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Samstag, 20. November 2021, 15:52

Mikojan-Gurewitsch MiG-19S

Liebe Mitbastler, liebe Mitleser,

nachdem im Forum so ein bisschen Flaute herrscht (besonders bei den Fliegerschnitzern), möchte ich mein kleines MiG-19-Projekt starten. Es wird ein eher übersichtlicher Bericht werden, so viel ist an dem Modell nicht dran, aber Ihr wisst ja: Der Deibel steckt im Detail! Na mal sehen.

Den Bausatz habe ich von einem netten Kollegen geschenkt bekommen (danke nochmal, ZG! :wink: ) und hier schon mal vorgestellt. Recht übersichtlich das Ganze, aber der Aftermarket bietet Raum für Verfeinerungen.

Ich habe mir besorgt:

  • Cockpit inkl. Vakuhaube von Pavla (ewig lange Lieferzeit, aber Resin soll knapp sein)



  • Bewaffnung und Pitotrohr von Air Master Series



  • Cockpithaubenmasken von Peewit



  • Decals von Printscale (wobei ich nur die Hoheitszeichen verwenden und mir meine eigne taktische Nummer drucken werde)



  • und ein Pilot von PJ Production



Nein, ich war nicht besoffen unkonzentriert, als ich den Piloten ausgewählt habe. Ich habe auch sowjetische Jetpiloten da, aber die Kopffreiheit in der MiG-19 war so gering, dass man nur mit Haube (also ohne Helm) geflogen ist. Da passten die Freunde von der RAF einfach besser, zumindest, was die Form betrifft. Und die Pässe sieht man ja nicht in diesem Maßstab... ;)

Angefangen habe ich - große Überrschung - mit dem Cockpit. Etwas enttäuschend, dass der Steuerknüppel abgebrochen und der 2. Teil im Tütchen nicht auffindbar war (man sieht das Malheur auch auf dem Foto oben). Also Improvisieren: 0,8mm Messingdraht, 0,2mm Kupferlackdraht und kleine Evergreen-Schnipsel mit CA-Kleber vereint - und siehe da:



Sieht doch ganz brauchbar aus, oder? Der Schleudersitz hat gut gepasst, so dass der Pilot auch schon mal Platz nehmen konnte



Auch das hat doch schon viel Schönes...

Leider hat der Uhrenladen-Block gar nicht gepasst, so dass ich Schnitzen musste. Dazu den Block mal in das Cockpit gehalten und die Form des Cockpitausschnitts abgemalt





und angepasst. Wegen des Resin-Staubes habe ich das, was zu viel ist, nicht abgeschliffen, sondern mit einer feinen Resinsäge eingeschnitten (ca. 1mm tief) und dann horizontal mit einem Cuttermesser abgeschnitten. Nur für die Feinanpassung kam eine Feile zum Einsatz. Damit war das Cockpit schon komplett, Farbe drauf (Armaturenbrett ist anthrazit, die "Uhren" haben einem mittegrauen Ton bekommen mit einem dark Wash - ich denke, das reicht für den Maßstab und die begrenzte Sichtbarkeit vollkommen aus), etwas Trockenmalen, neue "Zielscheibe" (mit Locheisen aus einem Stück Blisterpackung gestanzt und bissl mit einem Cuttermesser getrimmt) auf den "Uhrenkasten" geklebt und schon sind wir beim aktuellen Stand:



So, ich hoffe, es gefällt soweit und bis bald zum 2. Teil!
Liebe Grüße von nochsonBastler.

"Das erinnert mich an den Mann, der sich splitternackt auszog und in einen Kaktus sprang."
"Warum hat er das getan?"
"Er hielt das damals für eine blendende Idee!"

("Die glorreichen Sieben", Mirisch/Alpha, 1960)

2

Samstag, 20. November 2021, 18:04

Hallo Dirk
Da nehm ich doch Platz !
Steuerknüppel im Selbstbau sieht schonmal gut aus !
RAF Pilot , so wat , Bangladesch und Pakistan war ja mal "Britisch" .
Auf die Vacu Haube bin ich gespannt . Aber wenn jedes Zehntel zählt . . .
Gruß Ronald

3

Mittwoch, 24. November 2021, 17:20

Teil 2

Hallo Ronald,

herzlich willkommen!

Auf die Vacu Haube bin ich gespannt . Aber wenn jedes Zehntel zählt . . .

Och, da bin ich ganz entspannt. Ich denke, das wird schon!

So, nun aber weiter im Bericht. Ich möchte das Vögelchen gern auf dem mitgelieferten Modellständer in Flugkonfiguration darstellen. Das mit dem Ständer ist am Modell eigentlich schon vorgesehen (zwei kleine Aussparungen, die nur freigelegt werden müssen). Da das aber recht wackelig um die Längsachse zu werden droht, habe ich noch etwas Evergreen angebracht - ich hoffe, man sieht auf dem folgenden Bild, was ich meine (auf dem Bild zur Verdeutlichung nur auf einer Seite, am Ende natürlich auf beiden):



Dann das Cockpit eingeklebt, dank gründlicher Einpassung ohne Probleme,



und die Rumpfhälften "verheiratet"



und nun steht sie so da:



Sieht doch schon ein wenig nach Flieger aus, oder? Ok, eher Auftriebskörper, sämtliche Flächen fehlen ja noch...

Bleibt gespannt, Fortsetzung folgt!
Liebe Grüße von nochsonBastler.

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("Die glorreichen Sieben", Mirisch/Alpha, 1960)

Beiträge: 880

Realname: Oliver

Wohnort: Münsterland/ Havixbeck

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4

Donnerstag, 25. November 2021, 06:16



Bleibt gespannt, Fortsetzung folgt!


Bin ich und werde weiter folgen :)
Mein Avatar zeigt mein reales Aussehen. Schönheit ist Ansichtssache
Bin aber ganz lieb ^^

Beiträge: 1 727

Realname: Mike

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5

Freitag, 26. November 2021, 12:24

Hallo Dirk!

Da setzte ich mich gern dazu und schaue dir über die Schulter.
Bin gespannt, ob dass Modell auch wirklich ohne weitere Spielereien wie Beleuchtung, "Smoker" oder ein einziehbares Fahrwerk auskommt. :D
Das Cockpit geht für den Maßstab auf jeden Fall in Ordnung.
Weiter gutes gelingen!

Gruß Mike :prost:

Beiträge: 453

Realname: Knut

Wohnort: im Sachsenland

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6

Freitag, 26. November 2021, 23:05

Hallo Dirk,

bin auch bei deinen Bauprojekt dabei. Das wird sicher wieder ein Modellbautraum!

Bei deinen RAF-Piloten werde ich ganz neidisch. Genau den Satz (und noch einen anderen) Suche ich seit Monaten aber scheinbar ist alles ausverkauft und Nachschub ist nicht in Sicht. Irgendwie scheint es sowieso nicht viele Piloten im Cockpit zu fairen Preisen zu geben.

Gruß Knut

7

Sonntag, 5. Dezember 2021, 15:30

Teil 3

Hallo Oliver - herzlich willkommen!

@ Mike: Ja, diesmal fast oob, aber in dieses kleines Rümpfchen passt nicht viel rein. Auch die Tragflächen sind so dünn, da kann man kaum was machen.

@ Knut: Dass die sitzenden Piloten schlecht aufzutreiben sind, ist mir schon vor einiger Zeit aufgefallen, ich verweise nur mal auf die Revell-Boxen 02400 und 02401. Deshalb habe ich schon vor 2 Jahren bei PJ Production zugeschlagen und ein paar Exemplare geordert. Schau mal hier, vielleicht findest Du was. Vielleicht ein passendes Weihnachtsgeschenk - 2,50€ pro Figur sind ja nicht wenig :cursing: ,aber sie sind echt gut modelliert.

So, nun aber weiter mit der MiG, genauer: dem Rumpf. Also es ist ja kein Geheimnis, dass die Teile für den Lufteinlass am Bug und den Luftauslass am Heck nicht so gut passen, das war bei meinem Exemplar natürlich auch so





aber letztendlich nichts, was man durch ein wenig vorsichtiges Schleifen und Polieren (vor dem Ankleben, damit die erhabenen Strukturen am Rumpf nicht flöten gehen) und etwas (wirklich nur wenig) Spachtel nicht beseitigen könnte.

Zu den Tragflächen: Da habe ich die die Fahrwerksschächte wieder mit Epoxidharz ausgegossen. Einfach außen Tesa angeklebt, Tesa und die Seiten der Fahrwerksschächte mit PVA-Trennmittel eingepinselt (um nach dem Entfernen des Trennmittels eine saubere Außenkontur/-gravur der Fahrwerksklappen zu erhalten) und dann rein mit dem Harz.



Habe das Harz bewusst transparent gelassen, weil ich so für die Gravur der je 3 Teilklappen und den Nietenroller schön abpausen konnte



Damit linke und rechte Seite gleichmäßig und sauber werden, habe ich mir noch eine Schablone aus Evergreen geschnibbelt



und dann graviert. Am Ende sah's so aus



Danach konnten die Tragflächen, die Höhenleitwerke (die Bezeichnung MiG-19S, also das "S", soll für "Stabilisator" stehen, eine russische Umschreibung für Pendelruder), Bugein- und Heckauslass sowie eine Unmenge von Rumpfbelüftungshutzen verbaut werden. Ging alles problemlos, ebenso wie das Verschließen des Bugfahrwerkschachts, wobei ich hier in kleines Stück Evergreen eingesetzt und mit Spachtel einmodelliert habe. Das trocknet jetzt noch und wird dann schön gemacht.



Der aktuelle Stand, zum Teil schon verspachtelt, ist nun dieser hier







Hat doch schon eine gewisse Ähnlichkeit mit dem "Farmer C", oder?!

So, dann Euch allen noch einen entspannten 2. Advent und bis zum nächsten Mal!
Liebe Grüße von nochsonBastler.

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"Warum hat er das getan?"
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("Die glorreichen Sieben", Mirisch/Alpha, 1960)

8

Montag, 13. Dezember 2021, 14:02

Teil 4

Hallo allerseits,

heute geht's weiter. Kleine Schritte nur, aber Ihr wisst ja: mühsam ernährt sich das



^^

Also, ich habe im hinteren Teil unter der Cockpithaube was improvisiert, damit es nicht so nackt aussieht.



Und dann hat mir die Nasensektion nicht gefallen. Zum einen fand sich die Scheide zu breit und habe den vordersten Teil durch ein 0,25mm dickes Stück Evergreen ersetzt



Auch die "Warze auf der Nase", die Behausung der Schusskamera, fand ich zu groß und zu weit zur seite positioniert und habe sie kurzerhand durch ein kleines "Wärzchen" ersetzt. Ich denke, das sieht jetzt gefälliger aus:





So, das ist der Stand heute. Bald geht's weiter!
Liebe Grüße von nochsonBastler.

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9

Donnerstag, 23. Dezember 2021, 11:59

Teil 5

Nein, ich bin nicht einer vorweihnachtlichen Bastellstarre erlegen, hier und da bin ich ein wenig weiter gekommen. Hier die Zusammenfassung:

Zunächst habe ich mich um die Bugfahrwerksklappen gekümmert, indem ich den Schacht mit Spachtelmasse verschlossen (die Klappen aus dem Bausatz passen nicht) und verschliffen sowie die Umrisse graviert habe



Dann ging es an die Cockpithaube. Hier war ich mir unsicher, ob ich die lang erwartete Vacuhaube verwenden soll oder doch lieber die Bausatzhaube. Grund hierfür war, dass mir die Vacuhaube zu hoch vorkam, so dass mir der "Farmer" in der Seitenansicht eher wie "Fagot" oder eine "Sabre" vorkam mit dem recht "buckligen" Teil. Also habe ich mal Vergleichsfotos mit aufgelegten Hauben gemacht (Vacuhaube erst einmal nur grob angepasst)





und bin zum Schluss gekommen, dass es doch die Vacuhaube wird. Die Bausatzhaube ist zweifellos schnittiger, hat aber mit dem Original nicht so viel zu tun. Besonders im Bereich der Kanzelstrebe scheint sie mir deutlich zu flach. OK, Entscheidung gefallen. Dann habe ich die Cockpitmasken aufgeklebt - jetzt schon, da es nach meiner Erfahrung einfacher ist, wenn die Haube noch nicht verklebt ist und andererseits, um die Oberfläche der Haube zu schützen. Dann kam die (langwierige) Feineinpassung, gefolgt vom Verkleben. Benutzt habe ich Micro Kristal Klear und erstmal nur, um den vorderen und hinteren Teil zu fixieren. Nach dem Trocknen habe ich den Rest verklebt, auch wieder mit MKK. Zu viel aufgetragenen Kleber kann man übrigens mit einem wasserfeuchten Wattestäbchen prima wegwischen. Der Kleber zieht sich beim Trocknen leider ziemlich zusammen, so dass man um etwas Spachtelei nicht herum kommt. Ich habe Acrylspachtelamasse 401 von Vallejo benutzt, dass lässt sich mit der mitgelieferten Tubenspitze sehr genau auftragen, mit einem angefeuchteten Silikonspatel schön modellieren und das, was zu viel ist, mit einem feuchten Wattestäbchen gut wegwischen. Wenn es zu hart oder an unzugänglichen Stellen klebt, hilft auch ein Zahnstocher aus Holz (vorsichtig abkratzen). So sah es dann aus



Man sieht auch, dass die Maske für die Frontscheibe (gelb) viel zu klein für die Vacuhaube ist, ich habe mir eine größere gemacht (grau), die passt für mein Empfinden deutlich besser und ist auch näher am Original. Dann habe ich, nach alter Tradition, Cockpitinnenfarbe über die Haube genebelt, damit die Streben innnen nicht die Grundierungsfarbe zeigen.





Tja, und dann konnte ich wieder nicht an mich halten. Die Triebwerksauslässe sind nur sehr flach dargestellt, was mich mit der Zeit sicher sehr gestört hätte. Also habe ich sie aufgebohrt, mit dem 3D-Drucker 2 kleine, einseitig verschlossene Zylinderchen gedruckt und mit den Bausatz-Triebwerksauslässen verklebt. Die Zylinder habe ich innen mit Mattschwarz und die Auslassteile mit Anthrazit lackert, letztere noch mit Silber gedrybrushed, mit Rostpigmenten behandelt und dann farblos matt fixiert. Nun ist der aktuelle Stand dieser hier:



Jetzt kommen noch die letzten Feinschhliffe, ein paar (abbrechgefärdete) Zurüstteile, wie Antennen und Pitotrohre, dran und dann geht es ab in die Lackierstraße...

Ich wünsche Euch allen ein frohes und friedliches Weihnachtsfest! Bis zum nächten Mal!
Liebe Grüße von nochsonBastler.

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10

Donnerstag, 23. Dezember 2021, 21:11

Gute Arbeit, Dirk! :ok:
Blöd das beide Hauben nicht passen.
Der Bausatzhaube kann man nichtmal ein Vorwurf machen, aber die Vacukanzel als Zurüstteil sollte dann wenigstens passen (auch von der Akkuratheit).
Die Nozzles sehen sehr gut.
Weiter gutes gelingen und eine besinnliche Weihnachtszeit!!!

Gruß Mike :prost:

11

Sonntag, 2. Januar 2022, 15:59

Teil 6

Hallo Mike, hallo liebe Mitleser,

zunächst ein Gruß an alle verbunden mit den besten Wünschen für 2022! Ich hoffe, Ihr seid alle gut ins neue Jahr gerutscht...

Was die MiG betrifft, so geht es jetzt ganz klar in Richtung Ziellinie. Habe leider nicht sooooo viele Bilder gemacht, aber ein paar eben doch. Aber der Reihe nach. Um eine gute Oberfläche für die Metallic-Lackierung zu erhalten (es soll ein Exemplar der damaligen NVA werden), habe ich erstmal das ganze Maschinchen mit "Black Base" von AK grundiert. (Ich weiß, das Fläschchen sieht ziemlich leer aus, aber ich versichere, dass der fehlende Anteil nicht auf diesem Modell klebt! :lol: )



Ich habe mich ein wenig auf die Xtreme Metals von AK "eingeschossen", ich finde sie gut zu verarbeiten und vor allem lässt sich die Airbrush mit dem zugehörigen Verdünner sehr schnell reinigen (auch wenn das Zeug ziemlich stinkt). Auf dem Bild habe ich die Schutzplatten an den MKs schon mit "Dark Aluminium" und die zellenseitigen Triebwerksauslässe mit "Metallic Smoke" vorlackiert und einer Malerkrepp-Maskierung versehen. Dann kam "Aluminium" großflächig zur Anwendung.

Dann ging es in Richtung Aufbringen der Nassschiebebilder, also Decals. Dazu habe zum Schutz der Metallicschicht (die ist, entgegen dem Werbeversprechen, doch recht empfindlich) ich eine Lage "AK Gauzy Agent (Intermediate Shine Enhancer)" aufgebracht. Dann fiel mir beim Betrachten von Originalfotos auf, dass die NVA-"Farmer" eigentlich immer 2 Startpylone für Raketen montiert hatten (wobei ich aber kein einziges Bild in meinen Quellen gefunden habe, wo auch Raketen eingehängt waren, aber das nur nebenbei), die im Bausatz natürlich fehlten. Also Selbstbau. Naja, gibt Schlimmeres. ^^



Ach so, ja, apropos Selbstbau, natürlich ist mir die längliche UKW-Antenne rechts hinter dem Cockpit mehrmals abgebrochen und am Ende zerbrochen, so dass ich aus Evergreen eine neue drechseln musste. Und den Notstaudruckmesser rechts vor dem Cockpit habe ich aus einem kleinen Stück 0,3mm Kupferdraht und einem winzigen Stück Evergreen gänzlich neu gebaut, da mir das Bausatzteil einfach zu klobig wirkte.



Zunächst fand ich den "Kontrast" zwischen "Dark Aluminium" und "Aluminium" sehr gering, aber im Nachhinein bin ich ganz froh, da der Farbunterschied auf Originalfotos auch nicht sehr groß ist. Und zu sehen ist er ja.



Dann also "ruff mitte Bildskens". Der überwiegende Teil stammt von dem Printscale-Bogen (s. Teil 1 dieses Bauberichtes), wobei ich einige der Stencils nicht genutzt habe, weil die Anleitung da zu ungenau war. Ich habe mir so geholfen, dass ich mit anderen Anleitungen verglichen und dann nur die eindeutig zuordenbaren angebracht habe. Es ist eine ziemliche Strafe, diese Miniteile (halber mm mal wenige mm) anzubringen, aber das nur am Rande. Die Hoheitszeichen ließen sich sehr gut anbringen und legten sich sehr schön an. DIe taktische Nummer des Decalbogens (335) konnte ich nicht verwenden, da diese zu einer MiG-19PM gehört, ich aber eine MiG-19S baue. Also habe ich eine andere Nummer gewählt - die 464, eine der wenigen, die nicht durch einen Unfall verloren ging. Einfach mit Laserdrucker auf farbloses Decal-Trägerpapier gedruckt, mit "Liquid Decal Film" von Microscale gesichert und dann wie üblich aufgebracht. Etwas "Decal Soft" von Revell drüber - fertig.



Danach trocknen lassen und wierder eine Schicht "AK Gauzy Agent" zum schutz drüber, dann ein Wash mit "AK Panelliner Grey and Blue Camouflage" drüber und nach dem Verblenden punktuell etwas "AK Starship Wash", ich finde, das belebt die etwas sterile silbrige Oberfläche. Wobei ich hier bewusst nicht zu viel "Dreck" wollte, da die NVA-Maschinen nur kurz im Dienst waren und daher wenig Chancen zum Patina-Ansatz hatten. Der aktuelle Stand, noch vor den letzten Feinarbeiten, aber Cockpithaube schon demaskiert:



Jippie, die Ziellinie ist in Sicht... 8) Bis dann!
Liebe Grüße von nochsonBastler.

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12

Sonntag, 2. Januar 2022, 17:43

Hallo Dirk!

Die Lackierung ist erste Sahne geworden!
Der Naturmetalleffekt kommt sehr gut rüber.
Viele schwören da ja auf die Alcad Fläschchen, wobei die beim abkleben Probleme machen sollen.
(Wenn verschiedene Panels mit unterschiedlichen Metalltönen lackiert werden, kann sich beim entfernen der Masken der Lack lösen).
Hier sieht aber alles gut aus!

Weiter so!
Gruß Mike :prost:

13

Sonntag, 2. Januar 2022, 20:01

Hallo Mike,

dankeschön! Ja, der Metalliceffekt ist sehr schön. Wobei ich mir noch nicht sicher bin, ob ich das so lasse oder ob ich ein seidenmattes Finish wähle, damit die Oberfläche nicht ganz so glänzt. Originalfotos zeigen m.E. nicht so einen starken Spiegeleffekt. Mal sehen.

Zu Alclad kann ich nichts sagen, habe ich noch nicht benutzt, soll aber der (was für ein Wortspiel! :D ) Goldstandard sein. Wie gesagt, ich bin bei Xtreme Metal gelandet und komme damit einigermaßen klar und nach dem, was ich so gehört und gelesen habe, denke ich, dass beide Farbtypen recht ähnlich sind. Also Xtreme Metal trocknet sehr schnell, ich habe das Gefühl, dass es schon fast trocken auf der Oberfläche ankommt. Es lässt sich nur mit der Airbrush vernünftig verarbeiten und ist nach dem Trocknen grifffest. Abkleben der Farbe versuche ich zu vermeiden und lege möglichst eine Schicht Gauzy dazwischen. Tamiya-Abklebeband nehme ich schon lange nicht mehr (auch wenn es lt. Werbung kein Problem sein sollte), bin auf das rosa Band von Tesa umgestiegen. Achtung, es müsste eigentlich heißen: auf die Bänder von Tesa, es gibt ein kräftig rosafarbenes und ein blaß rosafarbenes, wobei letzteres deutlich weniger haftet. Komischerweise gilt dies für alle Lackarten, die ich kenne, nur für das Gauzy nicht. Da klebt das hellrosa Band wie... noch warmer Kaugummi. Was ich beobachtet habe ist aber auch, dass auf die reinen Metallicschichten aufgeklebtes rosa Tesaband zuweilen Farbpartikel herauslöst beim Abziehen, also nicht die ganze Schicht (auch wenn es nur gaaaanz dünne Lagen sind, Xtreme Metal deckt sehr gut), aber bei Metallicoberflächen sieht man das natürlich. Jedenfalls pause ich die benötigten Abdeckmasken auf das Tesaband, schneide es aus und klebe es auf die entsprechende Stelle (direkt auf dem Modell mit Skalpell ausschneiden würde ich nicht, man zerkratzt die Oberfläche und wenn man mal abrutscht - nicht auszudenken!). Das geht eigentlich ganz gut, am längsten dauert es immer, die exakt richtige Stelle zu treffen.
Liebe Grüße von nochsonBastler.

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14

Montag, 3. Januar 2022, 17:34

Hallo Dirk
Sehr schön der Silberling !
Mit Beschriftung war die LSK sehr zurückhaltend wie es scheint.
Ob man aktiv gegen den Hochglanzeffeckt vorgegangen ist :nixweis:
Gruß Ronald

15

Montag, 10. Januar 2022, 17:46

Teil 7 und Schluss

Hallo liebe Freunde,

heute nun der letzte Teil des Berichtes. Es blieb ja seit dem letzten Post nicht mehr so viel zu tun.

Aber zunächst @Ronald:

Ob man aktiv gegen den Hochglanzeffeckt vorgegangen ist
Das glaube ich eher nicht. Ich denke eher, dass das daran liegt, dass sich auf Alu sehr schnell eine Oxidschicht bildet, die Korrosion verhindert und von daher gewollt ist.

Aber zurück zum Basteln. Die Oberfläche war ja schon mit Panelliner behandelt, ich habe dann hier und da noch etwas Pigmente aufgebracht. Zum Schutz und zum Fixieren kamm dann noch eine Lage Revell Aqua seidenmatt (eine Mischung aus 01 glänzend, 02 matt und viiieeel Verdünnung) drauf, damit war das Silberkleid fertig. Die letzten Handgriffe waren dann das Ankleben der MK-Läufe (davon habe ich aber keine Fotos) und das Einsetzen der Schubrohre.



So, Zeit für ein paar Bilder des "Gesamtkunstwerkes":













Fazit:

Der Bau hat wirklich Spaß gemacht. Natürlich ist es so, dass man nicht die heutigen Maßstäbe moderner Spritzgusstechnik anlegen darf. Auf Grund der weitestgehend erhabenen Strukturen sind Korrekturen der Form nur schwer möglich (so war die Steuerbordseite des Rumpfbugs hinter dem Einlassring etwas unrund und am "Bauch" bilden die Rumpfhälften einen, zwar recht stumpfen, Winkel, aber eben nicht 180°) und auch das Washing ist - gewöhnungsbedürftig. Dafür verschwindet die "Rückenklebenaht" nahtlos unter dem dorsalen Kabelkanal, da er zusammen mit dem gesamten Seitenleitwerk an der linken Rumpfhälfte angegossen ist und die Klebenaht unsichtbar versteckt.

Ich hoffe, mein Bericht hat Euch gefallen. Wenn dieses trübe Wetter mal Pause macht, schieße ich bestimmt noch ein paar Bilder für die Galerie. Vielleicht sogar mit der E-152, es böte sich ja an. Mal sehen...

Ich wünsche Euch alles Gute und bleibt vor allem gesund! :wink:
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