Bin jetzt eine gut dreistellige Zahl Bilder durchgegangen ... nirgendwo ist ein solcher Schaden dokumentiert ...
auch nicht in den Stichen der Zeitungen die gerne Mal Katastrophen bildlich darstellten ...
andererseits gab es wohl tausende solcher Tugs und nur mit einem anderen Suchbegriff könnte jederzeit was auftauchen.
Eine weitere Frage könnte sein ab wann dieser Fahrwasser-Tonnen-Typ verwendet wurde ?
Damit ließe sich der frühestmögliche Zeitpunkt abgrenzen.
Weiter zum Schiff:
Ein möglicher Typus wäre etwas aus der Art wie die Appleton Hall
https://www.tynetugs.co.uk/eppletonhall1914.html
Auch wenn die Appleton Hall im Laufe der Jahre immer wieder mal modifiziert wurde so ist es der generelle Typus Seitenrad mit einem Kamin, Mast vorne und Brücke mit Kabine ...
( will sagen es gibt auch diverse andere Typen mit zwei Kaminen, parallel oder in Serie, zwei Masten, Brücke ohne Aufbau usw.... )
Ein wenig irritierend empfinde ich auch die Bullaugen als Verglasung ...
eher selten ... viele sind eher quadratisch verglast (oder offen) ...
aber warum nicht ... alles scheint möglich ... irgendwie sind das alles tausende individuelle Einzelstücke.
Nochmals am Beispiel der Appleton Hall wie extrem sich ein einziges Schiff im Laufe der Jahre veränderte weil es den Anforderungen der jeweiligen Eigner angepaßt wurde ...
zuweilen kaum zu glauben, daß es sich um ein und dasselbe Schiff handelt.
https://www.searlecanada.org/sunderland/sunderland208.html
Der heutige geistige Stillstand bei Restaurierungen ist im historischen Kontext geradezu absurd.
Man sollte dabei auch nie vergessen, daß dampfgetriebene Seitenradschaufel-Tugs bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts verwendet wurden !
Kein Witz !
Sie konnten quasi auf der Stelle drehen ... waren damit an Wendigkeit in engen Hafenbereichen oder Flüssen allen anderen Antrieben überlegen ...
Erst Anfang der 1960er wurden die letzten dampfgetriebenen durch neue dieselelektische Tugs ersetzt ... immer noch Seitenradschaufler !
Nur die neuen voll schwenkbaren Schrauben-Gondelantriebe waren dem überlegen ..
das war dann zwei Jahrzehnte später, zu Beginn der 1970er, das endgültige Aus.
Wie gesagt, es ist zwar nicht unmöglich, aber schwer vorstellbar, daß überhaupt irgendein Wind die Abdeckung wegreißen könnte ...
selbst wenn ein Teil des Holzes wegfliegen würde ... dann auch die ganze Stahlkonstruktion ?
schon sehr früh, also bereits seit den frühen Schauflern Ende des 18. und Beginn 19. Jahrhundert wurden die mit Eisen, Ketten und was weiß ich massiv befestigt weil die empfindliche Mechanik darunter nicht beschädigt werden sollte.
Denk zum Beispiel an Deine Sphinx.
Dazu gehört auch die in dem Gemälde erkennbare Verbreiterung des Rumpfes.
Eher noch scheint eine extreme Welle vorstellbar ...dann aber wäre auch das Rad, bzw beide, schwer beschädigt ...
Ein Haltetau des Kamins scheint lose ...
Nur mal als ein Beispiel ... selbst die hölzernen Tugs hielten schon reichlich was aus:
https://image-archive.org.uk/wp-content/…-prince_jpg.jpg
Übrigens würde auch diese Saxon Prince ins Schema passen.
Was auf der rechten Seite im Gemälde als scheinbarer Rest einer Radabdeckung zu sehen ist ...
das ist der gleiche (Anker-)Kran wie auf der linken Seite ... spiegelbildlich angeordnet.
Dahinter vermag ich nicht wirklich ein Wheelhouse entdecken ...
und wenn dann im Gegensatz zur sonst üblichen schön gefertigten Abdeckung extrem grob gezimmert ...
oder sehr derb gemalt.
Was für eine eher spätere Datierung Richtung Jahrhundertwende spricht ist die erhöht aufgebaute Brückenkabine ...
die gibts bei frühen Exemplaren so nicht.
Für einen möglichen Stahlrumpf spricht der eher rundliche Bug ... muß aber nicht sein .
Die meisten hölzernen Tugs stammten aus einer eher schnittigen "Clipperbug"-Ära.
Wobei da die Übergangsphase eher weich ist ... siehe oben die Saxon Prince.
Aber man lernte schnell, daß ein kurzer stummeliger Bug viel besser geeignet ist um die geschleppten Schiffe zur Not mal ganz sanft in die gewünschte Richtung zu stubsen.
Mit "Spitzbug" kann man praktisch nur ziehen.
Irritierend ist das Segel am Mast ... es gibt fast keine Bilder eines Schleppers mit Segel vorne am Mast.
Wenn überhaupt dann ist es eher am hinteren Mast zu beobachten ..
Obwohl ... einen hab ich doch ... (und oben bei der Appleton Hall )
https://www.edinphoto.org.uk/0_P/0_photo…loud_ayt_74.htm
Die beiden Besatzungsmitglieder mit den hellen Jacken ... warum helle Jacken ?
Beide wirken auf mich nicht hektisch oder übermäßig rettungsbedürftig ...
zumindest scheinen sie es nicht wirklich eilig zu haben ins Boot zu kommen.
Der Meinung, daß das kein Rettungsboot sei, kann ich mich nicht hundertprozentig anschließen.
Wenn Du mal nach "early lifeboat" googelst dann gibt es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so einige Typen die dem nahe kommen.
Also die generelle Form mit den abgedeckten Bereichen an Bug und Heck ...
zum Beispiel das Cape Cod Pulling Surf Boat
https://www.uscg.mil/d1/stachatham/Lifeboat%20History.asp
Noch näher, wenn auch nicht exakt, könnte der Typ Lifeboat model "Lady Carrington", 1895 - 1905, kommen
https://images.powerhousemuseum.com/imag…ediums/9320.jpg.
Beachte dabei die doppelte Ausführung der Ruder links und rechts am Heck zur Steuerung wie auf dem Gemälde.
Was sollte so ein Beiboot mit diesem merkwürdigen Doppelruder als Beiboot auf dem Tug suchen ?
Vielleicht wäre es sinnvoll die Suche nach Lifeboats in dieser Richtung zu verstärken.
Wie exakt ist die zeichnerische Darstellung überhaupt hinsichtlich der Größenverhältnisse und Proportionen ?
Ist die dunkle Gestalt rechts oben neben dem Brückenhaus der Kapitän ?
Ist es überhaupt eine Person ? ... wenn ja ist da auch nur wenig Panik zu entdecken.
Auweia ... ich glaube jetzt sind wir schon kurz vor dem Rorschach-Test .... LOL
Oh Mann ... viele Gedanken, hmmm ?