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421

Montag, 3. Juni 2019, 19:22

Die erkennbaren Riefen noch weggeschliffen -
runder geht es nimmer. :love:
:schrei: "Kleine Schiffe zu bauen führt bloß zur Vergeudung von Jungholz"
(Gustav II. Adolf, König von Schweden; 1611 - 1632)

Eine großartige Modellbauzeit wünscht
Ray

422

Montag, 3. Juni 2019, 21:46

Eins noch, auf keinen Fall den Stab bei laufender Säge zurückziehen. Dann passiert dieses:



Mit etwas Glück kann das noch ein Bullmast oder eine Spiere werden.

Erst beide Maschinen abschalten, Blatt etwas runter drehen und dann herausziehen und dabei nicht drehen.
trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



Im Bau: Zeesboot 1:20 um 1920 und HMS VICTORY 1:78
Fertig: Galeone SAN FRANCISCO 16. Jh. 1:90

423

Dienstag, 4. Juni 2019, 14:59

Servus Matthias!

Ausgezeichnete Idee, merk ich mir!

Hofi

424

Freitag, 14. Juni 2019, 06:50

Viel Aufwand um aus dem Eckigen das Runde zu machen, aber es ging prima.
Der Teil in Balkenform für die Kälber mißt 9 mm x 9 mm.
Dumm nur das die Drechselbank an ihre Grenzen kommt, muss die Spannweite erhöhen und ein zweites Tischbett besorgen.

trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



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425

Montag, 17. Juni 2019, 17:06

...das zweite Maschinenbettchen für die Proxxon DB250 ist angekommen und der Mast konnte fertig gedrechselt werden.
Auf die Länge - ca. 600 mm- flattert es doch schon, da muss man unterstützen, vielleicht mal eine Lünette bauen.



Gleich weiter ging es mit den Mastbacken (Kalben) für die Wanten.
Warum die Kalben heißen braucht man nicht wirklich erklären

trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



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426

Sonntag, 28. Juli 2019, 20:45

Ahoi zusammen…

die Mastbacken haben mich in der kurzen Zeit der Abstinenz immer wieder beschäftigt, denn so richtig gefallen haben sie mir nicht….etwas zu knuffig.
Gemäß dem auf einer Regatta geknipsten Mastkopf habe ich sie dann nochmal gemacht und gleich mit den Spuren für die Warten versehen.







Die Wanten

Das Zeesboot hatte, in seiner ürsprünglichen Bauart, Steuer- und Backbord`s je ein Wantenpaar am Großmast. Der Besanmast trug keine, da er öfter gelegt bzw. nicht gebraucht wurde. Da um die Jahrhundertwende für die Wanten zunehmend Stahltrossen verwendet wurden, sollte das nun am Modell auch so sein.

Wenn man sehr viel Erfahrung mit dem Seilschlagen vorweisen kann, sollte es auch vielleicht auch gelingen diese aus Metall zu fertigen. Ich vermag das nicht und glücklicherweise ist es heute kein Problem diese Seile auch in kleinen Stärken zu beschaffen.

Ich nahm also silber-galvanisch-verzinktes Stahldrahtseil in der Stärke 1 mm. Dieses Seil sieht natürlich so funkelnagelneu nicht so wirklich gut aus. Daher wurde es geschwärzt und nach dem Trocknen mit feinster Stahlwolle abgezogen. (Das Schwärzen sollte an der frischen Luft erfolgen, da die Reaktion etwas heftiger abläuft als bei Messing)
Die Optik, die dabei entsteht kommt dem realen Erscheinungsbild sehr nahe. Die Außenseite der Litzen wirkt etwas blanker und zwischen diesen bleibt das Schwarz erhalten.



Nach dem Ablängen der Wantseile wurde der Bereich der Mastschlingen mit schwarzem Seil 0,4 mm gekleidet. Da das Kleiden bei der Zeesboottakelage überschaubar ist, war eine Maschine dafür nicht notwendig. Zum Spannen der Seile tat es eine improvisierte Vorrichtung. Mit dem keilförmigen Holz lassen sich die Schlingen an einem Rundholz halten.







Der gekleidete Bereich wird zu einer Schlinge geformt und vor dem Auflagepunkt der Mastbacken auf 15 mm Länge mit dem 0,4 mm Seil verbunden.
Das „Problem“ mit dem Seilanfang- und Ende löste ich folgendermaßen.

Der „Verdeckte Knoten“ fiel mir aus der Ausbildungszeit wieder ein. Wir hatten damit bei der Verbindung von alten Ölkabeln die Papierisolation abgebunden - und dieser Abbund sollte sich nicht lösen.

Dazu lege ich vor dem Umwickeln auf die ganze Länge eine Schlaufe deren Fäden zwischen den Stahlseilen liegen.



Ein Ende liegt links brach. Mit dem anderen Ende fange ich die Wicklung von links an und binde die Schlaufe mit ein. Am Abschluss wird das Ende durch die Schlaufe geführt. Mit dem links liegenden Ende ziehe ich die Schlaufe mit Fadenende ca. 1/3 bis bzw. wenn es geht bis zur Hälfte unter die Wicklung und knipse überstehende Enden ab.



Nun wird die fertige Schlaufe der Mastkontur und dem Winkel angepasst, was bei dem Material nicht ganz einfach ist.





Weiter geht’s mit den Taljereeps, dem Anschluss der Wanten am Rumpf.
trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



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Beiträge: 2 773

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427

Montag, 29. Juli 2019, 05:16

Die Bilder sprechen für sich!
Modellbau auf höchstem Niveau.
Da ich mich gerade selbst mit Takelarbeiten für mein Modell intensiv beschäftige,
werde ich mit größtem Interessen die nächsten Schritte in diesem Baubericht
verfolgen.

428

Montag, 29. Juli 2019, 07:21

Servus Matthias!

Wunderschön gemacht!

Hofi

429

Montag, 29. Juli 2019, 08:05

Ganz toll ausgeführt und erklärt.
Danke dafür!
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(Gustav II. Adolf, König von Schweden; 1611 - 1632)

Eine großartige Modellbauzeit wünscht
Ray

430

Montag, 29. Juli 2019, 21:31

Vielen Dank Euch allen.....

Anschluss der Wanten am Rumpf

Die Juffern wurden aus einem Rundstab gedrechselt und haben einen Durchmesser von 7,5 mm.
Sie sind nicht bauchig sondern auf beiden Seiten plan.
Die Laufrille wurde mit einem Kugelfräser auf 1 mm Wantstärke auf der Drechselbank eingeschliffen.





Die Löcher wurden gebohrt. Das Auskeepen sorgt für den bessern Durchlauf des 1 mm Reep`s.
Das Einbinden der Juffern konnte auch auf der Hilfsvorrichtung analog der Wantschlaufen erfolgen.





Mit zwei Abstandslehren wurde das Maß zum Deck und den Püttingspanten auf beiden Seiten vorgegeben.



Nun konnte alles am Modell montiert werden. Die Wantpaare liegen auf den Mastbacken satt auf.
Das Vor/ Fockstag wurde mit einer Baukastenstrippe (Verzeihung) improvisiert um dem Zug der Wanten auf den Großmast entgegenzuwirken damit der Mast weiter mitspielen darf.







Hier die Wanten mit den Taljereep`s fertig gespannt. Die Köpfe der Püttingspanten wurden auf der Außenseite noch etwas abgeschrägt, so dass die Reep`s glatt einlaufen.





Bei den Stahlwanten ist es wichtig darauf zu achten, dass unterwegs keine Knicke und Biegungen auftreten. Diese lassen sich nicht, wie bei Hanf, durch das Spannen glätten.
Damit die Schlaufen oben gut sitzen ist schon ein guter Zug von 1,5 -1,7 kg drauf (gemessen mit einer digitalen Gepäckwage). Ich hoffe, dass der Mastfuß und die Püttingspanten das auf Dauer aushalten.





Das ist das sprichwörtliche „Lehrgeld“ - geht halt nicht alles beim ersten Anlauf glatt.

trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



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431

Montag, 29. Juli 2019, 22:33

Perfekt :love:
:schrei: "Kleine Schiffe zu bauen führt bloß zur Vergeudung von Jungholz"
(Gustav II. Adolf, König von Schweden; 1611 - 1632)

Eine großartige Modellbauzeit wünscht
Ray

432

Montag, 29. Juli 2019, 23:19

Moin,

Ich bin tief beeindruckt von deinen Fähigkeiten. Du und ganz wenige andere hier spielen in einer eigenen Liga, vor der ich mich ehrfürchtig verneige :respekt:

Ingo
"Kein Kommandant geht fehl, wenn er sein Schiff neben das des Feindes legt"
Lord Nelson


433

Dienstag, 30. Juli 2019, 22:01

Vielen Dank Ingo, Ray - freut mich dass es euch gefällt.
trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



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434

Sonntag, 1. September 2019, 10:21

Das Vorstag…

… läuft über einen Doppelblock, welcher am Vorsteven mit einer Teufelsklaue eingegangen wird.
Die Teufelsklaue besteht aus zwei ineinander greifenden Haken, ähnlich einer Schere, nur sind sie nicht miteinander verbunden. Aus weichgeglühtem Messingdraht der Stärke 1,5 mm wurden die Haken grob geformt und die Augen verlötet. Die Innenseiten der Haken und Augen werden abgeflacht, so dass sie gut aneinander anliegen.







Das erste Exemplar im Vordergrund war etwas zu groß geraten, vielleicht passt es irgendwo anders.





Nun ging es daran den Block zu fertigen. Um auch funktional so nah wie möglich am Original zu bleiben, wurden 5 Holzplättchen in der Stärke 1,5 mm benötigt.
Das Mittelstück bzw. der Damm, 2 Außenbacken und 2 für den Tauraum der Blockscheiben. Bei Stahldrahttauwerk hat der Durchmesser der Blockscheiben, wegen des Biegeradius, das Sechsfache der Taustärke, also 6 mm. In den Damm und die Innenseiten der Backen wurden Keepen gefräst. Diese nehmen Bandeisen auf, an denen dann der Bügel befestigt wird an dem der Block hängt.







Die Blockbacken wurden dann mit den Stücken für die Scheiben verleimt.
In der Mittelbohrung, dem Bolzengatt, an einem 1 mm Bohrer geführt wurde die Aussparung für die Blockscheiben hergestellt.









Die 1,4 mm starken Blockscheiben wurden gedreht und die Bandeisen aus 0,3 mm Messingflachprofil eingepasst und brüniert. Der Block konnte nun zusammengesetzt werden. Die Kanten wurden gerundet und der Tauraum etwas ausgearbeitet. Anschließend der Bügel samt Teufelsklaue mit einem Bolzen befestigt.









Am Vorsteven eingehangen und mit einer provisorischen Leine geführt, sieht das dann so aus……





Nun muss das Vorstag ja irgendwo angeschlagen werden, aber dazu später…
trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



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435

Sonntag, 1. September 2019, 11:24

Der Block-
Ein Spitzenmodell für sich!
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(Gustav II. Adolf, König von Schweden; 1611 - 1632)

Eine großartige Modellbauzeit wünscht
Ray

436

Sonntag, 1. September 2019, 11:50

Mahlzeit!

Ich bin immer wieder sehr beeindruckt, nicht nur von der supersauberen Ausführung, sondern auch davon, dass quasi der Originalbauplan einfach nur verkleinert nachgebaut wird, ohne irgendwelche Vereinfachungen.

Obwohl...müssten die Muttern, die den Bügel am Block halten, nicht irgendwie gesichert sein? Zeittypisch wären Kronenmuttern mit Splinten.. :D
Ein guter Rat des Vaters an den Sohn:
Halte stets mit allem Maß-mit dem Essen,dem Trinken und dem Arbeiten.Vor allem mit dem Arbeiten.
-Otto von Bismarck

437

Sonntag, 1. September 2019, 11:57

danke Euch...

Jochen, gut aufgepasst.
Der Bolzen mit den Muttern ist noch nicht final. Nur zum Anpassen des Vorstands brauchte ich was Provisorisches.
Es sollte ein Niet sein, also eine feste sichere Verbindung. Muss ich noch schauen wie ich das mache.
trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



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438

Sonntag, 1. September 2019, 19:50

Das Vorstag aus Stahldrahttauwerk sitzt.

Es zieht den Block arg zur Seite aber das wird mit dem Vorliek wieder ausgeglichen.





trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



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439

Montag, 2. September 2019, 14:02

Moin Matthias,

wunderschön...

Aber irgendwie fehlt mir jetzt gerade der letzte Spleiß zum Knoten...


Geht es da (grüner Pfeil) noch weiter? Kommt da noch eine Art von Talje zum Steifsetzen? :nixweis:

Ingo
"Kein Kommandant geht fehl, wenn er sein Schiff neben das des Feindes legt"
Lord Nelson


440

Montag, 2. September 2019, 18:14

Hallo Ingo,

natürlich, die Juffer gehört zu einer Talje , welche mit einem Strop an Deck verzurrt ist.
Wie, das zeige ich in Kürze.
trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



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441

Dienstag, 3. September 2019, 14:23

Servus Matthias!

Wunderschön gemacht, alleine der Block! Traumhaft :respekt:


Hofi

442

Freitag, 6. September 2019, 20:54

Vielen Dank Hofi....

So Ingo.....

Die Juffer am Vorstag sollte ja nun nicht alleine bleiben.
Die Zweite, in einem Strop eingebunden, findet ihren Halt an einem Bratspill.
Dieses Spill geistert mir schon einige Zeit im Kopf herum, denn es reizte mich, so ein Teilchen zu probieren. Habe immer wieder überlegt ab ich es baue oder nicht, denn auf dem kurzen Vordeck war es schon etwas schwierig so ein Spill unterzubringen. In diesem Zusammenhang musste die Anordnung von Klüver- und Driftbaum überarbeitet werden.

Orientiert habe ich mich an dem im Nautineum auf der Insel Dänholm ausgestellten Zeesboot STR-9.



Die Größe bzw. Maße habe ich von den abgebildeten Details drum herum abgeleitet.

Die beiden Wangen oder Böcke, bestehend aus Ober- und Unterschale, wurden aus 5 mm Birne hergestellt und nehmen die Achse auf.
Die mit einem 6 mm Forstnerbohrer gesetzten Bohrungen geben neben der Achsöffnung die Kontur vor.





Die Spillachse, welche im Original aus Bohlen zusammengesetzt ist, wurde mit der Fräse zum achtseitigen Mittelstück verbastelt. Mit diesem konnte die Ankerkette geholt werden.
Mit dem "Vierkantbohrer" (Skalpell) wurden die Öffnungen für den Bedienhebel ausgearbeitet. Für die Öffnungen der Sperrklinke wurde einfach mit einem 3 mm Fräser eingestochen.
Auf der Achse befinden sich aussen die gedrechselten Trommeln zum Holen von Tauwerk. Die dargestellten Metallringe hatten am Original dabei die verbindende Aufgabe.
Dazu kam noch der zum Vierkant auslaufende Bedienhebel sowie die Sperrklinke.
Im rechten Bock sitzt ein Strop, welcher die zweite Juffer der Talje aufnimmt.







Alles auf dem kleinen Vordeck platziert und das Vorstag angeschlagen sieht das dann so aus.











Im nächsten Schritt müssen Klüver- und Driftbaum platziert werden.
trinkt aus Piraten joho

Gruß Matthias



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Realname: Hans Juergen

Wohnort: Bitburg

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443

Freitag, 6. September 2019, 21:13

Sehr schöne Holzarbeit :ok:

444

Freitag, 6. September 2019, 21:29

Hallo Matthias, mit jedem Detail was von Dir gefertigt wird , entsteht ein Meisterwerk. Ganz großes Kino.
Lieben Gruß Frank

445

Samstag, 7. September 2019, 10:00

:love: :love: :love: besser geht es halt nicht.
:schrei: "Kleine Schiffe zu bauen führt bloß zur Vergeudung von Jungholz"
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Eine großartige Modellbauzeit wünscht
Ray

446

Samstag, 7. September 2019, 18:22

Danke...
und traumhaft schön :love:
"Kein Kommandant geht fehl, wenn er sein Schiff neben das des Feindes legt"
Lord Nelson


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