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Realname: Klaus Lassen

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211

Donnerstag, 18. März 2021, 19:50



Heute hatte ich Zeit, eine diese Trittstufen leicht zu säubern und anzubringen. Am Heck von Engine 34 befindet sich eine dieser Platten.
Das Bauteil besitzt einen Locations-Pin von 1 mm Durchmesser und 1,5 mm Länge. Habe also ein Loch dieser Größe gebohrt und die
Trittstufe aufgesteckt. Ganz zum Schluß wenn der Aufbau fertig lackiert ist, werden die Trittstufen zusammen mit den Chromteilen angebracht.

212

Donnerstag, 18. März 2021, 20:13

Hm kamen den schon Angebote von deinem ehemaligen Arbeitgeber für diesen Prototypen :abhau:
Aber mal ernsthaft, Revell, Tamiya etc. könnten so ein Modell echt mal ins Sortiment aufnehmen.
Wenn es vielleicht keinen Markt für dieses Modell in Deutschland gibt (was ich nicht verstehe :nixweis: ) in den USA würde diese Engine garantiert laufen :ok:
Nichtsdestotrotz bleibt deine Arbeit hier unvergleichlich :thumbsup:

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213

Donnerstag, 18. März 2021, 20:48

Hallo Philippe,

Du stellst vielleicht Fragen!? Aber Du hast recht. Genau solche Fragen bzw. Anregungen erhalte ich immer wieder mal.
Leider ist die Produkt-Philosophie bei Revell heute eine ganz andere. All das was in den 1980er und 1990er Jahren an
Nutzfahrzeugmodellen einschließlich Feuerwehr produziert wurde, gehörte zur Hochzeit von Revell in Sachen Modellbau.
Du und alle hier im Forum und auch außerhalb können sich an die Bausätze der Feuerwehren, US. Trucks wie auch an
die beiden US. Abschleppwagen und LKW-Oldies erinnern.
Nach dem Krupp Titan SWL 80 ging es bei Revell auf dieser Linie leider nicht mehr weiter. Man brachte die eine oder
andere Wiederauflage und investierte in deutsche Feuerwehrfahrzeuge wie dem MAN und Mercedes mit Schlingmann
Aufbau. Naja, besser als nichts. Was das Thema Trucks und Feuerwehren aus den USA angeht, da wird nichts mehr kommen.
Zum einen bedarf es einer intensiven Recherche die sehr zeitaufwendig und teuer ist und zum anderen müssen hohe
Lizenzgebühren gezahlt werden.
Auch sind die Amis bei der Vergabe von Zeichnungen und anderen technischen Unterlagen an Firmen außerhalb der USA
sehr, sehr zurückhaltend und genau deshalb bin ich 1992 nach Florida geflogen um den Peterbilt Wrecker vor Ort selbst zu
fotografieren und komplett auszumessen. Das war für den Hersteller des Wrecker okay und genauso lief es später bei dem
Kenworth W900 von Fred Viohl. Beide Trucks wurden von Miller Industries in Olthewah, Tennessee gebaut, die ich ebenfalls
mal besucht hatte, bekommen habe ich dort aber nichts.
Eigentlich müsste sich die Firma Moebius aus den USA um derartige Produkte kümmern. Die sitzen sozusagen an der Quelle
aller Informationen und könnten aus dem Vollen schöpfen.
Ein weiterer Grund sind die enormen Werkzeugkosten, auch in China wo Revell viel hatte machen lassen. Und was Revell zu
meiner Zeit nie machen wollte, zu erkennen am Inhalt der alten Kataloge, alles was mit Militär zu tun hatte. Vorbei, seit
Jahren verdienen die Bündener Modellmacher eine Menge Geld damit.

Naja, wir können mit Blick auf unser persönliches Interessensgebiet immer noch auf einige Bausätze zurückgreifen und
diese verändern oder umbauen. Und wenn auch dieses nicht mehr möglich sein wird, dann macht der eine oder andere das
was ich gerade mache, Eigenbauten.

In diesem Sinne, frohes Schaffen.

Klaus

214

Donnerstag, 18. März 2021, 22:09

Danke für die Info Klaus,
da hast Du einfach den besseren Einblick in solche Prozesse.
Ja so eine Entwicklung samt Lizenzen etc. ist halt wirklich eine enorme Investition und die Gewinnspannen werden wohl auch immer kleiner. Aber wie Du schon sagst, können wir ja wenigstens bestehende Modelle verändern oder halt komplett selber bauen :D :ok:

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Realname: Gustav Stefan

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215

Sonntag, 21. März 2021, 08:08

Servus Klaus :hand:
Vorweg: Danke für diesen tollen Baubericht. Die Zeit, welche du dafür aufwendest kann man gar nicht genug schätzen :prost:
Dein Projekt ist umwerfend, Scratch der Meisterklasse. Hier sieht man dein Herzblut für den Modellbau.
Ich bin zwar nicht in der Feuerwehr/Truck-Szene bewandert, sehe dennoch die Detailverliebtheit. Großen Respekt von meiner Seite.
Bin gespannt wie es weitergeht,
Gruß Gustav
Im Entwurf, da zeigt sich das Talent, in der
Ausführung die Kunst! Wobei die
Schönheit liegt im Auge des Betrachters…


Im Bau: U-505 Revell 1:72

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Realname: Klaus Lassen

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216

Sonntag, 21. März 2021, 10:27

Hallo Gustav,

vielen Dank! Es freut mich, dass auch Dir mein Baubericht gefällt. Klar, ich hätte auch im stillen Kämmerlein mein Modell bauen können,
was die meisten von uns auch machen. Mir kam dann aber der Gedanke alles zu zeigen, einen kompletten Baubericht entstehen zu lassen
um anderen Modellbauern Tipps und Anregungen zu geben. Desweiteren denjenigen, die um einen Eigenbau bisher immer einen großen Bogen
gemacht haben zu zeigen, es doch einmal zu probieren. Es ist spannend etwas zu bauen was man nicht kaufen kann (also Bausätze),
um dann genau das Original - Fahrzeug nachzubauen was einen begeistert, wie jetzt bei mir Engine 34.
Und auch ich schaue mir bei anderen Modellbauern einiges ab, denn im WWW findet man wirklich eine Menge zum Thema LKW- und Truck Modellbau.

Viele Grüße von
Klaus

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Realname: Klaus Lassen

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217

Sonntag, 28. März 2021, 13:20



Foto: Ziamatic

Heute mal wieder ein kleines Update zu Engine 34. Die Lagerschalen für die Saugschläuche habe ich mir jetzt vorgenommen.
Als erstes die Ablage, welche sich auf der rechten Seite befindet und an den beiden Leiter Zugangssystemen der Firma Ziamatic
befestigt ist. Hier auf dem Foto nicht zu sehen.






Entsprechend den Maßen auf der Zeichnung habe ich mir die Ablage aus 0,3 mm starkem Alublech herausgeschnitten und passgenau abgekantet.



Diese beiden Mechaniken kennt ihr ja schon. Auf diese habe ich oben in der Mitte jeweils einen Winkel eingeklebt,
auf denen später das Blech befestigt wird.



Sieht nur lose aufgelegt dann so aus.



Auf der Unterseite wurden dann zwei U-förmige Winkel aus 1 mm PS mit Sekundenkleber-Gel aufgeklebt. Und die Winkel oben auf der Kippmechanik
passen exakt in die Ausschnitte der beiden U-Winkel am Alublech. Position und Abstände entsprechen den Angaben auf der Zeichnung.
Als nächstes kommt die Doppelablage für zwei Saugschläuche auf der linken Seite dran.



Foto: Ziamatic

Das Zugangssystem von Ziamatic sieht am Original dann so aus. Oben der Schlauch und darunter die Leitern. Und so soll das Ganze am Modell später auch aussehen.

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Realname: Patrick

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218

Sonntag, 28. März 2021, 19:46

Hallo Klaus,

einfach immer wieder sagenhaft. Bin immer wieder schwer beeindruckt :respekt:

Viele Grüße

Patrick
Du kannst dein Leben nicht verlängern und du kannst es auch nicht verbreitern. Aber du kannst es vertiefen.
Gorch Fock (deutscher Schriftsteller)

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219

Freitag, 9. April 2021, 20:52



Foto: Kochek

Die erste Saugschlauch-Halterung ist fertig, was fehlt sind die passenden Schläuche. Auf dem Foto gut zu sehen,
dass es sich um spiralförmig gefertigte Kunststoffschläuche mit Metalleinlage handelt.



Zeichnung: Kochek

Hier auf der Zeichnung könnt ihr die Spiralform sehen. Am Ende jeweils Storz-Kupplungen mit ausklappbaren Handgriffen
zwecks leichterem zusammendrehen der Kupplungen. Wer Storzkupplungen schon mal verbunden hat der weiß,
dass man schon etwas Kraft benötigt.



Auf der Suche nach Schläuchen die dem Maßstab 1:25 sehr nahekommen, ließ ich mir einen 1 m langen Kunststoffschlauch schicken.
Dieser, auf dem Foto der Schwarze hatte aber zu wenig Windungen und Selbige waren auch noch zu dick.
Also ließ ich mir unter Verwendung der Zeichnung oben, komplett neue Schläuche mit Hilfe eines 3D-Drucker anfertigen
und die entsprechen exakt meinen Vorstellungen. Absolut maßhaltig in der Länge, vom Durchmesser her und gut zu sehen, spiralförmig.



Nur mal auf die Halterung aufgelegt sieht es so aus. Der Schlauch wird noch auf die vorgegebene Länge geschnitten,
anschließend kommen an beide Enden noch die Storz-Kupplungen dran, die ich auf der Drehbank drehe.
Abschließend folgt die Lackierung.

Beiträge: 717

Realname: Patrick

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220

Dienstag, 13. April 2021, 19:04

Hallo Klaus,

die Schläuche aus dem Drucker sehen natürlich mega aus. Hätte ansonsten fast gedacht, die wären auf der Drehbank entstanden.

Einfach immer wieder traumhaft zu sehen, wie Du die vielen tollen Details umsetzt.

LG Patrick
Du kannst dein Leben nicht verlängern und du kannst es auch nicht verbreitern. Aber du kannst es vertiefen.
Gorch Fock (deutscher Schriftsteller)

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221

Dienstag, 13. April 2021, 19:46

Hallo Patrick,

das war mein erster Gedanke, aber da die Saugschläuche aus Spiralen bestehen, kann ich so etwas auf meiner Drehbank nicht umsetzen.
Aber das CAD-Programm meines Modellbau-Kollegen besitzt ein Spiral-Tool und hat er den Schlauch nach der Zeichnung oben entsprechend
programmiert und ausgedruckt. Das Ergebnis spricht für sich und die Schläuche sind innen auch noch hohl.
Bin gerade dabei die Kupplungen an beiden Enden zu befestigen, diese habe ich auf der Drehbank hergestellt und bekommen jetzt noch feine Details.

Sobald das Wetter mitspielt, werde ich die großen Aufbauteile, sowie die Inneneinrichtung schon mal mit meiner Airbrush draußen
auf der Terrasse grundieren. Momentan ist es noch zu kalt. Und auch die Chromteile finden langsam Stück für Stück ihren Platz der Platte,
die ich später zum Verchromen abgebe. Viel Arbeit macht mir gerade die Ausarbeitung für die AZB.

Danke und liebe Grüße sendet Dir
Klaus

222

Mittwoch, 14. April 2021, 10:55

Servus Klaus

habe lange net mehr hier rein geschaut. Deine Detail Verliebtheit ist echt schon verrückt. Das sieht echt so aus als es so aus der Box käme Hut ab. Das wird was ganz feines was du dir da zusammen klöppelst.

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223

Sonntag, 25. April 2021, 13:06



Hallo Stefan, hallo liebe Leute,

vielen Dank für deine anerkennenden Worte. Detailverliebtheit, dass war das Stichwort, welches dazu geführt hat,
dass ich das Modell vom Allison-Automatikgetriebe habe neu anfertigen lassen. Mein erstes Modell, dass wie Du
passend geschrieben hast von mir „handgeklöppelt“ wurde, gefiel mir nicht so recht. Was tun?
Habe eine deutsche Vertretung von Allison USA in Deutschland angeschrieben und um eine STA bzw. STL-Datei gebeten,
die es mir ermöglicht, ein Modell vom Allison 4000 zu drucken. Gesagt getan. Ich erhielt eine solche, gab sie weiter an einen
Modellbau-Kollegen und er hat mir ein erstes Modell ausgedruckt.



Dieses Modell ist zu 100% stimmig und zeigt Deatils, die ich selber so nie hätte einarbeiten können.
Es muss noch leicht gesäubert werden, da sich noch winzige Grate am Ausdruck befinden.
Dann wird es grundiert und anschließend lackiert.



Hier mal zum Vergleich beide Modelle. Der Unterschied ist schon krass, oben das Modell komplett aus PS hergestellt und nur
nach Zeichnungen gebaut. Die Proportionen und feinste Details am Modell unten hätte ich am Modell oben so nie hinbekommen.



Und das Allison 4000 passt exakt an den Cummins-Dieselmotor. Ihr seht, insgesamt bestehen beide Modelle aus zahllosen
feinen Details die alle herausgearbeitet werden müssen. Also nur die, welche mit Blick auf die Originalfotos wirklich auffallen,
wie etwa die gut sichtbaren Steuerleitungen. Aber das wird noch ein Kapitel für sich.

224

Sonntag, 25. April 2021, 13:30

Ja ok das gedruckte Teil ist schon detaillierter als dein Scratchbau aber dein Bauteil ist schon verdammt nah dran! Und wohlgemerkt HANDGEFERTIGT :respekt: :thumbsup:

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Realname: Patrick

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225

Sonntag, 25. April 2021, 19:38

Hallo Klaus,

also ich kann mich da nur anschliessen. Klar kommen beim 3D Druck noch mehr Details zum Vorschein, aber Dein Scratchbau... :respekt:
Da brauchst Dich nicht verstecken. Finde es Wahnsinn, was mit dem 3D Druck alles möglich ist, doch am Anfang aller Automatisierung war die Handarbeit und die beherrschst Du.

Freu mich jedes Mal, wenns bei Dir weiter geht.

LG, Patrick
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Gorch Fock (deutscher Schriftsteller)

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226

Sonntag, 25. April 2021, 20:18

Hallo ihr beiden,

danke für eure freundlichen Worte! Alles entwickelt sich immer weiter und der Bereich Modellbau gehört auf jeden Fall dazu.
Ob man die Möglichkeit des 3D- Drucks annimmt oder nicht, naja, dass muss jeder für sich selbst entscheiden.
Selbst wenn man sich wie ich die Mühe macht ein Modell aus PS zu bauen, so stößt man schon an Grenzen, aber wem sage
ich das. Das Allison 4000 hatte ich schon im Jahr 2006 gebaut und sollte in ein anderes American LaFrance Modell eingesetzt
werden. Leider fehlten mir für den Weiterbau eine Menge Daten und Bilder und zu diesem Zeitpunkt gab es den 3D-Druck wie
wir ihn heute kennen noch nicht.
Ich kann zwar 2D-Zeichnungen anfertigen, diese eignen sich aber nicht für den 3D-Druck und so überlasse ich das jemandem
der es beherrscht. Das meiste am Modell ist und bleibt aber reine Handarbeit. Klar, man könnte jedes Modell komplett aus einem
Drucker kommen lassen, der Aufwand dafür wäre enorm, denn alles müsste vorher gezeichnet werden.
Das ich das Automatikgetriebe habe drucken lassen können, hatte auch mit etwas Glück zu tun, denn derartige Daten dafür zu
bekommen ist nahezu aussichtslos, zumindest wenn die aus den USA kommen.

Schon der Cummins-Motor ist Klasse und nun das perfekte Getriebe dran, wird bestimmt ganz gut aussehen. Bin selber gespannt
wenn alles Farbe bekommt. Muss mir aber jetzt einen neuen Kompressor kaufen, der Kessel an meinem jetzigen ist komplett
durchgerostet, war wohl Kondenswasser drin. Hatte ihn seit 2006 nicht mehr benutzt. Jetzt kommt der - Master Class - von Revell
her.

Ihr seht, es geht weiter.

Viele Grüße
Klaus

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