Hallo zusammen
Nachdem ich nun schon einige Male gefragt worden bin, wie ich meine Galeriefotos erstelle, werde ich hier mal den gesamten Ablauf etwas genauer schildern.
Aufgenommen werden die Fotos jeweils im Studio mit einer Sony Alpha 700 Kamera auf einem stabilen Stativ und mit Spiegelvorauslösung um die Erschütterungen durch den hochklappenden Spiegel zu minimieren.
Als Objektiv verwende ich in der Regel ein Sony 100mm / f2.8 Macro-Objektiv. Für die Beleuchtung kommen je nachdem 1 bis 2 Studioblitze der Marke elinchrom sowie noch der eine oder andere Lichtformer dazu (in der Regel eine kleine, quadratische Softbox als Hauptlicht und evt. noch ein Durchlichtschirm beim Aufhelllicht). Wie das ganze dann aussehen kann, seht ihr hier:

In diesem Fall jetzt nur mit einem Blitz und der kleinen Softbox über dem Modell. Für die Aufhellung genügen hier die beiden weissen Styroporplatten rechts und links vom Modell.
Der Untergrund ist eine schwarze Glasplatte, die mal zu einem Salontisch gehört hat. Diese Platte liegt oben auf zwei Malerböcken und etwa zwei bis drei Meter von einer schwarz gestrichenen Styroporplatte entfernt. Der Blitz wird so positioniert, dass das Licht möglichst nicht auf die Styroporplatte fällt.
Wie ihr hier seht, lässt sich leider nicht immer vermeiden, dass man die Kante der Glasplatte als solche erkennt (hier knapp oberhalb des Daches als leicht helleren Strich quer über die ganze Aufnahme). Auch sieht man hier, dass OOC (out of camera) doch noch der eine oder andere Fussel auf dem Modell und / oder auf der Glasplatte liegt.
Nachdem in Lightroom zunächst die dunklen Bildbereiche zusätzlich noch etwas abgedunkelt wurden und (falls nötig) die Lichttemperatur angepasst wurde, werden in Photoshop zuerst die Fussel entfernt (dabei aber natürlich darauf geachtet, dass möglichst nur die Dinge wegretouchiert werden, die zum Zeitpunkt der Aufnahme wirklich lose obenauf lagen), die Kante der Glasplatte wegretouchiert und anschliessend die Tiefen insgesamt noch etwas abgedunkelt. Zum Abschluss kommt dann meist noch eine leichte Anhebung der Kontraste, damit die Farben etwas knackiger wirken. Nach erfolgter Bearbeitung sieht das ganze dann zum Beispiel so aus:
Bei der ganzen Bearbeitung in Photoshop versuche ich jeweils, die Fehler extra nicht zu beschönigen, schliesslich will ich das Modell so präsentieren, wie es auch bei mir in der Vitrine steht. Die Retouchearbeiten bezeichne ich jeweils als "digitales abstauben". Einerseits vergesse ich es jeweils vor dem Shooting und andererseits kehren Staub und Fussel schneller auf die Oberflächen zurück, als mir lieb ist...
Ich hoffe, diese Erklärungen waren nicht zu sehr fotografie-technisch. Wenn noch Fragen sind, werde ich sie gerne versuchen zu beantworten.
Gruss,
Urs