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Plastik: De Zwarte Parel

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Realname: Holger

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61

Donnerstag, 30. November 2017, 19:00

Ich habe das Prinzip in der Abbildung skizziert.
Pearl.jpg

Rot ist das Raaholz, das ist das oberste Bergholz. Darüber liegen nur noch Leisten. Berghölzer liegen direkt auf den Spanten, Leisten sind auf Planken gesetzt.
Grün wären dann die Leisten der Gillungsgänge, blau wären dann die Klinkerbeplankung der Aufbauten (Vertuining).
Wo soll das Raaholz liegen? Als oberer Abschluß der Reling in der Kuhl, oder durch die Oberdeckspforten unterbrochen?
:wink:
Holger
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Im Bau: holländische Fregatte "Wapen van Edam" 1644 in 1/160
geplant: englisches Linienschiff "Royal Katherine" 1664 in 1/160

62

Donnerstag, 30. November 2017, 21:00

Dann will ich das mal so machen. Das Raaholz soll durch die Pforten gehen, das gibt m.E. gleichmäßigere Abstände.
Danke!!
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

63

Freitag, 1. Dezember 2017, 09:11

Oder vielleicht doch besser so, wie du es eingezeichnet hast?
Schmidt
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64

Freitag, 1. Dezember 2017, 09:29

Zitat

Das Raaholz soll durch die Pforten gehen, das gibt m.E. gleichmäßigere Abstände.

Zitat

Oder vielleicht doch besser so, wie du es eingezeichnet hast?

Tja, das liegt an dir. So wie du es schöner findest. Zeitgenössisch und für die Niederlande wäre aber ein durchbrochenes Raaholz in der Schiffsmitte ungewöhnlich.
In dieser Höhe dann eher keine Geschütze, oder tiefer, daß die Kanone drüber paßt, oder höher, daß die Kanone drunter paßt.
Auf das Raaholz wurde gewöhnlich eine Planke gesetzt, bei großen Schiffen mit hoher Reling waren Löcher für die Musketenschützen darin. Bei kleineren Schiffen ging es nur um die Optik.
Im Grunde ähnelten sich die Schiffe in der Silhouette alle, das macht es manchmal schwierig die Größe richtig einzuschätzen.
Wo liegen denn eigentlich die Masten im Modell in der Seitenansicht?
:wink:
Holger
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65

Freitag, 1. Dezember 2017, 11:20

Da ich ein Freund des Übens und Testens bin, hier gleich zwei Varianten.

Nr. 1: Raaholz geht durch die Stückpforten, Leisten folgen der Bordkante wie z.B. bei der Phenix (Heller)



Nr. 2: Raaholz genau über den Stückpforten, der Platz darüber freigehalten für eine Vertuining (geklinkerte Planken), zwei je Einheit.



May I have your votes, please?

Schmidt
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66

Freitag, 1. Dezember 2017, 13:37

Hatte heute morgen vollkommen vergessen diesen Post abzuschicken .... und um dem gleich vorzugreifen ... noch eine Variante und zwar dem Vorschlag unter den Stückpforten folgend ... insbesondere unter Beachtung der Situation der erhöhten Back.

Ich empfinde die Van der Veldes immer als "die Photographien" vor der Erfindung des Photos ...
realistische Dokumentationen die uns trotz aller Ähnlichkeiten auch die vielfältigen Unterschiede und unterschiedlichen Bauausführungen zeigen.
Offensichtlich gab es zwar Grundregeln zur Gestaltung der Schiffe ... genauso zeigt sich aber auch, daß es offensichtlich keine Regel ohne Ausnahme gab.

Warum nimmst Du nicht einfach irgendeine Van der Velde Graphik die Dir gefällt ... nicht zum Kopieren sondern als Idee zur Nachempfindung.
Ich sehe zum Beispiel oft ein Barkholz das eine Linie direkt oberhalb der Haupt-Stückpforten bildet.

Wenn das Raaholz zu weit oben sitzt geht vorne alles in Eins über .. nimmt man die Erhöhung der Back nicht mehr als solche wahr ... sieht für mein Gefühl etwas merkwürdig aus ... sollte als Ganzes und nicht nur aus Sicht des Heckbereichs gesehen werden.

Wenn Du bei Deiner oberen "Barkholz-Doppellinie" das untere Barkholz ein Stück bis Oberkante Pforten nach unten tiefer legst ...
und das obere Barkholz bis Unterkante der oberen Pforten nach oben verschiebst ... dann kann dieses doch als das durchlaufende Raaholz funktionieren.
Und es sitzt auch in etwa dort wo man es in vielen Van der Veldes findet.

Wenn Du den Platz dazwischen als zu leer empfindest kann da ja auch noch ein weiteres Barkholz angebracht werden ...
ungefähr dort wo es bausatzseitig, vor Deiner Schleifaktion, etwa in der Hüftlinie vorhanden war.

Wenn Du bei dieser Graphik: http://imageweb-cdn.magnoliasoft.net/nmm…size/py1768.jpg nur den vorderen Teil betrachtest hast Du eine recht ähnliche Situation.

Mit diesen Ideen basierend auf Deiner Resinvariante ... plus mögliche Mastposition basierend auf dem Kit und der Austausch auf der Back



Auch auf die Gefahr mich zu wiederholen ... sehe ich bei der Bausatzbasis eine sehr große Chance, ohne viel Streß und mit einem überzeugenden Ergebnis, wesentliche Gestaltungselemente zu integrieren ... den Versuch allzu nah an den Regeln des Vorbilds zu bleiben sehe ich mit Skepsis.
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

"When all else fails ... Read the instructions" ( LINDBERG 1965 )

Youth, talent, hard work, and enthusiasm are no match for old age and treachery !
( In memoriam Prof. John A. Tilley, † 20.07.2017 )

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67

Samstag, 2. Dezember 2017, 16:52

Markus' Entwurf schaut doch gut aus. Lediglich nahmen die Berghölzer von unten nach oben in der Stärke ab, daher sollten hier das Raaholz und das Bergholz darunter die Plätze tauschen.
Wenn du die Mitte des Jahrhunderts anvisiertst, sollten es aber die geklinkerten Seiten sein. Die durchlaufenden Leisten waren dann schon aus der Mode.
Die Handläufe von Back und der ersten Stufe achtern sollten in einer Flucht liegen, der Mittelteil wurde über der Kuhl quasi "rausgeschnitten".
:wink:
Holger
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68

Samstag, 2. Dezember 2017, 18:10

Ich hatte oben ein Besteck aus dem Buch von van Yk verlinkt. Mit dem beschäftige ich mich derzeit.
Hier ein Entwurf, der auf diesen Daten beruht. Zu sehen die Berghölzer, Klinkerung und gebrochenen Gänge.
Auch die gleiche Ausgangslage über dem Raaholz vorn bei der Back und achtern.
:wink:
Holger
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69

Samstag, 2. Dezember 2017, 20:07

Euch allen zunächst einmal mein ganz herzlicher Dank für die Mitarbeit an diesem verrückten kleinen Projekt.
Einerseits ist es so, dass ich mit jedem eurer Posts in den Keller geschickt werde, um abzureißen, was ich gerade aufgebaut habe. Mancher hat dafür nicht die Nerven, ich find's gut denn andererseits helfen mir diese teils radikalen Ideen, meine eigenen Wahrnehmungen zu schulen.
Ich glaube mittlerweile, dass das tiefliegende Problem darin besteht, dass das KLEINE Schiff durch seine zwei Stückpfortenreihen wie ein Zweidecker und damit einfach zu GROSS wirkt. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass ich nach dem Vorbild von Markus Van de Velde-Link und Holgers Plan nach einem Besteck dem Modell die obere Pfortenreihe komplett (bis auf zwei Pforten am Heck) nehmen sollte, um es kleiner erscheinen zu lassen. So klein, wie es tatsächlich ist. Ich arbeite bereits an einer neuen Bordwand, die vom Ende der Back bis zu einer Vertuining am Heck reicht. Bilder folgen, sobald ich etwas zeigen kann.
Und nochmals Danke an alle. (Wer möchte, kann später vielleicht einen Umbausatz bekommen!)

Schmidt
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Realname: Alex

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70

Samstag, 2. Dezember 2017, 23:18

Sehr interessantes Projekt :)

Auch wenn ich zu den historischen Details hier nix beitragen kann, schaue ich doch gerne und interessiert zu! Bin gespannt, ob und was du aus dem Bausatz machst!

71

Mittwoch, 6. Dezember 2017, 14:59

Hier nun, wie angekündigt, der nächste und noch radikalere Umbau. Die obere Pfortenreihe ist erst mal verschwunden. Das Schanzkleid ist geschlossen, die achteten Aufbauten steigen in vier Etappen an und tragen eine Vertuining, die später farblich abgesetzt wird. Ich persönlich finde, dass das Modell jetzt deutlich kleiner wirkt, will sagen, dass dahinter ein kleineres Original vermutet wird. Außerdem wirkt es, zumindest auf mich, holländischer.



Hier eine Nahaufnahme der Vertuining. Am Originalteil ist sie mit schmalen Klebestreifen aufgesetzt, beim Abguss ist die Oberfläche dann fest.



Das gucke ich mir jetzt an, werde mir natürlich auch eure Kommentare anhören, und überlege unter anderem
– ob und wo noch Pforten hinkommen
– ob die hinteren unteren Stückpforten abgesenkt werden sollen
– ob auf den oberen Abschlüssen noch Geländer, Tiere oder dergleichen sitzen sollen
– wie die Back erhöht werden soll

Schmidt
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72

Mittwoch, 6. Dezember 2017, 17:43

Das sieht doch mal sehr gelungen aus 8o . Für Deine übrigen Fragen könnte man sich zur Orientierung an die Batavia/ Nachbau halten... :thumbsup:

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



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73

Sonntag, 10. Dezember 2017, 14:14

Das schaut wirklich gelungen aus.
Ist das Probestück inklusive der offenen Bereiche oder kämen die noch oben drauf?
Die Stufen scheinen mir recht wei achtern zu beginnen, wo steht denn der Großmast in dem Modell?
Der Bereich der Back sollte schon ein Stück abgesetzt werden, andererseits kommt mir die Reling mitschiffs recht hoch vor.
Allerdings hängt das auch von den Decks dahinter ab, das kann ich anhand der Bilder schlecht einschätzen.
Ich finde aber, daß du auf einem guten Weg bist.
:wink:
Holger
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74

Gestern, 09:31

Nachdem ich jetzt eine Woche in der real existierenden Welt unterwegs war, um mir (unter anderem) eine ganze Menge real existierendes Wasser anzusehen, kann ich jetzt wieder kleine Fortschritte an meinem Mini-Projekt aus der Modell-Scheinwelt vorweisen.
Ich habe das Aufbau- bzw. Austauschteil jetzt um eine Abwicklung der Bordwand in Höhe des Backdecks ergänzt. Abwicklung ist ein großes Wort. Ich habe einfach die Bordwand vom Originalmodell abgeschnitten, plattgedrückt und aufgeklebt.



Außerdem habe ich begonnen, das wirklich nicht sehr große (siehe Cent in Originalgröße!) Geländer zu bauen. Streben und Balken sind auf eine Polyplatte geklebt, anders hätte ich dieses Gefrickel sicher nicht hinbekommen. Es war so schon friemelig genug. Die Ober- und Unterkanten bestehen wieder aus fertigen Profilen, was zu einer dramatischen Verteuerung der Unternehmung führt. Leider weiß ich immer noch nicht, wie man Teile spiegelverkehrt abgießt. Ich werde wohl einen Abguss nehmen, abschleifen, verkehrt herum aufkleben und mit neuen Profilen versehen müssen, um so eine neue Form herzustellen. Jedenfalls ist das der Stand meiner Überlegungen, basierend auf meinen Schulkenntnissen zum Thema Dreidimensionalität und Seitenverkehrung. Sollte jemand einen eleganteren Vorschlag haben, bitte ich um Mitteilung.



Es fehlt noch das Geländer am Backdeck, die Vertuining muss noch angebracht werden; außerdem habe ich vor, an denen Stufen des Geländers, wo jetzt noch Profile etwas sinnlos in die Luft ragen, irgendwelche liegenden und/oder angriffsbereiten Tiere zu modellieren. Sollte mir das irgendwie gelingen, könnte die erste Form entstehen.

Schmidt
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75

Gestern, 11:30

Das sind ja tolle Fortschritte ! Extrem feine Arbeit ! Einfach faszinierend wie aus Gedankenspielen Stück für Stück Wirklichkeit wird.

Die (noch ferne) Idee mit dem Umbausatz finde ich klasse ...
bisher war das mit der grundsätzlichen Gestaltung der Linienfindung erst die Pflicht ... volle Punktzahl !
die Kür an Bug und vor allem dem Heck wird mindestens ebenso interessant ... wenn daraus ein Gesamtkunstwerk in der dritten Dimension wird.

Zur Spiegelung fällt mir tatsächlich nur die Gestaltung im 3d-Druck oder einer zweiteiligen Form ein ...
Noch ohne die Verteuning ist jetzt der rechte Zeitpunkt die Seite abzugießen ...
gut, daß der Bausatz computergefertigt ist ... so kannst Du davon ausgehen, daß die Teile beidseitig passen.

Immer mit der Konsequenz, daß die Innenseiten auf planer Polyplatte immer ohne Struktur bleiben ...
so wie ich Deine bisherigen Arbeiten in Erinnerung habe möchtest Du ja sicher auch auf der Innenseite eine Profilstruktur an Bordwandabschluß und Geländer haben ...
was aber im zweiteiligen Guß bei den extrem feinen Leiterstrukturen der Reling sehr kniffelig ist.
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

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