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601

Montag, 2. Dezember 2019, 09:36

Jaaaaa, eigentlich wäre ein neues Urmodell fällig gewesen, aber ich habe so meine Erfahrungen (unlängst erneuert) mit überkomplexen Urmodellen in dieser Größe. Das Problem besteht darin, dass man sehr sorgfältig beim Eingießen des Harzes sein muss, um sicherzustellen, dass es in alle Ecken und Nischen läuft. Das ist im Prinzip noch kein unlösbares Problem, Einschnitte in die Formen an unproblematischen Stellen können dabei eine gute Hilfe sein. Aber leider hat man nur wenige Minuten Zeit, bis das Material abbindet! Modelle wie das des Hukers gehören zu den größten Teilen, die ich bislang abgegossen habe, und ich musste lernen, dass die Topfzeit des Materials sich mit der Menge dramatisch reduziert. So scheint es mir doch sinnvoller zu sein, eher schlichte Urmodelle zu bauen und sie später mit Anbauteilen zu komplettieren. Irgendwie spielt auch wie immer das Geld eine Rolle. Ein Huker-Rumpf kostet bei etwa 100 g Gewicht ca. fünf Euro. Das ist nicht sehr viel, aber auch erheblich mehr als nichts und birgt keinen Trost, wenn man beim Ausformen feststellen muss, dass ein Rumpf nicht zu gebrauchen ist.

Kommen wir zum Erfreulichen. Drei meiner vier Abgüsse waren brauchbar (gute Quote!). Hier sind sie.







Einer soll ganz schlicht als Arbeitspferd und Fischerboot gebaut werden, die anderen beiden etwas aufwendiger bemalt und geschmückt als kleine Handelsschiffe. Die Farbarbeiten sind fast abgeschlossen, jetzt geht es an die An- und Aufbauteile und damit an eine weitere Differenzierung.

Schmidt

Magic Sculp hab ich zuletzt über eBay gekauft in der 2 × 150 g Version.
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602

Montag, 2. Dezember 2019, 10:03

Moin,

ich bin gespannt wie es mit deiner kleinen Flotte weitergeht...

Danke für die MS-Quellen-Info

Ingo
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603

Montag, 2. Dezember 2019, 11:43

Käpt'n Hooker, das hast Du gut gemacht . Bzgl Resin , von HP textiles gibt es welches mit langer Topfzeit :wink:

604

Montag, 2. Dezember 2019, 12:01

Gerade bestellt. Ich bin sehr gespannt! Sollte das tatsächlich eine große Erleichterung bringen, hättest du mir einen Gefallen getan!
Schmidt
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605

Montag, 2. Dezember 2019, 13:18

Ich nehme übrigens immer das aus der Form gequetschte und halb ausgehärtete Resin um Bläschen an älteren Teilen zu reparieren. Falls die Kontaktfläche zu glatt sein sollte,mache ich vor dem Aufdrücken und Formen des halbfesten Resinkühelchens noch einen Tropfen CA drunter, dann kann man ohne Bedenken Feilen :-)

XXXDAn
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606

Montag, 2. Dezember 2019, 14:50

Werde ich mir merken!
Bei der Gelegenheit gefragt: Welches Risiken benutzt du?
Schmidt
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607

Montag, 2. Dezember 2019, 15:30

Risiken gehe ich eigentlich ungern ein, Resin nehme ich folgendes:

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608

Montag, 2. Dezember 2019, 18:10

Das ist seit Jahren das Material meiner Wahl. Ich beziehe es über Modulor in Berlin, seitdem es aus vielen anderen Onlineshops verschwunden ist, möglicherweise auf Betreiben der Hersteller. Bei Modulor braucht man eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, um es bestellen zu können. Leider habe ich in letzter Zeit Schwierigkeiten mit dem Material. Wenn das Herz ankommt, ist es bereits nicht mehr ganz klar, sondern leicht milchig, was eigentlich auf eine bereits fortgeschrittene Verdickung hinweist. Die erste Dosenhälfte lässt sich noch ganz gut verarbeiten, aber dann wird das Gemisch dickflüssiger und bindet irrsinnig schnell ab, bis schließlich der Inhalt kippt, eindickt und nicht mehr zu gebrauchen ist. Modulor hat auf meine Beschwerden sehr kulant reagiert und mir zweimal neues Harz geschickt, das aber im selben Zustand war. Momentan weiß ich nicht, was ich machen soll.
Frage an dich: Hast du ähnliche Probleme? Woher beziehst du das Resin? Könnte samt Transport mit der Post liegen, dass das Material kippt?
Schmidt
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609

Montag, 2. Dezember 2019, 18:56

Beim Hersteller gibt es dazu folgenden Hinweis (zu Biresin G26): "Durch ungünstige Lagerbedingungen kristallisierte Komponenten sind durch vorsichtiges, möglichst
kurzzeitiges Erwärmen auf max. 70°C zu entkristallisieren und vor der Verarbeitung wieder auf Raumtemperatur abzukühlen."
Vielleicht hilft das ja.

R&G Faserverbundwerkstoffe (r-g.de) wäre auch eine Quelle für sowas, Laminier- und Gießharze.

Gruß,
Christian

610

Montag, 2. Dezember 2019, 19:36

Das klingt höchst interessant!
Wie erhitzt man „vorsichtig“ auf 70°?
Vielleicht Gebinde in warmes Wasser stellen, auf dem Herd erwärmen und bei 70° rausholen?
Schmidt
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611

Montag, 2. Dezember 2019, 19:42

Ja, vorsichtiges erhitzen macht man meines Wissens nach im Wasserbad. Würde das mal so probieren. Oder ggf. den Behälter in 70 Grad warmes Wasser stellen. Geht schneller und der Hinweis verlangt ja kurzzeitiges erhitzen.

612

Dienstag, 3. Dezember 2019, 09:48

Meine Quelle ist Hohnen in Bielefeld.

G26 "langsam"
G27 " Schnell"

Bei Bedarf schicke ich Kontaktdaten per PN. Auch hier Verkauf nur über Steuernummer, hat mit Umweltschutzgründen zu tun.

XXXDAn
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613

Dienstag, 3. Dezember 2019, 12:11

Ich habe schon mal ein Kochthermometer bestellt. Kann man immer brauchen.
Schmidt
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614

Dienstag, 3. Dezember 2019, 19:40

Das Problem hatte ich auch schon öfters, allerdings beim Resin von Bösner/ Kunsthandwerksbedarf. Ich denke, das sind überlagerte Margen. Ich wusste bislang aber nicht, das man die u. U. wieder gängig bekommen kann. Aber das will nichts heißen... ;)

Schöne Grüße und viel Erfolg! :thumbsup:

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



615

Freitag, 6. Dezember 2019, 11:53

Ich habe gestern versucht, mithilfe des neuen Küchenthermometers eine „gekippte“, noch zu einem Drittel gefüllte Dose Resin 26 wiederzubeleben. Zunächst starkes Schütteln, dann Erhitzung auf 70°. Ja, das Material ist wieder kohärenter geworden, aber immer noch sehr milchig. Da hat sich eigentlich nichts verändert Am Wochenende werde ich ein paar Gussversuche damit unternehmen. Ergebnisse hier.

Für den Huker habe ich inzwischen ein Bratspill gebaut. Das achteckige Teil ist durch das Aufkleben schmaler Streifen Polystyrol auf ein 2 mm Röhrchen entstanden. Tipp aus dem Netz. Hat auf Anhieb funktioniert, obwohl ich mir durchaus nicht die Mühe gemacht hatte, auszurechnen, welche Seitenlänge die einzelnen Segmente eines Achtecks haben, in das man einen Kreis von 2 mm Durchmesser einzeichnen kann. Wenn es jemanden interessiert, kann ich nachmessen. Die Grätings sind aus dem Heller Modell der Saint Louis mit Knetilikon heraus kopiert. Es sind die filigransten, die ich finden konnte. Die Ränder sind Polystreifen, so wird das jetzt abgegossen.





Schmidt
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616

Freitag, 6. Dezember 2019, 12:08

Super ^^

617

Dienstag, 31. Dezember 2019, 10:56

Zunächst noch ein kurzer Nachtrag zu der Resin-Diskussion von vor vier Wochen: Es ist mir nicht gelungen, die zu dick flüssig gewordene Charge Resin wieder flüssig zu bekommen, auch nicht durch mehrmaliges Erwärmen! Nun ja.

Unten Bilder der drei Huker, die mittlerweile ihre Rüstbretter erhalten haben. Deren Position ist kein Fehler. Die Wanten des Großmastes wurden tatsächlich so weit hinten befestigt; das gehörte meines Erachtens zu dem Gesamtkonzept dieses Schiffes, dessen Takelage möglichst viel Platz im vorderen Bereich des Decks für das Einholen des Fischfangs schaffen sollte. Das letzte Bild zeigt einen der drei Rümpfe mit den bislang fertiggestellten Anbauteilen, Grätings, Spill und senkrechter Hölzer, die den Rumpf beim Anlegen und beim Einholen von Beibooten schützen sollen.







Allen einen guten Rutsch ins neue Jahr, wünscht: Schmidt
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618

Dienstag, 31. Dezember 2019, 12:24

Hallo Schmidt,

immer wieder erstaunlich, wie Du das alles hinbekommst.
Klasse Modellbau, der besonderen Art, einfach bewundernswert.
Auch ich wünsche Dir einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Viele Grüße
Johann

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619

Dienstag, 31. Dezember 2019, 23:03

Sehr schöne Miniaturen bisher

Bzgl Resin "Verflüssigung":

mach mal einen Versuch mit ein paar Tropfen Nitroverdünnung, damit bekomm ich jedenfalls zähflüssiges Epoxidharz wieder flüssig. Das Harz härtet trotzdem einwandfrei aus. :idee:
Giten Rutsch

620

Mittwoch, 1. Januar 2020, 13:00

Danke für den Tipp! Auch das werde ich umgehend versuchen.
Schmidt wünscht frohes neues Jahr
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621

Donnerstag, 2. Januar 2020, 09:29

Das Ergebnis würde mich interessieren. :rolleyes:

622

Samstag, 4. Januar 2020, 16:11



Noch vor der endgültigen Farbbehandlung der Rümpfe muss einer der Huker den Job als Experimentierfeld für die Takelage des kleinen Seglers machen. Das Foto zeigt so einigermaßen die Machart und die Dimensionen, die ich dem historischen Material entnommen habe. Der Großmast hatte keine Stengen, wohl damit man alle zwei oder drei Rahsegel problemlos an Deck fieren konnte. Eine Stenge besaß allerdings (warum eigentlich?) der kleine Besanmast. Der Bugspriet lag vorne auf dem Schanzkleid auf und wurde erst in Höhe des Großmastes variabel befestigt, alles um den vorderen Teil des Decks für die Fischereiarbeit freihalten zu können. Selbiger Buggpriet diente wohl auch dazu, die Schot des dreieckigen Segels zu halten, das am Großstag gefahren wurde. Der Bugspriet wird durch einen Klüverbaum noch einmal enorm verlängert, damit das Segel, das am Groß"stenge"stag gefahren wird, möglichst weit vorne sitzt und deshalb beim Wenden eine bessere Hebelwirkung besitzt.
Mir ist noch eingefallen, dass die Wanten des Großmastes möglicherweise auch deshalb so weit hinten am Rumpf angesetzt waren, damit das Großsegel stärker angebrasst werden konnte. Für den Ablauf des Fangvorgangs war es wohl wichtig, dass das Schiff in der Lage war, die Linie, auf der es Fanggeräte ausgesetzt hatte, auch wieder zurückfahren zu können, um sie einzuholen.
Kritik und Hinweise sind wie immer äußerst willkommen!
Schmidt
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623

Montag, 6. Januar 2020, 23:16

Vielleicht eine weitere Option für Resine:
Noch nicht ausgehärtetes Resine läßt sich mit Alkoholen entfernen/reinigen ... z.B. Isopropanol 99,9%. Ist also auf definitiv ein Lösungsmittel für Resine.
Alkoholbasierte Farben werden zum Einfärben von Resine verwendet. Soweit passen Alkohol und Resine auf jeden Fall zusammen.

Wie weit es sich allerdings als Verdünner in Deinem Fall verwenden läßt gilt es in verschiedenen Konzentrationen mit anschließender Aushärtung zu testen ... vielleicht erst mal mit zwei oder fünf Prozent ... maximal 10 ?

Und sicher geht das auch nicht ewig lang ... die limitierte Haltbarkeit hat wohl ihren Grund ...

---

Zum Huker ... schau Dir mal diese Website an ...
http://www.ebedejong.nl/Hoeker.htm#kol_visserij
Damit sollten sich eigentlich die meisten aufgetretenen Fragen klären lassen.
Die dargestellten zeitgenössischen Graphiken lassen sich ausreichend vergrößern um weitere Details gut zu erkennen.

Anzahl und Lage der Barkhölzer scheinen an den Originalschiffen ziemlich vielfältig ... Du hast eine passende Auswahl getroffen ... sieht sehr stimmig aus !

Interessanterweise wurde dieser Schiffstyp wohl oft zum Kabeljaufang verwendet ... dabei mit einzelnen Fangleinen gezeichnet ... was hinsichtlich des Modells keinen Umbau von Masten etc. erfordert.
Ohne dabei Anglerlatein strapazieren zu wollen waren damals voll ausgewachsene Exemplare dieser Gattung ganz schöne Brocken, die teils sogar zwei Mann erforderten um sie an Bord zu ziehen.

Teile dieser Graphiken zeigen auch das Ausbringen von Markierungsbojen ... was auf Netze hinweist ... ebenfalls ohne am Schiff nennenswerte Umbauten zum Einholen des Netzes zu zeigen.
Angedeutete Bojen könnten ein sehr nettes Detail am einen oder anderen Hukermodell sein ... immerhin sind sie in voller Größe zu sehen.

Es gibt in diesem Zusammenhang auch Graphiken mit den etwas größeren Heringsfangschiffen bei denen das Netz ohne großes Aufhebens direkt über die vordere Bordwand gezogen wird
https://www.google.de/search?q=haringbui…=zg2tZD8B7QCwaM
... auch ohne erkennbare Hebeeinrichtungen ... vermutlich nur pure Muskelkraft ... würde ich im Umkehrschluß auch beim Huker so vermuten. Von kleineren Netzen als heute kann man sicher ausgehen.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/c…Haringvloot.jpg
Es scheint als ob der flachgelegte Mast für den größeren Schiffstyp des Haringbuuis zutreffend ist ... beim Huker ist das nicht zu beobachten.

Zum Besanmast mit Stenge ... die Variante mit der Stenge kann ich auf allen Abbildungen nur im Zusammenhang mit einer Gaffel entdecken ... ansonsten ist er ohne und nur mit einem einfachen Segel versehen.

Fockmast ... Zahl der Rahsegel sowie Vorsegel scheinen von der Höhe abzuhängen ... eine Regel vermag ich nicht zu erkennen.
Auf den Abbildungen sind sowohl kürzere Masten, wie von Dir dargestellt, zu erkennen ... als auch etwas höhere Masten mit einfacher Marsplattform erkennbar.

Beide Arten von Fock- und Besanmast scheinen auf Hukern miteinander kombiniert ... weitere Varianten des Modells tun sich auf.

Der Bugspriet scheint an verschiedenen Positionen befestigt ... auf manchen Abbildungen ist er an einer Konstruktion vor oder hinter dem Mast aufgelegt ... teilweise auch direkt am Mast. Die Rah scheint zuweilen auch noch darauf aufzuliegen. Auch hier öffnen sich sehr vielfältige Darstellungsmöglichkeiten.

Viel Spaß im Experimentierfeld ...
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

"When all else fails ... Read the instructions" ( LINDBERG 1965 )

Youth, talent, hard work, and enthusiasm are no match for old age and treachery !
( In memoriam Prof. John A. Tilley, † 20.07.2017 )

624

Dienstag, 7. Januar 2020, 08:57

Markus, da hat deine Netznase mal wieder den Vogel abgeschossen – wenn ich mir diese grauenvolle Katachrese (Bildbruch) erlauben darf. Herzlichen Dank dafür. Einige der dort gezeigten oder verlinkten Abbildungen kannte ich bereits, weil sie von Ab Hoving benutzt wurden. Andere kannte ich nicht, und in dieser Form gebündelt beantworten sie, wie du richtig schreibst, praktisch alle Fragen.
Freilich läuft es wieder auf ein anything goes hinaus, wie ich es mir schon ungefähr gedacht hatte. Ein Huker ist nun mal kein Golf drei, der in Tausenden Exemplaren auf den Millimeter identisch vom Band gelaufen ist. Ich glaube, man kann fast sagen, dass die Schiffe dieser (wie jeder) Zeit vor allem in Absichten oder Zwecken bestehen, die sich ihre entsprechenden Realisation gesucht haben. Golfmäßig ähnlich waren einander wahrscheinlich nur Exemplare, die in kürzeren Abstand auf derselben Werft, also vom selben Meister, gebaut worden waren. Mir kommt das natürlich entgegen, erlaubt es doch, die drei kleinen Schiffe möglichst unterschiedlich ausschauen zu lassen.
Interessant ist die Beziehung zur Heringsbüse, von der es heißt, sie habe in späteren Jahren die Takelage des Hukers übernommen. Heringsbüsen besaßen nämlich drei Masten, die sich während des Fischereivorgangs umlegen ließen. Auf dem Diorama der Firma Artitec in Texel ist eine ganze Fangflotte unterwegs, und ich überlege schon, ob man meinen Huker-Rumpf nicht mit Abwandlungen zu einer Büse ummodeln könnte.
Nochmals meinen herzlichen Dank an den Recherchegroßmeister!
Schmidt
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625

Sonntag, 26. Januar 2020, 09:19

Vor drei Wochen hatte ich hier zuletzt meine kleinen Huker gezeigt, die sich in der Zwischenzeit durch gutes Durchtrocknen auf das Öldraken vorbereitet haben. Aber ihr kennt die Gesetze: Glück in der Liebe, Pech im Spiel. Ich konnte in diesem Jahr ein paar berufliche Angelegenheiten ziemlich glücklich abschließen, da war wohl wieder mal eine Bastelkatastrophe fällig.
Dabei bin ich, fatalerweise, weitestgehend sehenden Auges in selbige hinein gelaufen. Die Oberfläche des Urmodells wurde ja zuletzt von dem Klebeband gebildet, das für die Planken-Imitation gesorgt hatte. Ich hatte kurz überlegt, ob ich die Abgüsse nicht anschleifen muss, um jene spezifische Oberfläche zu schaffen, die für das Öldraken verbindlich ist. Weil ich aber befürchtete, dann wieder die Planken-Struktur zu verlieren, habe ich das nur sehr sehr zart gemacht.
Schwerer Ausnahmefehler! Nach drei Wochen waren die Rümpfe zwar knochentrocken, aber die Ölfarbe wollte nicht richtig haften, es fehlten die mikroskopisch kleinen Ritze, die für eine Nachbildung der Holzstruktur so wichtig sind.
Ich hätte es wissen müssen.
Danach durfte ich dann noch etwas erstaunliches erfahren. Das göttliche Dowanol holt bekanntlich wie durch Magie auch 30 Jahre alte Farbe von Airfix-Rümpfen, richtet aber an Resin-Teilen so gut wie gar nichts aus!
Wer erklärt mir das?
Nun werde ich mechanisch die Farbe herunterholen, eine wirksame Holzmaserung einschleifen und alles wieder von vorne beginnen müssen. Vielleicht ist es sogar sinnvoll, neue Rümpfe zu gießen...
Trotzdem allen einen schönen Sonntag: Schmidt
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626

Sonntag, 26. Januar 2020, 10:37

Guten Morgen

Oje, das ist bitter ;( . Was hälst davon, den Rumpf mit einer Grundierung auf Nitrobasis zu primern ? Ich denke da an die Spraylacke von Games workshop/world of wargames. Die haften exzellent auf allem und schaffen eine gute Basis . :rolleyes:

627

Sonntag, 26. Januar 2020, 11:17

Mahlzeit!

Wenn´s zu gut läuft, wird man leichtsinnig...
Wenn ich das Problem richtig verstanden habe, geht es darum, die Oberfläche zu brechen, ohne nennenswert Material abzutragen.Klingt nach einem Job für feine Stahlwolle.
Wenn man nur nicht nach jedem Versuch wochenlang warten müsste, um das Resultat zu überprüfen..
Ein guter Rat des Vaters an den Sohn:
Halte stets mit allem Maß-mit dem Essen,dem Trinken und dem Arbeiten.Vor allem mit dem Arbeiten.
-Otto von Bismarck

628

Sonntag, 26. Januar 2020, 11:24

Richtig gesehen, Jochen. Es geht nicht darum, dass die Farben schlecht haften. Im Gegenteil, die haften verdammt gut, wie meine Versuche, sie runterzubekommen, jetzt gezeigt haben. Leider! Es geht vielmehr darum, eine „Holzoberfläche“ durchs Einschleifen einer „Maserung“ herzustellen.
Leider habe ich einen der Huker gerade durch eine Überdosis Aceton verloren. Also, liebe Modellbaukollegen, mal aufmerken: in ausreichender Menge weicht Aceton auch Resin auf. :bang:
Schmidt
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629

Sonntag, 26. Januar 2020, 13:15

Ach so, ich dachte Du hast ein Haftungsproblem weil geschrieben hast " die Ölfarbe wollte nicht richtig haften" :nixweis:

630

Montag, 3. Februar 2020, 08:44

Anfang September, ein paar Tage nach dem Ludwig-Desaster, hatte ich zuletzt von der Reparatur des verunfallten Schiffes berichtet. Die hatte sich anfangs auch ganz gut angelassen, aber dann stellten sich doch Probleme ein. Schließlich hatte ich den ganzen Rumpf wieder zusammengeklebt, um dann feststellen zu müssen, dass das Achterdeck an Backbord ein bis zwei cm zu hoch eingeklebt war und dadurch den unteren, offenen Teil der Reling verdeckte. Ich war dadurch so frustriert, dass ich das Modell wieder ins Regal stellte. Gestern nun, nach Abschluss vieler anderer Arbeiten, habe ich mich wieder daran gewagt, und es ist mir tatsächlich gelungen, das Deck noch einmal aus seiner Verklebung zu holen, ohne dabei größere Kollateralschäden zu verursachen. Freilich waren am Schluss dieser chirurgischen Operation auch etliche Relingteile wieder Singles.



Anschließend musste ich die Innenseiten der Bordwände und die Kanten des Decks gründlich säubern und einander anpassen, ohne dass dabei die alten Auflagekanten der Bausatzteile noch zur Verfügung standen. Die waren längst weggebrochen oder weggefeilt. Die ganze Chose trocknet jetzt.



Schmidt
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