Alles fing damit an, daß ich diese Figur von einem Modellbaufreund mit den Worten
„Hier, vielleicht kannste ja noch was mit anfangen...“ geschenkt bekam. Er hatte die Figur unsanft herunter fallen lassen, wodurch ihr ein Bein abgebrochen war. Wahrscheinlich ein bißchen zu viel Antimon in der Legierung...
Jedenfalls war sie mir zu schade zum Ausschlachten und so warf ich meinen treuen
Ersa-Lötkolben an und lötete das abtrünnige Bein – und bei der Gelegenheit auch gleich die Arme – wieder an. Jetzt würde nichts mehr abbrechen, wenn die Figur noch einmal den Ruf der Schwerkraft folgen würde.
Nun ging es an die Ausstattung des Elitekriegers: „Banana“-Magazintaschen für die „Kochler“, derselbigen noch ein getaptes „Piggyback“-Magazinpaar verpaßt, die etwas mickrige angegossene Pistole im Holster mußte einer S&W cal. 9mm weichen. Dazu eine Gasmaskentasche als Behälter für die neckischen, überdimensionalen Knallerbsen, mit denen die Jungs im Einsatz so gerne um sich schmeißen. Bei der Gelegenheit spendierte ich den Stiefelsohlen auch ein Profil, was den Gesamteindruck noch etwas abrundet.
Die Bemalung ist recht einfach, aber damit auch recht schwierig, da die Anti-Terror-Einheiten des SAS eine tiefschwarze Ausrüstung tragen. Einzig die Kopfmaske ist hellgrau. Um noch einen zweiten Farbtupfer als Ausgleich zum Kopf zu schaffen, malte ich eine olivgrüne Gasmaskentasche. Das Schwarz des Kampfanzuges wurde mit diversen Blau- und Grautönen schattiert, um mehr sichtbare Struktur zu schaffen.
Dieser SAS-Trooper stürmt gerade in die Iranische Botschaft in London, die 1980 von Terroristen besetzt wurde. Passend dazu stattete ich den Sockel mit einem mehrfarbigen Parkettboden aus, auf dem noch ein Perserteppich liegt. Das Parkett besteht aus verschiedenartigem Furnierholz, das ich in einem Fischgrätenmuster auflegte, verschliff und lackierte. Der Teppich ist ein Stück Seidenstoff, den ich am Rand Faden für Faden ausfranste und anschließend mit dünnflüssiger Farbe bemalte, um das feine Muster hin zu bekommen. Dieser Sockel hat mich fast genauso viel Zeit gekostet, wie die Figur selber – aber es hat sich gelohnt, will ich meinen.
Eigentlich wollte ich noch die Augenöffnungen der Gasmaske mit transparentem Gießharz oder „Chrystal Clear“ ausgießen, leider habe ich aber schlechte Erfahrungen damit gemacht, weil entweder der Gießharz die Farbe angegriffen hat, oder die Farbwirkung intensivierte, wodurch die Augen wie geschminkt aussahen. Ich teste noch weiter...
Greez, Arne.