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Sonntag, 29. Dezember 2019, 19:24

Fregatte Berlin

Ich möchte mich kurz vorstellen. Ich heiße Andreas, bin 55 Jahre, lebe in Rostock und bin auch mit den Pseudonym "Modellskipper" unterwegs - möglicherweise dem einen oder anderen bekannt. Schon viele Jahre bin ich online mit der Plattform Modellskipper.de sowie Schiffsfotoportal SchiffsSpotter.de

Die letzte Dekade habe ich modellbautechnisch pausiert. Vor 10 Jahren habe ich meine Werkstatt aufgelöst, radikal und ohne Kompromisse. Ich habe aber immer noch eine maritime Affinität die eine lange Geschichte hat. Der Vater war Hochseefischer und ich selbst bin in den 80-gern des letzten Jahrhunderts (wie sich das anhört, hä? ;-) bei der Marine zur See gefahren. Vor ein paar Jahren hatte ich eine Grundel - ein kleiner holländischer Plattbodensegler mit Seitenschwertern. Heute begleite ich seit vielen Jahren maritime Veranstaltungen als Fotograf, wie z.B. die Hanse Sail bei mir vor der Haustür. Dort sitze ich dann fast eine Woche mit dem Tele auf der Mole in Warnemünde oder bin als rasender Reporter auf dem Presseboot unterwegs. Bisweilen liefere ich auch Fotomaterial für Schulbücher oder Delius Klasing Verlag.Ich denke, genug der Vorrede, langweilt nur ;)

Zum Projekt:
Die Fregatte Berlin, eines meiner frühen historischen Standmodelle, habe ich verschenkt und wurde beim neuen Eigner gestohlen. Das Modell hatte ich 1987 nach Plänen aus dem Buch "Risse von Schiffen des 16./17. Jahrhunderts" aus der Blauen Reihe des Historff Verlags gebaut.

Wenn ich mich so zurück entsinne, war die damalige Materialbeschaffung in der DDR mit reichlich Kreativität verbunden:
  • Deck und Beplankung aus sog. Tapetenleisten
  • Masten, Spieren und Rahen u.a. aus Rundhölzern von Sylvester-Raketen
  • "gedrechselte" Geländerstützen imitiert aus Luftgewehr-Diabolos
  • Kanonenrohre mit Gipsformen und Lötzinn selbst gegossen
  • Figuren am Heckspiegel umfunktioniert aus Figuren eines Brettspiels an der Galion ein Löwenkopf aus dem Spielzeug-Zoo
  • Grätinge aus Lockenwicklern
  • Segelstoff aus Bettlaken von der Oma genäht
  • Blöcken aus gebrannter Plastelin-Knetmasse
  • Leinen passend aus Nähgarn mit einer Handbohrmaschine gezwirbelt und mit Kerzenwachs "imprägniert" damit nix fusselt




Das einzige historische Standmodell was mein Modellbau-tabula-rasa überlebt hat ist die HMS Fly - das Modell eines englischen Segelkutter aus dem Jahr 1763. Mein Enkel ist schon immer ganz begeistert und "nervt" mich ein Schiff für ihn zu bauen: "Opaaa, kann auch was Kleines sein. Baust mir ein Flaschenschiff?"

Bei Weihnachtsrecherchen selbiger Fertigbauten, weckte ein 50 Jahre alter Baukasten der Berlin in einem bekannten Kleinanzeigenportal meine alten Geister.

1970 von der Fa. Graupner angeboten - oh mein Gott, das war das Jahr meiner Einschulung. Es ist auch 30 Jahre her, als ich mein letztes historisches Standmodell auf Kiel gelegt habe, 10 Jahr kein Modellbau. Das muss was zu bedeuten haben - die Notalgie quillt ja direkt aus allen Poren ;-)

Es juckte ein wenig in den Fingern und deshalb kaufte ich für kleines Geld diesen Baukausten, angeboten unbespielt im Originalzusatnd mit vollständigem Beschlagsatz, den man damals immer noch zusätzlich erwerben musste.
Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

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Sonntag, 29. Dezember 2019, 21:33

Kurz zum Bausatz

Der Baukasten mit den Zeichen seines Alters. Arg abgegriffen wurde er wohl über die Jahrzehnte immer wieder von hier nach da gestellt oder ist, wer weiß wie oft, vom Keller auf den Dachboden und zurück umgezogen. Hat wohl nie eine Modellbauwerft von innen gesehen. Beigefügt war ein alter Graupner-Katalog aus dem Jahren 1970, interessant als Hinweis zum Alter.


Der Rumpf ist aus Balsaholz formgefräst, mit angeformten Backdeck, Kielnut und Öffnungen der späteren Stückpforten.



Alle Bauteile sind, typisch für die Zeit, auf Sperrholz gedruckt und vorgestanzt, teilweise schlecht zu erkennen.

Das Holzsortiment ist extrem mager, eine Beplankung ist nicht vorgesehen, das Modell soll nur lackiert werden, auf den Decks sind die Plankengänge gedruckt.


Auch im Baukasten gefunden, eine kleine Tube Holzleim. Nie benutzt, der Inhalt hat aber immer noch eine weiche teigähnlichen Konsistenz, ähnlich wie frisches Silikon. Wie alt mag der Kleber wohl sein?


Lange Zeit fand man auf dem Modellbaumarkt in alle Kategorien relativ preiswerte Bausätze, mit denen die Kunden geködert wurden, die dann allerdings noch die teuren Beschlagsätze zukaufen mussten, um ein Modell bauen zu können. Heute geht man andere Wege um an das Geld der Kunden zu kommen ;-), z.B. monatliche Abonnements die in der Summe dann überteuert sind.

Typisch für die Zeit: der komplette Beschlagsatz ist aus Plastik und Flaggen sind auf Papier gedruckt.

Kanonen und Lafetten in jeweils zwei Größen und die dazugehörenden Stückpforten. Diverse Schmuckelemente und Figuren für die Verzierungen und das große Wappen für den Heckspiegel. Anker, Tür, Kreuzhölzer, Klampen und Belegnägel - alles Plastik. Die Rackugeln (Klotjes) sind durchsichtige Kunststoffperlen, reichlich Juffern und Blöcke aber jeweils nur in einer einzigen Größe. Noch ein paar Messingnägel, Augbolzen und Ringe - ebenfalls aus Messing. Das wird wohl nicht ausreichen.

Takelgarn ist in den Stärken 1,5; 1; 0,7; 0,5; 0,3 mm sowie eine Rolle Nähseide enthalten. Einige Takelgarne sind recht weich und neigen zum Fusseln.

Es gibt reichlich Reserven für Erweiterungen und Austausch mit höherwertigen Komponenten.



Die Papierflaggen werden natürlich ersetzt. Für gute Stoffflaggen war Herr Blissenbach schon immer ein guter Ansprechpartner, seinen Angebot findet man auf www.schiffsmodellflaggen.de - hier noch in unbearbeitetem Zustand.

Im Gegensatz zu den Flaggen, sind die Segel auf einem sehr feinem Stoff gedruckt und können sich durchaus sehen lassen.



Eine Bauanleitung und drei gut detaillierte Planbögen runden den Inhalt des Baukasten ab.

Aus den Zeichnungen lassen sich anhand der Nummerierungen gut die Teile finden, die auf den Stanzplatten nicht zu erkennen, aber dort ebenfalls nummeriert sind.




Es stehen mir noch weitere Unterlagen zur Verfügung, die ich gut verwenden kann. Die sog. "Blauen Reihe" - eine Buchserie die in den 80-er Jahren vom Hinstorff Verlag herausgegeben wurden - enthält weiterführende Informationen mit guten Planunterlagen, die beim Bau von historischen Modellen
recht nützlich sind, auch weil sie sich i.d.R. ganz gezielt und ausführlich mit einem bestimmten Thema befassen.

Speziell für dieses Modell gibt es gleich mehrere Fachbücher, die ich noch in meinem Bücherregal habe:

"Schiffe unter Roten Adler", Günther Schmidt
"Risse von Schiffen des 16./17. Jahrhunderts", Rolf Hoeckel, Jorberg Loef, Syymanski und Winter
"Modellbau von Schiffen des 16./17. Jahrhunderts", Rolf Hoeckel
"Schiffsbewaffnung von den Anfängen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts", Hans Aufheimer
"Historische Schiffsmodelle", Manfred zu Monfeld
Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

3

Sonntag, 29. Dezember 2019, 21:40

Am Anfang stand noch ein wenig Studium der Bauanleitung, des Bauplans und der weiteren, mir zur Verfügung stehenden Bücher und Pläne.

Dabei bin ich folgendermaßen vorgegangen:
  • Aus dem Buch "Risse von Schiffen des 16./17. Jahrhunderts" habe ich den detaillierteren Plan der Berlin in 1:100 eingescannt und in 1:50 ausgedruckt. Da ich nur eine A4-Drucker habe wurde der Plan aus mehreren Blättern zusammengesetzt. So kann ich gewünschte die Maße direkt ohne Umrechnen aus der Zeichnung entnehmen.
  • Die Baubeschreibung enthält eine vollständige und ausführliche Liste mit dem kompletten stehenden und laufenden Gut, abschnittsweise nummeriert. Dazu enthält der Bauplan weiterhin acht übersichtlich detaillierte Zeichnungen, in der die Nummern wiederzufinden sind.
  • Leider stimmen in keinem meiner Pläne die Belegstellen, teilweise sind sie sogar doppelt belegt oder gar nicht vorhanden. Einen Belegplan habe ich deshalb selbst erstellt und mit der Liste des laufenden und stehenden Gutes sowie mit diversen Quelle abgeglichen und auf "Logik" geprüft.
  • In einer Excel-Liste habe ich alle Garne inklusive Bezeichnung und Belegungsnummern des Plan aufgelistet. Gleichzeitig habe ich so die benötigten Blöcke, Klampen und Belegnägel gezählt und notiert.
  • Die Durchmesser der jeweilen Garne sind zwar angegeben, aber hier habe ich mir noch einmal eine Liste aller Taustärken erstellt. Die Dicke der Leinen können berechnet werden. Zur Berechnung habe ich dazu Informationen aus dem Buch "Historische Schiffsmodelle" von Wolfram zu Monfeld verwendet.
Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

4

Sonntag, 29. Dezember 2019, 21:58

Sichtung der Bauteile

Was heute per Lasercut gefertigt wird, wurde früher gestanzt. Die Sperrholzplatten mit den Stanzteilen waren qualitativ mehr schlecht als recht, die meisten Teile sind garnicht durchgestanzt und kaum zu erkennen. Es wurde versucht die Stanzkerben mit dem Bleistift nachzuzeichnen.

So konnte man gut erkennen um welche Teile es sich handelt und mit dem Plan vergleichen. Wahrscheinlich werden nur großflächige Teile verbaut werden oder als Maßschablone zum Einsatz kommen, um Sperrholzteile aus Vollholz nachbauen zu können.



Ein Modellständer wurde angefertigt und ein Fehler am Bug mit der Raspel beseitigt.
Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

5

Montag, 30. Dezember 2019, 01:41

Vor dem eigentlichen Baubeginn musste ich erst einmal ein Bestandaufnahme machen. Nach der Auflösung meiner damaligen Modellwerft sind meine Werkzeuge begrenzt, mein Maschinenpark nicht (mehr) wirklich üppig, mein Arbeitsplatz mittlerweile recht eingeschränkt. Ich musste mir sogar erst einmal wieder einen kleinen Schraubstock zulegen ;-)

Es soll auf jeden Fall ein zeitlich überschaubares Baukastenprojekt bleiben, mit allen Vor- und Nachteilen. Ein kleines Schmuckstück für die gute Stube, nicht für ein Museum. Nach der langen Schaffenspause bin ich wahrscheinlich ein wenig aus der Übung. Ich werde mich deshalb auch bei Zulieferern bedienen. Wenn es passende Beschlagteile zu kaufen gibt, werde ich darauf zurückgreifen. Schaun wir also mal, was meine hanwerklichen Fähigkeit noch so hergeben.

Noch ist meine Holzbestellung für's Beplanken unterwegs, also beginne ich mal mit eine paar Ausrüstungsteilen.

Das Beiboot.

In keinem meiner Pläne ist ein Beiboot gezeichnet. Fast alle Berlinerinnen die man im Netz findet, sind ohne Boot gebaut. Ich besorge mir einen Bausatz von GK-Modellbau und denke er sollte gut passen. Diese sog. Echtspantbauweise probiere ich auch zum ersten Mal. Die Baubeschreibung ist ausführlich und verständlich, Material ist ausreichend vorhanden und die Art der Bauweise mit Gipsmalle geht recht flott voran.


Das Kielschwein, wurde mit zwei Gummi auf der Malle fixiert, der Heckspiegel wird erstmal mit einer Stecknadel gehalten.



Die Leisten für die Spanten werden kurz gewässert, so dass sie beim Biegen nicht brechen und dann mit der Formspitze des Biegesystems an die Malle angepasst. Ich habe eine Stück Restsperrholz unter die Bodenplatte geklebt, so dass die Malle auf den Tisch gelegt und die
Spanten mit etwas Überlänge gut angepasst werden konnten.



Nach dem Setzen der Spanten wurde der Kiel aufgeklebt und die obersten Planken angebracht, so dass das Gerüst schon von der Malle entfernt und zum Größenvergleich auf Deck gestellt werden konnte.



Die Außenbeplankung ist abgeschlossen, die Duchten, Ruderdollen und ein Fenderseil sind angebracht, die Riemen verstaut und Pallen für einen sicheren Stand des Bootes angeklebt. Erst einmal nur provisorisch an Deck gestellt, wird es zu einem späteren Zeitpunkt noch verzurrt.




Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

6

Montag, 30. Dezember 2019, 13:42

Moin Moin,

das wird interessant und ich setz mich mal dazu...

Frohes Basteln, gutes Gelingen und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel :hand:

Ingo
"Kein Kommandant geht fehl, wenn er sein Schiff neben das des Feindes legt"
Lord Nelson


7

Montag, 30. Dezember 2019, 14:10

Hallo Andreas, Schöne Wiedereinstieg. Wismarsche Strasse in Rostock gibt/gab es ein Modellbauladen Zwecks Zubehör und Beschlagteile.
Lieben Gruß Frank

8

Montag, 30. Dezember 2019, 18:51

Vielen Dank für die Begrüßung.
Wismarsche Strasse in Rostock gibt/gab es ein Modellbauladen Zwecks Zubehör und Beschlagteile.+
Nein, nicht mehr. Der Betreiber ist schon einige Jahre in Rente. Sein Nachfolger hat den Laden dann in den Sand gesetzt und ich habe die Reste aufgekauft, denn ich betreibe einen Schiffsmodellbau-Onlineshop. Außer das Geschäft für die Modelleisenbahner gibt es hier im Umkreis dann groß nix weiter. Zumindest (m)eine Quelle fürs Material ist sozusagen gesichert ;)
Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

9

Montag, 30. Dezember 2019, 20:00

Nächster Arbeitstag auf der Werft...

Erst einmal wollte ich eine Kanone herstellen, weil ich nicht genau weiß ob die Unterkante der Stückpforte beim gefrästen Rumpf noch stimmt wenn das Deck beplankt ist. Da das beim Bausatz nicht vorgesehen ist, wird die Decksoberkante etwa 1,5 mm höher liegen und ich kann die Trempelrahmen dann exakt positionieren.

Die Kanone aus dem Bausatz. Lafette und Rohr aus Kunststoff. Wenn ich an meine erste Berlin zurück denke, wäre ich auf Wolke 7 gewesen, wenn ich solche Beschlagteile gehabt hätte ;)


Da ich keine Drehbank mehr habe, nehme ich einen sog. Scalebausatz eines Zulieferers.

Der erste Eindruck gefiel mir allerdings nicht wirklich. Die Länge des Rohrs passte aber die Lafette nicht, wie man im Vergleich mit dem Maßstabsmännchen und der Lafette aus dem Bausatz gut erkennen kann.



Was machen? Hätte ich meine Fräse noch, wäre es gar kein Problem. Also ging ich ganz pragmatisch an die Sache, mit der Idee, die originalen Kunststoffteile zu verwenden. Bei Sichtung der Pläne sprach auch nix dagegen, Form und Größe stimmten.

Mit der Proxxon und einem Rundschleifaufsatz habe ich die angeformten Räder und augbolzem abgeschliffen, anschließend die später sichtbaren Teil der Lafette mit Furnier "verholzt" und verschliffen


Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

10

Montag, 30. Dezember 2019, 20:04

Hallo Andreas,

Deine Fregatte gefällt mir sehr! Da bleib ich dabei!
Weiter so!
Alles Gute im Neuen Jahr!!!!!

Gruß Mirko :ok:

11

Dienstag, 31. Dezember 2019, 19:52

Die Grundkörper der Lafetten für die 12 Hauptgeschütze - noch ungebeizt - sind für die weitere Detailierung fertiggestellt. Wie schon im vorherigen Post angemerkt, habe ich die Plastikteile aus dem Bausatz mit Furnierholz beplankt, die Bodenplatte verlängert, abgerundet und alles verschliffen.

Vor dem Schliff mit ein wenig Firniss bestrichen, so dass sich der Schleifstaub in den Spalten absetzen konnte.




Wenn die Teile später gebeizt sind, fällt es gar nicht nicht mehr auf, dass der Korpus aus Kunststoff ist.


Das war's für dieses Jahr. Ich wünsche euch und euren Familien eine guten Rutsch nach 2020 ... Gesundheit und Erfolg im neuen Jahr. In diesem Sinne immer eine handbreit Wasser unterm Kiel. :ok:
Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

12

Donnerstag, 2. Januar 2020, 23:05

Weiter geht es mit den Lafetten...

Aus Zahnstochern wurden die Achsen hergestellt, in Handbohrmaschine eingespannt und für die Bohrung der Räder abgeschliffen. Für die Räder wurden kleine Holzscheiben mit Hilfe eines Spanndorns rund geschliffen.



Die Räder sind verklebt, in die Achse wird ein Loch für den Radbolzen gebohrt.


Für die Herstellung der Radbolzen mit gleicher Länge habe ich in eine entsprechend dicke Holzleiste mehrere Löcher gebohrt und an ein Holzbrettchen geklammert. Den Messingdraht in das Loch gesteckt und abgekniffen. Wird die Lochleiste entfernt, fallen die Stifte einfach unten raus.



Jetzt nur noch die Enden an einer Trennscheibe planschleifen. Gern nutze ich eine gebogene Spitzzange. So kann die obere und untere Schleiffläche der Trennscheibe für beide Seiten des Bolzen genutzt werden, ohne umgreifen zu müssen.

Für ähnliche Arbeiten bei denen kleinste Stifte oder Niete gehalten werden müssen, habe ich mir mal eine gebogene Spitzange modifiziert. In die Zangenschnäbel ohne Hieb habe ich ein kleines Loch gebohrt, so hat der Stift sicheren Halt.




Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

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Freitag, 3. Januar 2020, 23:25

Die Radbolzen sind angebracht, die Achsen gekürzt, die Schildzapfenpfannen eingearbeitet.

In die Lafettenwand wurde beidseitig ein Loch für die Führung des Brooktaus gebohrt und die Augbolzen für die Seiten- und Rückholtaljen angebracht. Die Augbolzen wurden aus 0,7 mm Messingdraht mit einer feinen Spitzzange gebogen und brüniert.




Die Schildzapfen wurden abgelängt und zusammen mit den Kanonenrohren ebenfalls brüniert. Die Pfannendeckel hatte ich noch in der Grabbelbox, es handelt sich um Fertigteile aus Metallguss.

Nach dem vorläufigem Zusammenbau der Kanonen habe ich noch die Richtkeile angefertig, die Handgriffe wurden aus einem Ahornstäbchen in der Proxxon gedrechselt.



Die fertigen 12 Hauptgeschütze der Berlin, ca. 30 Std. Bauzeit. Bei den Lafetten ist auf den Fotos der Firnis noch nicht ganz durchgetrocknet, mittlwerweile sieht alles etwas matter aus.


Andreas

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Samstag, 4. Januar 2020, 06:41

Hallo Modellskipper,
hallo Andreas,

Deine Vorgeschichte finde ich sehr interessant und die Tatsache, dass es sich hier um einen Baukasten der Fa. Graupner
handelt, weckt in mir schöne Erinnerungen an meine Kindheit. War es doch der "Adler von Lübeck" von Graupner, mit dem
ich meine ersten Erfahrungen zum Modellbau von historischen Segelschiffen aus Holz gesammelt habe.
Umso mehr finde ich es sehr spannend, einen Baubericht zu einem dieser legendären Baukästen zu sehen.
Erfreulich ist zudem, dass Deine Umsetzung strukturiert in verständlicher Art und Weise erfolgt. Man sieht sofort, dass
hier ein Könner am Werk ist, was neben einer tollen Berichterstattung auch noch ein wunderbares Modell erwarten lässt.
Viele Grüße
Johann

Video - La Créole - 1827

Video - La Créole - Mastherstellung

Video - La Créole - Chaloupe

Video - La Créole - 2019

15

Samstag, 4. Januar 2020, 07:45

Guten Morgen Andreas,

auch ich verfolge Deinen Bericht schon eine Weile.
Was hätte ich früher drum gegeben, so einen (Vollrumpf)Bausatz mein eigen nennen zu dürfen.

Die Kanonen sind Dir wunderbar gelungen.
Ebenso toll finde ich das ausführliche Erläutern der Fertigungstechniken.

Dein Bericht wird sowohl für den Beginner als auch für fortgeschrittene Modellbauer eine wahres
und systematisch aufgebautes Lexikon werden.

Zitat

Vor dem eigentlichen Baubeginn musste ich erst einmal ein Bestandaufnahme machen. Nach der Auflösung meiner damaligen Modellwerft sind meine Werkzeuge begrenzt, mein Maschinenpark nicht (mehr) wirklich üppig, mein Arbeitsplatz mittlerweile recht eingeschränkt. Ich musste mir sogar erst einmal wieder einen kleinen Schraubstock zulegen ;-)
Zurück zu den Wurzeln. Wie Du anschaulich zeigst, mehr braucht es nicht um ein...

Zitat

...kleines Schmuckstück für die gute Stube, nicht für ein Museum...
...zu bauen.

Ich bin gespannt auf mehr.
:schrei: "Kleine Schiffe zu bauen führt bloß zur Vergeudung von Jungholz"
(Gustav II. Adolf, König von Schweden; 1611 - 1632)

Eine großartige Modellbauzeit wünscht
Ray

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Samstag, 4. Januar 2020, 10:53

Vielen Dank für euer Feedback, das schätze ich sehr.

Es ist für mich sehr befriedigend, dass es noch recht gut klappt, selbt bei dem derzeitigen Minimalismus, manches ist wie Fahrradfahrern, wie man so schön sagt. Ich hatte bis zum letzten Projekt 30 Jahre "gemodellbaut", ein bissel ist wohl hängen geblieben ;)

Ja, Johann, eigentlich sollte mein Bausatz erst noch auf Halde, habe aber dann dein "exorbitant inniges Verhältnis" mit einer wunderschönen Dame names La Créolin gelesen. Es erzeugt aber meinen größten Respekt.

Es ist allerdings nicht mein Bestreben, das gibt schon mal mein Maschinenparkt nicht her. Ein wenig Schwierigkeiten bereit mir auch der Maßstab, die letzten Projekte bewegt sich zwischen 1:25 und 1:12 ... das ist eine ganz andere Welt. Schnell habe ich auch bemerkt, es hat sich neben der Handbohrmaschine zumindest eine Kreissäge als unverzichbar erwiesen. Die habe ich mir mittlerweile zugelegt. Und für die wirklich rechten Winkel und Maßhaltigkeit bei Serienteilen fehlt mir meine kleine Proxxon-Fräse.


Von der damaligen großen Werft ...


... ist nicht mehr viel geblieben. Aber so ein "big Business" will ich nicht mehr.

Behalten habe ich aber alle meine Bücher und eine Handvoll kleine feine Handwerkzeuge. Meine kleine Werft inkl. Bibliothek sieht jetzt so aus:

Also, noch einmal vielen Dank für euer Interesse.
Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

17

Samstag, 4. Januar 2020, 10:53

Ahoi Andreas,

immer wieder schön, wenn jemand zum Schiffsmodellbau zurückfindet.
Mit der Fregatte geht es ja gut voran. Sehr anschaulich gezeigte Arbeitsschritte und Spezialwerkzeuge.

Danke dafür und viel Spaß weiterhin.
trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



Im Bau: Zeesboot 1:20 um 1920 und HMS VICTORY 1:78
Fertig: Galeone SAN FRANCISCO 16. Jh. 1:90

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Samstag, 4. Januar 2020, 15:50

Zum Abschluss diese Bauabschnitts noch ein wenig Rechercheinfos.

In mehreren Quellen wird die Berlin mit einer Rumpflänge von ca. 23 Metern und einer Besatzung bis zu 100 Mann angegeben. Sie zählt mit einer Bewaffnung von gerade einmal 15 Kanonen zu den Leichten Fregatten, wurde aber auf Grund ihrer geringen Bewaffnung in keiner Rangeinteilung von Segelkriegsschiffen klassifiert.

Sie trug auf dem Hauptdeck zehn 4-Pfünder und zwei 3 Pfünder unter dem Backdeck. Auf dem achteren offenen Hüttendeck zwei 2-Pfünder sowie eine 2-Pfünder in der geschlossenen achterlichen Hütte.

Oft sieht man an Modellen noch zwei Kanonenrohre aus dem Unterspiegel herausragen, das wird allerdings der künstlerischen Freiheit des Modellbauers zuzuschreiben sein. Im Hoeckel-Plan sind hier gut Gitter zu erkennen, so dass ich davon ausgehe, dass es sich um ein Art Fenster handeln dürfte.

Zur Takelung der relativ leichten Geschütze werde ich mich entsprechend der folgenden Abbildung richten, so dass das Brooktau durch die Lafettenwand geführt wird und jeweils 2 Seitentaljen sowie einer Rückholtalje ausgeführt wird. Nach der Sichtung weitere Infos und einigen Überlegungen habe ich mich für Taljen mit jeweils einscheibigen Blöcken wie auf der Zeichnung entschieden, andere Versionen mit Doppelblöcken erschienen mir etwas overtop für die lütten Butscher von Kanonen ;).






Vielleicht zum Abschluss ganz interessant. Ich habe erstaunlich lange nach einer Info zur Stärke des Brooktaus gesucht. Selbst die ausführlichen Tabelle für stehendes und laufendes Gut bei Monfeld enthalten keine Angaben. Dem Buch "Schiffsbewaffnung von den Anfängen ..." konnte ich entnehmen, Zitat: "bei schweren Stücken fast so stark wie die Groß-Wanten"

Das ist ja dann schon mal eine Richtung.
Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

19

Sonntag, 5. Januar 2020, 20:01

Nun ein gänzlich anderer Bauabschnitt, auch wenn es den Eindruck erwecken sollten, dass es etwas durcheinander geht. ;)

Da ich aber noch auf mein Holzkontingent für die Beplankung warte, habe ich mir schon einmal ein paar Verzierungen angeschaut. Es müssen für die Fenster sowieso entsprechende Öffnungen in die Aufbauten eingearbeitet werden, dann ist das auch ein guter Zeitpunkt hier schon mal ein wenig vorzuarbeiten.

Heckspiegel und Seitenfenster sind von erstaunlich guter Qualität und sehr filigran gearbeitet. Sie gefallen mir ausgesprochen gut. Damit lässt sich arbeiten, denn ein guter "Schnitzer vor dem Herrn" war ich noch nie.

Überrrascht war ich auch, dass die Kunststoffteile vermessingt sind, man sieht es an der Verfärbung des einen Seitenteils. Ich habe es auch auf der Rückseite des Heckspiegels mit einem Tropfen Brünierbeize getestet, es ist tatsächlich ein Messingüberzug.
Die Seitenfenster sollten auch ihrem Namen gerecht werden, deshalb wurden die angedeuteten Fenster erst ausgebohrt, die Innenteile mit einem spitzen Klingenmesser herausgeschnitten und dann mit Schlüsselfeilen sauer ausgearbeitet. Die Verglasung wird später nach der Farbgestaltung erfolgen. Wahrscheinlich werde ich nicht das hier im Forum gern verwendete Krystal Clear nutzen, ich werden wohl eher auf Gießharz ausweichen, damit habe ich schon einmal gute Erfahrungen gemacht. Bei Harz mit langen Topfzeiten von mehr als 45 Minuten hat man kaum Wärementwicklung und er härtet glasklar aus. Soweit ich mich erinnern kann gab es auch keine Probleme mit Bläschenbildung. Ich werde mal schaune, was sich so ergibt.




Die Seitenteile ließen sich relativ problemlos bearbeiten, das Material des Heckspiegels war einfach zu dick und in die Zwischenräume der Fensterstreben passten meine Feilen nicht. So habe ich die Fensterkreuze komplett entfernt und werde diese nachbauen.


Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

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Montag, 6. Januar 2020, 15:13

Hallo Andreas, tolle Arbeit bis jetzt. Ich verfolge dein Vorhaben mit Spannung, weil ich das gleiche Projekt "in der Pipeline" habe. Liebe Grüße Klaus
Fertig: Französische Fregatte auf der Basis des Krick-Bausatzes President, Flying Fish von 1860, American Beauty - Schoner sind schöner

21

Montag, 6. Januar 2020, 19:14

das gleiche Projekt "in der Pipeline"
Hallo Klaus, schön davon zu hören. Reiner Planbau oder Bausatz?
Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

22

Dienstag, 7. Januar 2020, 10:24

Es ist auch der Graupner Bausatz, leider ohne Beschläge. Da weiß ich im Moment noch nicht recht weiter, denn mit dem Schnitzmesser bin ich nicht sehr vertraut. :(
Fertig: Französische Fregatte auf der Basis des Krick-Bausatzes President, Flying Fish von 1860, American Beauty - Schoner sind schöner

23

Dienstag, 7. Januar 2020, 14:47

leider ohne Beschläge. Da weiß ich im Moment noch nicht recht weiter, denn mit dem Schnitzmesser bin ich nicht sehr vertraut.
Mir ginge es nicht viel anders. Was würde ich machen?

Es gäbe am Markt einen Beschlagsatz für die Berlin, aber der teuer und im Maßstab 1:40. Der Beschlagssatz der Krick Berlin von Corel.


Und mal ganz um die Ecke gedacht, das hier -> klick <- ist ein Wrack eines dieser Graupner Modelle. Wird seit 29. November letzten Jahres angeboten, der Käufer wird es nicht los. ggf. noch einmal Preis verhandeln und kaufen, Beschläge demontieren und den Rest in die Tonne. ;)
Das ist auch ein Graupner -> klick <- Preis ist VB
Nur so eine Idee.
Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

24

Dienstag, 7. Januar 2020, 18:21

Danke für den Hinweis. Ich überleg's mir, aber ich fürchte, meine Frau ist "not amused" :!! :!! :!! , wenn ich so ein muffiges Teil ins Haus bringe... Beste Grüße Klaus
Fertig: Französische Fregatte auf der Basis des Krick-Bausatzes President, Flying Fish von 1860, American Beauty - Schoner sind schöner

25

Donnerstag, 9. Januar 2020, 17:50

Mittlerweile sind zwar die ersten Holzleisten eingetroffen, allerdings weiß ich nicht welcher Teufel mich geritten hat 2 mm dicken Decksplanken zu bestellen. Wäre wohl ein wenig dick aufgetragen, ;)

Also weiter mit Planung und Materialbeschaffung.

Die Auswahl der Blöcke

Bei der Serienfertigung der Blöcke ohne maschinelle Unterstützung würde ich wahrscheinlich keine gleichbleibende Qualität liefern können, ich bräuchte mindestens eine kleine Fräse mit einem Koordinatentisch. Es müssen die Stroppnut und die seitliche Seilführung gefräst sowie mindestens
Löcher für die Imitation der Seilrolle gebohrt werden. Und das alles schön mittig.

Da mir dieses Werkzeug derzeit nicht zur Verfügung stand, werde ich auf Zulieferer zurückgreifen. Auch wäre mir für mein Wiedereinstieg in die Materie der Aufwand momentan einfach zu groß. Die Puristen mögen mir verzeihen.

Die Blöcke aus dem Beschlagsatz des Baukasten haben alle dieselbe Größe und sind keine Alternative, allein schon weil ich mindestens vier unterschiedliche Größen benötigen werde.



Bei der Überlegung welche Blöcke genommen werden sollen, blieben nur handelsübliche Holz- oder Kunststoffimitate. Einerseits gefällt mir die Form der Holzblöcke nicht wirklich, andererseits sieht man sie an an fast jedem (Baukasten-) Modell. Auch läuft die Stroppnut oftmals außerhalb der Mitte.

Bei der Kunststoffvariante wiederum gibt es zwar farbliche Unterschiede bei den verschiendenen Größen und Typen, ich werden diese trotzdem nehmen und halt lackieren.


Nur noch die Wahl des Farbtons musste festgelegt werden. Nach Testlackierung mit Dunkelbraun, Hellbraun und einem beigen Farbton fiel die Entscheidung auf Dunkelbraun matt (Revell 37).


Noch einmal der Vergleich Holz, Kunststoff Original und drei Farbvarianten



Nun kann die Serienlackierung beginnen.

Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

26

Freitag, 10. Januar 2020, 07:19

Moin Moin,

wo beziehst Du deine Kunststoffblöcke? Für meine Ladies bin ich auch noch auf der Suche.

Ingo
"Kein Kommandant geht fehl, wenn er sein Schiff neben das des Feindes legt"
Lord Nelson


27

Freitag, 10. Januar 2020, 09:59

Das sind die von Aeronaut. Gibt's als Einfach- und Doppelblöcke in 3, 4, 5, 6, 8, 10 und 12 mm. Einen Dreifachblock könnte man sich ggf. aus 2 Blöcken selber herstellen.
Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

28

Freitag, 10. Januar 2020, 20:04

Danke. Ich glaub ich bestelle mir mal ein paar.
:hand:
"Kein Kommandant geht fehl, wenn er sein Schiff neben das des Feindes legt"
Lord Nelson


29

Samstag, 11. Januar 2020, 18:31

Heute war Kiellegung.

Nach Baukasten sollte der Kiel komplett aus einem Sperrholzbrett ausgesägt werden. Ich verwende allerdings Nussbaum-Vollholz und stelle den Kiel aus mehreren Teilen her.

Für den ersten Blick habe ich testweise eine Papschoblane angefertigt. Anschließend den vorderen Teil in drei Abschnitte - Galionsscheg, Vordersteven und Greep - aufgeteilt auf Pergament übertragen und auf das Holzbrettchen geklebt.



Die Teile sind ausgesägt. Im Galionsscheg wurde die Position des Gats für die Bugsprietzurring anhand der späteren Schmuckteile ermittelt, die Löcher für die Fockhalsen gebohrt und die Teile zusammengesetzt, gedübelt und verklebt.



Als Sponung für die spätere Beplankung habe ich einfach eine schmale Leiste auf die Hinterseite des Stevens geklebt. Als Nächstes den unteren Heckspiegel beplankt und am Heck verklebt.



Der Kiel wurde mit Firnis gestrichen und feucht verschliffen, so dass die Fugen mit Schleifstaub zugespachtelt werden konnten.

Vor der eigentlichen Kiellegung wurde die traditionelle Münze unter dem Hauptmast auf den Kiel gelegt. Der Nostalgie wegen, habe ich einen Pfennig von 1987 genommen, das Jahr, als ich die erste Berlin gebaut habe. ;)

Zu Abschluss wurden am Heck noch die waagerechten Tothölzer realisiert, der Achtersteven montiert und der Kiel dann mit dem Rumpf verklebt.



Probehalber wurde ein Rundholz für den späteren Bugspriet in die vorgesehen Öffnung und die Galionsfigur auf den Scheg gesteckt. Das äußere Ende werde ich wohl noch ein wenig kürzen.

Andreas

aktuell im Trockendock: Rumpfbeplankung bei der Fregatte Berlin

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30

Samstag, 11. Januar 2020, 19:22

Sehr schöne Dokumentation der einzelnen Bauschritte.
Auch die Sache mit dem Pfennig gefällt mir sehr gut.
Viele Grüße
Johann

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