Vor knapp zehn Jahren habe ich eine Diskussion in einem anderen Forum geführt. Damals war ich ein ambitionierter Darsteller der klassischen Modellbauweise mit Holz und Lack, der auf totale Detailtreue achtete. Mein Gegner war ein berühmter Modellbauer mit professionellem künstlerischem Hintergrund. Er hat die Form des Schiffskörpers für künstlerische Effekte verändert. Ich hielt das für „heresie” und nahm alle quasi-wissenschaftlichen Argumente mit Reynolds-Zahlen auseinander. Es ist interessant zu sehen, wie sich die Modellbauweisen weiterentwickeln.
Das war ein kleiner Off-Topic-Einschub. Verzeihung.
Ich möchte gern kurz den aktuellen Forschungsstand zu den Materialien zeigen.
Nach dem Hinweis von Schmidt zur Mischung von Grundfarben (siehe Post #) habe ich Resin von Alegoo in den Farben Weiß, Vanilla und Gelb geholt (passt für neue Drucker – tja, ich habe mir einen neuen Drucker zugelegt). Hier ist eine Reihe von Mischungen aus Weiß und Vanilla in 10-prozentigen Stufen zu sehen:

Dazu habe ich diese Varianten durch Anmischen von Gelb vorbereitet.

Ich möchte vorwegschicken, dass mir sehr bewusst war, dass die Fotos extrem von Beleuchtung, Kamera usw. abhängig sind. Bitte betrachtet sie eher als Dokumentation und nichts anderes.
Kein Vergleich mit Fotos aus dem Internet hat mich zufrieden gemacht. Deswegen bin ich ins Museum gegangen, um einen Vergleich mit realen Elfenbeinkunstwerken zu ziehen. Eine große Sammlung gibt es im Herzog Anton Ulrich Museum. Hier ist eines der Hauptobjekte – Die vier Jahreszeiten:

Die Vier Jahreszeiten, Balthasar Permoser, 1695
© Herzog Anton Ulrich-Museum, Claus Cordes
Und so sieht es in der Realität aus, aufgenommen mit meinem Handy:
Ich bin jetzt überzeugt, dass man als Laie keine vernünftige Farbübermittlung schaffen kann. Ich definitiv nicht. Aber ein direkter Vergleich ist möglich. Hier ist ein Vergleich für 1–3 Mischungen:

Ich kann nicht alle Exponate vergleichen. Das liegt daran, dass die Beleuchtung im Museum oft so organisiert ist, dass es einfach nicht möglich ist.
Hier hat es noch funktioniert.
Mein persönliches Fazit: Es gibt viele Farben und Farbtöne. Manche sind mehr weiß, manche weniger. Ich werde mich gern an den Werken von Balthasar Permoser orientieren. Er stammt aus der gleichen Zeitperiode.