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Donnerstag, 4. Mai 2017, 21:41

Beplanken. Wie geht das denn nun eigentlich richtig??

Hallo zusammen! :wink:
Ich beschäftige mich ja nun schon einige Zeit immer mal wieder mit dem Thema Holzschiffmodellbau. Ich verfolge sowieso ja schon Eure Bauberichte aufmerksam, merke mir Tipps, Tricks und Baufallen, habe auch schon die üblichen Verdächtigen der Literatur hinzugezogen, vor allem Peter Holz und Monsignore Campo di luna und hab mich auch schon mal auf YT so nach zielführenden Tutorials umgeschaut. :pc: ?( :cracy: :nixweis:
Aber ich würde von Euch Praxisgestählten jetzt gern mal wissen, wie geht denn Beplanken nun richtig, worauf muss man achten? Gut, theoretisch hab ich schon das ein oder andere begriffen. Aber irgendwie ist mir das immer noch nicht klar, außer, dass man dabei Planken biegen, verjüngen, anphasen und sonst was muss und dass Spanten vorab sorgsamst gestrakt
werden und auch Füllstücke am Bug verwendet und eingepasst werden. Hmhmhmm :roll: . Soweit, so gut.

Aber-

hier mal beispielhaft meine zentralen Fragen, die mich so das ein um das andere mal um den Schlaf bringen :kaffee: :

Wo fängt man mit dem Beplanken denn überhaupt an- am Hauptdeck? Oder am Barkholz? Ist die sogenannte "Masterplanke" im Bausatz vorgesehen, oder was ist das überhaupt? Manchmal sieht es so aus, als ob zuerst von oben begonnen, dann aber von Richtung Kiel her entgegengeplankt wird. Holz sagt, von oben runter und den Plankenverlauf pro Spant proportional verringern und anzeichnen.

Und: Ich weiß, wenn (laut Oli) die Planken schmaler werden als ein Drittel der ursprübglichen Plankenbreite, wird gebuttet. Aber wie geht ihr da vor: Schneidet ihr aus bereits verklebten Planken wieder Stücke raus? Oder vorher, wenn sie noch nicht am Rumpf sind? Und wenn dann die Butte gesetzt ist, wie geht's dann weiter? Alles so Fragen, von denen ich ausgehe, dass ein
Bausatz hierüber herzlich wenig Auskunft geben wird, bzw. vermutlich sogar auch mal gerne in der Anleitung zeigt, wie man's eigentlich nicht machen sollte.

Und: Wie macht ihr das mit den geraden Plankenstössen in Längsrichtung -wo bringt ihr diese (auf Höhe des dem darunter liegenden Spant??) an- und warum?

Ich wäre echt für jede anfängertaugliche Antwort, jeden Verweis auf eigene oder fremde Bauberichte sehr dankbar. Ich möchte das ja echt demnächst mal selber lernen, aber am besten von Euch, die Ihr das schon drauf habt. Wenn sich Antworten wiederholen sollten, umso besser. So lernt man auch gut das Wesentliche. :thumbsup:
Und ich weiß auch, man muss es eben auch selbst mit der Praxis lernen. Aber ich möchte eben auch nicht gleich am Anfang die ganz kapitalen Böcke schießen und gleich was versauen. Ist ja nicht ganz billig, so einen Bausatz nach dem anderen dann in den Kamin zu schaufeln... ;( :grins:

Vielen Dank schon mal vorab an alle, die mich mal auflären können und möchten!!! :five: :hand:

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

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2

Freitag, 5. Mai 2017, 14:24

Schau mal die folgenden Links durch ... vielleicht paßt das ja für Dich ...

http://modelshipworldforum.com/resources…ctbeginners.pdf

http://www.minisail-ev.de/mb/mb-03-15/mb-03-15.pdf
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

"When all else fails ... Read the instructions" ( LINDBERG 1965 )

Youth, talent, hard work, and enthusiasm are no match for old age and treachery !
( In memoriam Prof. John A. Tilley, † 20.07.2017 )

3

Samstag, 6. Mai 2017, 18:30

Das scheinen mir sehr brauchbare Links zu sein.
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

4

Sonntag, 7. Mai 2017, 16:56

Puh :cracy: ! Bei dieser Fülle von Antworten (bei fast 150 Klicks) muss ich mich echt erstmal durcharbeiten, wer hätte gedacht, dass es gleich soviele brauchbare Tipps gibt... :nixweis: ;)
Danke Dir Markus :ok: . Das sind in der Tat brauchbare Links! :hand:

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
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Beiträge: 1 565

Realname: Jochen Große-Katthöfer

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5

Sonntag, 7. Mai 2017, 18:23

Mahlzeit!
Puh :cracy: ! Bei dieser Fülle von Antworten (bei fast 150 Klicks) muss ich mich echt erstmal durcharbeiten, wer hätte gedacht, dass es gleich soviele brauchbare Tipps gibt...

Tja, das zeigt, daß viel mehr Leute gern wüßten, wie das geht, als es Leute wissen...
Ich, z.B.
Ein guter Rat des Vaters an den Sohn:
Halte stets mit allem Maß-mit dem Essen,dem Trinken und dem Arbeiten.Vor allem mit dem Arbeiten.
-Otto von Bismarck

6

Sonntag, 7. Mai 2017, 18:56

Da könnte was wahres dran sein :ok: . Allerdings haben viele ja sehr schöne Ergebnisse, wissen also, worauf es in der Praxis ankommt. Aber mal abwarten, vielleicht lässt sich ja doch noch jemand "in die Karten gucken" bzw. hilft mit seinem Fachwissen und Erfahrungen... :idee:

Chris :ahoi:
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7

Montag, 8. Mai 2017, 19:41

Hallo Chris,

ich bin ja noch ein absoluter Frischling hier im Forum. Vielleicht kann ich ja trotzdem mein Scherflein beitragen :D
Ich nutz für normale Planken in der Regel ´ne Plankenbiegezange. Kost nich viel, klappt aber - zumindest bei mir - ganz gut.

Bloß bei sehr dünnen Planken muss man aufpassen, die sind damit schnell durch. Und wenn´s zu dick wird hilft die auch kaum noch. Da mach ich das Holz am liebsten nass, so dass es biegsam wird und lass es dann in der passenden Form trocknen.

Die Zange ist die hier: https://www.cmc-versand.de/Krick/Leisten…CFQaNGwodLx8GOw

Gruß,
Björn
Im Bau: Royal Louis; Lanz-Bulldog D8506 (Abo); Lamborghini Countach (Abo); Bismarck (Platinum Edition)

Fertig: La Montanes; Astrolabe; Bounty

8

Montag, 8. Mai 2017, 19:59

Dankeschön!! :five:

Chris :ahoi:
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9

Dienstag, 9. Mai 2017, 09:24

Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass das Wässern einfach unumgänglich ist. Je länger, desto besser. Ich kämpfe bisher immer noch mit dem Rumpf meiner Fly, wo die Biegung teilweise wirklich sehr eng ist. (Und ich habe vorher noch nie Planken verjüngt.)

Ich hatte eine Rumpfplanke gewässert, gebogen und getrocknet und wollte sie am Rumpf anbringen. Für das Heck musste ich den hinteren Teil der Planke noch einmal wässern (damit es sich am Heck vernünftig formen lässt) und habe dir Planke in heißes Wasser gestellt.

Prompt habe ich sie dort vergessen und erst nach mehreren Stunden wieder daran gedacht - Kinder sei dank.

Sie war durch das Wasser so weich, dass ich sie wie Gummi um den Rumpf legen konnte. Schnell geleimt, fixiert und trocknen lassen ... passt wunderbar.

Mein bescheidener Beitrag zu dem Thema ;)
LG
Stephan :wink:


10

Dienstag, 9. Mai 2017, 16:46

Vielen Dank dafür! :five:
Das heißt, man kann echt nasse Leisten verleimen? Sowas geht? 8o Ich tendiere ja zu einer Plankenbiegezange. Ich habe hierzu ein Tutorial bei YT gesehen, das sah vielversprechend aus, die Leisten bleiben trocken und es geht sehr viel schneller. Außerdem muss man keinen regelrechten Waschzuber mit heißem wasser in der Wohnung aufstellen, um die Leisten komplett zu wässern und auch nicht hunderte von Bockwürstchen verspeisen, nur, um an die Dosen zum Aufspannen der Leisten beim Trocknen zu kommen (Tipp aus der Fachliteratur/ P. Holz ). Röler hatte diese Zange als sein "geliebtes Powertool" seinerzeit für den Bau seiner Sovy (den er ja leider in den Tiefschlaf verlegt hat ;( ) vorgestellt und verwendet, das Ergebnis war bockstaaaaarck 8o !!

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
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11

Dienstag, 9. Mai 2017, 18:10

Zitat

Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass das Wässern einfach unumgänglich ist. Je länger, desto besser.
Genau so sehe ich das auch.
:ahoi: Eisbergfreie Modellbauzeit wünscht Ray

Beiträge: 387

Realname: Stephan

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12

Dienstag, 9. Mai 2017, 20:24

Ja, nass verleimen geht :)

Ich nehme die nasse Leiste, reibe sie einmal mit einem Geschirrtuch ab und bringe sie dann direkt an. Sie lässt sich noch wunderbar formen. Wenn sie dann richtig fixiert wird, macht auch die längere Trockenzeit vom Leim nichts (es braucht halt etwas länger, bis die Leiste durchgetrocknet und komplett fixiert ist.

Ich brauche nur eine leere Brauseflasche zum wässern. Ich wässere meine Leisten immer in zwei Schritten. Die erste Hälfte der Leiste wird verjüngt (daran übe ich noch) und in der Flasche etwa zur Hälfte in heißes Wasser gestellt. Nach einiger Zeit ist sie weich und ich biege den nassen Teil der Leiste um einen Kochtopf (die haben wir in schön verschiedenen Größen :D und sie sind wunderbar stabil :ok: ) und lasse sie trocknen. Das ist der Teil, der um den Bug kommt. Ein 1-2 minütiges Eintauchen in Wasser kurz vor der Montage macht sie dann wunderbar flexibel. wenn der Teil fertig ist, halte ich die Leiste an, kürze sie auf entsprechende Länge und wässere den hinteren Teil (je nachdem, wie weich sie sein soll, über mehrere Stunden). Kurz abwischen und schon kann man die ganze Leiste wunderbar leicht um den Rumpf herumlegen. ^^

Von dieser Plankenbiegezange habe ich aber auch schon viel schlechtes gehört, weil sie eigentlich nur Kerben in die Leiste drückt und damit die Bruchgefahr stark erhöht. Aber wie gesagt, nur gehört, probiert habe ich es noch nicht.
LG
Stephan :wink:


13

Mittwoch, 10. Mai 2017, 12:26

Zitat

Von dieser Plankenbiegezange habe ich aber auch schon viel schlechtes gehört, weil sie eigentlich nur Kerben in die Leiste drückt und damit die Bruchgefahr stark erhöht. Aber wie gesagt, nur gehört, probiert habe ich es noch nicht.

Ich habe es probiert und bin enttäuscht. Es geht nur mit ganz dünnen Leisten (<1 mm) und macht die besagten Kerben.

Aber vielleicht bin ich auch einfach zu ungeübt. :nixweis:
:ahoi: Eisbergfreie Modellbauzeit wünscht Ray

14

Dienstag, 16. Mai 2017, 22:03

Persönlich hat sich bei mir das Biegen von Lindenholzleisten mit kochendem Wasser bewährt. Dazu nutze ich einen alten Wasserkocher. Leisten rein, aufkochen und ein paar Minuten ziehen lassen und dann sind die relativ geschmeidig zu biegen. Ich habe ein recht großes Stück Holz an dem ich die Leisten mit stabilem dicken Garn einfach fest wickel und entweder auf die Heizung zum trocknen oder so trocknen lasse. Der Vorteil mit Heißwasser ist das die Leisten recht schnell trocken sind weil die Leisten beim biegen noch dampfen. Biegen tue ich meist auch etwas stärker als von z.B. der Bugform vorgegeben ist denn die Leisten lassen sich relativ leicht wieder zurück biegen.


LG Patrick

p.s. natürlich mit Heißwasser immer schön aufpassen das man sich die Finger nicht verbrüht

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15

Freitag, 23. Juni 2017, 03:32

Wie beplanken und, wie bekomm ich die Planken "krumm"...

Hi Chris,
in den vorausgegangenen Beiträgen hast Du ja schon eine Menge sehr guter Tipps und Anleitungen erhalten. Ich hoffe mal, auf Grund der doch schon etwas hingezogenen Monate seit der letzten Antwort auf Deine Fragen, verirrst Du Dich doch nochmal in diese Ecke, sofern Du nicht schon mit dem Arbeitsschritt >Beplanken< fertig bist.
Es gibt eine große Anzahl sehr guter Bücher und Anleitungen, auch der youtube-Kanal bietet hier richtig gut gemachte Erklärungen und Schritt für Schritt Anleitungen.

Ich habe in der zurückliegenden Zeit auch festgestellt, dass die Bauunterlagen mancher Bausätze teilweise mangelhaft sind und einen vom Modellbauer zum Entwicklungsingenieur katapultieren können. :bang: Ich will damit sagen, dass einem guten Bausatz neben einem vernünftigen Spantenriss, auch ein ordentlicher Beplankungsplan beigelegt ist.
Ich nutze diesen Beplankungsplan um mir hieraus eine Biegelehre mittels dickem Brett und Nägeln herzustellen. Diese Biegehilfe nutze ich nur für die kniffeligsten Planken, denn der Rest ergibt sich aus der Spantenformung selbst. In meiner Biegelehre spanne ich die vorgebogenen Leisten zwischen, nach Plankenplan eingeschlagene Nägel und lasse sie hier trocknen.

Im Handel gibt es verschiedene Biegehilfen zu kaufen, für jeden Geldbeutel `is was dabei, aber manches Hilfsmittel hat man auch im eigenen Werkzeugkasten. Hier kommt zumindest bei mir ein Lötkolben zum Einsatz. Die entsprechend zu verarbeitenden Leisten weiche ich stets in einem 5L Wassereimer über mehr als 2 Stunden ein (eventuell noch 3-5 Tropfen Spüli zugeben). Ja, die Teile sind dann trief nass, das ist aber egal. Enge Radien biege ich mittels Lötkolben (aufpassen das man nich zu lange auf einer Stelle verbleibt, sonst "brennt" sich der Lötkolben an dieser Stelle unschön ein).
Man kann unter Umständen die gewässerten Leisten auch erstmal am Rumpf an die vorgesehene Stelle auflegen und mit Stecknadeln oder sehr dünnen Nägeln vorfixieren und sie am Modell trocknen lassen.

Feuchte oder nasse Leisten würde ich in diesem Zustand nicht gleich verleimen. Da Holz ein lebendes Material ist, bedeutet das, dass sich die Leisten während des Trocknens verziehen und verdrehen können und wenn sei geklebt sind, unter Spannung stehen. Ergebnis kann dann durchaus ein in sich verzogener oder verwundener Rumpf sein, den man nicht wieder korrigieren kann.

WICHTIG:
Beim Beplanken IMMER im Wechsel der Rumpfseiten arbeiten! Also wenn Du 3 Leisten auf der Steuerbordseite anbringst, dann musst Du auch 3 Leisten gegenüberliegend an der Backbordseite montieren. Sonst hast Du einen Verwindungseffekt des Rumpfes, was nur mehr als unschön ist, wenn Du über den Bug in Richtung Heck einen Blick wirfst (ist mir alles schon passiert und ab in den Müll und alles NEU).


In der Regel sind die Schiffsrümpfe aus den Baukästen so geartet, dass nach dem Spantenaufbau und dem Einbringen der Füllstücke zuerst eine Plankenschicht mit 2mm dicken Lindenleisten 5mm breit aufgebracht wird und hierauf die eigentliche Beplankung mit 0,3-0,5mm dünnen Leisten erfolgt.

Ist der Rumpf auf der Helling im rechten Winkel zur Grundfläche ausgerichtet und fest verspannt, dann zeichne ich mit einem Höhenreisser (verstellbarer Holzklotz mit eingespanntem Stift) die Oberkannte des unteren Bergholzes als Erstes auf die Spannten, hiernach befestige ich diese Berghölzer jewils beidseitig am Rumpf und nutze diese als Ausgangspunkt für alle weiteren Beplankungsarbeiten. Wichtig auch hier ist der Blick vom Bug zum Heck um den gleichmäßigen Verlauf der Berghölzer zu kontrollieren. Ab hier Beplanke ich erst in Richtung Kiel, und erst danach vom Bergholz Richtung Reeling (hier erst bis zum nachfolgenden Bergholz, und erst nach dem dieses verbaut ist, weiter nach oben).

Soweit erst mal mein Senf hierzu....ne Menge Lesestoff...

Viel Spaß bei Deinem Vorhaben wünschend, und keine Scheu...ransetzen und machen..denn "Wer nichts macht...macht auch keinen Fehler", wir wollen aber doch alle aus unseren Fehlern lernen :trost:

In diesem Sinne...
Gruß Frank
:ahoi:
Kaptai`n
Holzwurm

16

Freitag, 23. Juni 2017, 08:45

Viel besser kann man das nicht erklären :ok:
:ahoi: Eisbergfreie Modellbauzeit wünscht Ray

17

Freitag, 23. Juni 2017, 09:14

Wer sich einmal ansehen will, was ich für den absoluten Königsweg halte, der sehe sich den Baubericht von Olympic1911 (Peter Davies-Garner) im "Forum für Segelschiffsmodellbau und Geschichte" an. Peter baut einen holländischen Zweidecker im Maßstab 1:21 und damit in vielen baulichen Bereichen sehr nah am Original. Er hat zur Beplankung des Rumpfes praktisch jede Planke durch die Herstellung einer Papp-Schablone vorgeplant und anschließend dann das intrikat geschwungene Teil ausgesägt. Dadurch musste er immer nur in einer Ebene biegen und keine Spiralisierung der Planken herstellen.
Aber das ist, wie gesagt, der Königsweg und auf kleinere Maßstäbe nicht unbedingt übertragbar. Trotzdem gut, das einmal zu sehen.
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

18

Freitag, 23. Juni 2017, 14:03

Hallo Ihr beiden! :wink:
Vielen lieben Dank für Eure hilfreichen Beiträge! :five:
Zum
Hintergrund: Ich baue derzeit, wenngleich sehr langsam, an der
Caldercraft/ Jotika H.M.B. "Endeavour" in 1:64. Ich bin bereits seit
Kindheit ein großer "Cook-Fan", das Schiff war für mich immer schon
wichtig. Klar, sie war ein reines Arbeitspferd, nicht gerade eine
absolute Schönheit und hat die Rumpfform einer großen Badewanne. Aber
ich finde Whitby-Cats trotzdem aufgrund ihrer Robustheit und -so ist
nachzulesen- brillianten Segeleigenschaften auf einem der rauhesten
Reviere der Welt, der Nordsee immer auch sehr faszinierend. Außerdem
wollte ich einen Bausatz, der gut bewertet, historisch/ baulich (mit
Abstrichen) einigermaßen korrekt und gut recherchiert ist, und nicht
allzu teuer ist. Außerdem wollte ich kein Schiff mit 'zig Geschützen,
sondern eher ein Handelsschiff (dies aber aus bautechnischen Gründen,
ich bin totaler Holz-Anfänger!! ), so kam ich zu dieser Entscheidung.
Für mich ist dies ein erstes Übungsprojekt. Daher werde ich auch nicht
gleich in die Vollen gehen mit Decksfischungen, korrekten Butten etc.
Das kann ich gar nicht. Wichtig ist mir erstmal, ein Modell fertig zu
bekommen, Spaß zu haben und Basistechniken im Holzschiffmodellbau zu
gewinnen. Da ich aber von Takelage schon bereits Ahnung habe, werde ich
gewisse Vereinfachungen damit zu kaschieren versuchen, bzw. davon
optisch "ablenken". Wenn im Gesamtergebnis ein schönes Modell rauskommt,
bin ich schon zufrieden. Ich werde aber keinen Baubericht hier
einstellen, sondern erstmal für mich bauen und gucken, was rauskommt.
Zum
momentanen Stand: Spantgerüst steht, Bugfüllstücke sind nachträglich
aus Balsa eingepasst, alle Spanten sind gestrakt, Kiel (ohne
Achtersteven) ist dran. Im Moment fange ich schon mal mit den Decks an,
zumindest den mittigen Bereichen, da sich dort Ausschnitte befinden, die
ich im unverbauten Zustand sauberer ausarbeiten kann. Die äußeren
Decksbereiche kann ich noch nicht komplett beplanken, da sich dort
Ausschnitte mit Spantlaschen befinden, die zur Höhenorientierung der
Schanzkleidbeplankung dort bleiben müssen, und somit erst später
entfernt werden können. Bislang sieht alles schon ganz gut aus, das
Material ist schön stabil. leider gab es etwas Verzug im Rumpf, den
konnte ich aber durch ein einseitig eingesetztes "Spreitzstück" aus
Balsa nahezu ausgleichen, man sieht in der Flucht noch ein ganz kleines
Abweichen, aber das ist echt minimal.
Dann werde ich erstbeplanken.
Die Pläne sind von den Zeichnungen her großartig, die Bauanleitung
leider extrem rudimentär. Aber hier muss man sich einfach auf das
Beschgäftigen mit der Materie und den daraus resultierenden Erfahrungen
verlassen, sich Tipps holen und einfach auch mal machen. Allerdings
immer mit guter Vorabplanung. Mal schauen, was draus wird.

Vielen Dank nochmals und schöne Grüße

Chris :ahoi:
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19

Samstag, 24. Juni 2017, 02:01

Hallo Chris,
jubel jubel und Applaus....Du hast die richtige Wahl getroffen. :ok:
Ich hab genau den selben Bausatz vor knapp 3 Jahren erstanden und gebaut. Vieleicht hab ich ja `ne Meise, aber der Rumpfbau war für mich damals garnicht so das Ausschlaggebende. Ich hab auch den Rumpf, jaaa trotzdem so genau wie möglich, so schnell als möglich "hingezimmert. Was mich jedoch an dieser Art Modellbau am meisten Begeistert und fasziniert ist die Tagelung. Ich habe Stundenlang über dem Takelplan geklöhnt, einfach um zu begreifen wie das Ganze funktioniert und wie jede "Strippe" ihre Aufgabe erfüllt. :cracy:

Ich hab es bei meiner ENDEAVOUR dann doch "übertrieben". Ich habe das Modell ohne Segel gebaut. Dafür können aber alle Rahen wie im Original bewegt und aufgetakelt werden. Bekloppt was? :cracy:
Also wünsch ich Dir viel Spaß und Freude an dem Modell und lass uns doch ab und an mal per Foto von Deinem Baufortschritt erfahren...nur Mut.

Gruß
Frank :thumbsup:
:ahoi:
Kaptai`n
Holzwurm

20

Samstag, 24. Juni 2017, 22:16

Das finde ich ja witzig! Echt 8o - Du auch?
Danke für die Zustimmung zu meiner Wahl :ok: . Dürfte ich Dich -falls ich mal wirklich im Schilf stehe- per PN um S.O.S anfunken? Das wäre prima! Dafür darfst Du -falls Bedarf- auch gern Takelagefragen stellen, vielleicht kann ich mich ja so revanchieren...? :five:

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
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21

Sonntag, 25. Juni 2017, 19:52

Hallo Chris,
ja aber klar doch. Kann`st mich jederzeit per PN kontaktieren. Mal sehen wie ich Dir ggf. weiterhelfen kann. Wenn ich mal nicht nur einen Knoten in meiner Takel, sonder meine Takelung verwurschtelt habe, melde ich mich dann einfach bei Dir :hand: .

Ich baue momentan die Fregatte "Berlin". Habe hier auch einen BAubericht begonnen. Wenn es Die interessiert, dann schau doch einfach mal dort rein.
Meine nächsten Projekte werden warscheinlich die Wappen von Hamburg oder die Belona, mal aus Brettern "zusammengenagelt", also nicht aus einem Baukasten, Aber bis dahin fließt wohl noch etwas Wasser die Elbe herab.
Aber so hab ich schon wieder ein Ziel und der nächste Winter kann kommen... :lol: :ok:

Gruß Frank
:ahoi:
Kaptai`n
Holzwurm

22

Montag, 3. Juli 2017, 18:45

Zum Thema Plankenbiegen ... und dem hier schon mehrfach empfohlenen Plankenbieger von GK-Modellbau ...

Vorher Lernen und Experimentieren mit dem Werkzeug ist wie immer notwendig ... das kann in diesem Fall aber auch richtig Spaß machen !
Im Grunde ist es ein Lötkolben mit Biegespitze ... die große runde Biegespitze habe ich nicht ...
genauso heiß ... d.h. Finger und auch alles andere was wehtun könnte sollten respektvollen Abstand zur Werkzeugspitze halten !

Austesten des gewünschten Materials ist ebenso notwendig ... jedes Holz reagiert ein wenig anders ... muß zum Beispiel länger gewässert werden

Material des Tests:
Ganz normales Holz für die Sichtbeplankung (3mm/0,5mm) ... über die Bucht gekauft ... nichts besonderes ...
keine Ahnung mehr was für ein Holz das war ... geht mir nur darum Grenzen zu zeigen die man an einem normalen Schiffsrumpf eh nie haben wird ...
im gewachsenen Stück Holz quer und längs zur Wuchsrichtung ... und ohne Schnitt direkt aneinander gereiht ...
war in diesem Fall nur etwa 10 bis 15 Minuten kalt gewässert ...



Das Werkzeug ... plus Referenz-Cent ... plus die zweifache Bugholz-Achterbahn

Gedreht nach innen und außen ... mit Spiralen im Minimalradius ... mal gewendet ... mal um die Längsachse gewunden ...
ich bin absichtlich bis an die "Schmerzgrenze" (nicht meiner Finger) des Holzes gegangen !

Sobald der im Bild zu sehende Plankenbiegekopf vom Holz weg war blieb es so ... kein stundenlanges Nachspannen oder Trocknen .
Die beiden Planken im Bild haben zusammen etwa 5 Minuten gebraucht ...
etwas dickeres Holz geht natürlich auch ... dann mit weniger abgedrehten Radien ... aber die braucht im Normalfall so extrem ja eh keiner ...
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

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23

Montag, 3. Juli 2017, 19:12

Nabend Markus,

danke, besser kann es nicht erklären und zeigen.

Gruß Peter

24

Donnerstag, 6. Juli 2017, 09:28

Hallo Markus,

danke für`s erklären.

Bin seit drei Tagen auch stolzer Besitzer eines solchen Biegewerkzeuges.

Ich denke, ich werd`s brauchen bei der Wasa...
:ahoi: Eisbergfreie Modellbauzeit wünscht Ray

25

Donnerstag, 6. Juli 2017, 09:31

Auch von mir vielen Dank! :five:
So sieht das ganze übrigens in Bewegung aus . Schon irre, fast wie Pasta weichkochen... :grins:

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
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