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Fertig: Ein MuskeTier

  • »FimoTom« ist der Autor dieses Themas

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Realname: Thomas

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1

Donnerstag, 28. November 2013, 22:46

Ein MuskeTier

Hallo zusammen,

ich hatte mir schon vor einiger Zeit vorgenommen, einen gestiefelten Kater zu gestalten.
Mittlerweile ist die Idee so weit gediehen, daß ich mich nunmehr an die Umsetzung traute.
Die Figur ist inzwischen fertig, ich möchte Euch aber trotzdem am Werdegang teilhaben lassen.
Viel Spaß dabei!

Alles beginnt mit einem Inlay aus Alufolie und Aludraht.



Eine Schicht Restefimo zur Stabilisierung der Konstruktion.



Die Füße erschienen mir dann doch arg groß, also habe ich sie eingekürzt. Leider ging dabei auch etwas Standfestigkeit verloren,
so daß ich die Figur beim Backen zwischen zwei Trinkgläsern einklemmen mußte, damit sie nicht umkippte.



Der erste "Schädel" war zu flach und zu breit geraten, das Konterfei wäre als alles mögliche durchgegangen, nur nicht als Kater.
Nach dem dritten Versuch trennte ich den Kopfunterbau wieder ab und erstellte einen neuen. Sieht schon eher nach "Katzenschädel" aus.







Doktor Frankenstein baut eine Katze. Die Augen hatte ich vorab angefertigt.





Bringen wir mal etwas Farbe ins Spiel.



Na, so langsam wird es doch.







Die Ohren.



Fellstruktur, mit einem Zahnstocher geritzt.



Es fehlt noch die Nase. Das rechte Ohr habe ich etwas flacher gestellt, damit auf dem Kopf Platz für einen gescheiten Hut bleibt.
Mit diesem Kopf habe ich die Figur wieder in die Röhre geschoben.



Fortsetzung folgt.

VG Thomas
Holzwege eröffnen vollkommen neue Perspektiven. Allerdings enden sie über kurz oder lang im Wald.

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2

Freitag, 29. November 2013, 19:24

Hallo zusammen,

es geht weiter.
Ich bereite die Hose vor, zuerst ein "anatomischer" Unterbau.





Darauf wird aus dünn gewalzten und passend zugeschnittenen Fimobahnen die Hose aufgebaut.
Ich habe ein dunkles Purpur angemischt, das mit goldenen Tressen kombiniert wird.
Die Falten drücke ich mit einem Modellierstab ein., dann gehts mal wieder für eine Runde in den Ofen.









Die Stiefel, natürlich war ich wieder so vertieft, daß ich die Etappenfotos vergessen habe.
In groben Zügen: zuerst die Schuhe, dann die Schäfte, die Schaftaufschläge, Sohlen und Falten anzeichnen, Stiefelschnallen und Spitzenmanschetten anbringen, Ofen, fertig.







Ich war mir nicht so recht sicher, ob ich die Figur mit einem Schwanz ausstatten kann, ohne daß sie dann nach hinten umkippt.
Nachdem die Stiefel ausgehärtet waren, stand die Figur aber so stabil, daß ich einen ordentlichen Katzenschwanz riskierte.
Ich bohre also ein Loch ins Hinterteil, setze einen Draht ein und baue einen Schwanz auf.









Morgen geht's weiter.

VG Thomas
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3

Freitag, 29. November 2013, 20:08

Hallo Thomas,

ich finde deine Figur schon jetzt sehr gut.
Ist interessant mit den Fortschrittbildern.

Bin gespannt wie es weiter geht.

Grüße Jakob


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4

Samstag, 30. November 2013, 16:48

Nächste Etappe,

ich ziehe dem Katerchen ein Wams an.
Erst mal gibt's ein Hemd. Ok, es ist nicht so sehr sauber, aber erstens sieht man es (fast) nicht und zweitens hatten sie es seiner Zeit nicht so arg mit der Körperhygiene.
Diese Unterbauschicht ist auch notwendig, um das Wams in die richtige Form zu bringen.



Rückenteil anmessen, zuschneiden, Tresse anmodellieren, dranpappen und ausrichten.



Jetzt das linke Vorderteil des Wamses, analog des Rückenteils.



Das rechte Vorderteil. Wer jetzt einwendet, daß das Wams verkehrt herum geknöpft ist, weil bei Herrenklamotten die Knöpfe rechts und die Knopflöcher links sitzen,
dem sei gesagt, daß das vor Zeiten genau anders herum war, weil Mann, der auf sich hielt, von seinem Diener landfein hergerichtet wurde.



So sieht das jetzt gestaltet, gefaltet und gehärtet aus.









Wofür ist nun die komische Nut? Ein Musketier sollte einen Degen haben. Dafür braucht er eine Degenscheide.
Ich hätte selbige vormodellieren und einfach dranpappen können, wäre dabei aber Gefahr gelaufen, sie wieder abzubrechen.
Also habe ich die Degenscheide direkt am Körper modelliert.





Degenscheide in Stellung bringen und einen Gürtel drüberlegen.



Noch eine Gürtelschnalle und Beschläge an die Degenscheide modellieren, erneuter Besuch der Backröhre.



VG Thomas
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5

Sonntag, 1. Dezember 2013, 09:51

Es folgt der Degen. Nein, kein Schwert, kein Säbel, es muß ein Degen sein.
Jetzt könnte man die Klinge einfach aus einem Aludraht anfertigen, Griff dran, fertig. Bei mir muß das aus Fimo, logisch mit Drahtunterbau (Aludraht, 1 mm).



Der Griff.



Der Handschutz. Dabei nur nicht den Draht verbiegen. Der fertig modellierte Griff war dann erst mal im Ofen, ich hätte die Klinge nicht modellieren können, ohne den Griff zu zerstören.



Die Klinge. Fimo effect silbermetallic hauchdünn gewalzt, zwei schmale Streifen geschnitten, angebracht und noch einmal so knapp wie möglich abgeschnitten. Zweite Runde Ofen für den Degen.



Ich bereite die Verstärkungen der Arme und Hände vor.



Jetzt wird es etwas unorthodox. Normalerweise würde ich zunächst die Arme der Figur ausformen und dann die Hände ansetzen.
Das Problem dabei ist, daß Muskelkater die linke Hand in die Hüfte stemmt. Wenn ich erst den Arm modelliere, geht mir der Platz für eine vernünftig gestaltete Hand aus.



Also zuerst die Hände formen. Die Schwierigkeit dabei ist, zwei gleich große Hände zu bauen, weil sie vollkommen unterschiedlich aufgebaut werden müssen.
Die Drahtverstärkungen der rechten Hand habe ich zu Haken gebogen, die den Degen halten, die Hand darübergelegt.
Bis auf den Daumen, der einzeln angesetzt ist, bestehen die Finger aus einem Stück, das ich um den Degengriff herum gelegt habe.
Daumen und Zeigefinger der linken Hand sind um die Drahtverstärkungen modelliert, die restlichen Finger sind einzeln angesetzt.
Jetzt war Katerchen wieder 20 min im Ofen.











Nun gehts endgültig an die Arme. Erstmal eine stabilisierende Unterbauschicht anbringen und härten.



Im nächsten Schritt wird die Anatomie der Arme aufgebaut.





Aus dünnen Streifen forme ich Ärmelaufschläge. Die Tressen setze ich direkt an die Streifen an, bevor ich sie an den Ärmeln anbringe.





Jetzt noch die Spitzenmanschetten. Die gezackten Kanten schneide ich übrigens mit einer speziell geformten Klinge.





Zum Schluß werden noch Falten in den "Stoff" gedrückt, dann steht wieder eine Runde Härten an.




VG Thomas
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6

Sonntag, 1. Dezember 2013, 17:33

sehr schön geworden! jetzt fehlt noch n Umhang und ein Hut ;)

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Realname: Thomas

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7

Sonntag, 1. Dezember 2013, 21:51

Hallo Namensvetter,

tja, über den Umhang habe ich definitiv nachgedacht, daher hat das Wams auch noch keinen Kragen (der wäre dann auf dem Umhang).
Ich habe mich auch mit anderen Knetefigurenbauern beraten, sie meinten alle, ich sollte ihn weglassen. Ich wäre in einen Zielkonflikt geraten.
Ich hätte eine Bahn von 6 cm Breite und ca. 20-24 cm Länge möglichst dünn auswalzen müssen, damit der Umhang authentische Falten schlägt, selbige aber am Hals nicht zu sehr auftragen.
Eine solche Fimobahn ohne Verlust zu verarbeiten, wird sehr schwierig, weil dünn ausgewalzte Knete keinerlei Festigkeit mehr hat und sich einfach schon beim Aufnehmen verformt.
Abgesehen davon hätte ich auch mit dem Rücken des Wamses keinen solchen Aufwand betreiben müssen.
Gehen wir davon aus, daß Katerchen den Umhang abgelegt hat, damit er beim anstehenden Duell nicht hinderlich ist.

Wenden wir uns dem Kragen zu. Erst mal gibt es eine Unterbauschicht, damit der Kragen vernünftig fällt und nicht etwa platt aufliegt.



Der Kragen selbst, für den "Anbau" vorbereitet.



Sitzt, paßt, wackelt und hat Luft.



Jetzt noch der Spitzenkragen, fertig.



Ein Musketier ohne Hut geht gar nicht. Ich habe bei einer früheren Figur einmal versucht, den Hut einteilig und hohl zu bauen, was gründlich daneben ging.
Daher bekommt der Kater einen zweiteiligen Hut mit Inlay aus Alufolie.



Die Hutkrempe.





Die Hutkrempe hat Platz bezogen.



Das Inlay habe ich ummantelt und aufgesetzt. Die Feder am Hut hatte ich vorab an einen Aludraht modelliert, der Draht steckt zwischen beiden Hutteilen.



Jetzt wird die Fuge verfüllt und "verspachtelt".



Noch ein Hutband mit Schnalle, die Krempe in Form bringen, dann gehts für eine letzte Runde in den Ofen.



"En garde, Monsieur!"



Mehr Fotos von der fertigen Figur gibt es in der Bildergalerie.
Vielen lieben Dank für Euer Interesse!

VG Thomas
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