Hallo Thomas
Vielen Dank für deine Rückmeldung. Auch für das differenzierte, nicht wertende Feedback zum Thema Klarlack
Ich wollte hier keinesfalls eine neue Grundsatzdiskussion über Klarlack lostreten oder bewerten, welches Verfahren „besser“ ist. Mir geht es rein um meine eigene Auffassung und den Look meiner Modelle.
Auch ohne abschließenden Klarlack achte ich natürlich auf ein glattes und glänzendes Lackbild – wie man es hier bei meinem Talbot sieht. Das Modell ist weder geschliffen noch poliert; kleinere Staubeinschlüsse nehme ich dabei bewusst in Kauf. Mir gefällt das direkte Lackbild. Wen Klarlack aufgetragen ist, wirkt auf mich der Grundlack immer so indirekt...fällt mir jerzt kein anderer Befriff ein. Je dicker die Klarlackschicht, je indirekter wirkt die Grundfarbe auf mich. Ich finde, bei den Massstäben in dem wir normalerweise bauen, fällt das auf.
Back To The Roots: Inspiriert wurde ich durch meine alten Modelle aus der „Email-Ära“. Damals habe ich grundsätzlich ohne Klarlack gearbeitet. Mein Ansatz war simpel: Ein Versuch ... und wenn es schiefging (sprich: zu viel Staub oder Orangenhaut), wurde das Ganze mit Terpentinersatz wieder entlackt.
Durch den Austausch hier im Forum habe ich gelernt, dass Acrylfarben in Kombination mit Klarlack einen entscheidenden Vorteil bieten: Sicherheit beim Schleifen und Polieren. Mit einer schützenden Klarlackschicht ist das Risiko deutlich geringer, die eigentliche Farbschicht „durchzuschleifen“. Bei den alten Email-Lacken hatte ich zudem oft das Problem, dass der Klarlack mit der Zeit vergilbte, weshalb ich ihn damals, bis auf Metalliclacke, kaum genutzt habe. Unterdessen konnte ich meine Airbrush Skills entwickeln und es kommt relativ selten zu Entlackaktionen.
Den Glanzgrad steuere ich heute – je nach Vorbild – durch die Zugabe von Mattiermittel. Ein gutes Beispiel ist mein Delahaye Feuerwehrauto, das einen unrestaurierten Museumszustand darstellen soll:
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Auch wenn ich ein akkurates, hochglänzendes Finish sehr schätze, darf es bei meinen Autos eben auch mal etwas matter oder „einfacher“ zugehen. Es muss für mich einfach zum Charakter des jeweiligen Modells passen.
Beste Grüsse
Peter