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91

Montag, 28. Juli 2025, 17:37

Hallo zusammen und hallo Germanus!

Ich werde das mit dem "etwas altern" bei Gelegenheit probieren. Vielen Dank für die Idee und für das motivierende "good enough ..."!

Die letzten zwei Wochen war ich Modellbau-mäßig allerdings mit der Lenzpumpe ausgelastet.

Die Schwungräder haben die meiste Zeit beansprucht. Wie klebt oder lötet man so etwas? Da hab ich einiges probiert, inkl. Löten mit der Heißluftpistole. Meine Lösung: Sechs Bohrungen in der Radnabe und im Radkranz und die Speichen mit Sekundenkleber einkleben. Das Ergebnis (Die Planskizze ist von der Cutty Sark):



Die Einzelteile der Pumpenzylinder. Die Form der Zylinder (eine Acht) entstand durch Drücken im Schraubstock:



Alle Einzelteile beisammen:



Der Kurbeltrieb zusammengebaut und brüniert:



Das Ergebnis am Modell:







Um die Speichen zu biegen und die Schwungräder zusammenzubauen habe ich kleine "Vorrichtungen benutzt:

Liebe Grüße
Volker

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92

Montag, 28. Juli 2025, 20:19

Das ist schon bemerkenswert wie Du diese Lenzpumpe gebaut hast.
Einfach klasse, Respekt!
Sieht absolut realistisch aus.

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93

Dienstag, 29. Juli 2025, 00:03


Absolut der Hammer 8o

Sind die Teile beweglich oder verklebt?


Einfach mal machen! Könnte ja gut werden.


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94

Dienstag, 29. Juli 2025, 10:22

Lieber Volker!

:tanz:

Was für eine schöne und stimmige Arbeit! Doch noch mehr freut mich hier das "Wie". Das sind komplexe Formen und auch in dem Maßstab kleine Teile! Schlicht superbe!

Chris
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95

Dienstag, 29. Juli 2025, 16:22

Hallo!

Vielen Dank für euer Lob!

Sind die Teile beweglich oder verklebt?

Die Kurbelwelle ist in einem Lagerbock mit Sekundenkleber fixiert.

noch mehr freut mich hier das "Wie"

Vielleicht noch ein paar Worte zur Herstellung der Pumpengehäuse.
Auf den Bildern des Hume-Modells (für dieses Schiff die einzige Bildquelle hierzu) ist nichts hilfreiches bzgl. Form zu erkennen. Also orientiere ich mich an der Cutty Sark in der berechtigten Annahme, dass zeitgenössische Lenzpumpen auf britischen Teeclippern recht ähnlich waren. :)
Das Oberteil der Gehäuse entstand aus Messingrohr, 6 mm Durchmesser, 0,5 mm Wandstärke. In der Draufsicht hat dieses Teil die Form einer Acht. Sie entstand durch Drücken des Messinrohrs in zwei Schritten mit dem Schraubstock:



Damit das Rohr nicht zu platt gedrückt wird, steckt der 4 mm Rundstab drinnen.

Wenn das erledigt ist kommt en zweiter Rundstab mit 3 mm Durchmesser ins Rohr und das Rohr wird zwischen zwei 4 mm Rundstäbe gespannt und erhält durch weiteres Drücken die "Taille".

Für den etwas größeren oberen Rand des Gehäuses habe ich eine 1 mm Starke Scheibe des fertig gedrückten Rohres abgeschnitten und dann mit dem Hammer auf 0,5 mm Stärke gedengelt. Dadurch wurde das Teil etwas breiter als der Rest.

Der etwas größere untere Rand des Gehäuses ist aus dem Vollen gefeilt.
Liebe Grüße
Volker

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96

Dienstag, 29. Juli 2025, 20:16


Sehr anschaulich :thumbsup: da kann man doch wieder was lernen. Vielen Dank fürs zeigen.
Einfach mal machen! Könnte ja gut werden.


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97

Donnerstag, 31. Juli 2025, 18:29

Hallo Allerseits!

Nach der Lenzpumpe entsteht aktuell das Ankerspill. Es fehlen noch einige Teile, aber irgendwas fehlt ja immer ...

Der Plan:



Die Einzelteile (die Zahnräder stammen aus der gut gefüllten Krabbelkiste):



Alles probehalber zusammengesteckt:







An Ort und Stelle:



Morgen gehts weiter. Bis dahin ...
Liebe Grüße
Volker

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98

Montag, 4. August 2025, 11:19

Auch beim zweiten Teil der Ankerwinde geht (fast) alles nach Plan:





Fast alle Teile beianander. Einige Holzteile sind neu gemacht:





Die Glocke entstand aus einer Messingschraube M4



Sieht annehmbar aus:



Das Farbschema entspricht dem des Modells von Hume:









Alles zusammen:





An Ort und Stelle:





Liebe Grüße
Volker

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99

Montag, 4. August 2025, 12:53

Mahlzeit!

Wunderschön. Diese Kombination von supersauberem Blankholz und allerfeinsten Metallarbeiten gefällt mir ausgesprochen gut.
Ein guter Rat des Vaters an den Sohn:
Halte stets mit allem Maß-mit dem Essen,dem Trinken und dem Arbeiten.Vor allem mit dem Arbeiten.
-Otto von Bismarck

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Montag, 4. August 2025, 19:40

Hallo Volker.
Da sieht man´s mal wieder : "Dem Inschinör ist nichts zu schwör." Pallen, Pallring, Spillkränze und die ganze hölzerne Mahalla : alles comme il faut und klar zum Ankerhieven aus dem Grund der Modellhelling . Die Zwerg-Crew dazu, die in Echtzeit und Technicolour an den Pumphebeln ( Pump-Klack-Spill-Klack ) ächzt, wirst du schon noch hinkriegen. Da bin ich durchaus zuversichtlich.
Feine Mechanik,famos gebaut fürwahr.:respekt:
Beste Grüße
Germanus

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101

Montag, 4. August 2025, 20:44

Hallo zusammen!

Freut mich wenns euch gefällt.

wirst du schon noch hinkriegen. Da bin ich durchaus zuversichtlich

Na, ich weiß nicht. Meine doch ziemlich derangierte Frisur nach jeder Lenzpumpen- und Ankerspill-Session zeugt da doch eher von meinen Grenzen ...

Nichts desto trotz, als nächstes steht eine (wohl recht kurzlebige) Spezialität auf der Thermopylae (und soweit ich weiß auch auf der Salamis) auf dem Programm: die Brasswinde nach Cunningham.

Dazu eine Frage an alle Wissenden und insbesondere an die Thermopylae-Wissenden:
Eine zeitgenössische Darstellung dieser Brasswinde zeigt den Kurbeltrieb mit drei Zahnrädern und die zwei Umlenken-/Stopperrollen in einem Gestell:



Das Hume-Modell zeigt diese Brasswinde mit zwei Zahnrädern im Gestell und die Umlenken-/Stopperrollen separat.



Gibt es irgendwelches Wissen darüber, wie die Brasswinde auf der Thermopylae vermutlich tatsächlich ausgeführt war? Für sachdienliche Hinweise, wenden Sie sich bitte an diesen Thread ...
Liebe Grüße
Volker

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102

Dienstag, 5. August 2025, 19:13

Wieder ein klasse Detail geschafft.

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103

Dienstag, 5. August 2025, 20:06

Gibt es irgendwelches Wissen darüber, wie die Brasswinde auf der Thermopylae vermutlich tatsächlich ausgeführt war? Für sachdienliche Hinweise, wenden Sie sich bitte an diesen Thread ...

Hallo Volker.
Ich habe über diese Winsch im Jahre des Heiles 2010 mal mit Jan Gelbrich In Schweden korrespondiert und dabei ihren wahrscheinlichen Mechanismus besprochen. Ich kopiere euch und Dir mal diese prähistorische Mail in den laufenden Baubericht und hoffe, daß ich diese eigenartige Maschine einleuchtend beschrieben habe. Wenn nicht : bitte Laut geben. Deine einkopierte Werkszeichnung ( aus MacGregor "Fast Sailing Ships "? ) ist ja schon selbsterklärend, wenn man die etwas ungewohnte Brassenführung querschiffs über Deck berücksichtigt hat.

Viel Spaß
Germanus
>>Das Problem der Braßwinschen besteht in den unterschiedlich langen Verbindungslinien der sich in
den Racks drehenden Rahnocken zu den Holepunkten. Diese gedachten Linien, die in natura
von den Brassen durchlaufen werden, lassen sich geometrisch als Sekanten beschreiben, die sich als
die direkten Verbindungen der Rahnock durch die Innenseite des Drehkreisbogens der Nock zum Holepunkt
darstellen lassen. Gemessen als gerade Verbindungsstrecke der Nock zum Holepunkt beschreiben die
Rahnocken beim Rundholen also unterschiedlich lange Wege, je nachdem, wie weit sie vor oder
achtern zur 90°-Stellung zur Schiffslängsachse ihre Drehung beginnen; und je länger die Rahen,
umso größer die Differenz. Dieses Problem hat man, je nach Winsch, auf zweierlei Arten gelöst :

1)
Bei den Jarvis-Winschen läuft aufgrund der Konizität der Trommelpaare der auf der einen
Trommel liegende Braßläufer vom größten Trommeldurchmesser ab hin zum kleinsten, und
gleichzeitig der auf dem kleinsten Durchmesser des Trommelpaares liegende andere hinauf auf den äußeren, größten
Durchmesser. So wird auf der einen Seite zuerst mehr abgefiert, als die andere aufnimmt, bis sich
durch die Drehung der Rah die Verhältnisse nach geometrisch einfachen Mustern umkehren, und die
erste Trommel weniger Draht ablaufen läßt, als die zweite aufnimmt. Dadurch wird die beim Brassen
entstehende Längendifferenz ausgeglichen. Die Konizität der Windentrommeln läßt sich durch
axiales Verschieben der beiden, auf der Windenpaar-Achse sitzenden Scheiben nach innen oder außen
recht genau an den benötigten Braßweg anpassen. Die Trommeln werden also durch diese Scheibe
für entsprechend mehr oder weniger Wickelweg stärker auseinandergespreizt oder flacher angestellt.

Falls die Winde noch Lose haben sollte, wird das Feintuning der Brassen durch kurze
Taljen an der unteren Brassenpart von Hand bewirkt.



2)
Das Feintuning der Unterrahen bei den Cunnighamwinschen habe ich auch erst nach ein paar
Minuten Nachdenkens kapiert. Es kann nur so erfolgt sein, daß beim Brassen beide Kettenstopper
natürlich zuerst lose geklappt wurden. War die Hauptarbeit getan und die Rah in etwa in Position
gebraßt, ließ sich durch das Sperren desjenigen Stoppers, durch den die Kettenlose ablief, die Rah
auf dieser Seite blocken, sodaß nun beim weiteren Kurbeln die andere Seite, auf der die Last hängt,
solange weiter eingebraßt werden konnte, bis beide Braßläuferketten steif geholt waren. Nach
Beklemmen der zweiten Kettenpart war dann die Rah endgültig angebraßt.Daß dabei wegen der
unterschiedlichen Braßwege etwas Kettenstau auf der ablaufenden Seite der Braßkette entstand, war
wohl bei der, relativ zu den modernen Seglern, geringen Länge der Brassen nicht erheblich, da der
Zug auf dem anderen Kettenende dasselbe fest genug an die Trommel zog und ein Überspringen
verhinderte. Wahrscheinlich war zur weiteren Feineinstellung und zum Beiholen der Lose doch noch
eine Talje auf der festen Kettenpart der Brasse angeschäkelt, beschrieben ist es
aber nirgends. An sich war das eine genial einfache Idee, die sich aber nicht so recht durchgesetzt
hat. Ich nehme an, daß die Arbeitserleichterung doch nicht groß genug war, um dieser Hilfsmaschine
zum Durchbruch zu verhelfen ; schließlich mußten die anderen vier oder fünf Rahen ja doch noch mit
dem Patent "Armstrong" beackert werden. Da war die Jarvis-Winsch schon wesentlich effektiver,
zumal mit wachsender Schiffsgröße die Rahen immer unhandiger wurden und bald nur noch durch
diese Jarvis-Patentwinde beherrscht werden konnten.

Tschüs und viele Grüße
Germanus<<

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104

Mittwoch, 6. August 2025, 20:23

Hallo Germanus,

vielen Dank fürs Teilen eurer erhellenden Konversation! Auch wenn ich die von euch beschriebene geometrische Problematik auf den ersten (!) Blick nicht nachvollziehen kann.

Jedenfalls scheint es, dass sich Cunningham diese Mechanik nicht originär als Brasswinde ausgedacht hat. Vielmehr diente sie wohl dazu, die damals immer schwerer werdenden Geschütze in Position zu drehen. Siehe hierzu diesen Artikel: Cunningham - Gosports History

Btw: "Patent Armstrong" ... Ich liebe diesen Humor!
Liebe Grüße
Volker

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105

Donnerstag, 7. August 2025, 12:46

Hallo Volker.
vielen Dank fürs Teilen eurer erhellenden Konversation! Auch wenn ich die von euch beschriebene geometrische Problematik auf den ersten (!) Blick nicht nachvollziehen kann.
Das wird zwar jetzt etwas akademisch, ist aber für das Funktionsverständnis der Takelage interessant.
Man nehme :
1. den Drehkreis der Rahnocken = halbe Länge der Rah,
2. den Drehpunkt der Rah = der Bolzen in ihrem Rack
3. den Holepunkt der Brasse , z.B. den Block unter der Groß-Bramsaling für die Vor-Obermarsbraß

Die gezeichnete Aufsicht auf das ganze Gerödel ergäbe folgende Skizze : der gedachte Schwenkkreis der Nock durch beide Hartlagen der Rah an den jeweiligen Pardunen wird von der an der Nock angeschäkelten Braß rüber zum Holepunkt unter der Groß-Bramsaling in Form einer Sekante durchschnitten. Da sich von beiden Extremlagen der Rah ganz unterschiedliche Brassenlängen und entsprechende Wickelwege für die Lee- und Luvbrassen auf den Braßwinschen ergeben, müssen außer der Einstellung der Jarvis-Windentromeln noch sog. Stretcher-Taljen für diese variablen Längendifferenzen der drei Unterrah-Brassen von Hand bedient werden. Dazu sind die Dreier-Kombinationen von festen Blöcken, in Reihe auf Metalljochen aufgeständert, auf den Nagelbänken vorgesehen. Für den Modellbau ist das nicht so arg wichtig, aber in den Windjammern steckt so viel, über die Jahrhunderte hart erarbeitete Technik, die auch bis heute noch funktioniert, daß eine kleine theoretische Betrachtung der zugrundeliegenden Technik und der Anforderungen, die sie an die Männer stellte, die sie beherrschten, der "Seefahrt, wie vordem sie war " ( Ringelnatz ) die Ehre antut, die beide verdienen,
meint jedenfalls und grüßt herzlich
Germanus.

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106

Dienstag, 12. August 2025, 19:36

Hallo Germanus,

ich verneige mich tief vor deinem Fachwissen und muss (leider) feststellen, dass ich mit meinen 65 Jahren offensichtlich nur noch wenig Elan entwickele, mich in solch ein geometrisches Problem hineinzudenken. Aber bei Gelegenheit ...

Die letzten Tage war ich jedenfalls damit beschäftigt, die Brasswinde in 1:64 nachzubauen, wobei ich mich für die Variante der Patentzeichnung (?) und damit gegen die Variante der Hume-Modelle entschieden habe.

Die beiden Wangen des Gestells sind aus 0,5 mm Blech gefeilt (mit ein paar Bohrungen an der richtigen Stellen, um das Feilen zu erleichtern):





Einige der Einzelteile:



Das Gestell ist hartgelötet:



Viele Stunden später:





Alles ist ziemlich klein:



Der Erfinder und Produzent H. D. P. Cunningham mit seinem Werk:



Der Maßstabsmann mit meinem Werk. Die Achsen sind wegen der Abwechslung in Natur. Die Stopperhebel kommen dann mit der Kette:

Liebe Grüße
Volker

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107

Dienstag, 12. August 2025, 20:43

Servus Volker!

Die letzten Updates mit deinen Messingarbeiten sind schon faszinierend und sehr interessant, dies zu verfolgen.

Sehr feine Arbeit :ok:

Gruß
Andreas

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108

Mittwoch, 13. August 2025, 00:07

Hallo Volker.
ich verneige mich tief vor deinem Fachwissen und muss (leider) feststellen, dass ich mit meinen 65 Jahren offensichtlich nur noch wenig Elan entwickele, mich in solch ein geometrisches Problem hineinzudenken. Aber bei Gelegenheit ...
Stehen Sie bequem, junger Mann ! Verneigen ist nicht nötig, und deinen Elan brauchst du für den Modellbau, die Ergebnisse sind von funktionaler Eleganz. Meine geometrischen Erklärungsversuche sind nur meine höchsteigenen Schnurrpfeifereien. Mit deinem Modellbau und deinen famosen Metallarbeiten verglichen hat das eigentlich nur die Bedeutung von atmosphärischem Hintergrundrauschen. Ich will eben manchmal partout wissen, wie manches funktioniert. Die Seeleute damals haben sich mit der Theorie hinter Cunninghams Winde sicher auch nicht übermäßig belastet : die haben geholt und gefiert und die Strecker durchgesetzt, wie das Gesetz und der Stüürmann es befahlen.

Ich habe mir beim Versuch einer genauen Betrachtung der Winde des Hume-Modelles nämlich fast meine 78-jährigen Pupillen verdrallt,obwohl die ohne Krücken immer noch bestens funktionieren. Doch mehr als Elementares war nicht zu erkennen. Deine Modelle im Modell und die Bilder dazu machen klar, was vorher unklar war : ein ausgefinkeltes Stück gußeiserner, funktioneller Mechanik. Mein Kompliment.
Viele Grüße
Germanus

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109

Mittwoch, 20. August 2025, 17:16

Hallo zusammen!

Es freut mich wenn es euch meine "Messingarbeiten" gefallen - auch wenn ich Messing als Werkstoff eigentlich nicht mag (macht wirklich hässliche Späne) - und ich eine Unklarheit beseitigen konnte.

Es ging jedenfalls mit ein paar zeitraubenden Kleinigkeiten weiter: Zwei Salzfleischfässer, zwei Geschütze und eine zweite Glocke sind in den letzten Tagen entstanden.

Die Glocke und ihr Drumherum entstanden wie schon die Vorherige aus einer Messingschraube und ein wenig Draht.

Die Salzfleischfässer bestehen zum größten Teil aus einem konisch gefeilten Rundstab. Die einzelnen Dauben sind gefaket. Ich habe den Konus schlicht rundherum etwas eingeritzt um den Effekt zu erhalten.
Diese Fässer wurden von den britischen Seeleuten in dem ihnen eigenen Humor auch "Harness Cask" genannt. Wohl eine Anspielung auf deren minderwertigen Inhalt. Die Fässer selbst waren allerdings rechte Schmuckstücke an Bord. Fein lackiert und mit polierten Beschlägen versehen.

Die Geschütze der Thermopylae waren Vierpfünder Signal- bzw. Salutkanonen. Sie dienten wohl ausschließlich(?) dem Signalgeben in Notfällen. Was deren Abmessungen betrifft habe ich mich am Plan der Cutty Sark von G. F. Campbell orientiert. Im Gegensatz zu den Geschützen auf Hume's Modellen, habe ich eine glattere, modernere Form für die Rohre gewählt. Auch hier waren Messingschrauben wieder das Ausgangsmaterial.

Zitat

nur die Bedeutung von atmosphärischem Hintergrundrauschen
Wer den Anspruch hat, Modelle zu bauen, die dem historischen Original zumindest ähnlich sind, der ist sehr auf ein fundiertes Fachwissen angewiesen. Egal ob das eigene oder das von anderen.

Ein kleiner Exkurs Richtung nächste "Messingarbeit":
Die Ankerketten der Thermopylae liefen offensichtlich über 2/3 der Länge des Hauptdecks bevor sie, durch Rohre durch die Decks geführt, in der Kettenlast verschwanden. So weit, so seltsam. Nimmt man Hume's Modelle als Referenz, dann wurden diese tonnenschweren Ketten ohne maschinelle Hilfe über das Deck geschleift und unter Deck bugsiert, denn eine solche Maschinerie existiert nicht auf seinen Modellen. Vielleicht sollte ich mich in diesem Fall eher an McGregor's Pläne halten? Denn dort ist eine Deckwinde (ähnlich der der Cutty Sark) zwischen Ladeluke und Großmast eingezeichnet. Für sachdienliche Hinweise, Deckwinde ja oder nein, weiß nicht, hab' Angst, wenden Sie sich also bitte an diesen Thread ...

Die Pökelfleischfässer:



Die Sicht des Seemannes (die Fototechnik bedarf noch ein wenig der Verbesserung):



Die Signalkanonen und die Glocke:

Liebe Grüße
Volker

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110

Samstag, 30. August 2025, 09:11

Die Herstellung einer halbwegs vorbildgetreuen Deckwinde im Maßstab 1:64 ist (für mich) eine echte Herausforderung. Also halte ich mich an die Pläne von McGregor, baue eine, und ignoriere in dieser Hinsicht die Referenzmodelle von Hume. Als Vorbild für die Details dienen mir, wie schon bei der Lenzpumpe, Pläne und Fotos der Cutty Sark.

Die Wangen des Gestells entstanden aus Messingblech, 1 mm dick, das in gleich breite Stäbe gesägt wurde. Die Naben entstanden aus einem Rundstab im Durchmesser 4 mm, aus dem 1 mm breite Scheiben gesägt wurden. Das Gestell ist hartgelötet. (Was, das Fixieren der Einzelteile betreffend, etwas Geduld erfordert ...) Die Zahnräder stammen wieder aus der Krabbelkiste. Die schwarzen Scheiben, die z. B. links und rechts an der oberen Holzwalze zu sehen sind, entstanden aus Ringen aus Messingdraht (0,5 mm) die im Schraubstock plattgedrückt wurden. Alles andere ist einfache Holz- und Metallarbeit.

Da Rohmaterial für die Gestellwangen. Um das Metall leichter in Form zu bringen, wurde es vor dem Biegen geglüht:



Die fertig gelöteten Wangen:



Viele Stunden später:







Die Winde an Ort und Stelle:

Liebe Grüße
Volker

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