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Sonntag, 23. August 2015, 11:37

612er Ferrari Scaglietti - Baubericht eines Anfängers

Hallo allerseits,


es ist soweit, mein erstes Modell das "normal" gebaut wird. Was soll das heißen? Ich hab bisher 2 fertige und 3 angefangene Modelle, 4 davon sind mehr zum ausprobieren und reinfinden als zum eigentlichen Fertigstellen betrieben worden :)

Ein bisschen was habe ich schon gelernt und mich in die Thematik Modellbau eingefunden und superviel gelesen.


Meine Ambitionen:

- Saubere Erscheinung im Detail, das heißt keine sichtbaren Grate, Häute, Auswerfer etc.

- Saubere und ebene Oberfläche

- möglichst professionelles Arbeiten

- Schönes Lackkleid (deswegen wird die Karosserie erst in 4 Wochen nach einem Airbrush-Kurs gemacht)

- "Zusatztechniken" finde ich super interessant und experimentiere auch damit, ABER nicht an diesem Modell.

- Ausnahme: Ich habe mir Teppichflockung auf die Todo-Liste geschrieben, das muss meiner Meinung nach schon sein.

- Sollte ich grobe Schnitzer finden dann werde ich diese versuchen abzustellen.

- Der originale Chrom bleibt dran und drauf, da ich mit Neuverchromung keinerlei Erfahrung habe.

- Wenn ich ein paar zweite Felgen bekomme, versuche ich diese evtl Alufarben zu lackieren, denn hier ist Chrom wirklich daneben!!

- Der Wagen soll Silbermetallic werden und GLÄNZEN :)

- Es gibt zwar eine originale Vorlage, aber außer einmal kurz von außen habe ich ihn nie gesehen :( Daher wird es keine detaillierte Anpassung geben.


--> Das Modell soll ein Geschenk werden. Es darf eine persönliche Note haben aber es MUSS definitiv ordentlich aussehen.





Kurz zum Hintergrund:

Wie in meiner Uservorstellung beschrieben hatte ich einen recht schweren Unfall und dadurch, auch wenn ich allmählich wieder anfange zu arbeiten, recht viel Zeit und brauchte auch einen Ausgleich, so dass ich mit dem Modellbau angefangen habe. Wie in alles stürze ich mich erst mal extrem rein, kaufe, recherchiere, experimentier und plane und komme nun so langsam auf einen belastbaren Realitätsboden :)


Die Motivation zu dieser Modellwahl?

Ich habe einen guten und langjährigen Kunden. Im Laufe der Zeit kam zur professionellen Zusammenarbeit auch eine persönliche Komponente hinzu. Insbesondere zahlreiche tolle und interessante Gespräche und Austausch in allen Disziplinen.
Trotz dessen, dass unsere Kontakte stets beruflicher Natur sind (so gibt es beispielsweise keine rein privaten Kontakte) hat unsere Geschäftsbeziehung ein tolle persönliche Komponente.

Und eben dieser Kunde hat sich nun etwas gegönnt: Ein Stück Ingenieurs- und Designkunst italienischen Ursprungs :) Eine Kombination aus Anmut, Liebe zur Gestaltung, feinsten Materialien und PURER KRAFT.

FERRARI 612 SCAGLIETTI.

Damit er sich auch jenseits der wenigen Tage an denen er Zeit hat dieses tolle Auto zugenießen daran erfreuen kann passt doch ein Modell ganz gut?

Vllt erinnert es ihn auch ab und zu daran, genau wie das Photo der Familie, dass man auch mal kürzer treten muss und das erarbeitete genießen muss :) Denn das kenne ich aus eigener Erfahrung (wenn auch in bescheidenerem Maßstab) viel zu gut.







Achja: der Bausatz?

Von Revell, 1/24 in Blau (wird aber silber)

Eine Bausatzvorstellung eines anderen Users findet ihr hier:

Bausatzvorstellung von User Peebo

Soweit ein ordentlicher Bausatz (soweit ich das als blutiger Anfänger beurteilen kann), nur mit dem Manko einer schlecht passenden Motorhaube.



Falls euch das ganze hier nun zuviel "drumherum" war, abboniert doch bitte trotzdem, der weitere Verlauf wird streng technisch geprägt sein.

Mein Anspruch an den Baubericht:

- Detaillierte Nennung und Beschreibung verwendeter Techniken und Materialien (das fehlt mir in fast allen Bauberichten).

- Auch viele Fragen meinerseits

- Nachvollziebarkeit der Gedankengänge (was wann warum geschah :) )



So, SCHLUSS JETZT - ES GEHT LOS :)


Gruß

Andreas

2

Sonntag, 23. August 2015, 12:54

Bodenplatte und Motor

Hallo liebe Zuschauer,


erstmal muss ich sagen, dass ich mich zunächst bezüglich der Baureihenfolge an den Plan halte. Dennoch weiche ich manchmal ab oder versuche Baugruppen parallel zu bauen.

Dies kann daran liegen, dass ich gerade eh am lackieren bin, gerade das passende Werkzeug in der Hand habe, eine fixe Idee umsetzen will, etc....

Aber vor allem daran, dass ich noch keine Erfahrung im PKW-Bau habe und mir nicht immer alles richtig zusammenreime.


Zum Thema Farben bei mir (wichtig für eventuelle Tipps):

Ich hab mit Revell Aquas angefangen, dann Schmincke Aero getestet und bevorzuge derzeit Vallejo Model Air. Ich baue derzeit in der Küche und möchte weder chemische Lösungsmittel noch Gestank, auch wenn sich damit meist bessere Ergebnisse erzielen lassen. Bis zur Karosserei sollte ich einen Airbsuhkurs absolviert haben (Heinz Wagner/modellbaufarben.de) wenn die Gesundheit es zu lässt. Wenn nicht und/oder wenn es nix wird, dann wird sie eben mit der Dose gemacht. Aber eigentlich ist mein Anspruch dies mit der Airbrush zu machen.


Hier ersteinmal klassisch die ersten Schritte des Motors:

Damit fängt die Anleitung an, also auch ich. Ich habe die ersten 4-6 Teile zusammen, genau so weit wie es auch einfarbig bleibt um erst mal airbrushen zu können. (Und JA ich hätte noch ein weiteres Bauteil dran machen können: übersehen)


Zur Farbe: Revell Aluminium Metallic 99.


Zum Auftrag (Airbrush): Ich dachte erst, dass das mit dieser Farbe schwierig wird, aber habs einfach mal probiert:
- pi mal Daumen 6-7 Tropen Farbe (die war SEHR DICK) mit 1 Tropfen Airbrush Flow Improver von Vallejo und 3 Tropfen Verdünnung (Vallejo) im Napf angerührt und ab in die
- Gun (Fengda 183, 0,5er Düse, nehm ich gern für Experimente).
- Druck ca 1,8 bar

Ich werde meistens meine verwendete Rezeptur mit angeben. Diese ist für
gewöhnlich experimentell und NICHT die Endstufe meiner Erfahrung! Aber
natürlich sage ich obs passt oder nicht :)


Ergebnis:



Die Farbe wird (wie so oft bei mir) beim brushen leicht "körnig" eher so in Richtung Pulverbeschichtung, gerade bei Metallicfarben, ABER für Alu-GUSSteile ist das super realistisch. Für Blechdarstellung natürlich ungeignet.

Wenn man schon dabei ist, dann brusht man andere, gleichfarbige Dinge mit:


Das Differential, auch gut geworden. Die Wellen bekommen eine andere Farbe!

Und nun noch den Mitteltunnel. Hier passt die Farbe bzw. die Oberflächenstruktur nicht so ganz, aber was will man machen? :) Ich werde bestimmt noch eine besseer Möglichkeit finden (AQUA-basiert!!) aber dieses Modell soll sich ja eben nicht in tausend Experimenten verlieren sondern fertig werden.

Zur besseren Handhabung habe ich oben, auf den später nicht sichtbaren Teil ein Stück Gussast geklebt. ICH kann ruhig schlafen wenn ich weiß, dass nach der Entfernung irgendwo unter einem verklebten Teil irgendwo ein Lackmangel ist :) Erstens sieht man es NIEMALS, und zweitens weiß ich wie echte Autos an "unsichtbaren" Stellen aussehen :)


Auch die Reinigung der Pistole war super einfach, lediglich 3-4 mal Wasser hinterherspülen wegen der Metallpartikel war erforderlich.


Was ich besser hätte machen können:

- Die Abdeckung am Motor nicht vergessen (an der Getriebeglocke)
- mehr gleichfarbige Teile mit lackieren. Aber es war eiegntlich nur ein schnelles Farbexperiment und ich glaubte ehrlich gesagt nicht an Erfolg :)
- Die Teile sind auch NICHT grundiert (aus dem gleichen Grund).



So, nun zur Bodenplatte.

Ich habe diese schon mal angefangen weil ich mehrere Baugruppen parallel baue um Wartezeiten zu überbrücken und schneller voranzukommen. Außerdem wollte ich was in der Hand haben :)

Grundierung:

- 30 Trofen Vallejo Surface Primer 73.600 in weiß (hab noch Teile eines Hubschraubers mitgrundiert, deshalb so viel)
- 2 Tropfen Vallejo Nato-Schwarz (damit man die weiße Grundierung auf dem weißen Plastik besser sieht färbe ich Grundierung stehts ein)
- 3 Tropfen Flow-Improver (gerade die Grundierung trocknet sonst sehr schnell auf Modell und Airbrushdüse
- 8 Tropfen Verdünner.

--> Ließ sich gut spritzen, AB gar nicht eingetrocknet, trotz kurzer Unterbrechungen bis 5 Sekunden, Modell nach 2-5Minuten grifftrocken und nach 30 Minuten ganz.

AB: Fengda-Grundierungs-Arbeitstier mit 0,5er Düse und 2 bar Vollgas.

Eine kurze Ansprühschicht und nach 2-3 Minuten gleich die Deckschicht. Wobei die bei mir nicht immer 100% deckt.



Farbe: Vorgeschlagen ist Schwarz seidenmatt. Ich hab selbst was gemischt:

- 90 Tropfen Vallejo Nato schwarz/teerschwarz (war halt da)
- 20 Trofen Vallejo Polyurethane Gloss Varnisch 26.650 (Klarlack)
- 14 Tropfen Flow Improver (71.262)
- 30 Tropfen Thinner

--> Das Ganze hat dann in der Pistole auf Anhieb gepasst.


Zunächst hab ich mit dem Pinsel die konkaven Kanten und Vertiefungen gemacht, und an diesen Stellen zuviel aufgetragene/vom Pinsel geflossene Farbe mit Toilettenpapierecken aufgesaugt.

Dann eine dünne Schicht gebrusht und dann ne "normale", deckende.

Nach einer Stunde hab ich nochmal geschaut und einige nicht ganz gedeckte Stellen gefunden und nachgebrusht.

Nach einer weiteren Stunde habe ich nochmal ne finale Schicht drauf gelegt.

Das Ganze durch die gleiche Gun gejagt, weil die eh schon in Benutzung war, mit etwas reduziertem Druck von 1,5 bar (ca. 7-10cm Entfernung)


Anmerkung: Die weißen Stellen dort sind weg, das Bild ist aus der Mitte des Lackierens, nach der ersten Deckschicht, die sonstige Optik entspricht aber dem Endzustand.

Das Ergbniss gefällt mit eigentlich sehr gut, obwohl die Oberfläche hier eigentlich rauher sein dürfte, je nachdem ob es Plastikabdeckungen sind oder eben der klassisch rauhe aufgesprühte "Teer"unterboden.
Aber so isses und so bleibts :)


Auch hier hätte ich die erst soeben entdeckten Abdeckklappen mitmachen können. Aber wenigstens hab ich noch von der Farbe übrig :)


Das wars.
Als nächstes gehts mit kleinen Motoranbauteilen weiter (da fehlt aber erst mal EISEN-Farbe) und Bodenklappen werden gelackt, des Weiteren nach Bauplan.


FEUER FREI und beste Grüße

Andreas

3

Donnerstag, 27. August 2015, 18:09

Manchmal gehts nicht vorwärts sondern auch zurück, oder ein bisschen auf der Stelle tretend :)

So,


ich habe letzt abends nur noch die Achschenkel ALU-farben angemalt. Beim Aufräumen nach fiel mir dann auf, dass ich an 2-3 stellen leicht gekleckert habe, das wird natürlich ausgebessert.

Wichtiger an diesem Bild ist aber, dass ich leichtsinnig, und wider besseres Wissen, den Gußansatz zu nah am Auge abgeknipst habe und somit Material ausgerissen ist. Das dürfte gerade noch so halten.

Also Tipp an alle Anfänger wie mich: Lieber etwas mehr stehen lassen und dann mit dem Skalpell fein wegschneiden. Ich habs mir selbst immer wieder gesagt und arbeite sonst auch immer sauber, aber manchmal will man "nur noch kurz"... :rolleyes:

Ergbnis:



Nächster (Zwischen-)schritt:


Motoroberteil:

Hier gibt es mehrere interessante Sachen:

- Was die seitlichen (hier bereits rot eingefärbten) Abdeckungen angeht, so wären diese in glänzendem Ferrari-Rot falsch, da es sich hier im (relativ groben) Alu-Guss handelt welcher nicht nur offenporig, sondern auch matt bis seidenmatt
lackiert ist. Bilder findet ihr hierzu genug online.

- Ich hab hier mal mit den vorhandenen Farben experimentiert und links Revell Feuerrot (angebl. glänzend) und rechts mit Karminrot (matt) gepinselt. Das Ergbnis wird sich erst nach der Trocknung zeigen.

- Die Frage ist, ob ich die feinen Stege (in der länglichen Ovalmarkierung) wieder Alufarben darstelle, oder sie rot lasse. Ich glaube hier käme ich mit meiner Zitterhand in einen nicht endenden Teufelskreis aus Rot-Alu-Rot-Alu-Rot-Alu :)

- Aber die Anstätze der Luftschläuche (Markierung links) motorseitg werde ich defintiv noch alufarbig machen. (und den kleinen roten Farbklecks vorne überpinseln)


An den Kühlwasserschläuchen hab ich Trennnähte (oder sollte ich -lappen sagen?) übersehen. Also nochmal trocknen lassen.


Zwischenstand:



Ich hoffe heute Abend noch was Pinseln zu können.


Gruß

Andreas

4

Donnerstag, 27. August 2015, 20:57

- Die Frage ist, ob ich die feinen Stege (in der länglichen Ovalmarkierung) wieder Alufarben darstelle, oder sie rot lasse. Ich glaube hier käme ich mit meiner Zitterhand in einen nicht endenden Teufelskreis aus Rot-Alu-Rot-Alu-Rot-Alu :)

ich belege diese Stellen immer vorab mit BMF und trage dann im Anschluss den Lack mit einem Pinsel auf...direkt danach streife ich mit einem Zahnstocher über die erhabenen Stellen und lege so das BMF wieder frei - klappt eigentlich immer ganz gut und sieht Klasse aus... ;)

5

Freitag, 28. August 2015, 00:14

Hallo Rico,

vielen Dank erstmal fürs Einschalten :)


Der Tipp mit BMF ist super. Zuerst bin ich ja zusammengezuckt und habe gedacht: NEIN, du wolltest keine Experimente, sondern einfach nur mal was anfangen und zu Ende bringen :)

Aber dann hab ich mir die Größe nochmal angeschaut und glaube, dass das nicht funktionieren würde. Zum Größenvergleich hab ich es mal mit Münze abgebildet.

Ich werde es an diesem Modell nicht ausprobieren, da ich BMF (zumindest das New Inproved Chrome) derzeit auch nirgendwo finde, ABER Meinungen würden mich natürlich trotzdem interessieren!

Noch kurz zu den Rottönen: Leider hab ich vergessen ein Photo von den trockenen Farben nebeneinander zu machen, aber das glanzrot ist tatsächlich LEICHT glänzend und hat so eine Art mikroskopische Schicht. Dafür hat das Revell Aqua Karminrot perfekt gepasst und in nun auf beide Seitebn aufgetragen.
Die beiden Seiten sehen durchs Überpinseln (noch?) nicht 100% gleich aus, aber entweder das trocknet sich noch ein, oder ich kann damit leben. nochmal entlacken kommt für mich nicht in Frage, dafür ist es auf jeden Fall gut genug.



Nebenbei lackiere ich noch ein paar Kleinteile. Als nächstes werden die Trennhäute an den Kühlwasserschläuchen geschliffen und morgen erst mal eingekauft :)


Grüße


Andreas

6

Freitag, 28. August 2015, 10:49

Hallo Andreas,

ich bin eigentlich kein Ferrari Fan (auch wenn ich derzeit selber einen baue), werde dir aber trotzdem zusehen, da ich deine Art den Baubericht zu verfassen, sehr interessant finde.
Interessant ist noch untertrieben, es gefällt mir sehr gut. Leider fehlt mir die Zeit, so ausführlich berichten zu können.

Das Modell sieht bisher ganz gut aus. Das man mal zu viel abschneidet, passiert jedem a mal, ärgerlich, aber solange man es noch nutzen kann, gehts ja noch.
Ich benutze da sehr gerne Nagelfeilen die es beim dm und so gibt. Mit dem Seitenschneider das Teil aus dem Ast lösen und dann abschleifen bis es passt. Ich kann damit präziser arbeiten als mit einem Skalpell.

Eine Frage habe ich noch. Behandelst du die Teile vor dem Lackieren irgendwie vor? Wenn nicht, dann probier das mal. Also davor z.B. mit Scheuermilch oder Seifenwasser reinigen, um Staub und Lösungsmittelreste zu entfernen.
Es gab schon oft Probleme nach dem abkleben mit sich lösender Farbe, wegen fehlender Vorarbeit.

Sonst wünsch ich dir noch viel Spaß beim Bau :)

7

Dienstag, 8. September 2015, 17:39

Sooo, es geht voran :)


Das es etwas länger gedauert hat liegt vor allem daran, dass ich zum einen an meiner eigentlichen "Bauecke" baue und zum anderen eben noch viel ausprobieren muss und auch immer wieder auf Warenlieferungen warte :)

Nun gibts aber gleich 2-3 Schritte die ich paralell gemacht habe.

Bevor ich nun loslege möchte ich noch Jurijs Frage beantworten:

Vorbereitung der Teile:
ReinigenAlle Teile werden vor dem Lackieren mit Isopropanol gereinigt um Rückstandsfrei zu sein. Habe ich aufgrund von "zu glattem Plastik" ein "ungutes Gefühl", so schleif ich evtl die Teile kurz mit 600Schmiergel an, 1 Minute trocken, 1 Minute nass circa. Alternativ nehm ich Revell Color Remover und reib die Teile damit ein, das macht die Oberfläche auch irgendwie etwas "matter".
Aber meist reicht wie gesagt einfaches Reinigen mit Isoprop. MEIST würde auch Spüli reichen, aber das findet man dann eben erst raus wenn der erste Pinselstrich drauf ist :( Bei Airbrush find ich es noch riskanter, denn da sieht man es der Farbe nicht an, sie bringt optisch trotzdem ein gutes Ergebnis, haftet dann später einfach schlecht. Das Risiko möchte ich bei 9€/Liter, was wiederum für 40-50 Modelle reichen sollte einfach nicht eingehen.

Grundieren

Ich grundiere ALLE Teile, hierzu nehme ich den Vallejo Primer, für die AB verdünne ich ihn 20Tropfen Grundierung - 2 Tropfen FlowImprover - 4-5 Tropfen Verdünner, nach Bedarf noch 1-2 Tropfen Farbe um auch auf hellem Grund zu sehen was ich treibe.




Wir beginnen mit der Vervollständigung des Motors:

Hier habe ich mir zunächst REVELL AQUA EISEN nach Bauanleitung besorgt.

Die Zylinderköpfe sollen eben eisenfarbig sein mit schwarzen Erhebungen, die wahrscheinlich Zündspulen(?) darstellen sollen.
Hier mache ich es so, dass ich zuerst die ganzen Teile schwarz lacke:


Danach nehme ich die eigentliche Grundfarbe (Aluminium) recht dünn auf und lege den Pinsel fast nur auf. Die Farbe sucht sich dann automatisch ihren Weg und läuft wunderbar zwischen die Erhöhungen und legt sich an diese an. Zwei Durchgänge --> FERTIG



Um die Übersichtlichkeit zu erhöhen geht es mit nem neuen Beitrag weiter.

Gruß

Andreas

8

Dienstag, 8. September 2015, 18:17

Paralell zum Motor ist der Unterboden mit Abgasstrang und Mitteltunnel in Angriff genommen worden.


Am Auspuffrohr sieht man schön wie man manche Teile im "unsichtbaren" Bereich aufspießen kann, entweder mit Uhu Patafix oder, wie in diesem Fall wo die Teile recht eng sitzen und nicht verrutschen auch einem Tropfen zähem Universalkleber. Kleine Teile, oder Teile bei denen ich es eilig habe punkte ich mit Sekundenkleber an, natürlich nur an unsichtbaren Stellen.


So, auf den Bildern erkennt man kaum einen Unterschied zwischen SILBER und ALUMINUM (jeweils Revell Aqua), in Natura aber auch nicht :) Das Silber glänzt evetuell etwas glatter, das Alumium eher "Metallic"mäßig. Aber man hätte hier nicht extra wieder 3 Tage auf die silberne Farbe warten müssen :) Abgesehen davon finde ich die Farbe eh nicht so ganz passend und würte eher mal mit ner Mischung aus EISEN und Silber probieren ob man nicht etwas in der Art von Edelstahl hinbekommt. Allerdings kenne ich die Vorlage nicht. (Hat jemand von euch ein Unterbodenbild?!




Nun geht es ans Verkleben des Mitteltunnels. Ist es eigentlich wirklich so, dass der Auspuff unterhalb, und die Kardanwelle oberhalb verläuft?!

Da ich schon zwei mal bei Probemodellen Probleme mit dem VErkleben bereits bemalter Flächen hatte habe ich mir angewöhnt wenigstens einen Teil der Kontaktflächen frei zu kratzen:


So, nun kommt mal wieder einer der KOPF--> TISCH-Momente: Leider hatte ich das Teil zwar öfter mal angesetzt aber nie die genaue Passform überprüft:

Das Ding ist schmäler als der vorgesehene Ausschnitt und sitz auch nicht plan auf, irgendwas ist hier verzogen.

Neuer Plan: auf den "senkrechten" Flächen, innen, verkleben, also auch hier die Farbe runter:

Vor wenigen Tagen habe ich mal den Tamiya Thin Cement ausprobiert und der erschien mir aufgrund seiner schnellen Aushärtezeit optimal; also erstmal eine Seite verklebt und dann die andere Seite angeschaut:


ich habe es dann in ca. 3-4 Schritten stufenweise verklebt, jedoch stand der Mist so unter Spannung, dass es sich immer wieder löste und es letztendlich eine abendfüllende Beschäftigung wurde.

FERTIG:


FERTIG? Nein!
DRECKIG! Vor lauter Klebeversuchen und -anläufen hab ich irgendwann die Sauberkeit aus den Augen verloren und entweder Kleber nach unten rausgedrückt oder über die Finger verschleppt:



Naja, gottseidank hatte ich ja von meiner Eigenkreation des Schwarz-Matt etwas mehr angemischt und konnte das mit dem Pinsel nacharbeiten. Da die Farbe für die AB und Mehrschichtlackierung verdünnt war musste ich zwar 2-3 mal drüber pinseln, dafür sieht man keinerlei Pinselstriche oder irgendwas, nichtmal eine Grenze oder einen Übergang:




Ein guter Modellbauer hätte mit einem guten Bausatz wohl 30 Minuten gebraucht (inklusive Kaffe und Zigarette).
Als Anfänger bekomme ich mehr für mein Geld und habe mit nur 3 Bauteilen Beschäftigung für 2 Tage :)

Aber danach hatte ich n Lauf, das seht ihr dann im nächsten Post.


Gruß


Andreas

9

Dienstag, 8. September 2015, 18:49

Kurzes Zwischenspiel:

Achtung: Warnung an alle die es eilig haben: Kein Baufortschritt :)

Und warum nicht?

Naja, genau darum geht es :) Zum einen weil Modellbau ein HOBBY ist und dem Ausgleich dienen soll, und weil ich mir diese Zeit manchmal auch teilen muss. Zum anderen aber auch weil immer zahlreiche Experimente und Annäherungsversuche laufen. Also Annäherung an irgendwelche optischen Ziele, alles andere gehört weder hierher noch in die Werkstatt eines Profis :D

Also, was lief und warum gehts so langsam:

Vielleicht weil ich DOOF bin? Nein, daran liegt es nicht (glaubte ich). Immerhin schaue ich mir meinen Endtopf an, schaue mir die Stelle an an die er geklebt werden soll und nehme mir vor, diese Stelle am nächsten Tag auch wieder leicht frei zu kratzen. Das mach ich dann auch:

FAST!
Nur eben auf der falschen Seite :doof:
Also wieder den kleinen Pinsel raus, meinen oben schon erwähnten Farbrest (den es gottseidank immer noch gibt) und wieder zugepinselt.

So, und nun auf der richtigen Seite:


Hach, da hab ich noch ein Bild:

Das waren mal energetisch und ökologosch vollkommen unkorrekte Einzelverpackungen von so kleinen "Apple Pies", 12 Stück mit je 4-5cm Durchmesser in einer Pappschachtel in einem Discounter.
Die sind super wenn man mal kleine Mengen Farbe anmischt oder mal n paar Tropfen Schminke-Farbe verarbeiten möchte.
Also immer alles aufheben :)

Das wiederum bringt mich darauf dass ich DACHTE ich könnte meine schwarze Seidenmattmischung einfach ein bisschen aufhellen um die Lüfterräder zu bemalen in dem ich etwas Grau reintropfe.
Revell sieht hier reines Grau vor, allerdings habe ich in zig Jahren Schrauberei noch NIE GRAUE Lüfterräder gesehen. Um trotzdem ein bisschen Kontrast rienzubringen wollte ich sie eben etwas aufhellen und habe in einem der Alunäpfe fleißig Lichtgrau untergerührt bis endlich as passiert ist. Dann in 5-6 Schichten lackiert bis meine dünne Airbrushfarbe mit dem Pinsel endlich gedeckt hat. Und dann? Sind die Lüfter HINTER dem Kühler angebracht und später hinter dem Motor NIEMALS zu sehen :( Achtet mal drauf im nächsten Beitrag.



Der letzte Punkt zeigt nicht nur was mich auf recht angenehme Weise von meinem Projekten abhält, sondern eventuell auch woher ich meine Inspiration beziehe :) UND dass ich als Neueinsteiger schon was für den Nachwuchs tue:


Meine Kleine Maus (4 Jahre) schleicht hier immer mal vorbei und guckt neugierig zu. Als ich dann in einem anderen Baubericht über diese lustigen Autos (Mawashi?) von Yuriko (Danke Dir!) gestolpert bin hab ich uns gleichmal so ein Pappmodell ausgedruckt. Nun kommt sie alle paar Stunden mal vorbei (ich bastel auf dem Weg zwischen Wohnzimmer und ihrem Kinderzimmer) und wenn sie grad nix anderes im Kopf hat "müssen" wir dann an ihrem Auto weitermachen.

So, der nächste Beitrag wird nicht lange au sich warten lassn und wieder nüchterne Fortschritte präsentieren, also bitte dran bleiben!

Gruß

Andreas

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