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Samstag, 15. Juni 2013, 18:41

Holländischer Zweidecker 1:150, scratch

Hi,

einige kennen sicher schon den Ursprungsthread unter "Rund um den Schiffsbau". Eigentlich wollte ich das Schiff aus dem Tim und Struppi Comic "Das Geheimnis der Einhorn" ferngesteuert bauen, so dass es mit den Kanonen (ohne Projektile) schießen kann. Um auszuprobieren, welche Rumpfbauweise mir da am meisten zusagt, wollte ich in klein einen Rumpf aus Spanten und einen aus Vollschale bauen und die bevorzugte Variante in groß bauen. Nachdem ich aber den Spantenrumpf zu bauen begonnen hatte, bin ich doch immer detaillierter geworden und habe letztendlich beschlossen das kleine Schiff fertig zu bauen.

Die Pläne für das Schiff stammen aus dem Buch "Der holländische Zweidecker von 1660/70" von Heinrich Winter und bestehen aus drei Bögen, die auf fünf Seiten (1) die Masten und die Takelage, (2) vier Rumpfquerschnitte, die Heckansicht und die Decksdraufsicht, (3) Die Schnittlinien in allen drei Koordinatensystemrichtungen, (4) Die Maße der Aufbauten und Segel und einen Rumpflängsschnitt und (5) die Seitenansicht mit Stückpforten, Schmuck, etc. zeigen. Die Pläne sind irgendwas zwischen A0 und A1 groß. Dazu gibt es noch etwa 50 Seiten Text und 40 Seiten Bilder.

Dieses Schiff oder eher diesen Schiffstyp, da ja nicht klar ist welches Schiff dargestellt wird, hatte ich gewählt, weil er der Einhorn ähnlich sah und ich mir dachte, dass es zwischen der niederländischen und französischen Bauweise ja nicht so große Unterschiede geben könne. Naja, dachte...

Nachdem ich im ursprünglichen Thread mehrfach aufgefordert wurde einen Baubericht einzustellen, liefere ich den jetzt nach.

Ich möchte gleich zu Beginn klarstellen, dass ich eher zu den Anfängern zu zählen bin und von daher glaube, dass die Profis aus diesem Thread keinen Wissensgewinn ziehen werden, auch wenn's mich natürlich tierisch freuen würde, wenn mein Thread Anlass zu Diskussionen und Verbesserungsvorschlägen wäre. Wer vielleicht schon Nutzen hierraus ziehen kann, sind andere Anfänger, denen 200+ Euro für einen Bausatz zu viel sind, oder Leute die sich doch mal an Scratchbauten heranwagen wollen. Ich werde mir von daher Mühe geben, auch auf meine Fehler einzugehen und Wege zu finden, wie man diese verhindern kann. Also bei Verbesserungsvorschlägen oder Anregungen bitte immer her damit!

Also fangen wir mal an:
Nachdem ich zu Beginn nur Balsaholz hier hatte, habe ich beschlossen das Schiff, oh Wunder, aus Balsaholz zu bauen. :D Als erstes musste ich hierfür Pläne schaffen. Also habe ich mir meine Pläne in Großformat eingescannt und die gewünschten Ausschnitte mit Skalierung und Auswahlbereichen in neue .pdf Dateien umgewandelt und diese dann wieder mit Skalierung gedruckt bis ich eine Größe hatte, die mir vom Anschauen her gefiel. Dass der Maßstab 1:150 ist, ist also reiner Zufall. And here we go: erster Fehler. Also merken: Wenn man scratchen will, dann macht man sich die Pläne so, dass sie auf jeden Fall reproduzierbar sind! Ich habe jetzt das Megagefrickel und rungerechne, wann immer ich etwas ausmessen muss :bang:


Des weiteren hatte ich ja keine Schablone für die Spanten und den Kiel, sondern nur die Querschnitte. Die taugen natürlich schon um die Rumpfform nachzubilden, zeigen aber weder konkret auf an welcher Stelle des Rumpfes sie oben aufhören (Oberdeck, Geländer?), noch stimmen sie mit den Stückpfortenabständen überein. Von daher würde ich stark dazu raten die Pläne zu digitalisieren, die Linien in entsprechendem Abstand in ein CAD-Modell zu übertragen und mit irgendeiner Flächenfunktion die Linien zu einem Rumpf zu verbinden. Auf diesem kann man dann die Position der Stückpforten auftragen und sich die Spanten an den Stellen aussuchen, an denen sie auch gut passen. Alternativ: Den Rumpf in waagrechte Scheiben schneiden (digital) und daraus einen Massivrumpf kleben. Ich jedenfalls habe einfach die Querschnitte genommen (wollte ja nur den Rumpfbau ausprobieren) und aus Papier Schablonen ausgeschnitten. Auf diese habe ich dann die Höhen eingezeichnet, auf denen die Decks verlaufen.


Anhand dieser Schablonen habe ich dann die Spanten aus Balsa ausgeschnitten, zusammengeklebt, nummeriert und auf den Deckshöhen Balken eingepasst, die dann der Untergrund für die Decks werden. Da ich diese aber zum Einbau der unteren Decks noch nicht festgekleben wollte, wurden sie durch "Knie" an den Rändern von der Höhe her positioniert.
Sah dann so aus:



Und mit eingesetzten Decksbalken so:


Das natürlich für alle Querschnitte:



Gleichermaßen der Kiel mit den Aussparungen für die Rippen:



Nachdem ich mir als Arbeitsunterlage/Tisch einen alten Regalboden organisiert hatte, habe dadrauf erstmal eine Art Dock geklebt, das den Kiel in Position hält. Das Holzstück, das auf dem nächsten Bild herumliegt ist übrigens der Kiel am Bug, der sich wegen eines Messfehlers zur Schwachstelle bei meinem Modell entwickelt hat.
So:



So bin ich fortgefahren, bis alle Spanten bis auf die vordersten drei eingeklebt waren:



Die vordersten drei wurden dann zu einem Paket mit massivem Bug, das nicht festgeklebt wurde, damit ich noch von vorne Zugriff auf die Decks hatte. Dann wurden der Heckspiegel gebaut, in den noch die unteren (viel zu großen) Stückpforten geschnitzt wurden. Fehler hier: Bevor irgendwelche Massivteile fest am Rumpf verbaut werden, sollten ALLE Öffnungen reingeschnitten worden sein. Es gibt wenig blöderes als ausgerechnet aus dem massivsten Teil eines Schiffes im verbauten Zustand etwas herauszutrennen.


Hier der Spiegel:



Im eingebauten Zustand. Die Streifen sind das unterste Kanonendeck (Batteriedeck?), das von außen nicht sichtbar wird. Deshalb nur die Streifen für die Stabilität. Das Deck ganz unten habe ich auch ausgelassen, da in der eigentlichen RC-Variante auch kein Platz dafür sein wird.



Dann habe ich die Masten von der Länge des untersten Stückes ausgemessen, etwas mehr genommen (so kann ich es noch anpassen) und eingesetzt, damit ich die Halterungen fluchtend einkleben kann.
So:



Dann kamen die Balken für das Deck darüber rein. Es würde sich empfehlen bereits in diesem Zustand die Positionen der Stückpforten einzubauen. Das ist später schwieriger.



An diesem Punkt war mir noch nicht klar, dass ich das Schiff bauen würde. Deshalb hatte ich auch keine Stückpforten eingebaut. Noch nicht... Dann kam für den Fall, dass es doch mal schwimmen sollte, das Schott vorne und hinten rein.



Gefolgt von der Mastaufnahme...



...und dem Hauptdeck mit Mastaufnahme am Bug:



Oh, irgendwo davor wurden noch das Ruder und weitere Balken am Heck eingebaut. Bis zu diesem Zeitpunkt ist alles aus Balsa gewesen, mit dem Scharnier für das Ruder unten kam eine Stecknadel dazu.



Danach kamen dann Bug- und Heckoberdeck. Wie man am Heck sieht, hatte ich mir da schon überlegt, am Heck Fenster mit Beleuchtung einzubauen. Deshalb die Löcher und der Verweis vorhin VORHER alles auszuschneiden.



Weil das wüste heraus"trennen" der Löcher am Heck Spuren hinterlassen hatte, bekamen die Fenster Rahmen und dann auch Fensterkreuze. Das ist übrigens das untere Ende der Skala der Teilegröße, kleinere Teile kann ich mit meiner Pinzette nicht mehr so packen, dass ich noch an beiden Enden Kleber drauf tun kann. Ich brauche also eine Lupenbrille und eine Spitzpinzette.



Hier weiche ich von den Plänen ab. Wer z.B. die Friesland kennst, erinnert sich dort vielleicht an die Position der Heckfenster, die irgendwie anders waren. Mir gefiel es mit den außenliegenden Fenstern aber besser und da wir in einem freien Land leben... :D Die Fenster oben kommen ohne Rahmen aus, weil ich mir zu diesem Zeitpunkt endlich einen Satz Schlüsselfeilen gekauft hatte.


Anschließend habe ich die Fenster (auf der Vorderseite gibt es auch welche) mit Butterpapier bedeckt, dadurch muss ich die Kabinen nicht einrichten und mit der Beleuchtung von hinten kommt die unterschiedliche Struktur des Papiers gut zur Geltung. Dazu habe ich dann an Elektronik zwei Schächte für AAA-Batterien (natürlich auch aus Balsa) so eingesetzt, dass die vorderen Fenster von der ebenfalls eingebauten Glühbirne ungehindert beleuchtet werden können. Um die Frage warum ich keine LED eingebaut habe vorweg zu nehmen, ist die Antwort einfach, dass ich keine hier hatte und (bis gestern) auch keinen Lötkolben zuhause hatte.
Hier die Glühbirne:


Und hier das Batteriefach

2

Samstag, 15. Juni 2013, 18:43

Danach habe ich mit der Beplankung angefangen. Hier habe ich mir tatsächlich schwer getan, weil ich nicht wusste, wo ich die erste Planke ansetzen soll. Letztendlich habe ich einfach mit der ersten Planke so angefangen, dass sie in der Rumpfmitte auf der Höhe der Wasserlinie beginnt und mich von da an nach Mondfeld nach unten vorgearbeitet. Somit konnte ich dann das Schiff in Frischhaltefolie einpacken und mittels einer geliehenen Waage die gewünschte Verdrängung (340g) bei einem aktuellen Gewicht von 34g bestimmen. Weiter nach oben kann ich erstmal nicht beplanken, weil ich am Ende unten noch Ballast einladen muss. Benutzt ihr da Anglerblei?


Ein anderer Grund, warum ich die Beplankung noch nicht höher ziehen kann, ist, dass die Stückpforten noch nicht definiert waren und ich Angst habe, die Planken einfach zu zertrennen, da ich befürchte, dass sie die Krümmung verlieren würden. Also habe ich mir ein Musterstückpfortennegativ (6,1mm*5,4mm) gefeilt, mit dem ich paralle Querstreben zwischen die Spanten geklebt habe und dann in diese senkrecht die seitlichen Begrenzungen der Stückpforten eingebaut habe. Zum Teil musste ich dafür die Spanten ansäbeln, aber durch die vielen anderen Streben ergibt das kein Stabilitätsproblem. Das ist genau der Punkt, den ich oben angesprochen hatte. Die Stückpforten folgen bei mir, wie es sein soll, dem Deck. Da mein Deck aber keiner Krümmung folgt, sondern gerade ist, sind die Stückpforten auch nicht historisch korrekt. :lol: Ansonsten habe ich einfach einen gleichmäßigen Abstand angenommen und diesen auf den auf dem Foto sichtbaren Zettel aufgetragen. Die Stückpfortenreihe drunter ist dann um eine halbe Stückpforte nach hinten versetzt.



So, und beleuchtet sieht das ganze zur Zeit so aus. Der Schatten im Fenster ist die Stange zu Ruderanlenkung. Für die RC-Version muss ich mir da noch etwas überlegen...

Beiträge: 1 721

Realname: Matthias

Wohnort: Schwetzingen, Baden-Württemberg

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3

Samstag, 15. Juni 2013, 18:51

Uiii, endlich mal was in "meinem" Maßstab, da bin ich mal gespannt. Sieht bis jetzt echt gut aus :thumbsup:
Einfach mal machen! Könnte ja gut werden.


Fertig:
H.M.S. Prince 1670 , Millenium Falcon von mpc

Im Bau:
Soleil Royal Holzmodell 1:140

4

Samstag, 15. Juni 2013, 18:57

yepp....sieht klasse aus.....und wer mit ponal bastelt ist eh mein freund!!! :wink:

5

Samstag, 15. Juni 2013, 20:42

Das schätze ich wird interessant :-)

XXXDAn
... keine Angst, der will doch nur spielen ...



Feinste Ätzteile für HMS Victory 1:100
http://www.dafinismus.de

6

Samstag, 15. Juni 2013, 21:22

... unten noch Ballast einladen muss. Benutzt ihr da Anglerblei?

Für die RC-Version muss ich mir da noch etwas überlegen...

Hi Leo,
willst du mit dem Schiff später auch mal richtig segeln können?
Dann würde ich dir ein Schwert mit unten liegendem Ballast vorschlagen.
Wenn du dir ´nen Motor einbauen willst und ohne segle damit rumfährst,
dann reicht auch Blei im Rumpf.


lg,
Frank
Modellbau ist Kunst - und manchmal Sport - und darf niemals als Arbeit gesehen werden!

Im Bau: The 24-Gun Frigate Pandora 1:128 - RC
Im Bau: Schlepper Goliath - RC

7

Sonntag, 16. Juni 2013, 12:12

Ponal ist super! Ich habe auch schon den Warm- und Kaltwassertest gemacht und es hält, wenn es einmal getrocknet ist.

Richtig segeln nicht. Ich wollte die Segel fest setzen, so dass ich es bei einem zarten Windhauch über das Schwimmbecken oder den kleinen Weiher treiben lassen kann. Schwert/Kiel wollte ich keines/keinen dran bauen, weil es vorwiegend irgendwo stehen und schön aussehen soll. Habe vor ein paar Wochen ein kleines (9cm vielleicht?) Schiff aus Massivholz gestemmt (wie heißt der Vorgang mit Stemmeisen?), das auch ohne zu kentern schwimmt. Da habe ich einfach die Segel an den Masten schief ausgerichtet. Und es ist so leichtgängig, dass man nicht mal richtig pusten muss, ein Hauch reicht vollkommen aus.

Das große Modell wird dann richtig segeln können und deshalb vermutlich auch nicht um einen Kiel umhinkommen. Auch weil die Kanonen den Schwerpunkt heben werden...

Blei aus dem Anglerbedarf? Selber gießen soll ja nicht so gesund sein ^^

8

Sonntag, 16. Juni 2013, 12:26

Zitat

Blei aus dem Anglerbedarf? Selber gießen soll ja nicht so gesund sein

modellbau an sich birgt mannigfaltige gefahren!
eigentlich gehört auf jeden bausatz ein WARNHINWEIS:
schiffle bauen gefährdet ihre gesindheit usw....
LG der gesundheitsminister

10

Dienstag, 18. Juni 2013, 16:14

so endlich zeit gehabt deinen bericht zu lesen :)
ja wie schon andernorts gesagt; spitze! :ok:
also dieses schiff hier so im rohbau sieht schon mal spitze aus!
und nun hock ich mich hierzu und staune weiter zu :ok:

und als Gewicht nehme ich auch immer blei aus dem angler laden.
klar kann man im baumarkt sicher billiger dran kommen, aber dann muss man wiegen abschneiden usw. das mir zu lästig, und da meine schiff meist einheitsgrößen benötigen, wie 20, 30, .... 80 g geh ich mir da das passende kaufen
kosten meist nur ein paar cent und lassen sich gut verbauen.
Viele Grüße :ahoi:
markus
(der Captain)

Beiträge: 410

Realname: Holger

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11

Dienstag, 18. Juni 2013, 17:02

Ah, endlich mal jemand mit nem vernünftigen Maßstab :ok:
Das schaut doch schon mal sehr gut aus, auch wenn Balsaholz nicht unbedingt meine erste Wahl gewesen wäre. :S

:ahoi:
Holger

12

Mittwoch, 19. Juni 2013, 10:40

als Gewicht nehme ich auch immer blei aus dem angler laden.
Danke! Bei mir gibt es wohl einen in der Nähe. Da werde ich das schöne Wetter nutzen und mich auf Erkundungstour begeben!
auch wenn Balsaholz nicht unbedingt meine erste Wahl gewesen wäre.
Jaaaa, Balsaholz ist so eine Sache... Es bot sich gut an, weil ich eben nur Balsaholz und Sperrholz da hatte und sich meine Werkzeugsammlung am Anfang auf Messer und Schleifpapier beschränkt hat (Keine Ahnung wo mein ganzes anderes Zeug hin ist...). Inzwischen würde ich es wohl bei erneutem Bauen doch aus so stabilem Material bauen, dass der Rumpf auch ohne Querverstrebungen hält und damit alle Decks entnehmbar sind. Das wäre dem RC-Gedanken dann wohl auch näher gekommen. Von der Stabilität her ist es jetzt aber erstaunlich! Ich würde mich zwar nicht trauen drauf zu steigen, aber es ist unglaublich verwindungssteif. Für die Detailarbeiten wie Handläufe u.ä. werde ich dann wohl doch ein anderes Material benötigen. Scheinbar ist Abachi leicht zu bearbeiten, fasert aber nicht so stark aus. Aber so weit ich mit Balsa komme, so weit will ich es auch daraus bauen :D Diese Idee hat mich irgendwie gepackt.

13

Freitag, 21. Juni 2013, 22:07

Ich habe gerade etwas Schwierigkeiten bezüglich der Bewaffnung. In meinem Buch steht dazu kein einziges Wort. Es hat 64 "Stück", also 32 pro Seite. Ab jetzt alles pro Seite: Auf dem Batteriedeck und dem Hauptdeck hat es jeweils 13 Stückpforten plus die eine unter dem Kranbalken und die eine am Heck. Die unter dem Kranbalken ist ja scheinbar nur zum legen der Moorings gedacht ist (wurde schon irgendwo anders besprochen) und die am Heck wird scheinbar durch verschieben der hintersten Kanone bestückt. Also 26 Kanonen, macht 6 verbleibende. Auf dem Heckoberdeck gibt es nochmal 5 oder 6 Stückpforten, das ist leider nie ganz klar erkennbar, aber ich tendiere zu 6. Damit wären wir bei 32. Dann gibt es aber auf dem Obersten Deck nochmal 2 Stückpforten, hinter denen ganz kleine Kanönchen stehen.

Frageblock 1:
Sind das dann überhaupt welche? Und stehen dann an den 6 Stückpforten auf dem Oberdeck nur 4 Kanonen? Oder verschießen die beiden ganz oben nur Kartätschenladungen und zählen nicht zu den "Stück"?

Frageblock 2:
Hat jemand Hinweise zu der Art der Geschütze? Im Mondfeld steht auf dem Batteriedeck 18-24 Pfund, auf dem Hauptdeck 12 bis 18 Pfund und auf dem Oberdeck 4 bis 9 Pfund. Allerdings ohne Verweis auf das Jahrhundert. Ob normal, lang oder kurz finde ich auch nichts. :S Wenn mir jemand dazu einen Rat geben kann, dann könnte ich für dieses Schiffchen die Bewaffnung ordern und für die RC-Variante testweise Kanonen bestellen um zu testen, wie die zum Aufbohren geeignet sind :D

14

Freitag, 21. Juni 2013, 23:23

hi

leider kenne ich mich mit der bewaffnung der zählweise der geschütze und deren kaliber in dieser zeit nicht aus.
wenn es ähnlich/gleich späterer schiffe ist (was ich vermute) dann kann man akademisch sagen: es kommt darauf an...

die geschütze die "gezählt" wurden unterscheiden sich teils stark von der tatsächlichen anzahl geschütze an bord.
eine 38er fregatte konnte also gut 50 geschütze mitführen (siehe shannon bei ihrem gefecht mit der US fregatte im krieg von 1812)
das waren dann aber zum teil carronaden, die nicht gewertet wurden. diese art der geschütze gab es zu deiner zeit aber noch nicht.

daher kann man evtl. schon auslegen, dass die hinteren geschützeluken nicht besetzt waren, um die kabine der offiziere bewohnbarer zu machen (wurde ja öfter gemacht in nachkriegszeiten)
oben auf deck könnten drehbrassen oder andere gestanden haben, die dann nicht gezählt wurden. - aber da vermute ich zuviel.
ich guck am WE mal in meine bücher, vielleicht finde ich was, dann schreib ich dir das.

von der bestückung: also 24er unten und 18er darüber und oben 9er erscheint passend :) zumindest würde ich mir das so hinbiegen - so ein schiff darf ruhig dicke geschütze haben, und das passt ja auch noch ins bild

wo willst du denn die geschütze bestellen?
Viele Grüße :ahoi:
markus
(der Captain)

15

Samstag, 22. Juni 2013, 09:38

Hi,

Matthias (Leimprinz) hat mir diesen Laden hier genannt. Ich muss noch nachmessen und -rechnen, welche Geschütze von der Größe her passen, aber wollte mir dort die Kanonen für dieses Modell (sind ja nur ein paar, da die Stückpforten zu bleiben) und probeweise für das große Modell je Geschützgröße zwei bestellen um etwas rumprobieren zu können, wie ich das mit den funktionsfähigen Kanonen machen kann.

Wenn das mit den "Stück" sowieso nicht der entgültigen Anzahl entsprechen muss, dann mache ich einfach wie ich denke :) Das Buch zu dem Modell stellt da nichts klar.


Das andere, das mir gerade aufgefallen ist, ist dass ich auch zu den 64 Stück nichts finde. Keine Ahnung, wo ich das her habe. Aber die Friesland, die ja scheinbar typsgleich ist, hat 80 Stück und der "Arbeitskreis historischer Schiffsbau e.V." hat den HZ in 1:75 gebaut und 74 Kanonen verwendet. Was ist denn das Backdeck? Ist das das Bugoberdeck? Da sollen nochmal 6 (insgesamt) stehen.


EDIT: Und danke für deine Einschätzung :)

16

Sonntag, 23. Juni 2013, 14:35

Was ist denn das Backdeck? Ist das das Bugoberdeck?

Korrekt.
Das ist die vordere Erhöhung gleich hinter dem Gallion.
Dort steht i.d.R. auch der Fockmast.

Gruß Mickey
Im Bau: Black Pearl
Im Bau: H.M.S. Triton

17

Sonntag, 23. Juni 2013, 18:41

Ah, super. Danke! Dann stelle ich da auch noch Kanonen hin :D

18

Dienstag, 2. Juli 2013, 23:15

Hier nur ein kurzes Update, bevor der Thread in der Tiefe des Forums verschwindet.

Ich habe die Kanonen beim empfohlenen Laden in Polen bestellt und bin mit der Qualität zufrieden. Die ganz kleinen haben keine Bolzen zum Durchstecken dabei, die größeren schon. Alle in einer Größe sind gleich gedreht, nur manche haben einen kleinen Grad am Ende. Eigentlich wollte ich euch kurz eine Aufstellung geben, welche Länge in welchem Maßstab was repräsentieren soll, aber ich finde meinen Zettel nicht mehr und die Seite, auf der ich die Längen der Kanonen gefunden habe, auch nicht mehr. Und da alle Suchergebnisse nach Kanone und Länge immer nur den gleichen Müll bezüglich Geschossdurchmesser ausspucken, gebe ich jetzt entnervt auf :bang:


Bestellt hatte ich Rohre in 15, (20 gab's nicht), 26, 29 und 40mm Länge.


Ansonsten werde ich die nächsten Wochen sicher nicht weitermachen, es ist Prüfungszeit. Also nicht wundern, lesen tu ich u.Ust. schon noch.


Tschüssi und bis dann! :wink:

19

Mittwoch, 24. Juli 2013, 20:10

Juhuu, Prüfungen um!


So, und in der Gefahr, dass ihr mich lieben und gleichzeitig hassen werdet, weil ihr das Ganze schon bei Milton (oder Hämilton oder Milton? Ich nenne dich immer abwechselnd ?( ) zwei Mal durchgegangen seid: Ich glaube ich will mein Schiff doch als RC-Modell bauen.


Aaaaaber ich mag die drehmaren Masten nicht :S Was haltet ihr von einer Rahenansteuerung? Es ist immerhin 1:150... Könnte ja auch kleiner sein :lol:


Ich müsste dafür den oberen Rumpfteil abnehmbar machen, damit ich die Querstreben der Spanten rausschneiden und dadurch den Rumpf aushölen kann. Dafür würde ich vielleicht die Position des obersten Barkholzes nehmen, in der Mitte davon durchschneiden und das Barkholz als überlappende Planke am oberen Rumpfteil befestigen, so dass es die Schnittstelle überdeckt.


Eure Meinungen bitte!

20

Mittwoch, 24. Juli 2013, 21:28

geile idee!!!! :dafür:

wie lang war dein schiff noch mal?
generell sollte das möglich sein :)
Viele Grüße :ahoi:
markus
(der Captain)

21

Mittwoch, 24. Juli 2013, 21:45

Auf Höhe der Wasserlinie ist es von der Ruderhinterkante bis zum Bug 27,5cm lang. Ich habe auch schon darüber nachgedacht die Rahen miteinander zu verbinden und nur eine anzusteuern und bei den anderen einfach das Gut mitlaufen zu lassen. Jedes Segel einzeln angesteuert ist dann wohl doch etwas friemelig...

22

Mittwoch, 24. Juli 2013, 21:52

hmm ja das ist knapp in der größe, hast denn genug platz im innern?
also machbar ist das sicher!
ich habe in diversen foren meatbombers schiffe gefunden,
http://www.rc-modellbau-schiffe.de/wbb2/…ca7104e793240f9
die brigg hier ist größer aber auf die selbe art baute er auch kleinere schiffe, die prima segeln!
klick dich da mal durch,
von der technik her sind sie gleich mehr oder weniger
Viele Grüße :ahoi:
markus
(der Captain)

23

Mittwoch, 24. Juli 2013, 22:11

Danke für den Link, so hatte ich mir das ungefähr vorgestellt.
Platz ist schon ein wenig kniffelig, der Rumpf ist an der breitesten Stelle etwa 7,5cm breit. Vielleicht probiere ich das erstmal außerhalb des Schiffes aus...

24

Mittwoch, 24. Juli 2013, 22:14

längen breitenverhältnis passt

hoffe die hat genug tiefgang, die bauform ist ja was früher, nun mit schwert drunter passt das sicher :)
Viele Grüße :ahoi:
markus
(der Captain)

25

Mittwoch, 24. Juli 2013, 22:23

:du: kein Schwert, kein Kiel. Das schaut nicht schön aus, Dann lieber nur bei wenig Wind segeln. :)

Von den 340g Verdrängung hat sie bislang erst 34g. Da ich das Batteriefach und die Querstreben entfernen werde, wird es nochmal etwas leichter. Wenn ich all das RC-Zeug mit 50g unterbringe und der Rest des Bootes nochmal 100g braucht, dann wird der Kiel durch eine Bleistange mit 156g ersetzt und voila!

26

Mittwoch, 24. Juli 2013, 22:33

also einen Kiel hat jedes Schiff :)
das Schwert kann man ja abnehmbar bauen, das merkt kein Mensch im Wasser, an Land kommt ab
kommt das zu deinem Schiff hin?


darum schwert, der Tiefgang bei der höhe der Aufbauten in der kleinen Größe könnte kippen, bei leichtem Wind, der trägt halt die Segel nicht
(würde ich vermuten, also Teste das mal :prost: )

der Plan mit dem Kiel aus Blei ist gut!
(welchen Kiel wilst du denn nicht bauen?
Viele Grüße :ahoi:
markus
(der Captain)

27

Donnerstag, 25. Juli 2013, 01:08

Ööööhhm, da hätte ich mich wohl etwas klarer ausdrücken sollen :) Ich möchte nichts unten an dem Schiff hängen haben, das da eigentlich nicht sein sollte. Ich höhle gerne die Masten aus, mache sie aus Carbon oder verzichte auf dekorative Takelage, aber diese Ansteckkiele und -schwerter stören mich tatsächlich. Einen Kiel hat das Schiff natürlich schon, den würde ich dann gerne aus Blei machen. Also hier den blau markierten Bereich.


Auch wenn das Schiff jetzt nach Riesenaufbau aussieht, ist es tatsächlich nur der Heckbereich, der so hoch ist. Der vordere Teil ist verhältnismäßig flach, in der Schiffsmitte ist mehr unter als über Wasser. Ich denke du hast eine Vorstellung, wollte wg. Copyright aber nicht die ganzen Pläne hochladen. Der HZ ist wohl mehrfach in gebaut worden und die Friesland ist schinbar eines dieser Schiffe, falls du mehr Bilder magst.

Testen ist gut!

Ich habe noch eine andere Frage: Wenn ihr beplankt, wo fangt ihr mit der ersten Planke an? Setzt ihr als erstes die Barkhölzer? Oder einfach am Kiel? Bei meinem Schiff sind die Planken durchgängig einigermaßen parallel angeordnet, also nicht bis zur Wasserlinie vom Kiel ausgehend und drüber von der Wasserlinie ausgehend, wie es das auch gibt. Der Mondfeld erklärt zwar viel wie es ist, wenn es aber darum geht, wie man das gut machen kann, finde ich ihn etwas knapp. :S

28

Donnerstag, 25. Juli 2013, 09:31

ah ok :)
dann sollte das klappen :)
auf jeden fall wird das hier spannend, und das schiff gefällt mir sehr gut! etwas anderes als die üblichen verdächtigen :)
mit dem plan den du hast sollte das klappen

zu dem richtigen beplanken kann ich dir keine tipps geben, ich habe das nie richtig gemacht und stand am ende immer doof da, weil ich nicht weiterkam...
aber ich plane zur zeit ein Projekt mit beplankung, da kann ich dann bei dir abgucken :baeh:
Viele Grüße :ahoi:
markus
(der Captain)

29

Donnerstag, 25. Juli 2013, 10:34

Mir gefällt das Schiff so gut, weil es durch die zwei Decks um einiges schnittiger als die großen Schiffe mit drei Decks wirkt aber im Gegensatz zu den späteren Schiffen noch einen markanten Heckaufbau hat, der aber nicht so riesig wie bei der Vasa oder den spanischen Vertretern ist. Und der vierte Mast auf dem Bugspriet ist einfach niedlich :P

Die Pläne sind gut, da hat sich die Anschaffung des Buches gelohnt. Die Bilder sind aber etwas schwierig, man merkt denen das Alter an. Auch im Text steht leider nicht so viel, wie ich gerne hätte. Irgendjemand hier hat mal die Friesland von Mamoli gebaut, vielleicht kann ich mir ja von dort ein paar Tipps holen...

30

Donnerstag, 25. Juli 2013, 10:48

das stimmt!
das ist auch ein grund warum ich zweidecker immer ästhetischer empfinde als dreidecker.

also die anschaffung des buches hat sich auf jeden fall gelohnt :)
Viele Grüße :ahoi:
markus
(der Captain)

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