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Montag, 22. Juni 2009, 22:52

M5A1 Stuart von AFV Club

Ein guter Modellbaufreund, nennen wir ihn Bernd, ist an anderer Stelle bekannt für seine erstklassigen 1:35 Modelle des USMC (United States Marine Corps) zur Zeit des WW II. Leider konnte ich ihn bis dato nicht überzeugen seine Meisterwerke auch hier zu präsentieren. :( Bernd hatte den AFV Club M5A1 Stuart (Bausatz-Nr.AF35105) begonnen, verlor aber mitten im Bau die Lust auf das Modell. Ein Wort ergab das Andere und Bausätze wurden getauscht. Ich hatte es Bernd damals beim Tausch schon angedroht, bei mir wird es kein USMC Fahrzeug. Ich mache einen Briten daraus (passende Decals und typisch brit. Feuerlöscher liegen dem Bausatz bei).

Fangen wir den Baubericht mal mit vier Bildern von Bernd an, gefolgt vom Baustand unter meiner Regie.








Und ab hier ging es unter neuer Regie weiter : :D

Der Bausatz stellt die frühe M5A1 Variante dar (die späte Variante ist für diesen Sommer auch von AFV Club angekündigt). Also dachte ich mir, wenn schon früh, dann richtig. Also rückte ich dem Laufwerk mit dem Skalpell zu Leibe und entfernte die Frontseiten der 'boogies'. Gott sei Dank hatte Bernd die Laufrollen-Achsen nicht verklebt. Die Laufrollen ließen sich nur mit sanfter Gewalt wieder von den Achsen nehmen. Netterweise hatte Bernd die durchbrochenen Laufrollen ja schon fix & fertig versäubert, also drauf damit und 'boogies' wieder zusammen geklebt. Die Triebräder wurden übrigens auch gegen den frühen Typ ausgetauscht (liegen dem Bausatz bei).


Das "Stehblech" des vorderen Kettenbleches habe ich durch 0,2mm Plastik Sheet ersetzt, gegossenes Plastik wirkt mir hier zu dick. Außerem nimmt es Platz weg der am Original dem Triebrad gehört. Und da der Platz auch am Modell benötigt wird ... . Die Scheinwerfer sind ab, um sie besser ausbohren und mit einer Linse versehen zu können. Auch die 'light guards' habe ich entfernt, um sie durch Eigenbauten aus 0,2mm Plastik Sheet zu ersetzen.


Auf dem Wannendach habe ich lediglich am Drehkranz den angeschraubten Turmfugenschutz angebracht.


Ich konnte es natürlich nicht lassen am Heck sämtliche Werkzeuge sowie Ersatzkettenglieder wieder zu entfernen, um sie mit selbst gebauten Werkzeughalterungen zu versehen. Die kleinen "Gnubbel" die man noch sieht habe ich als Markierungen belassen, dort wird gebohrt um mit Kupferlitze die winzigen Halteösen anzubringen.


Den Turm hatte Bernd auch schon angefangen zu bauen & zu bemalen. Von mir stammt daran bisher lediglich der unten an der Turm-Unterkante angebrachte Schutzkragen.


Ein nettes Gimmick, das Signum des Meisters der Farben. Ich darf jetzt an einem echten "Bernd" herum pfuschen. :-)


Und so präsentiert sich der frühe M5A1 bisher.
Hätte Gott gewollt das ich Grünzeug fresse, wär' ich ein Kaninchen!

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Freitag, 21. August 2009, 11:42

Am Stuart Mk.V ging es etwas weiter. So wurden an den beiden vorderen Koflügelt Ösen aus Kupferlitze ergänzt.


Das Heck des Originals ist nur so mit diesen Ösen übersäht. Also habe ich sie alle, ebenfalls aus Kupferlitze, nachgebildet. Anschließend kamen die Bordwerkzeuge dran. Festgerödelt wurden sie mit Riemen aus Alu (mit Schnallen von Royal Model). Hier fehlen noch der Kettenspannschlüssel, der Vorschlaghammer und der Kopf der Spitzhacke, die Riemen sind auch noch nicht ganz fertig. Die hinteren Kotflügel habe ich aus 0,2mm Plastik Sheet ersetzt.


Die Kettenspannräder habe ich auch ersetzt. Am frühen M5A1 wurden Spannräder mit offenen Speichen und Gummilaufflächen eingeführt. Den Bausatz lagen alternativ aber nur Spannräder mit zugeschweißten Speichen und Gummilaufflächen bei, wie sie später im Pazifikraum und auch am späten M5A1 verwendet wurden. Also wurden die Bausatz-Spannräder mit dem Skalpell, von den am Original aufgeschweißten Platten, befreit und an Modell eingebaut.
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Freitag, 21. August 2009, 11:43

Zeit ist momentan zwar ein unerreichter Luxus, aber dennoch will ich den Stuart Mk.V lackierfertig vom Tisch haben. Also präsentiere ich einen kleinen Baufortschritt:

Das Heck hat seinen vollständigen Satz Bordwerkzeuge mitsamt Verzurrung erhalten. Die Riemen werden allesamt noch nach unten geklappt. Sie stehen nur noch zwecks leichterer Montage nach oben.



Dem Bausatz fehlen die Auspuffe, welche typisch für frühe M5A1 sind. Auf den beiden Spritzlingen K bleiben je ein Teil Nr.12 übrig, daraus habe ich die Endrohre der Auspuffe gefertigt und angeklebt. Die genaue Position der Auspuffrohre sieht man auf dem nachfolgenden Bild (unter den Unterwannen-Heck-Luken hervorschauend).


Auf Originalbildern erkennt man auch ein weiteres Detail, welches AFV Club vergessen hat. Am Heck sind von unten her Gitter eingesetzt, diese habe ich aus 0,2mm Alu-Streckgitter ergänzt. Der weiße Streifen unterhalb des großen Gitters ist am Originalfahrzeug übrigens auch vorhanden, am Modell enstand er aus 0,5mm Plastik Sheet.


Die Scheinwerfer sind auch bearbeitet worden und sind, jetzt mit einem Scheinwerferglas versehen, fertig zum Wiedereinbau.
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Dienstag, 1. September 2009, 13:00

Ok, es gibt neue Bilder:

Das Bordwerkzeug ist nun komplett dran.



Was ich jetzt erst bemerkt habe, das Bild mit Scheinwerfer und dessen Schutzbügel ist unscharf. Da werde ich bei Bedarf mal ein neues machen müssen. Wie auch immer, die nach dem Bausatzteil aus 0,2mm Plastik Sheet neu aufgebauten Schutzbügel sind erheblich feiner. Die Scheinwerfer sind ausgebohrt und mit einer selbst hergestellten Linse versehen worden.


An den Turmseiten kamen die Eisgreifer (für die Kette) an ihre Halterungen und auch das Stativ für das Fla-MG ist dran.


Beim Turmdach hat AFV Club es sich einfach gemacht und das Turmdach vom Bausatz des M3A3 übernommen. Der M5A1 hat dort allerdings ein paar Sächelchen anders angeordnet. So müssen die Haltegriffe vor den Luken nach rechts versetzt werden. Die "Diebstahlsicherung" an der linken Luke muß beim M5A1 direkt links neben den Haltegriff (beim M3A3 direkt rechts daneben), hier auf dem Bild fehlt die "Diebstahlsicherung" noch. Links neben der "Diebstahlsicherung sitzt ein quadratischer Antennen-Sockel. Den habe ich noch mit fünf Bohrungen für dessen Verschraubung und die eigentliche Antenne (in der Mitte) versehen. Man könnte den Sockel aber auch genauso gut wegschneiden, denn der war nicht an allen M5A1 verbaut. Die Schraubenköpfe auf dem vorderen Turmdach müssen weg, der M3A3 hatte sich noch, der M5A1 aber nicht mehr. Der kleine Sockel zwischen den Schraubenköpfen muß versetzt werden. Beim M5A1 saß er, wie hier gezeigt hinter dem Suchscheinwerfer-Sockel.


So schaut das Turmdach dann insgesamt aus. Was ich mit dem Loch neben dem rechten Periskop mache weiß ich noch nicht. Am Original ist dieses Loch mit einer runden Platte bündig verschlossen. AFV Club läßt dieses Loch laut Bauplan einfach offen und auch an den Spritzlingen findet sich nichts Passendes. :00


Das Alu-Rohr der 37mm Kanone liegt dem Bausatz bei. Das koaxiale .30cal Rohr stammt von RB Modell.


Und so schaut nun das bisherige Gesamtbild aus:



Es sind noch 2, 3 Kleinigkeiten zu machen, aber das dann beim nächsten Update.
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panzerchen

unregistriert

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Dienstag, 1. September 2009, 21:27

selbst hergestellten Linse ???????

DAS interessiert !

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Mittwoch, 28. Oktober 2009, 18:14

Hallo Panzerchen.

Ja richtig gelesen, die Scheinwerfergläser sind selbst hergestellt. :ok:
Dazu habe ich die Bausatzscheinwerfer mit einem Fräskopf ausgebohrt. Dann habe ich aus einem Stück Gußast einen Stempel geformt. Das heißt, ich habe ein Ende so zurecht gefeilt, das er der Form des Scheinwerferglases entspricht.
Nun nimmt man ein Stück klares Plastikmaterial wie man es an diversen Verpackungsmaterialen findet, hält es kurz über eine Kerze und zieht es stramm über den Stempel. Mit einem frischen Skalpell kann man jetzt die Linse abschneiden. Die Schnittkanten werden noch kurz mit einer Nagelfeile geglättet und mit Klarlack klebt man die Linse in den vorher silbern lackierten Scheinwerfer ein.
Das kostet nix, geht schnell und der Scheinwerfer sieht viel realistischer aus als man es nur mit Farben allein nie hinbekommen könnte.

Den Stempel gut aufbewahren, den kann man noch für so manches Scheinwerferglas am Modell verwenden. :)

Das klare "Verpackungsplastik" nur ganz kurz über die Kerze halten, bis es weich wird. Ansonsten verfärbt es sich bzw. schmilzt. Und dann sofort über den Stempel ziehen, denn es härtet rechtl wieder aus.
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panzerchen

unregistriert

7

Mittwoch, 28. Oktober 2009, 20:45

Also im Prinzip tiefgezogene Scheinwerfergläser, -->danke für den Hinweis !

8

Mittwoch, 13. Januar 2010, 19:59

Und hier die dritte "Altlast" an der gearbeitet wurde, während ich am FlaK-Panther auf Teile wartete.
Es geht weiter am britischen M5A1
Genauer gesagt, wurden die letzten Details angebracht.




Am Turmdach wurde links die Diebstahlsicherung angebracht. In der Mitte wurde das Loch (unter dem gesenkten Suchscheinwerfer), welches am Original nicht existiert, geschlossen. Der Suchscheinwerfer selbst wurde auch angebracht. Und rechts kam noch das .30cal MG (verfeinert mit einem gedrehten Messing-Rohr von RB Model) in sein Stativ.





Das Turmheck erhielt die Funkantenne, welche auch gleich dem Original entsprechend verkabelt wurde. Etwas stutzig wurde ich hier schon. Dem Bauatz liegt zwar eine britische Antenne bei, die Bauanleitung geht aber nicht darauf ein. Interessanterweise fand ich kein einziges Bild eines brit. Stuart (gleich welcher Bauart) mit brit. Antennen. Anscheinend behielten die brit. Stuart im Gegensatz zu brit Sherman ihre US-amerikanische Funkausrüstung.


Am Heck wurden links & rechts die beiden letzten Werkzeuge verfeinert und angebracht.

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Samstag, 17. Oktober 2020, 23:41

Holla ! Januar 2010. Der staubte aber schon lange vor sich hin. :huh:
Ende Oktober 2017 fiel er mir wieder in die Hände und man fragte sich, wie der mit Ketten wohl ausschaut.

Die Einzelgliederkette vom Typ T16 'rubber block' stammt aus einem ACADEMY M3 Stuart Bausatz. Sie ließen sich problemlos ganz ohne Kleber zusammensetzen und bleiben dabei beweglich. Die Endverbinder drückt man dabei mit sanftem Druck auf die Pins der Kettenglieder. An manchen Pins muss dabei minimal Gußgrat entfernt werden, damit die Endverbinder drauf passen. Das betrifft aber wirklich nur wenige. Tatsächlich ist es gerade der leichte Gußgrat (im Micrometer-Bereich) an den Pins, der dafür sorgt, dass die Endverbinder ohne Klebstoff halten.

Versäubern muss man eigentlich nicht, wenn man Kettenglieder und Endverbinder gleich sauber mit einem scharfen Sklapell aus dem Gußast trennt. Das geht einfach und schnell.
Beim Zusammensetzen ist nur darauf zu achten, dass die Seite mit dem Gummiblock außen ist.

Vorn unter den Triebrädern sind die Endverbinder absichtlich falsch herum aufgesetzt. Dort wurden die Ketten geschlossen und können zum Lackieren wieder geöffnet und abgenommen werden. Später, bei der Endmontage, kommen diese Endverbinder natürlich richtig herum an die Kette. ;)



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Beiträge: 406

Realname: Knut

Wohnort: im Sachsenland

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10

Sonntag, 18. Oktober 2020, 16:48

Lange Pause, aber das Warten hat sich gelohnt :D.

Sieht super aus, ich hoffe auf Bilder von der Lackierung müssen wir keine 10 Jahr (hust) warten.

Gruß Knut

11

Montag, 19. Oktober 2020, 15:14

Nein, Nein. Höchstens 9 Jahre. ^^

Ich bin jetzt aber am Überlegen. Ein Brite (wie eigentlich geplant) wird es nach dem neuesten Kenntnisstand nicht.
Dank meinem neuesten Schmökerstoff ...
https://www.lulu.com/de/de/shop/kurt-lau…ct-1q8gv9n.html

Der M5A1 wurde in vier Hersteller-Werken gebaut. Ab November 1942 bei Cadillac/Detroit, ab Dezember 1942 bei Cadillac/Southgate und Massey-Harris/Racine sowie ab Oktober 1943 bei American Car & Foundry/Barwick.

Und mit den Merkmalen wie ich mein Modell gebaut habe, rollte er Dezember 1942 bis Januar 1943 bei Cadillac/Detroit in 265 Exemplaren als auch im Januar 1943 bei Cadillac/Southgate in 73 Exemplaren vom Band.
Die Verbündeteten erhielten Fahrzeuge aus der Produktion von American Car & Foundry/Barwick. Dieses Werk hatte jedoch eine etwas andere Bugplatte, welche nicht im Bausatz vorhanden ist. Also wird es wohl doch ein Ami-Stuart.

Der Suchscheinwerfer auf dem Turmdach wurde August 1943 nach der Order FSMWO G103-W39 nachgerüstet und floss ab diesem Zeitpunkt auch in die Serien-Produktion ein. Da überlege ich auch, den Suchscheinwerfer wieder zu entfernen, um beim ursprünglichen Bauzustand ab Werk zu bleiben.
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