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Samstag, 13. April 2019, 20:32

Albatros D.V von Wingnut Wings

Liebe Mitbastler, liebe Leser,

nachdem ich Euch meinen Albatros D.V in der Bildergalerie vorgestellt habe, möchte ich Euch nun einen kleinen Einblick in den Bau zu geben, da sich vieles versteckt gar nicht mehr so richtig sichtbar ist - oder man ganz genau hinschauen muss. Die Reihenfolge der Bilder entspricht nicht unbedingt der chronologischen Abfolge, ich hoffe, dass Euch das nicht zu sehr stört.

Ein paar Anregungen kann man sich hier und hier holen, habe ich auch gemacht. ;)

Aber genug gefaselt, es geht los mit dem:

Motor

- Zündkerzen und -kabel aus 1 mm 6-Kant-Plastikstab, 0,45 mm Kanüle und Kupferlackdraht


Kanülenstücken abgelängt, 1 mm 6-Kant-Plastikstab mit 0,5mm-Bohrer längs per Hand duchbohrt (hat gefühlte 100 Versuche gebraucht, um die Mitte zu treffen und gerade zu bohren) und dann 0,5mm dicke "Scheiben" abgeschnitten.

- Ventilfedern aus Kupferlackdraht


Einfach ein paar Wicklungen gemacht und angeklebt. Auch die Ventilstößel sind aus Kupferlackdraht nachgebildet.

- Zischhebel aus Kupferlackdraht


Die Zischhebel sind die kleinen Stücken Kupferlackdraht, die etwas grünlich erscheinen. Die Positionen hatte ich mit grünem Stift markiert, der Sekundenkleber hat die Farbe dann leicht angelöst. Egal, so erkennt Ihr sie leichter. :)

- Wechselbarer E-Motor und aufgeschrumpfte Kanüle als Verlängerung der Motorwelle


Am Elektromotor ist die aufgeschrumpfte Kanüle zu erkennen. Ich hatte im Vorfeld experimentiert, ob es günstiger ist, den Propeller direkt vom Motor antreiben zu lassen oder einen Getriebemotor zu nehmen, die gibt's nämlich auch in der entsprechenden Größe. Mein Kalkül war, dass dadurch ein höheres Drehmoment erzeugt wird und der Motor weniger Strom (=weniger Leistung) zieht. Hat sich aber herausgestellt, dass der direkte Antrieb besser ist, d.h. zu ener längeren Laufzeit mit geladenen SuperCaps führt - kann man mal sehen, dass das Getriebe ganz schön was an Leistung abzwackt.


Elektromotor und Motorspitze sind steckbar.

- Rändelmuttern an Zylindereinlässen


Plastikplatte (weiß) (mehr oder weniger) rund geschnitten, Winkelmarkierungen ("Spinnennetz") auf selbstklebendes Papier gedruckt und auf Plastikplatte geklebt, in der Mitte Loch gebohrt und auf runden Gußastrest (grau) geklebt


Das (Zwischen)Ergebnis


Zum Schluss 0,5mm dicke Scheibchen abgesägt




Rändelmuttern angebaut

- Synchronisationsgetriebe für MGs plus Wellschläuche aus Kupferlackdraht


Außen die Anschlüsse für die MGs, in der Mitte der für den Drehzahlmesser im Cockpit


Herstellung der Wellschläuche: In Spannfutter eines Klein-Handbohrers mittig Federstahldraht (Durchmesser 0,3mm) und Ende des Kupferdrahtes etwas außermittig festklemmen. Bohrer mit einer Hand langsam drehen und mit der anderen den Draht von der Seite (90° zur Drehachse) zuführen. Das "metert" ganz flott; übereinander liegende Wicklungen sind zu vermeiden (zur Not wieder abwickeln und neu machen), wenn sich kleinere Lücken bilden - kein Problem: einfach Wicklungen zusammenschieben.


Zum Schluss alles ausspannen, Wicklungen vom Stahldraht ziehen, dafür Kupferlackdraht in die Wicklungen schieben und die Wicklungsenden mit Sekundenkleber am Innendraht fixieren.

- Div. Leitungen aus Kupferlackdraht und Zündkabelrohr mit Kanülenenden


Für die Zündkabel, die von den Zündmagneten zu den Zylindern verlaufen, hatte ich die Wahl, das Zündkabelrohr a) aufzubohren oder mir b) etwas anderes zu überlegen. Hab mich für b) entschieden: Das Bausatzteil um 2mm gekürzt, 6 Stücken Kupferlackdrat mit Sekundenkleber in ein 2mm langes Stück Kanüle geklebt und diese "Pinsel" stumpf an das Zündkabelrohr geklebt (s. weißer Pfeil). Noch verschliffen, natürlich...

- Anschluss und Wellschlauch für Drehzahlmesser


S. weißer Pfeil

- Abnehmbarer Propeller und (sanfte) Schichtholzstruktur am Propeller



- SuperCaps und Schaltregler


Der Schaltregler ist auf der grünen Leiterplatine zu finden. Die Drehzahl habe ich mit 1.750 1/min gemessen, was einen sehr authentischen Eindruck vermittelt. Die SuperCaps haben je 15F bei 3,0V, damit erreiche ich eine Laufzeit von 22 min.

Und so sieht das Ganze nun aus:






Motor läuft!!!
Liebe Grüße von nochsonBastler.

"Das erinnert mich an den Mann, der sich splitternackt auszog und in einen Kaktus sprang."
"Warum hat er das getan?"
"Er hielt das damals für eine blendende Idee!"

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2

Samstag, 13. April 2019, 20:38

...ich bin dabei. Da hast Du dir einen sehr guten Bausatz ausgesucht. :thumbsup:
Gelobt sei was hart macht!

3

Samstag, 13. April 2019, 20:40

...ich bin dabei. Da hast Du dir einen sehr guten Bausatz ausgesucht. :thumbsup:
Ich weiß :D
Liebe Grüße von nochsonBastler.

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"Warum hat er das getan?"
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4

Samstag, 13. April 2019, 22:19

Hi Dirk!

Danke für das nachträgliche einstellen des Bauberichtes. :ok:
Nun sieht man auch was da für eine Arbeit drin steckt.
Mein lieber Scholli! :respekt:

Nebenbei frage ich mich immer wie du bei deinen Modellen den Propeller an den Motor befestigst.
Hab da auch schon als Jugendlicher schon experimentiert und ist bei mir eigentlich nie so richtig geglückt.
Entweder passte von Durchmesser her nix auf die Motorwelle, oder war nicht fest genug, oder Propeller "eierte", oder oder oder.
Irgendwann hab ich das dann aufgegeben.

Gruß Mike

5

Sonntag, 14. April 2019, 12:59

Hallo Mike,
Danke für das nachträgliche einstellen des Bauberichtes. :ok:
Gerne! :ok:

Nebenbei frage ich mich immer wie du bei deinen Modellen den Propeller an den Motor befestigst.
Hab da auch schon als Jugendlicher schon experimentiert und ist bei mir eigentlich nie so richtig geglückt.
Entweder passte von Durchmesser her nix auf die Motorwelle, oder war nicht fest genug, oder Propeller "eierte", oder oder oder.
Stimmt schon, es ist das alte Lied des Modellbaus: Am Anfang passt erstmal ganix! Also ich mach das so:
Ich nehm mir Evergreen-Rohr (3/32" Tube), das hat 2,4mm Außen- und ca. 1mm Innendurchmesser. Davon fädele ich 10 bis 15 cm auf einen Stahldraht, dessen Außendurchmesser dem benötigten Durchmesser entspricht (bei den von mir verwendeten Minimotoren 0,8mm). Dann nehme ich einen Heißluftfön, mach das Evergreenröhrchen warm, bis es sich etwas zusammenzieht und ziehe es dann vorsichtig in die Länge. Nicht zu stark, mit etwas Übung bekommt man ein Gefühl dafür. Ist es dann wieder abgekühlt, kann ich den Stahldraht herausziehen und ein passendes Stück abschneiden. Das Röhrchen sollte nun exakt auf die Motorwelle passen bzw. auf der Welle klemmen. Am Propeller weite ich das meist vorhandene Loch für die Achse (falls keines da ist, einfach eins bohren) mit einer dünnen Schlüssel-Rundfeile vorsichtig auf, bis das Röhrchen von der Motorwelle passt. Wichtig: Beim Feilen immer darauf achten, dass das Loch möglichst mittig ist. Es ist vorteilhaft, wenn das Ganze noch etwas Spiel hat, so kann man noch Feinjustieren. Zur Verbindung Motorwellenröhrchen-Propeller verwende ich den Revell-Plastikkleber und lass ihn leicht anziehen. Dann Motor anmachen und schauen, wo's noch eiert oder sonst nicht rund läuft (z.B. von der Seite auf den Propellerkreis schauen) und korrigieren. Am Ende sollten Motor und Propeller gut zusammenspielen und, da ich Motorwelle und Röhrchen nicht veklebe(n muss, es geht ja nur um den optischen Effekt, richtiger Vortrieb wird ja nicht erzeugt), ist die Verbindung auch wieder lösbar. Das war's schon.
Liebe Grüße von nochsonBastler.

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6

Sonntag, 14. April 2019, 14:56

So, hier nun Teil 2:

Rumpf

- Instrumentenskalen von Yahu Models


Der Instrumentenskalensatz von Yahu Models ist zu empfehlen, sogar die Ziffern sind zu erkennen! Ich habe nach dem Zusammenbau der Instrumente (Drehzahlmesser, Kompass, Benzinanzeige) noch einen Klecks Kristal Clear aufgetragen, um das Deckglas zu imitieren. Ferner kann man auf dem Bild den von mir zusätzlich angebrachten Gas- und Feststellhebel an der Lenksäule, die Steuerseile für die Querruder, die MG-Auslöseleitungen sowie den Notgashebel zu erkennen.

- Leitungssystem für Kraftstoff und Druckluft



Ein wildes Durcheinander von Plastikröhrchen und Kupferlackdraht


Die Skalen von, wie gesagt, Yahu. Noch ein Tipp für die Skalenhebel: Viele nehmen offenbar runden Kupferlackdraht, um diese darzustellen. Kann man machen, aber ich glaube nicht, dass die beim Original rund im Querschnitt waren. Ich habe einfach mal mit einem Uhrmacherhämmerchen auf den Daumen das Drahtende geklopft (wichtig - üben, bis man mit einem "Schlag" zurecht kommt, sonst gibt es Marken) - und schon hat man einen im Querschnitt ovalen Hebel.

- Abnehmbare seitliche Motorverkleidungen


Zur Arretierung der beiden Verkleidungshälften habe ich einen Mini-Rundmagnet (1mm Durchmesser, 1mm Länge, links auf dem Bild) und ein kleines Eisenblech (Schmeißt die Restbleche von Metal Earth bloß nicht weg! 1mm x 3mm, wie ein L geformt, rechts) in die Innenseiten der Verkleidungen geklebt, Sieht man von außen nicht...


...und hält ausreichend.



- Magnetische Pilothalterung unterm Sitz


So übersteht der Pilot jeden Looping, notfalls auch ohne Gurte! :)

- Steuerseile aus EZLine mit Kanülenhülsen


Unten, an den Ruderpedalen, sind die Hülsen zu sehen. Die EZLine-Fäden habe ich hinten am Rumpfspant hinter dem Pilotensitz verklebt.

- Abstandhalter Benzintank aus Evergreen-Rundprofil


Hier habe ich einfach nur zig Löcher gebohrt, die Ränder entgratet und passende Stücke Evergreen eingeklebt.

- Sitzgurte von HGW


Von den HGW-Sitzgurten war ich etwas enttäuscht; vom Aussehen sind sie zwar gut, aber sehr starr. Ich dachte auch, dass sie aus Gewebe bestehen würden, aber es ist wohl nur geprägte Plastikfolie.

- Fußbügel Seitenruderpedalen aus Kupferlackdraht


S. unter dem Gurtkasten

- Holzdecals von HGW


Zur Äußeren imitation der Holzstruktur habe ich mich für die undurchsichtige Holzdecal-Variante von HGW entschieden. Würde ich aus 2 Gründen nicht mehr machen: 1. sind die Paneele einzeln aufzubringen und entlang der Kanten mittels scharfem Bastelmesser zu schneiden. Man kann die Kanten nur erfühlen (z.B. mit Zahnstocher), aber nicht sehen, was die Sache sehr erschwert.


2. sind die Decals extrem brüchig und splittern quasi schon auf dem Trägerpapier. Zur Haftverbesserung und zum Vorweichen habe ich auf die Plastikoberfläche Decal Medium von Vallejo gegeben, von oben dann Decal Soft von Revell, so habe ich die besten Ergebnisse erzielt. Von der Verwendung von Micro Sol rate ich ab, das gab Falten.

- Balkenkreuze auf Seitenleitwerk mit rot und weiße Umrandung der Balkenkreuze am Rumpf mit grau übermalt (wie Original)


Der weiße Rand des Rumpf-Balkenkreuzes war bei beim Original übermalt (wahrscheinlich in Hellgrau) und das Kreuz auf dem Seitenleitwerk auch (aber in rot). Ich habe das mit dem Pinsel nachgeahmt. es sieht ungleichmäßig aus, das ist aber geollt, denn das Übermalen wurde beim Original auch nur feldmäßig gemacht und sieht auf Fotos auch so aus.

- Spandau MG 08/15 von Master Model, von mir eigenhändig brüniert


So wird das Set geliefert.


Die Messingteile brüniert, nicht lackiert.


Die zu verwendenden Bausatzteile montiert.


Fertig!

- Abnehmbare MG-Abdeckung





Im Rumpf vor dem Windabweiser ist einer von den Mini-Magneten verbaut, unter das Messing-Abdeckblech habe ich ein kleines Stück Blech geklebt, so dass das Blech insgesamt vom Magneten gehalten wird. Ich hatte die Hoffnung, dass man bei abgenommenem Blech etwas mehr vom Innenleben erkennen könnte. Naja, viel isses nicht, er Oberflügel verdeckt zu viel...

Demnächst geht's weiter!
Liebe Grüße von nochsonBastler.

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7

Montag, 15. April 2019, 00:02

Servus Dirk
Ein sehr interessanter Einblick in die Entstehung Deines Super-Modell‘s :sabber:
Ich wünschte mir für mein Boot auch so tolle Instrumente!
Im Entwurf, da zeigt sich das Talent, in der
Ausführung die Kunst! Wobei die
Schönheit liegt im Auge des Betrachters…


Im Bau: U-505 Revell 1:72

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8

Montag, 15. April 2019, 18:20

Danke dir Dirk, für die tollen Tipps bzw. der Anleitung. :prost:
Mal gucken wann ich mal wieder was motorisieren werde.
Baustellen gibt es bei mir ja genug, nur mit zwei Kleinkindern ist die liebe Zeit fürs Hobby "zur Zeit" etwas sehr rar.

Nun bin ich bei deinem Bb. noch auf die Verspannung gespannt. Das ist ja auch nochmal ne Kunst für sich.
Aber vielleicht kommt auch so noch was interessantes!?
Man lernt ja nie aus.

Gruß Mike

9

Mittwoch, 17. April 2019, 21:28

Das ist wirklich ein Hammer-Modell!
:schrei: "Kleine Schiffe zu bauen führt bloß zur Vergeudung von Jungholz"
(Gustav II. Adolf, König von Schweden; 1611 - 1632)

Eine großartige Modellbauzeit wünscht
Ray

10

Sonntag, 28. April 2019, 16:08

Hallo Gustav
Ich wünschte mir für mein Boot auch so tolle Instrumente!
Oh ja, ich bau ja auch eigentlich in 1/72, das wäre schon cool, aber ist dann auch verdammt klein! :cracy:

Das ist wirklich ein Hammer-Modell!
Vielen Dank, Ray. :hand: Du arbeitest die Details in deinen Modellen ja auch ganz herausragend heraus, mit einem noch höheren do-it-yourself-Anteil als ich...

Nun bin ich bei deinem Bb. noch auf die Verspannung gespannt. Das ist ja auch nochmal ne Kunst für sich.
Aber vielleicht kommt auch so noch was interessantes!?
Na mal sehen, Mike. :smilie:


Jetzt geht's weiter mit

Tragflächen und Leitwerken


- Verspannungen mit EZLine und Albatros-Spannschlösser von Gaspatch


Die "Zutaten" für die Verspannungen


Gaspatch bietet verscheidene Spannschlösser an. Ich habe mich für die "Albatros-Variante" entschieden, es ging ja auch um eine Albatros. Bei Original wurden die Spannschlösser mit Kugelgelenken befestigt, bei den Gaspatch-Teilen sind es nur Bommeln. Das macht die Ausrichtung der Schlösser etwas komplizierter... Aber ich habe eine Lösung gefunden, s. u..


So werden die Spannschlösser geliefert und müssen dann vorsichtig nacheinander mit einer Pinzette von dem Trägerplättchen gebrochen werden. Das geht aber ganz problemlos. Die Spannschlösser sind nicht, wie ich irgendwo fälschlicherweise gelesen habe, geätzt, sondern offensichtlich aus Metallpulver 3D-gedruckt. Die Ösen sind nicht immer ganz perfekt, ich habe sie daher mit einem dünnen Bohrer versäubert. Und die Befürchtung, die ich des öfteren gelesen habe, dass die Spannschlossöse so rau sei, dass sie die EZLine zerschneidet, kann ich ganz und gar nicht bestätigen. Ich habe es wirklich darauf angelegt, aber ließ sich auf diese Weise nicht zerteilen.


Dann haben die Schlösser etwas Farbe bekommen und ich habe sie mit EZLine versehen. Etliche Modellbaukollegen haben die EZLine mittels Metallhülse am Schlossauge befestigt, das erschien mir aber selbst mit den dünnsten Kanülenstücken zu wuchtig, besonders im Vergleich mit Originalfotos. Ich habe mich daher dafür entschieden, die EZLine mit 6 Knoten nacheinander zu versehen und diese dann mit dünnflüssigem Sekundenkleber zu sichern. Tipp: die EZLine zum Verkleben leicht spannen, damit der Sekundenkleber beim Abbinden die EZLine nicht "krumm biegt".


Zur Befestigung der Schlösser habe ich die entsprechenden Stellen am Modell mit einem kleinen Rundbohrkopf vorbereitet. Benutzt habe ich dazu einen Zahnbohrer, den mir meine Zahnärztin freundlicherweise geschenkt hat (als sie ihre Praxis übernommen hatte, fand sie dort eine Sammlung uralter Bohrer, die sie natürlich nicht mehr am Patienten nutzen wollte. Und als ich sie mal freundlich gefragt habe, hat sie mir ihre "Vintage"-Sammlung überlassen. - Stellt Euch also gut mit Euren Zahnärzten! :ok: )

- Drahtösen für Verspannung


Die Gegenhalterungen für die Verspannungen habe ich wieder aus Kupferlackdraht gebaut. Dazu habe ich ein Stück 0,3mm-Edelstahldraht zu einem kleinen Haken gebogen und das andere Ende in einen kleinen Handbohrer gespannt. Den Kupferlackdraht mittig knicken und über den Haken legen, die Enden mit einer Zange fassen und den Bohrer drehen, so dass sich der Draht verzwirbelt und eine runde Öse um den Haken entsteht. Die verzwirbelten Drahtenden ca. 1mm hinter der Öse abschneiden.


Die Löcher für die Ösen-Aufnahmen müssen etwas vertieft und geweitet werden (Tiefe: 1,2mm, Durchmesser: 0,45mm). Da ich eine höllische Angst hatte, die Tragflächen durchzubohren, habe ich mir einen kleinen Anschlag gebaut, der im Wesentlichen aus einem Stück Kanüle besteht, aus dem der Bohrer nur die besagten 1,2mm herausragt. Hat ganz prima geklappt!


Das ist nun eine Öse an der oberren Tragfläche. Die Montage der Verspannungen lief nun wie folgt: EZLine mit dem Ende, wo kein Spannschloss ist, durch die Drahtöse fädeln, Spannschloss mit Pinzette greifen, die Bommel des Spannschlosses mit dickflüssigem Sekundenkleber versehen (nicht in die Kuhle geben, da der Kleber am Plastik zu schnell härtet, am Metall geht das langsamer), die Bommel in die vorbereitete Kuhle drücken, kurz warten, EZLine am freien Ende VORSICHTIG stramm ziehen, damit sich das Spannschloss ausrichtet (aber nicht wegflutscht - ist mir auch passiert, zum Glück nirgendwo am Modell festgeklebt!), und das EZLine-Ende mit Klebestreifen irgendwo festmachen, so dass etwas Zug am Faden ist. Kleber trocknen lassen. Zum Schluss Klebestreifen wieder abmachen, EZLine an der Drahtöse 6-fach verknoten (EZLine natürlich etwas unter Spannung setzen, damit es straff wird), Knoten mit dünnflüssigem Sekundenkleber sichern und nach dem Trocknen EZLine-Ende so dicht wie möglich an den Knoten abschneiden. Das war's schon!

- Schattierungsexperimente


Ich wollte mal experimentieren, wie man den Textileindruck mit Farbe etwas verstärken kann. Auf den Oberseiten der Tragflächen sowie dem Höhen- und Seitenleitwerk habe ich die Rippen und die Nasenleisten abgeklebt und etwas abgedunkeltes Rot drübergenebelt (bevorzugt über den Klebestreifen), auf der Unterseite aufgehelltes Hellblau. Im Grunde ganz einfach, aber ich finde, der Effekt kommt am fertigen Modell ganz gut raus (auf dem Foto ist der Bauzustand nach dem Abkleben und vor dem Abtönen zu sehen)...

- Aufbau der oberen Tragfläche


Erfahrungsgemäß ist das Aufsetzen der oberen Tragfläche bei Doppeldecker- oder Parasolfliegern ein Akt für sich. Ich habe auch gelesen, dass, wenn es etwas zu bemängeln gibt bei den WnW-Bausätzen, es die Passgenauigkeit der oberen Tragflächen in Bezug auf die (recht fest montierten) unteren ist. Um das Ganze etwas zu entspannen, habe ich eine Plastikplatte mit den 4 benötigten Löchern für die Halterungen versehen und die Streben mit Hilfe dieser Lehre mit dem Rumpf verklebt.


Das ging echt ganz prima...


...und hat auch nur wenig Spannung bei der Montage der äußeren Tragflächenstreben erfordert.

- Balkenkreuze glänzend auf oberen Tragflächen (war beim Original auch so)


So sieht's nun aus...

Demnächst werde ich was zu den Pilotenfiguren und dem Diorama sagen. Bis dahin :wink:
Liebe Grüße von nochsonBastler.

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Realname: Ralf

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11

Sonntag, 28. April 2019, 16:21

Hallo Dirk,

wirklich einfach völlig wahnsinnig und irre, was du da gezaubert hast. Im wahrsten Sinne des Wortes – das ist wirklicher Modellbau. Da kommt einem ja das eigene Tun wie totales Rumgepfusche vor. Ich verneige mich ganz tief vor deinem Können!

Freue mich auf mehr!

Grüße,
Ralf
Aktuelles Spezialprojekt: Modell der "Nautilus" aus "20000 Meilen unter dem Meer"

Sonstige: Vulcania Shipyard: Kapitän Nemos "Nautilus" (aus Disneys "20000 Meilen unter dem Meer" nach Jules Verne)

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Realname: Norman

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12

Montag, 29. April 2019, 10:33

Wahnsinns Arbeit... :respekt:
Gelobt sei was hart macht!

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Realname: Flo

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13

Montag, 29. April 2019, 19:58

Wahnsinns Arbeit... :respekt:


Da kann ich mich Norman nur anschließen :sabber: :respekt: :ok:
„als wenn ein Engel schiebt“ (A. Galland über den ersten einsatzfähigen Düsenjäger der Welt)

Keep calm and support the Lions!

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Realname: Mike

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14

Samstag, 11. Mai 2019, 00:37

Da schließe ich mich auch nahtlos mit an.
WAS FÜR EINE ARBEIT!!! :respekt:

Danke fürs zeigen, Dirk! :prost:

Gruß Mike

16

Sonntag, 12. Mai 2019, 13:58

Vielen Dank, Jungs, für Eure netten Kommentare. Freut mich wirklich sehr! :rot:
Ich habe mir selbst im Forum sehr viel abgeschaut... Vielleicht kann ich den einen oder anderen ja auch inspirieren... :idee:

Weiter soll's mit den Figuren gehen. Zuerst

Manfred von Richthofen

Ja, der Manni. Der wird in der Sonderedition von WNW mitgeliefert. Und ich muss sagen, die Figur sieht dem Original ziemlich ähnlich...
Die Figur besteht aus 4 Teilen - Kopf, Rumpf und beide Arme. Bilder habe ich leider nicht gemacht, aber auf der WNW-Homepage ist eine entsprechende Darstellung zu finden. Die Teile passen sehr gut zusammen und es ist nur wenig Nacharbeit nötig. Nur ein Tipp: Der Kopf hat bei mir - d.h. meiner MvR-Figur - nicht besonders gut gehalten. Mehrmals ist mir Manni hingefallen und hat dabei seinen Kopf verloren. Eine elende Sucherei schloss sich jeweils an. Jetzt habe ich ihn mit einem kleinen Stahlstift den Nacken versteift und nun hält er endlich! :)

Die Figur habe ich nach Vorgabe bemalt und dann mit Ölfarben und aufgehellter Grundfarbe trockengemalt. Zum Schluss eine dünne Lage selbst angemischten Semi-Mattlack.






Das einzige Extra, dass ich ihm verpasst habe, sind 3x2 Mini-Magnete (Durchmesser: 1mm, Länge: 1mm), die ich ihm in die Sohlen implantiert habe - zwecks besserem Halt später.

Pilotenfigur

Als Pilotenfigur habe ich diese hier gewählt:



Ist zwar für einen anderen Flugzeugtyp gedacht, aber das geht schon.



Gebaut habe ich auch diese Figur nach Plan. Nur 2 kleine Modifikationen: An strategisch wichtiger Position, also da, wo sich die Gurtschnallen treffen, hinter dem Hosenlatz, hat er einen Magnet (Durchmesser 2mm, Länge: 4mm) bekommen. Primär, um die Gurtschnallen lösbar zu befestigen (die Ätzteile an sich sind nicht magnetisch, dafür habe ich unter die Schnallen 1x1mm² große Stücken aus Metal Earth-Resten geklebt). Zusätzlich wird der Pilot auch am Magnet unter dem Sitz festgehalten. So braucht er eigentlich keine Gurte mehr... ;)
Die 2. Modifikation betrifft die Ärmel - ich musste ganz wenig und vorsichtig abschleifen, damit er durch den Sitzausschnitt im Albatros-Rumpf passt. Aber das ist echt minimal und nicht sichtbar.











Diorama

Als Grundmaterial habe ich mich für diese Box entschieden:



Allerdings gefiel mir der schwarze Plastikboden gar nicht. Ich habe einen aus Sperrholz "gedrechselt" und mit Zierleisten umrandet.


Die Sperrholzplatte habe ich mit Magnetfarbe gestrichen (gibt's im Baumarkt, dunkelgrau, sehr rauh), damit Manni gut drauf hält, und dann mit grüner Sprüfarbe bedeckt, damit nichts durch die danach aufgeklebte Grasmatte durchschimmert.


Die von mir verwendete Grasmatte. Ich fand die von der Darstellung her recht überzeugend.


Der verwendete Baum. In der Mitte des Wurzelbereiches ist ein - Ihr ahnt es schon - kleiner Magnet, damit der Baum auch ohne echte Wurzeln hält.


Mit ein paar Grasbüscheln habe ich das Erscheinungsbild der Wiese weiter aufgelockert. Die Büschel kann man einfach mit Weißkleber einsetzen.


Zum Schluss noch ein Sessel für den Piloten, wenn er mal Pause hat und nicht auf seinem Bock sitzt. Der Sessel ist offensichtlich aus Plastik 3D-gedruckt, ich habe ihn nur ein wenig bemalt. Toll, dass es diese Möglichkeit gibt!



So, dann bin ich am Ende meines Berichtes angelangt. Wenn noch Fragen sind, immer her damit!

Vielen Dank noch einmal für Euer Interesse und bis zum nächsten Projekt - :wink:
Liebe Grüße von nochsonBastler.

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Realname: Knut

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17

Sonntag, 12. Mai 2019, 19:33

Hallo Dirk,

dein Albastros ist wieder sehr überzeugend (wie alle deine Modelle)!!!

Eine Frage habe ich aber noch! Mit was hast du den Baum/Strauch begrünt?

Gruß Knut

18

Sonntag, 12. Mai 2019, 19:47

Keine Fragen, nur respektvolle Glückwünsche zu diesem tollen Modell :ok:
:schrei: "Kleine Schiffe zu bauen führt bloß zur Vergeudung von Jungholz"
(Gustav II. Adolf, König von Schweden; 1611 - 1632)

Eine großartige Modellbauzeit wünscht
Ray

19

Montag, 13. Mai 2019, 19:25

Hallo Knut, hallo Ray,

danke Euch beiden! :wink:

@Knut: Oh ja, der Baum. Das war vielleicht 'ne Plackerei:



Nein, Scherz, das vorige Bild bitte nicht ernst nehmen! Der Busch/Baum ist gekauft: 2 Büsche niedrig 8cm.

Wenn Du mal Anregungen für den Selbstbau von Modellbäumen suchst, dann schau mal hier. Nur als Beispiel das erste Bild: Das ist kein Urlaubsfoto von einer Wanderung, das ist eine Miniaturlandschaft in H0-Größe!!! Also wenn ich sowas könnte, wüsste ich, wie ich meine Brötchen verdienen wollte... :D
Liebe Grüße von nochsonBastler.

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20

Dienstag, 14. Mai 2019, 20:17

Dirk, ein bisschen enttäuscht bin ich schon das, du deine Bäume fertig kaufst :D !

Aber der Link ist ober ultra krass :ok: . Das muss ich mir mal genauer anschauen.

Gruß Knut

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