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1

Sonntag, 4. Januar 2015, 20:12

Drakkar Oseberg (Heller)

Zu den besonderen Traumatisierungen meiner Bastelkindheit gehört der Zusammenhau, äh, -bau des Wikingerschiffes von Heller. Dabei hatte mich die dramatische Darstellung auf dem Karton sehr angesprochen:




(Heute muss ich allerdings auch daran denken, dass genau dieser Anblick das Vorletzte war, was viele Küstenbewohner in Europa damals gesehen haben. Das letzte waren ein paar extrem unangenehme Heavy Metal Typen, die in sozialen und ökonomischen Fragen eine vormoderne Heuschrecken-Mentalität an den Tag legten. Kein Wunder, dass ihre Nachfahren heute eher pazifistisch veranlagt sind. Wahrscheinlich träumen sie noch immer schlecht von ihren Ahnen.)

Das Modell habe ich damals kaum zusammenbekommen. Das lag sicher nicht daran, dass der Innenbereich des Rumpfes sinnloserweise vollständig graviert ist und Verstrebungen enthält, die nicht vorbildgerecht sind, für die Statik des Modells nichts bringen, dafür aber für immer unter dem Deck verschwinden:




Das Modell zusammenzubauen heißt, das große Heller-Klebeexamen abzulegen. Da muss praktisch alles vorsichtig aufeinander zu geschliffen werden. Für die Verklebung benutzt man am besten die multifunktionalen und mehrdimensionalen Schraubzwingen, die einem unten aus dem Arm wachsen, sowie die eigene Fähigkeit, sich eine halbe Stunde lang auf nichts anderes zu konzentrieren als darauf, keine falsche Bewegung zu machen. Insbesondere an den Enden, wo sieben Rumpfteile mehr oder weniger stumpf aufeinandertreffen, ist Feingefühl und völlige Absenz von Wut und dergleichen gefragt:



Bis das Deck passt, muss viel gezerrt, geschliffen und gebetet werden. Und Vorsicht! Der Rumpf tendiert darauf, es abzustoßen bzw. auszuspucken. Da muss man zu Hilfsmitteln greifen.



;) :D :smilie:



Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

2

Sonntag, 4. Januar 2015, 21:25

Uiii ... n´ Wikingerschiff !!!

Bin dabei!!

Beiträge: 2 561

Realname: Michael

Wohnort: Rheinland-Pfalz

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3

Sonntag, 4. Januar 2015, 21:38

Mal was ganz anderes, schön :)
Was hat der arme Horatio verbrochen dass ihr ihn, diesen Hänfling zur See schicken wollt? Suckling 1771

4

Sonntag, 4. Januar 2015, 21:51

Wie süüüß!

Soetwas hat hier noch gefehlt. Vielen Dank!

Öhm, aber nicht böse sein, wenn ich hier kichernd über deiner Berichterstattung sitze...einfach viel zu witzig geschrieben. :abhau:

lg Mickey
Im Bau: Black Pearl
Im Bau: H.M.S. Triton

5

Sonntag, 4. Januar 2015, 22:15

EIn Wikingerschiff :lol: obwohl gewisse Ähnlichkeiten mit dem Osebergschiff sind vorhanden.
Ganz schlimm ist die Reine Mathilde, die auf den gleichen Formen beruht. Da passt die Rumpfform überhaupt nicht.
Gruß Christian

in der Werft: HM Sloop Fly, 1776 - Maßstab 1/32, HM Cutter Cheerful, 1806 - Maßstab 1/48
auf dem Zeichenbrett: HM Cutter Alert, 1777 - Maßstab 1/32


"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

6

Sonntag, 4. Januar 2015, 22:17

DAS ist Modellbauerleben, man könnte sich ja sonst gleich einen Die-Fast-Metallbausatz davon kaufen und golden brünieren ...

... danke für die offenen Worte :-)

Lieber Gruß und ich staune mit!

Daniel
... keine Angst, der will doch nur spielen ...



Feinste Ätzteile für HMS Victory 1:100
http://www.dafinismus.de

7

Sonntag, 4. Januar 2015, 22:38

Zitat

unangenehme Heavy Metal Typen,

aber schmidt........soooo unangenehm bin ich dann auch wieder
nicht....frag daniel!!!! :!!

8

Sonntag, 4. Januar 2015, 23:00

Das Teil liegt jetzt, befreit von allen Bandagen, neben mir auf der Couch und guckt Inspector Barnaby. Hat es sich auch bitter verdient, nachdem ich es so gedrückt, gezogen, geschliffen und überhaupt gequält habe. Allerdings hat es jetzt eine Steifigkeit gewonnen, die es zum skurrilen Mordwerkzeug in Midsomer Sowieso qualifiziert. Was seine Ähnlichkeit mit dem Osebergschiff (ausgebuddelt vor über 100 Jahren) betrifft, behauptet es natürlich wie alle Hellerianer, es sei eine 1:1, bzw. 1:60 Kopie. Ich glaub ihm das, sonst kommt es über Nacht noch auf die Idee, seine internen Klebungen aufzulösen. (Re)konstruiert wurde es übrigens 1971, also zur Hochzeit des Hellerismus.
Morgen oder so wird es grundiert. Dann werden seine Planken zu sprechen beginnen. Ho-ho!
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
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9

Sonntag, 4. Januar 2015, 23:25

Die Planken beginnen zu sprechen? Na Hauptsache die beginnen nicht zu brechen!!!
Ich warte dann und lausche den Dingen die da kommen mögen. :D

lg Mickey
Im Bau: Black Pearl
Im Bau: H.M.S. Triton

Beiträge: 1 053

Realname: Stefan

Wohnort: Raum Ludwigsburg

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10

Sonntag, 4. Januar 2015, 23:52

Naja....bei der Barnaby-Folge und entsprechend Methül wundert mich da nix mehr.
Verspricht jedenfalls interessant zu werden, Dein BB.
Macht´s besser,
Stef

Auf Lager:
Tamiya Baja King TL-01B
Junkers-Ju 88 A-4 1:48
Sopwith Camel 1:72

11

Montag, 5. Januar 2015, 00:52

Zitat

(Heute muss ich allerdings auch daran denken, dass genau dieser Anblick
das Vorletzte war, was viele Küstenbewohner in Europa damals gesehen
haben. Das letzte waren ein paar extrem unangenehme Heavy Metal Typen,
die in sozialen und ökonomischen Fragen eine vormoderne
Heuschrecken-Mentalität an den Tag legten. Kein Wunder, dass ihre
Nachfahren heute eher pazifistisch veranlagt sind. Wahrscheinlich
träumen sie noch immer schlecht von ihren Ahnen.)



Das Modell habe ich damals kaum zusammenbekommen. Das lag sicher nicht
daran, dass der Innenbereich des Rumpfes sinnloserweise vollständig
graviert ist und Verstrebungen enthält, die nicht vorbildgerecht sind,
für die Statik des Modells nichts bringen, dafür aber für immer unter
dem Deck verschwinden:

Das Modell zusammenzubauen heißt, das große Heller-Klebeexamen
abzulegen. Da muss praktisch alles vorsichtig aufeinander zu geschliffen
werden. Für die Verklebung benutzt man am besten die multifunktionalen
und mehrdimensionalen Schraubzwingen, die einem unten aus dem Arm
wachsen, sowie die eigene Fähigkeit, sich eine halbe Stunde lang auf
nichts anderes zu konzentrieren als darauf, keine falsche Bewegung zu
machen. Insbesondere an den Enden, wo sieben Rumpfteile mehr oder
weniger stumpf aufeinandertreffen, ist Feingefühl und völlige Absenz von
Wut und dergleichen gefragt:

Bis das Deck passt, muss viel gezerrt, geschliffen und gebetet werden.
Und Vorsicht! Der Rumpf tendiert darauf, es abzustoßen bzw.
auszuspucken. Da muss man zu Hilfsmitteln greifen.


:abhau:
Ein Extrapunkt für Deine Beschreibungen, auf jeden Fall!! Danke dafür!:ok:
Da ich seit "Wickie" (damals jeden Donnerstag, 17.10 Uhr im Zweiten) immer schon auf Wikingerschiffe stehe, mich aber nie an so ein Modell getraut hatte, hab ich sowas ähnliches in früher Kindheit (12 Jahre??) aus Balsa in Eigenregie als Buddelschiff in einer Kakaoflasche gebaut. Dies steht in meinem Büro, ich werd mal ein Bild davon schießen. Allerdings fand ich Drachenköpfe "more sexy", daher hatte ich mich wohl -analaog zu Wickie- zu dieser Variante entschieden! Wenn Du nix dagegen hast, stelle ich das bei Dir mal ein? :rot: :pfeif:

Ich bin schon sehr gespannt, wie's weitergeht!! 8o

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



12

Montag, 5. Januar 2015, 01:51

Hier dürfen selbstverständlich ab sofort alle Wickinger mittun!
Und ich meinte wirklich: Die Planken sprechen! Seid gespannt!
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
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13

Montag, 5. Januar 2015, 07:27

Moiens :wink: :wink: :wink:

Ahhhhhhhhhhhhhhhh...mal was anderes...fein fein!! 8o Auch ich werd gespannt warten auf das was da kommt

Grüssle der Matthias :pc:

:pc: ************************************************** :pc:
Baubericht Teil 1 H.M.S VICTORY / 1:100 / HELLER :ahoi: Der Bericht :ahoi:
Baubericht Teil 1 LE SOLEIL ROYAL / 1:100 / HELLER :ahoi: Der Bericht :ahoi:
Baubericht Teil 2 H.M.S VICTORY / 1:100 / HELLER :ahoi:Der Bericht :ahoi:
Baubericht Teil 2 LE SOLEIL ROYAL / 1:100 / HELLER :ahoi:Der Bericht :ahoi:
BESUCH IM MARINEMUSEUM LISSABON :ahoi: Die Bilder :ahoi:
:pc: ************************************************** :pc:

14

Montag, 5. Januar 2015, 14:47

Oh ja, Wickingerboot, ich bin dabei :wink:
:ahoi: Eisbergfreie Modellbauzeit wünscht Ray

15

Montag, 5. Januar 2015, 18:46

Moin Schmidt! :wink:
Ich hab mich doch für eine Vosrtellung meines Wikingerschiffes in der Galerie entschieden, um Deinen Bericht nicht zu sehr zu strapazieren...Guck mal hier , wenn Du magst! ;)

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
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Realname: Johann

Wohnort: nähe Ingolstadt

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16

Montag, 5. Januar 2015, 22:00

Hallo Schmidt,

selten so eine unterhaltsame Baubeschreibung gelesen ... :ok:
Viele Grüße
Johann

Im Bau: Video - La Créole - Französische Korvette 1827

ZUM BAUBERICHT


17

Montag, 5. Januar 2015, 23:32

selten so eine unterhaltsame Baubeschreibung gelesen ...

Nicht wahr? (kicher)

Kööööstlich! :abhau: :abhau: :abhau:
Im Bau: Black Pearl
Im Bau: H.M.S. Triton

18

Dienstag, 6. Januar 2015, 01:48

Ich hatte sprechende Planken versprochen? Bitte, hier sind sie:






Und ich kann (ja muss) jetzt endlich bekennen, dass ich dieses Modell nur mal schnell hopplahopp zwischendurch baue, um mich beim großen Bastelotis und seiner Gemahlin Hellerina tatkräftig und bußfertig dafür zu entschuldigen, dass ich hier seit Monaten die Entmaserung von Heller-Plastikschiffen propagiere und praktiziere. Ich höre auch schon zu lange nachts die alten Männer fluchen, die damals in 24-Stunden-Schichten die formschönen Maserungen in die Gussformen gegraben haben. Wofür haben wir das getan?, sagen sie in meinen Träumen und schütteln ihre Fäuste. Damit dieser Dümmling uns der Unmaßstäblichkeit zeiht und unser Lebenswerk unter Schleifpapier der Stärke 80 verkommen lässt? Das Ende des Traums erlebe ich nie.
Nein, diese Stimmen zu bannen baue ich jetzt den Drakkar Oseberg und bekenne lauthals, dass faktisch jede der hier eingravierten Maserungen mit der entsprechenden Planke des Originals (ausgegraben 1904) komplett übereinstimmt. Dies auch euch zu verdeutlichen, habe ich den Rumpf mit meinem bekannten Plankengrau, Humbrol Nr. 28, hochverdünnt überjaucht, Quatsch!, überhaucht, auf dass die ganze Schönheit dieser Arbeit in Erscheinung trete. So spricht die Planke.

Außerdem hatte ich durch diese Maßnahme endlich eine gewisse Chance, überhaupt zu erkennen, was ich da zusammengeklebt hatte. Ich vermute, die Entscheidung für die Gussfarbe Schwarz ist damals, 1971, auch in der Marketingabteilung der Firma Heller gefallen. Um Himmels Willen!, hat es geheißen, nachdem einige Beta-Testbastler den Kit (mit deutlichen Anzeichen des Tourette-Syndroms) für unzusammenbaubar erklärt hatten. Dann gießen wir das wenigstens in Nachtrabenschwarz, hatte es geheißen. Dann sieht's wenigstens keiner.






Vermutlich ist es anschließend zu einer Verschwörung der Konstrukteure und Graveure gekommen. Deren Ergebnis kennen wir alle. Es heißt Soleil Royal und führte bekanntlich zum tragischen Untergang der Firma Heller, deren Firmengebäude am 31.9.1979 von einer Horde SR-Erbauer gestürmt wurden, denen allen viel viel zu spät durch gezielte Indiskretionen gesteckt worden war, dass es für das schöne Schiff überhaupt kein Vorbild gibt und sie bereits fünf Lebensjahre an eine Chimäre verschwendet hatten.

Soviel zur Nacht.
Schmidt
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19

Dienstag, 6. Januar 2015, 09:39

:abhau:

:thumbsup:

20

Mittwoch, 7. Januar 2015, 01:17

Wie die Kartonillustration des Drakkars bereits andeutet, dürfte nicht ganz von der Hand zu weisen sein, dass so ein ganz aus Eiche gebautes Schiff eher schwarz ausgesehen hat, bei guter Trocknung mit den typischen silbrigen Oberflächen. Etwas in dieser Art werde ich auch machen, will aber unter dem Schwarz noch Hölzernes durchschimmern sehen.
Zu kühn, zu verwegen, Mijnheer van Dyke? Schaun wir mal.
Ich habe den Rumpf zuerst mit einem dunkel rötlichen Ton deckend gestrichen und anschließend mit immer helleren Holztönen trockengemalt:










Deck:




Das alles darf jetzt ein paar Tage trocknen, bevor es die habituelle Bekanntschaft mit der Ölfarbe macht. Ich überlege noch, ob ich dem sehr dunklen Vandyckbraun ein etwas helleres Braun beimischen soll.

Schmidt
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Realname: Johann

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21

Mittwoch, 7. Januar 2015, 09:38

Es ist schön zu sehen, wie durch Deine Farbbehandlung das Schnitzwerk am Vordersteven an Plastizität gewinnt.
Viele Grüße
Johann

Im Bau: Video - La Créole - Französische Korvette 1827

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Beiträge: 926

Realname: Dirk Wörner

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22

Mittwoch, 7. Januar 2015, 09:56

....Ein wieder mal... für mich... seeeehr Lehrreicher und auch recht lustiger :abhau: Baubericht.... für ein Zwischendurch Modell. Bin schon seeeeeeeeeeeeeeeehr gespannt, wie das nach der Ölfarben-Behandlung aussieht.

Gruß, der Dirk. :ok:

23

Mittwoch, 7. Januar 2015, 21:28

Potzblitz, Schmidt!

Was du da mit dem Vorsteven anstellst, grenzt bald an Magie. Bereits jetzt sehr eindrucksvoll herausgearbeitet. :respekt:

lg Mickey
Im Bau: Black Pearl
Im Bau: H.M.S. Triton

24

Mittwoch, 7. Januar 2015, 21:37

Hi Schmidt,

hmmm mit Deiner Farbgebung kann ich mich nur in soweit anfreunden, dass die aus der Erde ausgebuddelten Schiffe komplett dunkelgrau bis schwarz waren, die originale aber mit ziemlicher Sicherheit von außen nicht, da das Holz mit Holzkohlenteer(?) behandelt wurde. Dieses wird erst nach einer Zeit dunkel, dann wußte man nach Aussagen in Roskilde, dass es an der ZEit war das Schiff neu zu teeren
Die Nachbauten in Roskilde geben einen guten Eindruck davon. Auf der Innenseite des Rumpfes und die Bodenplanken hatten degegen den grauen Eindruck den unbehandeltes Holz nach einer Weile an der Luft bekommt.
Gruß Christian

in der Werft: HM Sloop Fly, 1776 - Maßstab 1/32, HM Cutter Cheerful, 1806 - Maßstab 1/48
auf dem Zeichenbrett: HM Cutter Alert, 1777 - Maßstab 1/32


"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

25

Donnerstag, 8. Januar 2015, 02:10

Christian, kannst du vielleicht mal durch einen Link zeigen, was farblich mit dem Teeranstrich bewirkt wird?
Danke. Schmidt
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26

Donnerstag, 8. Januar 2015, 08:08

Ich durchforste heute Abend mal die Bilder von meinem letzten Besuch im Museum und lade ein paar Beispiele hoch.
Gruß Christian

in der Werft: HM Sloop Fly, 1776 - Maßstab 1/32, HM Cutter Cheerful, 1806 - Maßstab 1/48
auf dem Zeichenbrett: HM Cutter Alert, 1777 - Maßstab 1/32


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Donnerstag, 8. Januar 2015, 19:34

Moin Schmidt,

anbei drei Beispiele für unterschiedliche Farbzustände der Außenhaut bei Wikingerschiffen. Wenn man genau hinsieht, erkennt man gerade bei der großen Knarr, dass das Holz unter der dunklen Teerschicht eine rotbräunlich Farbe hat.
Auffällig ist, dass die Rumpfinnenseiten eigentlich immer das dunkle Grau von unbehandeltem Holz annehmen.

1. im Bau auf der Helling


2. im Wasser


3. alter Teer
Gruß Christian

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Donnerstag, 8. Januar 2015, 22:57

Vielen Dank. Und genau das dritte Beispiel hatte ich im Kopf, als ich die Farbschichten übereinander legte. Schlussendlich soll ja die dunkle Ölfarbe den "Ton" angeben und das hellere Holz durchschimmern.
Mittlerweile bin ich allerdings gar nicht mehr sicher, ob ich wirklich ein "fahrendes" Schiff bauen möchte. Erik des Roten Jacht, startbereit für einen Trip zum Shoppen nach New World. Sehr faszinierend ist doch der ganze Raum, in dem das kohledunkle original Oseberg-Schiff heute steht.

http://www.google.de/imgres?imgurl=http%…ved=0CCkQrQMwAw


Da kommt man als avancierter Modellbauer ins Grübeln, nicht wahr...?
Schmidt
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Freitag, 9. Januar 2015, 21:49

Und hier meine Hommage an die Graveure der weiland Pariser Firma Heller. Danke, Männer (und Frauen?).








Das Öl darf jetzt trocknen, dann geht es an die üppige Takelage.

Charlie Schmidt
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30

Freitag, 9. Januar 2015, 22:10

Oh Boh Ej, Schmidt,
I am of from my stockings!!!

der von den Socken seiende Hagen
Es rauscht wie Freiheit, es riecht wie Welt.
Naturgewordene Planken
sind Segelschiffe. Ihr Anblick erhellt
und weitet unsere Gedanken!
Joachim Ringelnatz

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