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Dienstag, 21. Juni 2016, 00:43

Nackt und glatt .. wieso, weshalb, warum ?

Bisher hielt ich Hellers Alcyon für einen etwas verunglückten Kit der vielleicht eine Prince des Neufchatel darstellen könnte.
( Im Grunde ist es die übliche Vielfachnutzung des Amphitrite und Fauvette Rumpfes )
http://forum.modelismo-na.net/download/f…75808&mode=view

Fragte mich wie wohl die Kanonen bedienbar wären ... ? Pygmäen ?
Und warum man auf Deck jeglichen Naturgewalten schutzlos ausgeliefert ist ?
Jede bessere Welle spült da alles frei ...

Auch die Frage wie da wohl ein Kampfeinsatz aussehen soll ? ...
Wenn die Besatzung an Deck eher als Kanonenfutter gleichsam wie am Schießstand darauf wartet in mehr oder weniger vielen Einzelteilen glatt über die hintere Bordwand gepustet zu werden ...
auch wenn die Jungs ein Deck tiefer hinter den Kanonen halbwegs geschützt sind muß doch irgendjemand weiterhin da oben drauf navigieren, segeln, steuern ...
und keiner baut so viele Kanonen ein ohne die Erwartung, daß es ab und zu so richtig kracht.

Jetzt bin ich aber im RMG, Royal MuseumS Greenwich, über dieses Ding hier gestolpert ...
http://collections.rmg.co.uk/mediaLib/44…43819/large.jpg

Das verkörpert weitgehend die gleiche Philosophie ... scheint aber durchaus ernsthaften Charakter zu haben

Wieso, weshalb, warum ?

Wozu wurden Schiffe entwickelt die bei oberflächlicher Betrachtung eine ganze Reihe schwerer Nachteile haben ?
Gab es diese wirklich ?
Die üblichen Bücher schweigen sich da ziemlich aus ... hab nichts gefunden .. vielleicht in die falsche Richtung gesucht ?

Habt Ihr Ideen ?
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

"When all else fails ... Read the instructions" ( LINDBERG 1965 )

Youth, talent, hard work, and enthusiasm are no match for old age and treachery !
( In memoriam Prof. John A. Tilley, † 20.07.2017 )

2

Dienstag, 21. Juni 2016, 11:12

Das der Schutz unter Deck wesentlich besser war als auf dem Deck wage ich mal zu bezweifeln, denn außer bei wenigen Schiffen wie der USS Constellation war das Holz weder dick noch hart genug um Kanonenkugeln aufzuhalten. Die meisten Seeleute wurden daher auch nicht durch die Kanonenkugeln getötet oder verletzt, sondern durch herumfliegende Holzsplitter.

3

Dienstag, 21. Juni 2016, 20:09

Recht hast Du .. egal ob Holzhack unten oder Kartätschhack oben ...
gleichwohl erschließt sich mir der generelle Sinn der Konstruktion nicht so recht

Wofür wurde dieser Schiffstyp gebaut ?
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

"When all else fails ... Read the instructions" ( LINDBERG 1965 )

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( In memoriam Prof. John A. Tilley, † 20.07.2017 )

4

Donnerstag, 23. Juni 2016, 08:38

Einige Tage später bin ich jetzt wider Erwarten doch noch über die Stecknadel im Heuhaufen gestolpert.
Es handelte sich um die eher glücklose HMS Wolverine von 1798 -1804
Die war ein Versuchträger, ein Einzelstück ohne eigene Schiffsklasse, und deswegen habe ich lange nichts drüber gefunden.

Ursprünglich als Handelsschiff gebaut ... später mit Stückpforten versehen ... sollte sie neue Geschütze testen ...
war aber, wie sich herausstellte, zu klein, zu sparsam, zu knappes Budget ... wie so oft in der Bürokratie mit heißer Nadel gestrickt.

Das bestätigt wieder meine Auffassung, daß in den Marinen viele Formen der Technik, Takelagen, Rümpfe usw, usw oft Jahre oder gar Jahrzehnte lang zum Test auf Verwendbarkeit im Einsatz waren.
Es wurde mit Sicherheit an diversen Schiffen ständig getestet ob nicht eine bestimmte neue oder andere Rumpfform oder Takelart nicht auch in der eigenen Flotte einen Vorteil bringen könnte ... wie sonst sollte man technischen Fortschritt prüfen ?
Vieles existierte also schon vorher über lange Zeiträume ohne, daß es offiziell als Standard in der Marine eingeführt worden war.

Irgendwelche Texte nach dem Motto "das gabs aber in der Navy nicht" oder "diese Art der Takelage gabs erst ab 1813" würde ich deshalb immer mit sehr kritischer Distanz betrachten ... vermutlich wurde niemals etwas für den offiziellen Masseneinsatz freigegeben was nicht vorher ausgiebig auf Verwendbarkeit getestet wurde.
Grüße aus dem "Wilden Süd-Westen"
Markus

"When all else fails ... Read the instructions" ( LINDBERG 1965 )

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