Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Das Wettringer Modellbauforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Samstag, 18. September 2010, 14:31

YAMAHA XT 500, Basis: Aoshima SR 500 in 1:12

Hallo Alle,

hier zur Abwechslung ein weiteres altes Modell, eine YAMAHA XT 500:




Der Präfix "Bau abgebrochen" steht im Sinne von "liegt auf Halde und wird vielleicht eines
Tages mal fertiggestellt". Der Motor stammt aus dem SR 500-Kit von Aoshima, er wird noch
geschwärzt. Für die Räder übernahm ich Teile der SR-Naben, für Felgen und Reifen mußte
Tamiyas KTM-Crosser herhalten (Sakrileg!). Derartig grobstollige Reifen hatte die XT zwar
nicht serienmässig, wurden aber häufig umgerüstet.

Zunächst mal wurden die Löcher in den Radnaben mit einer Stecknadel angekörnt und einem
0,5er Bohrer gebohrt.



In die KTM-Felgen wurden mit einer kleinen Dreikantfeile dem Speichenverlauf entsprechend Kerben gefeilt.



Vorne hat die XT eine Halbnabentrommelbremse - auf der Bremsseite kommt die halbe SR-Nabe zum Einsatz,
gegenüber die Nabenhälfte der KTM aus dem Bild oben.



Die restlichen Baufotos sond vom Hinterrad mit Volltrommel. Zunächst wurden Halter aus Alublech gesägt.
Das geht auch aus Sperrholz, aber hier standen bei den Radnaben Teile über die Trennebene über, durch
biegen der Schenkel des Aluhalters läßt sich der Höhenunterschied ausgleichen.



Auf der Rückseite werden Felgenhälften und Halter mit abgewinkelten Drahtstücken fixiert und mit CA-Kleber
fixiert. Die Löcher dafür werden durch den Halter in die Felge gebohrt, solange Speichen und Nabe noch nicht
rausgeschnitten sind, so läuft das ganze nachher schön rund. Einer der drei Befestigungsdrähte hat einen
grösseren Durchmesser, damit die Felge wieder exakt an ihren Platz kommt.



Für die Speichen nahm ich 0,2er Stahldraht, sie werden am Ende mit der Zange gekröpft und in die Nabe
eingehängt. Da die XT hinten einen recht grossen seitlichen Versatz zwischen Felgenmitte und
Radnabenbohrungen aufweist, wurden die Speichen auch dort, wo sie auf die Felge treffen, nochmal gebogen.



Auch im Bereich der Radnabe war bei den aussenliegenden Speichen eine zusätzliche Kröpfung notwendig.

Verklebt werden die Speichen nur mit der Felge: etwas CA-Kleber in die Kerbe, dann die nabenseitig
eingehängte Speiche unter leichtem Zug Richtung Felge in die Kerbe drücken.

Die Metallzylinder stellen Auswuchtgewichte dar. Auf Speichennippel hatte ich (was mich heute ärgert) aus
Gründen der Bequemlichkeit verzichtet. Nach dem Einspeichen wurden die überstehenden Drähte
abgezwackt und die Hälften zusammengeklebt.

Wer schonmal ein Gunze Sangyo-Bike gebaut hat, dem wird das ganze bekannt vorkommen, bei denen ist
der Ablauf (bei den meisten Kits) identisch.



Bis zum nächsten mal, denn Rahmen, Auspuff und Alutank wollen auch noch vorgestellt werden.

Martin

2

Samstag, 18. September 2010, 17:35

XT 500 Teil 2

Und hier der nächste Teil. Ich lasse einfach mal nur die Fotos sprechen, die sollten
sich soweit von allein erklären...

























Bis dann,
Martin

3

Samstag, 18. September 2010, 18:05

Hallo Martin,

deinen Baubericht finde ich super! :respekt:

Ich habe zwar schon einmal einen Bausatz von Gunze-Sangyo mit Speichenrädern gebaut, an das Selberbauen von Speichenrädern habe ich mich aber noch nicht getraut, obwohl ich von Sowas schon länger träume. Besonders nachdem ich gesehen habe, wie du das mit der Halterung machst, kribbelt es mir schon mächtig in den Fingern.

Eine Frage: wenn du die Speichen nur an den Felgen festklebst, wie halten die dann an den Naben? Deine Speichen haben doch keine Köpfchen an Ende, so wie Stecknadeln, oder doch? Soweit ich auf den Fotos sehen kann, sind die Speichen auch nicht am Ende zu kleinen Häkchen umgebogen, mit denen sie in die Bohrungen der Naben eingehängt werden können. Würde auch nicht gut aussehen.

Auf die Beschreibung und die Bilder zur Herstellung der anderen Teile bin ich auch schon gespannt. Zuerst habe ich gedacht, du hast Teile von einem Minichamps-Modell verwendet, aber der Tank ist definitiv nicht von einer Minichamps-XT.

Jetzt wo ich Teil 2 gesehen habe, habe ich gleich noch eine Frage: auf welchem Material hast du die Rahmenrohre gebogen und wie hast du die zusammen gefügt? Gelötet? Ist auf jedem Fall eine blitzsaubere Arbeit!

Hoffentlich bis bald,
biker

4

Samstag, 18. September 2010, 18:43

Hallo Biker,

richtige Häkchen haben die Speichen nicht, sind aber etwas über 90 Grad gekröpft - halt soweit, daß sie nicht
wieder rausrutschen.
Die Rahmenrohre sind aus Alu-Basteldraht gebogen, an den Verbindungsstellen mit Drahtstücken verzapft und
mit Uhu plus verklebt.
Das Erscheinen des Minichamps-Modells ist vermutlich der Hauptgrund, warum ich nicht mehr weitergebaut habe,
seitdem ist ja eine XT 500 in 1:12 nichts besonderes mehr. Werde mal schauen, ob ich Auspuff und Tank heute
noch eingestellt kriege.

Viele Grüße,
Martin

5

Samstag, 18. September 2010, 19:26

XT 500, Teil 3: Der Auspuff

Weiter geht's. Das Endtopfmittelstück ist 0,5er Alublech, das rosa Zeug darauf ist Karosseriespachtel,
für die Prägung auf der Innenseite des Topfs habe ich CA-Klebergetränktes Papier genommen und die
Hitzeschutzbleche sind aus 0,2er Alublech. Der Rost ist vielleicht noch etwas zu grob, er stammt aus
diesem 2-Komponenten-Set aus dem Künstlerbedarf, das hier im Forum schon mehrfach besprochen
wurde. Hier die Fotos:




























































Als nächstes dann der letzte Teil mit dem Tank!

Viele Grüße,
Martin

6

Samstag, 18. September 2010, 20:41

Hallo Martin,

die XT sieht soweit schon super aus. Unbedingt weiterbauen!!
Am besten finde ich ja, dass das alles mit ganz einfachen Materialien möglich ist.

Was ist eigentlich CA-Kleber?


Gruß, B.B.

PS: Mir fällt grad noch das Federbein ins Auge: Wo ist denn das her? Doch sicher nicht von
der SR500. Das müsste doch viel zu kurz sein.

7

Samstag, 18. September 2010, 20:56

Hallo Bob,

CA steht für Cyanoacrylat, also Sekundenkleber (letzteres ist mir zuviel Arbeit beim tippen).

Die Federbeine sind einfach aus den SR-Beinen umgestrickt, ich weiß allerdings nicht mehr,
wo ich die längeren Federn her habe.





Viele Grüße,
Martin

8

Samstag, 18. September 2010, 21:29

XT 500, letzter Teil: der Tank

Der Tank entstand aus 0,2er (Innenteil, welcher durch Überstand auch die Blechfalze darstellt)
und 0,5er (Seiten) Alublech sowie Karosseriespachtel, damit ich den lackierten Mittelteil nicht
auch aus Blech biegen mußte.















Zu diesen Stempeln gehört ein Gegenstück, ein dickes Holzbrett mit einem Ausschnitt, welcher der
Aussenkontur der Stempel zuzüglich rundum 0,5mm entspricht. Leider vergessen zu knipsen, und
ich finde es im Moment nicht.



















Eine lieblose Schnellackierung zum Abdecken der rosa Spachtelmasse, wird eines Tages noch verbessert.



Soweit also die XT, vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Sollte ich sie eines Tages weiterbauen, seid ihr
die ersten, die es erfahren.

Grüße,
Martin

9

Sonntag, 19. September 2010, 13:16

Mir fliegt das Blech weg!

Hier arbeitet der Gerald Wingrove des Motorradmodellbaus! :ok:
Wie bekommst Du die Formen für den Tank hin? CNC Fräse?
Die Blechbearbeitung erfolgt mittel Hammer oder wie?

Rivera

10

Sonntag, 19. September 2010, 13:48

Hallo Rivera,

Wingrove ist natürlich ein Riesenkompliment, danke! CNC kommt mir nicht ins Haus, ich
sitze so schon genug vor dem Bildschiem, werde aber in naher Zukunft meine Adobe Illustrator-
Kenntnisse wieder auffrischen müssen, wenn es an die Ätzteile für die Kette geht.
Die Holzformen sind mit Laubsäge, Feile und Schmirgelpapier bearbeitet, und wenn die
Formen etwas komplizierter werden, bestehen sie aus mehreren Teilen, die nach der
Formgebung zusammengeleimt werden. Gehämmert wird nur in Ausnahmefällen, beim
Tank z.B., um die beschriebenen Stempel für die Seitenteile ins Blech zu drücken.
Ansonsten wird das Blech, das man zuvor mit dem Brenner weichglüht, mit Rundhölzern
über die Form gerieben. Ich werde das demnächst mal bei den Tipps am Beispiel eines
Kreidler Florett-Rahmens in 1:12 erläutern.

Viele Grüße und einen schönen Sonntag,
Martin

Werbung