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Samstag, 13. April 2019, 20:32

Albatros D.V von Wingnut Wings

Liebe Mitbastler, liebe Leser,

nachdem ich Euch meinen Albatros D.V in der Bildergalerie vorgestellt habe, möchte ich Euch nun einen kleinen Einblick in den Bau zu geben, da sich vieles versteckt gar nicht mehr so richtig sichtbar ist - oder man ganz genau hinschauen muss. Die Reihenfolge der Bilder entspricht nicht unbedingt der chronologischen Abfolge, ich hoffe, dass Euch das nicht zu sehr stört.

Ein paar Anregungen kann man sich hier und hier holen, habe ich auch gemacht. ;)

Aber genug gefaselt, es geht los mit dem:

Motor

- Zündkerzen und -kabel aus 1 mm 6-Kant-Plastikstab, 0,45 mm Kanüle und Kupferlackdraht


Kanülenstücken abgelängt, 1 mm 6-Kant-Plastikstab mit 0,5mm-Bohrer längs per Hand duchbohrt (hat gefühlte 100 Versuche gebraucht, um die Mitte zu treffen und gerade zu bohren) und dann 0,5mm dicke "Scheiben" abgeschnitten.

- Ventilfedern aus Kupferlackdraht


Einfach ein paar Wicklungen gemacht und angeklebt. Auch die Ventilstößel sind aus Kupferlackdraht nachgebildet.

- Zischhebel aus Kupferlackdraht


Die Zischhebel sind die kleinen Stücken Kupferlackdraht, die etwas grünlich erscheinen. Die Positionen hatte ich mit grünem Stift markiert, der Sekundenkleber hat die Farbe dann leicht angelöst. Egal, so erkennt Ihr sie leichter. :)

- Wechselbarer E-Motor und aufgeschrumpfte Kanüle als Verlängerung der Motorwelle


Am Elektromotor ist die aufgeschrumpfte Kanüle zu erkennen. Ich hatte im Vorfeld experimentiert, ob es günstiger ist, den Propeller direkt vom Motor antreiben zu lassen oder einen Getriebemotor zu nehmen, die gibt's nämlich auch in der entsprechenden Größe. Mein Kalkül war, dass dadurch ein höheres Drehmoment erzeugt wird und der Motor weniger Strom (=weniger Leistung) zieht. Hat sich aber herausgestellt, dass der direkte Antrieb besser ist, d.h. zu ener längeren Laufzeit mit geladenen SuperCaps führt - kann man mal sehen, dass das Getriebe ganz schön was an Leistung abzwackt.


Elektromotor und Motorspitze sind steckbar.

- Rändelmuttern an Zylindereinlässen


Plastikplatte (weiß) (mehr oder weniger) rund geschnitten, Winkelmarkierungen ("Spinnennetz") auf selbstklebendes Papier gedruckt und auf Plastikplatte geklebt, in der Mitte Loch gebohrt und auf runden Gußastrest (grau) geklebt


Das (Zwischen)Ergebnis


Zum Schluss 0,5mm dicke Scheibchen abgesägt




Rändelmuttern angebaut

- Synchronisationsgetriebe für MGs plus Wellschläuche aus Kupferlackdraht


Außen die Anschlüsse für die MGs, in der Mitte der für den Drehzahlmesser im Cockpit


Herstellung der Wellschläuche: In Spannfutter eines Klein-Handbohrers mittig Federstahldraht (Durchmesser 0,3mm) und Ende des Kupferdrahtes etwas außermittig festklemmen. Bohrer mit einer Hand langsam drehen und mit der anderen den Draht von der Seite (90° zur Drehachse) zuführen. Das "metert" ganz flott; übereinander liegende Wicklungen sind zu vermeiden (zur Not wieder abwickeln und neu machen), wenn sich kleinere Lücken bilden - kein Problem: einfach Wicklungen zusammenschieben.


Zum Schluss alles ausspannen, Wicklungen vom Stahldraht ziehen, dafür Kupferlackdraht in die Wicklungen schieben und die Wicklungsenden mit Sekundenkleber am Innendraht fixieren.

- Div. Leitungen aus Kupferlackdraht und Zündkabelrohr mit Kanülenenden


Für die Zündkabel, die von den Zündmagneten zu den Zylindern verlaufen, hatte ich die Wahl, das Zündkabelrohr a) aufzubohren oder mir b) etwas anderes zu überlegen. Hab mich für b) entschieden: Das Bausatzteil um 2mm gekürzt, 6 Stücken Kupferlackdrat mit Sekundenkleber in ein 2mm langes Stück Kanüle geklebt und diese "Pinsel" stumpf an das Zündkabelrohr geklebt (s. weißer Pfeil). Noch verschliffen, natürlich...

- Anschluss und Wellschlauch für Drehzahlmesser


S. weißer Pfeil

- Abnehmbarer Propeller und (sanfte) Schichtholzstruktur am Propeller



- SuperCaps und Schaltregler


Der Schaltregler ist auf der grünen Leiterplatine zu finden. Die Drehzahl habe ich mit 1.750 1/min gemessen, was einen sehr authentischen Eindruck vermittelt. Die SuperCaps haben je 15F bei 3,0V, damit erreiche ich eine Laufzeit von 22 min.

Und so sieht das Ganze nun aus:






Motor läuft!!!
Liebe Grüße von nochsonBastler.

"Das erinnert mich an den Mann, der sich splitternackt auszog und in einen Kaktus sprang."
"Warum hat er das getan?"
"Er hielt das damals für eine blendende Idee!"

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2

Samstag, 13. April 2019, 20:38

...ich bin dabei. Da hast Du dir einen sehr guten Bausatz ausgesucht. :thumbsup:
Klagt nicht, Kämpft!

3

Samstag, 13. April 2019, 20:40

...ich bin dabei. Da hast Du dir einen sehr guten Bausatz ausgesucht. :thumbsup:
Ich weiß :D
Liebe Grüße von nochsonBastler.

"Das erinnert mich an den Mann, der sich splitternackt auszog und in einen Kaktus sprang."
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4

Samstag, 13. April 2019, 22:19

Hi Dirk!

Danke für das nachträgliche einstellen des Bauberichtes. :ok:
Nun sieht man auch was da für eine Arbeit drin steckt.
Mein lieber Scholli! :respekt:

Nebenbei frage ich mich immer wie du bei deinen Modellen den Propeller an den Motor befestigst.
Hab da auch schon als Jugendlicher schon experimentiert und ist bei mir eigentlich nie so richtig geglückt.
Entweder passte von Durchmesser her nix auf die Motorwelle, oder war nicht fest genug, oder Propeller "eierte", oder oder oder.
Irgendwann hab ich das dann aufgegeben.

Gruß Mike

5

Sonntag, 14. April 2019, 12:59

Hallo Mike,
Danke für das nachträgliche einstellen des Bauberichtes. :ok:
Gerne! :ok:

Nebenbei frage ich mich immer wie du bei deinen Modellen den Propeller an den Motor befestigst.
Hab da auch schon als Jugendlicher schon experimentiert und ist bei mir eigentlich nie so richtig geglückt.
Entweder passte von Durchmesser her nix auf die Motorwelle, oder war nicht fest genug, oder Propeller "eierte", oder oder oder.
Stimmt schon, es ist das alte Lied des Modellbaus: Am Anfang passt erstmal ganix! Also ich mach das so:
Ich nehm mir Evergreen-Rohr (3/32" Tube), das hat 2,4mm Außen- und ca. 1mm Innendurchmesser. Davon fädele ich 10 bis 15 cm auf einen Stahldraht, dessen Außendurchmesser dem benötigten Durchmesser entspricht (bei den von mir verwendeten Minimotoren 0,8mm). Dann nehme ich einen Heißluftfön, mach das Evergreenröhrchen warm, bis es sich etwas zusammenzieht und ziehe es dann vorsichtig in die Länge. Nicht zu stark, mit etwas Übung bekommt man ein Gefühl dafür. Ist es dann wieder abgekühlt, kann ich den Stahldraht herausziehen und ein passendes Stück abschneiden. Das Röhrchen sollte nun exakt auf die Motorwelle passen bzw. auf der Welle klemmen. Am Propeller weite ich das meist vorhandene Loch für die Achse (falls keines da ist, einfach eins bohren) mit einer dünnen Schlüssel-Rundfeile vorsichtig auf, bis das Röhrchen von der Motorwelle passt. Wichtig: Beim Feilen immer darauf achten, dass das Loch möglichst mittig ist. Es ist vorteilhaft, wenn das Ganze noch etwas Spiel hat, so kann man noch Feinjustieren. Zur Verbindung Motorwellenröhrchen-Propeller verwende ich den Revell-Plastikkleber und lass ihn leicht anziehen. Dann Motor anmachen und schauen, wo's noch eiert oder sonst nicht rund läuft (z.B. von der Seite auf den Propellerkreis schauen) und korrigieren. Am Ende sollten Motor und Propeller gut zusammenspielen und, da ich Motorwelle und Röhrchen nicht veklebe(n muss, es geht ja nur um den optischen Effekt, richtiger Vortrieb wird ja nicht erzeugt), ist die Verbindung auch wieder lösbar. Das war's schon.
Liebe Grüße von nochsonBastler.

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6

Sonntag, 14. April 2019, 14:56

So, hier nun Teil 2:

Rumpf

- Instrumentenskalen von Yahu Models


Der Instrumentenskalensatz von Yahu Models ist zu empfehlen, sogar die Ziffern sind zu erkennen! Ich habe nach dem Zusammenbau der Instrumente (Drehzahlmesser, Kompass, Benzinanzeige) noch einen Klecks Kristal Clear aufgetragen, um das Deckglas zu imitieren. Ferner kann man auf dem Bild den von mir zusätzlich angebrachten Gas- und Feststellhebel an der Lenksäule, die Steuerseile für die Querruder, die MG-Auslöseleitungen sowie den Notgashebel zu erkennen.

- Leitungssystem für Kraftstoff und Druckluft



Ein wildes Durcheinander von Plastikröhrchen und Kupferlackdraht


Die Skalen von, wie gesagt, Yahu. Noch ein Tipp für die Skalenhebel: Viele nehmen offenbar runden Kupferlackdraht, um diese darzustellen. Kann man machen, aber ich glaube nicht, dass die beim Original rund im Querschnitt waren. Ich habe einfach mal mit einem Uhrmacherhämmerchen auf den Daumen das Drahtende geklopft (wichtig - üben, bis man mit einem "Schlag" zurecht kommt, sonst gibt es Marken) - und schon hat man einen im Querschnitt ovalen Hebel.

- Abnehmbare seitliche Motorverkleidungen


Zur Arretierung der beiden Verkleidungshälften habe ich einen Mini-Rundmagnet (1mm Durchmesser, 1mm Länge, links auf dem Bild) und ein kleines Eisenblech (Schmeißt die Restbleche von Metal Earth bloß nicht weg! 1mm x 3mm, wie ein L geformt, rechts) in die Innenseiten der Verkleidungen geklebt, Sieht man von außen nicht...


...und hält ausreichend.



- Magnetische Pilothalterung unterm Sitz


So übersteht der Pilot jeden Looping, notfalls auch ohne Gurte! :)

- Steuerseile aus EZLine mit Kanülenhülsen


Unten, an den Ruderpedalen, sind die Hülsen zu sehen. Die EZLine-Fäden habe ich hinten am Rumpfspant hinter dem Pilotensitz verklebt.

- Abstandhalter Benzintank aus Evergreen-Rundprofil


Hier habe ich einfach nur zig Löcher gebohrt, die Ränder entgratet und passende Stücke Evergreen eingeklebt.

- Sitzgurte von HGW


Von den HGW-Sitzgurten war ich etwas enttäuscht; vom Aussehen sind sie zwar gut, aber sehr starr. Ich dachte auch, dass sie aus Gewebe bestehen würden, aber es ist wohl nur geprägte Plastikfolie.

- Fußbügel Seitenruderpedalen aus Kupferlackdraht


S. unter dem Gurtkasten

- Holzdecals von HGW


Zur Äußeren imitation der Holzstruktur habe ich mich für die undurchsichtige Holzdecal-Variante von HGW entschieden. Würde ich aus 2 Gründen nicht mehr machen: 1. sind die Paneele einzeln aufzubringen und entlang der Kanten mittels scharfem Bastelmesser zu schneiden. Man kann die Kanten nur erfühlen (z.B. mit Zahnstocher), aber nicht sehen, was die Sache sehr erschwert.


2. sind die Decals extrem brüchig und splittern quasi schon auf dem Trägerpapier. Zur Haftverbesserung und zum Vorweichen habe ich auf die Plastikoberfläche Decal Medium von Vallejo gegeben, von oben dann Decal Soft von Revell, so habe ich die besten Ergebnisse erzielt. Von der Verwendung von Micro Sol rate ich ab, das gab Falten.

- Balkenkreuze auf Seitenleitwerk mit rot und weiße Umrandung der Balkenkreuze am Rumpf mit grau übermalt (wie Original)


Der weiße Rand des Rumpf-Balkenkreuzes war bei beim Original übermalt (wahrscheinlich in Hellgrau) und das Kreuz auf dem Seitenleitwerk auch (aber in rot). Ich habe das mit dem Pinsel nachgeahmt. es sieht ungleichmäßig aus, das ist aber geollt, denn das Übermalen wurde beim Original auch nur feldmäßig gemacht und sieht auf Fotos auch so aus.

- Spandau MG 08/15 von Master Model, von mir eigenhändig brüniert


So wird das Set geliefert.


Die Messingteile brüniert, nicht lackiert.


Die zu verwendenden Bausatzteile montiert.


Fertig!

- Abnehmbare MG-Abdeckung





Im Rumpf vor dem Windabweiser ist einer von den Mini-Magneten verbaut, unter das Messing-Abdeckblech habe ich ein kleines Stück Blech geklebt, so dass das Blech insgesamt vom Magneten gehalten wird. Ich hatte die Hoffnung, dass man bei abgenommenem Blech etwas mehr vom Innenleben erkennen könnte. Naja, viel isses nicht, er Oberflügel verdeckt zu viel...

Demnächst geht's weiter!
Liebe Grüße von nochsonBastler.

"Das erinnert mich an den Mann, der sich splitternackt auszog und in einen Kaktus sprang."
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("Die glorreichen Sieben", Mirisch/Alpha, 1960)

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Realname: Gustav Stefan

Wohnort: Groß Enzersdorf, Österreich

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7

Montag, 15. April 2019, 00:02

Servus Dirk
Ein sehr interessanter Einblick in die Entstehung Deines Super-Modell‘s :sabber:
Ich wünschte mir für mein Boot auch so tolle Instrumente!
Im Entwurf, da zeigt sich das Talent, in der
Ausführung die Kunst! Wobei die
Schönheit liegt im Auge des Betrachters…


Im Bau: U-505 Revell 1:72

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Realname: Mike

Wohnort: Zwischen WÜ und TBB

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8

Montag, 15. April 2019, 18:20

Danke dir Dirk, für die tollen Tipps bzw. der Anleitung. :prost:
Mal gucken wann ich mal wieder was motorisieren werde.
Baustellen gibt es bei mir ja genug, nur mit zwei Kleinkindern ist die liebe Zeit fürs Hobby "zur Zeit" etwas sehr rar.

Nun bin ich bei deinem Bb. noch auf die Verspannung gespannt. Das ist ja auch nochmal ne Kunst für sich.
Aber vielleicht kommt auch so noch was interessantes!?
Man lernt ja nie aus.

Gruß Mike

9

Mittwoch, 17. April 2019, 21:28

Das ist wirklich ein Hammer-Modell!
:schrei: "Kleine Schiffe zu bauen führt bloß zur Vergeudung von Jungholz"
(Gustav II. Adolf, König von Schweden; 1611 - 1632)

Eine großartige Modellbauzeit wünscht
Ray

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