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211

Donnerstag, 23. November 2017, 18:03

Zitat

Ne im Ernst: ich musste da jetzt einfach einen Kompromis eingehen, da
ich ja den Knecht für den Fockmast mittig angebracht habe, und das war
der für mich schönste.
War ja auch keine Kritik. Und um Deine Gründe weiß ich ja und diese sind plausibel nachvollziehbar! :thumbsup:

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



212

Donnerstag, 23. November 2017, 18:05

Hab ich auch nicht so verstanden. Und selbst wenn: ich bin über jede begründete Kritik dankbar.
Wollte es nur nochmal darlegen, wieso das so ist, wie es ist.

Grüße
Dany

213

Donnerstag, 23. November 2017, 21:09

Guten Abend zusammen,

auch heute habe ich am Nachmittag viel Zeit gehabt, um an den Werft-Küchen-Tisch zu gehen.
Auf dem Plan stand der Besanmast mit seinen Wanten. Vielleicht wird es das eine oder andere Adlerauge beim letzten Update schon gesehen haben: Am Topp des Besanmastes habe ich einen umlaufenden Ring aus 0,5 x 0,5 mm Poly gemacht, der die Wanten gegen das Abrutschen sichern sollen.
Dann wurden Augbolzen aus 0,4 mm Messingdraht hergestellt und brüniert. An die Augbolzen wurden die unteren Jungfern der Besanwanten angestroppt.



Und schließlich auf das Deck auf dem Achterkastell angebracht.



Die Besanwanten wurden mit ihrem Auge über das Topp gelegt und gespannt. So wie andere Wanten eben auch.
Hier der Ring (nennt sich auch Klampe?!) am Topp.



Die Wanten







Zum Schluss nochmal ein Paar Bilder des gesamten Schiffes.







Der Besanmast bekommt kein Stag. Gcukt man sich Bilder der Nao Victoria Replika an, sieht man dort auch keine, also werde ich das auch so machen. Oder schreit jemand?

Als nächstes werde ich mich mit dem Lasttakel beschäftigen.

Kritik, Anregungen und Diskussionen sind wie immer sehr willkommen.

Schönen Abend,

Dany

214

Freitag, 24. November 2017, 05:34

Hallo Dany

Sehr schöne Fortschritte, das Modell wird ein Hingucker. :ok: :ok: :ok: :ok:

LG
Sergio
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In Planung : Englische Galeone HMS Revenge 1577

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215

Freitag, 24. November 2017, 10:45

Wirklich Klasse, tolles Schiff...
Keine Frage ist so dumm wie die Antwort, die ich darauf geben könnte...

der Franz :abhau:


im Bau: Segelboot 1:35




216

Freitag, 24. November 2017, 13:40

Ich finde die Läufer an den Jungfern etwas zu wenig durchgeholt, sie könnten etwas steifer sein bzw. wirken zumindest auf den Bildern ziemlich locker, finde ich. Ansonsten topp!! :thumbsup:

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
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217

Samstag, 25. November 2017, 23:29

Guten Abend zusammen,

@ Sergio und Franz: Danke für euer Lob.

@ Chris: Das täuscht. Tatsächlich sind die Besanwanten die straffesten Wanten, die ich bisher gespannt habe. Ich weiß auch nicht, wieso das auf den Bildern so schlaff aussieht an den Taljen. :nixweis:

Heute habe ich mich mit dem Stroppen von Blöcken beschäftigt. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen alle Blöcke für die Untersegel zu stroppen und anzuzurren, aber nachdem ich erst die Blöcke für das Ladetakel (nicht Lasttakel, wie ich es fälschlicherweise die ganze Zeit bezeichnet habe) gestroppt habe, hatte ich vom Stroppen genug. Immerhin hat mich das schon ganze 2 h gekostet. Für 4 (!) Blöcke bzw. Blockkombinationen. 8|

Hier die gestroppten Blöcke im uneingebauten Zustand.

Block mit Haken und gezurrtem Auge für die Talje


Blockkombination mit Auge für die Talje


Und Block mit Auge für den Vorholer


Als nächstes habe ich ein Auge zum Einhängen des Hakens gestroppt/gekleidet. Diesen habe ich an einem Geländer eingeschlauft.



Nachdem ich also alle Einzelteile vorbereitet habe, wurde die Blockkombinationen zwischen Hanger und dem Legel eingehängt. Das hat mich tatsächlich am meisten Zeit und auch Schweiß gekostet. Ständig flog mir wieder ein Auge auseinander. Schließlich habe ich es dann aber doch geschafft und das Ladetakel "montiert". Der Hanger ist mit einem Auge über den Großuntermasttopp gelegt. Der Vorholer fängt an einem Augbolzen am Fockuntermasttopp an. Aber was rede oder eher schreibe ich so viel. Ich lasse einfach die Bilder sprechen.









Die Taue sind erstmal nur provisorisch belegt. Ich weiß nämlich noch nicht sicher, wo ich sie letztendlich belegen möchte oder auch kann. Ich habe mir ja mal die Mühe mit einem Belegplan gemacht in den ich jetzt allerdings noch nicht geschaut habe. Vielleicht morgen.

Schöne Grüße
Dany

Beiträge: 2 467

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218

Samstag, 25. November 2017, 23:58

Die Fummelei lohnt sich wirklich, das sieht sehr
gut aus :ok: :ok: :ok:
Keine Frage ist so dumm wie die Antwort, die ich darauf geben könnte...

der Franz :abhau:


im Bau: Segelboot 1:35




219

Montag, 27. November 2017, 10:38

Hallo zusammen,

@ Franz: Danke für das Lob.

Derzeit bin ich dabei die Leitblöcke für das laufende Gut der Untersegel zu stroppen. Also erstmal nur die, die unter die Marsen kommen. :roll:

Da das eine nicht allzu geistig fordernde Arbeit ist, plane ich derweil die nächste Etage. Hierfür habe ich mit Chris schon regen Austausch gehabt, dachte mir aber, dass es eventuell ja auch andere Modellbauer gibt, die eventuell die gleichen Fragen haben. Daher möchte ich euch gerne an meinem (von Chris in großem Maße unterstützten :five: ) Gedankengängen teilhaben lassen. :kaffee:

1. Pardunen (geklärt):
Hier gibt es ja diverse Ausführungen. Klar ist, dass es definitiv keine stehenden Pardunen sein dürfen, da diese erst später zum Einsatz kamen. Bei den fliegenden Pardunen gibt es, sowohl einfache Ausführungen wie hier gut zu erkennen, als auch diese mit einer Blockkombination. Es dürften wohl, wenn dann die einfache Ausführung gewesen sein. Diese wird auch die von mir umgesetzte werden. :idee:

2. Großstengestag/Stengetopp:
Ich sehe hier immer zwei verschiedene Ausführungen. Einmal diese, die vom der Großstengesaling/-topp zum Fockmarstopp geht und dort mittels einer Jungfer oder Dodshoofden gespannt wird. Zum anderen diese, die in Revell Beschreibungen immer gerne beschrieben wird: Vom Großstengetopp zum Fockstengetopp. Diese Variante habe ich grundsätzlich als inkorrekt abgetan. Nun habe ich aber gesehen (hier), dass diese Variante durchaus auch auf einem "echten" Schiffe anzutreffen ist. Weiß dazu einer etwas? Ist das Unfug, da sowieso 'nur' eine Replika? :nixweis:
Desweiteren habe ich - jetzt erst - gesehen, dass an den Stengetopps Flaggstöcke angebracht sind. Leider kann ich absolut nicht erkennen, wie diese angebracht sind. Ich kann hierzu leider auch keine besseren Bilder finden. Ich habe schon an anderen Schiffen oder auch Modellen gesehen, dass es noch eine Stengesaling gibt, aber das scheint es hier ja nicht zu sein. Hat hierzu einer eine Idee oder auch Antwort? ?(
Das würde vielleicht auch meine Fragezeichen beseitigen, wie ich die obersten Leitblöcke der Marssegel anbringe.


Grüße,
Dany

220

Montag, 27. November 2017, 12:33

Moin Dany,

sehr schöne Fortschritte. Dein Ladetakel weiß zu gefallen :ok:

Ingo
"Kein Kommandant geht fehl, wenn er sein Schiff neben das des Feindes legt"
Lord Nelson


221

Montag, 27. November 2017, 18:30

Bei Naos, Karavellen und Karacken waren die Flaggstöcke schlicht am oberen Teil der obersten Stenge angelasscht, sprich: Mit einer Tauzurring/ Wuhling/ Bändselung angebunden. Oftmals noch nicht mal in senkrechter Verlängerung der Stenge, sondern teilweise einfach schräg dran hängend,hier mal durchaus richtig dargestellt, z. B. Warum das so war? Keine Ahnung. Hat man teilweise bis ins 19 Jhdt. sogar auch in Deutschland bei Küstenschiffen/ Fischereifahrzeugen so gemacht, oftmals sieht man dies noch an Museuumsschiffen, z.B. in Lübeck so.

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
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"Mayflower"

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222

Montag, 27. November 2017, 19:20

Hier mal als Beispiel die Sirius mit ähnlicher Beflaggung .

Chris :ahoi:
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"Mayflower"

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223

Montag, 27. November 2017, 20:12

Klasse Chris. Danke. Also quasi wie bei den Rahen dieser Zeit einfach mit Wulingen zusammenlaschen.

Wieder ein Haken auf der Fragenliste.

Schönen Abend

Dany

224

Samstag, 9. Dezember 2017, 21:27

Hallo zusammen,

und willkommen bei Pleiten, Pech und Pannen. :motz:

Seit meinem letzten Update ist etwas Zeit vergangen. An meinem Willkommensgruß lässt sich schon erahnen, womit das zusammen hängt.
Die nächste Etappe hieß bei mir die "Leitblöcke der Untersegel anbringen". Oder sollte ich doch eher die Leidblöcke sagen?! Angefangen habe ich mit den Leitblöcken an der Fockmars. Als ich den ersten Block angebracht habe, rutsche mit die Fockmars runter und damit hingen die kompletten Fockwanten natürlich durch. "Was tun?", sprach Zeus. Mit einer beherzten Bewegung schob ich die Mars wieder nach oben. Leider zu beherzt. Im nächsten Moment hatte ich den Mastkorb in der Hand, allerdings blieben die Salinge in Position. Das machte die ganze Sache dann etwas aufwändiger als gewollt. Ein Plus gab es dabei wenigstens: Ich hatte jetzt Platz zum Arbeiten und konnte die Blöcke an die Salinge anbringen. :roll:
Nachdem nun die Blöcke an ihrem Platz waren, habe ich den Mastkorb wieder auf die Salinge geklebt, ausgerichtet und zack, kam mir der Bugspriet entgegen. :bang:
Dieser ist durch den Zug des Fockstags zu weit nach oben gekommen und das Backschott hat sich in das Vorderkastell schlafen gelegt. Also auch hier erstmal wieder richten, bevor es weiter gehen kann. Backschott wieder eingeklebt und weiter zum Großmast. Hier die Blöcke angebracht und - man glaubt es kaum - nichts schief gegangen. :tanz:
Nun folgten die Pardunen sowohl für die Fockstenge als auch die Großstenge. Die eine Seite der Pardunen wird mit einem Haken in einen Augbolzen auf Deck eingehakt. Hierfür musste ich noch Löcher in die Decks bohren. Dabei direkt das nächste Unglück: Das Schott auf dem Großdeck zum Vorderkastell löste sich und saß natürlich nicht mehr in Position. :!! Also auch hier erstmal wieder reparieren, bevor es weitergehen konnte. Die restlichen Löcher gebohrt, die Augbolzen eingeklebt und die Pardunen gespannt.





Ich hab die Pardunen noch nicht final belegt und nur mit einem halben Schlag befestigt. Nicht, dass ich mir hier irgendwo noch in die Quere komme.
Eigentlich wollte ich noch die Stengestage machen, aber nach den ganzen Unfällen ist für mich für heute erstmal Schluss. Es gibt Tage, da lässt man es besser, bevor noch mehr schief geht. :idee:

Ich wünsche euch einen schönen Samstag Abend.

Grüße,
Dany

Beiträge: 2 467

Realname: Franz Holzhauser

Wohnort: Bad Hönningen

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225

Samstag, 9. Dezember 2017, 21:34

Hallo Dany, solche Tage hat wohl jeder hier von uns,
aber keiner kann so amüsant darüber berichten wie Du.
Dennoch es sieht gut aus :ok:
Keine Frage ist so dumm wie die Antwort, die ich darauf geben könnte...

der Franz :abhau:


im Bau: Segelboot 1:35




226

Montag, 11. Dezember 2017, 10:07

Morgen,

@Franz: Danke :hand:

Leider geht es bei mir weiter mit der Pannenshow :cursing:

Vielleicht kann mir jemand helfen, bevor ich verzweifle. Und zwar hält der Bugspriet nicht mehr seine Position und kommt nach oben. Ein Wasserstag würde dem helfen, aber das ist wohl nicht richtig, oder? Hat jemand eine Idee, wie ich dem entgegenwirken kann? So kann ich jedenfalls kein Vormarsstag setzen, geschweige denn, dass die beiden bereits angebrachten Stage noch ihre Spannung halten. :nixweis:

Grüße
Dany

227

Montag, 11. Dezember 2017, 15:44

Multimedia ... Plastik raus ... Holz rein ... Kopfschmerz weg !
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

"When all else fails ... Read the instructions" ( LINDBERG 1965 )

Youth, talent, hard work, and enthusiasm are no match for old age and treachery !
( In memoriam Prof. John A. Tilley, † 20.07.2017 )

228

Montag, 11. Dezember 2017, 15:50

Hi Markus,

danke für deinen Vorschlag, aber ich habe mich unklar ausgedrückt, denn der Bugspriet ist bereits durch einen aus Holz ausgetauscht. Der Bugspriet selbst biegt sich nicht, sondern das komplette Ding stellt sich nach oben. Quasi wie, naja lassen wir das. Offensichtlich ist er nicht genug fixiert in der Öffnung in der Back.

Ist jetzt klarer, was ich meinte? Ich bräuchte also etwas wie eine Sprietzurring oder ein Wasserstag, der dem entgegen wirkt.

Grüße,

Dany

229

Montag, 11. Dezember 2017, 16:46

Bei lose sitzenden Teilen habe ich immer Uhu Sekundenkleber flüssig mit einem Zahnstocher großzügig tröpchenweise reingeträufelt und mit einem Stoß Dosendruckluft weiter in die Öffnung geblasen, so oft, bis das Teil fest saß. Geht aber auch ohne Dose, wenn Du etwas gezielt, z. B. Strohhalm arbeitest. Meist braucht man auch nicht soviel Klebstoff, je nachdem. Danach eventuelle optische Unregelmäßigkeiten durch den Klebstoff mit Lack oder wässrigem Plakafarbegemisch weggeschminkt. Aber achte drauf, ob der Klebstoff Dir eventuell an anderer Stelle durch eine Öffnung geblasen wieder rausfliegen könnte und irgendwas anderes dabei versaut. Hatte ich auch schon. :cursing:
Ansonsten bliebe nur noch eine Bugsprietzurring ein zubauen oder eben ein Wasserstag. Aber letzteres wäre wohl meine absolute Notlösung, da -wie schon vion Dir richtig angemerkt- historisch nicht korrekt.

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
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230

Montag, 11. Dezember 2017, 17:32

Okay ... also eine Art Antiplastiagra

Wenn Du es nur am Oval in der Back befestigst dann hat es keinen echten Wiederstand ... das wirkt eher wie ein Drehgelenk.

Der originale Bugspriet aus Plastik hat ganz am unteren Ende, auf der schrägen Fläche, einen Nippel gehabt der in der kleinen Öffnung des Hauptdecks verklebt werden sollte.
Etwa in der Mitte zwischen Vormast und Winde ... ca 5-6mmm nach rechts versetzt ... von der Kuhl in Richtung Bug geblickt.
Im Original kommt die Stabilität nur von dort ... wenn dort das Plastik auf dem Deck fest verklebt ist rührt sich nichts.



Wenn Du Deinen neuen, hölzernen Bugspriet identisch zum Plastikteil aufgebaut hast dann könntest Du in seine abgeschrägte Fußplatte ein Loch bohren ...
ein passendes Stäbchen mit CA-Kleber einkleben ... kann durchaus einige mm länger sein um höheren Widerstand und einen längeren Klebebereich zu haben.
Dann das Ganze wie gehabt in den Rumpf einkleben.



An der Stelle wirst Du wahrscheinlich mit Deiner Ankerbeting in Verdrückung kommen und mußt den Spriet seitlich zusätzlich flach machen.
Sollte aber dennoch funktionieren.

Finds jetzt gerade nicht .. aber ich meine mich zu erinnern, daß die Bugspriets im Original am unteren Ende quadratisch geschnitzt wurden damit man sie besser verkeilen kann und so auch gegen Verdrehen um die Längsachse geschützt waren.
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

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231

Montag, 11. Dezember 2017, 19:20

Das sind keine persönlichen Pannen; das ist vielmehr der beinahe allen Plastikmodellschiffen innewohnende Konstruktionsfehler: Plastikmasten sind nun einmal nicht stabil genug für eine Takelage. Der erfahrene (und nicht gänzlich verzweifelte) Modellbauer entwickelt Tricks weit jenseits der Bauanleitung, um dennoch zu akzeptablen Ergebnissen zu kommen. Derer gibt es viele. Man kann die besonders instabilen Teile gegen solche aus Holz oder Metall austauschen; man kann Stage und Pardunen möglichst vollständig anbringen, aber nur vorläufig spannen, um durch richtig dosierten Zug von allen Seiten (wie beim Original!) die Stengen etc gerade zu halten. Trial, error, patience. Und manches hat seinen Grenzen. Einen labbrigen Bugspriet ohne Wasserstag gerade zu halten kommt der Quadratur des Kreises nahe.
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

232

Dienstag, 12. Dezember 2017, 21:54

Nabend zusammen,

erstmal riesiges Danke für die Tipps und Ideen. :five:

Chris: Dein Tipp war jetzt das erste, was ich versucht habe. Hat nicht hingehauen. Habe den Kleber extra lange anziehen lassen, sobald wieder leicht Zug draufkommt gibt's ein leises *klick* und der Bugspriet kommt wieder hoch. :(

Nächster Versuch: Kontaktstelle vergrößern
Dafür habe ich den Bugspriet angefeilt, so dass ich ihn besser auf die Backreling(richtig so?) legen konnte. Gleiches Spiel wie vorher. *Klick* und hoch :S

Nächster Versuch: Sichern mit Stift
Dafür habe ich ein Loch in den Bugspriet gebohrt, ein Loch in die Backreling gebohrt, einen Stift einklebt in beide Löcher und angedrückt. Hielt erstmal richtig gut, dann gab es ein größeres *Knack* bis dann nicht nur der Bugspriet sondern direkt auch das Backschott nachgab. :motz:

Naja jetzt hatte ich richtig Platz zum Arbeiten. :verrückt:
Ich hab dann also Tipp Nr.1 von Chris nochmal probiert, konnte ich doch den Fuß des Bugspriets jetzt noch besser einkleben. Aber nö, der will nicht. Zusätzlich habe ich versucht das Backschott wieder einzukleben, ging aber absolut nicht, so musste ich die andere Seite des Vorderkastells auch öffnen. Geplant war eigentlich nur die Tür. Die hatte Dany aber so gut verklebt, dass auch das ganze Schott rausflog :bang:
Hey jetzt hab ich ja richtig viel Platz zum Arbeiten! und fast noch genauso viel Arbeit alles wieder in den Ausgangszustand zu bringen... MAN! :will:

Wie dem auch sei.
@Markus: Ich hatte damals eine kürzere Version des Bugspriets erstellt, da ich durch die bereits eingeklebten Decks und Schotts nur sau schwer an das Großdeck kam, aber das Problem hat sich jetzt ja unfreiwilligerweise etwas vereinfacht. Also hab ich in meinen Schrank nach dem alten Bugspriet geschaut und da fiel mir ein, dass ich letztens aufgeräumt und ausgemistet habe. Und zwar richtig gründlich. Der orginale Bugspriet geistert jetzt irgendwo auf der Müllhalde rum. :motz: Sowas passiert dann auch nur ein einziges Mal!

Muss ich wohl oder übel weiter Try and Error machen.
Folgende Versuche schwirren noch in meinem Kopf:
1. Mit einem durchsichtigen Nylongarn unter dem Stagkragen ansetzen und durch das Loch in der Backreling. Quasi eine versteckte Sprietzurring.
2. Neuer Bugspriet, der bis auf das Großdeck geht. Wie Markus schon angemerkt hat und netterweise auf meinem Bild markiert hat: Da wird es eng. Verdammt eng. Und vorallem ist das mittlerweile ziemlich schlecht einsehbar.

Falls noch weitere Ideen oder Vorschläge oder sogar direkt Lösungen da sind: Gerne her damit! :schrei:

Noch gebe ich nicht auf, auch wenn mir langsam die Ideen ausgehen und durch den immer größer werdenden Kollateralschaden die Motivation zunehmend schwindet.

Schönen Abend,

Dany

233

Mittwoch, 13. Dezember 2017, 11:19

okay ... das erfordert andere Maßnahmen ... das Loch im Deck hat übrigens ca 2mm ... eventuell minimal weniger ...
prüf das vorher nochmals bevor Du was umbaust ob der Draht da reinpaßt ...
sollte ja so knapp wie möglich passen weil die abgeschrägte Klebefläche so nicht mehr zur Verfügung steht bzw der Kleber auf lackierter Oberfläche des Decks keine stabile Verbindung herstellen kann ...
also muß der Kleber im Loch alles halten.

hier in Bild 1 der originale Bugspriet mit Maßen ... hoffe, daß das zum Abgleich ausreicht



in Bild 2 ... vorgeschlagene Verlängerungdes Nippels um mit Klebstoff eine feste Verbindung zu erreichen



Bild 3 ... eine optionale Verlängerung Deines Holzpriets mit einem eingeklebten und geknickten Draht ... ca 1,8 - 2mm Durchmesser.
da ich nicht weiß wie lang oder kurz Dein Spriet ist habe ich einfach mal fiktiv einen Zentimeter weniger gemacht ...
mußt Du halt für Dich passend umstricken

Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

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234

Mittwoch, 13. Dezember 2017, 11:40

Hallo Dany,

vielleicht geht ja auch so nè Art, an der Bratspillseite abgeflachter Bugspritfuß.

Ich weiß allerdings nicht, ob die Platzverhältnisse reichen.

:ahoi: Eisbergfreie Modellbauzeit wünscht Ray

235

Mittwoch, 13. Dezember 2017, 11:55

Hallo Markus, hallo Ray,

danke für eure Vorschläge und Mitdenken!! :five:

Die Bilder für den Bugspriet reichen für die grobe Form bzw. die Länge. Die Form habe ich sowieso nach Gefühl gemacht. Da kommen dann auch so Dinge wie der Rettich-Besanmast raus. ;)
Zur Idee mit dem Stift: Das sieht mir bisher nach der sinnvollsten aber nicht praktikabelsten Lösung aus. Wird wohl eine ziemliche Frickelei durch eine kleine Öffnung. Also das Sehen ist hier mehr ein Problem, aber (!) ich werd es ausprobieren. Zumindest erstmal trocken. Irgendwie muss ich ja erstmal den Durchmesser des Lochs ausmessen. Ich dachte schon an Endoskope, die man immer bei den SWAT Teams sieht :abhau:

Sollte es dabei schon scheitern, werde ich folgendes probieren: Einen neuen längeren Bugspriet, der bis auf der Großdeck geht mit angeschrägtem Fuß. Die ovale Öffnung im Deck des Vorderkastells werde ich verkleinern, so dass der Buspriet hier schon enger sitzt. Plus die Öffnung im Backdeck müsste er eigentlich genügend Freiheitsgraden beraubt sein, so dass er nicht wieder nach oben kommt. :idee:

Irgendwie in die Richtung wird es gehen.

Ich hoffe ich langweile hier niemanden, aber ich fand es ziemlich wichtig hier etwas zu zeigen und zu diskutieren, wenn es nicht so toll läuft. Auch daraus kann vielleicht nicht nur ich etwas lernen.

Grüße
Dany

236

Mittwoch, 13. Dezember 2017, 16:28

Wenn das Backschott nachgegeben hat ist doch alles bestens ... es wird in der Bauanleitung aus gutem Grund erst nach Montage des Bugspriets eingebaut.
So lange das Schott raus ist sollte die Sache mit dem Einbau des Bugspriets gut funktionieren. Dann siehst Du doch fast alles.

Ein Verkleinern des ovalen Lochs bringt meines Erachtens nicht viel.
Das hintere Ende dieses Ovallochs definiert eine Art Drehgelenk des Bugspriets. Im Grunde steht außer ein wenig Klebstoff rein gar nichts dem Zug aus der Takelage entgegen.
Wenn der Spriet nach oben bzw hinten gezogen wird dann drückt der Spriet gegen dieses hintere Ende.
Er übt eine Kraft auf diese Backdeck aus.

Das ist eine Drehbewegung bei der dann natürlich das untere Ende zwangsläufig Richtung Bug gedreht wird.
Wenn also das untere Ende nicht in diesem vom Bausatz vorgesehenen Loch fixiert ist ... dann wandert der komplette Mast in einer Drehbewegung nach vorne und oben ..
genau das ist dir jetzt mehrfach passiert ... und hat auch die Kontruktion mit Stahlstift und Backschott mitgenommen.



Ist dagegen, wie vom Bausatz vorgesehen, der Bugspriet bis zum Hauptdeck durchgehend ... und hat einen Nippel oder Stab ...
dann verkeilt sich dieser Stab ins Hauptdeck und übt dort eine Kraft im Deck nach schräg unten und Richtung Bug aus.
Die Drehbewegung und das Ausweichen nach oben werden so verhindert. Ein ordentlicher Tropfen Klebstoff schadet trotzdem nicht.
Das ganze Hauptdeck steht als Gegenkraft zum Zug aus der Takelage zur Verfügung.



Es ist nur ein kleiner Befestigungspunkt im Kit ... Kleine Ursache - aber große Wirkung.

Ich hätte Dir auch schon eine Zurring vorgeschlagen .. aber leider bringt auch die nicht wirklich viel solange der Mast nicht am unteren Ende seinen Lagerungspunkt hat.
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

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237

Mittwoch, 13. Dezember 2017, 22:04

Hallo zusammen,

zu erst: Ich habe Feuer gemacht!

Nachdem die Kinder im Bett waren, wollte ich den Bugspriet, den ich gestern Abend angeklebt hatte, wieder aus der Öffnung ziehen. Dank Markus, hatte ich die Maße und wollte, bevor ich einen neuen Bugspriet herstelle, den aktuellen vermessen. Allerdings: Der Bugspriet war fest! Über Nacht scheinen die Wichtel den Bugspriet festgeklebt zu haben. Und zwar so fest, dass er kein Spiel mehr hatte! :tanz:

Somit hat sich die Neufertigung erledigt und ich konnte die Stage anbringen. Zuerst brachte ich das Vorstengestag an. Hierfür habe ich mich an der Ausführung nach den in AotS "Columbus Schiffen" orientiert. Das Bild dazu hatte ich ja schon mal gezeigt. Das Tausendbein (heißt das an dieser Stelle auch so?) habe ich aus 2 2mm Blocken hergestellt, die ich 90 Grad zueinander verdreht verklebt habe, in den Unteren ein zweites Loch gebohrt und veschliffen.
Dann habe ich das Fockstag nochmal neu gespannt und auch das Großstag habe ich neu gespannt. Das war nötig, weil der Bugspriet nun eine andere Position hat, als er das vorher hatte. Er sitzt jetzt ein bisschen tiefer in der Back, so dass er im ovalen Loch im Backdeck steckt.

Als ich mir nun sicher war, dass alles hält, habe ich alle notwendigen Reparaturen durchgeführt und farbliche Ausbesserungen durchgeführt.

Das Ganze sieht jetzt so aus.





Jetzt fehlt nur noch das Großstengestag und dann geht es weiter mit den Rahen.

Nochmal Danke an alle, die mir hier mit Ideen und Vorschlägen geholfen haben! Ihr seid klasse! :prost:

Schönen Abend
Dany

238

Donnerstag, 14. Dezember 2017, 07:27

Moin,

Glückwunsch zur gelungenen Reparatur, und dein Lagerfeuer... ich habe nie ein schöneres gesehen :abhau: :abhau: :abhau:
Ist die Spannung deiner Stags (Stage? Stagen?) vielleicht etwas zu stark geworden oder täuscht die Perspektive. Es scheint die Masten bilden ein extreme V

Ingo
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239

Donnerstag, 14. Dezember 2017, 10:24

Hi Ingo,

danke :five:

Die Perspektive täuscht nicht. Der Fockstag hat einen starken Fall bugwärts. Das liegt allerdings nicht am Stag, sondern an den Öffnungen in den Decks des Vorderkastells und des Großdecks. Somit ist die Ausrichtung mehr oder weniger vorgegeben.
Allenfalls die Stenge des Vormars ist leider etwas weit nach vorne geneigt. Das liegt auch nich am Vorstengestag (hör auf jetzt mit den Ausreden :!: ). Viel mehr liegt es daran, dass die Quersalinge die Öffnung für den Mast und die Stenge sehr begrenzen und zusätzlich die Öffnungen im Eselshaupt zu weit auseinander sind. Ich hatte allerdings durch den vorgegeben Mastkorb keine Möglichkeit die Salinge weiter auseinander zu schieben und die Löcher im Eselshaupt konnte ich auch nicht näher aneinander bringen, da dann jedes Mal des Eselshaupt gerissen ist :motz:

Lösbar wäre die ganze Sache nur gewesen, wenn ich den Korb für den Fockmast ersetzt hätte. Zum Scratchen habe ich mich nicht fähig gefühlt und einen Ersatz hatte ich nicht. :nixweis:
Generell gefällt mir meine Lösung mit den Salingen, sowohl am Großmast als auch am Fockmast, nicht so wirklich. Das verbuche ich unter: "Ist jetzt so. Beim nächsten Mal muss du da besser arbeiten." :whistling:
All diese Fehler, sei es Bugspriet oder aber Marsen, Salinge, Eselshäupter haben mir sehr viel Erfahrung gebracht, die ich in Folgeprojekten gerne weiter ausbauen möchte. Alles Dinge, die ich vorher weder auf dem Schirm hatte noch so eingeschätzt hätte. Man lernt dazu und hat hier beste Unterstützung, wenn es schief geht und man Fragen hat.

Danke dir für dein prüfendes Auge und das Nachfragen. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, wie z.B. beim Rettich-Besanmast. Hier war mir die Fehlstellung leider schon bewusst.

Grüße
Dany

240

Donnerstag, 14. Dezember 2017, 19:45

Hallo Dany! :wink:
Das ist schön, dass sich die Wunde scheint's wie von Geisterhand selbst geheilt hat :thumbsup: . Manchmal gibt's auch unerwatete postive Überraschungen. Aber ich glaube, Du lernst an Deinem Modell extrem viel für zukünftige Projekte und das ist ja auch gut so. Das macht es auch leichter, mit dem ein oder anderen faux pas zu leben. Aber Dein Vorteil ist, dass Du -bei aller großzügiger Hilfestellungen hier und extremen Kopfzerbrechen von anderen Hilfsbereiten hier - auch bereit bist, Hilfe nicht nur einzufordern sondern auch anzunehmen. Und dass Du auch Deine Misserfolge hier dokumentierst finde ich großartig, da wiederum eine wertvolle Hilfestellung für andere. Damit langweilst du auf alle Fälle nicht und außerdem ist es Dein Bericht, den Du so schreibst, wie Du Deinen Bau eben dokumentieren möchtest- mit allen Unwägbarkeiten eben. Ich finde das gut und auch mutig! :respekt:
Ein Tipp noch für die Zukunft: Der "Sprutkloben" vorne am Stag müsste eigentlich das Stag nicht durch eine Bohrung aufnehmen, sondern das Stag müsste m. W. einmal komplett um den gesamten Kloben herumführen und dann oberhalb parallel zusammengebändselt werden. Dass aber nur als Tipp, wie gesagt! :five:

Schöne Grüße

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



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