ihr HIER.

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Montag, 8. Dezember 2025, 12:56

Klasse Beitrag danke dafür!
Liebe Grüße Fabian

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Montag, 8. Dezember 2025, 23:06

Danke Euch beiden!

Hallo Paul und Fabian,
es hat Spaß gemacht, dieses "mach mal flink was fertig" Projekt zu zeigen und zu erklären. Umso schöner, wenn es anderen zusagt.Mal sehen, ob es über die Festtage weitergeht mit den Helikopter, der auf dem Vorfeld stehen soll.
Eine gute Adventszeit und allzeit dünnflüssigen Kleber wünscht Euch
Jan

11

Dienstag, 9. Dezember 2025, 10:23

Der Beitrag kam genau richtig!
Ich möchte meinen Flugzeugen über Weihnachten auch mal einen anständigen Parkplatz gönnen.
danke für den Tipp mit dem Klarlack hätte ich vermutlich auch vergessen aber ist ja eigentlich auch logisch.
Liebe Grüße Fabian

Beiträge: 7 809

Realname: Roland

Wohnort: Pernitz (Niederösterreich)

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12

Dienstag, 16. Dezember 2025, 21:30

:love: schicke Landefelder :thumbsup: wär doppelseitiges Klebeband statt Weißleim auch ne Lösung? :huh:
ALLE Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren

Das Horn Helm Hammerhands soll erschallen in der Klamm, ein letztes Mal.
Dies Möge die Stunde sein da wir gemeinsam Schwerter ziehen, Grimmetaten erwachet auf zu Zorn, auf zu Verderben und blutig Morden

„Selbst das wildeste Tier kennt doch des Mitleids Regung“ - „Ich kenne keins und bin deshalb kein Tier“

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