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Sonntag, 9. Juli 2017, 11:02

Statisch tauchendes Revell U-Boot VIIC U-552 mit Fernsteuerung und ein paar Extras in 1/72


Kleines Video zum Anfüttern. Das Video bietet leider nur Untertitel, den Ton im Original müsst Ihr Euch dazudenken...

Liebe Bastelkollegen, Hobbykapitäne und sonstige Seebären,

dies ist mein erster Beitrag auf den Schiffsseiten dieses Forums, ansonsten treibe ich mich eher auf den Flugzeug- und Raumfahrtseiten herum. Aber wie es dann so ist, manchmal möchte man mal wo anders "wildern". Und U-Boote haben mich schon als Kind fasziniert – spätestens seit dem bekannten Film „Das Boot“ war klar, dass ich mal eins bauen werde.



Vor einigen Jahren habe ich mir den VIIC-Bausatz in 1/72 von Revell (05015) zugelegt. Teuer in der Bucht erstanden, nicht ahnend, dass Revell ein paar Monate später eine Wiederauflage gestartet hat. Was soll's.



Einfach nur zusammenbauen ist bei mir nicht, und so habe ich auch bei diesem Projekt einiges hinzugefügt, was so nicht in der Bauanleitung stand. Dafür habe ich aber auch fast ein ganzes Jahr gebraucht. Hier ein kurzer Überblick der Besonderheiten:
  • mein erstes Modell überhaupt, bei dem ich Preshading und Alterung vorgenommen habe (letzteres vielleicht etwas zu stark, besonders der Rost, aber die Boote wurden ja auch real ziemlich auf Verschleiß gefahren)
  • sämtliche Flutschlitze (auch Deck) freigefräst, Spanten beim langen Flutschlitz unter dem Turm ergänzt
  • 6-Kanal-Fernsteuerung, 40MHz (fangt mit 2,4GHz erst gar nicht an, Stichwort Skin-Effekt!)
  • Ausbausatz von Norbert Brüggen, insbesondere:
  • Druckkörper aus PVC-Rohren
  • achtere vertikale Teilung von Druckkörper und Hülle zur Wartung, Abdichtung mit O-Ringen, Verschluss mit Bajonettsystem
  • statische Tauchfähigkeit mittels Schlauchpumpe und Luftballon als Tauchzelle
  • Motor inkl. Wellendurchführung aus Druckkörper
  • Getriebe im Freiflutraum zum Antrieb der beiden Schrauben
  • gelenkte parallelgeführte Ruder
  • angelenktes hinteres Tiefenruder mit elektronischem Aufbäumdämpfer ("Lageregler LR 2")
  • Technikgerüste für Akkus, Elektronik, Tauchpumpe und Ballastballon vorn und achtern für 2 Ruderservos (links/rechts und Tiefenruder)
  • Stromversorgung: 12x AA-NiMH-Akkus (Nennspannung 14,4V)
Nicht nach Ausbausatz gebaut bzw. darüber hinaus hinzugefügt habe ich:
  • Ein-/Ausschalter mit Hallsensor – Magnet außen am Rumpf halten: Piepton, Elektrik an, Magnet ein zweites Mal dranhalten: Piepton, Elektrik aus (µC-basiert)
  • Sicherheitsschalter, damit „Tauchzelle“ (=Luftballon) nicht überfüllt werden kann (Öffner-Taster, gebrückt mit einer Schottky-Diode, damit auch eine "volle Blase" geleert werden kann)
  • Soundmodul: mittels Fernbedienung 1 aus 4 Sounds auswähl- und mittels separatem Funkkommando abspielbar (µC-basiert, steuert MP3-Modul über 4er Optokoppler)
  • Sounds: „Ping Ping Ping...“, „Alarm!...Ich mach, dass Euch das Wasser im A... kocht! Hopp! Hopp! Hopp!“, „It's a long way to Tipperary...“ und Dieselgeräusch
  • Unterwasserlautsprecher selbst gebaut (Kleinstlautsprecher in Silikon vergossen) und im achteren Freiflutraum platziert
  • Decksplanken am Vor- und Achterschiff abnehmbar, mittels Minimagnete (2x2x2mm³) und Stücken alter Rasierklingen gehalten
  • Messingschrauben, links- und rechtsdrehend
  • Fahrradventil im Druckkörper für Lecktest (Boot ins Wasser setzen, mit Luftpumpe ein wenig Druck draufgeben und schauen, wo's blubbert => dort abdichten)
Hier noch ein paar Fotos:


Bugsektion


Hecksektion


Elektronikgerüst








Notausschalter, vom Tauchtank ("Schwimmblase") betätigt

Und nun noch ein paar Details vom U-Boot selber:













Naja, ich komme ja, wie eingangs gesagt, eher aus der Fliegerecke. Und da konnte ich nicht widerstehen - hab dem Boot eine kleine "Bachstelze" spendiert, die mir bei meinem Urlaub in Prag quasi nachgelaufen ist. Ich weiß, die VIICer waren nicht mit diesem Rotordrachen ausgerüstet. Aber wer weiß, vielleicht gab es ja geheime Testfahrten? Jedenfalls ist dieses kleine Zubehör "rückstandslos demontierbar", ganz wie das Original! Weitere Fotos meiner Fa 330 findet Ihr hier.







Falls Ihr noch etwas (genauer) wissen wollt oder ich etwas nicht richtig erklärt habe, meldet Euch!

Ansonsten habe ich noch einen Tipp, wie man SMD-µCs mit einem DIL-Brenner



programmieren kann. Darf ich vorstellen, das „Spinnchen“:

Liebe Grüße von nochsonBastler.

"Das erinnert mich an den Mann, der sich splitternackt auszog und in einen Kaktus sprang."
"Warum hat er das getan?"
"Er hielt das damals für eine blendende Idee!"

("Die glorreichen Sieben", Mirisch/Alpha, 1960)

2

Sonntag, 9. Juli 2017, 15:45

Moin Dirk...
Ich habe keine Ahnung von U-Booten und erst recht nicht von den ganzen RC Einbauten, aaaaber das Video is echt geil geworden , hab es mir gleich 2 mal angesehen. Echt krass ein Revell U-Boot zum tauchen zu bringen :ok:
Das U-Boot selber finde ich absolut klasse gebaut.
Schöne Grüße Alex :wink:

3

Sonntag, 9. Juli 2017, 16:00

....AUSGEZEICHNET! :ok:

...bedarf es weiterer Worte???

Mit freundlichen Grüßen Thomas B

4

Montag, 10. Juli 2017, 09:08

Das viertletzte Bild ist ja wohl eine Originalaufnahme ;) :ok:
:ahoi: Eisbergfreie Modellbauzeit wünscht Ray

5

Dienstag, 11. Juli 2017, 11:09

Was meinst du mit Skin-Effekt bei 2.4 Ghz? Gibts da spezielle Probleme bei Schiffs-Modellen?
In der Fliegerszene ist 2.4 Ghz längst etabliert. 8|

6

Dienstag, 11. Juli 2017, 11:26

Wat für ne geile Tauchröhre! :respekt:
Gruß, Olaf

Im Bau Zerstörer Mölders 1:100 scratch
Fertig: Hachette U96 1:48, Academy Graf Spee 1:350, VIIc 1:350

7

Dienstag, 11. Juli 2017, 18:24

Hallo Jungs,

danke für Eure netten Kommentare! :prost:

Das viertletzte Bild ist ja wohl eine Originalaufnahme ;) :ok:
Verdammt, Ray hat's erkannt! ;)

Was meinst du mit Skin-Effekt bei 2.4 Ghz? Gibts da spezielle Probleme bei Schiffs-Modellen?

In der Fliegerszene ist 2.4 Ghz längst etabliert. 8|

Der Skin-Effekt beschreibt folgendes Phänomen:
Fließt ein Gleichstrom durch einen Leiter, ist der gesamte Querschnitt des Leiters am Stromfluss beteiligt. Handelt es sich jedoch um einen Wechselstrom, ist der innere Teil des Leiters weniger beteiligt. Je höher die Frequenz, desto stärker findet die Stromleitung nur noch am der Oberfläche (Skin=Haut) statt. Wenn man so will, wird der Stromfluss innen im Leiter gedämpft.

Was hat das mit RC zu tun?
Wasser ist kein guter Leiter, aber für die paar Milliwatt einer RC-Anlage schon beachtlich. Wie oben beschrieben dämpft das Wasser "innen" (also speziell unter Wasser) die Funkwellen, und zwar bei 40 MHz weniger stark als bei 2,4 GHz. Und das sogar sehr effektiv: zwar ist das Frequenzverhältnis nur 1 zu 60, die erwartbare Reichweite geht aber mit umgekehrten (reziproken) Verhältnis und den Quadraten der Frequenzen in die Rechnung ein - also 3600 zu 1! Wenn ich also bei 40 MHz eine Reichweite von 10 m erreiche, wären es bei 2,4 GHz unter sonst gleichen Bedingungen eben nur 10 m / 3600 = 2,8 mm! Zum Tauchen definitiv zu wenig! Jedenfalls für ein fast 1 m langes Boot. Und was noch hinzukommt - diese Länge ist eben nicht nur die vertikale Tauchtiefe, sondern das ist die gesamte Entfernung Sender - Empfänger, jedenfalls der Teil, der unter Wasser (also "im Leiter") ist.

Warum hat sich dann aber das 2,4 GHz-Konzept allgemein durchgesetzt?
Weil bei den meisten Anwendungen die Funkwellen nicht durch Wasser (oder andere leitfähige Medien) müssen und Luft so schlecht leitet, dass der Skin-Effekt quasi keine Rolle spielt. Neben den ganzen Abdichtungsproblemnen hat der gemeine U-Boot-Bauer also auch das Problem, dass er eine alte MHz-RC-Anlage auftreiben muss. Und dazu noch einen Empfänger, der eine Fail-Safe-Möglichkeit hat, damit beim Tauchen und einem zufälligen Funkverbindungsverlust nicht gleich ein Modellverlust hinzukommt: Ich habe das so programmiert, dass in diesem Falle der Tauchtank geleert wird und das U-Boot auftaucht. So habe ich im Falle eines Falles zumindest noch eine gewisse Chance, es wiederzufinden... Zum Glück aber noch nie gebraucht! ;)
Liebe Grüße von nochsonBastler.

"Das erinnert mich an den Mann, der sich splitternackt auszog und in einen Kaktus sprang."
"Warum hat er das getan?"
"Er hielt das damals für eine blendende Idee!"

("Die glorreichen Sieben", Mirisch/Alpha, 1960)

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