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1

Dienstag, 19. März 2013, 10:50

Meine Göttergattin

Hallo,

nach fast vierzigjähriger Ehe wird es Zeit, die eigene Frau in meine Fimo Männeken Sammlung aufzunehmen :) .
Ihren Kopf hatte ich zwar schon einmal für das Modellvelomobil modelliert, aber als komplette Figur eben noch nicht.

Einige Fotos habe ich herausgesucht, für die Feinheiten sitzt sie mir aber Modell. Nach Foto modellieren habe schon unendlich oft gemacht, aber life ist einfach um vieles besser.

Zuerst habe ich eine Armatur aus Holz und Alu Draht gebaut. Das Holzklötzchen ist drei Zentimeter breit, zwei cm dick und ca. 6 cm hoch.
Oben werden zwei Löcher á zwei Millimeter eingebracht, hier wird der Kopf eingesteckt. Quer im Schulterbereich auch eine Bohrung mit zwei mm. Im Schritt zwei Löcher mit drei Millimetern Durchmesser, hier werden die Alu Drähte für die Beine fixiert.
Im Kopf ist sehr fest komprimierte Alu Folie. Den Kopf stecke ich für´s modellieren in ein extra Holzklötzchen, das ist so bequemer.


Gruß
Reinhard

2

Dienstag, 19. März 2013, 11:47

Fimo hautfarben, caramel und wenig rot zu einer neuen Mischung kneten. Falls die Masse zu hart sein sollte, kann auch Fimo mix quick untergemischt werden.

Damit dann den Alu Kopf einpacken. Die Grundform des Schädels MUSS jetzt stimmig sein, spätere Veränderungen sind nur schlecht möglich.
Mit kleinen Portionen Modelliermasse werden Schritt für Schritt die einzelnen Partien des Gesichtes aufgebaut.





hasi

Moderator

Beiträge: 2 168

Realname: Denny

Wohnort: München

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3

Dienstag, 19. März 2013, 11:59

Na da wird sie sich sicherlich freuen!

Das erinnert mich an die Antike, in der es unter Aristokraten üblich war, Familienmitglieder als Skulpturen oder Büsten abbilden zu lassen.Ein weiterer Beweis dafür, dass du ein Künstler bist, quasi ein Knet-Virtuose. Heb aber nicht gleich ab! :lol:

Hast du eigentlich schonmal darüber nachgedacht, mit deinen Figuren Filmchen zu drehen? Säh sicher klasse aus..


Ich schau dir gespannt zu! :wink:

Cute and cuddly, boys!!!

4

Dienstag, 19. März 2013, 12:53

Hallo Denny,

danke für´s loben. Ne, als Künstler habe ich mich noch nie gesehen, eher als Freizeitbastler oder, als ich noch Männeken als Auftragsarbeiten angenommen habe, als Jemand, der eine Dienstleistung anbietet.

Filme mit den Figuren wären eine immense Herausforderung, auch finanziell. Wallace & Gromit sind da schon Vorbild, aber die Figuren müssten dann einfacher gestaltet werden, weich bleiben damit Bewegungen möglich sind. Aufnahmen sind nur einige möglich, dann ist eine Figur Ausschuss. Das funktioniert nur, wenn Formen gebaut werden um schnell eine neue Figur für Aufnahmen zu haben.
Da muss man schon absoluter Fan solcher Filme sein, wenn diese einfach just for fun mit wahnsinnig Aufwand produziert werden sollen. Nä, ich bleib bei den Männeken :baeh: .

Beim Kopf sind nur noch wenige Handgriffe nötig, Haare braucht´s nicht, denn Madame trägt Hut :) . Nur im Bereich der Schläfen und im Nacken werden Haare modelliert.
Die Hutkrempe war schon sehr kniffelig.



5

Dienstag, 19. März 2013, 19:07

Die Hände:

Zuerst modelliere ich diese frei, spieße sie dann auf einen zwei Millimeter Stab, so kann ich sie später leichter auf den Alu Draht aufschieben.
Anschließend klebe ich die Hände auf eine Glasflasche und kümmere ich mich um die Feinheiten.

6

Mittwoch, 20. März 2013, 09:16

Die Socken werden aus beigefarbenem Fimo gemacht. Alle Hohlräume so gut wie möglich verfüllen, die Alu Drähte sollten gut verpackt sein.

Wenn die Form stimmig ist, Struktur mit einem Frottee Läppchen eindrücken.

Für die Schuhe wird Fimo hauchdünn durch die Nudelmaschine gedreht, auf einer Glasplatte abgelegt und zurechtgeschnitten. Dann einfach um die Füße legen und mit einem Modellierstab andrücken.



7

Mittwoch, 20. März 2013, 10:40

Die Hose wird auch in kleinen Schritten hergestellt.

Zuerst im Schritt die Drähte ummanteln, dann peu á peu bis zum Bauchnabel Fimo auftragen.
Die Hosenbeine nur als 7/8 Hose aufführen, die fehlende Länge wird mit dünn ausgewalztem Fimo ergänzt. Das sieht natürlicher aus.

Wenn die Figur bis dahin fertig ist, stelle ich sie für eine Stunde in den Ofen zum härten.





8

Mittwoch, 20. März 2013, 13:53

Der Oberkörper:

Mit Fimoresten die grobe Form festlegen.
Graues Fimo auf rund einen Millimeter Stärke platt walzen, eine Nudelmaschine ist (fast ) unabdingbar. Den Schnitt der Jacke abnehmen und auf´s Fimo übertragen.
Mit einem festen Pinsel das Fimo stauchen, es soll gewalkte Wolle darstellen.
Die Jacke in drei Teilen der Figur "anziehen".



9

Mittwoch, 20. März 2013, 13:58

Ohne Ärmel stelle ich die Figur noch einmal in den Ofen.

Die vorgefertigten Hände auf den Draht stecken, den Draht mit Fimo einpacken. Wiederum mit dem Pinsel stupfen. Finaler Ofengang.





Gruß
Reinhard

10

Dienstag, 26. März 2013, 09:32

Wooooow, ich hab von dem Modellieren von Figuren ja wirklich gar keine Ahnung, aber es ist wirklich beeindruckend, wie du aus Nichts so eine fast exakte Kopie erschaffst!!!! Ich bin ein wenig sprachlos :)
Lebenskünstler ist, wer seinen Sommer so erlebt, dass er ihm noch den Winter wärmt.

keramh

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Beiträge: 12 720

Realname: Marek H.

Wohnort: Bln-Friedrichsfelde

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11

Dienstag, 26. März 2013, 10:39

moin,

ich bin begeistert und frage mich, wie die Oberflächenstruktur erhalten bleibt wenn Du das Material
von Deiner Glasplatte abnimmst und den Unterbau "anziehst".

Ich habe dieses Fimo noch nicht bearbeitet, stelle mir aber vor das doch eigentlich jeder
Fingerabdruck zu sehen ist und die aufgebrachte Struktur verloren geht.

12

Dienstag, 26. März 2013, 11:07

Hallo,

vielen Dank für´s loben, es freut mich immer, wenn andere user Spaß an den Figuren haben.

Den Figurenbau betreibe ich jetzt schon seit gut 25 Jahren, in der Zeit habe ich mir sicherlich auch neue Techniken bei der Verarbeitung der Modelliermassen angeeignet. Das funktionierte nur durch try and error, weil es einfach keine Bücher zu dem Thema gibt. Mittlerweile kann man sich aber im www - und da meist bei youtube - einiges abschauen.

Früher hatte die Bekleidung grundsätzlich meine Fingerabdrücke. Das ist für manche Stoffe auch gar nicht verkehrt, so wird Stoffstruktur suggeriert.
Ein Auftraggeber wollte aber keinerlei Fingerabdrücke auf seiner Figur haben. Ihm habe ich geantwortet, dass selbst bei den alten Meistern die Ölgemälde charakteristische Pinselspuren tragen, es ist ein Erkennungsmerkmal.
Genauso sollen meine Figuren auch Spuren von mir erhalten, ich bin zwar kein Meister, lediglich Hobbybastler, dennoch lege ich Wert auf diese Eigenart meiner Figuren. Irgendwo sind diese Fingerabdrücke immer auf meinen "Männeken" zu finden.
Anders ist es halt bei den "richtigen" Stoffstrukturen, erzeugt werden sie indem ich alte T-Shirt, Frottee oder andere Stoffe direkt auf´s Fimo lege und mit einer Acrylrolle diesen fest ins Fimo presse.
Damit diese Struktur erhalten bleibt, wird das Fimo mit einem scharfen und flexiblen Messer von der Glasplatte gelöst und dann mit spitzen Fingern vooooorsichtig auf der Figur drapiert.
Dabei können auch die großen Falten direkt erzeugt werden, der "Fimostoff" muss halt so gelegt werden. Die kleinen Falten drücke ich später mit einem Stoff umwickelten Modellierstab ins Fimo. Alles eine Sache der Übung :) .

Gruß
Reinhard

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