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121

Montag, 17. Februar 2020, 17:29

Manchmal ist es irgendwie bekloppt. Man(n) wird nachts um 3 wach und es fällt ihm ein, dass da ja noch an der Bordwand eine Sockelleiste für den Decksabschluss fehlte. :rolleyes:

Also Kreppteppich wieder runter. Als Abschlussleiste habe ich ein 2 mm 90°-Dreieck-Kunststoffprofil verwendet, schon einmal in der späteren Farbe des Innenschanzkleides vorlackiert und mit Sekundenkleber verklebt. Abklebeband und neues Malerkrepp wieder drauf.

Leider hat das Profil leicht abgerundete Kanten, so dass nach dem Verkleben eine kleine aber doch sichtbare Fuge zurückblieb. Diese wurde einfach mit Holzpaste von Clou verspachtelt und ich dachte schon, dass ich mir die Farbe hätte sparen können wenn ich das jetzt schleifen müsste. Aber die Holzspaste ist anfangs noch wasserlöslich, also mit einem feuchten Lappen drüber, Kit in die Fuge gefeudelt, fetisch. Das sieht sehr sauber aus und erspart mir das Schleifen.

Andreas

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122

Montag, 17. Februar 2020, 19:07

schöne Arbeit, hab ich mal abonniert

123

Donnerstag, 20. Februar 2020, 10:11

Auf dem Kampanjendeck müssen noch die Stückpforten eingearbeitet werden. Da auch dieses Deck gegenüber den Baukastenvariante wieder beplankt werden soll, unterscheidet sich die Lage der Pforten gegenüber dem Bauplan. Für den Einbau der nächsten Decksebene mussten zudem sichtbare Decksbalken mit einer Biegung, die sog. Balkenbucht, realisiert werden.

Für so etwas bevorzuge ich die Technik der Formverleimung. Dazu kopiere ich mir den entsprechende Teil des Bauplans, klebe diesen auf ein Stück Sperrholz, bohre Löcher entlang der gebogenen Linie der Oberkante des gezeichneten Balkes und stecke von der Unterseite Nägel durch. Wenn das Bohrloch 1/10 mm kleiner als der Nageldurchmesser ist, halten die Nägel von allein. Ich habe es probiert, einfach Nägel von oben reinschlagen ohne Vorbohren wird zu ungenau, die Decksbalken sind unbrauchbar.

Entsprechend der Balkendicke verleime ich mehrere dünne Furnierleisten miteinander, fixiere das Leistenpaket mit Halteklammern unter den Nägeln und lasse den Kleber aushärten. Vor dem Fixieren auf der Balkenlehre markieren an der Außen- bzw. späteren Oberseite des Balkens immer die Mittellinie, sehr hilfreich für die spätere Weiterverarbeitung und Anpassung am Modell.



Bei den fertigen Rohlingen, in diesem Fall bei der Verwendung eines recht dunklen Holzes, sind die Schichten nach dem Schleifen kaum zu erkennen.



Bei hellerem Holz sieht man die Lagen schon eher, sieht aus wie Sperrholz.



Dann behelfe ich mir damit, dass ich auf die sichtbare Außenseite immer noch eine dünne Furnierleiste aufklebe und bündig schleife.

Ich finde diese Technik ganz effektiv und praktisch, noch dazu einfach zu realisieren. Ohne großen Aufwand eine ganze Reihe von identischen Balken herzustellen, wie hier bei einem anderen Projekt:



Last but not least erspart es mir die Ungenauigkeiten bei Aussägen aus Vollholz mit der Laubsäge und der folgende Schleiforgie. ;)
Andreas

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124

Donnerstag, 20. Februar 2020, 11:14

Auch hier gilt:

Genial einfach, einfach genial! :ok:

Ingo
"Kein Kommandant geht fehl, wenn er sein Schiff neben das des Feindes legt"
Lord Nelson


125

Donnerstag, 20. Februar 2020, 11:27

Mahlzeit!

Auch wenn ich als Plastikant das wenigste davon anwenden kann, habe ich durch diesen Baubericht schon eine Menge gelernt. Sehr instruktiv und gut nachvollziehbar erklärt, eine interessante Lektüre.
Ein guter Rat des Vaters an den Sohn:
Halte stets mit allem Maß-mit dem Essen,dem Trinken und dem Arbeiten.Vor allem mit dem Arbeiten.
-Otto von Bismarck

126

Donnerstag, 20. Februar 2020, 22:18

Ich danke euch für euren Zuspruch.

Die Decksbalken für das Kampanje- und Backdeck sind eingeklebt und lagern beidseitig auf einem Balkenknie.



Das Schanzkleid auf der Bank ist noch im Rohzustand. Was man sieht sind nicht die Geländernstützen, sondern nur die Füll- und Abstandshölzer für die innere Wegerung die im nächsten Arbeitsschritt noch gekürzt und verschliffen werden. Die Hölzer wurden so eingeklebt, dass in den Zwischenräumen dann die Geländerstützen eingesetzt werden können und Halt haben. Leider habe ich das im Eifer des Gefechts an den hinteren Bordwänden vergessen, werde ich dann nachträglich noch einarbeiten, schaumama.
Andreas

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127

Freitag, 21. Februar 2020, 12:55

Sauba ; gefällt mir

128

Samstag, 22. Februar 2020, 20:17

danke gobidoc

Das Kampanjedeck ist fertiggestellt. Das Gat für den Kolderstock, die Mastleibung und das Luk zum Niedergang wurden eingearbeitet.



Zur weiteren Detailierung wurden noch zwei kleine Kanonen und die Leiter für den Niedergang angefertigt.



Das Kampanjendeck bleibt vorerst noch herausnehmbar, da unter dem Deck später noch zwei der Hauptgeschütze aufgestellt und betakelt werden müssen.
Andreas

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129

Sonntag, 23. Februar 2020, 15:35

Das kann sich sehen lassen :ok:

130

Sonntag, 23. Februar 2020, 15:42

So eine Bauanleitung hätte ich mir vor 40 Jahren gewünscht.
Da hätte es mit ersten Modellen besser geklappt!
Prima Modell mit prima BB.
:schrei: "Kleine Schiffe zu bauen führt bloß zur Vergeudung von Jungholz"
(Gustav II. Adolf, König von Schweden; 1611 - 1632)

Eine großartige Modellbauzeit wünscht
Ray

131

Sonntag, 23. Februar 2020, 23:22

Nach dem Einsetzen des Kampanjedecks konnten auch die letzten vier Stückpforten eingearbeitet werden. Die Füllrahmen sind wieder in der weiter oben beschriebenen "Scheibchentechnik" hergestellt.



Nach dem Verschleifen der Füllholzer am Schanzkleid der Back sind die Ausbauarbeiten am Rumpf erst einmal so weit abgeschlossen. Es konnte nun die erste Lackierung des kompletten Innenbereichs der Bordwand erfolgen.

Die erste Lackschicht wurde mit dünner Farbe aufgetragen und deckt noch nicht vollständig. Es reicht aber vorerst um noch einmal mögliche Fugen sehen zu können, die noch verspachtelt werden müssen.

Andreas

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132

Mittwoch, 26. Februar 2020, 22:18

Mir ist beim ersten Versuch der Beplankung des Heckspiegels aufgefallen, dass durch das relativ dunkle Holz bei sehr eng geklebten Leisten die Plankenstruktur verloren gegangen ist. Der Versuch diese nachträglich noch einzuarbeiten fand ich nicht sehr gelungen. Deshalb habe ich es noch einmal versucht und zwar wie beim Deck mit einer Kalfaterung.

Vorher habe ich ein paar Versuche mit verschiedener Pappe angefertigt: schwarz, braun und hellgrau.

Wie erwartet war mir schwarz zu dunkel, braun gefiel mit dagegen schon besser. Jedoch handelte es sich hier um sog. Tonpapier, das war mir zu dünn. Mit der grauen Pappe erhielt ich nach dem Feuchtschliff mit Firnis den gewünschten Effekt und mit einer Blattstärke von 180 g/m² eine maßstäbliche Fugenbreite von 0,2 mm.



Auch wurde gleich das komplette Heck fertiggestellt.

Die Gillung wurde mit mehreren Leisten als Paket grob in der späteren Form zusammengeleimt und die konkave Biegung dann sozusagen aus dem Vollen herausgeschliffen. Diese Unterfütterung ist innen mit Balsa aufgefüllt und außen mit Furnierleisten beplankt.

Dann noch den Heckbalken angeklebt, das Hennegat eingearbeitet und zum Abschluss den Heckspiegel neu beplankt. Die Stückpforten wurden nur proforma ausgeschnitten, sie werden später mit geschlossenem Pfortendeckel dargestellt.

Die zweite Variante des Heckspiegels gefällt mir jetzt wesentlich besser.

Andreas

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133

Donnerstag, 27. Februar 2020, 10:29

Prima!
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

134

Donnerstag, 27. Februar 2020, 13:39

Das Poblem mit den nichtsichbaren Plankenstössen
Bei Mahagonie kenne ich auch.
Deine Lösung ist ideal und sieht echt gut aus!
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Eine großartige Modellbauzeit wünscht
Ray

135

Freitag, 28. Februar 2020, 11:21

Danke Ray.

Ich habe schon einige Kunststoffrümpfe von Segelyachten mit Mahagoni beplankt, da war das nicht so extrem.



Wahrscheinlich lag die Ursache auch darin, dass der Spiegel mit kurzen Leistabschnitten aus ein und derselben Leiste beplankt wurde und somit kaum ein Unterschied bei der Maserung und Farbverlauf gab. Bei einer größeren Fläche wie nachher der Rumpf mag das ggf. anders aussehen, vergleichbar wie beim Mahagoni.

Weil wir grad bei Thema sind, ein Frage an die Holzwürmer. Mit welchem Lack konserviert/lackiert ihr eure Rümpfe? Das Modell wird ja nicht direkt mit Wasser in Berührung kommen und es ist auch keine Edelyacht, so dass ich kein 10-Schichten-Hochglanz-Finish benötigte.

Ich würde etwas nehmen wollen, was in Richtung matt oder gar tiefmatt geht. Vielleicht etwas in Richtung Acryl, bei dem sich die Geruchsbelastung in Grenzen hält. Muss aber keine Bedingung sein. Wie geht ihr da vor?
Andreas

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136

Freitag, 28. Februar 2020, 12:25

Bei mir gibt es immer eine Grundierung mit farbloser Clou Holzgrundierung zur Porenfüllung und gleichmäßigen Oberflächenversiegelung.
Danach kommt 2x lösemittelhaltigen Email-Mattlack von Revell. (Revell-Acrylmattlack sollte seinen Dienst genauso tun)
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Ray

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137

Samstag, 29. Februar 2020, 09:03

Parkettlack auf Acrylbasis ist auch nicht schlecht dafür. Toll aber nicht so einfach zu verarbeiten ist Schooner Lack , der glänzt aber

138

Samstag, 29. Februar 2020, 14:41

Vor was oder welchen Einwirkungen willst Du das Stand-Modell schützen? Der größte Feind ist Staub, da hilft nur eine Vitrine.

Lacke, Lasuren und Öle heben die Maser des Holzes hervor. Bei einem farblich gestalteten Modell ist u.U. der Standort hinsichtlich UV Strahlung wichtig um das Ausbleichen zu vermeiden. Es ist immer wieder zu sehen, wie schön gebaute Modell dann mit zu dicker Farbe oder Lack „zugeschmiert“ werden und unwirklich glänzen. Wenn man die Farbe sehr dünn, dafür aber mehrfach aufträgt, sieht es besser aus.
trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



Im Bau: Zeesboot 1:20 um 1920 und HMS VICTORY 1:78
Fertig: Galeone SAN FRANCISCO 16. Jh. 1:90

139

Samstag, 29. Februar 2020, 18:37

Ich danke euch für die Vorschläge.

Generell habe ich Hochglanz schon ausgeschlossen. Es geht primär um ein Finish nicht um eine Jahrhundertkonservierung. Dick und fett lackieren möchte ich garnicht, eher sowas wie eine Fixierung um genau den natürlichen Holzeffekt beizubehalten.
Andreas

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140

Samstag, 29. Februar 2020, 20:17

Hallo Andreas, Ballenmatierung von Clou.
Lieben Gruß Frank

141

Samstag, 29. Februar 2020, 20:48

Ich bin bei Danish Oil hängen geblieben, ist ein gutes schnell trocknendes Öl.
trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



Im Bau: Zeesboot 1:20 um 1920 und HMS VICTORY 1:78
Fertig: Galeone SAN FRANCISCO 16. Jh. 1:90

142

Samstag, 29. Februar 2020, 21:04

ja, in die Richtung werd ich mal schauen. Ich dank euch
Andreas

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143

Sonntag, 1. März 2020, 17:25

Bis zur meiner Modellbaupause ware ich im RC-Bereich unterwegs, habe mit Fertigrümpfen gearbeitet oder Rümpfe aus der Form gezogen, mich eher auf Detaillierung konzentriert, ansonsten den ein oder anderen Kunstsoffrumpf verholzt, aber mehr oder weniger nur bis zur Wasserlinie, das ist ja meistens kein großartiges Thema.

Meine letzte Standmodell habe ich 1990 auf Kiel gelegt. Es ist also 30 Jahre her, seit dem ich klassisch beplankt habe. Schaun wir also mal, was ich in der nächste Bauphase jetzt für einen Mist verzapfe.

Anzeichnen der Spanten

Da es sich um einen vorgefrästen Fertigrumpf handelt, musste ich die Spanten auf den Rumpf übertragen. Dazu wurde zuerst der Hauptspant als Referenz festgelegt und die Abstände der anderen Spanten mit Hilfe eines Stechzirkels an der Oberseite des Schanzkleides und am Kiel markiert.

Danach mit dem Zirkel die Linie des jeweils nächsten Spantes in kurzen Abständen markiert und mit einem Dreieck das Lot geprüft. Letztendlich wurde die Linie mit einem Streifen Polysterol vervollständigt. Bei den starken Krümmungen am Bug war das Anlegen des Streifens nicht mehr so ohne weiters möglich, hier habe ich die Strichlinie einfach mit der Hand gezogen.



Das erste Barkholz

Ich beginne bei der Rumpfbeplankung mit dem obersten Barkholz als Referenz, die folgende Beplankung wird dann in Richtung des Kiel ausgeführt. Alle Barkhölzer werden mit Ausziehtusche vor dem Kleben schwarz gefärbt.



Das Barkholz mit der Abmessung von 4x3 mm muss im Bugbereich gebogen werden. Dazu nutze ich das Holzbiegesystem. Die Materialstärke ist nicht ganz zu unterschätzen, denn der Biegevorgang benötigt etwas Geduld, die Leiste neigt schnell zum Brechen.

Mit stundenlangem Wässern kann ich mich nicht anfreunden, nach meinen Erfahrungen verschlechtern sich die Biegeigenschaften und die Leisten neigen schneller zum Brechen. Ein teils monatelanger Trocknungsprozess wird dabei quasi als Ad Absurdum erklärt.

In der Modellbaufachliteratur wird sogar empfohlen, das Holz ganz ohne Wasser über offener Flamme zu biegen. Ich bevorzuge die Methode Wärme und Wasserdampf. Früher habe ich mir die Finger am Kaffeekessel verbrüht, heute nutze ich das besagte Biegesystem.

Ich lasse die Biegeform einige Zeit gut vorwärmen, bis sie richtig heiß ist. Tauche dann die Leiste kurz in Wasser, stecke sie durch den kleinen Bügel an der Form, drücke alles auf ein Holzbrett und beginne mit der freien Hand mit leichtem Druck die Leiste nach oben zu drücken. Ich höre dabei auf das Zischen des Dampfes.



Ist der Biegedruck zu hoch, passiert es recht schnell das die Leiste doch mal bricht. In der Ruhe liegt hier Kraft, gerade bei etwas dickeren Leisten, denn die Wärme muss durch das Holz und in Verbindung mit dem Wasserdampf die Zellwände geschmeidig machen.

Hört es auf zu Zischen, dann ist die Biegestelle wieder getrocknet. Ich drücke die jetzt leicht gebogene Leiste weiter auf das Holzbrettchen, entferne die Biegeform und lass die Leiste kurz auskühlen. Die Biegung ist jetzt schon recht ausgeprägt.



Wieder wird die Leiste gewässert. Nur mit dem Abschnitt der gebogen werden soll einmal kurz ins Wasser tauchen und dann wieder auf der Biegeform fixieren.

Ich arbeite dann freihand und drücke die Leiste Stück für Stück weiter gegen die Form.



Nochmals drei- bis viermal wässern, zwischendurch an den entsprechenden Rumpfabschnitt halten und schauen ob es passt, dann ist es geschafft.

Andreas

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144

Sonntag, 1. März 2020, 19:04

So habe ich es bei meiner WASA auch gemacht.
Mit Geduld ging das selbst bei 5 mm dicken
Buchenleisten.
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(Gustav II. Adolf, König von Schweden; 1611 - 1632)

Eine großartige Modellbauzeit wünscht
Ray

145

Mittwoch, 4. März 2020, 23:33

Erst nach dem Verkleben des ersten Barkholzes, ist mir ein zweites Mal ein Baufehler aufgefallen. Wie schon bei der Stärke des Schanzkleides habe ich die geänderten Dimensionen durch die zusätzliche Beplankung vergessen, die ja beim Baukastenmodell nicht vorgesehen ist.

Diesmal war es die Oberkante der Bordwand, die ja auf Grund der zusätzlichen Decksbeplankung um einiges höher sein muss. Der Fehler wurde diesmal früh genug erkannt und konnte relativ problemlos repariert werden. Das komplette Schanzkleid wurde aufgefüttert und musste nur noch einmal lackiert werden



Imitation der Dübel

Vorher wurden ein paar Versuche vorgenommen, wie die Imitation erfolgen soll:



1. Bambus-Zahnstocher
2. Bohrungen mit Schleifstaub füllen
3. Holzwachs
4. gezogene Dübel aus Nussbaum
5. gezogene Dübel aus Ahorn
6. gezogene Dübel aus Buche

Die Dübel sollen nicht zu dominant wirken, aber trotzdem sichtbar sein.
  • Bambus ist wasserabweisend und lässt sich schwer beizen, das Ergebnis bleibt sehr hell und zeigt dieses typisch gecheckte Muster des Stirnholzes
  • Schleifstaubfüllungen werden recht dunkel
  • Wachse können gemischt werden um den gewünschten Farbton zu erhalten, beim Deck habe ich allerdings festgestellt, dass die Bohrlöcher teilweise nicht plan geschlossen werden, manchmal bleibt eine minimale Delle/Kuhle zurück
  • Echtholzdübel aus Nussbaum sind sehr dunkel, Buche mit einem leicht rötlichen Ton werden im Nussholz fast unsichtbar, das Ergebnis mit Ahorn hat mich überzeugt, so dass ich diese Variante nutzen werde

Kurz überschlagen werde ich ca. 1.700 Dübel benötigen. Um mir nach der kompletten Beplankung eine Bohrorgie zu ersparen, werde ich gleich nach dem Aufkleben eines Plankengangs die Dübel setzen.

Ein wenig habe ich schon vorgearbeitet. Aus zugesägten 1 bis 1,5 mm Ahorn-Leisten habe ich versucht Dübelhölzer mit 0,92 mm ziehen. Das ist allerdings recht beschwerlich und so ziemlich das Ende des Machbaren. Man produziert allerdigs reichlich Bruch, so dass ich mich letzendlich für 1 mm entschieden haben, damit kann ich gut leben.

Andreas

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146

Donnerstag, 5. März 2020, 07:45

sehr anschaulich :ok:

147

Donnerstag, 5. März 2020, 10:06

Hallo Andreas, Schöne Gegenüberstellung der verschiedenen Dübelfarben und Dübelarten. Dein Zieheisen weiß auch zu gefallen.

Lieben Gruß Frank

148

Donnerstag, 5. März 2020, 12:24

Moin,

ich finde, mit Ahorn hast Du die richtige Wahl getroffen. Sichtbar aber nicht zu prominent tragen die Dübel sicherlich zu einem sehr schönen Gesamteindruck bei. Ich bin gespannt wie das fertige Deck aussieht...

Ingo
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Lord Nelson


149

Donnerstag, 5. März 2020, 12:54

Ich freu mich für das Interesse und dank euch für euer Feedback :ok:



Ich bin gespannt wie das fertige Deck aussieht...


Zu viel Spannung führt zu Überspannung, darum werden ich dich etwas entspannen: fertiges Deck

Ich würde dich gern begrüßen, wenn der Rumpf dann auch fertig ist. :D
Andreas

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150

Donnerstag, 5. März 2020, 15:34

Mit dem Zieheisen kannste ja sogar `ne Takelage aus "Holztauwerk" erstellen... :abhau:
:schrei: "Kleine Schiffe zu bauen führt bloß zur Vergeudung von Jungholz"
(Gustav II. Adolf, König von Schweden; 1611 - 1632)

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Ray

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