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Montag, 6. März 2017, 17:20

Pz. IV Ausf. K "Schlachtross" / Dragon+Aftermarket 1:35

Eigentlich bin ich kein Fan von Papierfahrzeugen. Die deutschen E-Serien-Fahrzeuge mag ich nicht. Aber was es mir angetan hat, ist der Entwurf für den Pz. IV Ausf. J mit dem Schmalturm des Panther Ausf. F. Hier findet sich anhand der Wanne des IV J mit den Thoma-Gitterschürzen alle Filigranität, die der E-Serie abgeht. Deshalb hier ein kleiner Baubericht. Vielleicht interessiert das jemand. Immerhin ist das Fahrzeug selten und der Bausatz bug-verseucht.

Zum realen Fahrzeug: Diese Kiste existierte nur als Papierentwurf bei Krupp. Gebaut wurde es nicht. Sinn und Widersinn sind sicher verhandelbar. Zumindest theoretisch wäre der Panther-Schmalturm für einen PIV projektierbar gewesen - der Turmkranzdurchmesser ist annährend gleich. Einerseits hätte der ausgezeichnete Panther-F-Turm mit der 75 mm L/71 den altersschwachen PIV konkurrenzfähig zu schweren Geräten wie dem IS-2 geboostet. Andererseits wäre das Fahrzeug teuer gewesen (die Kosten hätten wohl annährend an einen regulären Panther herangereicht). Zudem war das Fahrwerk des PIV mit dem enorm schweren Turm am Ende seiner Leistungsfähigkeit. Das Fahrzeug wäre untermotorisiert (zumindest mit dem PIV-Originalmotor) und entsprechend schwerfällig gewesen. Als Aufwertung für vorhande PIV-Wannen und aus Gründen der Produktionsvereinfachung gab es aber durchaus Gründe für einen Bau. Wäre es zum Bau gekommen, hätte es anhand allerlei Änderungen eine neue Ausführungsnummer gegeben - beim PIV dann sinniger Weise K. Gelegentlich findet man den Projektnamen "Schlachtross", der wohl angelehnt an die unformatige Optik dieses Fahrzeugs im Hause Krupp entstand. Auch der ist inoffziell, aber ich finde ihn eigentlich ganz treffend.



Zur Modellumsetzung: Geplant ist der Bau eines hypothetischen Prototypen. Die Kiste kommt gerade als Prototyp aus der Krupp-Fabrik herausgerollt. Ein abgedroschenes Kampffahrzeug erscheint mir hier unpassend. Die Fabrikauslieferung offeriert zudem die Chance, den Bock komplett in Menige (Rostschutzrot) zu lackieren.

Zum Bausatz: Dragon hat nicht allzu lange her, ein passendes Modell auf den Markt gebraucht. Vermutlich haben - meine Interpretation - einige World-of-Tanks-Fanboys laut danach geschrien. Alte Dragon-Taktik: Vorhande Spritzlinge neu sortiert und ohne Nachdenken mit neuer Anleitung für teuer Geld auf den Markt geschmissen. Soweit so gut bzw. so schlecht: "Smart" ist bei diesem Smartkit tatsächlich nur der Name auf der Schachtel. Vorhande Reviews zum Modell (" well-engineered and molded model" / IPMS USA), sind mit gutem Gewissen ein Hohn. Probleme:

1. Baut man das Ding so zusammen, wie Dragon instruiert. wird der Turm nicht drehbar sein!!! Er stößt gleich an drei Stellen an (Funkerluke, Ersatzräder, Kühlwasservorrichtung am Heck). :bang:
2. Die Anordnung auf der Wanne enspricht nicht den Blueprints. Daher auch Makel Nr. 1. Es ist nämlich nicht damit getan, eine einfache J-Oberwanne zu verwenden, wie Dragon es bequemlichkeitshalber handhabt. Eine Kugelblitz-Wanne mit angeschränkten Luken würde Abhilfe schaffen - allerdings wäre der Turm hier noch weiter vorne gelegen, was die ohnehin vorhande Buglastigkeit des Fahrzeugs weiter verstärken würde und konstruktionsbedingt Unsinn wäre. "Schlachtross" hat deshalb eine geänderte Anordnung der Luken: Funker und Fahrerluke befinden sich auf einer Höhe.
3. Dragon will nur an die ersten beiden Positionen Stahllaufrollen verbaut haben. Das entspricht dem Vorgehen gegen Buglastigkeit und ist analog dem Jagdpanzer IV. Beim Schlachtross ist das Unsinn. Das Fahrzeug hätte mindestens an den vier vorderen Positionen Stahllaufrollen wie ein Brummbär, den es an Gewicht sogar übertrifft. Ich werde alle Rollen gegen Stahllaufrollen ersetzen -> Aftermarkt.
4. Das Fahrzeuggewicht ist für die bekannte, schmalspurige 40cm-PIV-Kette mehr als grenzwertig. Um das zu regulieren (und nicht zuletzt Optik-halber), wird er auf Ostketten gestellt.
5. Dragon liefert zwar die Thoma-Schürzen mit Ätzteilen mit, allerdings unvollständig, denn die Top-Auflage derselben, beim PIV J aus diesem Haus enthalten (Ist Geiz geil?) , werden ausgepart. :rolleyes:

Das führt dann zu dieser Grundausstattung:

Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.

2

Montag, 6. März 2017, 17:29

Na dann mal los, ich bin dabei ;)
Gutes Gelingen :smilie:
Ob groß, ob klein, ob arm, ob reich. Vor einem Lauf sind alle gleich :pinch:

Im Bau: AMT 1/25 74er VW Scirocco LS
Im Bau: Dragon: SU 76i in 1:35

3

Montag, 6. März 2017, 19:06

Da bin ich dabei, Paper-Panzer ist zwar auch nicht so sehr meins, aber dümmer werde ich hier sicherlich nicht.
Gutes Gelingen
Moritz
Meine aktuellen Baustellen:

Im Bau: Dragon Tiger II Henschel in 1:35
Im Bau: Riich.Models Radschlepper Ost in 1:35

4

Montag, 6. März 2017, 19:59

Hallo an alle Interessenten :wink:

Also nach Sortieren der Bilder ran an's Werk.

Bauanleitung bleibt erstmal bei Seite, denn als erstes wird der größte Mißstand beseitigt - der nicht passende Turm. Vergeigt man das, kann der Bausatz in die Tonne und das wäre ja schade drum. Wie man einen Panther F-Turm baut, erspare ich der Leserschaft. Den dürfte jeder zusammen bekommen. Wie üblich muß die Turm-Rückwand um ca. 0,5 mm an den Seiten eingeschliffen werden, aber das ist kein großes Problem.

Also hin zum heiklen Abschnitt. So stellt Dragon sich das vor: Vorne: Turm hängt an der Funkerluke. Und da ist wohlgemerkt noch keine Farbe drauf, die die Dicke nochmal erhöhen wird. :bang:




Lösung: Man verlegt die Luke nach vorne auf Höhe der Fahrerluke. Zwischen Oberkante Luke und dem Knick am Turmdach müssen es 6 mm sein. Aufgemalt und mit einer Vierkantfeile ausgeschnitten. Oben kommt ein passendes Stück Sheet rein. Den U-förmigen Rand um die Luke muß man nur unten und an den Enden oben abschneiden. Der Rest bleibt einfach stehen. Die beiden Halterungen für das Lukenscharnier habe ich vorsichtig mit dem Cutter entfernt, wobei eine fortan auf Nimmerwiedersehen Urlaub im Teppich macht. Aus einem alten Müllteil habe ich ein entsprechendes Stück rausgeschnitten und ergänzt. Es ist nicht 100%, aber tut seinen Zweck.



Jetzt noch die Ränder nachbilden. Hierzu hab ich Haltegriffe eines T-34 verwendet. Die passen von der Dicke (ca. 0,4-0,5 mm) ziemlich gut und haben schon die leichte Rundung an den Ecken.



Da ich an den anschließenden Farbauftrag denke, habe ich aber noch den Turm selbst um 0,5 mm angehoben, einfach Kupferdraht um den Turmring. Das prüfe ich nochmal, wenn Farbe drauf ist. Zur Not lässt der sich schnell wieder entfernen.



Einmal Maß genommen und: paßt. Danke Dragon, daß ihr dafür sorgt, daß einem nicht langweilig wird. :D



An der Kühlwasseröffnung hinten ist einfacher. Man verbaut nicht das vorgesehene Teil H41, sondern die H42, welches abgeschrägt ist. Dieses Teil verlegt man noch 0,5 mm nach hinten, indem man die Bohrungen erweitert. Die Öffnung größer schleifen muß man nicht.



Operation gelungen. Der Turm rotiert frei.
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Dienstag, 7. März 2017, 08:35

Jo los gehts. :ok: Bin gespannt was du draus machst!

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Dienstag, 7. März 2017, 19:26

Der Turm bekommt noch eine Anti-Flugzeug-Zusatzpanzerung. Zwei Abstandspanzerplatten. Auf die paar hundert Kilo kommt es bei der Fahrwerksüberlastung auch nicht mehr an. Schaut aber cool aus. Zusatzteile von Voyager. Die Abstandshalter alle auf gleiche Länge feilen ist etwas tricky. Ich habe zum Glück 1 mm mehr draufgegeben und konnte dann deckend anpassen. Bündig auf 4 mm Länge schneiden ist problematisch. Die minimalen Klebespuren kann man einfach entfernen, indem man das Teil in den Gefrierschrank gibt. Damit wird der Sekundenkleber brüchig. Einmal mit der Bürste drüber, dann sieht das Ätzteil aus wie geleckt. Auf keinen Fall sollte man die Panzerung festkleben, denn dann bekommt man sie nie mehr lackiert in den Zwischenräumen.



Als Schildbürgerstreich hat sich Dragon das Fahrwerk gedacht. Stahllaufrollen aus sieben Teilen sind sinnlos-Arbeit und überflüssig wie ein Kropf. Ebenso bescheuert sind die Ätzteil-Einlagen für die Spannräder in drei Einzelteilen pro Rad = gesamt 12.

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Dienstag, 7. März 2017, 19:47

Weiß gar nicht was Du hast :abhau:
Danke Dragon, daß ihr dafür sorgt, daß einem nicht langweilig wird. :D
Hast aber völlig Recht...Sowas muß nicht sein. Die Zusatzpanzerung macht sich sehr gut :ok:
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8

Dienstag, 7. März 2017, 22:03

Mahlzeit!

Ich muss mich wirklich über die Firma Dragon wundern. Ich baue 1:350er Schiffe, da zählt Dragon zum feinsten, was man kaufen kann, allerdings habe ich mal in einem bezeichnenderweise nicht zuendegeführten Baubericht das schöne Wörtchen "overengineerd" gelesen, daran musste ich hier beim Laufwerk denken. Aber für so blöde Fehler wie hier am Turm sind die Bausätze einfach zu teuer.
Ist die Bauanleitung auch so schlecht, wie ich das gewohnt bin?
Ein guter Rat des Vaters an den Sohn:
Halte stets mit allem Maß-mit dem Essen,dem Trinken und dem Arbeiten.Vor allem mit dem Arbeiten.
-Otto von Bismarck

9

Dienstag, 7. März 2017, 23:16

"overengineerd"
Genau das trifft es. Wenn man etwas aus vielen Teilen konstruiert, weil es filigran / verschachtelt ist, ein Geschütz etwa, ergibt das ja Sinn. Aber eine Laufrolle, die man aus nominell 2 Teilen aufbauen kann, aus 7 konstruieren, ist für mein Geschmack Blödsinn, weil es kein Detailplus gibt.

Aber für so blöde Fehler wie hier am Turm sind die Bausätze einfach zu teuer.
Jup. Unverschämt teuer im Normalpreis. Eine richtige Apotheke. Den Bock habe ich recht günstig für ca. 40 EUR in der Bucht geschossen. Das lasse ich mir noch gefallen. Ich glaube, die Kisten werden umso anfälliger für Fehler, je mehr Teile-Recycling Dragon betreibt - also vorhandene Spritzlinge mit Minimalaufwand zu neuen Modellen verwursten.

Ist die Bauanleitung auch so schlecht, wie ich das gewohnt bin?
Sie ist wie üblich verwirrend. Immer mal trocken anpassen empfiehlt sich. Sieht man vom Makel um den nicht drehbaren Turm ab, habe ich bislang aber noch keine weiteren Fehler gefunden. Da bin ich von Pz III-Anleitungen aus dem Hause anderes gewohnt. Dort steht schon ewig und drei Tage lang bei allen Modellen, daß man die Drehstabfederung spiegelverkehrt reinsetzen soll. :S

Alles in allem könnten die sich mal ne Scheibe bei Tamiya abschneiden. Deren Kisten lassen sich blind nach Anleitung zusammenschrauben. Nur haben jene ausgefallene Typen wie diesen halt nicht im Angebot.
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Dienstag, 7. März 2017, 23:53

Feine Sache. Den Bausatz habe ich hier auch noch liegen, da lese ich neugierig mit. :ok:

Ich habe meinen Bausatz jetzt nicht zur Hand. Aber liegen dem Bausatz noch andere Luken für Fahrer/Funker bei ?
Die hier an deinem Modell gezeigten Luken sind die falschen von der Ausf.H (mit umlaufender Wulst). Für eine späte Ausf.J sollten es die Luken mit den abgerundeten Kanten sein.

Am Turm sollte (in Fahrtrichtung) in der Turmfront links neben der Kanone die Bohrung verschlossen werden. Die ersten Versuchstürme hatten hier die Öffnung für das Richtvisier. Spätere Versuchstürme hatten das Richtvisier in das Turmdach verlegt (direkt hinter der Turmfront unter einer Panzerhaube, aber noch die Bohrung in der Turmfront. Serien-Türme besaßen diese Bohrung dann nicht mehr.
Dragon hat die Bohrung in der Turmfront und das Richtvisier im Turmdach unter Panzerhaube. Streng genommen hat Dragon so also einen der späteren Versuchstürme dargestellt.

früher Versuchsturm, mit Bohrung in Turmfront für Richtvisier. Noch kein Richtvisier im Turmdach unter Panzerhaube.

Bildquelle : materielsterrestres39-45.fr

Späterer Versuchsturm, noch Bohrung für Richtvisier, aber schon Visier in Turmdach unter Panzerhaube.

Bildquelle : ftr.wot-news.com

Turm ohne Bohrung für Richtvisier in Turmfront.

Bildquelle :
ftr.wot-news.com

Serienturm
ohne Bohrung für Richtvisier in Turmfront.
Beachte die Ösen für Tarnmaterial an den Turmseiten und den vorbereiteten Antennensockel auf dem Turmdach (um normale Kampfpanzer bei Bedarf im Felde schnell in ein Befehlsfahrzeug umrüsten zu können).

Bildquelle : materielsterrestres39-45.fr
Hätte Gott gewollt das ich Grünzeug fresse, wär' ich ein Kaninchen!

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Mittwoch, 8. März 2017, 00:39

Dank dir, das sind mal nützliche Infos :ok: :prost:

Schon gefixt. J-Luken drauf (Dragon will wohlgemerkt die H montiert haben) und die Turmfront mit Greenstuff abgedichtet. J-Luken (korrekt): Bauteile C22 + C23 / H-Luken (falsch): E22 + E24.



Unter der Kappe am Turmdach fehlt das Periskop. Ich glaube ich habe noch irgendwo im Keller eine kack Schlager-CD von der Ex. Die wird später kleingebrochen und als Periskopspiegel dienen. :D
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12

Mittwoch, 8. März 2017, 08:13

Atemlos durch die Nacht! Wow zu was Schlager CD´s alles gut sein können. Übrigens auch super Info Steffen. So lagnsam gefällt mir der Bausatz richtig gut.

13

Mittwoch, 8. März 2017, 15:16

Schon gefixt. J-Luken drauf (Dragon will wohlgemerkt die H montiert haben) und die Turmfront mit Greenstuff abgedichtet. J-Luken (korrekt): Bauteile C22 + C23 / H-Luken (falsch): E22 + E24.
Ja, das kennen wir doch nicht anders von DRAGON ... deren Bauanleitungen leiten nicht an, sie leiten in die Irre. Wer da nicht vorher genau die Bauanleitung studiert, sich etwas zum Vorbild schlau macht und beim Bau Teile trocken anpasst, der ist bei DRAGON hoffnungslos verlohren. :roll:
Das in die Irre führen hat bei DRAGON Tradition. Wenn die mal einen stimmigen Bausatz mit fehlerfreier Bauanleitung bringen würden ; ich glaube ich wäre völlig schockiert. :abhau:

Bau mal entspannt weiter. Ich bin sehr gespannt, wie nachher der komplette Rohbau wirkt. Ich bin mir nämlich für meinen Bausatz noch nicht sicher, ob ich den gleichen Weg wie du gehe oder ob ich eine Oberwanne vom Kugelblitz nehme (mit versetzter & angepasster Turmöffnung). Die Ecken des Schmalturmes drehen ja dennoch über die Luken. Müßte man im Ernstfall ausbooten, hätte bei gedrehtem Turm so entweder der Fahrer oder der Funker schlechte Karten. Da wären die schrägen Luken wie beim Kugelblitz besser.
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Mittwoch, 8. März 2017, 16:03

Ich bin mir nämlich für meinen Bausatz noch nicht sicher, ob ich den gleichen Weg wie du gehe oder ob ich eine Oberwanne vom Kugelblitz nehme (mit versetzter & angepasster Turmöffnung). Die Ecken des Schmalturmes drehen ja dennoch über die Luken. Müßte man im Ernstfall ausbooten, hätte bei gedrehtem Turm so entweder der Fahrer oder der Funker schlechte Karten. Da wären die schrägen Luken wie beim Kugelblitz besser.

Überlegt hatte ich das auch. Dagegen spricht allerdings die enorme Kopflastigkeit, die durch den vorversetzten Turm verstärkt wurde. Das Fahrwerk hätte sprichwörtlich auf dem allerletzten Loch gepfiffen. Es war ja nicht mal drin, die angeschrägte Frontpanzerung des JPz IV für die Ausf. J zu übernehmen. Dagegen spricht aber auch, daß...

beim IV H mit Schürzen darauf keinen Wert gelegt wurde...


beim Panther A auch nicht...


und beim Panther G auch nicht...


... Patriotismus obsiegt Sinn: Der deutsche Landser bootet nicht aus. Sieg oder Untergang. :D :rolleyes:
So oder so: Das schöne ist, wir wissen's nicht definitv. Aber spekulieren macht ja auch Spaß.

Weißt du, welches die korrekten Rücklaufrollen für späte J aus dem Hause Krupp sind - mit Rand oder ohne?

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Donnerstag, 9. März 2017, 00:52

Turm im Endausbau

Was fehlt im Bausatz, ist der oben beschriebene Antennensockel am Turm. Aber hier schlägt sich Dragons Teilverwurstung positiv nieder: In der Krambox finden sich welche (5+6) an einem StuG III-Spritzling. Cutter angesetzt. Aufgeklebt, dran ist er.



Dann kommt noch ein besonderes Schmankel. Fernsteuer-MG mit Infrarotscheinwerfer - High-End im Mai '45. Klasse Bronco-Bausatz. Minimal kleine Teile, aber toll durchdacht und super detailliert. Aus 22 Teilen besteht der Halter.



Letztlich kommt noch der Regenschutz über das Rohr. Hier liefert Dragon ein vorgeformtes Ätzteil, was mal ausdrückliches Lob verdient. Der Infrarot-Waffenhalter bekam noch einen MG-Gurt und Verkabelung. Den MG-Gurt kann man gut in sehr heißem Wasser in Form bringen. Beim Trocken-Biegen hat es vorher einen zerbrochen.







Klarsichtteile kommen erst nach dem Lackieren dran. Was ebenso noch fehlt, sind oben beschriebene Ösen an den Turmseiten. Die kommen ganz am Ende, was ebenfalls lackiertechnische Gründe hat. Bei Farbmodulation führen erhabene Stellen zu Schattenwürfen. Hier unterhalb der Griffe auf 8 Uhr, obwohl das Licht exakt von derselben Seite kommt.



Weiterhin stören die Dinger auch bei der Alterung, da man Streaking und Rainmarks an den Turmseiten unterbrechen muß. Besser also man lackiert sie separat und positioniert sie am Ende mit Sekundenkleber.
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Donnerstag, 9. März 2017, 08:38

Der Turm ist schonmal genial!

17

Donnerstag, 9. März 2017, 09:05

Jep, sieht echt klasse aus :ok:

Aber mal ne ganz andere Frage: was für Kleber nimmst Du denn? Ich hab den Cyanacrylat von MIG (slow dry). Ich schleife die Ätzteile am Träger an (fass die Klebeflächen auch nicht mehr an), klebe zusammen, warte ne halbe Stunde...und zack- bricht meistens wieder alles ab. Vor allem bei Teilen die auf Stoß geklebt werden hält nix ;(
So langsam vergeht mir die Lust an Ätzteilen. Wo ist der Fehler? :nixweis:
Ob groß, ob klein, ob arm, ob reich. Vor einem Lauf sind alle gleich :pinch:

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18

Donnerstag, 9. März 2017, 18:24

Mahlzeit!
Wo ist der Fehler? :nixweis:

Klebefläche vergrößern! Ich lasse die Fuge nachher immer noch mit extadünnem CA vollaufen.
Ein guter Rat des Vaters an den Sohn:
Halte stets mit allem Maß-mit dem Essen,dem Trinken und dem Arbeiten.Vor allem mit dem Arbeiten.
-Otto von Bismarck

19

Donnerstag, 9. März 2017, 19:05

Danke euch :) Ich finde die Zurüstteile am Turm haben sich gelohnt.

Aber mal ne ganz andere Frage: was für Kleber nimmst Du denn? Ich hab den Cyanacrylat von MIG (slow dry). Ich schleife die Ätzteile am Träger an (fass die Klebeflächen auch nicht mehr an), klebe zusammen, warte ne halbe Stunde...und zack- bricht meistens wieder alles ab. Vor allem bei Teilen die auf Stoß geklebt werden hält nix ;( So langsam vergeht mir die Lust an Ätzteilen. Wo ist der Fehler? :nixweis:

Ich habe auch eher eine Hassliebe mit den Ätzteilen. Mit dünnflüssigen Klebern wie diesem komme ich nicht zurecht. Ich verwende erstmal ausschließlich Pattex Ulra Gel. Das Gel ist dückflüssig - mit einem Zahnstocher aufs Ätzteil gebracht, klappt das ganz gut. Man kann ca. 20 Sek. korrigieren. Ich hab auch schon das Gel von Uhu getestet, aber damit kam ich ebenfalls nicht zurecht. Erst wenn das Ätzteil sitzt, lasse ich im Bedarfsfall dünnflüssigen Kleber mit Kapillareffekt in vorhandene Fugen laufen (ebenfalls Pattex Ultra). Anschleifen mache ich nie, wohl aber mit Aceton entfetten.
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20

Donnerstag, 9. März 2017, 19:08

Na dann will ich mal mit Pattex testen, danke Dir :hand:
Ob groß, ob klein, ob arm, ob reich. Vor einem Lauf sind alle gleich :pinch:

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Donnerstag, 9. März 2017, 21:17

Ich schleife generell alle Ätzteile noch an der Platine an, dadurch hält der Sekundenkleber deutlich besser. Da verwende ich UHU flüssig ; ein/zwei Tropfen auf einen nichtsaugenden Träger (Kronkorken, Stück Ätzplatine, was auch immer gerade zur Hand ist). Davon wird mit einem 0,3mm Draht etwas aufgenommen und an die Klebestelle geführt. Den Rest macht die Kapillarwirkung. Hält immer bombenfest. Bei Stoßverklebungen wird noch etwas Sekundenkleber nachgeträufelt. Hat bislang immer gehalten. Wichtig (vor Allen bei Verklebung auf Stoß) ist Spannungsfreiheit. Da hilft vorsichtiges Ausglühen des jeweiligen Ätzteiles, so läßt es sich geschmeidig biegen. Denn ist Spannung auf den Ätzteilen, genügt eine ungünstige Berührung und das Teil fliegt davon. Da bringt der beste Sekundenkleber nichts.

@ casaubon
Mit den Stützrollern kann ich leider nicht helfen. So weit gehen meine Kenntnise nicht. Soweit ich weiß, waren es einfach nur Varianten. :nixweis:
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Samstag, 11. März 2017, 18:00

Bau der Wanne

Weiter geht's: Die Wanne ist zusammengesetzt. Spaß macht das nicht - die Teile sind auf X Spritzlinge verteilt. Die meiste Zeit verbringt man mit Teilesuche. Immer ein Kleinteil pro Spritzling. Ein Tapeziertisch zum Ausbreiten der gefühlt 100 Spritzlinge würde das Ganze sicher beschleunigen.

Dragon üblich bleiben einige Stolpersteine. Die richtige MG-Blende ist Teil E14 (ohne Rand), nicht wie in der Anleitung benannt G31. Bei anderen Gelegenheiten gibt es Wahlmöglichkeiten, die Dragon extra zur Verwirrung des Bauherrn eingebaut hat. Hier hat man dann mangels Dokumentation jeweils eine Fifty-fifty-Chance, die richtige Variante für die späte J-Wanne zu wählen. :cracy: :bang:

Hier wählt man die obere Version mit den Griffen:



Füpr die obere Frontplatte wählt man die linke Version mit den Ösen (für Tarnmaterial):



Für die Kupplung am Heck wählt man die rechte Version mit runden Ausfallenden:



Trotz der zerstückelten Bauteile, die einem das Leben das schwer machen, ist die Paßgenauigkeit übrigens ausgezeichnet. Spachtelmasse kann getrost eingepackt bleiben.





Auf keinen Fall sollte man beim Wannenbau die Ersatzlaufrollenhalter links montieren. Die Laufräder stehen über und machen den Turm nicht drehbar. Später mehr zur Lösung.

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Sonntag, 12. März 2017, 02:04

Für die obere Frontplatte wählt man die linke Version mit den Ösen (für Tarnmaterial):
Eigentlich sind das nur vorn angeschweißte Hebeösen anstatt der seitlich angeschraubten Hebehaken (Produktionsvereinfachung). Die Passlöcher für die Hebehaken sind dann hier laut Baustufe 9 des Bauplanes zu verspachteln.
Entscheidet man sich hingegen für die rechte Version mit Bauteil E38, dann müssen in Baustufe 9 alternativ auch seitlich die Hebehaken (bestehend aus A51 und A53) verbaut werden.
Mit angeschweißten Hebeösen wäre es eine finale Ausf.J mit Schmalturm, mit Hebeösen wäre es eine umgebaute ältere J Wanne. Diese Wahlmöglichkeit im Bauplan macht ausnahmsweise sogar Sinn, da Krupp das als "Umbewaffnungsprogramm" plante. Es wären also auch ältere Wannen heran gezogen worden, um im Rahmen einer Werksüberholung auf Schmalturm umgebaut zu werden.

In Baustufe 1 sollte man sich für die geschweißten Spannrollen (A34 und A35) entscheiden. Die gegossenen Spannrollen (A11 und A7) waren zeitweise bei Nibelungen verbaut. Wobei hier aber noch Lagerbestände aufgebraucht wurden.

Zitat

Auf keinen Fall sollte man beim Wannenbau die Ersatzlaufrollenhalter links montieren
Die Laufrollen würde ich ans Heck setzen, ganz genau so wie beim Sd.Kfz.166 "Brummbär. Der Brummbär hat am Heck links und rechts eine Halterung für je 2 Ersatzlaufrollen. Rechts käme es eventuell dem rechten Flammvernichter-Auspuff in den Weg. Aber links sollte es problemlos passen.
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Sonntag, 12. März 2017, 17:31

Dank dir. :) Mit den Hebeösen vorne wollte ich das genau so handhaben: Die seitlichen Löcher zuspachteln. Ich dachte jedoch eher, die seien für Tarnmaterial - sehen so fragil aus.

So, noch zwei Ausbesserungen am Turm. Eigentlich wollte ich ja die mistige Schlager-CD unter die Abdeckung setzen - aber das Zielfernrohr ist rund, wie ich recherchiert habe. Hab nun einen Pin eingesetzt. Glasfarben lackiert genügt das als Andeutung , da es eh unter der Abdeckung sitzt. Was am Turm fehlt und im Bausatz nicht enthalten ist, ist die 12-Uhr-Markierung an der Kuppel. Dabei hat die Abstandspanzerung extra eine Aussparung dafür drin: am Panther G Maß genommen und selbst eine geschnitzt.



Dann die Laufrollen. Die Resinrollen von MR sind der letzte Dreck: Lufteinschlüsse unter dem Resin. Auch bei aller Vorsicht ist die Hälfte zerbrochen. Außerdem sind nur 10 Stück drin in der Packung. Darauf habe ich vorher gar nicht geschaut, sondern eine Vollbestückung unterstellt. Ein Vollbestückung bekommt man damit also so oder so nicht hin. Von den lausigen MR Laufrollen sind ganze vier von zehn (!) fehlerlos, die ich auch verwende. Vier weitere auf der anderen Seite sind von Dragon. So bekommt man immerhin eine 50/50-Bestückung von Stahl/Gummirollen. Also von dieser Klitsche kaufe ich nichts mehr.



In Baustufe 1 sollte man sich für die geschweißten Spannrollen (A34 und A35) entscheiden. Die gegossenen Spannrollen (A11 und A7) waren zeitweise bei Nibelungen verbaut. Wobei hier aber noch Lagerbestände aufgebraucht wurden.

So be it. Das Einkleben der 12 Ätzteil-Laufschienen in die anderen Spannräder war damit umsonst. :bang:



Die Laufrollen würde ich ans Heck setzen, ganz genau so wie beim Sd.Kfz.166 "Brummbär. Der Brummbär hat am Heck links und rechts eine Halterung für je 2 Ersatzlaufrollen. Rechts käme es eventuell dem rechten Flammvernichter-Auspuff in den Weg. Aber links sollte es problemlos passen.

Das war mein erster Gedanke. Aber da gibt es noch ein weiteres Problem, das am vorgegebenen Bausatz komplett untergeht: Dragon will einen Standard-Pz IV Rohrreiniger verbaut haben. Das ist natürlich äußerst sinnvoll, denn der ist für diese Kanone exakt 1,725 m zu kurz. :bang: Hier darf man also Konstrukteur spielen. Sinn ergibt natürlich der Rohrreiniger der Panther-Typen, den ich scratch zusammenbaue. Dessen Platzierung am PIV ist sehr eingeschränkt. Entweder ans Heck oder auf die Hinterkante des Motordecks, so daß die Wartungsklappen noch aufgehen. Je nachdem kommen dann die Laufrollen dran. Entweder ans Heck oder nach JagdPz-IV-Anordnung auf den Wartungsklappen am Motordeck. Das werde ich entscheiden, wenn ich den Rohrreiniger fertig habe.

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25

Sonntag, 12. März 2017, 19:53

Hallo casaubon,

ich habe eine Frage zu Deinem super interessanten Baubericht:

Im Posting #11 sind jeweils links und rechts oben an den Turmseiten hinter den Hebeösen zwei halbrunde Teile, oben abgeflacht und in Fahrtrichtung mit einer Öffnung, zu erkennen. Wofür sind diese Vorrichtungen?

Vielen Dank.
Ralf

26

Sonntag, 12. März 2017, 19:56

Interessant, was sich da alles an praktischen Problemen auftut. 8|
Schau doch mal, ob der zylindrische Behälter für die Panther Rohrreinigungsstangen links an die Oberwanne passt. Also da wo eigentlich der Träger für die Ersatzlaufrollen sitzen würde.
Theoretisch könntest du den in die beiden Schürzenhalter (laut Bauplan Bauteile T23 und T28 ) einfädeln und sogar direkt an den Schürzenhaltern befestigen. Also an den unteren schrägen Streben dieser beiden Schürzenhalter. So wäre der Zylinder nirgends im Weg.

In dem Zylinder waren beim Panther nicht nur die Rohrreinigungsstangen drin, darin wurden auch Ersatzantennen verstaut.
Demnach könntest du sogar in Baustufe 7 das Bauteil E29 weg lassen. Das ist die 2m Ersatzantenne beim normalen Pz.Kpfw.IV Ausf.J. Genau so gut, kannst du die Ersatzantenne aber auch dort belassen.

Die gegossenen Spannrollen kannst du verwenden. Wie erwähnt ; Lagerbestände wurden noch aufgebraucht. Die Regel waren sie nach Herbst 1944 aber nicht mehr. Da hatte man wieder zurück auf die geschweißten Spannrollen gewechselt. :)


@ Border62

Das sind die Panzerhauben des stereoskopischen Entfernungsmessers, welcher im Turminneren an dieser Stelle quer unter dem Turmdach verlief. Vorn in diesen Panzerhauben sind kleine Öffnungen. Dort heraus blicken Optiken, mit welchen die Entfernung zum Ziel trianguliert wurde.
Diese optischen Hilfsmittel werden beispielsweise auch in kleinerer Form bei Flugabwehr-Einheiten genutzt. Nachfolgend mal zwei Beispiele eines russischen Gerätes und eines in US-amerikanischer Verwendung.


Bildquelle : waralbum.ru


Bildquelle : wikipedia.org
Hätte Gott gewollt das ich Grünzeug fresse, wär' ich ein Kaninchen!

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Realname: Ralf

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27

Sonntag, 12. März 2017, 21:03

Hi Steffen,

vielen Dank für diese Info!
Ich hatte zuerst an weiteren Turmhebe-Vorrichtungen und nicht an einen optischen Entfernungsmesser gedacht. Mit Deinen Erklärungen und Bildern ist das nun klar und nachvollziehbar.

Nochmals vielen Dank.

Eine Frage noch, obwohl ich diesen Baubericht nicht mit einer Detailfrage stören möchte und bei allen anderen Lesern eventuell nur gähnende Langeweile bewirke:

Hier bei dem Panther-Turm sind die Panzerhauben für den Entferungsmesser ja prägnant erkennbar. Wenn ich mir die Türme aber vom PzKpfw IV, PzKpw VI Tiger und PzKpw VI Tiger II betrachte, finde ich diese Panzerhauben jedoch nicht. Wurde bei diesen Fahrzeugen darauf verzichtet oder hatte dieses optische Gerät im Turminneren Platz ohne weitere Ausbuchtungen?

Viele Grüße
Ralf

28

Sonntag, 12. März 2017, 23:44

Hier bei dem Panther-Turm sind die Panzerhauben für den Entferungsmesser ja prägnant erkennbar. Wenn ich mir die Türme aber vom PzKpfw IV, PzKpw VI Tiger und PzKpw VI Tiger II betrachte, finde ich diese Panzerhauben jedoch nicht. Wurde bei diesen Fahrzeugen darauf verzichtet oder hatte dieses optische Gerät im Turminneren Platz ohne weitere Ausbuchtungen?

Der stereoskopische Entfernungsmesser war ein Novum im Schmalturm. Die Modelle davor hatten ihn noch nicht.

In dem Zylinder waren beim Panther nicht nur die Rohrreinigungsstangen drin, darin wurden auch Ersatzantennen verstaut. Demnach könntest du sogar in Baustufe 7 das Bauteil E29 weg lassen. Das ist die 2m Ersatzantenne beim normalen Pz.Kpfw.IV Ausf.J. Genau so gut, kannst du die Ersatzantenne aber auch dort belassen.

Jep, ist bekannt. :ok: Ich werde ihm eine 2m-RB-Metallantenne hinten aufsetzen. Die machen sich an jedem Deutschen gut. E29 hab ich weggelassen.

Interessant, was sich da alles an praktischen Problemen auftut. 8|

Da hat sich noch mehr aufgetan beim Bau; Packungsbau ist hier so was von nicht drin... :rolleyes:

Schau doch mal, ob der zylindrische Behälter für die Panther Rohrreinigungsstangen links an die Oberwanne passt. Also da wo eigentlich der Träger für die Ersatzlaufrollen sitzen würde.

Das war mein erster Gedanke - links wie beim Panther. Aber das ist eine ziemlich neuralgische Stelle, wo sich ein gewaltiges weiteres Problem auftut:

Der Schmalturm hat Überstand zur Wanne! Und zwar:

mit der vorderen Kante:


und mit der hinteren Kante:


Konstruktionsbedingt ist das eine Katastrophe. Treffer in die ohnehin schwache Seitenpanzerung gehen von unten in den Turm. Bei der Achillesverse nutzen die mächtigen 120 mm vorne gar nichts.



Vorgaben/Lösungen gibt's beim Papierpanzer keine - ignorieren wollte ich es aber auch nicht. Also hab ich mal kreativ überlegt, was man da machen kann. :kaffee: Mein erster Gedanke war eine abgeschrägte 20 mm Zusatzpanzerung, in der Optik ähnlich wie beim StuG.



Wenn ich eine 76mm Kanone hätte, würde ich dann aber immer noch mit Sprengmunition auf diese Stelle halten. Die Abprallrichtung ist mehr als ideal. Also Idee in die Tonne. Dann hab ich mal geschaut, wie das sonst so gelöst ist. Warum selbst entwickeln, wenn man Ideen klauen kann? Deutsche Panzer haben keinen Turmüberstand - höchstens mit Anbauteilen (Kiste/Schürzen). Fündig wurde ich beim T-55: konkave, gegossene Wannenerweiterung.



Das klingt vernünftig - bekommt Schlachtross auch. Scratchbau ist gefragt, Also erstmal eine Wannenerweiterung wegen der beiden Turmüberstände vordere und hintere Kante elliptisch zuschneiden. Zugleich muß sie zwischen die beiden Schürzenhalterungen passen.



Jetzt braucht es Unterfüllung: Blumensteckmasse. An Holz hätte ich mich ja totgefeilt. Zudem erhält man so gleich hübsche Gußstruktur.



Das ganze wird mit Weißleim/Greenstuff-Gemisch bestrichen, bis die Poren zu sind. Einmal provisorisch montiert:





Zur Wanne sollte man ca. 0,3 mm Abstand halten, damit die Schürzenauflage noch draufpaßt. Befestigt wird der Geschoßabweiser per Bolzen auf der Unterseite.



Paßt. Platz für den Rohrreiniger ist dort allerdings keiner mehr.
Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.

29

Montag, 13. März 2017, 14:23

Hm. Sherman dürften keine große Bedrohung gewesen sein. Die werden noch vor Erreichen deren effektiver Schußreichweite abgeschossen (die Hand voll Pershing in den letzten Kriegstagen vernachlässigen wir mal).
Anders schaut es bei den Russen aus. Frontpanzerung von 80mm am Panzer IV schön und gut. Aber die vergleichsweise dünne Seite war so oder so eine Schwachstelle. Da brauchte man sich um den Turmüberhang weniger Sorgen zu machen.
Die Kombination von Schmalturm und IV J Wanne ist alles Andere als optimal und eher als Provisorium aus der Not heraus zu sehen. Feuerkraft war zu dieser Zeit wichtiger als Eigenschutz. Ganz abgesehen davon ... mir gefallen die seitlichen Geschoßabweiser rein optisch nicht. :D
Hätte Gott gewollt das ich Grünzeug fresse, wär' ich ein Kaninchen!

30

Montag, 13. März 2017, 15:28

Charakteristisch ist die Kiste ein mobiles Verteidigungssystem. Gut geparkt mit verdeckter Wanne in Hinterhaltsstellung eine Gefahr für jeden alliierten Panzer. Bedingt geeignet dürfte die Kiste auch im städtischen Gelände sein: hoch mit relativ guter Übersicht, relativ klein und wendig und mit den Schürzen guter Schutz gegen alle Infanteriewaffen.
Ich sehe die Gefahr beim Turmüberhang hauptsächlich durch Sprengmunition. Eine russische 100 mm oder 122 mm AP geht so oder so durch - auch durch die Wannenfront. Mit HE reicht dann aufgrund der Splitterwirkung aber bereits ein kleines Kaliber auf die Seite oder ein indirekter Treffer, um den Turm auszuschalten. Deshalb hat sich in hiesiger Alternate-History-Linie der zuständige Krupp-Ingenieur beim Prototyp für den Geschoßabweiser entschieden. Du kannst dann ja einen aus der Initialreihe bauen, bei dem aus Gründen der Produktionsvereinfachung der Geschoßabweiser wieder wegfiel. :ok:
Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.

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