Hiho,
Ich habe ich mich nun rangemacht an einen langersehnten Bauwunsch - den Volvo-FM (in der Vorgängerversion der aktuellen Baureihe). Mein Modell soll ein dänischer LKW werden, aber im Finish frei erfunden. Ich habe zwar in Dänemark ein Vorbild gesehen, konnte den aber nicht fotographieren. Er bekommt eine selbstgebaute Pritsche und wird als 6x2 ausgeführt. Als Hinterachskonstruktion wird er die RADT-AR bekommen, das ist die Volvobezeichnung für die blattgefederte Hinterachse mit hydraulisch liftbarer Nachlaufachse. Sie wird generell für den schweren Einsatz auf allen Strassentypen empfohlen. Die Nachlaufachse dieses Typs ist doppelt bereift.
Als Grundmodelle benutze ich den Volvo FH 'Reefer Truck', #747 und diverse Teile des Scania 143 'Topline', #792. Letzterer spendet die Grundkonstruktion für die Hinterachse, die dann noch weitergehend modifiziert wird. Da Funktionsprinzip, Abmessungen, etc. aber ähnlich sind, hat man eine gute Basis.
Die beiden Bilder zeigen die bereits umgebaute Kabine. Dazu wird allen Kabinenteilen des Volvo ein ca. 11mm breiter horizontaler Streifen 'entnommen'. Ich habe diese Arbeiten mit einem sehr scharfen Cutter gemacht. Nur die Rückwand wurde auf der Proxxon Minisäge in die notwendigen Einzelteile zerlegt. Unter dem Kühlergrill hat der FM im Gegensatz zum FH eine Blende, diese wurde aus Sheetmaterial nachgebaut, ebenso die Panele links und rechts vom Kühlergrill. Das größte Problem bei diesem Umbau ist wirklich die Rückwand, aber da es ein Pritschen-LKW werden soll, sieht man daon (hoffentlich) nicht mehr so viel. Der Kühlergrill wurde auch in seiner Breite und Höhe reduziert. Im Grunde ähnelt der Umbau dem von Manuel mit seinem Kipper. Wenn man einigermaßen sauber gearbeitet hat, passen die Teile dann auch ganz gut zusammen. Jetzt folgen Schleif- und falls notwendig auch Spachtelarbeiten.
So, jetzt noch ein paar Bilder vom Rahmen. Da es schon etwas später war und die Lichtverhältnisse zum Fotografieren eher suboptimal bitte ich die Bildqualität zu entschuldigen.
Der Rahmen ist also im Rohbau fertig und nach Werkszeichnung auf einen passenden Radstand gebracht. Das Kürzen der Teile geht mit der Proxxon-Minikreissäge wirklich super. Dafür ist das Teil echt klasse und ich kann es nur jedem Interessierten echt ans Herz legen. Ist eine lohnende Investition.
Sämtliche angegossenen Teile oder Konstruktionen zur Befestigung der serienmäßigen Volvo-Hinterachse wurden mit dem Cutter abgeschnitten und verschliffen, somit läßt sich jetzt im nächsten Schritt die Hinterachse des Scania leichter anpassen.
So, die Hinterachskonstruktion ist in den Grundzügen montiert. Achso, zuvor noch der Hinweis für die Adleraugen, die Federn und Anderes werden noch verschliffen. Nur montiere ich die Hinterachseinheit lieber erst, fixiere sie dann am hinteren Ende und nehme dann erst den Mittelgrat auf den Federn weg. Die Verbindung zwischen Aufhängung und Feder ist mir nämlich bei einem anderen Modell vorher schon mal weggebrochen. Also, das ist noch nicht fertig!
An diese Stelle kommt noch ein Rundrohr, welches dann die beiden Achsschenkel miteinander verbindet. Wie gesagt, die Radaufhängung mutiert langsam zur Volvo-Radaufhängung.
Der rote Pfeil zeigt ein Rundrohrprofil zur Rahmenaussteifung, der hintere Querträger entfällt, er ist nur temporär eingebaut worden. Außerdem war er als Sicherheit gedacht, weil ich immer noch mit dem Gedanken gespielt hab, einen 4x2 zu bauen. Aber jetzt ist er überflüssig und muss weg...
Ja, nochmal aus anderer Perpektive.
So, noch mal zwei Fotos zur Kabine. Die gelben Linien zeigen die Schnitte auf den Seitenteilen und an der Rückseite. Im Nachhinein würde ich die Rückwand anders schneiden, nun gut, man lernt nie aus.
Am Vorderteil müssen die Ecken entfernt werden und (rote Linie) über dem Grill auch der 11mm Streifen entfernt werden. Der blaue Pfeil zeigt nochmal auf die neue Blende, die sich bis in die Ecken hochzieht. Der Grill an sich wird um 1 Streifen verkleinert und etwas schmaler.
Am Fahrgestell ist hinten das Verbindungsprofil zwischen den beiden Achsschenkeln eingesetzt und die ersten Verbindungsbleche dazwischen gesetzt worden. Außerdem ist der (ich hoffe ich interpretiere es richtig) Stabilisator eingebaut worden. Ich habe es aus meiner Grabbelkiste. Normalerweise erfüllt es seinen Zweck an irgendeiner Vorderachse...
Hier nochmal das Teil zum Verdeutlichen...
Dann habe ich nochmal versucht einen Staukasten nachzubauen. Ob ich hier letztendlich verwende, weiss ich noch nicht. Mal gucken, hat jedenfalls Spass gemacht zu bauen. Die Verschlüsse sind fotogeätzt von KFS.
Weiter geht es. Habe mal mit den ersten Pritschenteilen angefangen. Hier seht Ihr jetzt die Entstehung der Bordwände. An sich ist das Prinzip denkbar einfach...
Zunächst habe ich mir in der gewünschten Größe Platten aus Polystyrol zugeschnitten. Diese bilden die Grundlage und sind mit einer Seite gleichzeitig die sichtbare Rückwand (Innenseite) der Bordwände.
Darauf habe ich Streifen aus Evergreen-Profilen (hier 6,3x0,5mm) aufgeklebt, die ich vorher ungefähr auf Länge der Bordwand +5mm zugeschnitten habe. Sie stehen links und rechts damit etwas über. Zwischen die Profile habe ich kleine Abstandshalter aus 1mm Profil eingeklemmt. So ergeben sich schöne, gleichmäßige Fugen.
Nach dem Aushärten des Klebstoffes entferne ich die Abstandshalter...
...und schneide von der Rückseite mit einem sehr scharfen Cutter die Profile an den überstehenden Seiten ab. Somit ergibt sich eine wunderbar glatte und ebenmäßige Bordwand.
Die Bordwände in diesem Beispiel sind höher als gewöhlich und somit sind sie sicher nicht gerade Standard. Allerdings findet man insbesondere in Skandinavien des öfteren diese hohen Bordwände an Pritschen-LKW.
Weiter im Text (hoffe es ist noch niemand eingeschlafen)...
Zuerst hatte ich mir das mit dem Innenteil so vorgestellt...
Aber irgendwie sah es mit der einfachen Abdeckung auf dem Motortunnel etwas bescheiden aus. Nachdem ich in einem alten Prospekt ein Foto des Innenraumes gefunden hatte, habe ich das ganze nochmal umgebaut. Nun sieht es so aus...
Im Grunde ist der Umbau nicht so schwierig. Man entnimmt wie an der Kabine ca. 11mm Material rundherum (also Motortunnel und Liege) und klebt die oberen Teile wieder darauf. Dann schneidet man das Armaturenbrett in der Mitte entsprechend aus (s.unten) - fertig. Aus Stabilitätsgründen habe ich es jetzt schon verklebt. Besser etwas mehr Arbeit beim Lackieren als ein zerbrechliches Teil.
Zum Schluss habe ich auch schon die Kotflügel befestigt. Eine Probe wie das Ganze mit der Kabine ausschaut habe ich schon gemacht. Denke mal es paßt ganz gut, Fotos davon gibt es dann auch bald.
Das Fahrgestell wurde weitergehend detailiert sowie die Seitenteile der Pritsche grob zusammengefügt.
Links auf dem oberen Teil habe ich mal probiert, wie man die Scharniere darstellen kann. Mal gucken, da machen jetzt dann halt die Details wohl noch viel Arbeit. Aber der grobe Rohbau ist schon mal soweit.
Gruss Sachar