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Realname: Holger Steitz

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1

Freitag, 27. Oktober 2017, 13:36

Guter Sekundenkleber für Ätzteile/Plastik

Hallo Gemeinde,
nachdem ich mit dem Bau der Bisi angefangen habe, bin ich jetzt an einem Punkt wo ich mal Ätzteile probieren wollte.
Die Arado´s sollten es werden...
Der Plastikanteil war ja schnell erledigt, doch die Ätzteile... Das Biegen ging ja noch, aber das kleben.
Ich habe hier noch Sekundenkleber Flüssig von Pattex, doch der ist eher Stundenkleber...
Welchen würdet Ihr mir empfehlen?
Deluxe Materials Roket Hot?

Was verwendet Ihr?

Grüße
Holger
Quid pro Quo!

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2

Freitag, 27. Oktober 2017, 13:59

Hallo Holger!

Ich hab vor ewigen Zeiten hier mal was dazu geschrieben, was ich persönlich so benutze... Ich arbeite eigentlich immer noch hauptsächlich mit dem Zeug von Weicon (siehe Link oben), das man bei architekturbedarf.de in dick-, mittel-, und dünnflüssig bestellen kann.

Wichtig ist meiner Meinung nach die richtige Viskosität für den richtigen Zweck: Was das Verkleben von Ätzteilen angeht, würde ich von dünnflüssigem Kleber eher abraten. Dickflüssig hingegen geht aus meiner Sicht, braucht aber oft auch länger als ein paar Sekunden, um vollständig zu trocknen. Ich glaube mit mittelviskosem Kleber machst du nicht viel falsch (zumal der eh noch dickflüssiger wird, je länger man die Flasche in Gebrauch hat).
Generell ist auch zu beachten, dass Sekundenkleber gerne mal mit einem weißen Film beim austrocknen rund um die Klebestelle erzeugt, wenn man zu viel Kleber benutzt hat. Also vorsichtig sein mit bereits bemalten Decks u.ä. ;)

Viele Grüße,

Alex

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Realname: Holger Steitz

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3

Freitag, 27. Oktober 2017, 14:12

Hallo A.L.E.X,
danke für deine Info.

Warum keinen dünnflüssigen? Überall hatte ich bisher gelesen dünnflüssig. Wegen der kapillarwirkung!
Aufgetragen wird eh nur mit Zahnstocher.
Bei Reling habe ich gesehen das man mit Sekundenkleber punktiert und mit Weissleim abbindet um eventuelle Lücken zu schliessen!

Ich schliesse daraus, das es extrem Bauteil und Location abhängig ist mit welcher Viskosität man arbeitet.
Huch, diese erfahrung muss ich dann wohl noch machen.

Gruß
Holger
Quid pro Quo!

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Realname: Alex

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4

Freitag, 27. Oktober 2017, 15:28

Hallo Holger!

Zur Viskosität: Vielleicht ist das mit dem dünnflüssigen Kleber auch Geschmackssache - Ich persönlich hab zumindest die Erfahrung gemacht, dass mir das Zeug ZU dünnflüssig ist und sich einfach schnell verteilt. Ich trage ja auch fast immer mit dem Zahnstocher auf, und da bleibt mir bei dünnflüssigem Sekundenkleber häufig nicht genug an der Spitze, um genug Kleber auf das Bauteil aufzutragen. Wenn du mit einer Nadel aufträgst kommt noch dazu, dass das Zeug auch sehr schnell der Schwerkraft folgt und die Nadel runterläuft und mit deinem Finger zusammenklebt, wenn du nicht aufpasst :D Aber das klingt jetzt alles viel akademischer als es letztlich ist...

Zur Bauteil- und Locationabhängigkeit: Ich glaub so extrem abhängig ist das nicht. Ich wollte mit meinem Beitrag damals eher zeigen, welche Viskosität für manche Dinge möglicherweise besser und welche schlechter geeignet ist. Aber eine Wissenschaft würde ich daraus auch nicht machen... Wie gesagt, ich kann nur für mich sprechen, und ich bin mit mittelviskosem Sekundenkleber bisher immer ganz gut gefahren. :nixweis:

Grüße,

Alex

5

Freitag, 27. Oktober 2017, 15:33

Um mich auch kurz einzubringen. Ich habe hier im Forum den Tipp für das Pattex Ultra Gel bekommen. Habe damit beim Schiffbau 1/700 sehr gute Erfahrungen gemacht (Reeling,...) Die Viskosität ist eher hoch sprich es werden ganz kleine Tropfen die sehr schnell trocknen. Für mich war es die beste Wahl

LG Manuel

6

Freitag, 27. Oktober 2017, 17:21

Um mich auch kurz einzubringen. Ich habe hier im Forum den Tipp für das Pattex Ultra Gel bekommen. Habe damit beim Schiffbau 1/700 sehr gute Erfahrungen gemacht (Reeling,...) Die Viskosität ist eher hoch sprich es werden ganz kleine Tropfen die sehr schnell trocknen. Für mich war es die beste Wahl
LG Manuel
Selbigen benutze ich auch, bzw mache damit meine ersten Erfahrungen gerade. Ich verteile den Kleber mit einem Zahnstocher den ich etwas angespitzt habe. Klappt soweit sehr gut wenn man ein Gefühl für das Material bekommen hat :)

7

Freitag, 27. Oktober 2017, 19:03

Hallo Holger,

ich habe ausschließlich mit dünnflüssigem Sekundenkleber die besten Erfahrungen gemacht (siehe meine TITANIC und besonders meine Stuka!)
Wie Du schon sagst, wegen der Kapillarwirkung und dem dünnen Auftrocknen.
Aber das ist eben meine Erfahrung. Am besten Du probierst.

Noch ein Tipp: Ich habe keinerlei Unterschied zwischen den teuren und billigen Klebern bemerkt.
Am besten haben sich die kleinen 2 g Tuben gemacht, wo ein Dreierpack ca. 1,30 EUR kostet.
Da ist es auch nicht so schlimm, wenn mal eine hart wird.
Auch in Sachen "Weißschleier" gibt es keine Unterschiede zu teuren Produkten.
:ahoi: Eisbergfreie Modellbauzeit wünscht Ray

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Realname: Holger Steitz

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8

Freitag, 27. Oktober 2017, 22:00

Guten Abend Modellbauer,

Vielen Dank für eure Antworten.
Ich sehe schon, 2 Stühle 100 Meinungen...
Ich werde wohl alle mal probieren und meine Erfahrungen sammeln.
Im Moment sammle ich (notgedrungen) fummelerfahrungen mit Ätzteilen..., das so ein Niedergang so Nervenaufreibend sein kann :thumbup: .
Aber gerade damit übt man sich (zumindest meiner einer) in Mönchsgeduld...

Schönen Abend noch.

Holger
Quid pro Quo!

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9

Samstag, 28. Oktober 2017, 10:34

Guten Tag Holger,

weitesgehend stimme ich hier "Ray" in seinen Ausführungen zu. :ok:

Möchte noch folgendes ergänzen: Sekundenkleber reagiert unter Luftabschluss! Deshalb gibt es auch sogenannte Aktivator-Sprays, die entsprechend für eine "schnelle" Reaktion des Klebstoffes sorgen sollen! Ich verwende solche Zusätze am Modellbau NICHT! Flüssiger Klebstoff wird überall dort eingesetzt, wo eine relativ dünne, gleichmäßige Füge Naht vorhanden ist und die Kapillarwirkung (Löschblatt-Effekt) zwischen den Fügeteilen wirken kann- somit der Kleber nach dem prov.Fügen der Teile zur Anwendung kommen kann!

Sind die Füge Nähte entsprechend ausgefranster, kann das sogenannte Gel zum Einsatz gebracht werden, hier wird dann der Klebstoff vor dem Fügen an den Klebeflächen aufgetragen, ausgerichtet und zusammengepresst, durch den Pressvorgang entweicht der Luftsauerstoff und der Klebstoff reagiert entsprechend "schnell"!

Das Arbeiten mit einem Zahnstocher kann ich so nicht unterstützen, da es sich um einen saugfähigen Zellstoff-Verbund handelt und der Kleber dann bereits beim benetzen reagiert!

Vielmehr sollte hier z.B. eine Stecknadelspitze benetzt werden, da der Kleber nicht in die Materialstruktur eindringen kann.

Sehr kleine Bauteile- Arado -Katapult- Unterkonstruktion (verbinden von Kunststoff und dünne Messingbauteile) benötigen dann auf Grund der geringen Klebefläche natürlich mehr Zeit zum abbinden! Übermäßiges benetzen der Klebeflächen/Punkte führt dann nicht zu einer besseren Haftung, sondern eher zu den "weißen Ausblühungen " an Klebe Randzonen.

Ich hoffe mit den Ausführungen ein wenig "Licht" ins Dunkel der Welt der Klebstoffe gebracht zu haben. Gerne beantworte ich weitere Fragen, denn es ist noch nicht alles dazu geschrieben.

Mit freundlichen Grüßen Thomas B

10

Samstag, 28. Oktober 2017, 13:19

Den Tipp mit der Stecknadel werde ich beherzigen :) man lernt halt nie aus. Das mit dem Zahnstocher hab ich mal irgendwo in einem Forum aufgeschnappt. Bin ja auch selber noch ein neuling

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Realname: Jochen Große-Katthöfer

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11

Samstag, 28. Oktober 2017, 17:22

Mahlzeit!

2 Experten = 3 Meinungen, jeder hat so seine Methoden und Lieblingsprodukte, wie Ray schon schrieb, am besten testen.

Zum auftragen nehme ich auch Stecknadeln, und zwar die allerbilligsten, die kann man nämlich auch gut verbiegen, für unzugängliche Stellen. Einen Zahnstocher habe ich dabei aber immer greifbar, um zuviel aufgetragenen Kleber aufzusaugen.
Ein guter Rat des Vaters an den Sohn:
Halte stets mit allem Maß-mit dem Essen,dem Trinken und dem Arbeiten.Vor allem mit dem Arbeiten.
-Otto von Bismarck

12

Samstag, 28. Oktober 2017, 21:51

zu Beitrag 9;

Guten Abend Holger,

anhand einer Aufgabenstellung an einem meiner Sammelmodelle, hier dann auch mal ein Beispiel.

Beispiel 01 wmf.jpg -klick mich an
Ätzbauteile recht kleiner Natur, sollen am Rumpf eines Motorbootes (Hood) angebracht werden. Hierfür werden Bohrungen in den Kunststoff gesetzt, die die Bauteile aufnehmen. Das hier gezeigte Bild ist unmittelbar nach dem Ansetzen und Kleben mit Sekundenkleber entstanden...

... nun aber mal der Reihe nach.

Du entdeckst im ersten Bild eine Schraubenwelle, eine Schraube und das Ruder. Alle Bauteile werden vor dem Klebevorgang im Bereich der Fügestellen von Oxid mittels Schleifen (z. B. K400) befreit. Die Oberfläche wird dadurch fast "klinisch" rein/ sauber. Auf das Entgraten der Bauteile habe ich hier jetzt mal verzichtet, da nicht Thema Deiner Fragestellung!

Ein Holzspieß mit Stecknadel; wie "Golfkilo" bereits anmerkte, auch hier ist die Nadel leicht gebogen, um an Bereiche zu gelangen, die gerne mal etwas verdeckt sein können.

Das andere Ende des Spießes ist mit doppelseitigem Klebeband bestückt ( wenn nicht in Gebrauch, entsprechend abgedeckt), um kleine Bauteile leichter Handhaben zu können-aufheben/ positionieren etc. ... Hier die Schraubenwelle mit Wellenbock.

Die Baugruppe Schraube und Welle vorbereitet/ gesteckt. wie mit Bild 2 gezeigt, gebe ich einen Tropfen Sekundenkleber auf eine feste, nicht saugfähige Unterlage ( hier bereits nach 10 min eingetrocknet) und benetze die Nadelspitze mit etwas flüssigem Klebstoff. Durch ABSTREIFEN an der zu klebenden Baugruppe wird der Sekundenkleber in die Freiräume /Fügebereiche aufgetragen und dringt in die Zwischenräume der Fügebauteile ein. des weiteren benetzt der Klebstoff die angerauten/ geschliffenen Flächen und "verkrallt sich förmlich mit der rauen Materialoberfläche! Dringt keine Umgebungsluft mehr an die Fügebereiche, reagiert der Klebstoff recht schnell. Nach ca. 10- 15 Minuten kann problemlos mit dem Verputzen der Bauteile begonnen werden, sollte etwas Kleberest vorhanden sein, welches aber in der Regel beim entsprechenden ABSTREICHEN/ Abstreifen/Benetzen nicht der Fall sein sollte! Macht also einen Zahnstocher gänzlich überflüssig. ;-)

Ein paar Werkzeuge, welche ich verwende, wenn es um Kleinstbauteile geht:

Eine Klemmzange mit Zähnen vorne dran ....

... wenn Mann das Ruder nicht halten kann ....

..oder auch die Cutter Klinge mit "steilem Zahn" für so manche Überstände ...

...wenn es darum geht, Kleberüberschuss nicht zum Verdruss werden zu lassen.

Aber ... ; wie ich schon schrieb: Die Thematik ist längst nicht komplett abgehandelt!

Mit freundlichen Grüßen Thomas B

13

Sonntag, 29. Oktober 2017, 10:23

Zitat

Möchte noch folgendes ergänzen: Sekundenkleber reagiert unter Luftabschluss! Deshalb gibt es auch sogenannte Aktivator-Sprays, die entsprechend für eine "schnelle" Reaktion des Klebstoffes sorgen sollen

Das ist leider falsch. Cyanacrylatklebstoffe (in der Volkssprache gern Sofortkleber oder Sekundenkleber genannt) reagieren ausschließlich unter Wasserzufuhr und in Abhängigkeit des pH-Wertes der zu verklebenden Oberflächen. Auf letzteres kann man seltenst Einfluss nehmen, jedoch auf das Wasser (Luftfeuchtigkeit) schon. Wenn es schneller gehen muss, bei ungünstigen Oberflächen oder die Luftfeuchtigkeit nicht ausreicht nutzt man Aktivatorsprays. In diesem Zusammenhang kommt oft die Aussage, die Aktivatoren könne man einfach durch Wasser oder Spucke "ersetzten“. Aber auch das ist leider nur ein Mär der „Leihen“. Richtig ist was anderes!
Für die die es Interessiert, die Uni Bayreuth hat mal was Nettes veröffentlicht. Wer lieber industrielle Infos möchte kann z.B. bei der Seyffer GmbH nachlesen, oder gleich in den Technischen Datenblättern der verschiedenen Hersteller stöbern. Zumindest Weicon (ein Link siehe weiter unten) führt hierzu so einiges an Informationen auf.

Generell empfehle ich vor der Erstanwendung immer zuerst die Technischen Datenblätter zu lesen, bevor man versucht etwas zu kleben und sich dann ärgert das es nicht so wird wie man wollte.


Ebenso falsch ist die Aussage, billige Klebstoffe seinen gleichwertig wie teure Klebstoffe. Das einzige was diese gemeinsam haben ist, sie "pappen", mehr oder weniger. Das wars dann aber auch schon. Denn in der Flexibilität der Klebestelle, Adhäsionskräfte, Witterungsbeständigkeit, chemischen Beständigkeit usw. unterscheiden sie sich gewaltig.


Holger, wie du schon selbst gemerkt hast ist "eigene Erfahrung machen" das sinnvollste. Ich kann nur so viel sagen dass echte Industriekleber allemal besser sind als die „billigen“ vom Discounter. Richtige Lagerung vorausgesetzt (Kühlschrank) sind die oben genannten Weicons (nutze ich selbst. z.B. den hier ) über Jahre einsatzfähig. Habe hier noch ein Fläschchen von 2015. Ist zwar in der Zwischenzeit dickflüssig geworden, aber er funktioniert für meine Zwecke noch tadellos.

14

Sonntag, 29. Oktober 2017, 16:56

DANKE

Mann lernt doch nie wirklich aus ... :hand:

MFG Thomas B

15

Sonntag, 29. Oktober 2017, 22:12

Das ist hier wieder eine "Glaubensfrage" ... frage 1.000 Leute und du erhälst 1.000 Antworten. :D
Für meinen Teil verwende ich seit Jahren und zur vollsten Zufriedenheit UHU Sekundenkleber flüssig in der 3g blitzschnell Pipette. Der ist überall erhältlich und erfüllt meine Ansprüche. Was will man mehr.
Hätte Gott gewollt das ich Grünzeug fresse, wär' ich ein Kaninchen!

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Realname: Holger Steitz

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16

Montag, 30. Oktober 2017, 17:46

Ui Ui Ui,
da kann man mal ein paar Tage nicht online kommen, da werden einem ja die tollsten Antworten beschert.
Ich werde alle berücksichtigen. Vor allem das mit der Nadel. In diesem Zusammenhang: Habe gelesen/gesehen (Youtube) das einige das Nadelöhr halbieren und das als Applikator nutzen (das halbrund hält wohl mehr Kleber als eine reine Spitze).

Vieln Dank nochmal für die Zahlreichen kommies.

Grüße
Holger
Quid pro Quo!

Aktuell im Bau: Revell Bismarck Platinum Edition

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