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Dienstag, 30. August 2016, 20:39

Nau San Gabriel von Revell 1:100

Hallo liebe Liebenden,

mein Name ist Brisko Schneider. Ich freue mich wahnsinnig, dass ihr eingeschaltet habt zu... Ach ne. Stopp! Das war das andere Forum. :verrückt:

Also nochmal neu:

Hallo liebe Werftgemeinschaft,

heute Abend ist es so weit und ich möchte meinen neuen Baubericht starten. Während der kompletten Bauzeit der Santa Maria, meinem ersten Segelschiff, habe ich mir Gedanken dazu gemacht, was denn nun mein zweites Schiff werden sollte. Zum einen hatte ich mich damals für die Santa Maria entschieden, weil ich noch gar keine Ahnung von Segelschiffen hatte und mir dachte: "Da ist von allem was dabei, aber nichts zu viel.". Nach und nach habe ich doch immer mehr Details versucht darzustellen, die ich anfangs gar nicht geplant hatte. Zum anderen hatte ich mich für die Santa Maria wegen ihres historischen Hintergrundes entschieden.
Dann habe ich gegrübelt und gegrübelt, was ich denn nach der Santa bauen soll?! Je mehr ich mich mit dem Bau beschäftigte, desto mehr gefiel mir die Galeonen-Form und ich fand die "Spanische Galeone von Revell". Mit ihren knapp 72 cm eine beachtliche Größe und ich könnte meine neuerworbenen Galeonenkenntnisse vertiefen sowie verbessern und ein noch schöneres Modell bauen. Ich habe mir dazu meine Gedanken gemacht, sogar schon fast ein angefangenes Zweitmodell, als Übungsobjekt, besorgt, da bekam ich eine PN von Chris (drake) und er bot mir die Nau San Gabriel an.
Mein erster Gedanke: "Sehr spezielle Form, gefällt mir das?!" 8| Also habe ich mich erstmal schlau gemacht über dieses Schiff:

Das Flaggschiff von Vasco da Gama (gesprochen Waschko - ich fand ja schon immer portugiesisch klingt wie russisch -). Vasco da Gama verließ am 20 Mai 1498 mit eben diesem Schiff, erbaut 1496/97, seinen Hafen in Lissabon, um einen östlichen Weg nach Indien zu finden. Hat er dann auch 27 Tage später. Gut jetzt sind wir ein Stück schlauer. :idee:

Das erste Schiff die Santa Maria, Entdeckung Amerikas, und das zweite Schiff die Nau San Gabriel, als "Entdecker eines östlichen Weges nach Indien. Perfekt! Also Chris bescheid gegeben, dass ich das Schiff gerne haben möchte und mir meine ersten Gedanken dazu gemacht. Heute ist sie dann zusammen mit der Transferfolie eingetroffen. (Jetzt kann ich mich erstmal an die Flaggen der Santa setzen und dann die Nau anfangen).

Nun aber erstmal ein paar Fotos von dem Bausatz und seinen Spritzlingen.

Die Box


Der 1. Spritzling


Der 2. Spritzling


Der 3. Spritzling


Der 4. Spritzling, Modellständer und Garn


Die Segel


Der Bausatz macht auf mich einen richtig guten Eindruck. Super detalliert, keine/kaum Fischhäute.
Nun ist sie also da und ich kann mich bald an den Bau begeben. Für die Rumpflackierung habe ich folgende Varianten gefunden:
1. komplett braun, wie auf dem Karton
2. Planken braun und Barkhälzer (die senkrechten sind doch auch Barkhölzer?) schwarz
3. "halb braun, halb grün", weiß nicht wie ich das beschreiben soll. einfach mal bei Google-Bilder nach der "Nau San Gabriel" suchen
Was ist denn nun das historisch korrekte oder habe ich dort meine künstlerische Freiheit? ?(

Das war es erstmal von mir. Ich hoffe ich habe euch nicht gelangweilt mit meinem einleitenden Geschwafel. Ist doch etwas mehr geworden als vorher gedacht.

Schönen Abend und Gruß,

Dany

Beiträge: 1 134

Realname: Gustav Stefan

Wohnort: Österreich

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2

Dienstag, 30. August 2016, 20:49

Hallo Dany :wink:

...Die Box, die Spritzlinge, die Segel, die künstlerische Freiheit...... letzteres kannst nur Du entscheiden .... es gibt ja eine Menge Beispiele hier im Forum....und Hilfe sowieso....
Ich setz mich jetzt einfach mal schon dazu....wünsch Dir gutes Gelingen,

Gruß Gustav
Im Entwurf, da zeigt sich das Talent, in der
Ausführung die Kunst! Wobei die
Schönheit liegt im Auge des Betrachters…


Im Bau: U-505 Revell 1:72

3

Mittwoch, 31. August 2016, 09:50

Moin Dany,

ein Typ von Schiff den man lieben muss, da bleib ich dran.
Ungewöhnlich der zu montierende extra Kiel samt Steven.

Viel Spaß und Grüße

Jörg
Grüße Jörg


Basteleien aus Holz & Plaste:
Aktuell m Bau: Bucentaure der Tonnant Klasse





4

Mittwoch, 31. August 2016, 10:11

Morgen! :kaffee:
Ich denke, eine historisch korrekte Farbgebung dürfte nur schwer möglich sein, da wir nichts oder nur wenig hierüber in Erfahrung bringen können.
Meine Idee dazu: Größtenteils braun, Unterwasserschiff teerschwarz und oberer Bereich der Kastelle bis einschließlich Fenster sehr sehr dunkles Flaschengrün mit einem hohen Schwarzanteil, Fenster würde ich eventuell schwarz oder braun absetzen. Die Barkhölzer und Fender (die senkrechten) würde ich nicht schwarz lackieren, da dann vermutlich ein zu dominantes Gitternetz entstehen würde, sondern dunkelbraun (dunkler als den restlichen Rumpf). Warum das Grün? ich denke, man kann die Wirkung der hohen Decksaufbauten optisch abmildern. Eine horizontale Gliederung mit einer helleren Farbe darüber streckt und staucht optisch den Rumpf etwas, was vielleicht ganz zuträglich aussehen könnte. :idee: :ok:

Schöne Grüße und viel Spaß, ich bleib natürlich dran! :thumbsup:

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



5

Mittwoch, 31. August 2016, 11:07

Hallo Gustav, Jörg und Chris,

Seid herzlich Willkommen in meinem neuen Baubericht! Ich freu mich, dass ihr dabei seid!

@Jörg: ja da hast du Recht. Entweder man mag ihn oder man mag ihn nicht. Ist schon spezieller, aber mir gefällt er mittlerweile richtig gut. Gerade wegen der Form. Das mit dem Kiel und Steven fand ich auch interessant. Bin gespannt wie gut das passt, wenigstens muss ich dann die Verbindungsstelle der beiden Rumpfhälften am Kiel verschleifen :abhau:

@Chris: Dank dir nochmal für die Idee zu dem Schiff! Hast natürlich recht mit der Farbgebung. Wirklich viel findet man ja zu dem Aussehen/der Lackierung des Schiffes nicht. Denke ich werde es dann mal so, wie von dir vorgeschlagen, probieren.

Getreu dem Motto: Man kann nie genug Farben haben, habe ich mir eben noch Revell 381 und 382 gekauft. Ich las des Öfteren schon einem etwas rötlichen Braunton für die Schiffe der iberischen Halbinsel. Ist ja auch sicher hier zutreffend? :nixweis:

Gruß

Dany

6

Mittwoch, 31. August 2016, 11:19

Der Revellholzton 382 ist eine Farbe, mit der ich bislang beste Erfahrungen gemacht habe und häufig verwende :ok: . Und zur Abwechselung ist es tatsächlich auch ein holzähnlicher Ton. Nicht so wie bei 85 Braun, dass ja bekanntermaßen eher ein lehmigrötliches Orange ist (finde ich).
Ich verwende darüberhinaus auch viel Revell 84(?) Lederbraun :ok: . Das mische ich entweder mit teerschwarz (06) zu einem sehr dunklen Braun oder ich dunkle damit den Holzton 382 etwas ab, wenn mir das zu hell erscheint. Damit kann man schon sehr schön arbeiten. Beide Farben sind gut zu verarbeiten, decken gut und lassen sich prima mit Plaka draken.
Achtung bei mattschwarzen Tönen, diese müssen richtig guit geschüttelt und gerührt werden, sonst trrocknen sie schlecht und auch nicht matt sondern glänzend. :cursing:

Chris :ahoi:
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7

Mittwoch, 31. August 2016, 11:23

Achja zum Holz: Das hatte ich auch bereits gelesen- auf der i. Halbinsel wurden viel Pinien- und Buchenhölzer verwendet, dadurch dürfte/könnte vielfach ein eher rötlicher Eindruck entstanden sein. Ich könnte mir vorstellen, dass dem so war. Aber hierfür müsste man gleich mal eben in Lissabon im Marinemuseuum anrufen... :%: ;)

Chris :ahoi:
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8

Mittwoch, 31. August 2016, 11:30

Apropo Marine Museum : https://museudigital.marinha.pt/pesquisa…3805#ad-image-0
Museu de Marinha
Praça do Império
1400-206 Lisboa
Portugal


Geral
Telefone: +351 21 362 00 19
https://museudigital.marinha.pt/pesquisa/contactos.aspx


:D
Grüße Jörg


Basteleien aus Holz & Plaste:
Aktuell m Bau: Bucentaure der Tonnant Klasse





9

Mittwoch, 31. August 2016, 11:50

Wie mein damaliger Professer zu sagen pflegte: "Alles richtig gemacht"
Ja bei der Santa habe ich das Unterwasserschiff auch mit 84 Lederbraun gestrichen. Ein schöner Farbton.

Ja dann werd ich wohl mal in Lissabon anrufen.... :lol:

Gruß

Dany

10

Mittwoch, 31. August 2016, 12:18

Hier mal ein paar Recherchefundstücke, die interessant sein könnten (eventuell scrollen).

Auf Spurensuche nach der Sao Gabriel:

1.

2.

3.

4.

5.

6.

...falls noch nicht selber gefunden.

Chris :ahoi:
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11

Mittwoch, 31. August 2016, 12:39

Du scheinst anders gesucht zu haben als ich. Die kannte ich noch nicht. Ich selbst hatte andere.

Danke!

Dany

12

Mittwoch, 31. August 2016, 13:20

Interessant fand ich den einen Artikel in Englisch: Demnach ist es fraglich, ob sie wirklich die großen Kreuze auf den Segeln geführt hat (was ich aber immer sowieso hinterfrage, auch bei der Santa Maria, aber genau wissen tu ich es natürlich ebensowenig...). da Gama wollte natürlich möglichst unauffällig seine Expedition durchführen, weithin sichtbare rote Kreuze wären -gerade auch vor dem Hintergrund der Reconquista- wohl eher eine Provokation gewesen, immerhin musste er ja an arabischen und somit islamischen Küsten vorbei. Sowas finde ich ja immer spannend. 8o

Chris :ahoi:
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13

Mittwoch, 31. August 2016, 15:49

Ja stimmt. Auch interessant finde ich ich die Ornamentik auf 2 von den Refernzen. Aber ob ich diese darstellen möchte/sollte? Ich weiß ja nicht. :nixweis:

Gruß

Dany

14

Mittwoch, 31. August 2016, 16:21

Würde ich wohl auch nicht präferiert machen. Aber spielerisch könntest Du mal experimentieren mit der Idee: Ich sehe auf der Illustration im Wechsel farblich gestaltete Felder, die der Bausatz auch aufweist. Du könntest nun z.B. den oberen Bereich mit Grün lackieren und dann mal Schablonen mit weißem Hintergrund und rotem Kreuz anfertigen(PC?) und mal provisorisch abwechselnd ranhalten. Allerdings wirkt das sehr schnell in Richtung "Kreuzritter/Templerorden", "Deutsches Rotes Kreuz" oder "Malteser- man gönnt sich ja sonst nichts...", rote Kreuze auf Weiß sind einfach assoziativ irgendwie besetzt, auch wenn es Tatzenkreuze sind.

Chris :ahoi:
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"La Santissima Madre"



15

Mittwoch, 31. August 2016, 18:05

Von welchem Hersteller stammt der Bausatz eigentlich ursprünglich?
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

16

Mittwoch, 31. August 2016, 18:25

Auf der Packung steht Revell. Oder meinst du davor?

Gruß

Dany

18

Mittwoch, 31. August 2016, 19:13

Moin Dany,

ich freue mich schon auf deine Umsetzung des Bausatzes.
Deine Santa Maria lässt ja auf einiges hoffen und deshalb bin ich gespannt, wünsche viel Spaß und gutes Gelingen und....

Allzeit eine Hand voll Wasser (Kleber) unter dem Modellbaukiel :)

Ingo
"Kein Kommandant geht fehl, wenn er sein Schiff neben das des Feindes legt"
Lord Nelson


19

Mittwoch, 31. August 2016, 22:54

Nabend Ingo,

Auch dir ein herzliches Willkommen im nächsten Baubericht. Schön, dass du dich auch hier eingefunden hast. :wink:

Ich geb mein Bestes und versuche mindestens einen Schritt weiter zu machen. :)

Gruß

Dany

20

Donnerstag, 1. September 2016, 10:07

Hi Chris,

Du meintest ja für die Barkhölzer, fender und Fenster ein dunkles Braun. Bei deine Madre habe ich am Heckspiegel gesehen, dass du dort auch ein dunkles Braun verwendet hast und die Planken eher hell waren. Nach dem draken war es homogener und und der Unterschied nicht mehr so stark. Wenn ich jetzt den Rumpf mit 382 lackieren würde und die Barkhölzer etc. mit Lederbraun, müsste ich nach dem draken doch ein ähnliches Ergebnis erzielen können oder meinst du der Unterschied ist zu groß?
Bei den Stückpforten überlege ich ein dunkles Rot zu nutzen. Macht das Sinn?

Gruß

Dany

21

Donnerstag, 1. September 2016, 12:03

Morgen!
Mir persönlich wäre 382 zu hell für den Rumpf, auch wenn Du anschließend drakest. Das würde ich allenfalls für Masten verwenden. Ich mische mir meist eine Farbe zusammen und mache Probeanstriche auf den Rumpfinnenseiten. Ich würde 382 mal mit Lederbraun und ganz wenig schwarz vorsichtig mischen und mal schauen was rauskommt.

Zitat

Bei den Stückpforten überlege ich ein dunkles Rot zu nutzen. Macht das Sinn?

Wenn Du Stückpforten in einem dunklen Rot haben möchtest, auf jeden Fall!! ;) :lol:
Sinn macht letztlich, was gefällt. Ich würde allerdings bei dunklem Braun bleiben, aber das ist Geschmackssache. Aber wenn Rot, es gibt von Revell ein dunkles (Ziegel-??) Rot, das verwende ich immer gern, an der Madre hab ich es z.B. für Handläufe an Geländern genutzt. Das bringt etwas Farbe/optische Auflockerung in das Ganze, sieht ein wenig wie Ochsenblut aus, ist aber nicht zu aufdringlich.

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

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22

Donnerstag, 1. September 2016, 18:27

Sorry der Bausatz hat eine ganz andere Geschichte.

Der Bausatz wurde von der portugiesischen Firma Ocidental Replicas hergestellt.
Eine Firma die ich wegen der einen oder anderen unkonventionellen Lösung sehr schätze.
Von Ocidental Replicas wurden auch viele Kits anderer Hersteller, zum Beispiel für Heller, in Auftrag gefertigt .... was die gute Qualität nur bestätigt.

Nach Ende der Firma gingen die meisten Formen der Schiffe zu Zvezda und die der meisten Flugzeugkits zu Italeri ...
wo sie in beiden Fällen bis heute unter dem jeweiligen Label verkauft werden.

Ursprünglich wurde dieser Kit unter eigenem Label, also als Ocidental Replicas, sogar mit bedruckten Stoffsegeln ausgeliefert ...
die 500 Jahre Feierlichkeiten waren ein guter Anlaß.
Den Kit werde ich euch demnächst gerne mal vorstellen.

Später wurde der Kit auch unter dem Revell Label verkauft ... Revell hat mit vielen Firmen Kooperationen und vertreibt unter eigenem Label ...
aber der Kit kam mit tiefgezogenen Plastiksegeln ... so wie hier im Baubericht zu sehen ... sehr wahrscheinlich aus Kostengründen.

Zvezda besitzt jetzt die Formen und verkauft den Kit bis heute ... ebenfalls mit den tiefgezogenen Segeln.

Aber nicht nur das ... Zvezda hat dem Kit einen neuen weiteren Spritzast mit zerrissenen Segeln und einem Fläschchen Leuchtfarbe hinzugefügt ...
sehr clever weil dabei die ursprünglichen Formen unverändert bleiben.
Dieser variierte Kit wird eigenständig als Flying Dutchman verkauft.

Mit der Farbgebung wäre ich in der Tat sehr zurückhaltend ... mit Farben hatten's die nicht so.
Gibt nur wenige Bilddokumente aus diesem Zeitraum ... dieses hier ist eines der wenigen historisch und vom Ort einigermaßen passendenden ...
die meisten anderen sind leider sehr viel neuerer Datierung
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/c…Rocky_Coast.jpg

Ebenfalls historisch noch passend sind die Darstellungen im "Livro de lisuarte"
https://www.google.de/search?q=livro+de+…Q_AUIBCgA&dpr=1

In beiden Fällen befinden sich die Darstellungen noch im Rahmen eines Lebensalters und Haltbarkeit eines Schiffes ...
sprich Augenzeugen sind absolut möglich gewesen ... und damit auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit in der Farbgebung.
Fast alle anderen Darstellungen sind aber im Abstand diverser Jahrhunderte was zwangsläufig eher im Rahmen des Hörensagens einzuordnen ist ... leider.

Auch das portugiesische Marinemuseum orientiert sich bei dem Modell, das weiter oben im Link zu finden ist, ziemlich an diesen historischen Vorgaben.
Aufgrund der dortigen Beleuchtung ist es in der Tat nicht leicht das Modell gut ausgeleuchtet zu photographieren.
Aber es ist ein tolles und beeindruckendes Modell ! Ein Abstecher bei einem Lissabonaufenthalt lohnt sich absolut !

Leider sind aber sowohl die historischen Bilder wie auch das Modell aber farblich nicht gerade aufregend ..
ich tippe da weitgehend auf mehr oder weniger teerbraun getöntes Holz ...
und mehr oder weniger Richtung schwarzbraun gealtert ... je nachdem wie "neu" ...
Farbcodes späterer Zeiten wie rote Innenbordwände oder Stückpforten eher unwahrscheinlich ...

andererseits schreit einen das Modell geradezu nach einer farblichen Zonierung an ... und die vielen feinen Details herauszuarbeiten ...
sonst droht es ein recht düsterer Klotz zu werden ...
das schon angesprochene Grün oder auch sanfte braunocker Abstufungen mit Plaka- oder Oildraking kann ich mir gut vorstellen ...
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus



"When all else fails ... Read the instructions" ( LINDBERG 1965 )

23

Donnerstag, 1. September 2016, 19:46

Oho! 8o Du meinst sicherlich diesen Bausatz oder? Wo nimmst Du eigentlich dieses umfassende Wissen über zig Bausätze nebst Historie derselben her?? Du bist echt eine Enzyklopädie diesbezüglich!! :respekt: :ok:

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



24

Freitag, 2. September 2016, 11:03

Hi Markus,

Vielen Dank für die Klärung und den Hintergrund zu diesem Bausatz. :hand:
Danke auch für die beiden Links und die Erläuterung zur roten Farbe. Dann macht das Rot natürlich keinen Sinn und ich werde die Stückpforten auch in einem dunklen Braun halten sowie den Rumpf an sich in eher dunklen Farben.
Wie sieht es mit den Decks, dem inneren Schanzkleid sowie den -uff wie heißen die jetzt? :nixweiss:- die Wände auf den einzelnen Decks wo auch die Türen drin sind. Auch eher dunkel oder eher hell?

Gruß

Dany

25

Freitag, 2. September 2016, 11:33

Du meinst die "Schotts"? ;) Ich würde alles etwas heller als die Rumpfaußenseiten gestalten, aber wiederum nicht zu hell, lediglich ein bisschen, sonst wird es zu einheitlich und wirkt zu massiv, finde ich. Als ich auf der Nao Victoria in Bremerhaven letztes Jahr war, war alles ziemlich einheitlich dunkel, Schotts, Schanzkleidinnenseiten, Niedergänge, Decks (diese etwas heller gräulich-oliv) da alles geteert. Schön ist was anderes, aber es musste eben fett imprägniert sein...

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

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26

Freitag, 2. September 2016, 15:26

Hier noch der Link zu dem Museumsmodell der S. Gabriel
https://museudigital.marinha.pt/pesquisa…3804#ad-image-1
Und einer zu einer sehr interessanten Seite eines Modellbauers
http://masterofseas.blogspot.de/search/l…3%A3o%20Gabriel

Man beachte auch seine anderen Projekte.
Besonders die Batista und Caravela Redonda gefallen mir. :love:
Grüße Jörg


Basteleien aus Holz & Plaste:
Aktuell m Bau: Bucentaure der Tonnant Klasse





27

Freitag, 2. September 2016, 16:02

Hallo zusammen,

@Chris: jaja natürlich die Schotts. Hab ich doch gesagt :P dann werd ich das etwas heller gestalten.

@AHR: Danke für die Links. Den ersten kannte ich schon, den zweiten noch nicht. Interessant finde ich hierbei(zweiter Link): das Modell hat kein Vormarssegel, was meines schon hat. Dafür hat dieses wiederum Großmarswanten, die bei meinem nicht vorgesehen sind. Und bei meinem sind sowohl am Großmast als auch am Fockmast je 7 Jungfern vorgesehen, bei dem Modell im zweiten Link sind für den Fockmast weniger.

Ich habe ja viel Zeit mit Überlegungen verbracht, da ich das Modell noch nicht anfangen wollte, bevor das Geld bei Chris eingetroffen ist. (Er hatte mir das Modell geschickt, bevor ich ihm Geld überwiesen habe). Also habe ich mir auch schon Gedanken zu der Takelage gemacht. Diese möchte ich diesmal mit richtigen Rüsteisen usw darstellen. Ich habe allerdings noch nicht durchschaut, wann/warum man die Marswanten macht und wann nicht. Ich würde sie glaube ich gerne darstellen, natürlich nur, wenn das Sinn macht. :nixweis:

Dann werd ich mich mal weiter mit der Lackierung des Rumpfes beschäftigen. Bilder gibt es dann, wenn alles seine Farbe bekommen hat.

Gruß

Dany

28

Samstag, 3. September 2016, 01:20

@Drake
Jaaaaa ... genau den Kit meine ich ... sind zwar genau die gleichen Teile wie oben beschrieben ... aber die Präsentation, Boxart der Urausgabe, hat für mich einfach noch ein gewisses Etwas ... plus die Stoffsegel mit Kreuz über die man sich auch trefflich streiten kann ...

@Dany
Die dreizonen-Farbgebung des Museumsmodells hat doch was, oder ?

Der zweite Link ... sehr schönes Modell !
Trotz aller Details ist immer Vorsicht angesagt ... da keine originalen Planunterlagen existieren ist auch das zwangsläufig nur eine weitere Interpretation .
Die aber in interessanter Weise den Bogen über ostspanische Mittelmeerschiffe (Mataromodell) bis hin zu italienischen /venezianischen Darstellungen spannt ... in den nachfolgenden Links ...

Einer farblich vorsichtigen Behandlung des Kits schließe ich mich nochmals an ... dunkle Brauntöne wären einerseits wahrscheinlich realistisch ... sorgen andererseits aber für wenig Spaß am Modell ... vermutlich.

Der weitgehend verwendete Holzkohleteer ist ja im Grunde eine eher pappig-braun-ölige Pampe ... nicht schwarz deckend sondern dunkel lasierend.
Er wurde aller Wahrscheinlichkeit außen am Rumpf weit intensiver eingesetzt als an Schotts und Decks ... deswegen war der klar dunkler ... also ergibt sich schon dadurch ein Farbunterschied.

Dann hattest Du schon rötlichere Hölzer angesprochen ... auch damit könntest Du bei der Grundfarbe spielen ... und eher sonnengebleicht mit Tick ins Grau auf den Decks ... oder die Barkhölzer wirklich nur einen winzigen Tick heller oder dunkler ... auch das bringt weiteres Leben rein.

Ein weiterer Vorschlag für Schiffsfarben aus dem Mittelmeerraum ... was natürlich auch für die Schiffe der iberischen Halbinsel gilt ...
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ursula-Zyklus

https://www.google.de/search?q=carpaccio…dJKBxsQ_AUIBSgB

Schau dir doch mal die Schiffe und ihre Farbgebung im Carpaccios St Ursula Zyklus in diesen Links an ... der Zyklus entstand um 1490-1498 ... was zeitlich hervorragend paßt.
Etwa die Hälfte der Bilder enthält spätmittelalterliche Schiffe ... also zeitgleicher Bauzeitraum zur San Gabriel.

Manche der Bilddokumente gibts auch in sehr hoher Auflösung ... wähle diese aus ... lohnt sich ... es lassen sich die Feinheiten gut anschauen ... mußt ein wenig suchen ... echt tolle Details !
Was in jedem Fall auffällt ist die meist angenehme mittelbraune Farbgebung der Schiffe ... gemessen an den auch sonst realistischen Farben der Gemälde unterstelle ich, daß auch dieser Farbton weitgehend der Wirklichkeit entsprach ... dennoch fällt auch hier auf, daß die Schiffe ansonsten nicht gerade bunt waren.
Vielleicht gefällt dir ja eine der Farbvarianten auch für dein Modell ?

Was mir gerade beim Betrachten auffiel ist, daß in einigen, nicht allen, Gemälden manche Bereiche der Heckspiegel in eher heller Farbe abgesetzt sind ... auch im obigen Link zu den portugiesischen Karakken ... aber auch nur bei manchen Schiffen ..
Könnte das ein Gestaltungsmerkmal mancher spätmittelalterlicher Schiffe des ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts gewesen sein ?
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus



"When all else fails ... Read the instructions" ( LINDBERG 1965 )

29

Samstag, 3. September 2016, 10:02

Guten Morgen zusammen,

@Markus: vielen Dank für so viele Hintergrundinfos! Zu Schulzeiten fand ich Geschichte einfach ätzend und langweilig, was aber wohl eher an den Lehrern lag, die den Stoff nicht vernünftig rübergebracht haben. Heute ärgere ich mich darüber, da mich Geschichte schon interessiert, deswegen freut es mich umso mehr, dass ich hier jetzt noch eine kleine Geschichtsstunde bekomme. Das ist ja auch das, was mich an der Santa und jetzt an der San Gabriel reizt. Da ist Geschichte hinter und ich lerne nicht nur handwerklich was.

Gruß

Dany

30

Dienstag, 6. September 2016, 22:39

Nabend zusammen, :wink:

Bilder gibt es leider noch keine, aber ich bin derzeit fleißig am lackieren. Die eine Rumpfhälfte ist heute mit der groben Lackierung fertig geworden und kriegt morgen noch ihren Feinschliff. Die zweite ist auch schon zur Hälfte fertig. Danach wollte ich mich dann am Plaka draken versuchen. Wie lange sollte ich die Lackierung vorher durchtrocknen lassen?

Dann bräuchte ich mal wieder Hilfe -ja, ja, ihr kennt das schon der ewig Fragen stellende Dany :roll: - man hat ja viel Zeit beim Lackieren nachzudenken bzw. sich seine Gedanken zu machen. Ich muss auf jeden Fall noch Belegstellen nachrüsten und das geht ja am einfachsten, wenn der Rumpf noch nicht zusammengeklebt ist. Jetzt würde ich dann mal eine Art Takelplan erstellen, wo ich aufschreibe, was alles belegt werden muss und das hier posten und Ne Meinung dazu einholen, ob noch irgendwas vergessen wurde. Zusätzlich bräuchte ich dann noch, da mir einfach noch die Erfahrung fehlt, eine Info ob Klampe oder Belegnagel und wo ca ich das belegen könnte/sollte. Ich glaube alles zusammen nennt man einen Takel- und Belegeplan. :nixweis: Sowas würde ich dann gerne erstellen. Ist das ok, hilft mir wer? :doof:

Schönen Abend euch noch,

Dany

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