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3 421

Freitag, 19. Oktober 2018, 19:08

Fortsetzung: Schlagen von Tauen
Heute hatte ich wieder ein wenig Zeit gefunden zu versuchen, ganz dünne Taue aus Leinengarn zu schlagen. Dünne Taue mit Polyestergarn zu schlagen gelingt mittlerweile ganz gut. Die Gleichmäßigkeit und eine relativ gute Reißfestigkeit des Garns sind hier mit ausschlaggebend.
Jedoch mit dem Leinengarn, z. B. von Bockens NeL 120/2 ist beim Verdrillen sehr schnell die Bruchgrenze erreicht. Momentan gelingt mir eine minimale Taustärke von rd. 0,3 mm, wobei das Ergebnis noch nicht meinen Vorstellungen entspricht. Bei einem Leinengarn höherer Qualität wäre sicherlich ein besseres Ergebnis zu erzielen.


Neben den dünnen Tauen habe ich auch versucht mich den Taustärken für die Wanten des Großmastes der La Crèole (Original ø 54 mm = 1,13 mm in 1:48 ) zu nähern. Sieht zwar noch nicht optimal aus, aber es geht schon in die richtige Richtung.
Fortsetzung folgt …

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3 422

Freitag, 19. Oktober 2018, 22:29

wo willst Du noch hin ?( ? das sieht doch alles super und stimmig aus :D , was genau mißfällt dir daran?

  • »archjofo« ist der Autor dieses Themas

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3 423

Samstag, 20. Oktober 2018, 00:56

Gerade bei den ganz dünnen Tauen müssten die Kardeele noch enger beieinander liegen.
Bei den Ausschnitten sieht man natürlich die Unregelmäßigkeiten, wie z. B. kleine Verzopfungen
der Flachsfasern nicht so auffällig.

3 424

Samstag, 20. Oktober 2018, 02:07

Hallo Johann, läuft das Hoofd beim schlagen allein durch den Verdrillvorgang zurück? Ich habe bei meiner Reeperbahn die Du ja auch kennst den Schlaghaken motorisiert damit bekommt man das von Dir gewünschte Aussehen besser hin.
Bei Deiner Maschine läuft der Schlaghaken ohne Motorunterstützung mit. Versuche doch mal den Schlagvorgang weiter hinaus zu zögern in dem Du den Haken irgend wie bremst und weiter verdrillst.
Nur so eine Idee.
Gruß Frank

  • »archjofo« ist der Autor dieses Themas

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3 425

Samstag, 20. Oktober 2018, 04:52

Hallo Frank,

gerade bei diesen dünnen Tauen (Garnfäden 2 x 0,1 mm) läuft das Hoofd nicht mehr alleine zurück.
Daher legen sich die Kardeele wohl nicht so eng aneinander.
Ein weiteres Problem ist, dass Leinen beim zu starken Verdrillen ziemlich
schnell reißt.
Ich denke, dass mit motorisiertem Schlaghaken ein besseres Ergebnis zu
erzielen ist. Einen Motor mit Getriebe habe ich bereits bestellt.

3 426

Samstag, 20. Oktober 2018, 20:06

Deinen Perfektionismus kann ich gut nachvollziehen. Man konstruiert und erbaut ja nicht so ein unglaublich schönes Modell, um dann bei der Takelage zu patzen. Lieber viel Zeit lassen und das Beste rausholen. Und irgendwo sind einem ja immer Grenzen gesetzt, die sich - je nach Aufwand - ausdehnen lassen. Ich sehe dabei das Problem beim Leinengarn bzw. der Einzelfaser selber. Diese Naturfaser ist ja nicht "verkleinerbar" und stellt somit die natürliche Auflösungsgrenze dar. Ideal wäre es eine Faser zu finden, die um ein vielfaches dünner ist als die Leinenfaser und trotzdem noch natürlich wirkt. Da ist man aber schnell wieder im Synthetikbereich... Auf jeden Fall finde es ich saucool was Du hier zeigst!!! TOP TOP TOP, on top!!!!
In Bau: H.M.S. Agamemnon, Fertig: Russische Brigg Mercury, H.M.S Victory von Heller, USS Kearsarge 1861 von Revell

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3 427

Samstag, 20. Oktober 2018, 20:46

Hallo Stefan,

ganz klar, dass dem Leinengarn durch die natürliche Faser Grenzen gesetzt sind.
Aus Polyestergarnen z. B. Alterfil S 150, ein sehr feines Garn, lassen sich sehr gleichmäßige und völlig problemlos
Taue schlagen. Aber man merkt es einfach, dass es sich hier um synthetisches Material handelt.
Die Modellbauer der vorigen Jahrhunderte hatten auch nicht diese Möglichkeiten, und haben u. a. auf Flachsfasern zurückge-
griffen.
Ich warte noch auf eine letzte Bestellung von Garn. Es handelt sich dabei um irisches Leinengarn, dass von der Qualität her das Beste sein
soll. Bin sehr gespannt, ob das stimmt.

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3 428

Sonntag, 21. Oktober 2018, 12:18


Fortsetzung: Schlagen von Tauen

Jetzt habe ich bei einem Onlineshop irisches Leinengarn bestellt, zwar nur NeL 100/2 und 90/2, da dünneres z. B. NeL 120/2 oder vielleicht 150/2 (wenn es das überhaupt gibt) dort nicht verfügbar war.
Um die Zeit zu überbrücken, experimentiere ich in der Zwischenzeit noch mit anderen Materialien. Heute so nochmals mit Baumwolle, um insbesondere etwas dünnere Taue zu schlagen. Das noch nicht ganz optimale Ergebnis hängt mit der fehlenden Motorisierung (Motor und Zubehör ist bestellt) des Schlaghakens zusammen. Auf Grund fehlender Spannung, die durch die dünnen Fäden nicht so leicht erzeugt werden können, drehen sich die Kardeele nicht hart genug zusammen. Die Fehlende Spannung durch Gewicht auszugleichen ist schwierig und diffizil, da man sehr schnell die Bruchgrenze der Fäden überschreitet.
Trotzdem, so denke ich, können sich die Ergebnisse (Bild) mit Baumwolle sehen lassen. Verwendung fanden Baumwollnähgarne von DMC unterschiedlicher Färbung. Das linke Tau wurde mit 1 x 3 Fäden geschlagen; das rechte Tau mit 2 x 3 Fäden. Für diese beiden Taue habe ich die gesamte Länge der Reeperbahn von ins gesamt 5,20 m ausgenutzt. Letztlich verbleiben Taulängen von bis zu etwa 4 m.
Wie bereits schon erwähnt, sind Garne aus Baumwolle sowie auch aus Kunstfasern unkompliziert zu schlagen. Leinen verhält sich da wesentlich problematischer. Jedoch bin ich nach wie vor von diesem Material überzeugt und versuche es für die Takelage der La Crèole zu verwenden, soweit ich das mit den dünnen Tauen in den Griff bekomme. Letztlich wäre noch ein Kompromiss denkbar, die ganz dünnen Taue aus Baumwolle herzustellen.


Bis demnächst …

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3 429

Sonntag, 21. Oktober 2018, 16:54

:ok: sehr schönes Ergebnis , kannst Du mal ein Bild von Deiner Reeperbahn einstellen ?

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3 430

Sonntag, 21. Oktober 2018, 18:01

Hallo Hans Juergen,


hab ich noch kein Bild von meiner Reeperbahn eingestellt … :D …. ?

Das hole ich hiermit doch gleich mal nach:






Werde bei Gelegenheit mal noch ein Bild von der aufgestellten Reeperbahn machen.

3 432

Dienstag, 23. Oktober 2018, 18:43

:respekt:
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3 433

Mittwoch, 24. Oktober 2018, 20:23

Fortsetzung: Schlagen von Tauen
Mittlerweile ist das irische Leinengarn eingetroffen; eine Rolle NeL 100/2 und zwei Rollen NeL 90/2.

Der Unterschied zum schwedischen Leinengarn ist auf dem nächsten Bild zu sehen. Leider kann ich nicht die gleichen Stärken vergleichen. Jedoch ist ein gewisser Unterschied zwischen den beiden Garnen zu erkennen.
Wie sich diese Unterschiede dann am fertig geschlagenen Tau auswirken werden, muss ich noch herausfinden.




Momentan rüste ich den Schlagwagen mit einem Motor aus. Ich hoffe, dass dieser dann auch noch eine gewisse Verbesserung bringen wird.
Bis demnächst …

3 434

Mittwoch, 24. Oktober 2018, 21:10

Und er macht´s schon wieder...bitte, Johann - BITTE mach daraus mal ein Buch!
Das gibt eine unschlagbare Dokumentation und unglaubliche Arbeitshilfe!

Mit größtem Respekt,
Björn
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3 435

Freitag, 2. November 2018, 20:55

Fortsetzung: Schlagen von Tauen
Den Schlagwagen habe ich inzwischen mit einem Getriebemotor ausgestattet. Des Weiteren habe ich mir eine fertige Schaltung zur Regulierung der Drehzahl sowie zum Umschalten der Motordrehung von rechts auf links besorgt und entsprechend verdrahtet. Mittlerweile funktioniert die Anlage ganz gut.



Nach mehr oder weniger systematischen Übungen mit den verschiedensten Materialien (Polyester, Baumwolle und Leinen), werde ich demnächst mit systematischen Aufzeichnungen versuchen, reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen und dazu die entsprechenden Aufzeichnungen machen.


Was sich bei den vielen Versuchen immer wieder bestätigt, wie auch schon geschrieben, lässt sich Leinengarn am schwierigsten zu einem guten und akzeptablen Tau verarbeiten. Je dünner die Taue werden sollen, um so problematischer stehen die spezifischen Eigenschaften des Leinengarns einem brauchbaren Ergebnis entgegen. Gerade bei den dünnsten Durchmessern des Leinengarns wird beim Verdrillen die Bruchgrenze sehr schnell erreicht. Hier gilt es daher, noch weitere Erfahrungen durch viel Praxis zu erlangen.
Nach wie vor bin ich noch auf der Suche nach einer besseren Leinengarnqualität. Wie ich von einem Kollegen in Erfahrung bringen konnte, soll auch das Leinengarn von der Fa. Fresia, einem belgischen Hersteller, eine sehr gute Qualität besitzen. Daher habe ich heute eine entsprechende Bestellung bei einem französischen Onlinehändler veranlasst.
Fortsetzung folgt …

3 436

Samstag, 3. November 2018, 10:12

Moin Johann,

ich finde deine Arbeit beim Schlagen von Tauwerk einfach faszinierend. :respekt: :respekt:
Ich kenne mich damit gar nicht aus, aber kann man die Bruchgrenze des Leinengarns irgendwie austricksen, durch anfeuchten des Garns?

Ingo
"Kein Kommandant geht fehl, wenn er sein Schiff neben das des Feindes legt"
Lord Nelson


3 437

Samstag, 3. November 2018, 12:08

Scheint mir ein interessanter Ansatz ... je trockener desto spröder ... trockene Heizungsluft macht's nicht besser
müßte man aber erst Mal prüfen ob dem überhaupt so ist ... oder ob es keinen Einfluß hat.

Eine eventuelle Lösung vielleicht nicht unbedingt durch direktes Anfeuchten ... da könnte ich mir ein Aufspleißen feiner Fasern vorstellen ...
eventuell durch erhöhte Luftfeuchtigkeit ? Arbeitsraumcheck durch Hygrometer ... Luftbefeuchter ... Ultraschallnebler

Alternativ durch Lagern des Garns in einem Zigarrenhumidor ? Danach schnelle Weiterverarbeitung

Welche Länge hat Deine Reeperbahn eigentlich ... vier Meter ? oder mehr ? Sieht enorm lang aus
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

"When all else fails ... Read the instructions" ( LINDBERG 1965 )

Youth, talent, hard work, and enthusiasm are no match for old age and treachery !
( In memoriam Prof. John A. Tilley, † 20.07.2017 )

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3 438

Samstag, 3. November 2018, 13:19

Hallo,

grundsätzlich ein interessanter Ansatz, was die Feuchtigkeit des Garns anbelangt.
Aber es liegt in erster Linie daran, dass z. B. ein NeL 120/2 Leinengarn extrem fein ist,
und schon alleine dadurch eine geringe Reissfestigkeit besitzt.

Die Reeperbahn hat eine Länge von knapp 5 m. In der Regel wird damit eine Taulänge von
max. 4,5 m realisierbar sein.

3 439

Sonntag, 4. November 2018, 08:17

Faszinierend!
Johann, kannst du mal ein Video machen, wenn die Anlage läuft? Solche Taue schlagen ist schon so interessant wie das ganze Modell...
Gruß Stefan
Die Intelligenz auf einem Planeten ist eine Konstante. Nur die Zahl der Bevölkerung wächst!

Jean-Luc Picard

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3 440

Sonntag, 4. November 2018, 19:17

Hallo Stefen,

bei nächster Gelegenheit, werde ich mal versuchen ein Video zu machen.

Fortsetzung: Schlagen von Tauen

Nach wie vor bin ich immer noch mit dem Sammeln von Erfahrungen zum Taue schlagen beschäftigt.
Wie hat es ein Modellbauerkollege so trefflich formuliert: „Mensch und Maschine müssen im Gleichklang laufen“.

Scheint bei mir noch etwas holprig zu sein, wie man an den Unregelmäßigkeiten der Kardeele unschwer erkennen kann. Also weiter Üben!

Wie man sich mit den unterschiedlichen Garnen an die erforderlichen Taustärken herantasten kann, zeigt nachfolgende Darstellung. Ich gehe derzeit davon aus, dass ich für mein Modell so etwa an die 12 – 15 unterschiedliche Taustärken benötigen werden. Im Original waren das natürlich wesentlich mehr. Aber der Differenzierung der Taustärken sind natürlich auch durch den Maßstab Grenzen gesetzt.


Heute habe ich auch noch Taue aus Baumwolle für kleinere Durchmesser geschlagen. Auch hier ist noch einige Luft nach oben …. , äh nach unten, unter 0,3 mm.
Fortsetzung folgt …

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3 441

Montag, 5. November 2018, 22:00

wie kommst Du eigentlich auf die Orginalmaße ? gibt es da irgendwelche Quellen?

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3 442

Dienstag, 6. November 2018, 20:55

Hallo Hans Juergen,

die Durchmesser der verschiedenen Taue sind der Monographie
von J. Boudriot für die La Creole zu entnehmen.

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3 443

Samstag, 10. November 2018, 18:31

Faszinierend!
Johann, kannst du mal ein Video machen, wenn die Anlage läuft? Solche Taue schlagen ist schon so interessant wie das ganze Modell...
Gruß Stefan


Hallo Stefan,

heute habe ich wieder ein paar Versuche gestartet mit Leinengarn Taue zu schlagen.
Bei dieser Gelegenheit nahm ich auf die Schnelle eine ganz kurze Video-Sequenz mit dem I-Phone auf, um Dir einen
Eindruck zu vermitteln, wie der Vorgang abläuft.

Wie von Geisterhand … :P
Hier geht´s zum Video: LINK

3 444

Sonntag, 11. November 2018, 07:56

Hallo Johann,
schon beeindruckend, wie es die drei Einzelseile zum Gesamtseil verdrillt. Danke fürs Video, das zeigt auch, wie schnell der eigentliche Vorgang geht. Aber die Mechanik könnte mal ein Tröpfchen Öl gebrauchen, so, wie die rasselt... :lol:


Gruß Stefan
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Jean-Luc Picard

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3 445

Sonntag, 11. November 2018, 09:08

Hallo Stefan,

ich hoffe, dass diese Sequenz einigermaßen eine Vorstellung zum Schlagen von Tauen gegeben hat.
Da die Verdrillstation über Zahnräder angetrieben wird, bleiben Geräusche natürlich nicht aus.
Diese werden durch das Resonanzverhalten der Laufschiene aus Stahl etwas verstärkt.
Aber die Geräuschwiedergabe im Video täuscht, denn ich war bei der Aufnahme sehr
nahe am Getriebe bzw. an der Schiene. Es ist eigentlich überhaupt nicht laut und geölt habe ich sie
auch schon ... :D

3 446

Montag, 12. November 2018, 11:48

Die Schnelligkeit hat mich auch überrascht. Ich nehme mal an, du kannst bei Deiner Reeperbahn die Geschwindigkeit regeln
und Du hast vorher mit Schneckentempo geübt, oder ;) ?
Schönen Gruß, Steffen

Im Bau: Le Glorieux 1:150 von Heller
Fertig: HMS Beagle 1:96, Gorch Fock 1:253, HMS Victory 1:225, Cutty Sark 1:350
Nach dem Modell ist vor dem Modell: USS Constitution 1:96 von Revell, in Warteposition.


3 447

Montag, 12. November 2018, 11:58

Klasse!

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3 448

Dienstag, 13. November 2018, 18:52

Hallo Steffen,

die Schnelligkeit ist relativ und nicht entscheidend.
Die Bewegung des Hoofd (Holzteil mit Führungsnuten auf Laufwagen) steht in Abhängigkeit zur Verdrillung
der Kardeele sowie dem Gewicht auf dem Wagen für den Schlaghaken. Die Umdrehung für die Verdrillungshaken
kann ich über ein Labornetzgerät steuern.
Eine zu hohe Umdrehungszahl führt zu Schwingungen in den Kardeelen und in Folge kann es zu Ungenauigkeiten beim
Zusammendrehen des Taus kommen.

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3 449

Dienstag, 13. November 2018, 20:21

Erste Versuche zur Konservierung von Tauen
Neben dem Erlernen Taue zu schlagen, befasse ich mich zwischendurch mit der Konservierung von Modelltauen.
Bei den ersten Versuchen färbte ich von mir geschlagenes Tau aus Leinengarn mit einer in heißem Wasser gelösten Pulverbeize, um die Farbe für stehendes Gut einigermaßen realistisch nachzuempfinden. Die Farbe an sich kann noch vielfältig variiert werden, und ist bei diesen Versuchen noch nicht ausschlaggebend. Vielmehr geht es darum eine für den Modellbau sinnvolle Art der Taukonservierung auszuprobieren, die dem Charakter eines konservierten Originaltaues möglichst nahekommt.
Auf dem folgenden Bild ist oben ein mit Beize gefärbtes Taubündel zu sehen. Die ersten Versuche mit der Beize zeigen, dass Leinengarn die Beizfarbe eigentlich sehr gut und einigermaßen gleichmäßig annimmt.
Die nächsten vier Taue die abgebildet wurden, sind auch aus Leinengarn geschlagen, in Stärke von 1 – 1,2 mm, mit Beize wie oben beschrieben gefärbt und mit weiter behandelt. Für die oberen zwei Taue verwendete ich Fußbodenöl, was nach einiger Zeit trocknet. Festzustellen ist, dass die Taue durch dieses Öl wesentlich dunkler werden, fast schwarz.
Die nächsten zwei Taue, ebenfalls in Beize gefärbt und aus Leinengarn hergestellt, wurden mit Leinölfirnis behandelt. Auch hier ist ein Nachdunkeln gegeben, jedoch nicht so massiv wie beim Fußbodenöl. Das letzte ungefärbte Tau wurde auch mit Leinölfirnis konserviert.
Bei allen bisher verwendeten Ölarten ist an den Tauen festzustellen, dass es offensichtlich unterschiedlich stark in die Fasern eindringt, was sich durch das mehr oder weniger intensive Nachdunkeln bemerkbar macht. Diesen Effekt konnte ich auch schon auf Bildern von Originaltauen beobachten.
Wie bereits beschrieben handelt es sich hier um meine ersten Versuche, also noch nichts endgültiges.


Über die Farbschattierungen in Verbindung mit der Konservierung von Originaltauen, sowohl beim stehenden, als auch beim laufenden Gut wurde schon vielfach diskutiert. Auch bei zeitgenössischen Modellen gibt es hier die unterschiedlichsten Darstellungsvarianten. Beim Pariser Modell der La Crèole ist das stehende Gut sehr hell, teilweise farblich wie das laufende Gut gehalten. Hierzu werde ich mir noch viele Informationen einholen müssen, um letztlich wie immer für mein Modell eine Entscheidung zu treffen.

3 450

Dienstag, 13. November 2018, 21:37

Hallo Johann,


super Versuche!
Deine Farbvariationen kommen der Realität schon sehr nahe.
:ahoi: Eisbergfreie Modellbauzeit wünscht Ray

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