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Montag, 25. Februar 2019, 10:21

[Mortal Engines] Luftschiff "Jenny Haniver"

Dieses Fullscratch-Modell zur Film-Version habe ich schon seit Ende letzten Jahres im Bau. Reichlich komplex, vor allem die Recherche (es gibt keine Risszeichnungen, alles musste aus Trailer-Screenshots heraus vermessen/abgeschätzt werden), sowie die halbtransparenten Gashüllen und die Gesamtstabilität sind eine Herausforderung, daher zieht sich das Projekt etwas in die Länge. Ich glaube aber, die meisten Probleme habe ich inzwischen gelöst.
Hier die Vorlage:

Zitat von » [url«

https://www.philip-reeve.com/2018/06/[/url]]



Der Maßstab wird "nur" 1/160 - Spannweite und Länge sind dann aber immer noch gut 40 cm. Zudem passt es mit dem Spur-N-Maßstab zu weiteren Projekten.
Die Kabine hat dann Fingergröße:


Einer der vorderen Leitwerksflügel:


Außenhülle ist derzeit so weit:


Teil der Innenausstattung:



Triebwerke:



Aktuell quäle ich mich noch durch die Bespannung der Gashüllen (ich werde berichten). Dann sind die gröbsten Teile fertig, aber danach steht immer noch eine Tonne an Details an, sowie das Rigging.
Bilder und Infos aus den verschiedenen Bauphasen werde ich bei Gelegenheit noch nachreichen.
Gruß Jochen

2

Montag, 25. Februar 2019, 11:13

Krasses Modell. Das wird noch einiges an Arbeit mit sich bringen. Ich bin gespannt. :ok:

3

Donnerstag, 28. Februar 2019, 15:21

Dann beginne ich einmal mit dem Rückblick. Teil 1, die Kabine:

Zuerst wurde einmal der Querschnitt der Kabine festgelegt, an einer Stelle sind Stufen, danach richtet sich die Höhe.
Für die Kabine wurden 2-3 Versuche gestartet, bis alles gestimmt hat.









Das Cockpit habe ich zuerst aus Papier in 4-facher Vergrößerung entwickelt. Dann den Faltplan auf 0.25er PS übertragen.








Mit Farbe starte ich bei solchen Projekten immer relativ früh und mit Einzelkomponenten. Für mich hat sich das bewährt.


Seitenteile


Pilotensitz und Armaturen



Im Film gibt es eine Szene, in welcher 3 Personen nebeneinander im Cockpit sind. Diese will ich zwar nicht darstellen, aber der Platzbedarf muss stimmen.


Da man trotz kleiner Öffnungen einige Ausschnitte vom Inneren sehen soll, muss natürlich komplett eingerichtet werden. Aufenthaltsbereich und Notbett:



Schlafkabinen, Sanitärbereich und Stauraum. Über die Trailer kann man fast alles rekonstruieren wo sich was befindet, bis auf den hinteren Raum Steuerbordseite.




Küche gibt's auch, hier durch die Tür zu sehen:


Auch Regale und Kleinkram dürfen nicht fehlen. Und damit man überhaupt etwas sieht, gibts auch eine Deckenlampe.





Irgendwann hatte ich bemerkt, dass die Trennwände zum Cockpit halbtransparent sind.


Kartentisch, Anzeigen und anderes Zeugs, sowie Verglasung des Cockpits.








Demnächst mehr u.a. zu den Triebwerken und Flügeln.
Gruß Jochen

4

Donnerstag, 28. Februar 2019, 15:30

Moin,

sehr interessant! Das schaue ich mir mal genauer an.
Beste Grüße aus Varel!



"Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert" - Albert Einstein
"Ich bin so klug... K - L - U - K" - Homer Simpson

5

Freitag, 1. März 2019, 04:33

Hallo
Ohne den Film zu kennen . Es sind Stichworte dabei ,die wach machen : Leichtbau ,Halbdurchsichtig . . .
Was ich hier sehe gefällt mir . :ok: ABO gezogen und Gurt angelegt :wink:
Gruß Ronald

6

Sonntag, 3. März 2019, 17:37

Dann viel Spaß :)

Hier der nächste Schwung.

Das Dach und das Tragwerk für die Fügel:













Die Stummelflügel tragen dann diese Längsträger, an welchen Gaszellen und Leitwerk befestigt werden. Die weißen Platten dienen nur zur Ausrichtung bei der Montage, am Ende müssen die freistehend stabil sein.

Hier ein Bild wie dann das Heckleitwerk aussehen wird (auf die Flügel gehe ich später nochmal gesondert ein):



Ein weiteres Paar Ausleger am Rumpf tragen die Triebwerke, hier muss auch Stromversorgung für Beleuchtung durch:











Im letzten Bild sind Dummy-Hülsen aufgesteckt. Hier der Bau der richtigen Triebwerke:























Gruß Jochen

7

Sonntag, 3. März 2019, 20:37

Hallo Jochen
Der Aufbau der Triebwerke ist ja vom Feinsten ! :respekt: Steckt ne Menge Hirnschmalz drin und mit der Konstruktion ist's ja nicht getan !
Eine Frage : Was benutzt Du für die Metallkonstruktion ?
Hab etwas "gelunzt " um die Richtung zu ergründen . . . . :)
Bin gespannt auf , für mich , neue Denkansätze . :ok:
Der Gurt hat seine Berechtigung . Ohne hätt's mich vom Sessel gehauen ! ! !
Gruß Ronald

8

Sonntag, 3. März 2019, 22:21

Die langen Länsstreben sind 1,6mm Eisendraht, in den Querflügeln Messingdraht. Hast du das gemeint? Alles andere ist PS.
Gruß Jochen

9

Sonntag, 3. März 2019, 22:34

Genau ! Zum Metall hatte ich nichts gefunden .
Danke
Gruß Ronald

10

Montag, 4. März 2019, 08:40

Noch ein paar Infos dazu:
Der blaugeglühte ist "Blumen-Steckdraht", da gibt es gerade Stäbe in diversen Stärken.
Der Messingdraht ist von der Rolle (müsste 1mm gewesen sein). Wenn man den händisch einigermaßen geradebiegt und dann zwischen zwei glatten Oberflächen mit leichtem Druck rollt (Arbeitsplatte und Brett), bekommt man kürzere Stücke auch sehr gerade.
Die Ösen habe ich dann etwas zusammengepresst damit das bereits mechanisch hält, und fixiert wurde abschließend mit Sekundenkleber (CA).
Das Strebewerk am Heck und auch die Flügel sind dann wieder PS.
Gruß Jochen

11

Montag, 4. März 2019, 12:43

Hier der Rest, Bau der Flügel. Daran sitze ich aktuell noch.
Oder anders gesagt: blieb zur "Motivationssteigerung" und zugunsten des Speedwell-Projekts erstmal liegen :lol: aber nicht lange.

Basis für die Gaszellen bilden solche Spanten-Rahmen aus 0.75er PS-Sheet:


Viele, viele Rahmen:


Die wurden dann auf 1mm-Profile aufgesteckt, die nach ausgedrucktem Grundriss ausgerichtet sind:


Dann die gekrümmte Oberseite mit Profilen verbunden:


Die Spannweite im Vergleich zur Kabine (einer der Prototypen), ohne das Längstragwerk und ohne Leitwerksflügel vorn und hinten.



Hier das vordere Flügelpaar, gleiches Pinzip, aber offene Bauweise, d.h. es wird nur die Oberseite bespannt.


Holzmaserung muss natürlich auch sein:



Die Bespannung mache ich mit nassfestem Papier (weil gerade zur Hand; wie es sich von Japanpapier aus dem Flugzeugmodellbau unterscheidet, kann ich nicht sagen).
Das wird in Rotbusch-Tee durchgefärbt, um einen kräftigen gelben Grundfarbton zu erhalten. Damit der spätere rote Transparenzlack nicht pink schimmert.
(Ansonsten nehme ich zum Altern schwarzen Tee).
Komplett rot einfärben geht in diesem Fall nicht, da es gelbe Markierungen an manchen Flügeln gibt.






Wenn getrocknet, spannt sich das einigermaßen glatt. Dann werden die Oberflächen geölt für dauerhaften Transparenz-Look. Da ich zum Verkleben Holzleim (wasserlöslich) benutzt habe, werden spätestens nach 1-2 Tagen auch die Klebestellen unsichtbar.





Am Ende roter Transparenz-Lack, dann sieht das so aus:



An den stärker gekrümmten Stellen der Gaszellen muss natürlich eingeschnitten werden. Am besten nur im trockenen Zustand, sonst reißt es selbst mit scharfer Klinge unkontrolliert ein.


Einmal rundum einschneiden, anfeuchten, verkleben, fixieren, trocknen lassen, nächster Zentimeter ... Nervt, aber fast fertig. Ein paar kleinere Falten werden bleiben, aber das ist ok, sieht man auch in der CG-Vorlage. Und an einer Stelle mit Loch muss ich wohl mit einem Flicken improvisieren, wenn ich nicht nochmal anfangen will. Battle-Damage passt aber zur Story des Luftschiffs.

Letzter Stand:
Gruß Jochen

12

Montag, 4. März 2019, 19:08

Hallo Jochen !

Plotter, noch ein Werkzeug der Neuzeit :love: .
Jede Menge zerbrechlichste Einzelteile sind machbar . Bei'm zusammensetzen : Mikado für Fortgeschrittene . ;)
Jetzt wird's chemisch :
- Holzleim ist Wasserverdünnbar , manche lassen sich mit Wasser auch wieder lösen . Hier ist "wieder lösen" aber nicht erforderlich , oder ?
- Papier angeleimt, geölt und gestrichen . Welche Farbe haftet auf Ölpaier ? Nach meiner Erinnerung ist Ölpapier immer etwas feucht.
- Aqua Farben ,bedingt wasserverdünnbar, mit Spühlmittel perlt es auch nicht ,aber das ist Prinzip Hoffnung. :doof:
Randfragen:
- dynamische Steuerung : Flächenverwindung + Schubvektor ?
- statische Steuerung : Masseverschiebung + Dichteänderung .
Old Tech + Tech 21+

gutes Gelingen wünscht Ronald

13

Montag, 4. März 2019, 22:53

Ich kann dir keine chemischen Erklärungen liefern, nur: "Versuch macht kluch".
Der Standard-Holzleim ist auch nach dem Aushärten wasserlöslich. D.h. wenn genug Wasser noch an die Stellen kommen kann. Einen der kleineren Flügel habe ich im Wasserbad "gerettet" nach einem Lackierversuch, ob man auch erst Rot lackieren und danach ölen kann. Kann man nicht, der Lack macht die Poren dicht. Das verklebte Papier ließ sich nach kurzem Wasserbad wieder rückstandslos lösen.
Ich denke man würde ohne diese Leim-Eigenschaft auch die Klebestellen sehen, weil das Öl nicht mehr in die Poren käme. Ich weiß es nicht, bin kein Chemiker, ich habe einfach ausprobiert was für mich klappt. Das heißt nicht, dass es der beste/bequemste/schnellste Weg sein muss :D
Einmal geölt und eingezogen fettet das auch nicht nach (Rapsöl übrigens, bevor die Frage kommt - kein Eigengeruch und wird nicht ranzig). Also weder feucht noch glänzende Finger, wenn man drüberstreicht. Das kann man ganz normal mit wasserbasierten Acryls lackieren, die Oberfläche ist nicht wasserabweisender als z.B. PS-Sheet. Das Ölen ist keine Imprägnierung. Zur Lackierung nutze ich hier die Tamiya-Clear-Farben. Zur Verdünnung nehme ich immer Glasreiniger, gleicher Zweck wie Spüliwasser, aber praktischer.

Sieh das bloß niemand als Tutorial oder gar Best-Practice an - ich zeige einfach nur was ich ausprobiere und was dabei rauskommt.

Zur Technik im Buch: Das spielt mehrere tausend Jahre in der Zukunft, nicht kurz nach uns. "Old Tech" referenziert also auch unbekannte Dinge nach uns. Die genaue Technik wäre reine Spekulation. Wen man die Bücher liest, kann man sich ungefähr denken was es ist und was es nicht sein kann.
Aber der SciFi-Bereich ist ja nicht da um die Plausibilität von Buch- oder Filmwelten zu diskutieren, sonst frage bitte auch in den Star Wars Threads nach, wie es wohl Geräusche im Weltall geben kann ;)
Gruß Jochen

14

Dienstag, 5. März 2019, 18:37

Thor Heyerdal hat in Stein gemeißeltes nachgebaut , Jules Verne herrliche Bücher geschrieben und auch einige Ideen von Gene Roddenberry sind schon Realität .
Der Durchbruch für schaltbares Antigraviton ist nur ein Wurmloch entfernt. 8) SF ,Steampunk oder . . die Schubladen. . . . . :nixweis: :will: :und:

Danke für die Starthinweise zu Papier halbdurchsichtig + Verarbeitung ! :ok:
Gruß Ronald

15

Sonntag, 10. März 2019, 10:15







Gaszellen-Oberseite fertig bespannt, Unterseite steht noch aus, dann können auch diese endlich lackiert werden.
Die anderen Flügel sind fertig. Gesamtlänge liegt bei ca. 45 cm.
Gruß Jochen

16

Montag, 11. März 2019, 20:53

Sieht sehr gut aus !
Im Geiste schwebt es schon im Gegenlicht . . .
Ich drück die Daumen ! Es ist mit Sicherheit sehr fragil !
Gruß Ronald

17

Dienstag, 12. März 2019, 09:29

Danke, ja Fragilität war von vornherein klar, ist aber stabiler als es aussieht.
Gegenlichtaufnahmen werde ich dann sicher auch versuchen :)
Gruß Jochen

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