Es mag durchaus den Anschein haben, als hätte sich im Hafen von Toulon seit einem Monat nichts mehr getan. Das ist aber nicht der Fall, wenngleich mir tatsächlich eine Auftragsarbeit in die Quere gekommen ist, von der ich später einmal ausführlich berichten werde.
Zur Erinnerung: Es galt, ein zweites Kai, das in Richtung Betrachter führt und von einem der ungeliebten Regalpfosten abgeschlossen wird, zu „bebauen“.
Nach zwei Entwürfen von mehr oder minder rechtwinkligen Befestigungsbauten hatte ich mich für einen runden Turm entschlossen, bei dessen Herstellung mir einige Zusatzwerkzeuge zum Thermocut sehr gute Dienste geleistet haben. Hier das Unterteil des Turmes, „laminiert“ mit Abgüssen einer Platte mit grobem Mauerwerk von der Firma Noch:
Die Farbgebung ist denkbar einfach. Ich grundiere mit einer Acrylfarbe in Sand, die sich extrem gut verstreichen lässt, ausgezeichnet deckt und sehr schnell trocknet. Anschließend erfolgt ein Washing mit stark verdünnter und mit etwas Spülmittel versetzter Gouasche in Umbra Natur. Feinheiten wie leichter Bewuchs, Highlights etc. folgen später.
Das Hauptgebäude der Befestigungsanlage ist zunächst einmal ein ziemlich simpler Klotz, der nach derselben Methode angefertigt ist. Der obere Laufgang ist mit demselben „Pflaster“ belegt, das ich auch für die Straßen vor den Häusern im Hafen verwendet habe. Es besteht aus dünnen Styrodur-Platten, die mit einer Gravurrolle bearbeitet sind.
Ein Blick ins Innere zeigt den schlichten, aber ausgesprochen stabilen Korpus, der nur wenige Gramm wiegt.
Zur Seite der Hafenhäuser hin bekommt die Befestigungsanlage einen Vorbau, der aus denselben Formen erstellt wurde wie das zweite, weiter rechts im Diorama aufgestellte Arsenal mit dem einzelnen, integrierten Wehrturm.
Zur Farbgebung: Grundierung mit Acrylfarbe Sand, dann gestrichen mit den Original provenzalischen Ockerpigmenten auf Acrylbasis, schließlich ein Washing mit Gouasche Vandyckbraun.
Ich hatte die Wehranlage eben schlicht genannt. Man könnte sie auch langweilig nennen. Also wollte ich den Wehrgang mit einem hölzernen Dach versehen. Dazu habe ich aus einem Urmodell eine Form und neun Abgüsse hergestellt, die in gleichmäßigem Abstand platziert sind. Ihre Befestigung war besonders einfach, nämlich in Löchern, die ich in das Styrodur gebohrt hatte. Darin sitzen sie sehr fest, lassen sich aber bis zur Fixierung mit etwas Sekundenkleber noch justieren, um eine möglichst gerade Konstruktion zu gewähren. Dabei half auch ein oben in die Kerbe der Gussteile eingelegtes Rohr, das später wieder verschwinden wird.
So, das war`s. Damit bin ich beim Stand der Dinge.
Ich wünsche allen frohe und stressfreie Feiertage und ein gutes und gehütetes 2026.
Schmidt