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211

Mittwoch, 10. Oktober 2018, 14:38

Falls du je nochmals an den Greifvogel gehen willst, folgende Vorschläge:

- Augen mehr zur Mitte und nach vorne (Räuber mit Stereozieloptik, nicht Taube mit Rundumblick).
- Daraus resultiert auch der 90°Knick zwischen Schnabeloberkante und breite Stirn.
- Schädel hinten länger, fließender Übergang in den Rücken ohne Absatz
- Schnabel bedeutend kürzer, so lang ist es ein Geier :-)



Wenn fliegend dargestellt würde der Kopf auch niederer gehalten werden, quasi vom Schwanzwirbel bis zum Schnabel eine Linie. So ist eher eine stehende Position.

Aber wie immer: Wünschen auf höchstem Niveau


XXXDasn
... keine Angst, der will doch nur spielen ...



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212

Mittwoch, 10. Oktober 2018, 15:09

Oh je, wenn Schmidt den Post von Dafi gelesen hat schwingt er wieder die Abrissbirne...erst perfekt ist gerade gut genug...

:baeh:

Ganz großes Kino im kleinen Maßstab!!
:respekt:

Ich fand das untere Bild im Post 203 übrigens sehr niedlich, hat mich an ein Fabelwesen erinnert dessen Namen mir nicht einfallen will.

213

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 09:54

Fliegender Hund mit Krägelchen – fand ich auch ganz niedlich.
Ansonsten gehe ich jetzt mal die Abrissbirne holen.
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
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214

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 10:45

Moin,

wäre es vielleicht eine Möglichkeit, wenn Du dir günstig aus der e-Bucht einen Spielzeug-Vogel in passender Größe (z.B. Playmobil oder LEGO) einfängst

Und von diesem jeweils die linke und rechte Hälfte abformst?

Ingo
"Kein Kommandant geht fehl, wenn er sein Schiff neben das des Feindes legt"
Lord Nelson


215

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 10:49

Nein! Das mit der Abrissbirne war ein Scherz. Vielleicht gibt es noch eine kleine Schnabelkorrektur, ansonsten bin ich mit dem Adler durch.
Nach solchen Vögeln habe ich übrigens im Vorfeld vergeblich gesucht, die waren alle viel zu groß. Der Vogel vom Pyro Ludwig war mit Abstand der beste.
Schmidt
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216

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 11:54

Die selbe Idee hatte ich als es um den kleinen Löwen für meine Prince ging. Auch hier fand sich nicht passendes in der Bucht, alle Angebotenen Tierchen waren zu groß und oft unschön/unpassend.

Beiträge: 976

Realname: Christian

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217

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 14:59

NAJA so ein Schleich Adler mit einem darauf sitzenden Schlaubischlumpf wäre mal was anderes hat sonst keiner obwohl in diesenfall sollte es schon Papaschlumpf sein :D
Der Nachbar hört AC/DC ob er will oder nicht :cracy:

218

Freitag, 12. Oktober 2018, 01:20

Hast Du es schon mal bei Ebay unter dem Suchbegriff "Modeschmuck Adler" versucht ?
Geschätze 99 Prozent Ausschuß .. aber vielleicht paßt was aus dem einen Prozent
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

"When all else fails ... Read the instructions" ( LINDBERG 1965 )

Youth, talent, hard work, and enthusiasm are no match for old age and treachery !
( In memoriam Prof. John A. Tilley, † 20.07.2017 )

219

Samstag, 13. Oktober 2018, 12:18

Obwohl das aus meinem Mund vielleicht befremdlich klingt: aber den Vogel lass ich vorerst mal so. Da er erst nach Abschluss der Arbeiten an der Takelage fest montiert wird, habe ich noch viel Zeit zum Anfreunden oder Fremdeln. Ich ahne aber bereits jetzt, dass mir für eine noch bessere Variante Feinmotorik und Antrieb fehlen. Und außerdem – der Bart ist doch wirklich gelungen, oder?
Schmidt
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220

Samstag, 13. Oktober 2018, 13:30

Da geb ich dir recht und Augen, Schnabel so wie Dafi es gezeigt hat bekommst du sicher hin muss ja nicht jetzt sein sondern dann wenn es soweit ist das die Figur ans Schiff soll
mfg Christian
Der Nachbar hört AC/DC ob er will oder nicht :cracy:

221

Samstag, 13. Oktober 2018, 18:45

Der Bart gefällt in der Tat! Sieht aus wie der, den ich an mein eigenes Gesicht modelliert habe :D

Der Vogel gefällt mir auch schon ganz gut - Allerdings würde ich (wann auch immer) dafis Anregungen unbedingt noch aufnehmen, damit er weniger nach Möwe und mehr nach Adler aussieht.

222

Donnerstag, 18. Oktober 2018, 16:41

So. Der Vogel parkt in seinem Nest, und der Rest vom Schiff muss sich (ebenso wie ich) langsam damit anfreunden, dass er eine Takelage bekommt.
Und nun bitte festhalten und stark sein. Mein Projekt war ja von Anfang an eine Hommage an Meister Landströms zeichnerische Rekonstruktion des Ludwigs. Ich habe mich in praktisch allen Details an der hier schon mehrfach erwähnten Zeichnung in seinem Buch über die Vasa orientiert. Also werde ich auch den letzten Schritt gehen und das Modell mit abgefierten Marsstengen zeigen.
So sieht es bei Landström aus:



Und hier eine erste Stellprobe.



Ich musste die Masten stark bearbeiten, insbesondere an den Eselshäuptern. Und noch längst sind nicht alle Probleme gelöst



Ein besonderes Problem, Quatsch, wie sagt man heute: eine besondere Herausforderung werden die lose durchhängenden Wanten an den Marsstengen sein. Mein bisheriger Plan sieht vor, die Stengen zunächst wie beim Original zu befestigen, dann die Wanten anzubringen und anschließend die Stengen herabzulassen. Möglicherweise werde ich das an einem Dummy zuerst üben müssen.
Eine weitere Herausforderung werden die üppig aufgefächerten Taue sein, die nicht nur straff (stehendes Gut), sondern auch locker durchhängend gezeigt werden sollen.
Mal sehen, was geht und wie das geht.
Schmidt
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223

Donnerstag, 18. Oktober 2018, 19:12

Ich bin gespannt!

Beiträge: 976

Realname: Christian

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224

Donnerstag, 18. Oktober 2018, 20:12

Also ganz ehrlich sieht schob etwas komisch aus
, aber es ist dein Projekt drum mach es wie du es magst ich bin gespannt
mfg Christian
Der Nachbar hört AC/DC ob er will oder nicht :cracy:

225

Donnerstag, 18. Oktober 2018, 20:26

Eine weitere Herausforderung werden die üppig aufgefächerten Taue sein, die nicht nur straff (stehendes Gut), sondern auch locker durchhängend gezeigt werden sollen.
Mal sehen, was geht und wie das geht.
Darauf bin ich auch gespannt, vor allem auf die Umsetzung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Taue so ihr Eigenleben entwickeln, sobald man die Spannung heraus nimmt. Ich versuche gerade dem Problem mit Leim zu begegnen, um die Richtung, die die Schwerkraft vorgibt, beizubehalten. Dazu beschwere ich die Taue mit einem Gewicht und bepinsel Sie mit Leim (ein verdünnter Latexleim) und lasse sie dann austrocknen. Habe aber noch kein Ergebnis, da ich es gerade erst ausprobiere, werde aber dann ausführlich berichten, sobald ein brauchbares Ergebnis vorliegt.
Schönen Gruß, Steffen

Im Bau: Le Glorieux 1:150 von Heller
Fertig: HMS Beagle 1:96, Gorch Fock 1:253, HMS Victory 1:225, Cutty Sark 1:350
Nach dem Modell ist vor dem Modell: USS Constitution 1:96 von Revell, in Warteposition.


226

Samstag, 27. Oktober 2018, 11:24

Im folgenden drei Fotos von den bearbeiteten und ölbehandelten Masten und Marsen. Ich habe mir einige Mühe gegeben, die teils bescheidenen und teils ganz erstaunlichen Details etwas besser zur Geltung zu bringen. Die Masten selbst sind natürlich geschliffen; die Bereiche des Marsbodens und des Eselshauptes habe ich, vor allem aus optischen Gründen, etwas dunkler gehalten.







Heute werde ich mich mit der Vorbereitung der Unterwanten beschäftigen. Ich hatte vor Monaten noch einige Schritte getan, um das Aussehen der Fake-Jungfern zu verbessern. Die Arbeit werde ich jetzt wieder hervorholen.
Bei der Gelegenheit noch eine Anmerkung zu meinem Plan, das Modell mit gestrichenen Stengen zu zeigen. Ich habe bemerkt, dass das hier zu einigem Befremden geführt hat. Das kann ich gut nachvollziehen; eigentlich wünscht sich ja jeder für sein Segelschiff eine Erscheinung mit majestätisch hohen Masten und stolz geschwellten Segeln. Auch ich finde diesen Anblick imposant, aber da ich nun weit über ein halbes Jahr Arbeit in den Rumpf gesteckt habe, möchte ich die Takelage a) ebenfalls modifizieren und b) dabei auch etwas weniger dominant erscheinen lassen, damit sie nicht zu sehr vom Rumpf ablenkt. Ein wichtiger Grund ist auch, dass ich mich in praktisch allen Details an Landströms Umsetzung des alten Stiches orientiert habe. So ist das Modell bis jetzt zu einer Hommage an einen der großen Männer meiner Kindheit geworden, und warum nicht auf diesem Wege weitergehen? Schließlich wartet die Herausforderung, verschiedene Taue im Zustand des Durchhängens zu zeigen, darunter die vielfach verzweigten Gordings und Hanepooten. Über deren Gestaltung denke ich bereits intensiv nach, habe mich auch schon mit der Herstellung von Tauersatz aus Draht beschäftigt. Ich werde berichten. Drückt mir die Daumen.
Schmidt
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227

Sonntag, 28. Oktober 2018, 10:31

Daumen sind gedrückt. Phil Reed beschreibt seine Technik in seinen Büchern ja schön.

Und mit Sicherheit stellst du mit den abgefierten Stengen einen Zustand dar, der gar nicht so selten war. Zeitgenössische Tagebücher berichten immer wieder davon. Sei es während Sturm, Vorbereitung auf diesen, Hafen/Reede/Liegeplatz, Kareenen auf der Reise, bei den ersten Dampfschiffen auch während des Gefechts und vieles anders ...

Ist auch gar nicht so schwierig. Reep zum Herablassen am Stengefuß festmachen, Reep runter zum Spill, Stenge kurz angehoben zum Entlasten, Schließholz raus und runter mit der Chose. Wenn unten noch den Stengefuß an den Mast festgelascht, lockeres Tauwerk gesichert und das wars.

Schön auch zu sehen, als die Götheburg unter einer Brücke am Pearl River durch musste :-)
https://www.youtube.com/watch?v=P2ycMvClK7c
2:00 - Entfernen des Schlossholzes und Abfieren der Topstenge
3.50 - mit eingefahrenen Stengen
6:00 - und wieder hoch die Stengen :-)

Für die, die angemeldet sind, hier noch ein Link zu einigen weiterführenden Unterlagen.
https://www.segelschiffsmodellbau.com/t5….html#msg120910

XXXDAn
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228

Sonntag, 28. Oktober 2018, 12:53

Danke, Daniel, für die Ermunterung und für die Hinweise! Im Film schön zu sehen, wie jemand oben auf dem Mars dafür sorgt, dass die Stengewanten beim Abfieren der Stenge schön seitlich überhängen. Es wird zu den großen Herausforderungen an meinem Modell gehören, das überzeugend darzustellen. Die Wanten hatten ja schon eine gewisse Steifigkeit!
Ich habe nicht alle Bücher von Reed. Kannst du mir eine genaue Textstelle übermitteln bezüglich meines Spezialproblems? Das wäre sehr freundlich.

Ansonsten muss ich leider von einem weitgehend unerfreulichen Bastelsamstag berichten. Darauf, dass praktisch alle Bundesligaergebnisse grundfalsch waren, will ich gar nicht eingehen, darüber sollen die Urteile ja auseinandergehen. In Sachen Ludwig aber hat es mich um mindestens eine Woche zurückgeworfen.

Zunächst hatte noch eine Sache funktioniert, nämlich die Befestigung dieses höchst in intrikaten Grätingdecks. Ich wollte das natürlich nicht an zwei Dutzend Stellen auf der bereits gestrichenen und gedrakten Reling aufkleben, deswegen habe ich es an strategischer Stelle mit einem Gewindestab versehen, der durch das Hauptdeck läuft. Eine kleine Mutter an der Unterseite sorgt für exakt den richtigen Druck bzw. Zug, mit dem das Grätingdeck ohne jede Verklebung befestigt werden soll.



Hier ist die Mutter an der Oberkante noch etwas besser eingetarnt. Eigentlich ist das der Platz für das Beiboot, aber dazu komme ich später..



Und nun zu den Desastern. Groß- und Fockmast hatte ich bereits vor Monaten verlängert; sie stehen in Mastfüßen, die in Höhe der Wasserlinie auf quer eingeklebten Streben stehen. Für den Besan fehlte eine solche Konstruktion. Ich habe ein Metallröhrchen ins Achterdeck eingeklebt und eines, das den Innendurchmesser dieses Röhrchens hat, in den Mast. Wer das schon einmal gemacht hat, weiß, wie schwierig es ist, mit einem Bohrer in einen Plastikstab zu dringen. Man läuft umgehend Gefahr, den Stab zu zerschmelzen oder ihn durch ein Auswandern des Bohrers zu beschädigen. Mir war es gelungen, aber dann brach der Mast beim Justieren im unteren Bereich zweimal durch, und ich musste ihn umständlich mit einer mehrere Zentimeter langen Schiene reparieren. Jetzt trocknet die erste Lackierung.





Besonders schlau wollte ich bei der Befestigung des Bugspriets sein und sicherte ihn mit zwei Messingsstangen.



Doch dann stellte sich heraus, dass die Stangen an den falschen Stellen saßen und die Bugsprietzurrings massiv behinderten. Bei dem Versuch, alles wieder abzubauen, sind mir Bugpriet und Stenge des Oberblindesegels mehrfach zerbrochen, so dass ich schließlich schweren Herzens (wieder einmal) auf Teile aus dem Ersatz-Bausatzes zurückgegriffen habe, um etwas Zeit zu sparen.

Es gibt solche Tage.

Schmidt
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229

Montag, 29. Oktober 2018, 14:29

Pflichtlektüre :-)

https://www.amazon.de/Building-Miniature…rds=philip+reed

https://www.amazon.de/Period-Ship-Modell…rds=philip+reed

https://www.amazon.de/Modelling-Sailing-…40819639&sr=1-4

Gibt es gebraucht oft günstig, hatte meine für ca. 10 Euro geschossen.

Auch gut, die gleiche perfekte Technik für graue Konserven.:

https://www.amazon.de/Waterline-Warships…40819639&sr=1-1

XXXDAn
... keine Angst, der will doch nur spielen ...



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230

Freitag, 2. November 2018, 19:26

Seit Jahren nehme ich jetzt schon Abstand davon, die Wanten bei Modellen in diesem kleinen Maßstab "realistisch" mit Taljen festzusetzen. Stattdessen führe ich insbesondere bei den Wasserlinienmodellen die Wanten in den Rumpf und aus ihm wieder heraus. Man kann das in meinen Bauberichten verfolgen; außerdem steht es demnächst wieder auf der Tagesordnung für den Ludwig. Vorteile: sehr hohe Stabilität für die ganze Takelage, stark vereinfachte Herstellung. Schon vor drei Jahren habe ich die ersten Fake-Taljen hergestellt, die am Schluss außen auf die Wanten aufgeklebt werden. Nun hatte ich damals bereits an der Optimierung dieser Technik gearbeitet und habe jetzt die damaligen Versuche weitergeführt. Herausgekommen ist jetzt eine kleine, selbst gebaute 3 mm Jungfer als Gussteil, um die bereits ein Wanttau gelegt ist. Den Ursprung dafür bildet eine Jungfer aus dem Shipyard-Kartonangebot. Versehen mit einem Morope Garn drumherum wurde sie abgegossen.
Das Foto unten zeigt in der Mitte einen dieser Fakes, mit dem ich schon einigermaßen zufrieden bin, links davon Vorstufen und rechts zwei unfertige, die zeigen, wie es geht. Tatsächlich ziehe ich jetzt wieder ein Taljereep durch, nur das mittlere Tau wird aufgeklebt. Es geht mir darum, authentisch wirkende, atmosphärisch stimmige Teile zu schaffen, die, wenn die Materialien bereit liegen, schnell und risikolos zu montieren sind. Ich habe bei zu vielen Modellen die Lust verloren, wenn es an die Wanten ging. Dem will ich jetzt entgegenwirken.



Schmidt
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231

Samstag, 3. November 2018, 17:52

...auch wenn Dir das vielleicht nicht gefallen wird, aber die Talje links außen ist die schönste :nixweis:
Ich weiß auch um die Mühen die mit der "normalen" Bauweise zusammenhängen, aber letztendlich wäre es schade,
wenn Dir die Lust bei der Wantenherstellung abhanden kommt.
Schönen Gruß, Steffen

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232

Samstag, 3. November 2018, 21:13

Du hast Recht. Die links außen sieht wirklich am besten aus. Die ist auch ein Fake, allerdings mit aufgeklebten Tauen. Und ich dachte mal wieder, original sieht am besten aus.....
Schmidt
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233

Montag, 5. November 2018, 11:13

Im zweiten Anlauf habe ich den Bugspriet ganz anders befestigt. Er ist nur unter dem Frontschot eingeklemmt und wird ansonsten nur durch die Zurrings gehalten. So hat er ein bisschen Spiel und kann auf die Kräfte späterer Taue reagieren. Aus dem selben Grunde habe ich ihn auch ein kleines bisschen geneigt; für gewöhnlich wird die Oberblindestenge ja noch leicht nach hinten gezogen-





Am nächsten Wochenende stehen die Wanten an, eine Arbeit, vor der mir immer wieder graut.

Schmidt
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234

Montag, 5. November 2018, 12:24

Hallo Schmidt,
ich bin schon gespannt auf die Wanten, zumal ich Deine Herangehensweise bei den Jungfern/Taljen sehr interessant und diese als sehr realisisch empfinde. Manachmal denke ich mir - so wie Du mit Pinsel und Masse umgehst - wirken die Ergebnisse so viel realistischer als bei manch teurem Holzmodell. Es ist jedesmal wieder eine Freude, in Deine Bauberichte reinzulesen und so viel über historische Schiffe zu erfahren. Thanx!!!
S
In Bau: H.M.S. Agamemnon, Fertig: Russische Brigg Mercury, H.M.S Victory von Heller, USS Kearsarge 1861 von Revell

235

Donnerstag, 8. November 2018, 10:21

Vielen Dank für diese Einschätzung meiner Arbeit. Es gibt nun einmal verschiedene Stile, in der Architektur, in der Kunst, beim Kochen. Ich strebe tatsächlich so eine Art Fotorealismus an, während die meisten Holzmodellbauer gewissermaßen Idealisten sind.
Unten zwei Fotos von einer Arbeit, mit der ich mich ein bisschen auf Neuland bewege. Die Großrah soll mit locker aufgetuchtem Segel auf der Gräting liegen. Dazu habe ich zunächst die übliche Tempo-Wurst an die Rah gebunden und das ganze Ensemble dann an Ort und Stelle über die Geländer gelegt und drapiert. Es ist natürlich unabdingbar für diese Technik, dass sich das Segel nach dem Trocknen wieder ablösen lässt. Das tut es aber auch, der stark verdünnte Weißleim geht keine Klebebeziehung zu seiner Umwelt ein.





An dieser Stelle vermisse ich ganz besonders unseren guten Hagen (Stuermann). Den könnte ich jetzt fragen, und hilfsbereit, wie er immer war, würde er mir eine wunderbare Skizze der Taue machen, die von einem dermaßen herabgesunkenen Segel ausgehen müssten, natürlich mit ihrem genauen Verlauf.
Erinnern wir uns kurz an diesen freundlichen Kollegen!
Schmidt
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236

Donnerstag, 8. November 2018, 10:58

Taue

Lieber Schmidt,

ein Seemann hasst das Chaos.

Wenn das Abfieren mit Zeit geschieht, hast Du alle Taue, die nach oben gehen, durchgeholt. Und das Segel wäre nahe an der Rah (die Bowlines, Buntlines, Goordinge haben ja den Zweck), respektive angeschlagen, wenn es da schon Zeisinge gab..

Auf der Rose hatten wir das Abfieren der Großtopstenge, Auffallend war die Wölbung der steifen Wanten. Bei einem kompletten und längeren Abfieren meine ich, dass die Jungfern gelöst werden. Dafür haben die ja die Takel. Aber gesehen habe ich das nicht. Nur... diese Wanten sind extrem "sterrig". Das kann ich mit jedenfalls nicht vorstellen, ohne eine Lösung der Jungfern.'

Landström zeigt die Abfierung - siehe oben - auch nicht komplett. Da kommt das Bild der Realität schon nahe. Die durchhängenden Pooten allerdings.... das sieht man oft auf Bildern, aber da fehlt mir der Glaube.

Das Großtopp hatten wir bei so einer Aktion nicht genug dichtgeholt. Dann bekam es einen Schaden von der Mars. Seither weiß ich das; ich war oben und mußte das klären.

Beim Großsegel wird das komplett aufgegeit, dann hast du die Schooten und Halsen und die Bowlines schon recht ordentlich, dann wird abgefiert. So ein lockeres Segel auf dem Deck... wäre ein Desaster. Wenn da eine Böe reinfasst... Mich hat beim Anschlagen der Segel auch schon mal die "Lebendigkeit" der Segel überrascht.
Auf Deck so offen- mit all dem Zierat... glaube, ein Kapitän wurde am Stock gehen...

Die Schooten und Halsen der Untersegel werden "gelascht"; dafür sind die Öffnungen an der Reeling praktisch. Das ist schon bei länger aufgegeiten Segeln so- weil die Schooten z.B, die Wanten kreuzen. Da wollen Seeleute keine Überraschungen.

Kind greetings!

Bibi
Let go your shank painter, let go your cat stopper!
Haul up your clewgarnets, let tacks and sheets fly!

237

Freitag, 9. November 2018, 12:38

Vielen Dank!
Ich hab nicht alles verstanden, vor allem aber dies: Da habe ich mir wieder was Schwieriges ausgesucht!
Klar ist, dass ein Segel nicht so auf Deck liegen kann. Ich hätte sagen müssen, dass für das Foto die Zeisige, die das Segel (locker) an die Rah binden, noch nicht angebracht war. Meine Idee war die: das Segel ist locker aufgetucht worden, dann wurde die Rah abgesenkt, um Platz für die Vormarsstenge zu schaffen, anschließend falten die Seeleute auf Deck das Großsegel sauber an die Rah.
Ist das realistisch?
Auf der Halve Maen konnte ich die Wirkung der Geitaue und Gordings beim Einholen des Segels beobachten. Da stellt sich ein gewisser Automatismus ein, wenn die Gordings, die viel weiter nach oben an den Mast führten, beim Anziehen das Segel gewissermaßen einrollen. Vielleicht sollte ich mich eher darauf verlegen, diesem Zustand vor dem Abfieren der Großrah zu zeigen – oder eine Kombination aus beidem.





Und gleich das nächste Problem. Was muss man eigentlich (am Originalschiff) machen, um die Marsstenge am Rack der Großrah vorbei zu bekommen? Oder läuft die Stenge etwa hinter der Rah durch das Rack, das man vorher gelockert hat?

Und noch die Marsstengewanten! Landström zeigt sie locker über dem Mars hängen. Bibi vermutet, sie würden gelöst. In dem weiter oben von Daniel verlinkten Video der Göteborg kann man bei 2:39 ganz gut erkennen, dass ein Besatzungsmitglied sie auf der Mars „zusammenfaltet“. Ich habe dazu bislang kein weiteres Bildmaterial gefunden und wäre für jeden Hinweis dankbar.

Dackel Schmidt.

Falsch, liebe Spracherkennung.

Takelschmidt
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238

Samstag, 10. November 2018, 09:18

Während die Fachleute hier noch über meine verzwickten Takel-Fragen grübeln, kann ich einen weiteren Schritt in der Herstellung von Serien-Fake-Wanten präsentiert. Die Gussteile, 2 mm Jungfern mit angegossenem Tau rund um, entsprechen mittlerweile meinen Vorstellungen. Noch nicht ganz geklärt ist die Reihenfolge von Bemalung, Draking und Aufkleben der Reeps.
Sollte das aber demnächst geklärt sein, so werde ich bis zum Rest meines aktiven Lebens imstande sein, innerhalb kürzester Zeit eine geradezu bestürzende Anzahl fertiger Wanttakel herzustellen und zu montieren. (Irres Lachen.)



Jungfer Schmidt
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Beiträge: 1 030

Realname: Dirk Wörner

Wohnort: Harsewinkel

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239

Samstag, 10. November 2018, 11:50

Genial! :thumbsup: Kannst ja dann bald einen Handel mit aufmachen ;)

Master of extreme Abforming....... :respekt:

Gruß, Dirk. :ok:

240

Samstag, 10. November 2018, 17:26

Zitat

Und gleich das nächste Problem. Was muss man eigentlich (am
Originalschiff) machen, um die Marsstenge am Rack der Großrah vorbei zu
bekommen? Oder läuft die Stenge etwa hinter der Rah durch das Rack, das
man vorher gelockert hat?



Und noch die Marsstengewanten! Landström zeigt sie locker über dem Mars
hängen. Bibi vermutet, sie würden gelöst. In dem weiter oben von Daniel
verlinkten Video der Göteborg kann man bei 2:39 ganz gut erkennen, dass
ein Besatzungsmitglied sie auf der Mars „zusammenfaltet“. Ich habe dazu
bislang kein weiteres Bildmaterial gefunden und wäre für jeden Hinweis
dankbar.

Hi Schmidt! :wink:

Ich würde auf die obere Frage tatsächlich gerne antworten, und kann mir sogar vorstellen, dass ich diesbezüglich eventuell was beitragen könnte. Aber dazu muss ich sie erstmal genauer verstehen :pfeif: . kannst Du die Frage bezüglich Rack usw. nochmal etwas anders formulieren? :rot:

Zu den Marsstengewanten: Ich denke ein Anheben des Stengefusses zum Herausnehmen des Schlossholzes dürfte bei steifgesetzten Wanten nicht hinhauen, da sie das benötigte Spiel nicht hergeben dürften. Ich denke die Jungferntaljen wurden hierfür gelockert, die Wanten aber nicht komplett losgeworfen.
Schöne Grüße
Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



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