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Maßstab 1:72 Henschel Hs 123 A

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Freitag, 15. September 2017, 18:23

Henschel Hs 123 A



Hallo liebe Mitbastler,

so, ich habe wieder ein kleines Fliegerchen fertiggestellt. Und es es wieder kein Modell, dessen Vorbild in Massen hergestellt wurde:

Es handelt such um eine „Ha-es-eins-zwo-drei“ von Henschel.



Das Original

Die Henschel Hs 123 wird oft als letzter Doppeldecker der Luftwaffe bezeichnet, genau genommen war sie aber ein Anderthalbdecker. Die Entwicklung geht auf eine Ausschreibung des RLM aus dem Jahr 1934 zurück, welche die Entwicklung von Sturzkampfflugzeugen in einem Zweistufenprozess voranbringen wollte. Konkurrenten der ersten Stufe für ein leichtes, einsitziges Sturzkampfflugzeug waren neben der Hs 123 die Fieseler Fi 98, später stieß die Ha 137 vom Hamburger Flugzeugbau noch hinzu. Letztlich gewann der Entwurf von Henschels Friedrich Nicolaus die erste Ausschreibung, die berühmte Ju 87 die zweite, bei der es um ein schweres, zweisitziges Sturzkampfflugzeug ging. Die Piloten lobten die außerordentliche Robustheit der Hs 123 auch bei rohester Behandlung (es hieß, "Wir fuhren mit einem LKW mit 50 km/h über eine Wiese. Gab es dabei keinen größeren Schlag, war das unser neuer Platz.", (*)), ausgesprochene Zuverlässigkeit durch Verzicht auf hydraulische oder elektrische Betätigungen, hohe Wendigkeit und Beschussunempfindlichkeit sowie beste Flugeigenschaften. Dies führte beispielsweise dazu, dass das Heer 1942 noch einmal eine Serienneuauflage forderte, was aber nicht mehr durchführbar war, da die notwendigen Bauvorrichtungen bereits verschrottet waren. Zwar mutet das Doppeldeckerkonzept mit feststehendem Fahrwerk für ein Modell aus der Mitte der 1930er Jahre sehr konservativ an, aber Henschel entwickelte Verfahren zum Pressen von Metallgroßteilen in einem Zug und wendete sie im Flugzeugbau an, was zu dieser Zeit sehr innovativ und Grundlage für den Werbespruch „Henschel presst Flugzeuge“ war. Insgesamt sind nur höchstens 285 Exemplare gebaut worden, keines überlebte den Krieg. Wer mehr lesen will, dem sei Wikipedia, der zweiteilige „Klassiker der Luftfahrt“-Artikel in den Heften 04 und 05/2011 („Henschel Hs 123 – Der letzte Kampfdoppeldecker der Luftwaffe“ von Karlheinz Kens), „Flugzeug Classic“ 10/2017 („Beginn einer Ära – Erdkampfflugzeuge und ihre Einheiten“ von Peter Cronauer, von hier ist auch (*)) oder „Flugzeug Classic Spezial 3“ („Henschel Hs 123 – Sturzkampfbomber der ersten Stunde“) empfohlen.

Das Modell

Als Bausatz habe ich die „Henschel Hs 123 B“ von Fly gewählt, nach meinen Recherchen der beste Bausatz in meinem bevorzugten Maßstab 1/72. Ursprünglich sollte es eine späte Version werden, ich habe mich dann allerdings umentschieden, da ich die frühe Splittertarnung reizvoller fand. Das Tarnschema ist übrigens sehr schön im o.g. Artikel der „Flugzeug Classic Spezial 3“ zu entnehmen. Die Umrisse habe ich per selbstgedengeltem Pausrahmen auf Malerkrepp übertragen, stundenlang ausgeschnitten und dann nacheinander aufgeklebt. Zunächst habe ich den Bauch in Hellblau (RLM 76) lackiert, abgeklebt, dann alle Oberseiten in Hellgrau (RLM 63), dann die grau bleibenden Flecken dem ersten Teil Malerkreppschnipseln abgeklebt, Grün (RLM 62) lackiert, die grün bleibenden Flecken mit dem zweiten Malerkreppschnipseln abgeklebt und zum Schluss eine Lage Braun (RLM 61) darüber gegeben.

Vorteilhaft war hinsichtlich meines Umentscheidens auch, dass die Teile für die frühe und späte Version im Kit enthalten sind (stoffbespannte vs. metallbeplankte Ruderflächen) sowie Rumpfhälften ohne und mit Buckel. Der Bausatz umfasst Spritzguss-, Resin- und Messingätzteile und ist insgesamt ganz gut zu verarbeiten.



Auch dieses Modell habe ich wieder mit Motor und SuperCap ausgerüstet. Der Bau verlief recht unkompliziert, die Gravuren sind sauber und ohne Versatz (z.B. an den Rumpfhälften) ausgeführt. Pech hatte ich mit den 123-typischen „Steigbügeln“, die aus Resin gefertigt sind und bei meinem Bausatz leider völlig zerbröselt waren, so dass ich scratchen musste: Öse aus Kupferdraht, mit CA an Stiele aus Plastiksheet geklebt:



Eine kleine Herausforderung war die Montage des Oberflügels, obwohl ich erst dachte, ach, wird kein großes Problem werden, die Flügel sind ja unverspannt und ruhen abgestützt auf zwei I-Stielen. Also habe ich die I-Stiele unter den Oberflügel geklebt und wollte das Ganze auf den Unterflügel setzen. Der Plan war gut, aber die beiden N-Stiele zur Rumpfabstützung passten nicht. Also habe ich mir eine Helling gebastelt



und aus den N-Stielen V-Stiele gemacht, verklebt und die nun fehlenden Teilstreben durch Plastiksheet ersetzt. Passende Decals für die „52+B12“ hatte ich nicht, daher habe ich mir einigermaßen passende Zahlen- und Buchstabendecals besorgt und mit einem Balkendecal aus dem Bausatz ergänzt. Leider fiel mir erst nach dem Trocknen auf, dass das Balkendecal nicht so richtig passt, also zu groß war. Versiegelt war noch nix, daher konnte ich das Decal mit Decal-Soft einweichen (passendes Stück Zellstoff drauf, damit die Suppe nicht gleich wieder herunterläuft):



Danach das Decal mit Klebeband vorsichtig abziehen:



Ging ganz gut – aber nicht zu lange einwirken lassen, der von mir verwendete Revell-Aqua-Color-Lack wird von Decal-Soft angegriffen. Nicht, dass beim Abziehen der Lack mit abgeht! Dann habe ich Glanzlack drüber gesprüht, ein paar Lackabplatzer sowie ein leichtes Ölwashing aufgebracht und schließlich seidenmatt versiegelt. Ach ja, MG- und Auspuffrohre sind Spritzenkanülen, das Pitotrohr ein Stück 0,3mm-Edelstahldraht, die Verkleidung des Spornrades ist aus UV-Bond-Kleber modelliert und der Antennenmast auf dem Oberflügel ist ein Stück 0,5mm-Messingdraht, den ich nach hinten mit etwas Plastiksheet aufgefüttert und profiliert habe. Die Flagge am Seitenleitwerk und die Herstellersiegel am Propeller sind selbst gedruckte Decals. Ein Pilot musste natürlich auch noch sein. Das war's.

Zu guter Letzt noch ein paar Fotos. Viel Spaß beim Ansehen!














Hs 123 im Vordergrund, hinten Udet mit seiner Curtiss Hawk II











Liebe Grüße von nochsonBastler.

"Das erinnert mich an den Mann, der sich splitternackt auszog und in einen Kaktus sprang."
"Warum hat er das getan?"
"Er hielt das damals für eine blendende Idee!"

("Die glorreichen Sieben", Mirisch/Alpha, 1960)

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Realname: Flo

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Mittwoch, 20. September 2017, 17:07

Hallo Dirk :wink:

da ist Dir eine echt tolle Maschinen gelungen :five:

Viele Grüße
Flo
„als wenn ein Engel schiebt“ (A. Galland über den ersten einsatzfähigen Düsenjäger der Welt)

Keep calm and support the Lions!

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