Ich halte einmal kurz inne. Dieser Baubericht (begonnen vor 11 Jahren, über 160.000 Aufrufe) dokumentiert meine Irrwege ebenso wie meine Erfolge im Umgang mit Plastikmodellen von Segelschiffen anhand des Modells (der Modelle) des Phenix. Das Modell ist mein erklärter Liebling unter den Bausätzen, es markiert zwar nicht den Beginn der besonders authentisch gestalteten Modelle (da war Revell mit der Constitution viel früher), aber ich schätze die Bezugnahme der Firma Heller auf die Modelle im Pariser Marinemuseum. Tatsächlich habe ich jetzt acht Exemplare davon ganz oder teilweise gebaut, das erste 1972, die anderen zwischen 2016 und heute. Es folgt eine kurz gehaltene Parade der Feuervögel mit einer ab jetzt offiziellen Nummerierung.
Nr. 1, erbaut 1972 und im Gegensatz zu fast allen anderen Modellen von damals erhalten geblieben. Befindet sich jetzt in enger Absprache mit seinem Erbauer in einer dringend nötigen Renovierung.
Nr. 2, begonnen 2016 unter Anwendung der bislang erworbenen Techniken bei Bau und insbesondere bei der Bemalung von Plastikmodellen. Soll gemäß dem Album Colbert den Zustand während der Ausrüstung darstellen. Unlängst erst zum Wasserlinienmodell für den Diorameneinsatz gemacht.
Nr. 3, erbaut aus ruinierten Proberümpfen, die ich (damals noch billig) gekauft hatte, um Farben und Gravurtechniken zu üben. Stellt, ebenfalls nach einer Vorlage aus dem Album Colbert, das Schiff im Zustand der Krängung dar. Durfte ich 2023 auf der Ausstellung in Amsterdam zeigen.
Nr. 4, ebenfalls aus ruinierten Rümpfen gebaut, zeigt das Schiff im Sturm in Anlehnung an zeitgenössische Gemälde. Gezeigt in Amsterdam 2025.
Nr. 5, zu meiner Schande sei es gesagt, ebenfalls aus einem Proberumpf aufgebaut, soll das Schiff im "gebrauchten" Zustand mit gestrichenen Stengen und Wetterschutzplanen im Winterschlaf zeigen.
Nr. 6, das Exemplar, dem eigentlich alle Umbauten galten und für das die besagten Proberümpfe beinahe geopfert worden wären. Soll das Schiff brandneu und im Paradezustand (Segel, Fahnen, Geschütze etc.) zeigen.
Nr. 7, ein sehr ambitionierter Versuch, aus dem Phenix so etwas wie eine kleine Soleil Royal zu machen. Bin aber am kompletten Neuaufbau des Hecks gescheitert. Ich erwäge, die Aufstockung des Achterschiffes zurückzubauen, aber die erhöhte Back und die zusätzlichen Geschütze auf dem Oberdeck zu belassen und als späteren Refit auszugeben.
Nr. 8, ein Sammelsurium von Original- und Gussteilen rund um einen besonders verhunzten Proberumpf, der damals für Silikonformen (für den Umbau Nr. 7) seine Geländer opfern musste. Da die Formen noch intakt sind, könnte ich hier noch einmal versuchen, was für das Schiff besonders angemessen ist: es aus seiner Asche wieder erstehen lassen. Die Mühe, die ich damals in die Formen gesteckt habe, würde sich dann in einem weiteren Modell auszahlen.
Das war's. Wer mich jetzt für verrückt erklärt - bitte. Aber ich muss ihn warnen. Er wäre damit nicht der erste.
Schmidt