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Realname: Steffen

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1

Freitag, 3. Mai 2019, 23:14

Panzer III Ausf. L von Tamiya in 1:35

Hallo und guten Abend zu meinem Panzer III-Abenteuer!

Als kleiner Bub schon baute ich gerne Modelle. Damals waren es vor allem Flugzeug-Modelle im Maßstab 1:100 des VEB Plasticart ("Wir hatten doch nichts anderes!"). Es waren verhältnismäßig einfache Bausätze mit einer überschaubaren Anzahl von Teilen und dominanten Nass-Schiebebildern. Mir sind Tupolew Tu-134 und Tu-154 sowie Iljuschin IL-62M noch gut in Erinnerung.

In den frühen 90er Jahren folgten Revell-Bausätze im Maßstab 1:32. Für mich waren sie herausragend. Komplex, herausfordernd und wunderbar detailliert. Es entstanden die Junkers Ju-87B und die Messerschmitt Me-110, deren Unterbaureihe mir entfallen ist. Andere Modelle, unter anderem eine Messerschmitt Me-109G-6 und eine Focke-Wulf Fw-190D-9, blieben ungebaut; die Interessen änderten sich.

Als ich vor Jahren mit dem Bau von Gebäuden für meine Modell-Eisenbahn begann, wagte ich einen Blick über jenen Tellerrand und begeisterte mich für den Militär-Modellbau im Maßstab 1:35. Für den Beginn wählte ich einen einfachen Bausatz: den Panzerkampfwagen III L von Tamiya.



Mein Abenteuer begann. Das Modell selbst machte keine Probleme. Detailliert. Tolle Passgenauigkeit. Für mich als Anfänger einfach wunderbar. Es machte Mut. Ich beschaffte Friul-Einzelgliederketten für den Panzer III (Versionen H - K), eine leichte sowie eine schwere Sandsack-Panzerung aus Resin. Während die Kette fummeligen Spaß machte (jeden Abend zwei, drei Dutzend Glieder zusammenfügen und sich am Wachstum erfreuen), war die Sache mit den Resin-Teilen komplizierter. Ihre Verwendungsfähigkeit galt für andere Bausätze - und der Panzer III L mit seiner Abstandspanzerung im Bug-Bereich gehörte wohl nicht dazu. So musste ordentlich geschnitzt und gefeilt werden. Der Panzer verlor die Abstandspanzerung und weitere Kleinteile. Mit zusätzlicher leichter Spachtelarbeit habe ich einen für meine Verhältnisse guten Kompromiss erreichen können. Für den Turm verwendete ich jedoch das entsprechende Passstück der leichten Sandsack-Panzerung, da sich dieses wieder ohne Schwierigkeiten verarbeiten ließ.

Schließlich war er fertig gestellt. Bis auf …

… die Bemalung! Beinahe unbekanntes Territorium. Die Junkers Ju-87B hatte ich damals noch mit einer sehr günstigen Airbrush und Druckluft aus der Dose behandelt… Hier brauchte es mehr. Ein Kompressor und eine Airbrush (Revell Master Class Flexible) standen zur Verfügung. Doch würde das fertig gebaute Modell Probleme bereiten. Viele Stellen können aufgrund mangelnder Zugänglichkeit nicht mehr ohne Weiteres farblich behandelt werden. Da war ich wohl nicht so helle gewesen ...

Zunächst versuchte ich es mit der Grundierung. Und wie es natürlich kommen musste, nahm ich versehentlich das falsche Zeug und nebelte meinen Panzer III L mit Tamiya Gun Metal ein. Im Licht der LED-Lampe verwandelte er sich just in eine Diskokugel! Nun denn, sogleich folgte der richtige Farbton: schwarz. Ohne die vorige Grundierung trocknen zu lassen oder zu entfernen. Einfach drauf. Zudem: viel hilft viel! Das Ergebnis war vorprogrammiert: eine visuelle Katastrophe. Ernüchtert ließ ich das Thema ruhen, bis mir etwas einfallen möge, um die Arbeit noch irgendwie zu retten.

Vor einiger Zeit begann ein anderer Modellbauer seine Karriere in diesem Forum. Mit einem älteren 1:35-Sheman-Bausatz von Tamiya. In seinem Thread wurden einige Dinge hervorragend erläutert, die auch mich auf Ideen brachten und neuen Antrieb gaben. Auf. Auf!
(Natürlich war das nicht der einzige Grund; seit einigen Tagen besitze ich den Panzerkampfwagen IV G von Border Models, dem ich seit Monaten entgegengefiebert habe! Und der neue Rolls-Royce-Panzerwagen von MENG steht ebenfalls auf der "Brauche ich nicht, will ich aber"-Liste!)

Aus einer Laune heraus kaufte ich mir einen weiteren Bausatz: … einen Panzerkampfwagen III L im Maßstab 1:35 von Tamiya. Natürlich! Ein weiteres Mal. Dazu eine Sammlung von Zubehörteilen für diesen Panzertyp von SOL-Modell, Ätzteil-Lüftergitter von Aber, aus gutem Grunde ein Metall-Rohr von RB-Modell (dazu später mehr), einen hoffentlich guten Primer und etwas Literatur zum Thema Lackieren und Altern. Noch sind all diese wunderbaren Dinge unterwegs…

Parallel dazu machte ich mir Gedanken über die Zukunft meines Katastrophen-Panzers. Verschrotten wollte ich ihn nicht. Vielmehr soll er mir als Versuchsobjekt dienen. Läuft es wie im Märchen, werde ich irgendwann zwei tolle Panzer III besitzen, im angestrebten Falle einen Kampfwagen und wenn alles schief geht - zwei Katastrophen und das Wissen, dass ich noch sehr viel zu üben habe, ehe etwas Vorzeigbares entsteht.

Um als Versuchsobjekt dienen zu können, müssen die alten Farbschichten weichen. Also legte ich das Modell in Revell Airbrush Cleaner ein. Diese Holzhammer-Methode wirkte. Beide Lackschichten wurden bis auf Reste entfernt. Natürlich lösten sich zahlreiche Kleinteile vom Modell, die wieder angebracht werden müssen. Das aggressive Bad im Lösungsmittel zerstörte jedoch das 50mm L/60-Geschütz. Es löste sich in der Mitte geradezu auf. Das gesamte Modell ergraute in "Würde". Von der gesunden hellbraunen Farbe des Modellbausatzes ist nichts mehr vorhanden.

Nun habe ich einen lädierten Panzerkampfwagen III L von Tamiya nach dem Entfernen von zwei Schichten Grundierung mit den noch fehlenden Kleinteilen, die sich während der rabiaten Behandlung vom Modell gelöst haben.


Das Bleichgesicht auf einem als Base gedachten Servierbrett mit anzupassender Base von MiniArt. Rechts die Friul-Einzelgliederketten, bereit zum Aufziehen. Die Sandsack-Panzerungen (auf dem Fahrgestell die schwere, auf dem Turm die leichte Sandsack-Panzerung) sind von Panzerart. Der sitzende Soldat gehört zur Bedienung der Pak 40 L/46 von Tamiya im Hintergrund; die beiden anderen zur Panzercrew "German Tank Crew 1943 -45" von Zvezda. (Die Pak sollte das Diorama mit dem Panzer III L auf dem Servierbrett-Untergrund ergänzen; erste Stellproben zeigten jedoch, dass kein Platz für beide Modelle gleichzeitig ist.)



Der Panzer III L im aktuellen Zustand mit fehlenden Kleinteilen und beschädigter 50mm L/60 KwK39. Die Rückstände der Grundierung ist auf dem Resin am Stärksten; ich konnte sie selbst durch Nachbehandlung mit Revell Airbrush-Cleaner und Wattestäbchen nicht weiter reduzieren. Ich denke aber, dass das in Ordnung geht.



Linke Seite …



… und rechte Seite des Modells.



Anscheinend herrscht Gesprächsbedarf über das weitere Vorgehen!

Denn ich bin unsicher, wie ich mit dem beschädigten Geschütz umgehen soll.
  • Ich könnte das Geschütz reparieren. Zwei Versuche sind bereits fehl geschlagen. Mir scheinen die Klebefläche nicht ausreichend groß, um beide Teile hinreichend fest miteinander zu verbinden. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, mit dem falschen Werkzeug (Uhu Alleskleber) ans Werk gegangen zu sein.
  • Es besteht die Möglichkeit, aus dem Panzer III L einen Panzer III J mit einer 50mm L/42 KwK38 zu zaubern. Auf dem ersten Blick würde lediglich die Abstandspanzerung an der Turmfront und der um etwa 2,5mm zu kurze Rest-Lauf gegen dieses Vorhaben sprechen. Ob die Kanonenblende für den Panzer III G/H/J mit Abdeckplane von Panzerart eine Alternative ist, vermag ich nicht zu sagen (Stichwort: Passgenauigkeit). Die finanziellen Kosten zumindest wären überschaubar.
  • Vielleicht lässt sich das Geschützrohr ohne viel Aufwand durch ein Metall-Exemplar ersetzen. (Doch wie? Ohne Zerstörung lassen sich Zerschellerplatte, Kanonenblende und Geschütz nicht mehr voneinander trennen.) Hier ließe sich dann wieder die L/60-KwK39 verwenden; RB-Modell hat hierfür ein annehmbares Rohr zum kleinen Preis im Sortiment.

Dies ist der aktuelle Stand. Eine Entscheidung habe ich mangels Expertise noch nicht getroffen. Welchen Weg würdet ihr wählen?

Dhyani / Steffen
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Realname: Gustav Stefan

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2

Freitag, 3. Mai 2019, 23:27

Servus Steffen :hand:
Ich bin zwar aus der Bootsfraktion... schau aber gerne Anderen beim Modellbau zu... man lernt ja nie aus
Die Panzerexperten werden nicht lange auf sich warten lassen und Dich beim weiteren Bau unterstützen...
Gutes Gelingen...
Gustav
Im Entwurf, da zeigt sich das Talent, in der
Ausführung die Kunst! Wobei die
Schönheit liegt im Auge des Betrachters…


Im Bau: U-505 Revell 1:72

3

Samstag, 4. Mai 2019, 09:53

Erstmal ein herzliches Willkommen hier :hand: :prost:

Dein Panzer sieht doch gar nicht mal so übel aus. Die Bemalung der Laufrollen wird natürlich frickelig, ist aber nunmal nicht zu ändern...viel Spaß dabei ;) Beim nächsten Mal eben separat machen.
Das Rohr würde ich bündig abschneiden und den Rest vorsichtig aufbohren. Feinarbeiten mit zusammen gerolltem Schleifpapier. Mühsam, aber es geht. Dann ein Metallrohr rein, Zack...fertig.
Ob groß, ob klein, ob arm, ob reich. Vor einem Lauf sind alle gleich :pinch:

Im Bau: Jagdtiger

Fertig: Dragon: SU 76i in 1:35
Maßstab 1:35 Tiger I Lenino Snegiri

4

Samstag, 4. Mai 2019, 16:39

Hallo Namensvetter,

und willkommen in diesem Forum. :thumbsup:
Ein Vergnügen, deinen Beitrag zu lesen. Und das meine ich wirklich wörtlich, ganz ohne jede Ironie ! :ok:

Dein Katastrophenpanzer
... würde ich als Wrack oder als aufgegebene Stellung darstellen. Sicher kann man den restaurieren, aber dafür steckst du unverhältnismäßig viel Arbeit und Zubehör rein.
In Nordafrika und anderen Kriegsschauplätzen wurden beschädigte nicht mehr zu reparierende Panzer noch als Panzerstellung verwendet. Dazu wurden diese Panzer entweder bis zu den Kettenblechen eingegraben oder vorn und seitlich mit Sandsäcken versehen. Da du die komplette Wannenfront schon mit Sandsäcken zu gepackt hast und dem Panzerfahrer somit alle Sichtöffnungen verbaut hast, müsste der arme Bursche blind fahren. Insofern wäre es optimal, dieses Modell als aufgegebene Panzerstellung zu Ende zu bringen. Da musst du auch nichts mehr an der Kanone machen. Aufgegebenen Panzern wurde das Kanonenrohr gesprengt, um sie für den Gegner unbrauchbar zu machen. Einfach vorn das Rohrende noch etwas "zerfransen" und gut.
Auch müsstest du dir so keine Sorgen um fehlende Teile mache ... es ist ja 'eh ein beschädigtes und danach aufgegebenes Fahrzeug. An solchen Fahrzeugen wurde so gut wie immer noch alles Verwertbare demontiert und mitgenommen.


Falls du den jungfräulichen Tamiya III L bauen möchtest, ein paar Hinweise.

Den TAMIYA Panzer III Ausf.L habe ich auch ... wunderbares Modell, angenehm zu bauen, aber nicht ohne kleinere Macken :
1) Das RB Model Rohr ist super und passt genau. Einfach beide Rohrhälften des Bausatzes zusammen kleben und danach das Rohr abschneiden, man braucht nur den Rohrverschluß an welchen das RB Model Rohr geklebt wird.
2) Besorg dir noch VOYAGER AP023 "PzKpfw.III Series Hook". Denn von den insgesamt 6 Hebehaken auf dem Wannendach hat TAMIYA gleich mal 4 Stück vergessen.
3) Du brauchst ein Lineal sowie eine stabile Nähnadel und ein spitzes Messer. Damit gravierst du auf dem Motordeck eine Stossnaht und eine versenkte Schweißnaht ... hat TAMIYA auch vergessen. Siehe Bild.
Oben, zwischen den Hebehaken (aus besagtem VOYAGER AP023 Set), verläuft die zu gravierende Stoßnaht. Die ritzt man einfach mit einer Nähnadel ein.
Unten, unterhalb der Motorwartungsluken muss eine versenkte Schweißnaht hin. Dazu mit einem spitzen Skalpell (11-er Klinge) oder einem spitzen Messer beherzt gravieren. Dann Flüssigkleber (z.B. TAMIYA extra thin) in die Fuge einlaufen und einwirken lassen. Nach ein paar Minuten ist das Plastik in der Fuge so weit angeweicht, dass man mit einem Zahnstocher einfach das Schweißraupenmuster eindrücken kann.

Die Bilder bitte anklicken, dann werden sie größer. Die Forensoftware hier zeigt die Bilder leider nur verkleinert an. :roll:


4) Hinten unter dem Heck hat TAMIYA die Seitenteile des Ableitbleches für die warme Abluft der Motorkühlung vergessen. Die kann man sich einfach aus dem Alu von Teelichter oder dünner Plastik-Karte basteln (Aussparung für die Auspuffrohre nicht vergessen).
Bei mir sind das die hellgrauen Plastik-Teile ... hatte noch welche von DRAGON in der Krambox.
Das eigentliche Ableitblech ist bei TAMIYA flach. Tatsächlich muss es halbrund gebogen sein. Daher wirkt das bei mir so "zerknautscht". Habe es auf der Rückseite dünner geschliffen und dann halbrund gebogen.
(Bitte nicht vom Schleppmaul verwirren lassen. Ich habe das letzte Ausf.L Baulos nachgebaut, wofür ich das Schleppmaul im Eigenbau ergänzen musste.)



5) Und wenn du ganz Hardcore bist, dann besorg dir noch das Set ARCHER AR88001 mit den 3D Decals und ergänze die fehlenden Nieten an der Turmstaukiste und an den Scharnieren der Kotflügel. :D
(Das geätzte Kettenblech kam hier nur zum Einsatz, weil die letzten Ausf.L Baulos keine Hupe mehr hatte. TAMIYA hat dort aber ein Passloch für die Hupe, welches verschwinden musste. Man kann den Bausatz aber auch getrost nach Bauplan bauen. :) )






Hätte Gott gewollt das ich Grünzeug fresse, wär' ich ein Kaninchen!

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Realname: Steffen

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5

Montag, 6. Mai 2019, 19:51

Update #1

Hallo und guten Abend!

Vielen Dank für Eure Antworten, geben sie meinem Abenteuer doch zusätzlichen Schwung! So lasse ich mich doch gerne in die richtige Richtung schubsen!

Zwischenzeitlich hat sich auch etwas bewegt. Es gab viele allererste Erfahrungen und Aha-Effekte. Aus diesem Grunde ist nichts perfekt gelungen. Doch Perfektion war nicht das Ziel. Ich wollte einfach mal machen. Probieren. Und auf das Ergebnis schauen.

Das Geschütz

Um die verunglückten Farbschichten vom bestehenden Panzer IIIL-Modell zu entfernen, erlitt die 50mm KwK39 L/60 schweren Schaden. Im Eingangspost stellte ich Überlegungen ob des Umganges mit dieser Beschädigung an. Am Wochenende habe ich "einfach" mal probiert. Nun bin ich der Meinung, das Problem erfolgreich gelöst zu haben.

Nach unerwartetem Gedankenblitz kaufte ich im Schreibwarenladen eine Tube Loctite-Superkleber. Nach einem Test mit einem Guss-Ast ging es aufs Ganze: der Kleber verband die beiden Teile des beschädigten Laufes bombenfest. Sogar eine Korrektur unmittelbar nach dem Zusammenfügen war nicht mehr möglich. Welch Teufelszeug!



Nun hat der Panzer IIIL wieder eine lange Nase. Die Bruchstelle ist gut zu erkennen. Zudem habe ich die Abdeckungen der Motorraum-Klappen vervollständigt und das gesamte Modell mit 3 bar Druck aus allen Richtungen bepustet. Wider Erwarten kam da noch eine ganze Menge Schmonz zusammen - unglaublich!



Beide Teile des Laufes sitzen nicht perfekt, jedoch hinreichend genau. Mit diesem Ergebnis bin ich zufrieden. Vorerst. Ich bin gespannt, wie es nach der Grundierung und weiteren farblichen Behandlung aussieht.

Die Verbesserungen

Nach dieser gelungenen Operation habe ich mich an der von Steffen erwähnten Schweißnaht auf der Motorraum-Abdeckung gewagt. Ganz neue Welten! Im Ergebnis:


Als Werkzeuge kam ein Bastelmesser, traditioneller Revell Contacta-Kleber und einen Zahnstocher zum Einsatz. Ganz sicher nicht perfekt und jetzt, nach dem Betrachten des Bildes, sogar schief! JEDOCH: Meine erste Schweißnaht-Nachbildung! Toll - und Potential nach oben ist auch vorhanden. Yay! Nun kann ich einschätzen, wie das Material auf entsprechende Bearbeitung reagiert. Wenn sich die Schieflage der Naht als zu gravierend entpuppt, verdecke ich sie teilweise mit "Kram" und entschärfe so die Unzulänglichkeit.

Die erwähnten "VOYAGER AP023 "PzKpfw.III Series Hook""-Ätzteile konnte ich in den beiden Shops, die ich frequentiere (Sockelshop und MBK) nicht finden. So habe ich die Artikelnummer auf meine "Muss ich unbedingt noch anschaffen!"-Liste gesetzt. Das bestehende Modell kommt nicht in den Genuss dieser optischen Aufwertung.

Bezüglich der Seitenteile des Ableitbleches (obwohl leicht gebogen ist es noch weit weg von halb rund; ich werde es jedoch in diesem Zustand belassen) werde ich nachdenken und gegebenenfalls etwas probieren müssen. Aktuell besitze ich weder geeignetes Material noch Werkzeug, um sie herzustellen.

Bei der Angelegenheit mit den Nieten an der Staukiste und den Kettenblechen bin ich aktuell der Meinung, es nicht umzusetzen. Sind diese Änderungen nach der farblichen Behandlung überhaupt noch wahrnehmbar?

All zu viele Erweiterungen erhält der bereits existierende Panzer IIIL nicht mehr. Vorgesehen sind lediglich ein Satz Lüftungsgitter von ABER, unter Umständen etwas Kram zum Verdecken der Schweißnaht sowie anteilig Grundierung und Farbe. Die vorhandenen Friul-Ketten gehen auf das neue Modell über, bei dem bestehenden Modell werden die dem Bausatz beiliegenden Vinyl-Ketten verwendet.
Auch denke ich, ein wenig zusätzliche Literatur über den Panzerkampfwagen III anzuschaffen. Hauptsächlich, um solche Details, wie Steffen sie aufzählte, ebenfalls zu erkennen. Die Standard-Bibel (Spielberger) finde ich für diesen Zweck nicht ausführlich genug. Bislang stehen "Waffen-Arsenal 187: Panzerkampfwagen III. Der Panzer der Blitzkriege" und "Panzer III Tank Manual: Panzerkampfwagen III Sd Kfz. 141 Ausf A-N (1937-45) (Owner's Workshop Manual)" auf der Liste.

Bezüglich des zukünftigen Farbkleides tendiere ich tatsächlich zum nordafrikanischen Kriegsschauplatz: einfarbige Lackierung mit Tamiya XF-60 (Sandgelb) und den dem Bausatz beiliegenden Markierungen für die 10. Panzerdivision (Tunesien, 1943). Das hört sich einfach und angesichts des aktuellen Zustandes einigermaßen machbar an.

Die Farb-Experimente

Welch elegante Überleitung! Vor vielen Monden habe ich mir eine Airbrush-Ausrüstung gekauft und bislang lediglich für das Altern von Modelleisenbahn-Schienen verwendet. Nun habe ich das ganze Zeug wieder hervorgekramt und einsatzbereit gemacht. Bei der Airbrush-Pistole war das eine Heiden-Arbeit, aber ich konnte die Revell Master Class Flexible von allem alten Schmutz reinigen und volle Funktionalität herstellen (echte Begeisterung!). Zusätzlich gab es Einmal-Handschuhe und einen Atemschutz.

Wie in einem anderen Thread vorgeschlagen, habe ich einen Frucht-Joghurt-Becher leer gelöffelt und als Testobjekt für meine erste größere Airbrush-Operation auserkoren:


Zunächst wurde der Becher grundiert. Verwendet habe ich Titans Hobby Surface Primer "Panzergrau" aus der Spraydose. Anschließend habe ich das ganze mit mattem Klarlack (Hobbyline Matt Lack) fixiert.



Nach der Trocknung erfolgte eine Farbschicht Tamiya XF-60 (Sandgelb) mit der Airbrush. Verdünnt habe ich es im Verhältnis 1:1 mit Revell Color Mix.



Anschließend habe ich ein Tarnmuster ausgeschnitten, testweise aufgelegt …



… und nach Trocknung mit Tamiya-Maskier-Tape fixiert.



Anschließend wurde das Ganze mit Tamiya XF-65 (Feld grau) übersprüht (mit gleichem Verdünnungsverhältnis) …



… und die Maskierung nach dem Trocknen entfernt. Das Ganze wurde abschließend mit einer Schicht mattem Klarlack fixiert. Voila. Für einen allerersten Test finde ich das Ergebnis zufriedenstellend, obwohl ich eigentlich feldgraue Tarnflecke auf sandgelbem Untergrund haben wollte. Da hat die Gedankenbirne wohl leicht geflackert.

Diese Übung hat mir deutlich gezeigt, dass ich an den Techniken arbeiten muss (gleichmäßiger Farbauftrag, Maskierung, Verwendung zusätzlicher Hilfsmittel, etc.). Weitere Tests sind erforderlich. Es gilt, weitere Joghurt-Becher diesem farbenfrohen Experiment zuzuführen. Es gibt noch viel zu tun!

Dhyani / Steffen
Use your Brain and think about it!

6

Dienstag, 7. Mai 2019, 00:14

Zitat

Ich wollte einfach mal machen. Probieren. Und auf das Ergebnis schauen.
Genau das ist der richtige Weg. Man kann sich tausende Tutorials bei youtube ansehen, aber es geht nichts über ausprobieren und eigene Erfahrungswerte sammeln. :ok:


Zitat

Beide Teile des Laufes sitzen nicht perfekt, jedoch hinreichend genau. Mit diesem Ergebnis bin ich zufrieden. Vorerst. Ich bin gespannt, wie es nach der Grundierung und weiteren farblichen Behandlung aussieht.
Alle Achtung ! Eine gelungene Reparatur. Das schaut sehr gut aus. Sollte nach der ersten Grundierung noch etwas zu erkennen sein, kann man da immer noch mit Spachtelmasse und Verschleifen arbeiten, um es vollens unsichtbar verschwinden zu lassen. Aber bislang ... wirklich sehr gut gemacht. Meinen Respekt !

Zitat

Die erwähnten "VOYAGER AP023 "PzKpfw.III Series Hook""-Ätzteile konnte ich in den beiden Shops, die ich frequentiere (Sockelshop und MBK) nicht finden.
Schau mal hier ist das Set auf Lager : KLICK MICH
Ich kann dir diesen Modellbau-Onlineshop nur bestens empfehlen. :)

Zitat

Bei der Angelegenheit mit den Nieten an der Staukiste und den Kettenblechen (...) Sind diese Änderungen nach der farblichen Behandlung überhaupt noch wahrnehmbar?
Ja, das ist auch mit Farbe tatsächlich noch sichtbar. Diese 3D Decals von ARCHER sind erhabene Nieten aus Kunstharz, welche auf einem Decal-Trägerfilm sitzen. So können sie wie ganz normale Decals aufgebracht werden. Man muss nur einen absolut ebenen Untergrund schaffen, auf dem nackten Plastik haften diese 3D Decals schlecht. Dazu lackiert man vor dem Aufbringen mit glänzendem Klarlack oder trägt mit dem Pinsel eine Schicht Emsal Voll-Glanz auf. (Kein Scherz ; im Modellbau lässt sich solcher Bodenglänzer als Ersatz für glänzenden Klarlack verwenden. Er trocknet innerhalb von Sekunden auf und man kann dann quasi sofort weiter arbeiten.)
Diese Nieten sind aber ein feines Detail. Sie springen dir am Modell nicht gleich ins Auge und du kannst das Modell auch gut ohne sie bauen.

Zitat

Auch denke ich, ein wenig zusätzliche Literatur über den Panzerkampfwagen III anzuschaffen.
Wenn es um deutsche Panzer geht, sind die Bände aus der Panzer Tracts Reihe das absolute Non-Plus-Ultra. Diese Bände geben alles derzeit bekannte Wissen aus erhaltenen Primärquellen und Vermessungen an erhaltenen Originalen wieder. Diese Bände sind chronologisch aufgebaut, gehen selbst auf noch so unscheinbare Details ein und beinhalten gestochen scharfe Fotos und maßstabliche Risszeichnungen. Kurzum ; besser geht es nicht. Der Haken ; diese Bände sind allesamt nur in Englisch gehalten. Der betreffende Band, welcher unter Anderem den Panzerkampfwagen III Ausf.L abhandelt ist Panzer Tracts 3-3.
Leider ist genau dieser Band aktuell in den mir bekannten deutschen Bezugsquellen vergriffen. Ich fand ihn nur bei ebay USA und bei AMAZON UK (keine Ahnung,warum die Briten so utopische Preise aufrufen).


Joghurtbecher sind dankbare Übungsobjekte ... und mit deren Inhalt 'tut man seiner Darmflora Gutes. :D
Deine Übungsobjekte sehen doch schon sehr ansprechend aus. Für die ersten Gehversuche nach so langer Zeit ist das richtig gut. Luft nach oben ist natürlich immer. Und Niemand ist perfekt, auch nicht nach Jahren der Praxis. ;)
Welche Farben du für dein Modell in Tunesien verwendest ist natürlich einzig und allein deine Entscheidung. Aber rein zu deiner Information möchte ich mich nachfolgend selbst aus einer anderen Quelle zitieren :

Zitat

Entgegen der hin & wieder anzutreffenden Meinung war der in Afrika verwendete gelbe Farbton nicht identisch mit dem RAL7028 Dunkelgelb nach Muster. Gemäß Heeresmitteilung Nr.281 vom März 1941 wurde für Fahrzeuge im Afrika-Einsatz RAL8000 Gelbbraun als Basis-Farbe verwendet, welche zu einem Drittel mit RAL7008 Graugrün abgetarnt werden sollte.
RAL8000 Gelbbraun RAL7008 Graugrün

Genau ein Jahr später wurde Ende März 1942 mit der Heeresmitteilung Nr.315 die Farben RAL8000 Gelbbraun und RAL7008 Graugrün durch die neuen Farben RAL8020 Sandgelb und RAL7027 Sandgrau ersetzt. Die Tarnvorschrift die gelbe Grundfarbe zu einem Drittel abzutarnen blieb unverändert bestehen.
RAL8020 Sandgelb RAL7027 Sandgrau
Diese Tarnfarben haben kaum Kontrast zueinander, so dass derart lackierte Fahrzeuge auf originalen schwarz/weiß Fotos so gut wie immer einfarbig wirken. Nur ganz wenige Origonalfotos in gestochen scharfer Bildqualität zeigen das Tarnmuster.

Es gibt glücklicherweise einige originale zeitgenössische Foto des LIFE MAGAZIn aus Tunsien, welche die Farben zeigen. Auch der Tiger I des Bovington Tank Museum ist dank peinlich genauer Recherchen und noch peniblerer Restauration in den Originalfarben lackiert.
Pz.Kpfw.III Ausf.N in Tunesien
originalgetreu restaurierter Tiger I des Bovington Tank Museum


In der Wehrmacht gab es für Alles Vorschriften. So galten die oben bezeichneten Farben und Tarnvorschriften nur für tropische Klimazonen. Für unsere gemäßigten Breiten gab es wieder andere Vorschriften mit anderen Farben. Aber das würde hier den Rahmen sprengen. ;)



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Realname: Steffen

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7

Montag, 13. Mai 2019, 18:17

Update #2

Guten Tag,

Nachdem Steffen einen Tipp bezüglich der Hebehaken gegeben hat, wurden diese sogleich geordert. Hinzu kam noch zusätzlicher Tand, damit sich die Versandkosten auch lohnen. Diese Lieferung wurde mir heute zugestellt (Yeehaa!). Nun - so denke ich - ist alles bis auf Farben, Alterungs-Utensilien und Maskierungshilfen vorhanden:


Das sind die bereits vorbereiteten Friul-Ketten, ein Metall-Rohr für die 50mm KwK39 L/60, erwähnte Hebehaken, Lüftergitter und Schweißnähte. Das zusätzlich georderte "WWII PzkpfwIII Ausf L Stowage & Accessory" von SOL-Model fand ebenfalls in meine heimischen Hallen, jedoch mit falschem Inhalt. Die Reklamation läuft.

Zwischenzeitlich ist mir doch noch eine hochwissenschaftliche Möglichkeit eingefallen, an Detail-Ansichten eines Panzerkampfwagen III zu gelangen:


Da habe ich doch tatsächlich mal meinen Panzer III aus World of Tanks reaktiviert und genauer untersucht. Ich muss sagen, dass die 3D-Artists gute Arbeit geleistet haben. Ein Blick auf den Heckbereich zeigt deutlich Lüftergitter, Hebehaken (ich zähle hier 5 Stück) und die Befestigungen für das Abschleppseil um die unteren beiden gepanzerten Wartungsluken.


Nun können die ersten Arbeiten an dem "neuen" Panzer beginnen!

Ein Blick auf das bestehende Modell und ein wenig Drum herum.


Es ist nun mit einem Satz Lüftergitter von ABER ausgestattet worden. Dies war mein erster Kontakt mit Ätzteilen.

Im Prinzip könnte er nun in die Lackierhalle geschoben werden. Jedoch zögere ich noch mit diesem Schritt und übe an den Joghurtbechern (jawohl, auch das leerlöffeln dieser Teile gehört zum Hobby!) und erweitere mein theoretisches Wissen. So gedenke ich, es so zu tun, wie es in diesem Video gezeigt wird. Sehr faszinierende Arbeit!

Für das Modell wollte ich, wie bei den dem Bausatz beigelegten Bemalungsvarianten angegeben, Tamiya XF-60 (Dunkelgelb, vermutlich RAL7028?) verwenden. Gemäß den von Steffen zitierten Tarnungs-Vorschriften würde ich nun eher auf Tamiya XF-57 (Gelbbraun, RAL8020) ausweichen. Ist das so korrekt?

Zum Abschluss noch ein Blick auf den "Tand", den ich gekauft habe, damit sich die Versandkosten lohnen. Ein erster Blick in die Box ergab ein "HEILIGES BLECHLE!" (ganz andere Liga)!



Dhyani/Steffen
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8

Dienstag, 14. Mai 2019, 19:49

Zitat

Da habe ich doch tatsächlich mal meinen Panzer III aus World of Tanks reaktiviert und genauer untersucht.
Das ist ein Pz.Kpfw.III Ausf.J lang, erkennbar an den drei noch quer liegenden gepanzerten Lüfterdeckel auf dem Motordeck. Auf dem Typenschild ist da tatsächlich noch Ausf.J eingestanzt. Man hatte damals jedoch nachträglich und rückwirkend alle Panzer III Ausf.J mit der langen L/60 Kanone in Ausf.L umgetauft. Die "reinrassigen" Ausf.L, wo dann auch Ausf.L auf dem Typenschild eingestanzt ist, haben die drei gepanzerten Lüfterdeckel längs zur Fahrtrichtung auf einer einteiligen Wartungsklappe.
Also VORSICHT : der TAMIYA III L ist ein reinrassiger Ausf.L und die hatten die Abschleppseile ganz anders verstaut. Soll heißen, bei der Ausf.L waren auch die Seilhalter ganz anders positioniert als bei der Ausf.J mit langer L/60 Kanone.

Auf die Schnelle habe ich nur dieses mehr schlechte Bild einer DRAGON Panzer III L Grafik gefunden, aber man kann die gegenüber der Ausf.J anders positionierten Seilhalter und die andere Seilführung erkennen.

Bildquelle : super-hobby.de



Zitat

Gemäß den von Steffen zitierten Tarnungs-Vorschriften würde ich nun eher auf Tamiya XF-57 (Gelbbraun, RAL8020) ausweichen. Ist das so korrekt?
Orientiere dich besser in Richtung 8000 / RAL7008, also die erste Variante des Tropenanstriches. Verschiedene Originalquellen, erhaltene Exponate und zeitgenössische echte Farbfotos legen nahe, dass die zweite Variante des Tropenanstriches zumindest in Nordafrika nicht mehr verwendet wurde (obwohl zeitlich eigentlich vorgeschrieben). In Griechenland und dem Balkan ist das ein offenens Blatt, aber wahrscheinlich dass der RAL8020/RAL7027 Tropenanstrich hier lackiert wurde.
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