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1

Dienstag, 30. Juni 2015, 22:45

Flying P-Liner

Hallo zusammen,
Da der Schlepper ja fast fertig ist, habe ich vor vier Wochen das Nachfolgeprojekt gestartet. Schon lange geistert in meinem Hirn der Wunsch herum, einen großen Tiefwassersegler als Modell zu bauen. Entschieden habe ich mich für eine Viermastbark der Reederei Laeisz, die Baunummer 165 der Werft Blohm und Voss. Das ist weder die "Pamir" noch die "Passat", sondern die "Petschili", Baujahr 1903. Als bekennender Grobmotoriker habe ich mich für den Maßstab 1:50 entschieden. Grundlage des Modells sind die Pläne im Maßstab 1:100 von Bernd Jocham, sowie diverse Bücher, von denen das wichtigste Gondesens "Die letzten Flying P-Liner" ist.
Das erste ausgesägte Teil war die Kielplatte:



Die Länge zwischen den Loten beträgt 1,92 m. Der nächste Schritt war Aussägen und Verleimen der Spanten. Die Pläne von Herrn Jocham haben alle eine Planseite mit den fertigkonstruierten Mallen. Die hat mir ein Bekannter aus der Werbebranche hochskaliert und auf einer Selbstklebefolie ausgedruckt. Die Folie hatte eine Größe von 2,60 x 1,20 m..... Die Mallen brauchte ich nur noch grob ausschneiden und auf Sperrholz kleben.
Das Gerippe sah nach dem Einleimen der Hälfte der Mallen so aus:



Eine Helling brauche ich für das Modell nicht, diese Aufgabe übernimmt meine Hobelbank. Tage später waren dann alle Mallen an der Kielplatte:



Der Rumpf wird nicht klassisch beplankt, sondern ähnlich wie Rolands Goldener Teufel zwischen den Mallen mit Holz aufgefüttert. Begonnen habe ich mit dem Deck, damit das Gerippe stabil wird:



Das Sperrholz dient später als Auflage für die Decks, und wird auf die Kontur der dunkel gepönten Mallen heruntergeschliffen. Die Balkenbucht ist deutlich sichtbar am Hinterbau des Pups-Poop-Schotts.
Bis dehmnäx,
Matthias

2

Dienstag, 30. Juni 2015, 22:56

Hi Matthias :wink: ,

alter Schwede, was für ein Pott :ok: :ok: :ok: :ok: :ok: :ok:

LG
Oliver

PS: ich bewundere und beneide Euch alle immer wieder was für tolle Werften Ihr habt :love: :love: :love:

3

Dienstag, 30. Juni 2015, 23:52

Hallo,
wir lieben die komplizierten Dinge...
von der "Padua" könntest du jetzt noch Fotos machen...

Neugierige Grüße aus EF
Jürgen

... der das Padua-Projekt noch vor sich her schiebt...

4

Mittwoch, 1. Juli 2015, 08:10

Hallo Matthias,

da werde ich mich mal mit dazu setzen. :kaffee: Hab ja jetzt etwas mehr Zeit.

Sehr interessantes Projekt übrigens und auch sehr groß!
:ahoi: Eisbergfreie Modellbauzeit wünscht Ray

5

Mittwoch, 1. Juli 2015, 09:03

Krass.
Das Teil dürfte knapp einen Zentner Verdrängung haben....?

Beiträge: 926

Realname: Dirk Wörner

Wohnort: Harsewinkel

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6

Mittwoch, 1. Juli 2015, 09:58

Yuuuuuup, da bin ich auch aber sowas von dabei.... :thumbsup: Setz mich mal gleich dazu zum gucken. Sehr Interessantes Projekt und vor allem ein riesen Schiff. 8o

Wünsche dir viel Erfolg beim Bau!!!!!

Gruß, Dirk. :ok:

7

Mittwoch, 1. Juli 2015, 10:05

Hallo Leute,
Danke für Euer Interesse.
Das Teil dürfte knapp einen Zentner Verdrängung haben....?
Da das ein Standmodell wird, spielt die Verdrängung keine Rolle.
wir lieben die komplizierten Dinge...
Natürlich. Einfach interessiert mich nicht.
Hab ja jetzt etwas mehr Zeit.
Hä?? Fang gefälligst umgehend mit Deinem Neuen Projekt an.
PS: ich bewundere und beneide Euch alle immer wieder was für tolle Werften Ihr habt
Die Werkstatt dient nur sekundär als Modellwerft. Und wie man bei Dir sehr schön sieht, geht das auch problemlos ohne großen Maschinenpark. Und Du weißt ja hoffentlich, daß Neid eine der Todsünden ist!!!

Bis später,
Matthias

8

Mittwoch, 1. Juli 2015, 12:59

...jetzt will ich mich auch mal bemerkbar machen, ich liege hier ja schon etwas länger im Hintergrund auf der Lauer...
Ich bin schon ganz jibberig, wenn ich mir so vorstelle, was bei dem Maßstab und Matthias' Fertigkeiten so alles darstellbar ist; Brass- und Fallwinschen; Petrroleummotoren funktionsfähig (die Petroleummotoren wurden an Bord "Donkey's" genannt und dienten primär zur Bedienung des Ladegeschirrs, der vordere Donkey wurde aber auch genommen, um über ein Kabelaar das Ankerspill anzutreiben, was a) schneller ging und b) Leute freisetzte, die schon Segel setzen konnten...)
...und was bei dem Maßstab erst möglich ist, im Rigg darzustellen, man oh man, da läuft mir jetzt schon der Geifer aus den Mundwinkeln...
der vor Begeisterung gar nicht mehr zu bremsende Hagen :sabber: :sabber: :sabber:
Es rauscht wie Freiheit, es riecht wie Welt.
Naturgewordene Planken
sind Segelschiffe. Ihr Anblick erhellt
und weitet unsere Gedanken!
Joachim Ringelnatz

9

Mittwoch, 1. Juli 2015, 13:28

Petrroleummotoren funktionsfähig

Hallo Hagen,
Deine Einschätzung meiner Fähigkeiten ehrt mich, aber da überschätzst Du mich etwas. Außerdem würde der Motor im Betrieb das Modell versauen.
Schönen Gruß,
Matthias

10

Mittwoch, 1. Juli 2015, 18:34

Hallo Matthias,

sehr interessantes Projekt. Da klinke ich mich natürlich ein. :)
Jetzt schreibst du es ist nicht die Pamir und nicht die Passat.
Wird es denn ähnlich aussehen wie die Passat?
Die habe ich mir während meines Urlaubs mal etwas genauer angeschaut
und Fotos gemacht. Wenn Bedarf besteht lass es mich wissen.
Dann hau mal rein.

Mit freundlichem Glückauf
Jürgen
Im Bau:
Billing Boats Titanic 1:144
Abo Modellbahnanlage Spur N, 1:160 von DeAgostini
Fertig:
H0 Anlage, kleine Gebirgslandschaft

11

Mittwoch, 1. Juli 2015, 19:05

@ Jürgen:
Erstmal danke für Dein Angebot.
Aalsoo,
Von den sogenannten 8 Schwestern wurden die erste, "Pangani" und die letzte, die "Padua" bei Tecklenborg gebaut und sehen teilweise anders aus als die B&V- Schiffe. Die Pläne von "Peking", "Passat", "Pola" und "Priwall" basieren auf denen der "Petschili", wurden aber modifiziert. Das offensichtlichste Änderungsmerkmal ist das Ruder, ab "Peking" kamen Balanceruder zum Einsatz. Außerdem waren die Linien an Bug und Heck etwas schärfer als bei "Petschili". Aus der Reihe tanz die "Pamir", sie hatte die größten Abweichungen zu den anderen 5 Schiffen. Ursprünglich war ein zweites Fünfmanstvollschiff geplant, dieser Plan wurde aber fallengelassen, und stattdessen einer weitere Viermastbark in Auftrag gegeben, und für sie das bereits vorhandene Material des Fünfmasters verbaut. Die Folge war ein sehr steifes Schiff, was aber bei schwerem Wetter mehr Segel vertrug als andere.
Daher sind Bilder von Einzelheiten der Passat zwar grundsätzlich brauchbar, aber das Schiff wurde ja weitgehend zum Schulschiff umgebaut.
Falls ich mal bei Details nicht weiterkommen sollte, werde ich mich bei Dir melden.
Schönen Gruß,
Matthias

Beiträge: 2 561

Realname: Michael

Wohnort: Rheinland-Pfalz

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12

Mittwoch, 1. Juli 2015, 19:58

Sorry, gerade erst gesehen. Ich freue mich Dich hier bei einem weiteren Projekt zu sehen. Vor allem bin ich sehr gespannt wie Du es umsetzt. Das Du zu hohen Leistungen neigst hast Du ja schon bewiesen. Ich bleibe auf jeden Fall dran.
Was hat der arme Horatio verbrochen dass ihr ihn, diesen Hänfling zur See schicken wollt? Suckling 1771

13

Mittwoch, 1. Juli 2015, 20:55

Herzlichen Glückwunsch zur vollzogenen Kiellegung :thumbsup: ! Was für ein Trumm 8o . Ich werde hier versuchen, nicht immer nur stummer Mitleser zu sein, wenngleich ich von der Materie auch nicht so richtig viel mehr Ahnung habe. Noch eine Anekdote: Mein Vater hatte sich -als alter Fan der P-Liner- ebenfalls das Gondesen Buch bestellt. Er war ziemlich enttäuscht, da er einen Fotoband erwartete, das Buch aber im Wesentlichen aus Rissen und Detailskizzen besteht(?)... Jedenfalls wurde es nicht zu seiner Gute Nacht Lektüre... :schlaf: :du:

Viel Spaß und Erfolg beim Bau! :respekt:

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



14

Mittwoch, 1. Juli 2015, 21:34

Hallo zusammen,
Danke für Eure Kommentare.
@Chris: Deinem Vater kann ich von oceanum-Verlag "100 Jahre Viermastbark "Passat" wärmstens empfehlen. Jede Menge Bilder und Berichte zweier ehemaliger Kadetten. Für mich ist der Gondesen aber natürlich eine Fundgrube hoch drei.
@Michael: Du kannst Dich bei Hagen bedanken, Du weißt ja sicherlich wofür.
Kommt gleich noch mehr.
Bis dann, Matthias

15

Mittwoch, 1. Juli 2015, 22:25

Wie versprochen,
eine Maßnahme, um meinen Zähler hochzutricksen den Baufortschritt der "Petschili". Mit dem Deck bin jetzt beim Brückenhaus angelangt:



Parallel dazu habe ich natürlich den Schlepper nicht vernachlässigt, da gibt's demnächst auch wieder einen Beitrag, und außerdem bin ich wieder mal bei meiner Lieblingsbeschäftigung "Werkstattumräumen".
Mit einigen Holzresten habe ich die Tage übrigens mein Zangenbänkchen aufgerüstet. Dabei spielte die Optik keine Rolle. Es mußte schnell gehen und funktionieren:



Für Klein-Klein-Gefuddel habe ich jetzt doch einiges an Werkzeuch auf einen Griff am Tatort. Alleine wenn man die langen Wege an den riesigen Rumpf bedenkt...
Bis die Tage,
Matthias

16

Donnerstag, 2. Juli 2015, 01:12

Zitat

Mit dem Deck bin jetzt beim Brückenhaus angelangt

...dann kanst Du ja so langsam einen Deckoffizier einstellen :sabber:
:wink:
Es rauscht wie Freiheit, es riecht wie Welt.
Naturgewordene Planken
sind Segelschiffe. Ihr Anblick erhellt
und weitet unsere Gedanken!
Joachim Ringelnatz

17

Freitag, 24. Juli 2015, 22:03

Auch bei der Petschili gings in der Zwischenzeit etwas weiter. Die Decksunterlage ist jetzt komplett.
Bildsche vom Vorschiff:



und eins vom ganzen Kahn:



Als nächstes wird dann die Deckskontur gesägt und dann folgt die Ausfütterung zwischen den Mallen.
Bis dann,
Matthias

Edit:
Was ich noch vergessen habe: @Hagen: Als Decksoffizier bist Du mir ganz sicher zu schade. Den Job kriegst Du nicht!

18

Samstag, 25. Juli 2015, 01:08

Ein ganz anderes Kaliber

Was sehe ich denn da :ahoi:
Drei Mal so groß wie meine, hut ab! :ok:

Da werde ich Mal aufmerksam zusehen.

Gutes Gelingen, Gruß Roland :wink:

19

Samstag, 25. Juli 2015, 21:46

Hallo Matthias,

ich habe ihn gefunden 8o

Ist ja im Grunde auch kaum zu übersehen, Mann was sind das für Abmessungen, freue mich auf deine Arbeit :ok:

Beste Grüße

Bernd

Beiträge: 79

Realname: Christoph

Wohnort: 35305 Grünberg

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20

Sonntag, 26. Juli 2015, 13:30

Ist da noch ein Platz in der ersten Reihe frei? Wenn nich setz ich mich direkt vor der Bühne auf den Boden.
Ich hab noch ne Planmappe der "Graf Spee" (VTH Bauplan 320 401 2) in 1:100 die ich gerne mal auf 1:72 hochkopieren und dann bauen würde "Standmodell". Also schau ich hier schonmal zu.
Möge euer Kleber niemals eintrocknen und eure Farben stets frisch sein. Ich wünschte meine Farben würden so schnell trocknen wie der Nagellack meiner Freundin... und die beschwert sich schon weil es 5 Minuten dauert.

21

Sonntag, 26. Juli 2015, 16:19

*Japs*

Da fehlen mir schon etwas die Worte.Ich darf mir gar nicht ausmalen, was der Matthias hier wieder für Zaubereinen fabrizieren wird...Teuflisch!lg Mickey
Im Bau: Black Pearl
Im Bau: H.M.S. Triton

22

Dienstag, 28. Juli 2015, 19:56

Danke für Eure Kommentare!
Der Decksumriss wurde mit Übermaß ausgesägt, und die ebenen Partien der Rumpfseiten mit Sperrholz geschlossen. Danach habe ich die Balkenbucht der Decks grob vorgeschliffen. Natürlich nicht von Hand, das wäre mir jedenfalls bei diesen Flächen eindeutig zuviel des Guten. Die grobe Vorarbeit geschah mit Stichaxt und Hobel, danach war die Firma Festool mit von der Partie. Ein paar kleinere "Berge" muß ich noch abtragen, aber im Großen und Ganzen passt es schon ziemlich gut.



Bis die Tage,
Matthias

23

Samstag, 1. August 2015, 20:21

Wie angekündigt, habe ich heute die Hülsen für die Mastfüße montiert. Schon beim Einleimen des Sperrholzes für die Decks habe ich an den entsprechenden Stellen Klötze mit angeleimt. Als erstes habe ich dann heute Löcher mit 25 mm Durchmesser gebohrt:



Neben dem Loch steht eine Hülse, gefertigt aus handelsüblichem Kupferrohr 18x1 mm. Die Masten werden einen Durchmesser von 16 mm haben, passt also perfekt. Das Rohrstück wurde unten mit einem Messingblech dichtgelötet. Die Masten hatten auf der Petschili von vorn nach achtern einen zunehmenden Fall: 1,5°->2°->2,5°->3°. Um die Hülsen nun im richtigen Winkel einzubauen, habe ich mir folgende Methode überlegt:
In die Hülsen habe ich genau passende Vierkantleisten gesteckt und deren Länge gemessen. Dann habe ich meine trigonometrischen Kenntnisse aus einem verstaubten Winkels meines Gehirns hervorgekramt und auf das Deck für jeden Mast einen Peilpunkt angezeichnet. Aus Messing habe mir dann ein kleines Senklot gedreht, und damit die "Masten" ausgerichtet.



Die Hülsen wurden im Loch mit Keilen fixiert, und der "Mast" oben mit zwei Leisten wie ein Dreibeinmast mit Hilfe des Lotes genau ausgerichtet. Hier zu sehen beim Besanmast:



Nachdem alle vier Hülsen ausgerichtet waren, habe ich in die Löcher Epoxidharz gegossen. Das Schiff sieht momentan so aus:



Für die Werkstatt gilt bis morgen früh ein absolutes Betretungsverbot. Dann geht es weiter mit dem Zurichten des Lindenholzes für den Rumpf.
Bis dann,
Matthias

24

Sonntag, 2. August 2015, 00:20

Hallo Matthias,

wie immer von dir eine 100% genaue Arbeit.Aber.....
Ich glaube nicht das man hinterher sieht ob ein Mast 0,5 Grad falsch steht.
Ist nicht böse gemeint, aber ich glaube das dieser Aufwand, mit Lot usw.
vielleicht nicht unbedingt erforderlich ist. Ich glaube einfach, das ein Laie
das nicht erkennen wird.
Aber da du nunmal ein Perfektionist bist, ist es natürlich sehr interessant
wie du weiter vorgehen wirst.
Ich schaue auf jeden Fall weiter interessiert zu. :)

Mit freundlichem Glückauf
Jürgen
Im Bau:
Billing Boats Titanic 1:144
Abo Modellbahnanlage Spur N, 1:160 von DeAgostini
Fertig:
H0 Anlage, kleine Gebirgslandschaft

25

Sonntag, 2. August 2015, 07:20

Hallo Jürgen,
bitte jetzt nicht falsch verstehen, was ich nachfolgend schreibe, gilt nur für meine Person, natürlich kann jeder die Dinge handhaben wie er will:
Modellbau betreibe ich nicht, damit hinterher irgendjemand etwas zum Anschauen hat. Ob ich das fertige Modell überhaupt sichtbar aufstelle, oder das bei mir später in der Scheune verstaubt, oder ich das Teil verschenke, weiß ich noch nicht und interessiert mich auch momentan überhaupt nicht. Ich mache das Ganze, weil mir der Bau Spaß macht. Es ist für mich auch kein Kriterium, ob einem Laien hinterher etwas auffällt oder nicht. Ich kenne die korrekten Winkel der Masten, und daher versuche ich das so gut wie möglich hinzukriegen. Außerden sieht man sehr wohl, ob die Masten sauber in der Flucht zum Kiel stehen oder nicht, und das war der Hauptgrund für den Einsatz des Lotes. Weiterhin denke ich, daß beim fertigen Modell der korrekte zunehmende Fall der Masten einen besseren optischen Eindruck macht, als wenn die alle gleich, oder irgendwie halt aufs Schiff gesetzt wurden. Natürlich hast Du recht, wenn Du schreibst, daß der Aufwand mit dem Lot nicht unbedingt erforderlich wäre. Aber wir alle tun hier Dinge, die nicht unbedingt erforderlich sind. Daher: ein jeder wie er will, oder: suum cuique.
Mit morgendlichem Gruß aus Hohenlohe,
Matthias

26

Sonntag, 2. August 2015, 21:01

Heute war es mal wieder in der Werkstatt am angenehmsten.
Nache dem Lindenholzhobeln habe ich gleich damit begonnen, selbiges zwischen die Mallen zu leimen:



Schönen Gruß,
Matthias

27

Montag, 3. August 2015, 11:41

Da kann ich dem matthias nur zustimmen.
In der Tat ist es jedem selbst überlassen, wie man es handhaben möchte.
Und oft genug sieht man hier den Wahnsinn, wie er auf die Spitze getrieben wird.

Aber z.B. mir geht es beim Bau auch oft einfach darum, ob man das überhaupt hin bekommt.
Im Beispiel von den Masten hier, hätte ich es ebenso versucht, einfach schon aus dem Grund, dass man die Winkel kennt und man am Ende wissen möchte ob man das kann, und wie man das am Besten macht.
Ich finde es schliesslich immer sehr befriedigend, wenn dann ein Plan funktioniert hat und ich mir selbst sagen kann, dass ich es richtig gemacht habe.

Aber das ist, wie Vieles im Modellbau, der persönliche Wahnsinn mit den eigenen Dämonen, die einen antreiben. :D

lg Mickey
Im Bau: Black Pearl
Im Bau: H.M.S. Triton

28

Montag, 3. August 2015, 12:26

(...) Aber z.B. mir geht es beim Bau auch oft einfach darum, ob man das überhaupt hin bekommt.(...) Aber das ist, wie Vieles im Modellbau, der persönliche Wahnsinn mit den eigenen Dämonen, die einen antreiben. :D (...)
Danke, Mickey.
Besser hätte ich es nicht formulieren können.
Schönen Gruß,
Matthias

29

Montag, 3. August 2015, 13:53

Habe die Ehre. :ok:

lg Mickey
Im Bau: Black Pearl
Im Bau: H.M.S. Triton

30

Montag, 3. August 2015, 22:42

Auch heute habe ich wieder Lindenholz zwischen die Mallen geleimt. Zur Abwechslung mal ein Bild aus anderer Perspektive.



Diese Methode des Rumpfbaus halte ich einer konventionellen doppelten Beplankung á la Mondfeld für deutlich überlegen. Als Basis für eine Zweitbeplankung oder für moderne Schiffe als Endbeplankung ist so eine Rumpfschale wesentlich stabiler. Auch lassen sich Teile viel besser an der Bordwand befestigen. Lindenholz ist Balsa, und meiner Meinung nach auch Pappelsperrholz überlegen, was Bearbeitbarkeit und Festigkeit anbelangt. Diese Methode kann ich nur zur Nachahmung empfehlen.
Bei genauem Hinsehen werdet Ihr feststellen, daß die Steuerbordseite glatter ist als die Backbordseite. Mit der hatte ich mittschiffs begonnen, die rechteckigen Klötze in Stufen aufeinander zu leimen, was natürlich ziemlich schnell ging. Im Bereich der Kimmung habe ich dann die Kanten gefügt. Je näher ich den Schiffsenden kam, habe ich gemerkt, daß mit dieser Methode zuviel Holz draufgeht, und habe mich auf meine Kenntnisse als Küfer besonnen. Auf der Steuerbordseite habe ich dann gleich den ersten Klotz am Kiel gefügt, und im Bereich der Kimmung die Kanten mehr nach Augenmaß gefügt, was deutlich besser war, da hier die Knicke nicht so deutlich sind.
Morgen werde ich dann auf der Steuerbordseite auch wieder in "schiefe" Bereiche kommen. Falls Interesse besteht, kann ich mal jeden Schritt dokumentieren und Euch zeigen, wie ich da vorgehe.
Bis dann,
Matthias
Übrigens hat der große Maßstab durchaus seine Vorteile, das Modell ist ziemlich stabil. Vor dem Photographieren bin ich im Bereich des fertigen Mittelschiffs auf den Rumpf draufgestiegen.

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