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Donnerstag, 2. Juni 2011, 12:40

Wieder ein Deutscher ISAF Soldat in Afghanistan gefallen

Aus aktuellem Anlass eröffne ich dieses Thema, das nichts mit Modellbau zu tun hat.
Da ich selber und auch einige andere hier im WMF Soldat bei der Truppe bin, und einige meiner Kameraden und Freunde in Afghanistan ihren Dienst tun, denke ich, es sollte
erwähnt werden, dass heute ist in Afghanistan wieder ein Deutscher Soldat bei einem Sprengstoffanschlag gefallen ist. Das ist nun der vierte Soldat in zehn Tagen.
Ich möchte hier keine Diskussion über den Sinn und Unsinn dieses Einsatzes lostreten, jeder hat seine Meinung dazu und darf sie selbstverständlich äußern.
Da ich täglich mit diesem Thema konfrontiert werde, lag es mir am Herzen dies mal zu erwähnen.

Mein Mitleid den Angehörigen und den Kameraden vor Ort und hier zuhause !

2

Donnerstag, 2. Juni 2011, 13:17

ein sehr brisantes thema was du hier ansprichst . jeder getötete mensch , egal ob bundeswehrangehöriger oder zivilist ( vorallem KINDER ) ist ein tragödie . die meinung über den auslandseinsatz der bundeswehr spaltet das volk und ich persönlich denke , das jeder getötete deutsche nicht sein bräuchte und vorallem auch völlig "umsonst" ist !
meine anteilnahme haben die familien der soldaten aber auch die familien der z.b. beim letzten NATO einsatz getöteten 12 frauen und kinder .

gruss Christian

Beiträge: 2 494

Realname: Johannes

Wohnort: Gastarbeiter im Bajuwarischen Königsreich

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3

Donnerstag, 2. Juni 2011, 13:38

Wir verteidigen die deutsche Freiheit am Hindukusch...

Gleichwohl ich überzeugter Pazifist und absoluter Gegner jeder Form militärischer / gewaltsamer Auseinandersetzungen (oder "Problemlösungen) bin, habe ich allerhöchsten Respekt vor den Individuen, die in gutem Glauben an ehrenwerte Ziele ihr Leben für ihr Land einsetzen und in bedauerlichen Einzelfällen gar opfern. Auch von meiner Seite gilt diesen Menschen meine Hochachtung und ihren Familien mein tiefstes Mitgefühl.

In gleicher Weise verurteile ich aber aufs Schärfste die geradezu menschenverachtende Politik, die beginnend mit geowirtschaftlichen Interessen und strategischen Ambitionen zur sicheren Rohstoffversorgung gleichermaßen Menschenrechte in den betroffenen Ländern, als auch die der gesandten Einsatzkräfte aufs Gröbste misachtet.

Möglicherweise gab es mal vor Hunderten von Jahren Zeiten, in denen Generäle in der ersten Reihe in die Schlacht zogen, vor ihren Soldaten, für die sie Verantwortung trugen. Es war eine Ehre diese Verantwortung zu leben.
Wäre dieses noch heute so, dann hätten wir vermutlich 100% weniger militärische Auseinandersetzungen.

Die Absurdität geopolitischer Auseinandersetzungen, zumeist ausnahmslos durch Wirtschaftsinteressen getrieben, wird einzig durch die Anonymität der Drahtzieher und ihre völlig sichere Nicht-Involvierung ermöglicht.
Dies ist eine Farce, ein Affront gegenüüber den einzelnen Soldaten, die - welch Hohn - zum Schluss noch der Kritik der Öffentlickeit ausgesetzt sind.

Betrachtet man die geopolitischen Zusammenhänge in Afghanistan, das Geschehen der letzten Jahrzehnte, die strategische Einflussnahme der USA, den bekannten Masterplan zur Energiesicherung über die Achse Afghanistan/Pakistan bis Kaszachstan und all die üblen Tricksereien wie die künstliche Schaffung der Taliban als Russen-unterwandernde Guerilliatruppe - dann bekommt man einen solchen Hass...
Ich bin der Überzeugung, dass die Menschen, darunter auch deutsche Soldaten und Bewohner des Hindukusch, allerbestens miteinander auskommen würden - ohne die absichtliche kontinuierliche Destabilisierung von außen.

Somit sind die gefallenen Soldaten in meinen Augen nicht Opfer einzelner Taten in Afghanistan - sie sind Opfer einer vollends menschenrechtfeindlichen Geopolitik, betrieben von unserem ehemals so verherrlichten Bündnispartner - und in blinder Hörigkeit unterstützt von unserer werten Regierung.

Gruß,
Johannes

Beiträge: 1 198

Realname: Wolfgang

Wohnort: Schwarzenborn Hessen

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4

Donnerstag, 2. Juni 2011, 14:29

Hallo Johannes,
da gibt es nicht mehr zusagen.
Trifft genau meine Meinung.
Mein ganzes Mitgefühl den hinterbliebenen Angehörigen.
Wolfgang
"Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es seine Soldaten nach einem verlorenen Krieg behandelt."
- Leopold von Ranke

5

Donnerstag, 2. Juni 2011, 15:23

... habe ich allerhöchsten Respekt vor den Individuen, die in gutem Glauben an ehrenwerte Ziele ihr Leben für ihr Land einsetzen und in bedauerlichen Einzelfällen gar opfern...


Sorry Johannes, - ich les Deine Beiträge wirklich gerne aber hier muss ich Deine Einstellung wirklich kritisieren.

Diese deutschen Soldaten sind für den Frieden gestorben. Sie haben ihr Leben im Kampf gegen den Terrorismus gelassen.
Mit ihrem Einsatz versuchen sie Deinen und meinen Arsch zu retten.

Ich möchte jetzt nicht den ganzen Beitrag zerpflücken, - ich wünsche mir nur das die Taten und Opfer unserer Bundeswehr gewürdigt werden.
Diplomatie ist, mit dem Schwein freundlich aber zielorientiert über die Notwendigkeit des Sonntagsbratens zu verhandeln.

Beiträge: 1 198

Realname: Wolfgang

Wohnort: Schwarzenborn Hessen

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6

Donnerstag, 2. Juni 2011, 16:08

Diese deutschen Soldaten sind für den Frieden gestorben. Sie haben ihr Leben im Kampf gegen den Terrorismus gelassen.
Mit ihrem Einsatz versuchen sie Deinen und meinen Arsch zu retten.


Hallo Friesengeist,
die deutschen Soldaten sind nicht gestorben sondern gefallen.
Nicht für den Frieden sondern wie Johannes schon geschrieben hat für die Interessen anderer.
Hat mit Heimat Verteidigung wohl nichts zutun.
Das sehe ich so.
Könnte Dir noch genug Beispiele/Fakten liefern,hat aber Johannes ja schon grob angeschnitten.
Gruß Wolfgang
"Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es seine Soldaten nach einem verlorenen Krieg behandelt."
- Leopold von Ranke

7

Donnerstag, 2. Juni 2011, 16:29

OK Wolfgang, hast mich erwischt ...natürlich sind die gefallen.

Ansonsten möchte ich dies Thema nicht weiter vertiefen. Passt hier nicht her.
Können wir gerne mal in einem Politikforum diskutieren, - und wetten das ich viele Deiner Fakten widerlegen kann ;)
Diplomatie ist, mit dem Schwein freundlich aber zielorientiert über die Notwendigkeit des Sonntagsbratens zu verhandeln.

8

Donnerstag, 2. Juni 2011, 17:09

Zunächst möchte ich allen zustimmen, die von Gefallenen statt von getöteten Soldaten sprechen. In Afghanistan herrscht Krieg, das ist unzweifelhaft, ganz gleich, welche völkerrechtlichen Spitzfindigkeiten im Wege stehen, dies auch mal an pominenter Stelle auszusprechen.

Ich habe meine ganz persönlichen Erfahrungen mit kriegerischen Auseinandersetzungen, auf die ich auch gar nicht näher eingehen will. Was mich zutiefst bestürtzt ist aber die ungeheure Heuchelei, mit der hier - und damit meine ich Deutschland, nicht dieses Forum - über diesen Kampfeinsatz der Bundeswehr gesprochen bzw. diskutiert wird. Ich persönlich weiß nicht, was wir in Afghanistan zu verteidigen bzw. beschützen hätten. Ein Freund, der im aktiven Dienst ist, hat mal scherzhaft gesagt, wir würden am Hindukusch kämpfen, damit die Taliban nicht in den Schwarzwald einfallen, und ich nehme an, das sollte ausdrücken, dass auch er das nicht weiß.

Der Einsatz in einem Kriegsgebiet ist schwierig genug, ganz ohne jeden politischen Hemmschuh. Trotzdem ist die Bundeswehr in Afghanistan mit kaum etwas so reichlich ausgerüstet wie mit eben solchen. Natürlich müssen die Handlungen von Soldaten weiter der rechtsstaatlichen Kontrolle unterliegen. Trotzdem ist es ein schwer haltbarer Zustand, dass letztlich jeder Schuss, und sei er in Selbstverteidigung abgegeben, potentiell noch Gegenstand einer juristischen Prüfung 'zuhause' werden kann. Das gilt noch mehr für die Entscheidungen von Kommandeuren, von denen man eine Über- und Umsicht verlangt, wie sie unter den gegebenen Umständen kaum je vorhanden sein bzw. angewendet werden kann.

Als wäre das für sich nicht schon schlimm genug, ist der Einsatz in Afghanistan Gegenstand eines innen- und vor allem parteipolitischen Diskurses, dessen Auswüchse einem manchmal wirklich Brechreiz bereiten. Mitglieder der Partei "die Linke", die gefallene Soldaten nun mit "Schaumwein" feiern, weil ihnen ein Urteil ausdrücklich das Feiern mit Sekt verboten hat, sind nur die Spitze des Eisbergs. Während sich die regierenden Parteien peinlich um jede klare Aussage zum Thema Afghanistaneinsatz drücken - hier sei z.B. an die unsägliche Diskussion um die Frage "gestorben oder gefallen" erinnert - und der neue Verteidigungsminister sich - verzeihung - ernsthaft erblödet, im Rahmen des Kirchentages zu äußern, es könne zumindest nichts schaden, für die deutschen Soldaten UND die Taliban zu beten, schlägt die Opposition aus dem Unwillen der Bevölkerung politisches Kapital und freut sich, dass schon ganz und gar vergessen scheint, welche Regierung den Einsatz dort eigentlich beschlossen hat.

Wer sich mit der Geschichte Afghanistans beschäftigt, wird schnell feststellen, dass jede 'Invasion' von außen - und als nichts anderes wird der Einsatz der NATO dort oft wahrgenommen - am Widerstand der Afghanen und den Verhältnissen im Land allgemein gescheitert ist. Ich kann keinen Grund erkennen, aus dem das dieses Mal anders sein sollte oder könnte. Auch lassen sich die beiden Hauptziele des NATO-Einsatzes, einerseits die Befriedung und Demokratisierung Afghanistans und zum anderen die Austrocknung einer Ausbildungs- und Operationsbasis des Terrorismus, kaum miteinander vereinen, geschweige mit der Mentalität der Afghanen, die sich - ebenso wenig wie wir - von Fremden sagen lassen wollen, wie sie in ihrem Land zu leben haben. Vielleicht geht es zumindest den idealistischeren Politikern - bei uns und im Rest der Welt - auch darum, sich nicht von der Idee universeller Menschenrechte und Demokratie verabschieden zu müssen, worum es dem Rest geht, wird uns nicht enthüllt. Statt dessen propagieren alle gemeinsam die Mähr vom sauberen Krieg ohne oder mit minimalen Opfern in der Zivilbevölkerung. Das ist nicht nur unrealistisch, das ist die reine Heuchelei, und die Motive dazu sind mir rätselhaft.

Ich bin überzeugt, dass der Krieg in Afghanistan weder militärisch noch politisch/menschlich gewonnen werden kann. Zum einen nicht allgemein, zum anderen sicher nicht unter den Bedingungen, unter denen die Bundeswehr dort im Einsatz ist. Deswegen ist jeder Gefallene oder Verwundete Soldat dort einer zuviel. Die einzige realistische Konsequenz daraus ist ein sofortiger Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Das sollte schon die Verantwortung gebieten, die Politiker letztlich für das Leben derer tragen, denen sie den Einsatz befohlen haben, deren Rücken sie aber nur ungern decken wollen.

Mich jedenfalls überfällt zunehmende Wut und Verzweiflung angesichst dessen, was dort passiert.

Beiträge: 1 198

Realname: Wolfgang

Wohnort: Schwarzenborn Hessen

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9

Donnerstag, 2. Juni 2011, 19:46

Hallo Fraba1974,
durch die Nähe zum damaligen PzGrenBtl152 jetzt JgReg1 kenne ich einige Soldaten die schon ein oder mehrmalig in Afghanistan im Einsatz waren.
Von Ihren wurde mir gesagt das in den ersten Bundeswehr Einsatzkontingentendie Taliban Kämpfer die Soldaten gewarnt hätten in Afghanistan zu bleiben.
Soll heißen die Taliban hatten früher schon die Möglichkeit Kameraden zu töten,das wollten Sie aber nicht.
Deshalb stimme ich Deinem Beitrag vollsten zu.

Damit werde ich mich jetzt auch ausklinken
den wir möchten doch uns lieber mit dem Thema Modellbau auseinander setzen.
"Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es seine Soldaten nach einem verlorenen Krieg behandelt."
- Leopold von Ranke

DominiksBruder

unregistriert

10

Donnerstag, 2. Juni 2011, 23:52

Ich bin stolzer Teil der CH-53 Truppe und - das ist ja kein Geheimnis - dort, wo es kriselt, sind unsere Hubschrauber. So auch in Afghanistan. 2008 war ich selbst ein paar Tage dort und konnte mir ein sehr gutes Bild über die Leistungen der Soldaten machen. SIe haben meinen allergrößten Respekt und ich bin immer traurig, wenn unsere Flagge auf Halbmast wehen muss. So auch wieder die vergangenen Tage. Der Flaggenmast steht in unmittelbarer (Sicht)Nähe meines Büros und erinnert mich immer dann daran, dass es 'kein Spiel' ist bzw. wir der Spielball der Regierung sind und ich persönlich den Rückhalt aus der Bevölkerung doch vermisse.

Wir machen dort unseren Job - und nichts Anderes. Aber unter welchen Umstäanden interessiert in Deutschland schon lange niemanden mehr. Ich selbst bin Berufsoffizier und kann mich mit AFG nicht anfreunden. Umso mehr bekomme ich eine Wut, wenn wieder Kameraden fallen. Das hasse ich! Ich war schon zwei Mal dabei, wenn Kamerden das letzte Geleit gegeben wurde und das erschüttert mich immer wieder. Der erste Ort, den ich in AFG aufsuchte, war die Erinnerungswand für die gefallen Kameraden. Das ist bedrückend aber trotzdem (auch wenn mitten im Lager) ein ruhiger und bedenklicher Ort.


Danke Kameraden, dass ihr eure Arbeit trotz aller Widrigkeiten 'durchzieht' Respekt! Ich ziehe den Hut vor euch.

hasi

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11

Montag, 6. Juni 2011, 09:44

Aber unter welchen Umstäanden interessiert in Deutschland schon lange niemanden mehr.

Hallo!

Ich muss da widersprechen, denn es ist einfach derart pauschalisiert nicht wahr!

Selbst bekennende Pazifisten und Gegner dieser Idiotie wie ich sind dennoch im Gedanken immer bei den Soldaten und ihren Angehörigen. Ich beschäftige mich wie viele andere kritisch mit dem Thema, und male mir aus wie es sein muss, in solche einem fremden Land als junger Mensch jeden Tag den Tod vor Augen zu haben, wie aus "Spiel" bitterer ernst geworden ist. Besonders die Eltern und Frauen/Männer zu Hause müssen Ängste durchstehen, die ein unbeteiligter wahrscheinlich nur sehr schwer nachempfinden kann, wenn er sich nicht zumindest hineizuversetzen versucht. Ich zumindest mag definitiv Ansichten haben, die ich in diesem Thread aufgrund von Offtopic nun nicht weiter vertiefen werde, dennoch freue ich mich jeden Abend, wenn in der Tagesschau nichts über diesen Wahnsinn und weitere Tote berichtet wird.

Cute and cuddly, boys!!!

12

Montag, 6. Juni 2011, 11:25

Sorry Johannes... während Du ja oft recht Brauchbares schreibts, muß ich ich doch sagen, das dieser Satz so ziemlich das naivste und komplett realitätsfernste ist, das ich in den letzten Wochen gelesen habe.

Ich bin der Überzeugung, dass die Menschen, darunter auch deutsche Soldaten und Bewohner des Hindukusch, allerbestens miteinander auskommen würden - ohne die absichtliche kontinuierliche Destabilisierung von außen.


Das in Afghanistan und sonstwo ohne "Einmischung von aussen" ein reines Idyll herrschen würde, voller vor Friedfertigkeit und reiner Güte nur so leuchtenden Menschen, edel, hilfreich und gut, darf man ebenso ins Reich der Legende und (gewollt propagierten und publizierten) Mythen verweisen, wie etwa die Märchen über das glückreiche Leben der Juden in Arabien vor der Gründung des schrecklichen Israels. Oder halt alle anderen "anti-imperialistischen" Mythen auch. Dem liegt wohl auch ein bischen das schwärmerisch-romantisierende Märchen vom "edlen Wilden" zugrunde, früher warens Südseeinsulaner, heute sinds halt ersatzweise Indianer, Afghanen und Palästinenser, die ohne Einfluß der bösen Zivilisation, oft auch nur des bösen Westens , ein gar löblich Dasein in friedlicher Eintracht führen würden. Schade, das an dieser -oft auf bewußter "Filterung" unangenehmer Tatsachen basierenden- Ansicht, halt absolut nichts dran ist.

Die Menschen in Afghanistan haben sich seit Jahrhunderten, wenn nicht seit Jahrtausenden, lange bevor die ersten Engländer dort aufgetaucht sind, dauernd und ständig in irgendwelchen Stammeskriegen und Glaubenskriegen aufs erbittertste bekämpft. Genau diese bestehende Zersplitterung, diese seit Jahrhunderten und länger bestehenden "offenen Rechnungen" und Rivalitäten, Territorial- und Einflußkriege wurden sich dann auch streckenweise "von aussen" zunutze gemacht.
Friedlich war da ohne Einmischung von aussen nie etwas und wäre da ohne Einmischung von außen auch nie etwas.

Generell zum Thema:
Und ich hab verblüffenderweise auch noch nie auch nur einen der ob des Einfluß der Amerikaner in Afghanistan "ach-wie-entrüsteten" Gutnickel auch nur einmal irgendwie gegen die aktive,massive und gewaltsame Einflußnahme Pakistans, Saudi-Arabiens, Irans etc. etc. in Afghanistan protestieren hören. Oder gar auf den Strassen protestieren gesehen. Es ist mir -auch darum- nicht mehr möglich, das ganze Anti-Imperallala als etwas Anderes, als als schiere Heuchelei zu sehen. Man geriert sich halt gerne als "Anti-" und als "kritisch", wo keine gewaltsame Reaktion, kein wütender Gegenprotest oder gar Gewalt zu erwarten ist und simuliert so "Mut", indem man ihn zeigt, wo gar keiner notwendig ist. Man kritisiert immer nur die Seite, bei der Kritik "erlaubt" ist, hütet sich aber schwerstens, mal die anderen Beteiligten anzugehen.
Ist halt ein bischen, wie bei "linken" Organisationen oder auch der "inzwischen mehr Fa als Antifa", die wütend gegen jeden nach "rechts" auch nur irgendwie aussehenden Pups angehen, politische Ex-Häftlinge der DDR zsuammenklatschen, aber keinen Mucks rausbekommen, wenn die "grauen Wölfe" in Frankfurt ein "Kultur- und Kongreßzentrum" bauen...
Being kind to the cruel results in cruelty to the kind.

Im Bau:
1/48: Eduard Yak-3 Weekend
1/48: Stug III Tamiya
1/72: Zvezda T-34 "Snap-Together" Kit

13

Donnerstag, 7. Juli 2011, 17:33

Hallo zusammen,

ganz bewußt schreibe ich erst jetzt was zu diesem Thema.

Es gibt ja hier Leute, die glauben ernsthaft, daß der Tod
dieser Männer sinnvoll gewesen wäre.

Glaube ich nicht.

Die offiziellen Trauerfeiern sind vorbei - und was bleibt?

GAR NICHTS!!!

Vorbei, vergessen, gestorben - oder gefallen (ist doch das Gleiche).
klingt halt so nett.

Wer bleibt zurück?

Die Frauen, die Kinder, die Eltern, die Geschwister ...

Und wer mir jetzt noch sagt, der Tod dieser Männer hätte irgendeinen Sinn,
der ist in meinen Augen völlig bescheuert. Sie sind gestorben ... wofür???

Sinnlos, einfach nur sinnlos.

Die hätten alle zusammen gerne noch ein paar Bierchen getrunken,
oder mit ihren Frauen gekuschelt.

So - und jetzt kann die "Heimatfront" zurückschießen ... Viel Spaß

14

Donnerstag, 7. Juli 2011, 22:34

Hi,
habe gerade erst diesen Bericht gefunden und muss Euch sagen:
Wenn ich meinen Nachbarn sehe, der 3 Häuser neben mir wohnt,vor 2 Jahren ein Haus gebaut hat, 2 kleine Kinder von 5 und 1,5 Jahren hat und mit 38 Jahren Berufsunfähig ist,unter einem Trauma leidet, seit er bei einem Anschlag fast sein Leben gelassen hat, nichts mehr hört und fast Taub ist, dann frage ich mich nur: WARUM ?
Und für welchen Zweck ?
Ich gebe Queequeg absolut recht, das alle gefallen Soldaten lieber bei Ihren Familien wären als in meinen Augen sinnlos ihr Leben zu lassen.
Mein Beileid allen Trauernden Familien und ihre Angehörigen.

Musste mal sein,....

Frank

Beiträge: 2 494

Realname: Johannes

Wohnort: Gastarbeiter im Bajuwarischen Königsreich

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15

Donnerstag, 7. Juli 2011, 22:49

Hallo zusammen,

Anzahl der in Deutschland seit Menschengedenken aufgrund islamistischen Terrors zu beklagende Opfer: exakt Null.
(Der Anschlag 1972 bei den Olympischen Spielen war gegen Israel gerichtet, nicht gegen Deutschland)

Anzahl der in Afghanistan gefallenenen Soldaten:


Anzahl der in New York zur Schaffung einer Legitimation zum Start des "War against Terror" ermordeten Landsleute: > 3.000 (plus vermutlich Zehntausende über Spätfolgen)

Ich sitze tagein, tagaus mit nem Tässchen Kaffee im Garten und mir schlottern die Knie vor Angst.
Allerdings: nicht vor irgendwelchen Muslims, sondern vor den Massenmördern, die vermögen einer unbegreiflich großen Zahl dummer Lämmer einen solchen Schwachsinn zu verkaufen.

Hirn einschalten und denken. Nicht blind hinterherlaufen.
Und sich vielleicht einfach einmal dran erinnern, dass Al Qaida nachgewiesenermaßen eine von der CIA ins Leben gerufene Guerilliatruppe war. Söldner, die zum Kampf gegen den russischen Einfluss von Bin Laden rekrutiert wurden. Bezahlt von US-Dollars, ausgebildet von US-Spezialeinheiten.

Gruß,
Johannes

16

Freitag, 8. Juli 2011, 08:50

Grundsätzlich teile ich eure Meinung, aber es kann auch nicht gehen, dass wir in einem Land einmarschieren, ausbomben, Zivis töten und dann ohne Ergebnis wieder verdünnisieren. Was hier fehlt ist eine saubere und sichere Strategie, wie das Problem Terrorismus bekämpft werden kann.



Ohne es genau zu wissen, sind unsere Soldaten freiwillig dort? ?( :idee:
Das (K)Leben ist vielmals zu kurz, um eine Stunde böse zu sein.

Im Bau: PT-117 1:72; Strykers gefummel in 1/144

17

Freitag, 16. September 2011, 19:46

Hallo zusammen,

ganz bewußt schreibe ich erst jetzt was zu diesem Thema.

Es gibt ja hier Leute, die glauben ernsthaft, daß der Tod
dieser Männer sinnvoll gewesen wäre.

Glaube ich nicht.

Die offiziellen Trauerfeiern sind vorbei - und was bleibt?

GAR NICHTS!!!

Vorbei, vergessen, gestorben - oder gefallen (ist doch das Gleiche).
klingt halt so nett.

Wer bleibt zurück?

Die Frauen, die Kinder, die Eltern, die Geschwister ...

Und wer mir jetzt noch sagt, der Tod dieser Männer hätte irgendeinen Sinn,
der ist in meinen Augen völlig bescheuert. Sie sind gestorben ... wofür???

Sinnlos, einfach nur sinnlos.

Die hätten alle zusammen gerne noch ein paar Bierchen getrunken,
oder mit ihren Frauen gekuschelt.

So - und jetzt kann die "Heimatfront" zurückschießen ... Viel Spaß


Moin Kai,
Modellbautechnisch geb ich Dir ne glatte 1 mit Sternchen,
für diesen Beitrag eine 6 -

Wer immer noch nicht wahrhaben will das unsere Bundeswehr einen sinnvollen Dienst verrichtet, der lebt in einer anderen Welt.
Ich beneide die, die ohne Alk und Drogen in dieser Illusion leben können ;)
Diplomatie ist, mit dem Schwein freundlich aber zielorientiert über die Notwendigkeit des Sonntagsbratens zu verhandeln.

DominiksBruder

unregistriert

18

Freitag, 16. September 2011, 22:20

Ohne es genau zu wissen, sind unsere Soldaten freiwillig dort? ?( :idee:

Mehr oder weniger ;) Viele gehen freiwillig, müssen aber eine gewisse Restdienstzeit nachweisen. Ebenfalls müssen sie die psychische und pysische Eignung feststellen lassen bevor sie überhaupt gehen dürfen. Befohlen werden kann man innerhalb zwei Jahren nach dem letzten Einsatz nicht - da geht es nur freiwillig. Sind aber die zwei Jahre "Schonfrist" vorbei, kann man einen Befehl schon kommen riechen ;)
Ich bin bei den Heeresfliegern und 'meine' Jungs sind in der Regel 2-3 Mal pro Jahr in AFG. Man kann schon schreiben 'nur' für 6-10 Wochen. Das macht es erträglicher und überschaubarer.
Die Leidtragenden sind die daheim gebliebenen Angehörigen Ehemänner / -frauen und die Kinder, die das Fehlen kompensieren müssen. Viele Ehen gehen deswegen auch in die Binsen. Leider.

19

Samstag, 17. September 2011, 18:21

Hallo Friesengeist,

besten Dank für die Benotung.

Freue mich immer, daß es Leute gibt, die wissen, wo es lang geht.

Kann der kleine Ex-Kapitän noch viel lernen ... :D

Möchte aber doch gerne meine Sicht der Welt behalten dürfen,
ist das ok?

Bin hier ja eigentlich als Schiffchenbauer unterwegs,
und eine eins mit Stern - besten Dank :lieb: :lieb: :lieb:

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