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  • »jo-loom« ist der Autor dieses Themas

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Mittwoch, 26. Oktober 2011, 23:37

Servo Fader (Servo-Verzögerung) für langsame Sonderfunktionen

Hallo und ein herzliches Willkommen an alle Interessierten am Funktionsmodellbau, es gibt mal wieder was Neues:

"Eile mit Weile..."
"In der Ruhe liegt die Kraft..."
"Gut Ding will Weile haben..."
"Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut..."

Manch eine Weisheit des Alltags hat auch Gültigkeit für Sonderfunktionen im Modellbau. Zuweilen schaut es schon arg grauselig aus, wenn sich große Klappen schlagartig öffnen, sich Geschütze in Rekordzeit drehen oder Bauteilbewegungen den zittrig hektischen Bewegungen des gestressten Bedieners am Sendepult folgen. Ganz gleich ob eine Heckklappe am Seenotrettungskreuzer, Klappscheinwerfer an Fahrzeugen, Geschütztürme auf Kreuzern - viele Sonderfunktionen wirken bei einer sanften, gleichmäßigen Bewegung viel realistischer. Zudem schont eine sachte Bewegung die oftmals diffizilen Mechaniken.
Die Lösung, das jüngste Kleinprojekt, findet Ihr hier vorgestellt - wie immer mit dem Entwicklungsziel klein, leicht, günstig und einfach.

Die Grundlage des Bausteins war einmal mein Wunsch die Fangnetzbäume an einem Krabbenkutter beweglich zu gestalten. Aufgrund des langen Hebelarms von über 20 cm sah die handgeführte Bewegung einfach scheußlich aus.
Der Anstoß für die Miniaturisierung und Vereinfachung kam durch Stefan's Baubericht zum Schnellboot (Torpedoklappen / Flak-Türme).

Beginnen wir gleich einmal mit dem Endergebnis, klein und schuckelig:



Das Modul lässt sich locker in einer Stunde aufbauen, kostet lediglich wenige Euronen und wiegt am Ende noch nicht einmal 6 Gramm:



Für den Betrieb wird es ganz einfach zwischen Empfänger und Servo gesteckt. Über 3 Steckbrücken lassen sich 8 verschiedene Verzögerungen auswählen. Eine weitere Steckbrücke gestattet zudem auf Wunsch die Drehrichtung des Servos umzukehren.

Doch beginnen wir gleich erst einmal mit dem Bau...
(weiter gehts im nächsten Posting)

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2

Mittwoch, 26. Oktober 2011, 23:37

Servo Fader (Servo-Verzögerung) - Aufbau

Los gehts:

Als erstes benötigen wir einmal ganz wenige Bauteile:


  • 1 Single chip Micorcontroller ATMEL ATTiny13 (fertig programmiert)
  • 1 Abblock-Kondensator 100 nF, Rastermaß 7,62 mm
  • 1 Pfostensteckverbinder 2x4 / gerade
  • 4 Steckbrücken ("Jumper"), Rastermaß 2,54 mm
  • 1 Servo-Verlängerungskabel, z. B. 300 mm
  • 2 Reststücke Schrumpfschlauch


Schritt 1:
Das Wichtigste zunächst ist die Identifikation von Pin 1 am integrierten Schaltkreis. Dieser ist durch eine kleine Kerbe auf der Oberseite gekennzeichnet. Die Pins werden übrigens an Pn 1 beginnend entgegen dem Uhrzeigersinn gezählt.
Jetzt schleifen wir die Sirnseite mit etwas Schleifpapier rauh, ebenso die erste Seitenfläche des Kondensators.



Schritt 2:
Mit ein wenig Sekundenkleber wird der Kondensator am Stirnende (Pin 1und 8 ) an den Chip geklebt. Dies geht leichter, wenn man beide Bauteile auf eine plane Unterlage legt.
Der an Pin 8 angrenzende Pin des Kondensators wird vorsichtig zu diesem herübergebogen.



Schritt 3:
Jetzt verlöten wir Pin 8 des Chips mit dem ersten Kondensatorbeinchen.
Es folgt die Vorbereitung des Stifteblocks. Die 4 aufgesteckten Steckbrücken fixieren die einzelnen Pins während des Lötens im Kunststoff.
Alle 4 Pins der oberen Reihe werden möglichst kurz abgeschnitten und über ein Stück Draht miteinander verlötet.
Die 2 äußeren Pins der unteren Reihe ebenfalls kürzen, die beiden mittleren leicht zueinander nach innen biegen.



Schritt 4:
Als nächstes wird der Stiftleistenblock wie im Bild gezeigt an den Kondensator geklebt. Hierbei ist es hilfreich, die sich berührenden Bereiche leicht anzuschleifen.
Die verbleibenden Pins des Chips alle bündig am Gehäuseboden abschneiden.



Die zwei mittleren Stifte der unteren Reihe geben bei der Ausrichtung eine gewisse Führung.



Schritt 5:
Nun können die 4 freien Stifte des Pfostensteckverbinders entsprechend Bild mit den passenden 4 Anschlusspins des IC's verbunden werden.



Schritt 6:
Ein weiterer Draht verbindet Pin 4 des Chips mit den 4 gebrückten Anschlüssen der oberen Stiftleistenreihe. Dieser Draht wird zudem an den noch freien Anschluss des Kondensators gelötet.



Schritt 7:
Damit können wir das Servo-Verlängerungskabel mittig durchschneiden, an den Enden leicht aufspleißen und die beiden schwarzen Leitungen kürzen / verzinnen.
WICHTIG ist, an diesem Punkt bereits ein Stück Schrumpfschlauch lose auf die Kabel aufzuschieben.



Schritt 8:
Das Verlöten der Anschlusskabel ist zugegebenermaßen ein wenig fummelig. Hier hilft es sehr, wenn man zunächst die beiden Flachkabel gegeneinander mit einem Tropfen Sekundenkleber fixiert. Die genaue Verdrahtung geht aus den Bildern hervor.



An der Chip-Unterseite kommt die Leitung mit dem Stiftstecker zum Anschluss des Servos zu liegen.
Auf der Oberseite befindet sich die Leitung mit dem Buchsenstecker für den Empfänger.



Die beiden schwarzen (zuweilen braunen) Leitungen mit Pin 4 des Chips verlöten.
Die beiden roten Leitungen kommen an Pin 8. Hier ist ja auch bereits der Kondensator verbunden.
Lediglich die zwei weißen (manchmal orangen) Leitungen kommen einzeln an die Pins 2 (Empfänger) und 3 (Servo) des Chips.



Schritt 9:
Zum Schluss empfiehlt es sich auf Ober- und Unterseite des Chips etwas Sekundenkleber zu verteilen und die womöglich noch abstehenden Bauteile eng an den Chip-Körper anzudrücken.



Der Sekundenkleber verhindert jegliche Bewegung der Einzelkomponenten, fixiert diese gegeneinander und isoliert obendrein die blanken Oberflächen:



Jetzt wird der lose Schrumpfschlauch eng an den Chip geschoben und geschrumpft.
Zuletzt kommt über das gesamte Modul noch ein schützender Schrumpfschlauch drüber. Erneut empfiehlt es sich diesen mit Sekundenkleber zu fixieren.



Allgemeine Aufbauhinweise:
Selbstredend erfordert der Aufbau eine gewisse Fingerfertigkeit und ein Stückchen Löterfahrung. Unsaubere Lötstellen sind der Garant für fehlende Funktion. Auch kann ein längeres "Rumbraten" an den Bauteilen zu deren raschem thermischen Ableben führen.
Nach jedem Aufbauschritt sowie nach Komplettierung des Gesamtaufbaus empfehlen sich sorgfältige Sichtkontrollen.

Als nächstes kommen dann Beschreibungen zur Funktionsweise, zur Bedienung und zu Verwendungsbeispielen. Bis dahin bitte noch ein wenig Geduld.
Ich hoffe diese Lösung hilft dem einen oder anderen unter Euch.

Seid herzlich gegrüßt,
Johannes

3

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 01:51

Hallo Johannes,
jetzt bin ich baff!
Das ist ja wohl die Krönung von Effektivität und Platz / Gewichtsersparniss!
Großartige Arbeit! :idee:

Mach doch mal eine kleine Einstellung mit Verweis hierher unter "Zubehör".
Ich finde, dass diese hilfreiche Schaltung auch unter "Zubehör" zu finden sein sollte.
Allein eine Sache ist schwierig für mich (und vielleicht für einige andere auch),
Ich kann keine Bauteile programmieren!
Aber daran kann man ja arbeiten...
Deine Projekte machen einen da ja ganz kribbelig drauf!

Danke für die schönen "Gimmicks" die du uns immer wieder zeigst.

glg,
Frank
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4

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 09:41

Genial! (Der Microcontroller ist ab Werk fertig programmiert, nehme ich an)

Garsvik

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5

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 10:26

Ich tippe mal, der Chip wird ab Werk-Jo-loom fertig programmiert geliefert ;)
Im Bau:
Walter Rose in Aktion (hoffentlich :) )
Fast fertig:
Smit Frankrijk
Fertig:
Alexander von Humboldt
Kustwacht "Waker"
USS United States
Lebensaufgabe:
SRB Neuharlingersiel :)

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6

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 13:02

Servo Fader (Servo-Verzögerung) - Bedienung

Hallo und willkommen zum nächsten Teil, der Bedienung des Servo-Faders. Es ist wirklich kinderleicht:

Schaun wir von vorne auf das Modul, so sehen uns 8 kleine Stifte entgegen. Wichtig hierbei ist natürlich das Modul richtig herum hinzulegen. Die Beschreibung geht davon aus, dass der Mikrochip im Inneren des Moduls richtig herum liegt, seine Beinchen also nach unten zeigen:



Wenn wir nun bis zu 3 Steckbrücken ("Jumper") auf die linken drei Doppelpins stecken (blau) , so können wir die gewünschte Verzögerung und somit die Drehgeschwindigkeit des Servos auswählen.
Ohne Steckbrücke arbeitet das Servo mit seiner maximalen Geschwindigkeit. Diese liegt je nach Typ und Spannungsversorgung üblicherweise bei 0,3 bis 0,6 Sekunden für eine Komplettbewegung von einer zur anderen Endlage.
Mit Steckbrücken ergibt sich entsprechend der nachfolgenden Tabelle eine aus acht Verzögerungseinstellungen.
Zum Verständnis: Das Modul unterteilt den Arbeitsbereich des Servos in 100 kleine Bewegungsschritte. Zwischen jeder Mini-Bewegung wird eine wählbare Pause eingelegt. Damit ergibt sich dann die Dauer für eine Komplettbewegung zwischen beiden Endlagen:



Oftmals kann man beim Einbau des Servos auf die gegebene Drehrichtung keinen Einfluss nehmen. Lediglich moderne oder teure Fernsteuerungen bieten die Möglichkeit die Drehrichtung am Sender zu konfigurieren. Daher gestattet der Servo Fader mit einer zusätzlichen Steckbrücke (rot) ganz einfach die Drehrichtung des angeschlossenen Servos zu invertieren. Man kann das Modul somit also auch ohne Verzögerungseinstellung als simplen Drehrichtungsumkehrer einsetzen:



Weitere Infos folgen Stück für Stück. Habt bitte noch ein wenig Geduld. Am Ende gibts dann auch eine Lösung für die Beschaffung.
Das Kernbauteil, der Microcontroller, beherbergt eine nicht ganz triviale Software, gegenwärtig bestehend aus 700 Programmzeilen Assembler-Code. Aber dazu später mehr...

Gruß,
Johannes

7

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 13:32

Hallo Johannes,
eine Frage, deren Beantwortung hier wahrscheinlich einige interessieren könnte:

Kann man mittels dieses Microcontrolers auch eine Funktion erstellen,
die es ermöglicht, die Geschwindigkeit bis zum gewählten Ausschlag (Winkel) in einer Weise zu gestalten,
dass sie bis zur Hälfte ansteigt, dann jedoch wieder abfällt?
Das wäre für einige Bewegungsabläufe eine wirklich interessante Lösungsmöglichkeit.

lg,
Frank
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8

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 13:54

Kann man mittels dieses Microcontrolers auch eine Funktion erstellen, die es ermöglicht, die Geschwindigkeit bis zum gewählten Ausschlag (Winkel) in einer Weise zu gestalten, dass sie bis zur Hälfte ansteigt, dann jedoch wieder abfällt?
Das wäre für einige Bewegungsabläufe eine wirklich interessante Lösungsmöglichkeit.


Ein klares JA. Neben dieser konkreten Funktion lässt sich nahezu alles erdenkliche im RC-Bereich realisieren. Je nach Umfang der geforderten Funktion wählt man den geeigneten Chip (meist definiert durch die Anzahl benötigter Ein-/Ausgänge und Spezialfunktionen. Der Softwareumfang ergibt sich dann logischerweise aus der Komplexität.
Die beschriebene Anwendung ließe sich beispielsweise wunderbar ohne Hardware-Änderung im Servo Fader Modul unterbringen.

Jetzt verrat aber mal, wo diese Funktion Anwendung finden könnte - mir fällt da spontan so gar nichts ein.

Gruß,
Johannes

9

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 14:02

Hallo Johannes,
bei vielen Geschützen ist heutzutage eine schnellere Ausrichtung notwendig.
Dementsprechend beschleunigen sie, bis etwa zur Hälfte des zurückzulegenden Drehwinkels und bremsen dann wieder ab.
Das benötigt sowohl weniger Motorleistung, ist auch schneller und hat weniger Verschleiß.

Auch einige Kranarten für schwere Lasten haben ein solches Vorgehen implementiert,
lediglich wird hier noch ein Ausschwingverhalten zusätzlich gefordert,
um ein stillstehen der Last am Endpunkt zu erreichen.

Im allgemeinen kann man sagen, dass viele moderne Geräte in Drehbereichen so arbeiten.

lg,
Frank
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10

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 14:28

Hi Frank,

was Du da beschreibst ist das Grundprinzip einer jeden Trapez-Steuerung, so wie sie z. B. tausendfach in CNC-Antrieben mit Schrittmotoren eingesetzt wird. Beschleunigungsrampe, Konstantfahrt, Verzögerungsrampe.
Natürlich lässt sich das implementieren - aber Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass man davon in einem Modell auch nur einen Hauch von wahrnimmt?

11

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 15:08

Hi Johannes!

aber Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass man davon in einem Modell auch nur einen Hauch von wahrnimmt?

Doch! Genau das glaube ich!
Und ich bin mir bei einigen Einsatzmöglichkeiten sicher, dass es so ist.

lg,
Frank
P.S. -und wenn´s nur der Detailversessenheit geschuldet würde...
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12

Freitag, 28. Oktober 2011, 22:54

Servo Fader (Servo-Verzögerung) - Kalibrierung

Hallo erneut, in diesem Abschnitt kommt die Erläuterung zur Kalibrierung des Servo-Faders:

Auch wenn die allermeisten Fernsteuerungen dem gleichen Prinzip der Signalkodierung folgen, so gibt es in den Feinheiten gewisse Abweichungen, die häufig dazu führen, dass die Servos trotz neutralem Knüppel nicht exakt in Mittelposition stehen. Auch bringen unterschiedliche Installationen variierende Anforderungen, wo denn nun das Servo im Fehlerfall stehen soll.
Zur Berücksichtigung all dieser Gesichtspunkte verfügt das kleine Modul über eine Möglichkeit zur einfachen Kalibrierung dreier elementarer Werte:
  • Mittelposition des Steuerknüppels (oder des alternativ genutzten Bedienelementes) am Sender
  • Mittelposition des Servos in seiner Einbaulage
  • Position des Servos im Fehlerfall (die Mittelstellung ist nicht immer wünschenswert)

Da selbst trotz einfachster Bedienung Bedienfehler nicht ganz auszuschließen sind, gibt es neben der Anwenderkalibrierung auch die Möglichkeit zur Rücksetzung des Moduls in Auslieferzustand:

Werkskalibrierung:



Das Modul wird ganz normal mit Empfänger und Servo verbunden.
Entsprechend Abbildung eine Steckbrücke an der genau richtigen Stelle anbringen (untere Reihe, linke beide Pins).
Nun wird wie immer zuerst der Sender und dann der Empfänger eingeschaltet.
Nach einer Sekunde bestätigt das Modul die Erkennung der Anforderung zur Werkskalibribrierung mit einem kurzen Wischen / Zucken des Servos. Das Servo lässt sich derweil nicht über den Sender positionieren.
Nun wird die Steckbrücke bei laufendem Modul gezogen. Das Modul speichert jetzt die Werkseinstellungen als neue Kalibrierwerte im nichtflüchtigen Speicher des Microcontrollers.
Nach einer Sekunde bestätigt ein erneutes Wischen des Servos den Abschluss des Vorgangs.
Jetzt ist das Modul ganz normal betriebsbereit. Ein erneutes Einschalten ist nicht erforderlich.

Anwenderkalibrierung:



Das Modul wird ganz normal mit Empfänger und Servo verbunden.
Entsprechend Abbildung eine Steckbrücke an der genau richtigen Stelle anbringen (untere Reihe, mittlere beide Pins).
Nun wird wie immer zuerst der Sender und dann der Empfänger eingeschaltet.
Nach einer Sekunde bestätigt das Modul die Erkennung der Anforderung zur Anwenderkalibribrierung mit einem kurzen Wischen / Zucken des Servos. Das Servo lässt sich derweil nicht über den Sender positionieren.
Nun wird die Steckbrücke bei laufendem Modul gezogen. Wiederum quittiert das Modul den Vorgang mit einem kurzen Servozucken. Noch immer lässt sich das Servo nicht über den Sender positionieren.

Jetzt die Steckbrücke in Position A stecken. Auch diese Aktion wird erkannt und von einem Servozucken quittiert.
Den Senderknüppel bzw. das gewünschte Bedienelement am Sender exakt in Mittelstellung bringen. In dieser Phase folgt das Servo den Steuerbefehlen.
Nach Einstellen der Position die Steckbrücke ziehen.

Anschließend den letzten Vorgang wiederholen mit:
Der Steckbrücke in Position B zur exakten Einstellung der Mittelposition des Servos und
der Steckbrücke in Position C zur Festlegung der Servoposition im Fehlerfall.

Nach Beendigung der 3 Einstellungen speichert das Modul die errechneten Werte, zuckt noch einmal und startet den Normalbetrieb. Ein erneutes Einschalten des Moduls ist nicht erforderlich, wir verwenden ja kein Windows...

Werkseinstellungen:

Die Werkseinstellungen sind wie folgt festgelegt:
a) Mittelstellung des Steuerknüppels am Sender: 1,50 ms Signalimpuls
b) Mittelstellung des Servos: 1,50 ms Signalimpuls
c) Position des Servos im Fehlerfall: Mittelstellung, also 1,50 ms Signalimpuls

Überwachungen:

Zur Vermeidung des Einstellens unplausibler Werte und zum Schutz des Servos vor möglichen Beschädigungen überwacht die Software alle relevanten Parameter.
Die Kalibrierungen 1 und 2 sind im Bereich von +/- 20% gegenüber der echten Mittelstellung zulässig (1,30..1,70 ms Signalimpuls).
Die Kalibrierung 3 ist im gesamten Arbeitsbereich des Servos gestattet (1,00..2,00 ms Signalimpuls).

Gruß,
Johannes

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Samstag, 29. Oktober 2011, 00:00

Servo Fader (Servo-Verzögerung) - Fehlererkennung / Fehlerüberwachung

Nun noch ein paar Erläuterungen zur implementierten Funktion des Servo Faders:

Die Software des Micorcontrollers im Servo Fader überwacht zum Schutz des Modells bestmöglich den Betrieb und erkennt fehlerhafte Zustände beim Empfängersignal.

Timeout:



Bleibt über einen gewissen Zeitraum der vom Empfänger erwartete Impuls mit der zur Positionierung des Servos benötigten Information aus, so wechselt das Modul in den Failsafe-Modus. Das Servo wird in die vom Anwender frei kalibrierbare Position gefahren (beispielsweise Schließen einer Klappe).
Das Timeout ist in der Software aktuell auf 200 ms eingestellt.
Nach erneutem Eingang eines gültigen Empfängerimpulses wird der Failsafe-Zustand automatisch aufgehoben.

Fehlerzähler:



Die Software prüft jeden eingegangenen Signalimpuls des Empfängers auf Gültigkeit. Korrupte Impulse erhöhen den Fehlerzähler, gültige Impulse erniedrigen ihn.
Wird ein in der Software eingestellter Grenzwert an fehlerhaften Impulsen überschritten, so wechselt das Modul wiederum in den Failsafe-Modus.
Die Grenze für den Fehlerzähler ist in der Software aktuell auf 50 eingestellt.
Frei übersetzt bedeutet dies: Kommen nur noch fehlerhafte Impulse beim Servo Fader an, so dauert es eine Sekunde bis zum Wechsel in den Failsafe-Zustand.

Gruß,
Johannes

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Sonntag, 30. Oktober 2011, 00:54

Servo Fader (Servo-Verzögerung) - Schaltbild / Verdrahtung

Hallo zur nächsten Runde, ein wenig Fleißarbeit in Sachen Dokumentation:

Hier kommt für alle unter Euch, die das Modul gegebenenfalls nachbauen wollen, der Schaltplan. Ich muss in Anbetracht der wenigen Drähtchen bei diesem großen Wort doch ein wenig schmunzeln.
Das Schaltbild ist extra so gezeichnet, dass es auch Nicht-Elektroniker bestmöglich verstehen können.



Nun steht einem Nachbau Eurerseits eigentlich nichts mehr im Wege. Ooops - bis auf eine Kleinigkeit, nämlich den kleinen Zwerg mit der ganzen Software drin. Doch dazu beim nächsten mal...

Gruß und einen schönen Sonntag,
Johannes

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Sonntag, 30. Oktober 2011, 01:09

Servo Fader (Servo-Verzögerung) - Beschaffung und Kosten

Nun zum vermutlich wichtigsten Punkt, der Frage wie Ihr an den Chip kommt...



Mittlerweile stecken in der Software gute 50 Arbeitsstunden. Dafür läuft es auch verflixt gut. Seit geraumer Zeit bin ich am Testen ohne erkennbare Fehlfunktionen. Die Zeit ist also reif für Beta-Tester.

Machen wir es kurz - mein Vorschlag:

Die ersten 3 Interessenten bekommen das gute Stück für schlappe 5 Euro plus die ca. 2,20 Euro für den Versand. Ich leg dann direkt den Stifteblock und die Brücken nebst Kondensator mit dabei, das spart Euch die Rennerei. Es fehlen dann lediglich die Kabel.
Bedingung: Ihr müsst das Modul dann auch wirklich aufbauen, testen und Eure Erfahrung hier im Forum einstellen.

Danach dachte ich an 8 Euro für den Chip für Forenmitglieder. Noch immer nicht die Welt. Für Nicht-Wettringer wirds vermutlich teurer...

Sollte das für Jemanden von Interesse sein, dann bitte eine kurze PN senden.

Gruß,
Johannes

16

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 11:45

Juchu :P :P

Heute sind die Teile angekommen , ich werde mich wenn es die Zeit erlaubt darüber her machen und auch berichten .
Ich bin gespannt ob alles so wird wie ich es erhoffe.
Gebraucht wird das ganze um für einen Airwolf um das Fahrgestell langsam aus zu fahren.




Danke Johannes
Gruß und einen schönen Adventszeit,
Henry

17

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 11:57

Hallo Henry,
das wird mit Sicherheit funktionieren.
Ich habe jetzt zwei der Servo-Fader in allen möglichen Bereichen einem Härtetest unterzogen.
Da kannst du für deinen Fall mit perfekter Funktion rechnen.

lg,
Frank
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18

Donnerstag, 27. Dezember 2012, 19:58

Eine Leiterplatte für den Servo Fader

Hallo zusammen,

Inmitten von Weihnachtskerzen, Christstollen und Dominosteinen hab ich ein wenig Zeit gefunden die lange überfällige Leiterplatte für den Servo Fader zu entwerfen.
Die Umsetzung erfolgte auf Basis des PCB-Programms EAGLE, welches bei vollem Funktionsumfang für die Gestaltung von kleinen Leiterplatten kostenfrei erhältlich ist.

Das Schaltbild:



Das Layout komplett:



Der Bestückungsplan:



Die Leiterplatten-Oberseite:



Die Leiterplatten-Unterseite:



Als kleine Besonderheit für die Spezialisten unter Euch: Der zweireihige Pfostenstiftstecker sitzt horizontal am Kopfende der Leiterplatte und wird mit seinen Pins beidseitig der Leiterplatte verlötet. Um dies im Layoutprogramm korrekt abbilden zu können, habe ich spezielle SMD-Lötpads entworfen. Nur so ist es möglich den abschließenden Design-Ceck des Programms erfolgreich zu passieren.

Der Fertigungsauftrag für die ersten Prototypplatinen ist bereits raus - demnächst gibt es dann hoffentlich ein paar Bilder vom aufgebauten Mustergerätchen zu sehen.

Gruß,
Johannes

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19

Donnerstag, 17. Januar 2013, 22:55

Fertig lustig - jetzt gibts die Leiterplatte in Hardware

Hallo zusammen,

das, was ich Euch zuletzt in der Theorie gezeigt habe, kann man nun anpacken. Die Leiterplatten zum Servo Fader / Servo Inverter sind gekommen. Ich bin mir sicher, dass dies die kleinste Platine ist, die ich je entworfen habe.
Aber schaut selbst:



Ausgeführt ist die Platine als doppelseitige, durchkontaktierte Platine in FR4 (Epoxy-GFK) mit 1,5 mm Dicke, dazu beidseitig Lötstoppmaske.
Der Aufbau geht ruckzuck von der Hand, lediglich das Abisolieren und Anlöten der Kabel ist ein wenig fummelig:



Am Ende hat man ein wunderschön kleines Modul mit toller Funktion, wann immer man langsame Servo-Bewegungen benötigt oder mal rasch die Drehrichtung eines Servos umkehren möchte.



Wer mag kann das Modul in Schrumpfschlauch mit 12 mm Innendurchmesser einschrumpfen. Besonders geeignet ist dabei Kleberbeschichteter Schrumpfschlauch, der das Modul dann direkt wasserdicht versiegelt.

Soweit mal zu den Neuigkeiten an dieser Baustelle.

Machts gut,
Johannes

20

Mittwoch, 6. Februar 2013, 19:12

Servo Fader

Hallo Ihr alle

Es hat gedauert aber endlich ist das Teil fertig und getestet.

Der Airwoolf wird sich freuen siene Beinchen langsam ausfahren zu können.

Danke Johannes für deine geleistete Arbeit



Hier das Ergebniss ich habe die leiterplatte etwas länger gelassen um sie besser befestigen zu können, ein Video werde ich nocherstellen.

Grüße Henry

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21

Mittwoch, 6. Februar 2013, 23:18

Hallo Henry,

Kompliment! Klasse, dass Dein Aufbau funktionert und alles offenbar einwandfrei geklappt hat.
Nun sind wir gespannt auf die Bilder vom laaaaaangsaaaaaam bewegten Fahrwerk...

Gruß,
Johannes

22

Sonntag, 24. Februar 2013, 22:44

Hallo Johannes und auch die Anderen

Ich hoffe das es geht ich habe mal versucht das Video zu zeigen.




Grüße an alle
Henry

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23

Montag, 25. Februar 2013, 00:18

Hallo Henry,

das Einziehfahrwerk Deines Helis schaut wirklich klasse aus! Da sieht man mal, was solch eine kontiuierlich langsam laufende Bewegung optisch ausmacht. Bei mir war ja damals der Auslöser zur Entwicklung des Servo Faders, dass ich die Schrimp-Netz-Ausleger an einem Krabbenkutter ruckelfrei langsam senken können wollte.

Noch ein Tipp zum Einstellen von Youtube-Videos:

Gib mal folgende Syntax ein, dann erscheint eine Vorschau des Videos mittig zentriert (also nur die Videonummer angeben und die Leerzeichen weglassen):

Quellcode

1
[align=center][youtube]RJGL0GQ5fac[/youtube][/align]


Gruß,
Johannes

24

Montag, 25. Februar 2013, 22:30

Hallo johannes

Danke für die Info , hab es gleich umgesetzt ,super nun geht es.

Mal sehen was als nächstes kommt.


Grüße Henry

25

Donnerstag, 2. Januar 2014, 12:06

Ich habe mir eben mal den Artikel über den Servo-Fader hier durchgelesen und würde den gerne für die Steuerung der Heckklappe meines
Seenotrettungskreuzers einsetzen. :) Gibts den dafür erforderlichen ATTiny13-Chip mit Software noch hier über das Forum? Leider ist der Posteingang von Johannes voll. ;(

keramh

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26

Donnerstag, 2. Januar 2014, 12:22

moin,

dieser Bitrag ist irgendwie an mir vorbei gegangen.
Halle Johannes, bitte bitte bau mir einen! sowas brauche ich für meinen Lenkservo.
Alles weitere per PN, bitte melde Dich.

Dicker63

unregistriert

27

Sonntag, 16. Februar 2014, 18:15

Hallo, bin durch Jans BB hier drauf gestoßen und sehr da ne Möglichkeit, meiner Queen auch ein rotierendes
Lenkrad zu verpassen. Was mir aber noch nicht klar ist, wie wird das alles verbunden? Mit dem Ruderservo?
Extra Kanal? Vielleicht haste da mal ne kleine Skizze?

28

Sonntag, 16. Februar 2014, 21:50

Hallo Frank,
der Servo-Fader wird einfach zwischen den Empfänger und den Servo gesteckt.
Dann kann man am Servo-Fader die Geschwindigkeit des Servos bestimmen.


lg
Frank
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Dicker63

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29

Sonntag, 16. Februar 2014, 21:57

Vielen Dank für die Antwort, werd mich morgen mal zum großen "C" begeben und mal schauen ob die alle Teile da haben.
Hab ja bis jetzt eher ein freundschaftliches Verhältnis mit meinem Lötkolben, ich mach ihn nicht heiß und er liegt mir nicht
im Weg rum, aber mit dieser wunderbaren Anleitung hier dürfte es auch für mich kein Problem sein.

30

Dienstag, 18. Februar 2014, 08:54

Hallo Frank,
das wirst du beim großen "C" nicht finden.
Der Chip ist im Prinzip ein Microcontroler mit Programm.
Das Programm, das die Arbeit macht hat der Johannes selbst geschrieben.
Ich würde an deiner Stelle mal den Johannes anschreiben.
Der verkauft die Teile als Komplettset - und das lohnt sich.
Ich hab mir zwei seiner Servofader gebaut und werde wohl noch weitere ordern. ;)


lg
Frank
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