Sie sind nicht angemeldet.

901

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 20:18

@pollux Vielen Dank für die Türmchen-Galerie. Ein paar der Schiffe kannte ich schon, andere nicht, keines hatte ich bislang in so hoher Auflösung gesehen. Offenbar gab es eine große Vielfalt bei der Gestaltung des Heck. Vielleicht durften sich hier die Schiffsbauer ein bisschen austoben, während sie ja ansonsten, was die Maße anging, auf die Bestecke verpflichtet waren. Es scheint mir so zu sein, dass zu einem ganz überwiegenden Teil die Türmchen der holländische Schiffe als Hauben oder Halbtürme etwas nach vorne und an die Bordwand ge(d)rückt waren. Das ist unter konstruktiven und witterungstechnischen Aspekten ja auch nur zu verständlich. Außerdem gab es den Konstrukteuren die Gelegenheit, ein einheitliches Heck ohne Nischen und Brüche zu konstruieren. Sehr interessant finde ich das dänische Schiff. Ich hatte selbst einmal über die Integration der unteren Fensterreihe in die des Heckspiegels nachgedacht und auch schon ein entsprechendes Teil gebaut, aber das zerstörte die Einheit des Turmes und sah meines Erachtens nicht gut aus. Bei dem dänischen Schiff gibt es gar kein Oberteil des Turmes, wie es auch keine Seitengalerie nach holländischen Muster gibt.
Etwas zu den Dimensionen. Auf meinen Fotos wirkt die Seitengalerie mit ihren Türmchen viel zu prominent. Das liegt an dem eklatanten Farbunterschied, den die Kamera nicht so recht nivelliert. Was die Breite der Galerie angeht, habe ich mich an den Abmessungen des Revell-Modells der Vasa orientiert, das im Maßstab noch ein bisschen kleiner ist (1:150 gegen 1:144). Die Breite liegt umgerechnet bei etwa 1,5 Metern . Das ist sicher nicht überdimensioniert, zumal die Galerien der Vasa, soweit ich weiß, nicht zur Benutzung vorgesehen waren.
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

902

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 23:10

Hallo Schmidt,
vielen Dank für diesen Baubericht. Ich habe ihn die letzten Tage von Anfang an gelesen und bin begeistert. Was du aus diesen Kunststoffbausatz herausholst ist schon eine Wucht. Aber das ist nicht alles was diesen Bericht so lesenswert macht. Auch die fachlichen Diskussionen und durchaus auch kritischen Beiträge die zu Änderungen führen bereichern diesen Bericht. Deshalb auch ein Lob an alle Mitstreiter die das Projekt bereichern und vorantreiben.
Die Fotos welche die fertigen Objekte zeigen gefallen mir ebenso und setzen die Schiffe sehr gut in Szene. Hier finde ich die mit Küstenlinie besonders Naturnah. Das passt meiner Ansicht nach auch zu dem geplanten Diorama am besten denn es soll ja, wenn ich es recht verstanden, habe Schiffe auf einer Reede darstellen, die bekanntlich in Küstennähe ist. Meine Bewunderung auch für deinen Mut ein fast fertiges Schiff wieder zu zerlegen um dem Original näher zu kommen. :respekt: Das hätte ich nicht drauf. Also noch mal Danke und weiter so,ich bleibe dran. :ok:
Gruß Oldisegler
Historische Motorräder als scratch - bau. Mehr Infos unter www.bk350.wordpress.com

Beiträge: 427

Realname: Holger

Wohnort: bei Limburg / Lahn

  • Nachricht senden

903

Donnerstag, 14. Oktober 2021, 09:04

wegen der hochauflösenden Bilder ist das Rijksmuseum eine prima Quelle. Die haben mit dem Rijksstudio einen brauchbaren online Auftritt.
Wenn man sich registriert (ist kostenlos) kann man die Bilder für den privaten Gebrauch in hoher Auflösung herunterladen oder sich sein eigenes Album zusammenstellen.
Lediglich die Suchfunktion macht einen wahnsinning.
Die Heckansicht der Aemilia ist ein Ausschnitt der Grisaille, die Showroddeer weiter oben eingestellt hatte.
Hier der Link zum Riksstudio

https://www.rijksmuseum.nl/en/rijksstudi…ts#/SK-A-3117,4
:wink:
Holger
_______________________________________________________
Fertig: holländische Fregatte "Wapen van Edam" 1644 in 1/160
Im Bau: englisches Linienschiff "Royal Katherine" 1664 in 1/160

904

Donnerstag, 14. Oktober 2021, 09:07

Ganz herzlichen Dank für das schöne Kompliment, das ich gerne annehme! Vielen Dank auch dafür, dass du alle Mitstreiter erwähnst. Ich habe mich mittlerweile so daran gewöhnt, meine Arbeiten als „Gemeinschaftsprojekte" zu betrachten, dass ich wohl viel von der Freude daran verlieren würde, wenn ich „alleine“ weiter arbeiten müsste. Ich muss zugeben: Manchmal bringen mich die Einwürfe der anderen ganz schön aus dem Konzept, aber in den vielen Fällen werden dadurch Bedenken aktiviert, die vorher schon in mir gelebt hatten und die ich nur nach Kräften unterdrückt hatte. Außerdem profitiere ich ungemein von den Archiven und den Recherchefähigkeiten anderer. Natürlich enthält das Netz „alles was man braucht“, aber man muss auch wissen, wo man suchen soll.
Ich arbeite jetzt seit fast drei Wochen (natürlich nicht Tag und Nacht!) an diesen paar Kubikzentimetern Heck und Galerie. Aber Goethe und andere haben auch Monate lang an einem Gedicht gearbeitet, das nur wenige Zeilen umfasst. Es geht um Qualität und Intensität, die Verlockung der Quantität muss man überwinden.
Demnächst wieder mehr vom Ludwig.
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

905

Donnerstag, 14. Oktober 2021, 13:04

@pollux Herzlichen Dank für den Link und den Hinweis

Und jetzt ist es soweit: ich kann die Ziellinie nicht nur sehen, ich kann sie sogar riechen! Hier der Ludwig im Kreise seiner Lieben.



Türme, Abdeckung und Galerie-Unterteil sind jetzt miteinander verbunden und schon weitgehend aneinander gestartet. Der Plan ist – natürlich – der, das Teil im Ganzen wieder von der Bordwand abzulösen und zu reproduzieren. Dabei wird Vorsicht angebracht sein. Aber im ganzen handelt es sich um ein nicht besonders komplexes Teil mit einer großen Auflageflächen und kaum Hinterschneidungen. Da kann man einen Abformversuch wagen.
Wer genau hinsieht, wird bemerken, dass ich den Balkon noch einmal verändert habe, indem ich nach außen gebogen habe. Das ist der große Vorteil bei Gussteilen aus Resin, dass man sie im halbharten oder erhitzten Zustand sehr gut verformen kann.
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

906

Freitag, 15. Oktober 2021, 17:49

Ohne Worte













Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

Beiträge: 3 384

Realname: Hans Juergen

Wohnort: Bitburg

  • Nachricht senden

907

Freitag, 15. Oktober 2021, 22:43

:ok: :ok: :ok:

908

Samstag, 16. Oktober 2021, 15:23

Und jetzt wird es ernst! Genau drei Wochen, nachdem ich mich in das (nicht ganz richtig eingeschätzte) Abenteuer dieses Umbaus gestürzt habe, ist es so weit, eine erste Form der Steuerbord-Seitentasche herzustellen. Ich bin bewusst vorsichtig vorgegangen, habe das Urmodell auf eine Glasplatte geklebt und zunächst einmal vorsichtig mit Silikon bestrichen, damit das Material auch sicher in jede Nische fließt.



Diese Methode hat den Vorteil, dass man auf der Rückseite der Glasscheibe sehen kann, inwieweit das Silikon in die Hohlräume der Form gedrungen ist. Das hilft dabei, einzuschätzen, wie vorsichtig man das Urmodell aus der Form nehmen muss.



Hier vernetzt sich erstmals das Resin in der Form.



Natürlich muss ausgerechnet beim ersten Abguss das Resin nicht vollständig abbilden. Dennoch war das Ergebnis geeignet anzuzeigen, wo die Form noch mit scharfer Schere und spitzer Pinzette nachgearbeitet werden sollte. Den zweiten Abguss habe ich sofort grundiert, damit weitere Patzer besser sichtbar werden.



Im Ganzen würde ich sagen: gelungen. Mal sehen, was die Farbe noch macht.
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

Beiträge: 3 384

Realname: Hans Juergen

Wohnort: Bitburg

  • Nachricht senden

909

Sonntag, 17. Oktober 2021, 11:36

sieht gut aus, Den Tip mit der Glasplatte finde ich gut , den merke ich mir :ok:

910

Gestern, 19:54

Hondius, 1626 (?)



Landström nach Hondius, 1961



Airfix, 1967



Schmidt auf Airfix, 2021



Ich habe mein Bestes gegeben. Hier stehe ich, ich kann nicht anders.

Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

911

Gestern, 20:17

Hallo Schmidt
Das war jetzt aber ein spannendes Finale! Wie ein Krimi.

Großartig gelungen...genau so würde das Schiff ausgesehen haben
und jetzt auch dokumentiert mit einer passenden Vorlage (Hondius), da schließt sich der Kreis.

:respekt: :respekt: :respekt:
LG
Robert

Beiträge: 3 384

Realname: Hans Juergen

Wohnort: Bitburg

  • Nachricht senden

912

Gestern, 20:50

im Vergleich zu dem antiken Kupferstich hast Du das wirklich Klasse umgesetzt :thumbsup:

Beiträge: 1 033

Realname: Christian

Wohnort: Hallbergmoos

  • Nachricht senden

913

Heute, 00:33

Servus Schmidt
Die Arbeit hat sich mehr als gelohnt, dadurch ist das Heck viel Stimmiger
Der Nachbar hört AC/DC ob er will oder nicht :cracy:

Zur Zeit ist neben Ihnen 1 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

1 Mitglied

Hafenbahner

Legende: Administratoren, Moderatoren

Ähnliche Themen

Werbung