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Holz: San Martin

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1

Mittwoch, 14. März 2012, 00:45

San Martin

Hallo alle zusammen!

Erstmal kurze Vorstellung: Ich heiße Ralf, bin 40 und komme aus dem schönen Vogtland.

Das Thema Modellbau beschäftigt mich schon seit ... Gute Frage, wie lange eigentlich? Könnten so 30 Jahre sein. Angefangen hat alles, wie wahrscheinlich bei vielen, mit ´ner Eisenbahn. Da zu DDR-Zeiten was einigermaßen vernünftiges zaubern war ja schon ´ne Herausforderung, und wenn es nur um das "organisieren" von Material war. Dann kam die Vereinigung und das Thema Modellbahn war Geschichte, als Student konnte man sich da nix mehr leisten. Und kein Platz, wenig Zeit ... So kam ich zu den Plastmodellen, vorwiegend Revell und Trucks. Und in Plaste ist auch mein erstes Schiff entstanden. Das zweitgrößte deutsche Schlachtschiff. Jaaaa, es gab noch was größeres und stärkeres als die Bismarck. Und Plaste is für Schiffe nicht so toll. Also irgendwie die Pläne für die Tirpitz organisiert. Aber da einfach so drauf los ohne jede Erfahrung mit Holz und fast keiner mit Schiffen, naja, das Projekt ist auf Eis gelegt worden. Mittlerweile ist mir auch ´ne Festplatte abgebrannt und damit waren auch die Pläne futsch.

Also wieder Eisenbahnen. Beim Nachbar mitbauen. Und des öfteren vor Weihnachten für Kiddis von Freunden ne Anlage basteln oder komplett restaurieren. Aber halt nix eigenes. Das sollte sich eigentlich dieses Jahr ändern: Pläne sind fertig, Kostenschätzung so bei rd. 5.000 €. Da is aber noch keine Lok dabei! Leider kam es anders, der Rubel rollt nicht mehr so wie ich mir das vorgestellt habe. Die Wirtschaftskrise hat mich halt später erreicht - schei... antizyklischer Job! Aber was fummeln, das mußte schon sein. Da kam das Thema Schiffe und Holz wieder hoch. Ein Segler sollte es werden. Was aus dem 18. Jh., weil so ein Ding schon Orginal in 30 m Wassertiefe gesehen bzw. was davon noch übrig war. Erster Gedanke: Was von DA, evt. die Vic. Aber der Preis ... Also, fragen sie Dr. Gogele! So bin ich auf Occre gestoßen. Schöne Modelle, Bausätze haben recht gute Kritiken und preislich von ... bis.

Also hat quasi kein Weg an der San Martin vorbeigeführt. Entspricht meinen Vorstellungen und preislich mit 130 € recht erschwinglich. Klar gibt es schönere Modelle (von Occre z.B. die Montanes od. Santisima Trinidad), aber da sind dann auch ganz schnell 500 Eier weg. Und wer weiß, vielleicht liegt das ganze ja recht schnell in ner Ecke, weil ich absolut nicht mit klarkomme (so dachte ich).

Ok, die Post hat ein Paket gebracht. Oh, das ist putzig: Jede Menge Holz, aber kaum fertige Teile. Und geschätzte 10 Mio Kleinteile. Das kann ja was werden ... Noch ein Besuch in meinem Baumarkt des Vertrauens, noch bissel Kleinmaterial und Werkzeug besorgen. Weil Lötkolben, Schlagbohrmaschine und Handkreissäge scheinen mir auf Grund des Maßstabes doch nicht so geeignet zu sein ;). Ups, noch mal 3 Braune weg.

Aber jetzt gehts endlich los !!!!

Das war vor etwa einem Monat. Inzwischen ist der Rumpf schon recht weit fortgeschritten. Die wichtigsten Bauabschnitte wurden natürlich auf Bild festgehalten. Wenn ich noch irgendwie mein Handy mit dem Lappi koppeln kann, dann gibs hier auch Bilder.

So, Ihr fleißigen Holzwürmer, das war mein erster und hoffentlich auch längster Beitrag. Werde in den nächsten Tagen den bisherigen Bauverlauf dokumentieren und über weitere Fortschritte berichten.



Bis Bald!
Was nicht paßt, wird passend gemacht !!! :!!

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2

Mittwoch, 14. März 2012, 02:21

Der erste Monat

So, die Bilders sind aufm Lappi und können somit hochgeladen werden.

Mal sehen, ob das irgendwie klappt. Das Forum hier ist nicht sonderlich Bedienfreundlich.



Ah ja, geht irgendwie.



Bild 1: Das Spantengrundgerüst. Auf eine Helling hab ich bewußt verzichtet, da sie außer zum Ausrichten der Spanten hier als wenig sinnvoll angesehen wird. Die Winkligkeit der Spanten hab ich mit 20 x 20 Vierkanthölzern und ein paar Zwingen hinbekommen.



Bild 2: Das Hauptdeck wird beplankt. Als Kalfaterung hab ich Sternchenzwirn verwendet. Geleimt mit verdünntem Ponal ex. Geht einwandfrei.



Bild 3: Das Achterdeck. Wie vor.



Bild 4: Die fertigen Decks. Nach ausgiebigen Trocknem wurde angeschliffen und mit Bleistift die Querfugen aufgemalt. Dabei bissel stark aufgedrückt und somit liegen die Fugen auch etwas tiefer. Dann erste Lasur. Nochmal anschleifen und 2. Lasurschicht. Und um den Glanz rauszunehmen nochmal angeschliffen mit 800-er.



Bild 5: Einbau des Hauptdeckes. Verdammt, das Ding ist aber stark gebogen! Ohne technische Hilfsmittel nicht zu fixieren, auch nicht mit SEkundenkleber. Zwingen ansetzen - negativ! Jetzt war guter Rat teuer. Naja, mit ´nem Bleistift, einem Maßstab und 4 Kabelbindern wurde das Problem gelöst. Nicht unbedingt elegant, aber das Ergebnis spricht für sich.



Bild 6: Schanzkleid Backbord montiert. Mist, falsche Beize erwischt! Verdammt, ich wollte doch Nußbaum, warum ist in der Buddel jetzt Mahagonie? Ich glaub, ich werd das Schanzkleid von innen auch mit Furnierstreifen verkleiden. Gar nicht so einfach, die MOntage. Das Teil ist in mindestens 3 Dimensionen gewölbt. Zwingen ansetzen nur bedingt möglich. Also mal wieder Sekundenkleber und ´ne Weile mit zwei Händen und dem Kinn andrücken. OK., funktioniert!



Bild 7: Schanzkleid Steurbord ist auch dran. Das hat diesmal nicht ganz so toll gepaßt, am Bug is ´ne Klunse zwischen Schanzkleid und Deck. Da muß Spachtelmasse ran. Außen wird das Problem mit Sandpapier geklärt.



Bild 8: Der Rumpf ist 2x beplankt und der Kiel montiert. War ein ganz schöner Akt! Beim Straken hat sich doch ´ne kleine Ungenauigkeit eingeschlichen. Dadurch hat der Rumpf am Bug etwas eckig gewirkt. da war viel Spachtelmasse und Trockenzeit und Schleifarbeit erforderlich. Das hätte auch ein Blinder machen können, die Unexaktheiten in der Linienführung ertastet man besser als man sie sieht.

Recht problematisch hat sich die 2. Beplankung mit dem Nußbaumfurnier dargestellt. Das Material läßt sich nur äußerst besch ... eiden in die erforderliche Form bringen. Da waren viele kleine Einschnitte erforderlich und natürlich jede Menge Schleifarbeit. Außerdem ist das Material recht spröde und an einigen Stellen schnell wieder weggebrochen. Da muß noch ´ne ganze Menge an Kleinigkeiten nachgearbeitet werden, auch die außerplanmäßige Innenverkleidung der Schanzkleides.

Das Anbringen des Kieles hat sich auch nicht ganz so einfach gestaltet. dadurch, daß ich auf Grund der Spachtelung die Form des Bugs leicht verändert habe, war hier auch wieder viel Geduld und Sandpapier nötig. Irgendwie sieht der Kiel in dem "tollen" Sperrholz-Lock nicht sonderlich tolle aus. Ich werd ihn wohl auch noch furnieren, das kann ja noch ´ne schöne Fummelei werden ....



So, das ist jetzt der akuelle Baustand. Werde den Bericht mit Bildern fortsetzen. Gibs hier irgend ´ne Möglichkeit, die Bilder in den Text einzubinden und nicht bloß als Anhang?

Guts Nächtle! :schlaf:
Was nicht paßt, wird passend gemacht !!! :!!

3

Mittwoch, 14. März 2012, 09:27

Hallo Kollege Kapitän!
Das einfügen der Bilder ist ganz einfach.
Nach dem Hochladen ist in der Zeile mit dem jeweiligen Bild rechts neben dem roten Lösch-Button ein Einfüge-Button.
Zuerst den Cursor an die Stelle im Bericht setzen, an die das Bild gehört, dann den Einfügebutton drücken.
Dann ist der nötige Steuertext eingesetzt und das Bild wird in der "Vorschau" auch angezeigt.
Vorsicht, nicht mitten im Text weiterschreiben oder löschen - erst den Cursor wegsetzen. ;)

Du kannst deinen Baubericht auch noch "Bearbeiten".
Für eine gewisse Zeit bleibt diese Option offen.

Ach ja...
Willkommen im Forum!

lg,
Frank
Modellbau ist Kunst - und manchmal Sport - und darf niemals als Arbeit gesehen werden!

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4

Mittwoch, 14. März 2012, 09:43

Moin, Bochumer Kapitän!

habe Deine Anleitung befolgt :idee: und promt sieht Kapitel 1 meines Bauberichtes besser aus. Danke!
Was nicht paßt, wird passend gemacht !!! :!!

5

Mittwoch, 14. März 2012, 09:52

Hallo Kapitän,
immer gern!

Im übrigen kannst du Bilder bis 800 x 800 Pixel einstellen.
Ich mache eigentlich 640 x 480, andere machen 800 x 600.
Die Größenanpassung und Komprimierung der Fotos mache ich mit einem Tool.
Das gibt´s hier zum Download. Schau dir mal die Beschreibung vom Michael (Barmagi) an, da ist auch der Download möglich.

Bildkonvertierung

lg,
Frank
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6

Mittwoch, 14. März 2012, 22:28

Hallo mal wieder!

Ich möchte zu dem ganzen Baubericht noch was Grundsätzliches loswerden: Bei diesem Modell lege ich bewußt (zumindest demnächst noch) keinen Wert auf historische Exaktheit und den ganzen Kram (Herr Mondfeld - ich bitte schon mal um Verzeihung ;) ). Dieses Modell ist für mich ein ÜBmodell, um die Materialien, Arbeitstechniken usw. kennenzulernen. Mein Schwerpunkt liegt vorrangig darin, das Modell nach Bauplan (mit geringen Abweichungen der Optik wegen) aufzubauen und dabei insbesondere auf exakte Arbeitsweise zu achten.

So, hier kommt der heutige Werftbericht. Im Büro gabs nix zu tun, also konnte ich schon seit 13.00 werkeln.

Ich wollte den Kiel sowie Vorder- und Achtersteven mit Furnier verkleiden. Ging bis her sehr gut und recht zügig, ist aber noch nicht ganz fertig.



Während der Trochenphasen und darüber hinaus hab ich das Galeon fertig gemacht.



Auch hier war wegen der geänderten Bugform eine recht schleifaufwendige Anpassung erforderlich. Sitzt jetzt aber sehr gut.

Nächster Akt: "Beschneiden" des Rumpfes, also überstehende Beplankung wegschneiden und -schleifen. Danach ging es an die Reparatur von weggebrochenen Furnierteilen.



Ich werde den Platzer über der Stückpforte aber belassen und sogar noch mit dem Feuerzeug behandeln. Dort angekokeltes Holz zu finden ist doch gar nicht so unlogisch, wenn die Geschütze nicht getakelt sind ;)

Und jetzt bin ich schon da, wo ich eigentlich gar nicht hinwollte - siehe Eingangsbemerkung. Natürlich werd ich die Geschütze - im Gegensatz zum Bauplan - takeln, sieht sonst irgendwie blöd aus. Und genau an der Stelle ist halt mal was gerissen - kann doch passieren! Hier kommt halt meine Vorliebe für verrückte Details vom Eisenbahnbasteln wieder durch.

So, das wars für heute. Sieht doch bis jetzt gar nicht so übel aus, finde ich zumindest.

Was nicht paßt, wird passend gemacht !!! :!!

Hubra

Moderator

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7

Mittwoch, 14. März 2012, 22:47

Hallo Käptn Blaubär.

Ich habe mal einige unnütze Leerzeilen von dir entfernt und gesehen das deine Bilder doch sehr klein sind.

Wie Frank dir schon mitteilte.
Lade dir das Programm JPGcompressor mal runter, damit lassen sich die Bilder ganz leicht in die passende Größe umwandeln.
Wenn Du das Programm dann so wie auf dem Bild zusehen ist einstellst, dann kannst Du deine Bilder auch mit der maximal erlaubten Größe von 800 x 800 Px hier einstellen.


Gruß Micha.


Das richtige einstellen der Bilder in eure Beiträge wird hier gezeigt. Mehr darüber erfahrt ihr hier!

8

Mittwoch, 14. März 2012, 23:20

hi
Schön das du deinen Bericht hier einstellst:)
Sieht wirklich gut aus was du da baust!

Wird es eine Karavelle oder eine Galeone?
bin schon sehr gespannt was da noch so kommen wird :ok:
Viele Grüße :ahoi:
markus
(der Captain)

9

Donnerstag, 15. März 2012, 07:50

Hihihihihihi, süßes Teil :-)

Viel Spaß damit und gutes Gelingen!

Gruß, Daniel
... keine Angst, der will doch nur spielen ...



Feinste Ätzteile für HMS Victory 1:100
http://www.dafinismus.de

10

Donnerstag, 15. März 2012, 09:35

Moin Ralf,

und auch von mir ein herzliches Willkommen in der Holzecke.
Wie bist du eigentlich mit der Qualität von Occre zufrieden? Ich habe den Kutter von meinen Schwiegervater geerbt und musste feststellen, dass stellenweise die vorgesägten Teile nicht so schön waren. Bei meiner San Francisco von Artesania Latina waren dagegen alle Teile Laser-geschnitten und passten wie Ars.. auf Eimer.
Die Leidenschaft des Aufklebens einer Zweitbeplankung teile ich mit dir ebenfalls. Funierstreifen sind da irgendwie nicht meine Leidenschaft. Wenn sich aber eine Planke nicht recht in Form bringen lassen will, Wasser und (ja, das geht wirklich) ein Lötkolben oder eine Kerze bewirken da echt Wunder.
Ein kleiner Tipp, wenn auch zu spät. Das Schanzkleid hätte ich geklebt und genagelt. Nach dem Trocknen einfach die Nägelköpfe abgeschliffen und gut ist. Dann brauchst du auch keine Angst haben, dass du den Bart mit dem Sekundenkleber am Rumpf fixierst...

Wenn du Fragen haben solltest, dann nur raus damit. Hier bist du wirklich an der richtigen Adresse. Da werden Ihnen geholfen....

Gruß Jan

11

Donnerstag, 15. März 2012, 14:08

Oho!! 8o Noch eine Galeone, wie schön! Vom Holzbau hab ich zwar noch keine Ahnung aber bei Bedarf könnte ich Dir bei eventuellen Takelfragen meinen Support anbieten, wenn gewünscht. Ist vielleicht noch n bisserl hin, aber schon mal vorwech. Herzlich Willkommen und schön, dass Du hier Deinen baubericht einstellst! :ok:

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



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12

Montag, 26. März 2012, 11:37

Hallo mal wieder!

Keine Angst der Bau wurde nicht eingestellt. Aber das schöne Wetter der letzten Tage hat die Werftarbeitszeiten doch etwas eingeschränkt, die Fußballsaison geht weiter und außerdem kommen jetzt die Fummelarbeiten, wo man eine Stunde gar nicht sieht. Und noch was: Das ist jetzt zwischenzeitlich schon der 3. Bericht, den ich tipse. Mal sehen, ob er auch wieder verschwindet, kurz bevor "Absenden" gedrückt wird.

Aber zum wichtigen:



Der Balkon am Heck wurde eingesetzt. Mit dem Geländer hab ich noch keine richtige Meinung, die mitgelieferten Gußpfosten gefallen mir überhaupt nicht. Mal sehen, wie ich das mache.

Außerdem hat mir der Sitz des Galeons nicht wirklich gefallen. Wahrscheinlich hat die Schleif- und Spachtelaktion am Bug doch größeren Einfluß als Gedacht. Aber Holz ist ja geduldig... Also eine Keil eingesetzt und das Furnier abgeschnitzt.



Dann neue Furnierstrifen geklebt und das galeon flüssig eingebunden. An der Nahtstelle der Planken sitzt später ein Fender. Hier das Ergebnis:

Nächster Schritt: Die Backhölzer. Die Höhe dieser hab ich mutig selbst festgelegt, da der Plan diesbezüglich nicht sonderlich aussagekräftig ist. Hab mich dabei an den Decks orientiert. Die Befestigung hat sich zunächst wieder als recht experimentell herausgestellt: Nur Ponal (mein Lieblingsleim bis jetzt übrigens) wird nix, da zwingen nicht geht und ich leider nur mit 2 Händen ausgestattet bin. Hab mich zunächst für folgende Variante entschieden: Punktuell Kraftkleber (der vom großen nachaktiven Greifvogel) und flächig Ponal. Die Fixierung ging recht gut, aber der herausquellende Karftkleber läßt sich nur mühsam wieder entfernen. Also doch nur Ponal und Fixierung mit Nägeln. Warum nicht gleich so? Als nächstes die Fender. Davon hat der Pott ja mehr als reichlich.



Und jetzt kommt ein nicht eingeplantes Ereignis: Material alle! Die Leisten, aus denen die Fender gebastelt werden, lagen nicht in nötiger Anzahl bei, andere kleinere dafür um so reichlicher. Hab mich jedoch nicht beschwert, wegen dem bissel Pfengkram loht ein Aufstand nicht. Da ich eh fürs Takeln der Geschütze Ösen, Blöcke und Takelgarn zusätzlich brauche, hab ich die fehlenden Leisten kurzerhand gleich mitgestellt. Jetzt heißt es warten auf die Post ...
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13

Montag, 26. März 2012, 11:58

So, ich hab den Bericht geteilt, damit nicht immer alles weg ist ... ;)

Also, wo war ich stehn geblieben? Ach ja, warten auf die Post. In der Zwischenzeit hab ich mich mit den Geschützen beschäftigt. Der Plan sieht ja keine Takelung vor, aber das wirkt irgendwie langweilig. Andererseit beschleicht mich so ein gefühl, als ob eine Volltakelung wieder irgendwie überladen wirkt. Also erstmal nur die Brooktaue, und dann sehen wir weiter. Dafür müssen in die Gußlafetten erstmal Löcher:



Und das Grundgeschütz schon probehalber in Stellung gebracht:



Das Brooktau gefällt mir noch nicht so richtig wirklich, wirkt noch irgendwie zu wuchtig. Die nächsten werden feiner gearbeitet. Probehalber hab ich auch mal die restlichen Kanonentakel gebastelt (für 1 Geschütz), um zu sehen wie es wirkt. Leider kam ich noch zu keinem Test, da ich mir seit über einer Woche vornehme, die Schnäbelzange zum Haken biegen aus dem Werkzeugkoffer im Keller zu holen!

Aber es gibt ja noch andere Baustellen: Das Steuerruder zum Beispiel. Zunächst das unansehnliche Sperrholz wieder furniert und gem. Plan die Scharnierbänder rangenagelt.



Aber wie das ganze am Pumpf fest kriegen? Nach einer schlaflosen Nacht war der Plan geboren. Scharnierbänder wieder ab, neu zurecht biegen, die Scharnierstift gleich einleimen (Sekundenkleber) und mit dem Dremel abschrägen. Dann wieder am Ruder montieren. Die Gegenbänder konnten jetzt eingehakt und am Rumpf angenagelt werden. Und: Ruder bewegt sich! Leider sitzt ein Band nicht ganz so, wie es sein sollte. Aber das ändern würde Nacharbeit am Ruder selbst bedeuten.



Leider ist beim Anbau des Ruders die Pinne gebrochen und runtergefallen. Also Leute, ein Teppich in verschiedenen Brauntönen ist keine gute Ausstattung für ein Bastelzimmer! Muß ich wohl eine nachbasteln ...
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14

Montag, 26. März 2012, 12:09

So, und jetzt der 3. Teil des aktuellen Berichtes:

In der Zwischenzeit hat das Fräulein von der Post (Quatsch, Fräulein! Die gute heißt A. und ist schon mit mir in die Schule gegangen) ein Paket gebracht. Die Ersatzleisten und weitere Kleinteile. Demnach waren 2 Abende später die Fender alle montiert.

Weiter gehts es mit diversen Kleinteilen: Belegbretter am Schanzkleid



Ochsenhörner und Belegbretter



Die Scharte am Bug wird natürlich noch ausgebessert. Aber erst, wenn der Bugspriet sitzt, dann kann der gesamte Bereich "finalisiert" werden.

Die erste Rüste sitzt auch, und ich konnte nicht widerstehen und mußte schon mal ´ne Jungfer setzen.



So, Freunde, das ist jetzt Stand gestern Abend 21.00 Uhr. danach hab ich dem ganzen MOdell noch einen Lasuranstrich verpaßt. Und hier ist der aktuelle Stand der Dinge:



Fortsetzung folgt ...
Was nicht paßt, wird passend gemacht !!! :!!

15

Montag, 26. März 2012, 12:47

Sehr schön!
Nur gab es bei Stückpforten so weit ich weiss nie so überstehende Ränder!
Wozu denn auch?
lg
hms

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16

Montag, 26. März 2012, 12:53

Und hier mein letzter Erguß für heute:

Ich bin mit dem Bausatz von Occre recht zufrieden. Die Maßhaltigkeit der "gelaubsägten" Teile (eh nur die Spanten und Decksplatten) ist zufriedenstellend. Alle anderen vorgefertigten Holzteile (So viele sind das gar nimmer) sind gelastert und auch gut in der Paßform.

Teilweise unbefriedigend ist die Holzqualität, insbesondere bei den Furnierstreifen. Aber es liegen dem Bausatz genügend bei (ich schätze mal so + 30%), so daß man da nicht knausern muß und fehlerhafte Zeug lieber gleich zur Wärmeerzeugung abkommandiert.

Beschrieben hatte ich ja schon, daß von einer Leistenart zu wenige beilagen, dafür von einer anderen zu viele. Ist, denke ich mal, ein rein menschlicher Packfehler und sollte nicht die Qualitätsbewertung des Bausatzes beeinflussen.

Die Gußteile wirken teilweise etwas plump und nicht gerade filigran. Im Großen und ganzen jedoch ok!

Insgesamt kann ich dem Bausatz nur ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigen. Die Qualität ist sicherlich nicht die allerbeste. Da ich leider keine Vergleiche von Holzbausätzen habe, kann ich auch keine zuverlässige Einordnung treffen, würde aber schon vom besseren Mittelfeld sprechen wollen.
Was nicht paßt, wird passend gemacht !!! :!!

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17

Montag, 26. März 2012, 12:57

@ hms:

Ja, ich gebe Dir recht. Die Tempelrahmen sind hier etwas ganz schön wuchtig. Ist halt dem Bausatz geschuldet. Aber dazu hab ich ja schon anfangs was gesagt ...
Was nicht paßt, wird passend gemacht !!! :!!

18

Montag, 26. März 2012, 13:52

Aha, das sollten Trempelrahmen sein!
Ja, die sind sehr wuchtig, normalerweise gehen die Trempelrahmen ein bisschen in die Wand rein, und stehen nicht über!
Wird das noch verbessert?
lg
hms

19

Montag, 26. März 2012, 18:05

Hallo Käptn Blaubär :wink:

Sieht doch gut aus. :ok: :ok: :ok: Bei den Metall Pforten gehen die Meinungen eben etwas auseinander, aber auf einer Galeone wie hier, passen sie nicht schlecht, ich würde sie drinn lassen.

LG
Sergio
In der Werft : Revenge 1577
Fertig : Avalon

20

Montag, 26. März 2012, 21:38

Nabend! :wink: :wink: :wink:
Nur so ein par Tipps am Rand: Da ich annehme, dass es sich bei Deiner "San" um diese hier handelt, folgende Anmerkungen (ist keine Kritik, und wenn, dann gegen den Hersteller!) : Da es sich offensichtlich um ein spanisches Schiff der spanischen Operation gegen England im Jahre 1588 handelt, sind die Geschützlafetten falsch: Die spanischen Geschütze dieser Epoche waren, sofern sie denn auf Rädern gelagert waren, auf Landlafetten mit lediglich nur zwei großen Rädern gelagert. Dies deshalb, da sie zentral in Waffenarsenalen etwa in La Coruna, Cadiz etc. gelagert und bei Bedarf auf der Marine zur Verfügung gestellt wurden (z. T. gegen erträchtlichen Mietzins!!) Die auf Deinen Bildern dargestellten sind eher englischen/europäischen Ursprungs, die nahezu ausschließlich auf Schiffen eingesetzt wurden!
Zu den Jungfern: Liegen die so dem Bausatz bei?? Die wären nämlich auch viel zu modern. Sie müssten der Epoche entsprechend dreieckig sein. Ich würde sie nur verwendn, wenn es in dem Maßstab keinerlei passende Alternativen gäbe. Aber da das Modell relativ groß erscheint, findest Du im Zubehör passendere, auch die kleineren für die Marsstengewanten (die über dem Mastkorb).
Außerdem möchte ich Dir noch folgendes Buch ans Herz legen. Man lernt einfach unheimlich viel und versteht Fahrzeuge dieser Art und deren Konstruktionen einfach wesentlich besser. Allerdings ist es auf Englisch aber reich illustriert.
Versteh das jetzt alles bitte nicht als "Schlauscheißerei" aber vieles lässt sich mit etwas Mehraufwand leicht korrigieren, dafür weißt Du aber auch, was Du da baust... ;)

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
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21

Montag, 26. März 2012, 22:47

Ja, es handelt sich um die San Martin, die 1588 eine gewisse Bekanntheit erreichte.Ist mir auch schon aufgefallen, daß die Historie nicht so ganz stimmt. Das mit den Lafetten und Jungfern gibt ja ein Blick in den "Mondfeld" her. Außerdem stimmt die Form der Kanonen nicht, auf spanischen Schiffen dürfte diese Art zu dieser Zeit noch nicht im Einsatz gewesen sein. Dies liegt wahrscheinlich darin begründet, das es sich um das älteste Modell handelt, was von Occre angeboten wird, für (fast) alle anderen Modelle passen die diversen Zubehörteile besser in die Historie. Es wird sich vermutlich nicht lohnen, hierfür extra Teile anzufertigen. Irgendwie muß der günstige Preis (etwa 1/2 bis 1/3 im Vergleich zu den anderen Bausätzen) ja zu Stande kommen. Und konkret nachbessern will ich (hier) nicht, der "schnelle, aber halt nicht ganz so perfekte" Erfolg ist mir lieber.

Ich hatte ja schon zu Beginn des BB´s gesagt, daß es mir hier weniger um eine korrekte historische Darstellung, sondern mehr auf die Optik draufankommt. Daher bleiben auch die (ich bleib einfach mal bei der Bezeichnung) Tempelrahmen so wie sie sind, weil optisch passen sie nämlich gar nicht schlecht finde ich.

Ich hoffe, mit dieser Einstellung mache ich mir hier keine Feinde. Über konkrete Hinweise - sei es zu historischen Details, offensichtlichen Baumängeln (ein paar hab ich selber schon erkannt), alternativen Techniken usw. - bin ich aber trotzdem nicht böse. Im Geiste reift nämlich schon ein neues Projekt heran, bei dem die Prioritäten sicherlich etwas verlagert werden ...

Guts Nächtle :schlaf:
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22

Montag, 26. März 2012, 22:58

Ich versteh Deinen Ansatz völlig! Mach mal, wie Du meinst. Ich wollte es nur anmerken. Aber stimmt- Du hattest es ja eingangs erwähnt. Es gefällt, was gefällt! :ok:
und "Feinde" machst Du Dir hier sicher deshalb nicht...

Schöne Grüße nochmals und sie gefällt mir auch so sehr gut schon!

Chris :ahoi:
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23

Dienstag, 27. März 2012, 10:02

Moin Ralf,

deine Fortschritte wissen zu gefallen. Zu Das Problem mit den Jungfern hatte ich bei meiner San Francisco auch. Ich habe einfach auf einem Holzbrett 3 Stifte reingehauen, um die Jungfern zu arretieren und dann fröhlich mit ner Schlüsselfeile eckig geschliffen. Irgendwo gibt es in dem Bauberich auch Bilder dazu.

Bei den Lafetten könnte ich dir vielleicht aushelfen. Ich hatte mir damals auch extra neue Lafetten gekauft, da ich im Bereich um den Ruderstand einfach keinen Platz hatte, um sinnvoll eine Lafette mit voller Takelung aufzustellen. 4-6 müsste ich noch haben. Welchen Maßstab hast du eigentlich?

Meine Tempelrahmen waren auch zu groß. Habe sie mit wenig Aufwand aus Holz nachgebaut. Dennoch stehen sie über, aber mir gefällt es.

Gruß Jan

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24

Dienstag, 27. März 2012, 12:45

@ Jan

Mit den Jungfern hab ich auch mal kurz überlegt, ob ich nicht doch dreieckige selbst fertige. Sollte eigentlich kein größeres Problem darstellen. Einer der Vorteile des Dorflebens ist halt auch, daß Bauholz, wofür andere viel Geld ausgeben müssen (z.B. Eibe, Birne, Buchsbaum, Zierapfel, Buche, Ahorn ...), hier im wahrsten Sinne des Wortes auf Bäumen wächst und üblicherweise nur zur Wärmeerzeugung genutzt wird. Hab das aber wieder verworfen, weil für das Detail (s. Eingangsbemerkung zum BB) ist mir der Aufwand dann doch zu hoch.

Danke für Dein Angebot mit den Lafetten. Aber 6 St. würden mir nicht viel nützen, ich bräuchte dann schon 10 St. Entweder ich belasse es bei den "Gußkloben" oder ich bastel selber welche (da ich ja eh an der Takelung schon zu fummeln hab) - Tendenz geht jetzt doch langsam zum letzteren. Und bei der Gelegenheit auch gleich korrekte Kanonen (Spanien hat zu dieser Zeit noch keine Bronzegeschütze im Einsatz gehabt, nur die großkalibrigen Eisenrohre bzw. die kleinen Bombarden) fertigen. Ein Grund dafür ist auch, daß die mitgelieferten Geschütze ein µ zu groß sind, die Kanonen schon am oberen Rand der Pforten anstoßen.

Da ich letztes WE meinen alten Fernseher (zwar Plasma 42", aber kein HD) samt BR-Player (wozu hat man denn ne PS3) außerplanmäßig für 300 € losschlagen konnte, hab ich das Geld gleich wieder angelegt in nen Unimat (in England gibs die übrigens deutlich günstiger als in D!). Und das neue Spielzeug muß ja schließlich auch angemessen eingeweiht werden. Und als alter Artillerist ist der Bau von Geschützen doch sicherlich standesgemäß, oder? Mal sehen was draus wird ...

Ach so, die Gutste ist Maßstab 1:90.


VG

Ralf
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25

Dienstag, 27. März 2012, 16:15

Hallo Käpt'n! :wink:
Falls Du Dich doch noch mal für dreieckige Jungfern interessieren solltest, aber partout keine Lust zum selbst Herstellen haben solltest: Die gibt's aus Holz in verschieden Größen für kleines Geld im Zubehör. Z. B. von Krick . Nur, falls noch nicht bekannt...

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
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26

Dienstag, 27. März 2012, 21:18

Unimat ist eine gute Investition. Ich hab die auch und bin echt begeistert. Aber du solltest unbedingt die Versteifungsplatten dazu kaufen, sonst kann es passieren, dass nicht alles 100%ig winklig ist und das Werkstück nicht richtig in der Drehbank geführt wird.

Gruß Jan

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27

Dienstag, 27. März 2012, 22:04

Ahoi, alle miteinander!

Ich glaub es nicht! Meine Werftarbeiter sind bei VERDI organisiert! Ich komme heute auf die Werft, und keiner arbeitet! Da war guter Rat teuer. Also hab ich mich mal auf den Weg ins Zeughaus gemacht und hab dort Dr. Gogele mal zu dem Thema Bewaffnung meiner SM befragt. So richtig belegbare Vorschläge kamen allerdings nicht. Noch nicht mal der Mondgott im Feld konnte wirklich was brauchbares beisteuern. Aber Dr. Gogele hat mir eine Prachtwumme vorgeschlagen, die meinen Vorstellungen schon recht nah kommt:



Allerdings hat mein artilleristischer Sachverstand sofort nach anderen Läufen geschriehen, ich konnte mich dann mit mir selbst darauf einigen:



Also auf zum Stellmacher, mal sehen ob die Lafetten nicht zu machen sind. Zuerst mal ne Bauzeichnung, für mich natürlich stilecht auf der Tischplatte:



Dann in der Restkiste bissel gesucht und verleimt:



Die Räder in dieser Form sind noch nicht so das wahre:



Mit ´nem Loch drin siehts auch nicht viel besser aus:



Spannen wir das ganze halt mal in den Dremel ein:



Das ganze 2x, und fertig ist die Achse:





Und nach bissel sägen, schleifen, bohren und leimen sieht das ganze so aus:




Und hier noch mal der Vergleich:


Da ist wohl klar, welche Variante zum Einsatz kommt. Morgen mal bei Krauss-Maffay vorbeigucken, was die zum Thema Rohr sagen können.



Bis bald!
Was nicht paßt, wird passend gemacht !!! :!!

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28

Mittwoch, 28. März 2012, 14:41

Aus der Waffenschmiede

hallo!

Mein Besuch bei Kraus-Maffay war erfolgreich. Der Chefkonstrukteut hat mir mal fix den Entwurf für ein Schiffsgeschütz aufgezeichnet. Phillip II. hat schon mal seinen Alberto "Speer" Ferrando geschickt, um den Entwurf zu inspizieren:



Und: Er war begeistert!

So, mit dem Entwurf gehts jetzt ab zu Rheinmetall. Es wird weiter berichtet ...
Was nicht paßt, wird passend gemacht !!! :!!

29

Mittwoch, 28. März 2012, 16:14

Der Entwurf und die Lafette lassen erahnen, wie das Resultat aussehen wird. Und das wird super...
Da hoffe ich mal, dass deine Unimat schon auf dem Weg zu dir nach Hause ist.

Gruß Jan

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30

Mittwoch, 28. März 2012, 21:43

Waffenschmiede Teil 2

So Freunde, weiter gehts:

Die Firma Rheinmetall war leider nicht in der Lage, kurzfristig die benötigten Rohre zu gießen. Also mal wieder improvisieren. Da bereits gestern der Unimat schon eingetrudelt ist und ich heute auch den englischen Stecker gegen nen Deutschen ausgetauscht hab, konnte sich das gute Stück gleich mal in der Rohrfertigung beweisen. Hab mich für die Variante Drehbank, aber Drechselbank genutzt, entschieden. Auch wenn es heißt, aus Holz kann man keine brauchbaren Geschützrohre herstellen. Das hat folgende Gründe: 1. Das Rohr kann ruhig ein bissel ausgefranst sein, die alten dicken Gußrohre waren sicherlich auch nicht so ganz gleichmäßig und eben. Und 2. hatte ich das letzte mal mit ner Drehbank bzw. allg. mit Metallbearbeitung vor ca. 23 Jahren zu tun, und da auch nur mit CNC-Technik.

Beim Drechseln hab ich leider keine Fotos gemacht. Als Material hab ich übrigengens nen 8mm Buchenstab genommen. Ziemlich schnell mußte ich festellen, daß sich mit Holz der Entwurf keines falls 1:1 umsetzen läßt. Aber ich denke mal hinreichend genau. Die Bohrung der Seele war übrigend mit dem Unimat (zumindest im Drehbankmodus) nicht zu machen, dafür ist das Ding zu ungenau. (Jan, Du hast Erfahrung, bringen da die Verstärkungsplatten was?) Also Handbohrer frei! Dann fix mal Probe auf die zwischenzeitlich gebeizte Lafette gelegt - sieht gut aus, ist aber noch zu hoch. Also die Lafette noch etwas nachgearbeitet (Fräser in Dremel) und das Rohr Mattschwarz angepinselt.

Hier das Ergebnis:



Gefällt mir schon mal gar nicht so schlecht (Der Glanz vom Rohr geht noch weg). Aber:

Die Lafette wird aus Nußbaum gefertigt, sieht besser aus als das gebeizte helle Abachi. Das Korn ist eindeutig zu groß, wird weggelassen. Der Richtkeil (oder wie auch immer man den Zapfen zur Höhenverstellung bezeichnen mag) muß variabel bleiben, um das Geschütz jeweils höhenmäßig an die Pforten anzupassen. Und (bei diesem Rohr - die nächsten können durchaus etwas abweichen da Handarbeit und Naturmaterial) es kommt noch ein Halteeisen (werd aus Kupferdraht klopfen) dran. Und nix desto trotz werd ich mich noch an der Messingbearbeitung versuchen.

Das Geschütz schon probehalber aufgestellt, im Vergleich eins aus dem Bausatz:



Und so siehts von außen aus:



Also ich finde, die Arbeit hat sich gelohnt. Das wird so weiterverfolgt ...

Und dann ist noch was schlimmes passiert: Mein Stuhl ist beim Hinsetzen zusammengebrochen, und bei dem Versuch das Gleichgewicht noch irgendwie zu wahren und den doch recht teuren Fotoapparat vor nem Crash zu retten hab ich die Gutste SM mit vom Tisch gerissen. Schon am Aufschlaggeräusch war schlimmes zu erahnen. Glücklicherweise ist das Modell bis jetzt doch recht solide gebaut, so daß der Schaden begrenzt blieb:



Puh, Glück gehabt. Das läßt sich leicht reparieren. Also Plan für die nächsten Tage: 12 Lafetten fertigen, Messingbearbeitung auschecken, 12 Rohre fertigen und Galeon wieder ankleben.

Eine Frage an alle Takel-Experten: Weiß jemand wie diese Bombarden getakelt waren? Ich hab so daß Gefühl, daß die klassische kontinentale Takelung nach Mondfeld irgend wie zu modern in Bezug auf das Geschütz wirkt. Wahrscheinlich nur BRooktau und fertig.

So, Meinungen sind gefragt!

Schönen Abend noch, der Blaubär geht jetzt noch fix :prost:
Was nicht paßt, wird passend gemacht !!! :!!

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