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Mittwoch, 29. März 2017, 21:30

USS Enterprise in 1:350 von Tamiya

"The Big E" - Ein etwas anderer Baubericht



Einleitung


Hallo liebe Wettringer,

eigentlich war es ja geplant, das Prachtstück erst zu beginnen, wenn die kleineren Pötte fertig sind, aber daraus wird wohl nichts. In den letzten Wochen habe ich begonnen, das Zubehör für die Enterprise zusammen zu kaufen und je mehr davon zu Hause eintrudelt desto mehr juckt es in den Fingern, endlich Hand an den Bausatz zu legen.
Und nicht nur das Modell soll eine Nummer größer ausfallen, auch den Baubericht möchte ich etwas umfangreicher gestalten. Ich möchte hier in den nächsten Monaten nicht nur den Bau an sich, mit seinen handwerklichen Resultaten dokumentieren, vielmehr möchte ich auch den gesamten „Background“ mit euch teilen. Von den Ideen, die mir im Kopf rumschwirren, über die Recherche, Planung, Produktauswahl bis zu den einzelnen Bauabschnitten möchte ich hier jeden Aspekt des Projekts beleuchten und euch daran, auch aktiv, teilhaben lassen. Ich möchte aufzeigen, wie Ideen entstehen, warum ich die einen umsetze und die anderen wieder verwerfe, wie ich einzelne Bauabschnitte plane und später umsetze.
Zwischendurch möchte ich natürlich, so wie ich es in anderen Bauberichten begonnen habe, auch geschichtliche und technische Aspekte des Vorbilds beleuchten.

Ich wünsche euch viel Vergnügen beim zukünftigen Dabeisein und Mitmachen

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Mittwoch, 29. März 2017, 21:37

Ein kurzer geschichtlicher Überblick




Zur Geschichte der „Big E“ gibt es viel zu sagen, schließlich birgt schon allein der Name „Enterprise“ eine Tradition bis zurück zu den Anfängen der US Navy 1775. Die CVN-65 ist sogar schon das achte Schiff mit diesem Namen, direkter Vorgänger war der Flugzeugträger CV-6, das höchstdekorierte Schiff des zweiten Weltkrieges.

Die „Big E“ wurde 1958 auf Kiel gelegt und bereits 1961 war die Indienststellung. Sie brach sofort einige Rekorde und hält manche von ihnen sogar heute noch. So ist sie nach wie vor das längste Schiff der Welt (ca. 10m länger als die Nimitz- und die neue Gerald-R.-Ford-Klasse), besaß mit 8 Nuklearreaktoren die meisten (Nimitz-Klasse hat 4) und ist bis heute das einzige Schiff der US Navy mit 4 Ruderblättern.

Ursprünglich war die Enterprise als erstes von sechs Schiffen einer Klasse geplant. Aufgrund der zu hohen Kosten entschied man sich aber später dazu, die weiteren Träger als Fortführung der konventionell getriebenen Kitty-Hawk-Klasse zu bauen. Erst 1975 stach mit der CVN-69 USS Nimitz der zweite nuklear getriebene Flugzeugträger der US Navy in See.

Hervorstechendstes Merkmal der USS Enterprise ist wohl ihre quadratisch geformte Insel. Diese Formgebung entstand zum einen aus dem Wegfall des bei früheren Klassen in die Insel integrierten Schornsteines. Zum anderen beherrschte das neuartige SCANFAR-Radarsystem die Optik der Insel maßgeblich. Es bestand aus den flächigen Phased-Array-Radaren AN/SPS-32 und AN/SPS-33 sowie der Kegelförmigen ECM-Antennen (Elektronische Gegenmaßnahmen).
Im Zuge eines Modernisierungsprogrammes 1980 wurden diese Anlagen jedoch demontiert und durch einen konventionellen Mast ersetzt, da sie nie eine zufriedenstellende Zuverlässigkeit erlangten. Erst das unter anderem auf den Ticonderoga-Kreuzern und Arleigh-Burke-Zerstörern verbaute AN/SPY-1 Phased-Array-Radar erwies sich als zuverlässig genug für einen dauerhaften Einsatz.



Ihre ersten Einsätze fuhr die USS Enterprise während der Kuba-Krise 1962 und ab 1965 vor Vietnam. 1964 war sie Teil der Operation Sea Orbit, einer Weltumrundung ausschließlich nuklear getriebener Schiffe (außer der Enterprise nahmen daran der Nuklear-Zerstörer USS Long Beach und die Nuklear-Fregatte USS Bainbridge teil).

1969 kam es zum größten Unfall an Bord der USS Enterprise während eines Manövers vor Oahu. Durch heiße Abgase eines startenden Jets kam es zur Explosion des Sprengkopfes einer Zuni-Rakete und weiterer dadurch verursachter Flugzeug- und Bombenexplosionen, das Heck der Enterprise war mit voll bewaffneten Flugzeugen für das Manöver vollgestellt. Zwar konnte das Feuer an Deck binnen weniger Stunden unter Kontrolle gebracht werden, doch trotzdem starben bei dem Unglück 28 Menschen, über 370 wurden teils schwer verletzt. Anschließend musste die Enterprise in Pearl Harbor über anderthalb Monate instand gesetzt werden.



Weitere wichtige Einsätze, an denen die USS Enterprise teilnahm, waren die Operation Linebacker II (Bombariderung Hanois im Dezember 1972), die Operation Praying Mantis 1988, als Flugzeuge der Enterprise einen Großteil der iranischen Marine kampfunfähig machten, der Bosnienkrieg 1996, aber auch der Anti-Terror-Kampf ab 2001.

Am 4.11.2012 lief sie letztmalig in ihren Heimathafen in Norfolk, VA ein, bis 2016 dauerte die Deaktivierung des Schiffes bei der alles nukleare Material entfernt wurde.
Am 3.Februar 2017 erfolgte schließlich die offizielle Außerdienststellung.

Einer breiten Öffentlichkeit wurde die USS Enterprise vor allem durch „ihre Rolle“ in den Filmen „Jagd auf Roter Oktober“ und „Top Gun“ bekannt.

Mittlerweile ist beschlossen, dass der dritte Flugzeugträger der Gerald-R.-Ford-Klasse 2025 auf den Namen USS Enterprise getauft wird.

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Mittwoch, 29. März 2017, 21:42

Der Bausatz


Der Bausatz der USS Enterprise von Tamiya erschien 1984 und setzte damals Maßstäbe. Schon allein seine schiere Länge von 1005mm, aber auch seine Detailliertheit suchten damals ihresgleichen.
Der Bausatz kostet derzeit zwischen 130 und 175€ und ist überall gut verfügbar.

Eine wirklich gut gestaltete Broschüre enthält in mehreren Sprachen (Japanisch, Englisch, Deutsch) sowohl technische und geschichtliche Details zum Schiff als auch eine sehr übersichtliche Bauanleitung und ein Bemalungsvorschlag.




Der Decalbogen von Tamiya ist eher spärlich zu nennen, Decksmarkierungen und die Decksnummer müssen lackiert werden. Für das Geschwader liegen einige Hoheitsabzeichen bei.



Die großen Bauteile des Decks und der Insel sind auf 4 großen Spritzlingen verteilt, auf zwei kleineren finden sich Kleinbauteile wie Decksfahrzeuge, Unmengen an Rettungsinseln, Waffensysteme, Antennen und anderes.





Weiterhin liegen insgesamt vier Spritzlinge mit jeweils 10 Flugzeugen bei, was so an sich schon ein stattliches Geschwader abgibt.



Darunter findet sich das Flugdeck in Form von 3 Großbauteilen. Hat man auch diese aus dem Karton genommen, bekommt man dann schließlich den Blick auf den wirklich gut verpackten Rumpf. Auch dieser besteht aus zwei Teilen, der Bug ist vom Rest des Rumpfes getrennt und es liegen diverse Metallstreben und Metallschrauben zur Verstärkung der Rumpfstruktur bei. Auch ein Modellständer und Nylonschnur finden sich in der Verpackung.







Doch wie jeder Bausatz hat auch dieser das eine oder andere Manko. Größte Schwachstelle ist wohl das fehlende Hangardeck. Die Hangartore liegen nur in geschlossenem Zustand bei. Eine weitere Tücke ist der fest ans Deck gegossene Aufzug vorn Steuerbord. Die anderen drei sind als Einzelteile variabel zu bauen. Die Sea-Sparrow-Starter sind vollkommen überdimensioniert und sollten unbedingt ersetzt werden. Außerdem fehlen die drei markanten Bugklüsen vollständig.
Schließlich ist der darstellbare Einsatzzeitraum recht knapp bemessen, was aber durch das Erscheinungsjahr des Bausatzes erklärt werden kann. Anfang der 80er Jahre wurde die markante Insel vollkommen umgebaut, sodass dem Bausatz der kegelförmige ECM-Mast und das Phased-Array-Radar fehlen. Bei der nächsten umfassenden Modernisierung von 1990 bis 1993 erhielt die Enterprise schließlich zahlreiche neue Radar- und Navigationsanlagen, die im Bausatz alle nicht dargestellt sind, das betrifft sowohl Anlagen direkt an der Insel als auch die Landenavigation am hinteren Steuerbord-Aufzug und diverse Radar-Ausleger an Backbord.

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Realname: Stephan

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4

Mittwoch, 29. März 2017, 22:09

Hi.

Ein schöner Einstieg in den Baubericht. :ok:

Wie schon angedroht, bin ich in jedem Fall dabei. Wenn ich jemals einen Träger favorisiert habe, dann die Enterprise :thumbsup:
LG
Stephan :wink:


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Realname: Gustav Stefan

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5

Mittwoch, 29. März 2017, 22:59

Lehrreiche Einführung deines Bauberichts
Da werde ich deinem Kielwasser folgen und :ahoi:
Im Entwurf, da zeigt sich das Talent, in der
Ausführung die Kunst! Wobei die
Schönheit liegt im Auge des Betrachters…


Im Bau: U-505 Revell 1:72

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Realname: Martin

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6

Donnerstag, 30. März 2017, 00:07

N'Abend,

ich bin mal auf Deinen Bau gespannt ... vielleicht helfen mir Deine Ideen und Anmerkungen bei meinem eigenen Projekt weiter.

Die "Big E" ist schon ein faszinierendes Schiff. Schade, dass sie so sang- und klanglos verschwunden ist.

Aufgrund der Tatsache, dass Du ja einen "Tico" in der Begleitflotte hast, denke ich, dass Du ja eh bei der Post-80-Optik des Bausatzes bleiben wirst.

Ich persönlich mochte die "Enterprise" ja am Liebsten mit dem SCANFAR-System. Viele finden diesen Aufbau ja "klotzig", aber es war eben eine wirklich markante Optik, die dieses Schiff einzigartig gemacht hat. Genau wie die USS "Long Beach". Nach dem Umbau sah sie irgendwie, wie jeder andere große Träger aus.

Ich habe hier sowohl den Tamiya Bausatz als auch den Mini Hobby Clone. Der Mini Hobby Bausatz weiß allerdings nicht so recht, ob er jetzt Fisch oder Fleisch sein möchte, weil die Insel zwar in der Optik nach dem großen Umbau gehalten ist, aber einen "Beehive" (!) hat. Ich möchte die beiden Bausätze gerne etwas "fusionieren", da ich meine "E" eben in der Pre-80-Optik bauen möchte. Allerdings plane ich eine etwas andere "Gruppierung".

Cheers
Martin

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7

Donnerstag, 30. März 2017, 08:35

Deinen Bericht werde ich auf jedenfall gespannt verfolgen. Ein toller Einstieg bisher von Dir. :ok:

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Realname: Jochen Große-Katthöfer

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8

Donnerstag, 30. März 2017, 09:17

Mahlzeit!

Schön, daß es losgeht, und gleich sehr interessant. Ich bleib dabei!
Schade, daß im darstellbaren Zeitraum die RA-5 nicht mehr dabei war, ein höchst eleganter Flieger. Auf die F-4 zu verzichten, fällt weniger schwer...
Ein guter Rat des Vaters an den Sohn:
Halte stets mit allem Maß-mit dem Essen,dem Trinken und dem Arbeiten.Vor allem mit dem Arbeiten.
-Otto von Bismarck

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Realname: Michael

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9

Donnerstag, 30. März 2017, 10:29

Das setzte ich mich auch mit dazu.
Habe die Big E auch noch auf Lager liegen, mit viel Zubehör.
Welchen Bauzustand wirst du in Angrif nehmen? Bei mir ist das Jahr 1996 geplant.

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Realname: Franz Holzhauser

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10

Donnerstag, 30. März 2017, 10:52

Dachte immer die Enterprise wäre ein Raumschiff,
Tss da haben die ja auch noch einen Fluzeugträger
mit dem Namen gebaut.

Ich setze mich gespannt dazu...
Keine Frage ist so dumm wie die Antwort, die ich darauf geben könnte...

der Franz :abhau:


im Bau: San Francisco II 1:90




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Realname: Martin

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11

Donnerstag, 30. März 2017, 12:36

Habe die Big E auch noch auf Lager liegen, mit viel Zubehör.
Hallo, ich hoffe es "hijackt" den Thread nicht, wenn ich dazu ein paar Fragen stelle ...

Welches Zubehör ist den empfehlenswert für die "Big E"? An den Flugzeugen für die Pre-80-Phase bin ich ja schon dran ... ein paar "Vigilantes" sind schon in meinem Besitz. Mit den F8 "Crusader" und A-4 "Skyhawk" wird es etwas schwieriger, da gibt es zwar was von Corsair Armada ... wird aber nicht billig.

Cheers
Martin

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12

Donnerstag, 30. März 2017, 14:21

Ich habe mir die Ätzteile von Gold Medal Models geholt, die haben auch die Aufzugplatformen. Gibt was ähnliches von "White Ensign Models" für das Schiff. Von Veteran Models gibt es schöne 1/350 Modelle für die "Boardgeschütze" (Raketenwerfer etc.) und wenn man den Hangar noch machen möchte gibts den Boden von Tom Modelworks. Als letztes gibt es noch bessere Decals von Starfighter Decals und Boatswain Model. Kannst ja mal gucken, ich mache auch irgendwann einen BB dazu.

Jetzt aber genug zum Zubehör und auf den nächsten post von "afireinside1988" warten ^^

13

Donnerstag, 30. März 2017, 14:31

Ich begrüße euch alle recht herzlich auf der Enterprise-Werft.
Ich freue mich sehr über die rege Beteiligung und die Diskussionsansätze werde ich schon bald wieder aufgreifen. Wenn alles gut geht, wird es heute Abend hier weiter gehen...

Beste Grüße,
Robin

14

Donnerstag, 30. März 2017, 14:35

Ich nehm dann auch mal Platz *Liegestuhlaufflugdeckaufstell*
Gruß, Olaf

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15

Donnerstag, 30. März 2017, 14:49

Naja, mit dem Liegestuhl auf dem Flugdeck ?(

Obwohl ... so schön hinter den Triebwerken ein bisschen Würstchen brutzeln?

Die Fallnetze an den Seiten sind sonst bestimmt auch bequem :D
LG
Stephan :wink:


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16

Donnerstag, 30. März 2017, 15:54

Das fand ich schon bei Hot Shots auf der USS Essess ekelhaft, Würstchen mit Kerosinaroma! Obwohl, in 1:350...
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-Otto von Bismarck

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17

Donnerstag, 30. März 2017, 18:37

Na, ich weiß nicht. Die Piloten haben doch eh Kerosin im Blut :)
LG
Stephan :wink:


18

Donnerstag, 30. März 2017, 20:03

Die Frage des Darstellungszeitraumes und des Bordgeschwaders


Da die USS Enterprise insgesamt sagenhafte 51 Jahre im aktiven Dienst der Navy war, stellte sich schnell die Frage, welchen Zeitraum ich darstellen will. Denn in ihrer Aktivzeit wurde die Enterprise immer wieder modernisiert und umgebaut. 1980 wurde das SCANFAR-System demontiert, wodurch die Insel eine völlig neue Optik bekam. Der sog. „Bienenstock“, die kegelförmigen ECM-Antennen auf dem Dach der Insel, wurde entfernt und durch einen konventionellen Stabmast ersetzt, die großen quadratischen AN/SPS-32/33-Radarantennen an den Fronten der Insel wurden ebenso demontiert und durch das AN/SPS-49-Radar und das AN/SPS-48 3D-Radar ersetzt.

Von 1990 bis 1993 kam es dann nochmals zu einer großen Modernisierung der USS Enterprise und es kamen wieder einige neue Radar-Einheiten dazu oder wurden umgebaut. Schließlich wurden zwei von drei Phalanx CIWS 2005 durch die RIM-116-RAM-Systeme ersetzt.

Die Tamiya-Enterprise bildet das Schiff nun in der Mitte der 80er Jahre ab.

Ein weiterer Aspekt zur Bestimmung des darzustellenden Bauzustandes ist das Trägergeschwader. Auch hier gab es in den 51 Jahren einige Veränderungen durch Indienststellung und Außerdienststellung von verschiedenen Flugzeugtypen.
Die A-4 Skyhawk und die A-5 Vigilante wurden Mitte der 70er Jahre von der Navy ausgemustert. Die F-4 Phantom, A-7 Corsair und F-8 Crusader wurden ab Ende der 70er Jahre durch F-14 Tomcats ersetzt und ab 1983 wurde die F/A-18C Hornet Stück für Stück in der Navy eingeführt und löste die älteren Flugzeugtypen ab. 1996 fand schließlich die letzte Reise der A-6 Intruder auf der USS Enterprise statt, 2005 wurde schließlich die F-14 Tomcat letztmalig an Bord der USS Theodore Roosevelt eingesetzt. E-2 Hawkeyes wurden ab 1964 eingeführt und sind auch heute noch im Dienst, die EA-6B Prowler kam 1971 zur Navy und flog bis 2015, sie wurde durch die E/A-18G Growler, die auf der F/A-18G Super Hornet basiert, ersetzt. Die S-3 Viking wurde zwischen 1974 und 2009 als U-Jagd-Flugzeug in der Navy betrieben, der SH-3 Sea King wurde ab 1988 durch HH-60H Seahawk, SH-60B Seahawk und SH-60F Oceanhawk Hubschrauber ersetzt. So viel zu den Eckdaten der Navy-Flieger.

Wichtig sind mir dabei vor allem die F-14 Tomcat, die A-6 Intruder, die SH-60 Seahawks und die S-3 Vikings darzustellen, einfach aus persönlicher Präferenz. Somit sind schon mal alle Bauzustände vor 1988 und nach 1996 ausgeschlossen, wie man an den oben beschriebenen Aktivzeiten der Flugzeugtypen erkennt.



Mit dieser Vorgabe machte ich mich folgend auf die Suche nach Flugzeug-Decals, führend in dem Bereich ist wohl Starfighter Decals aus den USA. Dort werden jede Menge Flugzeugmarkierungen für den 1:350 Maßstab angeboten.
Für die Enterprise gibt es folgende Komplett-Sätze:

• CVW-8 der Operation Enduring Freedom von 2001: die A-6 Intruder fehlen, da bereits ausgemustert, der Träger braucht eine Modernisierung (Radaranlagen)
• CVW-14 von 1974, die erste Fahrt der Tomcat: keine SH-60, keine S-3 Vikings, Insel noch im ursprünglichen Zustand
• CVW-17 von 1996, letzte Fahrt der A-6 Intruder: alle gewünschten Flugzeugtypen sind dabei, der Träger braucht eine Modernisierung (Radaranlagen)

Alle drei Optionen benötigen Nacharbeit am Flugzeugträger, wenn man historisch korrekt bleiben will. Das CVW-14 von 1974 kommt nicht in Frage, der Umbau an der Insel wäre mir zu umfassend.
Das CVW-8 wäre das modernste, jedoch ohne meine heiß geliebte A-6 Intruder, seit dem Film „Flug durch die Hölle“ wohl mein Lieblings-Marine-Flieger, noch vor der Tomcat. Bliebe schlussendlich das CVW-17, welches alle Typen berücksichtigt aber diverse Modifikationen nötig machen würde.

Nun die Frage an euch: würdet ihr den Träger modernisieren oder fünfe grade sein lassen und das CVW-17 von 1996 auf einem Träger von 1990 platzieren?
Ich bin auf eure Meinungen gespannt.

19

Donnerstag, 30. März 2017, 20:11

Umbauen! Ist zwar etwas Arbeit, aber am Ende wirst Du damit glücklicher. Ich weiß, wovon ich rede: bei meinem immer noch im Bau befindlichen Zerstörer waren sämtliche Bullaugen falsch angeordnet, also hab ich sie zu geschmiert und neu gebohrt...Verrutschte erneut geschlossen und wieder gebohrt...Im Nachhinein bin ich froh, mir diese Arbeit angetan zu haben, es ist nun so, wie es war. :kaffee:
Gruß, Olaf

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Donnerstag, 30. März 2017, 20:11

Immer nur Würstchen,...ist ja langweilig.
Da setz ich lieber dazu und warte was noch kommt. :wink:


LG Heinz
Leute hetzt euch nicht ab, ihr kommt noch früh genug zu spät! ;)


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21

Donnerstag, 30. März 2017, 20:51

Ja also....
Verschiedene Zeitpunkte mischen würde ich auf keinen Fall. So ein Projekt kann man nicht mit einem bewussten Geburtsfehler starten, das läuft einem ewig nach.
Wenn ich das richtig verstanden habe, wäre vom Bausatz (ohne Umbau) und von Deinen Wunschflugzeugen her der Zeitraum 1988-1990 möglich, aber dafür gibt es keine Decals?
Es wäre interessant, ob und wie weit die Flugzeugmarkierungen von z.B. 1990 sich von denen von 1996 unterscheiden, war ja alles in low-vis, Grau in Grau, die Navy hatte da ihre unbunte Phase. Ich will darauf hinaus, daß es evtl. einfacher wäre, die Markierungen der Flieger anzupassen, als die Radaranlagen des Trägers. Wie sieht es denn dafür mit Teilen und Dokumentation aus? Mein Fachwissen endet ja 1945...
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22

Freitag, 31. März 2017, 07:40

Umbauen natürlich :) :)
Da wir dann Quasi, zeitversetzt (ich dann irgendwann), den gleichen bauzustand bauen wollen, den von 1996. Kann ich die Tage mal mein ganzes Zubehör in die Bausatzvorstellung bringen. Wo unter anderem auch die Starfighter Decals für die CVW-17 schon da sind

23

Freitag, 31. März 2017, 08:00

Guten Morgen,

Ich habe mich für Jochens Variante entschieden. Nach etwas Recherche (die Seite Seaforces.org ist dabei sehr hilfreich) war zu ermitteln, dass in den 80er Jahren das CVW-11 auf der USS Enterprise stationiert war. Für diesen Air Wing gibt es von Boatswain Models einen Decal-Satz für 1982. Zu diesem Zeitpunkt entsprach der Bauzustand der Enterprise dem des Tamiya-Bausatzes weitgehend.
Allerdings macht das Umplanungen im Air Wing erforderlich. Die SH-60 Seahawks gab es zu dieser Zeit noch nicht, ich werde also die SH-3 Sea Kings nutzen. Weiterhin waren statt F/A-18 Hornets zu dieser Zeit noch die A-7 Corsair II auf der Enterprise stationiert. Das passt ganz gut, da dieser Flugzeugtyp noch lieferbar ist. Bei der F/A-18 sieht es da schlecht aus zur Zeit.

@Michael: Ich würde mich freuen, wenn du den Starfighter Decal-Satz vostellen würdest. Mich würde vor allem interessieren, wie viele Flugzeuge der Satz abdeckt. Der von Boatswain reicht für insgesamt 54 Flugzeuge, da bin ich mir noch nicht sicher, ob das wirklich ausreicht.
Wenn hier im Forum zweimal der gleiche Bauzustand gebaut wird, wäre das ja langweilig :P

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24

Freitag, 31. März 2017, 09:02

Der Decalbogen ist für das ganze Airwing ich meine es sind 67 Maschinen (schreibe ich in der Vorstellung) .
Habe das mal versucht im Internet zu finden welche und wie viele Maschinen in dem jeweiligen Airwing waren habe dann per zufall in einem Englischem Forum die Antwort für das CVW-17 1996 auf der Enterprise gefunden.
Das gute war dann auch noch gewesen das die Antwort von einem kam der zu der Zeit auf der Enterprise auf dem Hangardeck gedient hatte.

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25

Freitag, 31. März 2017, 12:02

Mahlzeit!
Der von Boatswain reicht für insgesamt 54 Flugzeuge, da bin ich mir noch nicht sicher, ob das wirklich ausreicht.

Würd schon meinen, daß das reicht, etliche stehen ja auch auf dem (nicht vorhandenen) Hangardeck, und einige sind bestimmt auch grad in der Luft, das ist schließlich ihr Job. Frage ist natürlich auch, wie sich das auf die Typen verteilt, es gab ja mehr Tomcats und Corsairs als Seakings und Vikings. Jedenfalls dürfte das Deck mit 54 Krähen schon ganz gut gefüllt sein, es muß ja auch noch Platz für Flugbetrieb sein.
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-Otto von Bismarck

26

Freitag, 31. März 2017, 12:47

Hallo,

das nimmt ja langsam konkrete Formen mit dem Bauzustand an.

CVW 11 war von 1982 bis 1987 - in der Zusammenstellung unverändert - an Bord.

VF-114 F-14A NH 100
VF-213 "-" NH 200
VA-22 A-7E NH 300
VA-94 "-" NH 400
VA-95 A-6E/KA-6D NH 500
VAW-117 E-2C NH 600
VAQ-133 EA-6B NH 604
HS-6 SH-3H NH 610
VS-21 S-3A NH 700

Quelle: Detail & Scale Vol. 39 Druck 1991

Zum Ende dieser Zeit hin landete im Rahmen von carrier qualifications auch die ein odere andere Hornet Ein-und Zweisitzer auf der Big E.
Grüße Jörg


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27

Freitag, 31. März 2017, 13:03

@Jörg: Die Listen hatte ich bei meiner suche für die CVW-17 auch gefunden. Da ist nur das doofe das da steht welche Flieger dabei sind aber nich wie viele es genau sind.

28

Freitag, 31. März 2017, 13:47

Hallo Popeye,

ich denke die Anzahl der jeweiligen Flugzeuge kann man auch nachschlagen oder aus dem Internet ziehen. Dann aber über direkt über die Staffeln.Vielleicht jeweils ein Dutzend? Die Nummern der Staffeln u. Flugzeuge entsprechend der NH Kennung sind ja auf dem Flugzeug angebracht Die 100 für den Staffelführer der VF-114 und dann 101 bis .... für den Rest. VF- 213 200 der Staffelführer usw. usf.
Bei den Hilfsstaffeln
VAW-117 E-2C NH 600
VAQ-133 EA-6B NH 604
HS-6 SH-3H NH 610
VS-21 S-3A NH 700

sind es vermutlich nur jeweils Detachments der Staffeln
Grüße Jörg


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Freitag, 31. März 2017, 16:03

Ja Hallo!

Aus dem Trägerbuch von Terzi nun die folgende Info.

Eine CVW ab 1998
Jagdstaffeln je 12 Maschinen F-14
Angriffstaffeln je 12 F-18 Ist ja Jäger wie Jagdbomber
Radarwarnstaffel (VAW) 4 Maschinen E-2C
Elektronikstaffel (VAQ) 4 EA_6B
Seeüberwachungsstaffel (VS) 8 S-3B
Hubschrauberjagdstaffel (HS) 4 SH-60F, 2 HH-60H
Flottenerkundungsstaffel (Detachment) 2 ES-3A Sea Shadow
Die Sea Shadow, war leider nur sehr kurzfristig. wenige Jahre in Dienst. Soweit ich weiß wurden deren Aufgaben von speziellen Hornets übernommen als die verfügbar wurden.



Die obigen Informationen sind eher für Popeye interessant, aber die Anzahl der Maschinen pro Staffel kann man sichterlich auch für den Zeitraum Mitte der 80er Jahre herhalten.
.
Grüße Jörg


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Freitag, 31. März 2017, 19:15

Hallo Freunde des Flugzeugträgerbaues,

es haben sich ja hier schon interessante Diskussionen ergeben. Jörgs Angaben kann ich soweit aus dem 1982er CVW-11 Decal-Bogen von Boatswain-Models bestätigen, die Staffeln stimmen überein.
Als Problematisch erweisen sich aber die Staffelstärken. Der Decal-Bogen von Boatswain Models liefert folgendes:

VF-114: 8x F-14A Tomcat
VF-213: 8x F-14A Tomcat
VA-22: 8x A-7E Corsair II + 2x A-7E Corsair II mit Low-Vis
VA-94: 8x A7E Corsair II + 2x A-7E Corsair II mit Low-Vis
VA-95: 6x A6E Intruder
VS-37: 6x S-3B Viking
VAQ-133: 4x EA-6B Prowler
HS-6: 4x SH-3 Sea King

Das macht insgesamt Decals für 56 Flieger, ein vollständiges CVW ist das meiner Meinung nach nicht. Denn auch ich denke, dass eine Staffel jeweils 12 Flugzeuge hat und dass das auch in den 80er Jahren schon so war.
Auch die Anleitung des Decal-Sets spricht von mehr Flugzeugen, denn da sind für das VA-95 insgesamt 14 A-6E Intruder beschrieben und für das VS-37 12 S-3B Viking (ergäbe insgesamt 68 Flieger), leider liegen diese Decals aber nicht bei und sind auch seperat nicht erhältlich. Starfighter bietet dazu leider auch nichts passendes an, alle Sets von Anfang der 80er sind Nimitz-Geschwader, einen anderen Hersteller von 1:350 Flugzeugdecals für diesen Zeitraum kenne ich leider nicht.
Ein vollständiges CVW wird wohl schwer darzustellen sein ?(

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