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  • »rmo« ist der Autor dieses Themas

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1

Freitag, 2. Juni 2017, 18:04

Rechts- und Links- gedrehtes Takelgarn.

Moin

wofür brauche ich Rechts- und Links- gedrehtes Takelgarn.
das habe ich von "Fachleuten" als Antwort bekommen.

"Links geschlagenes Tauwerk nimmt man, wenn konstruktionsbedingt eine Talje links herum geschoren werden muss"


Kann mir das einer übersetzen? Talje ist ein Flaschenzug und schlagen bedeutet Taue durch die Blöcke stecken / schlagen.
Das sagt mir Frau Google

Und das Wiki
https://de.wikipedia.org/wiki/Schlagrichtung
Meine Frage ist WARUM und wofür brauche ich rechts / links geschlagenes Tauwerk.
MfG
Rainer

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2

Freitag, 30. Juni 2017, 06:51

Rechtsgeschlagenes Tauwerk ist der Standard, in der Regel sind nur die ganz dicken Taue wie untere Wanten, untere Stage und das Ankerkabel linksgeschlagen. Dies daher, dass dort einfach 3 bis 4 normale rechtsgeschlagene Taue nochmals mit dem obkligatorischen Richtungswechsel zu einem Dicken Kabel zusammengeschlagen wurden.

Mehr zu Tauen hier:
http://www.segelschiffsmodellbau.com/f80…gstabellen.html

XXXDAn
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3

Freitag, 30. Juni 2017, 08:48

Danke Dafi,

das wußte ich so auch noch nicht!
:ahoi: Eisbergfreie Modellbauzeit wünscht Ray

  • »rmo« ist der Autor dieses Themas

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4

Freitag, 30. Juni 2017, 11:42

Moin,

Das es Links gedrehtes Tauwerk und für uns Modellbauer Links gedrehtes Takelgarn gibt weiß ich.
Meine Frage ist aber warum und wofür wird es genau eingesetzt.
Selbst ein Segelverein und das Segelschulschiff Großherzogin Elisabeth konnte mir die Frage nicht beantworten.

Irgendwo in irgendeinem Forum habe ich einmal gelesen als es um die Takelage ging. "Da musst du aber Links gedrehtes Takelgarn nehmen."
Darum meine Frage WARUM
MfG
Rainer

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5

Freitag, 30. Juni 2017, 11:50

Zitat

Dies daher, dass dort einfach 3 bis 4 normale rechtsgeschlagene Taue nochmals mit dem obkligatorischen Richtungswechsel zu einem Dicken Kabel zusammengeschlagen wurden.

wenn Du 3 bis 4 Stück rechtsgeschlagene normale Taue zu einem neuen dicken Tau machen willst, musst Du zwangsweise einen Richtungswechsel vornehmen. Das neue dicke Tau ist dann links geschlagen.

Damit Du dass im Modellbau nicht selber machen musst, gibt es serienmäßig linksgeschlagenes Garn zu kaufen. Darum.

So habe ich es zumindest verstanden.
:ahoi: Eisbergfreie Modellbauzeit wünscht Ray

6

Freitag, 30. Juni 2017, 13:23

Moin Kollegen! :wink:
Vielleicht hilft Euch dieser etwas ältere Beitrag etwas weiter.
Ich verwende zukünftig nur noch rechtsgeschlagenes Tauwerk, ganz einfach, da ich keinerlei Belege für die Verwendung von linksgeschlagenem Habe. Allerdings weiß ich (meine zu wissen), dass Ankerkabel links und "z"-geschlagen waren, daher mache ich das auch so.

Schöne Grüße

Chris :ahoi:

Als ich mit professionellen Seeleuten gesprochen hatte (Sail Bremerhaven, Hanse Sail Rostock) konnte mir das auch niemand erklären, selbst wenn sie teilweise offensichtlich historisch sehr bewandert waren... ;)
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

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  • »rmo« ist der Autor dieses Themas

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7

Freitag, 30. Juni 2017, 15:06

Hallo,
wenn Du 3 bis 4 Stück rechtsgeschlagene normale Taue zu einem neuen dicken Tau machen willst, musst Du zwangsweise einen Richtungswechsel vornehmen. Das neue dicke Tau ist dann links geschlagen.
Das muss nicht zwangsläufig so sein. Das gibt auch rechtsgeschlagene dicke Taue die aus rechtsgeschlagenen dünnere Taue bestehen. Oder anders herum

Das man verschieden geschlagene Taue bei Flaschenzüge verschieden einsetzt habe ich auch schon gelesen.

Aber warum benutzt man einen Linken und einen Rechten Flaschenzug.
Allerdings weiß ich (meine zu wissen), dass Ankerkabel links und "z"-geschlagen waren, daher mache ich das auch so.
Aber warum??

Wenn man jetzt Steuerbord nur Lichksgeschlagene nimmt und Backbord nur.....????.....Weil....????.....

Das kann ich dann verstehen.
MfG
Rainer

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8

Montag, 3. Juli 2017, 17:37

Zitat

Aber warum??
Ich denke (nicht wisse! ), dass "z"-geschlagene Kabel möglicherweise weniger Reck haben und sich nicht längen unter Zug. Ob das aber stimmt, weiß ich nicht. Und warum links geschlagen? Keine Ahnung... :cracy: :nixweis:

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
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9

Montag, 3. Juli 2017, 18:48

Hier noch ein interessantes Fundstück , was vielleicht das Rätsel etwas weiter zu lösen vermag (weiter unten bei Herstellung)...

Chris :ahoi:
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10

Dienstag, 4. Juli 2017, 11:03

Mahlzeit!

Sehr interessant! Die Sache mit Gleich- und Kreuzschlag für flexiblere oder steifere Seile ist völlig einleuchtend, ein schönes Beispiel dafür, daß man unsere Altvorderen nicht unterschätzen sollte. Nur, weil wir Computer haben und in den Weltraum fliegen, sind wir nicht unbedingt schlauer...
Allerdings ist das ursprüngliche Rätsel um Links- und Rechtsschlag damit immer noch nicht gelöst, kann es sein, daß es dabei auch ums Geldverdienen geht? So muß der Modellbauer ja die entsprechenden Garnstärken doppelt vorrätig haben...
Ein guter Rat des Vaters an den Sohn:
Halte stets mit allem Maß-mit dem Essen,dem Trinken und dem Arbeiten.Vor allem mit dem Arbeiten.
-Otto von Bismarck

11

Dienstag, 4. Juli 2017, 14:41

Hier im Thread zur Creole hatte wir diese Diskussion schon mal ... Seiten 58 bis 60 in etwa:
Holz: Französische Korvette "La Créole " 1827 im Maßstab 1:48

Da stellte sich heraus, daß das nur ein rechter Unsinn ist der in ein paar Büchern steht ... sich irgendwie verselbständigt hatte ...
aber mit der angewandten Praxis rein gar nichts zu tun hat ... noch nicht mal die Seilmacher selbst konnten damit was anfangen.

Man stelle sich nur vor die hätten damals auch noch seitenabhängig unterschiedlich gedrehte Ersatztaue aller Stärken herstellen und mitnehmen müssen ... Absurdistan !
Als ob die keine anderen Probleme gehabt hätten.

Leider sind die Bücher zu tausenden gedruckt und nach wie vor über die Bucht und Antiquariate im Umlauf ... so lange es diese Bücher antiquarisch noch irgendwo gibt wird dieses Geisterthema wohl ständig wieder Unfug treiben weil immer wieder einer das liest.
Das Sahnehäubchen ist dabei die Aftermarketindustrie die dann jeden Wunsch von "König Kunde" befriedigt und den Mythos verstärkt.

Den Rechts- und Linksschlag als solchen gibt's natürlich schon weil bei der Tauherstellung pro zusätzliche Lage einfach technisch die Drehrichtung wechselt ...
das war's dann aber auch schon ... und aus dem Mythos wird eine ganz banale Notwendigkeit ... die nur mit der jeweils notwendigen Taustärke aber nichts mit irgendeiner Seite zu tun hat.
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

"When all else fails ... Read the instructions" ( LINDBERG 1965 )

Youth, talent, hard work, and enthusiasm are no match for old age and treachery !
( In memoriam Prof. John A. Tilley, † 20.07.2017 )

12

Dienstag, 4. Juli 2017, 23:33

Das nenn ich mal ein gesprochenes Machtwort. Mit Autorität. :grins: :thumbsup:

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
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13

Sonntag, 6. August 2017, 15:19

Das ist ein Blödsinn, den Mondfeld in seiner "Bibel" ungeprüft von irgendeiner dubiosen nur ihm bekannten Quelle übernommen hatte. Er hat mittlerweile widerrufen :-)
Mondfeld widerruft- und stellt die Welt der Takelspezialisten auf den kopf!!
Für diese beschriebenn Richtungswechsel sind keine historischen Quellen bekannt, weder bei Franzosen noch Engländern und es gibt auch keinen einleuchtenden Grund dafür. Aber das ist ja nicht der einzige Bock in dem Buch, aber der am meisten aufgegriffene zusammen mit den "Standard-6-Meter-Planken".

Die Schlagrichtung der Taue hat in der Regel einen einfachen Hintergrund: Der einzelne Fasern werden für den Faden links gedreht, ist so Standard da angeblich für die vorwiegend rechtshändige Bevölkerung einfacher, (einige sagen auch, dass das mit dem Wuchs der Pflanze zu tun hätte). Die Fäden werden zu Garn, die Garne zu Kardelen und aus denen dann das Tau gemacht. Nur durch diesen obligatorischen Richtungswechsel bei jedem Verarbeitungsschritt verdrillen und verklammern sich die Fasern richtig zueinander, um die gewünschte Endfestigkeit zu erreichen. Die Dicke der Taue kommt hierbei durch dieDicke der Fäden und der Anzahl der Garne. Das Resultat ist dadurch in der Regel rechts gedreht.

Braucht man stärkere Trossen/Kabel werden 3 bis vier Taue zusammengeschlagen und wieder muss aus Stabilitätsgründen der Richtungswechsel rein, darum sind Ankerkabel, untere Stage und die unteren Wanten bei großen Schiffen linksgeschlagen.

Die Normalen rechtsgeschlagenen Taue haben somit auch glatte Kardele, während bei den Kabeln die Keepen der Einzeltaue sichtbar. Wer Wert auf solche Details legt, kann sich hier austoben.

Hier linksgeschlagene Kabel, bei der denen die Keepen (Rillen) der rechtsgeschlagenen Taue schön sichtbar sind.



Hier das Zusammenspiel: DIe Unterwanten sind mit Kabeln mit links und die dünneren Taue im Rechtsschlag.





Das sich die Stabilität der Taue aus dem Richtungswechsel ergibt, kann man auch ausnutzen. Es gab kurzzeitig Versuche, einen Richtungswechsel auszulassen. Dadurch wird das Tau weicher und elastischer, saugt sich aber - da die Fasern nicht so verdichtet sind - schneller und bedeutend mehr mit Wasser voll und ist sowieso nicht so stark belastbar. Die Versuche wurden für Brooktaue genommen (Karronaden) oder für andere Taue biegsame im nicht nassen Bereich. Dies ist für um 1860 belegt, hat sich aber nicht großflächig durchgesetzt.

Lieber Gruß, Daniel
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14

Sonntag, 6. August 2017, 18:44

Nabend alle,

Achtung Sarkasmus!
Wenn ich nicht gerade mit der Lupe vor einem historischen Schiffsmodell sitze, ist es mir relativ gleichgültig, ob das Takelgarn links- oder rechtsgedreht ist.
Hauptsache ist doch, dass die Takelage stimmig ist, und keine "Flusen" zu sehen sind.
Alles andre ist für mich mich ein Luxusproblem für Freaks (lobend gemeint).

Gruß Peter

15

Sonntag, 6. August 2017, 21:41

.. Nun -ja; aber DÜMMER wird man durch solche Informationen auch nicht ...

MfG Thomas B

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