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61

Dienstag, 3. April 2018, 16:55

Spendierst du der Innenseite noch Spantverlängerungen?



Ansonsten wie immer einfach nur toll :-)

XXXDan
... keine Angst, der will doch nur spielen ...



Feinste Ätzteile für HMS Victory 1:100
http://www.dafinismus.de

62

Mittwoch, 4. April 2018, 10:40

Die Antwort lautet: Ja.



Inzwischen habe ich mich mal um den Schokohasen gekümmert, auf dem die Galionsfigur reitet. Ich habe ihn mit einer dünnen Schicht Magic Sculp überzogen und ihm ein Gefieder angelegt, auch der Schnabel wurde verlängert.



Verglichen mit der Vorgabe von Landström fehlt ihm aber immer noch eine gewisse Basis-Aggressivität. Es sieht eher aus wie ein Kampfspatz.



Ob es wohl Sinn machen würde, ihn außerhalb der Galion noch einmal ganz neu aufzubauen...?

Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

63

Mittwoch, 4. April 2018, 11:05

Ob es wohl Sinn machen würde, ihn außerhalb der Galion noch einmal ganz neu aufzubauen...?
:dafür:
Schönen Gruß, Steffen

Im Bau: Le Glorieux 1:150 von Heller
Fertig: HMS Beagle 1:96, Gorch Fock 1:253, HMS Victory 1:225, Cutty Sark 1:350
Nach dem Modell ist vor dem Modell: USS Constitution 1:96 von Revell, in Warteposition.


64

Mittwoch, 4. April 2018, 11:16

Das wird der schönste Bug eines Saint Louis Modells !

Bei aller Liebe zu Landström würde ich ihn dennoch mit Vorsicht betrachten weil er manche Details gerne mal bis ins Extreme überreizt.
Auf keiner der historischen Abbildungen ist ein Vogel dargestellt, der einem wildgewordenen Reichsadler entspricht.
Wäre es da nicht sinnvoller jemanden zu Fragen, der die Symbolik der dargestellten Figur kennt ? Daraus ließe sich wiederum die Vogelart ableiten.

Landström übertreibt auch die Dicke der seitlichen Galionswandung ... wohingegen Airfix sie etwas zu dünn darstellt.
Was aber alle historischen Abbildungen und auch Landström gemein haben ist die horizontale Unterteilung der Felder in einen geländerartigen oberen Teil und geschmückte untere Paneele. Landström hat den oberen Teil vermutlich falsch geschlossen interpretiert.
Man sieht das entsprechende Prinzip auch bei der Vasa ... ohne, daß die damaligen Künstler von dieser abmalen konnten.

Diese horizontale Unterteilung macht den Galionsbereich nochmals feiner, langgestreckter ...
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

"When all else fails ... Read the instructions" ( LINDBERG 1965 )

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( In memoriam Prof. John A. Tilley, † 20.07.2017 )

65

Mittwoch, 4. April 2018, 14:02

Betreiben wir also einmal ein wenig Schnabelkunde. Hier zunächst die Referenzschnäbel aus den den beiden alten Stichen, die höchstwahrscheinlich voneinander abgemalt sind.




Und hier Landströms erste und zweite Variante. Wobei man dazu sagen muss, dass die zweite Variante den Konstrukteuren der Modelle noch nicht zur Verfügung stand.




Die Übereinstimmungen sind eigentlich recht hoch. Allerdings setzen die verschiedenen Hersteller der Modelle verschiedene Details jeweils anders um. Die Seitenwände der Galion sind ohne Zweifel unterteilt. Nur Airfix will davon nichts wissen. Ich fürchte, beim Modell laufen die Galionswände zu spitz aufeinander zu, als dass man eine Unterteilung nachträglich realisieren könnte.
Auf den Originalen sieht der Reitvogel meines Erachtens deutlich adlermäßiger aus als bei Landströms erster Taubenvariante. Da ist Nummer zwei bei aller Martialik doch näher dran.
Ich habe den Vogel von Heller einmal probeweise aufgesetzt. Der ist um etwa das Doppelte zu groß - und außerdem eindeutig eine Gans.

Jetzt möchte ich noch klären, ob irgendein heiliger Ludwig irgendwelche Vogelreisen gemacht hat.

Schmidt
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66

Mittwoch, 4. April 2018, 14:44

Hi Schmidt,

wieder mal sehr interessant. Ich habe daher auch selber mal ein bisschen gegooglet und bin über eine Kette zu folgenden Erkenntnissen gekommen:

Ich hab erstmal auf deutsch gesucht, bin allerdings nicht sonderlich weit gekommen. Es gibt eine Stadt, die Saint Louis heißt, allerdings vom Sonnenkönig Ludwig zu Ehren des Vorgängerkönigs Ludwig, der Heilige, benannt wurde. Das aber nur am Rande.
Dann habe ich auf französisch gesucht. Da ich fälschlicherweise Greif mit Croix übersetzt hatte, bekam ich verschiedene Orden zu sehen. Eines war das hier. Das ist der "Orden vom Heiligen Geist". Die Taube gilt als Zeichen des heiligen Geistes, daher mag es vielleicht doch eher eine Taube als ein Greif/Adler sein. Weiter hat der heilige Michael wohl etwas mit dem Orden zu tun.

Das aber nur mal als Anstoß oder zusätzlicher Info, was ich gerade so gefunden habe. Weiter bin ich leider noch nicht, vielleicht hilft es ja trotzdem irgendwo.

Grüße,

Dany

67

Mittwoch, 4. April 2018, 14:55

Gut! Es macht wohl in der Tat mehr Sinn, den König Ludwig den Heiligen (bekannt für seine Frömmigkeit) auf einer Taube, statt auf einem Adler reiten zu lassen. Da habe ich womöglich zu früh interveniert, denn mittlerweile ist der Vogel schon von der Galion gehüpft. Werde ich ihn also wieder zurückvertauben müssen?
Schmidt
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Beiträge: 1 031

Realname: Dirk Wörner

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68

Mittwoch, 4. April 2018, 15:03

Zitat

Werde ich ihn also wieder zurückvertauben müssen?
Schade! :huh: Mir gefiel der Adler aber sehr gut.......

Beiträge: 978

Realname: Christian

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69

Mittwoch, 4. April 2018, 17:16

Ja da muss ich Dirk zustimmen Adler gefällt mir auch besser
mfg Christian
Der Nachbar hört AC/DC ob er will oder nicht :cracy:

70

Mittwoch, 4. April 2018, 19:29

Mir eigentlich auch. Aber der fromme Ludwig sollte, religiöser Symbolik folgend, wirklich besser auf einer Taube reiten.
Und hier der Stand der Dinge: Das Profil des Vogels ist wieder angetaubt. Er breitet seine Schwingen etwas majestätischer aus, und auf seinem Rücken reitet ein Preiser TTler, der für etwas mehr Plastizität sorgen soll, dafür aber noch zu Doktor Frankenstein in die Praxis muss.



Schmidt
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Realname: Albrecht Baier

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71

Donnerstag, 5. April 2018, 10:10

Moin moin....
kennt jemand diese DVD?



Interessant die Zeichnung unten vom Bug der St Louis. Hier sitzt ein "Knabe" auf einer Taube. Was bei einem Kind ja auch mehr Sinn macht als auf einem stylischen Adler.
Mit schlechtem französisch als Sprache und ohne Hintergrundwissen zur St Louis von 1626, bleibt mir nur die Spekulation. Aber wenn ich das so sehe geht es wohl eher in die Sagen und Mythologiewelt und um ein Kind und nicht um einen adligen Vortänzer der auf einem "Reichsadler" rumfliegt.
Wäre evtl. eine Idee in diese Richtung mal zu recherchieren.
Gruß Albrecht.
PS: Warum gibt es im deutsch sprachigem Raum so wenig Informationen zu französischen Schiffen???

72

Donnerstag, 5. April 2018, 11:36

Ich denke, daß es sehr wahrscheinlich um Ludwig den IX als erfolgreichen Herrscher geht ... nicht als Kind.
1226 bis 1270 König von Frankreich aus der Dynastie der Kapetinger. Er wird auch Ludwig der Heilige / in Frankreich Saint-Louis genannt.

Ich zitiere mal: "Der heilige Ludwig zählt zu den bedeutenden europäischen Monarchen des Mittelalters. Seine Herrschaft blieb in Frankreich als ein goldenes Zeitalter (le siècle d’or de St. Louis) in Erinnerung, in dem das Land einen ökonomischen wie auch politischen Höhepunkt erreichte"

Mehr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_IX._(Frankreich)

Frankreichs Flotte lag vier Jahrhunderte später am Boden und Richelieu startete mit dem Einkauf diverser Schiffe in Holland ein massives Flottenbauprogramm.
Zudem war der berühmte "Saint Louis" im Jahr 1226 geboren worden ... vielleicht Zufall ... aber im Zweifelsfall allemal gut für eine 400. Jahresfeier zu dessen Ehren dann eine entsprechende Schiffstaufe 1626 statt finden konnte.

Eine Friedenstaube im eigentlichen Sinne war er nicht gerade wenn man sich die Zahl seine Kreuzzüge betrachtet.

Es gibt aber eine Biographie über ihn mit dem Titel "Saint Louis, der Adler mit den Augen einer Taube"
"Saint Louis, l'Aigle aux yeux de colombe" de Louis Bériot
https://www.francetvinfo.fr/replay-radio…ot_1755373.html

Mag sein, daß Beriot den Titel aus dem französischen Sprichwort "L’aigle n’engendre pas la colombe" ==> "Der Adler züchtet die Taube nicht" abgewandelt hat ...
bzw das lateinische Sprichwort "Der kriegerische Adler produziert keine scheuen Tauben" im Kopf hatte.

Quasi, daß Saint Louis sowohl kriegerische Entscheidungen nicht scheute und dennoch auch für Frieden sorgte ... beide Eigenschaften in sich vereinte. Aber das sind nur Mutmaßungen, die aber recht gut zu einem Kriegsschiff passen.

Heiligen werden ja oft Attribute zugesprochen .. also Symbole anhand derer man sie erkennen kann. Saint Louis als Heiligem wird jedenfalls die Taube nicht zugeordnet. Was aber dennoch die Taube als Galionsfigur keinesfalls ausschließt.

Die Darstellung auf der CD/DVD-Hülle ist ja eindeutig aus dem 20./21. Jahrhundert.
Ich ziehe da an dieser Stelle die originale Graphik aus dem frühen 17. Jahrhundert vor ... hier nochmals hochauflösend

Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

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Realname: Albrecht Baier

Wohnort: Darmstadt

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73

Donnerstag, 5. April 2018, 15:10

Hallo Marcus,
klingt plausibel was du zum Thema aufführst.
Meine Idee war dahin gehend das die Figur des Vogels eher im Bereich der harmlosen Varianten zu suchen ist.
Zweitrangig ob Ludwig als Kind oder Erwachsener zu sehen ist. So oder so reitet keiner auf einem Adler oder einer Taube. :ok:

Selbst wenn ich mir den Stich aus dem 17 Jahrhundert ansehe, hat der Vogel eher Ähnlichkeit mit einer Taube, Möwe oder Nymphensittich.
Einen Adler kann ich bei der runden vollgefressenen Form nicht sehen.
Das wäre so, als wenn man Leda nicht den Schwan und Nils Holgersson nicht seine Wildgans zuschreibt.
Was spricht faktisch gegen eine Taube?
Zu meinem link mit der DVD: Klar ist die aus der Neuzeit. 1626 hatte man noch keine gescheiten Player.
Eigentlich wollte ich nur wissen ob die jemand kennt und evtl. dort mehr Informationen zum Schiff zu finden sind.
Gruß Albrecht

74

Donnerstag, 5. April 2018, 19:03

Hi Albrecht,
eben weil ich auch keinen Adler erkennen konnte hatte ich Landströms zweite Interpretation in Frage gestellt.
Auch ich sehe viel eher die Taube ... aber ich zementiere das nicht fest solange ich keine überzeugende Information habe.
Wobei für mich die historischen Graphiken klar genug sind.

Daß Galionsfiguren oft Wesen aus der Mythologie sind ist klar ... glücklicherweise oft sehr realistisch gestaltet.
Deswegen auch mein Vorschlag die Galionsfigur mit historischer Symbolik zu klären ... da geht das oft sehr schnell.
Es hatte ja schon seinen Grund warum ein so teures Schiff nicht nach Irgendwem sondern nach dem Heiligen Ludwig benannt wurde ... damals hatte die Symbolik noch höheren Stellenwert.

Daß diverse Literatur nur in der Originalsprache vorliegt ist bedauerlich ... aber auch verständlich weil eine korrekte Übersetzung oft jahrhundertealter Begriffe sehr schwierig und langwierig sein kann.
Da brauchen auch absolute Fachleute oft lange Zeit ... und manchmal finden sich in moderner Sprache einfach keine entsprechenden Worte bzw Begriffe mehr ... nicht selten weil es den Gegenstand und seine Funktion einfach seit langer Zeit nicht mehr gibt.
Manchmal einfach auch weil es bestimmte Worte nur in einer Sprache oder nur einer sprachlichen Region gegeben hat ... da kann man manchmal nur Anhand der vermuteten Funktion raten.

( Frag mal heutige Kinder was eine 5 1/4 Zoll Floppy Disc ist ... und warum sie floppy war ? An der Antwort hast Du bestimmt viel Spaß ... und das obwohl es die Dinger millionenfach gegeben hat ... und obwohl keine Jahrhunderte dazwischen liegen ! )

An dieser Stelle versagen die automatischen Übersetzungsprogramme des Internets natürlich vollkommen.
Was da am besten hilft ist sich selbst über mehrere Sprachen hinweg durchzuwühlen ... mit ein wenig Glück sind die Worte ähnlich.

Noch viel effektiver ist es die "Schwarmintelligenz" der diversen Internetforen zu bemühen.
Wenn in einem Forum ein paar hundert Fachleute, in diesem Fall Modellbauer, was ansehen ... nun, vielleicht weiß keiner die komplette Lösung und weiß nur ein Bisschen.
Aber dann ist die Wahrscheinlichkeit einfach recht hoch, daß sich die vielen Wissenpuzzleteilchen langsam zu einem Bild zusammenfügen.
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

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75

Dienstag, 1. Mai 2018, 13:43

Sieht aus, als sei hier lange nichts mehr passiert. Stimmt im Großen und Ganzen, aber ein paar vielleicht ganz interessante Kleinigkeiten kann ich doch präsentieren. So habe ich (Orchestereinsatz) nebenbei die beinahe perfekten Sprossenfenster erfunden.



Es handelt sich um ein flexibles Fliegengitter aus schwarzen Kunststoff; der Abstand zwischen den „Sprossen“ beträgt ziemlich genau 1 mm, also 15 cm im Original. Ich habe ein Stück vom Fliegengitter auf einen Holzrahmen genagelt bzw. geklebt, zuerst grundiert und dann mit Goldfarbe gestrichen, anschließend von hinten mit Kristal Klear betupft. Von hinten, damit das Material die Sprossen nicht umschließt, sondern sich nur in die Zwischenräume legt.
Leider ist das fertige Produkt noch immer recht flexibel. Ich erwäge, es mit Klarlack auf durchsichtigen Kunststoff zu kleben, um es zu stabilisieren. Davon später mehr.

Schmidt
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76

Montag, 11. Juni 2018, 20:38

No ship is left behind.
Der heilige Ludwig (besser: Ludwig der Heilige) trocknet jetzt seit mehreren Wochen vor sich hin. Ich betrachte das noch nicht als Unterbrechung der Bautätigkeit, denn, wie ich nicht müde werde zu betonen, ist jeder Tag, der zwischen der Bemalung und den Öldraken vergeht, ein guter Tag.
Unten drei Bilder, die den Istzustand zeigen. Das Galion ist bis auf den König selbst fertig, den ich gesondert bauen und später auf die Taube (?) setzen möchte. Auch die Fenster müssen noch bis nach der Ölbehandlung warten.







Schmidt
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77

Dienstag, 12. Juni 2018, 18:19

Hi Schmidt..... :wink:

Das sieht ja alles wieder richtig gut aus.... :thumbsup: Gespannt bin ich auf das "Fliegengitter", wenn es ans Modell kommt..... wie das passt bzw. aussieht. Ist das eigentlich "ganz normales" Fliegengitter? Ich habe auch so´n Fliegengitter (für Fenster) liegen fand das aber noch zu grob.

Gruß´, Dirk. :ok:

Beiträge: 410

Realname: Holger

Wohnort: bei Limburg / Lahn

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78

Mittwoch, 13. Juni 2018, 17:20

Hallo zusammen,

nach längerer Pause mal wieder eine Regung meinerseits. Erst mal Gratulation zum Modell, wird ein Augenschmaus, wie nicht anders erwartet.

Die Galionsfigur stellt Zeus bzw. Jupiter dar. Krone, Adler, Blitzbündel, alles an Attributen ist da.
Jupiter/Zeus läuft einem bei der Deko von Schiffen häufig über den Weg. Auch Chapman macht in seiner Architectura gerne Gebrauch.
:wink:
Holger
_______________________________________________________
Im Bau: holländische Fregatte "Wapen van Edam" 1644 in 1/160
geplant: englisches Linienschiff "Royal Katherine" 1664 in 1/160

79

Samstag, 16. Juni 2018, 08:01

Moin zusammen,
hier ist mir ja ein wahres Feuerwerk entgangen; und das, obwohl ich fast jeden Tag nachsehe was sich an den verschiedenen Baustellen so tut!
Ich schließe mich dem allgemeinen Lob für Schmidt's Bau- und Malkünste vorbehaltlos an. Ebenso begeistert bin ich von Showrodder's Ausführungen zu den Bausätzen, ganz große Klasse!
Vielen dank, Abo Knopf gedrückt, auf dass ich hier nichts verpasse. :thumbsup:

Grüße, Marcus

80

Sonntag, 17. Juni 2018, 16:43

Danke.
Wenn ich bei der nächsten Begutachtung nicht noch Partien finde, die einer Nachbehandlung bedürfen, sollte es in den nächsten Tagen zum Ölraking kommen; und dann werden sich hoffentlich alle hochgesteckten Erwartungen erfüllen.
Hoffentlich! ;)
Schmidt
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81

Sonntag, 17. Juni 2018, 18:57

Sieht vielversprechend aus,
Bin echt gespannt, wie es nach dem Öldraken wird.

82

Samstag, 30. Juni 2018, 15:43

Vor genau drei Monaten habe ich hier erstmals den vollständig bemalten Ludwig gezeigt. Danach wurde zwar noch das Galion überarbeitet, aber im Großen und Ganzen hatte die Farbe auf den Modell genau diese drei Monate Zeit zum Trocknen. Ich will nun nicht so weit gehen zu sagen, drei Monate seien das Minimum der Zeitspanne zwischen Bemalung und Öldraken; aber ich bleibe bei meinem Motto: Jeder Tag mehr ist ein guter Tag. Durch den intensiven Abrieb der Ölfarbe wird der Untergrund schon ziemlich strapaziert. Je stärker die Farbe durchgetrocknet ist, desto besser hält sie das aus.
Heute nun war es soweit. Hier zunächst das aus Wattepads und Q-Tipps gebildete Schlachtfeld, das nach so einer Arbeit zurückbleibt.



Ich bin wieder wie üblich vorgegangen und habe das Modell in drei Abschnitten ge- und entölt, Heck, Backbord, Steuerbord. Hier das Resultat:









(Der Farbton hat im Original etwas weniger Rotanteile.)

Kleine Anmerkung: durch die heftige Inanspruchnahme während des Vorgangs ist mir meine innere Spantenkonstruktion, die auch zur Aufnahme des Mastes dient, aus dem Modell gebrochen. Ich lerne daraus, solche Verstärkungen in Zukunft noch wesentlich haltbarer einzukleben!
Schmidt
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83

Sonntag, 1. Juli 2018, 08:54

(Der Farbton hat im Original etwas weniger Rotanteile.)


Da habe ich das Gegenteil von dem geschrieben, was ich meinte. Tatsächlich hat der Farbton des (im Original) nicht gestrichenen Rumpfes mehr Rotanteile. Die beiden Fotos unten sind kein Vorher/Nachher, sondern in der selben Minute bei verschiedenem Licht aufgenommen. So viel über die Aussagekraft von Fotos!





Über dem Öldraking mit Vandyckbraun liegt noch eines mit Lasurrotbraun. Vorbild war für mich die Batavia in Lelystadt, im frisch geteerten Zustand.
(Bei der Gelegenheit: Anhand verschiedener Fotos der Batavia im Netz kann man besonders gut ermessen, wie so ein Schiffsrumpf sich abhängig von Alter und Erhaltungszustand farblich verändert hat.)

Schmidt
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84

Dienstag, 3. Juli 2018, 11:06

Es ist wirklich sehr schade, aber ich kriegs einfach nicht hin, das Modell im jetzigen Zustand so zu fotografieren, dass die Fotos genug Ähnlichkeit mit dem Original haben, um Details der Farbgestaltung präsentieren zu können. Als (vorerst) letzten Schritt habe ich die Holzpartien des Rumpfes noch einmal mit stark verdünntem Vandyckbraun überstrichen, eine Lasur, bei der ich eine gewisse Unregelmäßigkeit in Kauf genommen, ja beabsichtigt hab, die sich beim Abwischen der Ölfarbe eher nicht ergibt. Aber ich kann das so lange fotografieren, wie ich will, man sieht es auf den Fotos so gut wie nicht, insbesondere weil die Lasur glänzend auftrocknet und starke Reflexionen produziert. Deshalb wandert das Modell jetzt erst einmal für ich weiß nicht wie lange in die Trockenkammer bis zum nächsten Bearbeitungsschritt.







Noch ein Wort zu den Ölfarben (Motto: lebenslänglich lernen): Wenn der Untergrund ausreichend präpariert ist, kann man auch mit SEHR stark verdünnten Ölfarben erstaunlich deutliche Resultate erzielen, ohne dass dicke Farbschichten die Oberfläche zukleinstern. Die Deckkraft der Farben ist selbst bei hoher Verdünnung groß.

Schmidt
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85

Dienstag, 3. Juli 2018, 12:12

Hi Schmidt,


sieht toll aus, soweit.

Die Sache mit der Farbwidergabe von Bildern lässt sich endlos
weiterbetreiben.
Das Model wirkt bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen anders. Also wäre ein Normlicht zur Beurteilung nötig. Dann wird das Model fotografiert, auch hier muss einheitlich vorgegangen werden.
Jetzt wird's aber richtig kitzlig...wenn du uns hier die Bilder hier präsentierst: Jedes Ausgabegerät Bildschirm, Handy ist anders kalibriert. Die Betrachter nehmen Farben auch individuell war, was eine verbindliche Farbdarstellung nicht vereinfacht.
Selbst wenn es dir gelingt Fotos zu schießen die an deinem heimischen Bildschirm dem Model entsprechen ist nicht sicher welcher Farbeindruck bei uns entsteht.

Sorry, hab mich jetzt ein wenig hinreißen lassen, ich kenn die Thematik aus dem Beruf.

Grüße, Marcus

86

Dienstag, 3. Juli 2018, 18:30

Sehe ich genauso ... im Grunde kannst Du mit hohem technischen Aufwand (mit Kalbrierungsspinne und noch vielem mehr) doch nur dein System vor Ort kalibrieren.
Müßtest selbst das regelmäßig wiederholen weil die Komponenten, wie zum Beispiel der Bildschirm, altern.

Hier draußen, bei uns Betrachtern, hast Du tausend verschiedene Rechner mit zig verschiedenen Graphikkarten an denen hunderte verschiedene Bildschirme hängen, die vermutlich alle auf die ganz eigenen Sehgewohnheiten, wie Helligkeiten, Kontrast, eher warm oder auch kühl mit nem Blaustich uvm, eingerichtet sind ... einmal vom System her oder auch im Monitormenü selber ... nach allgemeinen Bildschirmtypen oder speziell ... ganz selten mal mit einer eigenen Kalibrierung ... aber auch diese gibt nur sehr subjektive Empfindungsgrade wieder.

Vermutlich gibt es tausend verschiedene Einstellungen in genauso vielen Systemen ... und dennoch ... keiner von uns sieht es genauso wie Du.

Dazu die von Marcus angesprochenen unterschiedlichen Lichtverhältnisse, verschiedene Tageslichtarten ja nach Tageszeit und Wetter etc, genauso wie verschiedenste Arten von Kunstlicht, die obendrein durch verschiedene Einstellmöglichkeiten in der Automatik der Kamera zusätzlich noch weitere Variablen darstellen.

Meiner Meinung sind die einzigen zuverlässigen Komponenten und damit auch Konstanten in Deinem System Deine eigenen Augen.
Wenn Dein eigener Eindruck der Farbe am Modell, und zwar nur am Modell, für Dich stimmt dann ist es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch richtig so ... und nur Du kannst diesen Eindruck dementsprechend mit Farbauftrag auf dem Originalmodell wirklich kontrollieren ...
im Gegensatz zu all den elektronischen Helferlein die uns all das nur versprechen aber nicht mal über die Netzsteckdose hinaus wirksam sind.
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

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87

Dienstag, 3. Juli 2018, 19:38

Ein toller Blick in Deine verschiedenen Werftbereiche ... da wartet ja so einiges auf Weiterbearbeitung.

Ich finde die Farbgebung des Rumpfes schon sehr schön ...
die blaugrünen Bereiche hattest Du schon mal auf einem anderen Modell mit einem stärkeren Blaugrün-Stich gehabt ... kam dadurch etwas frischer rüber ... jetzt erscheint es sehr dunkel.
Aber auch das kann an Licht, Kamera und Monitor liegen .

Wenn es aber Absicht war ... warum hast Du es geändert ?

Was ich ausgesprochen wichtig finde ist Deine Information, daß auch schon kleine Mengen der Ölfarbe einen starken Effekt haben.
Das deckt sich mit meiner Erfahrung, daß ich die Ölfarbe teils nur mit einem Tuch aufgetragen habe, ein wenig ähnlich dem Auftragen von Schuhcreme, und bereits das eine schöne Tönung ergab. Klar, daß genug Farbe in den Vertiefungen und Ecken stehen bleiben sollte um den Eindruck der Tiefe zu verstärken.

Vielleicht kann man sich ja das dicke vollflächige Auftragen, längere Trockenzeit mit dann mühseligem Abwischen weitgehend verkürzen.
Die abgewischte überzählige Ölfarbe ist offensichtlich unwirksam ... wie sollte sie auch nachdem sie ja nur sich selbst aber nicht den Basislack berührt.
Sehr wIchtig scheint mir Dein Hinweis auf ein gutes Trocknen des Basislacks damit dieser die Ölfarbe besser aufnehmen kann.
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

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88

Freitag, 6. Juli 2018, 19:05

Ich glaube, über das Öldraken (also alle Zweitbehandlungen des Rumpfes mit Ölfarben) ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Das dickflächige Auftragen von Ölfarbe mit anschließendem Wegwischen hat meines Erachtens den unschätzbaren Vorteil, dass bei dem Versuch, Alles wieder wegzuwischen, sich quasi automatisch der Grundfarbton gleichmäßig verändert, die verschiedenen Farbflächen sich im Ton einander annähern und ebenso automatisch Tiefe und Schatten entstehen. Ich hatte früher schon damit experimentiert, auf die Grundfarbe verdünnte Ölfarbe aufzutragen. Ich habe dabei die entsprechenden Teile möglichst waagerecht gelegt und die Ölfarbe sich selbstständig verlaufen lassen. Heikel, aber machbar. Viel schwieriger ist es, die verdünnte Ölfarbe mit dem Pinsel zu dirigieren. Da die Pinselstriche immer identisch sein müssen mit der, Achtung Kalauer: Mal/serung wird man sich unversehens mit einer höchst komplizierten Arbeit konfrontiert sehen.
Um es auf das vorliegende Modell anzuwenden: ich halte es für schier unmöglich, um die Lilien auf der Vertuining herum zu „malen“, während beim Abwischen die Farbe automatisch rundherum in den Kanten hängenbleibt. Dagegen ist es möglich (wie ich es auch praktiziert habe), auf den großen, gut strukturierten und „hindernisfreien“ Bereichen der Geschützdecks abschließend eine verdünnte Schicht aufzubringen. Natürlich mit einem flachen Pinsel.
Die Fotos unten zeigen auch (da die Ölfarbe ein wenig abgetrocknet ist) ein bisschen von den Ergebnissen dieser Arbeit, sollen aber hauptsächlich eine probeweise eingebaute Lafettenattrappe mit Halbrohr zeigen.





Die Vertuining wollte ich, der ich immer noch nicht an viele Quadratmeter leuchtenden Blaus im frühen siebzehnten Jahrhundert glauben mag, tatsächlich eher dunkel. Ich glaube aber, auch hier produziert die digitale Übertragung in der Hauptsache Abweichungen vom Original.

Schmidt
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89

Montag, 9. Juli 2018, 09:03

Kleinigkeiten
Bei genauer Beschäftigung mit den Airfix-Bausätzen habe ich mehrmals den Eindruck gewonnen, sie seien nicht zu Ende konstruiert. Bei der Royal Sovereign fehlen zum Beispiel alle Ornamente oberhalb des Heckspiegels, was dem Modell in diesem Bereich ein vollkommen vorbildwidriges Aussehen gibt. Auch beim Ludwig gibt es ein paar Stellen, wo meines Erachtens einfach etwas fehlt. Das gilt für den rumpfnächsten Horizontalbalken an der Galion und für den gebogenen Abschlussbalken unterhalb der Seitengalerie. Ich habe von anderen Modellen etwa gleich große Ornamente abgegossen und angepasst. Auf den Fotos erkennt man sie am noch ungedrakten Gold.





Ein sehr dominierendes, aber auch eher schlicht ausgeführtes Teil ist die Lampe, die nach älterer Tradition ganz hinten auf dem Deck steht, statt wie später vor dem Heckspiegel zu hängen. Ich habe sie in einigermaßen mühsamer Arbeit aufgefeilt, jedenfalls bis auf die oberen Bereiche, für die mir das passende Werkzeug fehlte.





Hier ein erster Anstrich. Wenn die Farbe trocken ist, wird die Lampe zuerst gedrakt und dann mit Flüssigglasfensterchen versehen.



Schmidt
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90

Montag, 9. Juli 2018, 09:24

Auch ohne Scheiben jetzt schon toll!

Was für ein Glück, dass sie sich aus 2 Hälften zusammensetzt und innen hohl war.
:ahoi: Eisbergfreie Modellbauzeit wünscht Ray

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