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Dienstag, 12. März 2013, 10:51

Soleil Royal à la Parisienne

Noch ein paar Wochen werde ich durch mein Restaurierungsprojekt gebunden sein. Und dann gilt es, zwei Schaufler mit etwas Hilfstakelage zu versehen. Aber denken kann man bekanntlich immer und überall; also beginne ich schon mal mit Überlegungen zum überüberübernächsten Projekt.
Und da drängt sich seit geraumer Zeit, übrigens auch katalysiert durch die vielen wunderbaren Bauberichte hier, ein bestimmtes Projekt in den Vordergrund. Achtung, Überraschung: Die Soleil Royal von Heller.
Wer jetzt sagt: Leidet der Schmidt vielleicht an negativer Originalitis?, der sei getröstet. Nein, es soll schon etwas Besonderes werden.
Ich habe mich nämlich durch die vielen Diskussionen um die tatsächliche Gestalt des Originalschiffes, wie sie hier am Rande der Bauberichte geführt wurden, inspirieren lassen: und zwar dazu, diesen Diskussionen gänzlich aus dem Weg zu gehen und etwas zu bauen, das völlig ohne solche Erwägungen auskommt. Wie wäre es, habe ich gedacht, das Original zu bauen? Das, nach dem der Bausatz von Heller gestaltet ist. Richtig: Das Rumpfmodell im Pariser Marinemuseum.
Man muss, um die Pariserin (ich nenne sie so, trotz der Maskulinität der franz. Sonne) genau zu betrachten, übrigens nicht nach Paris fahren, es gibt viele aufschlussreiche Fotos von ihr im Netz. Und die zeigen, wie eng sich die Konstrukteure von Heller damals in den 1970er Jahren daran orientiert haben. Selbst die offensichtlichen Fehler am Galion wurden übernommen.
Leider ist es mir nicht gelungen, einen antiquarischen Bausatz zu erwerben, nur eine alte Box mit ein paar Resten habe ich bekommen. Nachdem ich nun gestern einen pressfrischen Bausatz ins Haus gebracht bekam (120 € inkl Post bei Amazon!) und also endlich diese legendären 2300 Teile (von denen ich nur einen Bruchteil brauchen werde) selbst in der Hand halte, kann ich nun beginnen zu entscheiden, was genau getan werden muss oder kann, um das Pariser Modell möglichst exakt zu kopieren. Ich werde, Euer Interesse vorausgesetzt, hier in unregelmäßiger Folge von diesen Entscheidungen berichten.
Zum Abschluss noch ein schöner Link zu Fotos aus Paris:

https://www.google.de/imgres?q=soleil+ro…29,r:0,s:0,i:77


Bisdietage: Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

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Dienstag, 12. März 2013, 10:58

*sesselindieerstereiheschiebundmitstacheldrahtundmienenvordenanderenverteidig*

Juchuu!!!

*popkornrausziehundgenüsslichwart*

XXXDAn
... keine Angst, der will doch nur spielen ...



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3

Dienstag, 12. März 2013, 12:48

HängematteüberDanielsSesselaufhängKühlschrankhochziehundinderLuxushängematteverschwind

Ich bleib hier auch dabei!

lg,
Frank
Modellbau ist Kunst - und manchmal Sport - und darf niemals als Arbeit gesehen werden!

Im Bau: The 24-Gun Frigate Pandora 1:128 - RC
Im Bau: Schlepper Goliath - RC

4

Dienstag, 12. März 2013, 16:43

*danielundfrankmitcloroformbetäubundindiebesenkammersperrsichdanachselberindensesselsetzunddieshowgenießen*

freu mich ! :D
"Etwas nicht zu können ist noch lange kein Grund, es nicht zu tun."
Bart Simpson (*19.04.1987)

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5

Dienstag, 12. März 2013, 20:27

Hallol Schmidt !
Da bleib ich dran aber wie schon mal erwähnt so schlimm wird das nicht, Galionsgräting so machen wie ich es getan habe und die Seitengalerie öffnen den holzlook begommst du auch hin.
mfg Christian
Der Nachbar hört AC/DC ob er will oder nicht :cracy:

6

Mittwoch, 13. März 2013, 12:34

Dann gehe ich jetzt mal durch die wichtigsten Punkte (insoweit ein Mensch durch einen Punkt passt, sorry, Kalauer....).

1. ein letztes Wort zur Originaltreue
Was ist nicht schon über die Heller SR geschimpft worden. Dabei findet sich schon in der ersten Bauanleitung aus den 1970er Jahren diese Passage:
"Die SR ist Gegenstand zahlreicher Recherchen von Experten der antiken Marine gewesen, die SR hat von keinem unter ihnen die Zustimmung des anderen finden können. Tatsächlich sind die autjenitischen Dokumente verschwunden. Das von heller vorgeschlagene Modell wird wohl die Gemüter in Wallung bringen, es wird vielleicht einige neue Faktoren aufwerfen."
Die Übersetzung ist ein bisschen steif. Aber es ist wohl klar, was gemeint ist: Nichts genaues weiß man nicht. Jeder hat eine andere Meinung. Man wird über das Modell schimpfen, aber es ist ja vielleicht ein interessanter Vorschlag.
Und noch etwas: Das Modell in Paris stammt aus dem Jahr 1839. Der Erbauer ist identifiziert. Es heißt, er habe dieselben Pläne als Grundlage seiner Schnitzarbeiten benutzt wie der Bildhauer, der das Original geschaffen hat. Keineswegs aber legt sich das Museum darauf fest, auf welche SR sich die besagte Pläne beziehen.
Und damit Ende der Grundlagenforschung. Ich baue ab sofort die Pariserin im Maßstab 1:2 nach. (Basta)

2. Holzfarbe und Maserung.
a) Die Pariserin ist mit Walnussleisten beplankt, die dunklen Barkhölzer und andere schwarze Bereiche sind aus Ebenholz, die Schnitzereien sind aus Buchsbaum. Das ist das Prinzip "Malen mit Holz", das bis heute von avancierten Modellbauern angewendet wird. Für mich heißt das: es kommen drei Farben zum Einsatz: ein Gelbockerbraun, ein Schwarz und ein mittleres Holzbraun. Mehr nicht! Alle Effekte zur Herstellung einer differenzierten Holzanmutung werden durch Überzüge mit verdünnter Öllasur bewirkt.

b) Die legendäre Holzmaserung des Modells, an der sich ein Graveur blutige Finger geschnitzt hat, - muss runter. Runter im Wortsinne. Tatsächlich "liegt" die Maserung "auf", wie die folgende Makroaufnahme zeigt:




Man wird sie also hoffentlich abschleifen können, ohne die Plankenstöße ganz einzuebnen. Denn die braucht es noch, wenngleich in möglichst dezenter Stärke. Dafür wird es gelten, die Nagelung zu imitieren. Wie, weiß ich noch nicht. Vielleicht durch kleine, nicht tiefe Löcher, in denen sich die Ölfarbe sammeln kann.

c) Vielleicht hab ich's ja überlesen, aber noch in keinem Baubericht bin ich auf eine Klage über das Fehlen der Planken- und Holzstruktur im Bereich des oberen Decks gestoßen. Tatsächlich fehlt hier hinter den Ornamenten beides, darüber sind wieder zwei Plankenreihen gestaltet :





Eigentlich ist das inkonsequent, aber ich kritisiere das nicht, zumal diese Ornamente bei der Pariserin fehlen. Ich werde sie abschleifen und den Bereich mit dünnen Polyplanken belegen. Vorher werde ich vielleicht die Rahmen um die Geschützpforten abformen und die Abgüsse später aufsetzen, um so ein umständliches Verplanken rund um die Rahmen zu vermeiden.


So viel für heute. Schmidt
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7

Mittwoch, 13. März 2013, 15:19

Hallo Schmidt!

Ich bin sehr gespannt! Es wird bestimmt sehr interessant hier! Ein sehr kompliziertes „Forschungsobjekt“ hast du rausgesucht...

Gruß
Sascha.

P.S. Ich habe mich in letzte Zeiten sehr intensiv mit „Nagelung“ beschäftigt. Freue mich auf Diskussionen schon. :D

8

Mittwoch, 13. März 2013, 16:43

Hallo Schmidt
auch ich werde mich der Gruppe interessierter Zuschauer anschließen. Bin schon sehr gespannt was du uns alles präsentieren wirst.
Die Erde ist rund - warum stößt man sich dann an tausend Ecken? :bang:

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9

Mittwoch, 13. März 2013, 16:56

Hallo Schmidt,
ich bin ebenso dabei, gespannt und freue mich auf Dein Projekt. :ok:

Liebe Grüße
Marc

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10

Mittwoch, 13. März 2013, 17:31

Vielleicht hab ich's ja überlesen, aber noch in keinem Baubericht bin ich auf eine Klage über das Fehlen der Planken- und Holzstruktur im Bereich des oberen Decks gestoßen. Tatsächlich fehlt hier hinter den Ornamenten beides, darüber sind wieder zwei Plankenreihen gestaltet :
Also bei meinem Modell ist das nicht so ;), neee jetzt mal im Ernst, bin gespannt, wie weit die Detailtreue bei Deinem Modell gehen wird, also ob auch z.B. die leichten Beschädigungen an manchen Stellen übernommen werden und nicht übereinstimmende Teile wie z.B. Großknecht oder Stückpfortendeckel von Dir umgearbeitet oder neu gemacht werden. Und vergiss nicht die Gussnähte wegzumachen :du:. Werde auf jeden Fall am Ball bleiben :evil:.
Einfach mal machen! Könnte ja gut werden.


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11

Mittwoch, 13. März 2013, 17:37

hi schmidt, auch ich bin ganz hin und weg...tolle idee, tolles projekt.
jetzt freue ich mich schon auf die ersten bilder!
LG der roland

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12

Mittwoch, 13. März 2013, 18:00

Das Modell eines Modelles, schöne Idee. Das Pariser Modell ist ja inzwischen selbst schon ein historisches Relikt, eben das was man 1839 vom Vorbild wußte.

Zitat

Dafür wird es gelten, die Nagelung zu imitieren

Falls es erhabene Nägel sind, versuche es mal mit Mohnkörnern. Könnte im großen Maßstab klappen. Manche Panzerbauer imitieren so ihre Nieten.



:wink:
Holger

13

Donnerstag, 14. März 2013, 07:55

und schon das nächste spannende Projekt in der Pipeline - ich bin gespannt und fiebere dem Baustart entgegen... :)

Grüße Marcel

14

Donnerstag, 14. März 2013, 09:53

Danke für das Interesse. Ich komme jetzt zu einem besonders heiklen Punkt:

3) Die Seitentaschen
Heller hat die Seitentaschen der SR geschlossen gestaltet, obwohl das Pariser Vorbild sie offen zeigt, was sicher auch in Spritzguss realisierbar gewesen wäre. Siehe den Rest des Hecks! Darüber ist nun viel gestritten worden. Auch Heller streitet neuerdings mit und bezieht Position. Erstaunlicherweise gegen sich selbst, nämlich mit der neuen Titelillustration, die zwar im Stil der alten gehalten ist, aber offene Galerien zeigt:




Ich streite nicht mit, muss aber wissen, wie die Bordwand hinter den offenen Galerien aussieht. Türen, Fenster? Nun, der Erbauer der Pariserin hat sich für eine ziemlich einleuchtende Lösung entschieden, indem er einfach die Stückpfortenreihe fortgesetzt und den Raum zwischen den Pforten mit Ornamenten versehen hat. Das folgende Foto stammt (erlaubterweise) aus Wikicommons und wurde von mir nachbearbeitet:




Ein Vergleich zeigt auffallend deutlich, dass sich der Graveur der Heller-Seitentaschen von diesen Ornamenten hat inspirieren lassen. Im oberen rechten Kasten ist sogar das Nebeneinander von Stückpforte und Ornament reproduziert. Und auch die anderen Ornamente ähneln stark denen der Pariserin:







Es wird also gelten, die Ornamente auf den Taschen abzuformen und die Abgüsse irgendwie schick, harmonisch und glaubhaft zwischen den Stückpforten zu arrangieren. Freu ich mich schon mal drauf. Wird eine schöne Arbeit.

Schmidt
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15

Donnerstag, 14. März 2013, 17:12

Wieso eigentlich abformen? Schneide die Bereiche doch einfach aus und setze sie an den entsprechenden Stellen im Rumpf wieder ein. Dann noch´n büschen beispachteln und fertsch :thumbup:.

Und bei den restlichen Ornamenten würde ich auf jeden Fall auch dieses "Pünktchenmuster" sticheln, das beim Originalmodell die ganzen Reliefs umgibt. Das scheint ja bei den Hellerteilen komplett zu fehlen. Wirkt dann gleich viel realistischer :D.

Das Engelchen im unteren Bereich scheint ja auch irgendwie auf Anabolika zu sein, eher eine Art "Schwarzenengel" (und dann noch ohne Hals :() , würde ich persönlich auch nacharbeiten.
Einfach mal machen! Könnte ja gut werden.


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16

Donnerstag, 14. März 2013, 18:14

Vielen Dank für die Hinweise!
Das Abformen hätte den Vorteil, dass ich mehrere Chancen bekäme, die Ornamente zu bearbeiten und zu platzieren. Und die werde ich vielleicht brauchen.
Das Pünkteln ist eine gute Idee! Vielleicht ist es am Original ausgeführt, um das Material dunkler erscheinen zu lassen. Immerhin wird sich in den kleinen Löchern mehr Lack sammeln, was dann dunkler wirkt. Jedenfalls eine weitere Maßnahme der Angleichung an das Pariser Original.
Und an den Engel sollte ich wirklich mal ran....
Schmidt
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17

Donnerstag, 14. März 2013, 18:16

Außerdem muss man nach dem Abgießen die Teile nicht flachfeilen (Trägerplatte weg) sondern kann beim Gießen einfach einen Poly-Streifen in die Masse drücken, die zu viel Material wegdrückt.

XXXDAn
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18

Freitag, 15. März 2013, 14:01

Ich hab noch ein paar spektakuläre Fotos von der Galerie der Pariserin gefunden. Muss man gesehen haben!

https://www.touscollectionneurs.com/~pti…%20Tanneron.htm

Jetzt kann es auch keinen Zweifel mehr geben an der Gestaltung der Balkoninnenseiten!

Schmidt
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Realname: Johann

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19

Freitag, 15. März 2013, 19:06

Hallo Schmidt,

da hast Du Dir ja ein sehr schönes Projekt vorgenommen. Nicht nur schön, sondern äußerst interessant.

20

Sonntag, 17. März 2013, 23:17

Weil ich's nicht so recht abwarten konnte, habe ich den Arbeiten einmal vorgegriffen und mir ein Testobjekt gebastelt:




Da die Seitentasche keine gerade Rückseite hat, musste ich sie mir Knetmasse unterfüttern. Den Abguss habe ich dann nach Pariser Vorbild geöffnet:





Frage: Wie würdet Ihr die "Punktierung" der glatten Flächen gemäß Vorbild herstellen?

Schmidt
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21

Montag, 18. März 2013, 00:28

hallo Schmidt, also ich würde es mit regelbaren Lötkolben und einer ganz feinen Lötspitze versuchen...
Zu dieser Punktierung hätte ich eventuell noch eine Anmerkung: Diese "Punktierung" unter dem Schnitzwerk ist ein typisches Schmuckelement des Biedermeier; das von Dir präferierte Modell aus dem Pariser Museum stammt ja aus der Zeit, also wäre es vielleicht möglich, dass die Punktierung eher dem Zeitgeschmack des Modellbauers entspricht und nicht so wirklich ins ausgehende 17. Jahrhundert passt?
Viele Grüße,
Hagen
Es rauscht wie Freiheit, es riecht wie Welt.
Naturgewordene Planken
sind Segelschiffe. Ihr Anblick erhellt
und weitet unsere Gedanken!
Joachim Ringelnatz

22

Montag, 18. März 2013, 09:39

Danke für den kunsthistorischen und den handwerklichen Hinweis! Lotolben werde ich mal probieren.

Grundsätzlich: Da ich ja das Pariser Modell nachbauen möchte, stellt sich gar nicht die Frage, OB ich punktiere, sondrn nur die, WIE. Es gibt eine ganze Reihe offenkundiger Abweichungen des Modells vom (wahrscheinlichen) Original, die ich möglichst alle übernehmen werde, mgl. inklusive dem nicht zu Ende gebauten Galion.

Schmidt
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23

Montag, 18. März 2013, 09:57

Ich hätte den guten alten Stichel bevorzugt. Lötkolben hat meiner Meinung nach zu wenig Kontrolle über Tiefe, Größe und Verrutschen.

Wie hast du den Guß gemacht? Den Knet gleich als Gegenform? Oder noch eine zweite Silikonform?

Gruß, Daniel
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24

Montag, 18. März 2013, 10:21

Die abgeformte Seitengalerie schaut gut aus. Für die Punktierung würde ich auch eher zum Stichel greifen. Wie hart ist denn das Material des Abgußes? Läßt sich das gut mit dem Stichel bearbeiten?
Und ließe sich die Kopie nochmals abformen, ohne daß Details verloren gehen? Dann hättest du ein Muster mit Punktierung, aus dem du sich wiederholende Zierelemente abnehmen könntest.


Grüße
Holger

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25

Montag, 18. März 2013, 10:25

Abformen

Hallo Schmidt,
da ich noch nie abgeformt habe, hast Du mir vielleicht einen link, wo Du diese für mich total neue Kunst beschreibst und evtl. auch sagst, welche Materialien Du hierfür einsetzt?
Das wäre echt obertoll.

Marc

26

Montag, 18. März 2013, 10:27

Ein Problem ist, dass ich die Original-Seitentasche verwenden, aber an dem Resinteil üben will, und zwar insbesondere die ja ziemlich heikle Farbgebung. Eine Übertragung punktierter Flächen ist eine elegante Idee, müsste aber zu sehr viel Geschnitze führen und damit Fehlerquellen auftun.

Die Knete kam zum Einsatz, um der Seitentasche einen geraden Boden zu verschaffen, da sonst beim Abformen das Silikon unter die Seitenkanten gelaufen wäre. Der Abguss bräuchte jetzt auch noch sehr viel Bearbeitung, um sich an die Bordwand anpassen zu lassen. Es ist eben, wie gesagt, nur ein Übungsteil.

Schmidt
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27

Montag, 18. März 2013, 11:13

moin schmidt, ich möchte hagen beipflichten. die 'punktierung' würde ich erst gar nicht machen, die kommt mir suspekt vor!
ausserdem muss sie ausserordentlich gut, dass heisst fein und gleichmaessig gemacht werden, sonst wirkt es unruhig!
obwohl ich dir das natürlich zutrauen, noch einmal.......weglassen. mache lieber feinste striche, die ein wenig maserung bzw unebenheiten
des holzes erahnen lassen. so arschglatt finde ich es auch nicht sonderlich überzeugend.
LG der roland

28

Montag, 18. März 2013, 13:14

Ehrlich gesagt ist mir die Punktierung auch suspekt. Mglw. ist sie auf das kleinere Modell auch nicht gut zu übertragen. Man wird sehen. Sind ja alles erstmal Tests.
Marcopolo. Suche mal PURUX hier im Forum. Das ist das Silikon meiner Wahl. An den Fundstellen berichten ich und andere über seine Anwendung.
Schmidt
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29

Montag, 18. März 2013, 14:43

Hallo Schmidt,
vielen Dank für Deine Info. Ich mach mich mal schlau. :idee:

Grüße
Marc

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30

Montag, 18. März 2013, 17:09

Ehrlich gesagt ist mir die Punktierung auch suspekt. Mglw. ist sie auf das kleinere Modell auch nicht gut zu übertragen.

Geht sogar bei noch kleinerem Maßstab:



Und ist auch nicht sonderlich schwer herzustellen, eigentlich nur eine "Fleißarbeit". Ist zwar im Größenverhältnis nicht ganz so fein, macht aber optisch viel aus. Und da Du ja das Museumsmodell möglichst authentisch nachbauen möchtest, stellt sich die Frage ob es gemacht werden soll oder nicht ja wohl gar nicht. Beim Museumsmodell ist es so gemacht also sollte es bei Deinem Modell auch so aussehen, oder?

Also ich hab es einfach mit einem spitzen Zahnarztwerkzeug ins Holz gedrück. Ob das bei Resin/Plastik auch so ohne weiteres geht :nixweis:? Ich würde sagen einfach ausprobieren :).
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