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Donnerstag, 8. November 2018, 12:21

Meine Badger 200EX hat ein Problem

Hallo,
ich habe mich mal mit meiner Badger 200EX, die ich seit mehr als 40 Jahren habe, beschäftigt. Vorab: die war nicht viel im Einsatz.
Jetzt habe ich festgestellt, dass der Luftdurchsatz ziemlich gering ist. Also Meßschieber raus und gemessen:
- der Betätigungshebel hat einen Weg von 1mm
- der Hebel selbst ist rd. 16,9mm lang und macht unten, wo der Ventilkegel reingeht, keinen abgenutzten Eindruck
- der Ventilhub ist rd. 2mm
- der Ventilüberstand beträgt 3,3mm (gemeint ist der Weg vom Ventilkörper bis zur Spitze des Betätigungskegels.

Alle Auflageflächen sind sauber, so dass eine Beeinflussung des Ventilhubes durch Ablagerungen nicht in Betracht kommt. Der Ventilkegel, der in eine kleine entsprechende Öffnung des Betätigungshebels ragt, sieht unbeschädigt aus.
Die Frage ist nun: wer klaut mir da gerade 1mm Ventilweg? Ich will nur sehen, ob eine Instandsetzung wirtschaftlich vertretbar ist, da ich ungern etwas, was im Prinzip funktioniert, wegwerfe.

Werner

keramh

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2

Donnerstag, 8. November 2018, 12:37

moin,

also soweit solltest Du sie auseinandernehmen können.



Wenn hier alles sauber und leichgängig ist kann ich mir den Verlust des Betätigungsweges auch nicht erklären.

Ansonsten kosten ein neues Ventil ca. 20 europäische, und der Rest ist auch recht günstig zu bekommen.
Also lohnt sich eine Reparatur auf jeden Fall.

3

Donnerstag, 8. November 2018, 13:28

Wenig benutzt heißt nicht unbedingt gut gereinigt... :hey:
Insofern macht es natürlich Sinn, die AB, wie von Marek schon vorgeschlagen, auseinanderzunehmen und zu reinigen.
Ich möchte auch noch den Einsatz eines Gleitmittels anregen. Sowas hier z.B.: https://www.airbrush-city.de/iwata-gleit…0-705/a-172229/
Das ist nur in allerkleinsten Mengen zu verwenden. pflegt die Metallteile und macht sie wieder gängig.

keramh

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4

Donnerstag, 8. November 2018, 13:56

moin,

ich nutze seit Jahren ganz normale Vaseline, hauch dünn aufgetragen und meine Airguns sind super gepflegt

5

Donnerstag, 8. November 2018, 18:34

Vielen Dank für die hilfreichen Hinweise.

Zerlegt hatte ich sie so weit, wie keramh das auf seinem Bild dargestellt hat. Mit einer Ausnahme: der auf seinem Bild unten befindliche Einsatz ließ sich nicht mit Geld und guten Worten lösen, schon gar nicht unter Einsatz von Gewalt.




Ich werde jetzt erst mal nach Ersatzteilen suchen. wenn sich mit vertretbaren Mitteln und unter Berücksichtigung des Gesamtzustandes noch etwas machen läßt, ist es gut.
Werner

6

Dienstag, 27. November 2018, 13:06

Statt planlos Teile auszutauschen, habe ich noch mal mein Gehirn bemüht. Also: Die Badger hat, wenn auch vor fast 40 Jahren funktioniert. Metall schrumpft nicht oder dehnt sich einfach so aus. Alle Teile daran sind sauber und frei von Korrosion. Die damals benutzte Anlage bestand aus einem Kühlschrankkompressor mit einer nachgeschalteten Scheibenwaschanlage vom VW Käfer (4 Liter Inhalt), die ab 4 bar den Druck über ein normales Autoreifenventil zur Sicherheit abgeblasen hat. In der Tat hat sie dann beim Arbeiten gelegentlich auch mal gezischt. Die Badger hat funktioniert mit einem 35ml-Glas aus der Apotheke. Den Ansaugschlauch habe ich mit einem Stück von einer Kugelschreibermine verlängert. Das hat störungsfrei funktioniert. Jetzt ist es so, dass ich lange warten muss, bis aus einem lauen Lüftchen ein deutlich merkbarer Luftstrom geworden ist.
Der Schluss, dass das Problem mit Druck und/oder Luftmenge zutun hat liegt nahe. Ich habe dann mal das Ventil ausgebaut und unter Berücksichtigung des vorhandenen Öffnungsweges mit dem Mund durchgeblasen. Ebenso habe ich das bei meiner Double-Action von Conrad gemacht. Vom Gefühl her bestand kein nennenswerter Unterschied. Heißt für mich: mein kleiner Kompressor ist nicht in der Lage, die Ansprüche der Badger hinsichtlich Druck und Luftmenge zu befriedigen. Ein ausreichender Unterdruck kann in dem Farbglas nicht entstehen. Bei der anderen Pistole ist das wurscht, da sitzt der Farbbecher oben drauf.

Im Ergebnis ist es so, dass ich an der Badger erst mal keine Teile tauschen muss. Aber ein neuer, stärkerer, Kompressor muss her. Das werde ich allerdings nicht dem Weihnachtsmann überlassen. Nachher kommt der drauf, dass ich nicht mehr an ihn glaube und beliefert mich nicht.

Ich werde über Erfolg oder Misserfolg berichten.

Werner

keramh

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7

Dienstag, 27. November 2018, 13:44

moin,

beim zerlegen des Ventils, da ist von unten ein Inbus drinn, dnn mit einer kleinen Zange am geriffelten Rand udn es sollte sich leicht auseinander Schrauben lassen.

jetzt habe ich noch eine Idee:
Überprüfe mal bitte das kleine Loch im Deckel des Farbglases.
Meines war auch mal zu und wenn da keine Luft nachströmen kann ist da ja auch ein Unterdruck und es kann keine Farbe vom Luftstrom in der Gun mitgezogen werden.

8

Mittwoch, 28. November 2018, 10:55

Vielen Dank für die Hinweise. Ventil zeigt sich nach dem zerlegen einwandfrei.
Belüftung des Farbglases ist frei.
Ich habe eben noch mal die "Pusteprobe" gemacht und festgestellt, dass der maximale Luftdurchsatz beim Ventil doch schon da ist, wenn das Ventil ca. 2/3 des verfügbaren Weges eingedrückt ist. Daraus schließe ich, dass meine Vermutung fehlenden Drucks bzw. fehlender Luftmenge so falsch nicht sein kann.

9

Donnerstag, 9. Mai 2019, 23:17

So, dann habe ich mal aufgerüstet. Kompressor: Profi Airbrush Universal II (mit Tank) und ein vergleichsweise billiges Airbrush-Set von Agora-Tex mit 3 Düsen, 0,2, 0,3 und 0,5, dazu seitlich stehend ein kleiner Becher und hängend ein größeres Glas. Kompressor zusammengebaut und abgedichtet. Test: Luft- und Farbmenge lassen sich gut regulieren, Luft ist immer genügend da. 23L/min soll er im Höchstfall machen. Dann die Badger angeschlossen, die mit dem hängenden Apothekenglas. Funktioniert ab 1 bar einwandfrei.


Ich weiß, dass man für die Teile auch wesentlich mehr Geld ausgeben kann. Aber ich komme nur gelegentlich zum Basteln. Für das bißchen Sprühen soll das wohl gehen. Und nachbessern kann man ja immer.


Lackiert habe ich mit lösemittelhaltigen Farben, was mir bei der Verdünnung mit Nitro heftig auf den Keks geht. Etwas besser geht es bei der Verwendung mit Terpentinersatz. Da dauert zwar die Trocknung etwas länger, aber bei glänzenden Farben gibt das m.E. einen schöneren Glanz als bei Nitro. Die endgültige Lösung des Geruchsproblems wird dann wohl die Verwendung von wasserbasierten Lacken sein, wobei mich vor längerer Zeit die erstmalige Verwendung von solchen Glanzlacken nicht überzeugen konnte. Da werde ich wohl noch etwas üben müssen.
Werner

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