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Mittwoch, 20. Juni 2018, 16:08

Tipps zum Umweltschutz vs. Plastikmüll

Hallo zusammen,

ich frage mich ob es Euch auch so geht und Ihr Euch schon mal Gedanke zum Müll gemacht habt. Ich habe festgestellt, dass ich Unmengen an Plastikbechern zum Anrühren und Einwegpipetten verbrauche. Aktuell teste ich deshalb kompostierbare Becher und bin auf Farben mit Tröpfchendosierung umgestiegen. Bei den ersten Bechern stell ich aber fest, dass diese der Mischung den Verdünner entziehen und in den Becher eindringen. Im Prinzip ok, aber leider verändert das, das Mischungsverhältnis. Anmischen in der Airbrush geht auch, ist aber auch nicht immer praktikabel. Als nächstes teste ich beschichtete kompostierbare Becher.

Kompostierbare Pipetten sind mir noch nicht untergekommen...

Gibt es weitere Ideen zum Umweltschutz um den Müll weiter einzugrenzen und trotzdem das Hobby nicht aufzugeben?

Ich weiß, einige werden meinen, dass unser Plastikmodellbau ohnehin ziemlich müllproduzierend wirkt. Ich überlege nur bei den extrem schnelllebigen Verbrauchsartikeln zu reduzieren.

Viele Grüße,
Oliver

2

Mittwoch, 20. Juni 2018, 16:19

Der Gedanke um die Umwelt ist an sich nie falsch.
Allerdings haben wir doch die Gelbe Tonne. Insofern entsteht ja kein Müll in dem Sinne. So lang wir vernünftig entsorgen, wird es wieder verwertet und neuen Verwendungen zugeführt.
Im Grunde kann man heute doch so gut wie Alles dem Recycling zuführen. Hier bei uns werden sogar alte Mülldeponien aufgearbeitet. Und das Wenige, was sich wirklich nicht wieder verwerten läßt, landet in einer hochmodernen Müllverbrennungsanlage. So ensteht immerhin noch verwertbare Energie.
Mehr Sorgen würde ich mir bei den kompostierbaren Bechern machen. Wer kann garantieren, dass da nicht irgendwelche Rest von Lösungsmittel oder Farbpigmente mit auf dem Kompost landen ? Möchte ich so etwas im Brunnenwasser bzw. in meinem Gartengemüse haben ? :(
Hätte Gott gewollt das ich Grünzeug fresse, wär' ich ein Kaninchen!

3

Mittwoch, 20. Juni 2018, 16:48

Allerdings haben wir doch die Gelbe Tonne. Insofern entsteht ja kein Müll in dem Sinne. So lang wir vernünftig entsorgen, wird es wieder verwertet und neuen Verwendungen zugeführt.
Im Grunde kann man heute doch so gut wie Alles dem Recycling zuführen. Hier bei uns werden sogar alte Mülldeponien aufgearbeitet. Und das Wenige, was sich wirklich nicht wieder verwerten läßt, landet in einer hochmodernen Müllverbrennungsanlage. So ensteht immerhin noch verwertbare Energie.

@Steffen: das hört sich für mich ein wenig zu optimistisch, ja sogar naiv, an. Nach meiner Kenntnis landet leider viel zu wenig vom Inhalt des Gelben Sackes im Recycling. Nämlich exakt soviel, wie es sich für die entsprechenden Recyclingunternehmen lohnt. Auch wenn das zunehmend schwieriger wird, wird unser Müll leider immer noch z.T. exportiert, anstatt in hochmodernen MVA's Gutes zu tun... Wo er dann häufig landet, zeigen uns doch die häufigen Meldungen über die Plastikverschmutzung des Ozeane.
Ich möchte nur sagen, dass mehr als eine gesunde Skepsis angebracht ist, wenn es um dieses Thema geht.

Womit wir bei dem völlig richtigen Ansatz von Oliver sind.
Leider hast Du wohl Recht mit Deiner Erkenntnis, dass Modellbau als solches sicher keine gute Ökobilanz hat. Auch darf man den Umweltschutz wohl nicht nur an dem physischen Abfall wie Bechern, Folien etc. festmachen. Denn was ist mit der Reinigung der Airbrush, Farbresten etc.? Dafür verwenden wir Chemie und/ oder (Trink-)Wasser.
Ich habe hierfür auch keine Patentlösung, kann nur sagen, wie ich es mache. Als "Farbbecher" beim Bemalen mit Pinsel verwende ich häufig Plastik-Verpackungen von Tabletten oder Süßigkeiten wir Toffifee. Ich verwende ein (wiederverwendbares) Glasstäbchen zum Umrühren der Farbe im Farbtopf und "tropfe" mir die benötigte Menge dann in ein kleineres Gebinde aus diesem "Müll".
Bei der Farbanmischung für die Airbrush verwende ich die (auch permanent) verschließbaren Mischgläser von Tamiya: http://www.modellbau-seidel.de/index.php…glas&mth3=sinfo
Die muss man nach Gebrauch bzw. Farbwechsel auch gründlich spülen, sind dafür aber einige Male wieder verwendbar.
Gruß
Thomas

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4

Mittwoch, 20. Juni 2018, 16:50

Mahlzeit!

Einweg-Pipetten verwende ich viele male, allein schon aus Geiz. Der Trick ist der, sie nicht nur zum einfüllen der Farbe zu nehmen, sondern auch für die erste Vorreinigung der Gun, dabei wird die Pipette gleich mitgespült. Farbe löst sich viel leichter aus der Gun, wenn man mit der Pipette für ordentlich Bewegung sorgt.
Ein guter Rat des Vaters an den Sohn:
Halte stets mit allem Maß-mit dem Essen,dem Trinken und dem Arbeiten.Vor allem mit dem Arbeiten.
-Otto von Bismarck

5

Mittwoch, 20. Juni 2018, 17:45

Hallo zusammen,

Danke für die Antworten. Aus meiner Sicht ist das echt ein heißes Thema.

@Steffen: Die gelbe Tonne ist leider keine Lösung. Der Müll wird entweder exportiert oder getrennt und nur teilweise recycled. Die gelbe Tonne ist keine Lösung. Die Becher auf dem Kompost zu kompostieren ist auch keine Lösung, hast Du ja selbst erkannt, deswegen schmeiße ich die Becher trotzdem in den Restmüll. Damit reduziert sich der Plastikmüll wenigstens schon mal.

Die Pipetten verwende ich auch wieder, sofern möglich. Geht nur leider nicht immer.

So eine richtig tolle Lösung habe ich aber insgesamt nicht. Die Idee mit den Rührstäbchen ist gut, ich verwende aktuell Zahnstocher, die oftmals nur einmal nutze.

Die Lösungsmittel-Verwendung habe ich so weit möglich herunter gefahren. Zum einen weil ich das Zeug nicht immer einatmen will, zum anderen ist das echt eine riesen Schweinerei, die eigentlich nach Sondermüll schreit.

Viele Grüße,
Oliver

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6

Mittwoch, 20. Juni 2018, 19:27

Hi Oliver.

Zum Anrühren der Farbe verwende ich Edelstahlbecher, die ich anschließend, wie die Airbrush, mit Nitroverdünnung reinige. Gerührt wird mit einem Schaschlikspieß, seit glaube ich drei Jahren mit dem selben, die Farbe gieße ich aus dem Glässchen und aus der Schale, da braucht man keine Pipetten, die Verdünnung (in meinem Fall Spiritus) habe ich in einem alten Augentropfenfläschchen, kann man Tropfenweise dosieren. Zum Reinigen verwende ich eine Glaspipette aus einem Medizinfläschchen, eine zweite für meine Alcladfarben. Die kann man nach Gebrauch wieder ordentlich reinigen, hab ich jetzt seit guten fünf Jahren im Gebrauch.
Die Küchenrolle, die ich zum Reinigen verwende wird auch nicht jedesmal entsorgt, sonder sooft verwendet wie möglich, ebenso die Einweghandschuhe, die halten locker fünf-zehn Lackiersessions bevor sie rissig werden.

Das ganze kann man in allen Bereichen fortsetzten.
Zum anmischen von kleinen Mengen Farbe zum Pinseln oder kleineren Mengen Ölfarbenwashings verwende ich Kronkorken, sind sie eingesaut, derden sie noch umgedreht und dienen für Superkleber oder kleine Mengen Spachtelmasse.

Wenn man ein wenig guckt, dann fällt im Haushalt jede Menge Müll an, den man fürs Modellbauen nochmal nutzen kann, eben Medizinfläschchen mit Pipetten, Kronkorken,... Da brauchts das überteuerten Modellbauzubehör oft garnicht.

Gruß
Daniel
ALFA ROMEO - Geschmack macht einsam!


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7

Mittwoch, 20. Juni 2018, 19:59

Wenn man ein wenig guckt, dann fällt im Haushalt jede Menge Müll an, den man fürs Modellbauen nochmal nutzen kann

Absolut richtig, Milchtütenverschlüsse oder Kronkorken als Mischbehältnisse, Knoblauchnetze als Gittermaterial, Plastikblister, Quarkbecher und Teelichtalu als Scratchmaterial, Sylvesterraketenleitstäbe für Hilfskonstruktionen, Salatdosen zur Kleinteilaufbewahrung...vermeidet Müll und spart Geld.
Ein guter Rat des Vaters an den Sohn:
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-Otto von Bismarck

8

Mittwoch, 20. Juni 2018, 21:42

Hallo zusammen,

Vielen Dank für die Anregungen, finde ich schon mal prima. Ich werde selbst mal die Augen offen halten, was ich noch verwende kann.

Gerne mehr davon. Allein für die Beiträge hier hat es sich schon gelohnt.

Viele Grüße,
Olivfer

9

Donnerstag, 21. Juni 2018, 08:15

Moin allerseits,

Bei mir ist auch Müllvermeidung angesagt, so nutze ich, zum aufbewahren von Kleinteilen, die Becher in denen Salate verkauft werden, Fleischsalat usw., da die auch einen festen Deckel haben, kann man alles gut verschließen.

Für Farben, habe ich mittlerweile komplett auf Glas umgestellt, zum anrühren und aufbewahren, habe ich kleine Minimarmeladen Gläser, für wenig Geld im Supermarkt, entdeckt. Die Marmelade kann man essen, die Gläschen auswaschen und man hat perfekte Mischgläser, die auch noch einen gut verschließbaren Deckel haben, so das man die Farbe auch noch eine Zeitlang aufhebe kann.

Bei meinen Pipetten ist es ähnlich, sie sind aus Glas, man kann die von den Arzneifälschen verwenden, aber es gibt sie auch einzeln, in der Apotheke, in drei unterschiedlichen Längen und kosten auch nicht viel Geld. Auch sind sie um einiges leichter zu reinigen, als die aus Kunststoff, so das man die Pipetten immer wieder verwenden kann, egal mit welcher Farbe.

Zum Um- und Anrühren, meiner Farben, nehme ich Holzstäbchen, z.B. die man zum Umrühren für Getränke benutzt, nach Benutzung werden sie abgewischt und können so für einen ähnlichen Farbton wieder genommen werden.

Auch Küchenrollenpapier nehme ich schon lange nicht mehr, hier haben sich zwei alte ausrangierte Unterhemden gut bewährt, aber auch alte Küchenhandtücher kann man dafür gut verwenden, wenn sie zum Abtrocknen nicht mehr gehen.


LG Bernd
Faulheit ist die Angewohnheit, sich auszuruhen, bevor man Müde wird. :wink:

Was es sonst noch von mir gibt, findet ihr << Hier >>

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10

Donnerstag, 21. Juni 2018, 13:56

Gutes Thema!
Die große Menge von Plastikmüll stört mich schon.
Statt Plastikbecher benutze ich ganz normalen Schnappsgläser (in jeder Haushalt sollten sich einige solchen Gläser außer Garnitur befinden). Diese kann man ganz leicht mit Verdünnungsmittel reinigen und wieder benutzen.
Dazu versuche ich mal statt Plastikpipetten die Glaspipetten aus der Apotheke zu benutzen (diese brechen aber manchmal Kaputt). Ich benutze einen Zahnarzt-Modellierwerkzeug aus Edelstahl um Farbe zu mischen, also hier auch kein Wegwerfartikel.
Die längeren geraden Sektionen der Gießasten hebe ich auf, um Klebstoffapplikatoren oder Plastikfaden daraus zu machen. Die restlichen Gießasten kann man in Verdünnungsmittel auflösen und als Klebstoff benutzen. Injektionsspritzen bestehen aus PE, diese kann man also 3-4 mal auch mit Verdünnung ausspülen bevor sie man wegwerft.
Ziemlich viel kann am Müll gespart werden wenn man ein wenig aufpasst.

c[ ]

11

Montag, 22. Oktober 2018, 20:16

Um dieses immer aktuelle Thema rund um Müllvermeidung und Umweltschutz mal wieder aufzugreifen - welches Verpackungsmaterial eignet sich denn am besten als Ersatz für Evergreen-Sheets? Sprich, was davon ist schleifbar? Hat hier jemand Erfahrungen gemacht?
Gutes Gelingen und viele Grüße aus der Hauptstadt :wink:
Peter

Zuletzt gebaut: Ferrari 360 Modena von Tamiya; Ferrari F430 Spider von Revell
Im Bau: Ferrari 360 Spider von Tamiya

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