Die nächste - und etwas größere- Baustelle sollten die Triebwerke werden.
Dort gibt es eine ganze Reihe an Verbesserungsmöglichkeiten. Zunächst einmal hat Revell den Treibwerken die falsche Unterseite anmodelliert. Diese ist bei der 737-800 nämlich deutlich weniger abgeflacht als z.B. bei den -300er oder -400 Baureihen. Ganz rund sind sie aber auch nicht, deshalb habe ich davon Abstand genommen, sie anzupassen. Ich hatte Sorge, dass ich dort die Gravuren nicht entsprechend fein nachgemacht bekomme. So ist es jetzt nicht ganz "scale", aber dafür bleibt der charakteristische "737-Look" erhalten. Damit kann ich gut leben.
Was ich dagegen ändern wollte:
- Triebwerksschaufeln aus Ätzteilen
- den kleine "Flügel" an der Innenseite durch ein Ätzteil ersetzen
- Öffnen des Triebwerks von hinten und Austausch der "Tailpipes" duch selbstgemachte Teile
- Auffüllen der Triebwerkseinläufe
- Anpassen des Winkels gegenüber der Tragfläche. Out of Box "kippen" die Triebwerkszellen nämlich deutlich nach oben.
Letzteres Problem hab ich versucht zu lösen, indem ich den Triebwerkspylon (also die Aufhängung an der Tragfläche) nach hinten zunehmend abgeschliffen habe. Hierdurch kommt die Vorderseite des Triebwerks nach unten. Da die Teile jetzt natürlich nicht mehr so zusammenpassten wie vom Bausatz vorgegeben, entstanden größere Spalten zwischen Flügel und Triebwerksaufhängung, die ich nach dem Zusammenbau mit Spachtel gefüllt habe.
Hier mal die Ätzteile für die Triebwerksschaufeln:
Das war eine ganz schöne Fisselsarbeit, kann ich euch sagen! Die Ätzteil-Schaufeln passen genau auf das Gussteil. Zum Ankleben muss aber jede Schaufel einzeln in den entsprechenden Winkel gebogen werden. Das habe ich auch so gemacht und dann alle Schaufeln nacheinander mit Sekundenkleber fixiert. Das Ergebnis wirkt dann schön plastisch mit schönen scharfen Kanten. Leider liegt das Teil nachher so weit innen im Triebwerk, dass man kaum etwas davon sieht, zumal dort auch kaum Licht hinein fällt.
Im Nachhinein wäre es vermutlich viel einfacher gewesen, die einzelnen Schaufeln zu trennen und separat aufzukleben! Da bin ich aber während der Arbeit gar nicht drauf gekommen.
Was mir nicht so gut gefiel war auch der hintere Teil der Treibwerke. Der ist komplett geschlossen dargestellt, was so natürlich nicht stimmt.
Deshalb habe ich diesen Bereich aufgebohrt und die Tailpipes (das sind die dünnen Rohre, die hinten aus dem Triebwerk herausschauen) selbst neu gebaut. Und zwar habe ich dafür zwei Messingrohre unterschiedlichen Durchmessers ineinander geklebt. Den Übergang von dick auf dünn habe ich zunächst verspachtelt und dann das ganze Teil in meine Mini-Bohrmaschine eingespannt und mit Schleipapier plan "gedreht".
Im Endergebnis sah das dann so aus:
Die Platte am inneren Ende des Endstücks habe ich mit eine pasenden Bohrung versehen, durch die die Metallröhrchen durch gesteckt werden. So können sie von der Länge genau angepasst und dann verklebt werden.
Hier mal ein Bild vom Ergebnis nach dem Lackieren. Wenn man genau hinschaut, erkennt man auch die Triebwerkseinläufe, die ich mit Spachtelmasse so weit aufgefüllt habe, dass sie rundum bis an die Triebwerksschaufeln heran reichen.
Nach dem Zusammenbau kam von außen noch der kleine Flügel als Ätztel dran. Das Revell-Teil wäre deutlich dicker gewesen...
So sah das Endergebnis dann nach dem Lackieren aus. Entlang der Kanten und der Gravur-Linien habe ich mit der Airbrush ein schwarzes Pre-Shading aufgebracht und dann mit Weiß drüber lackiert. Die Lippen habe ich separat lackert und erst danach angeklebt.